Latest / ntv Wirtschaft / Debatte um 8-Stunden-Tag: Nur bestimmte Berufe sollen länger arbeiten
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- Die Frühjahrsbelebung am Arbeitsmarkt bleibt aus. Und zeitgleich wird weiter über die Abkehr vom Acht-Stunden-Tag diskutiert. Im KI-Rennen überholt Anthropic kurz vor dem Börsengang den bisherigen Platzhirsch OpenAI. Und im Mai ist die Inflation in Deutschland überraschend gesunken. Anleger entdecken Gold zudem wieder für sich. Gold überholt sogar Aktien in der Beliebtheit. Und damit Hallo und herzlich Willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Wir fangen mit dem Arbeitsmarkt an. weil die neue Mai-Statistik auf den ersten Blick gar nicht so dramatisch klingt. Im Vergleich zum April sinkt die Zahl der Arbeitslosen um 58.000. Die Arbeitslosenquote geht leicht zurück auf 6,3 Prozent. Also eigentlich ein bisschen Entlastung. Nur genau hier beginnt das Problem. Denn für einen Mai ist das zu wenig. Die klassische Frühjahrsbelebung kommt in diesem Jahr nicht richtig in Gang. Im Vergleich zum Mai vor einem Jahr steigt die Zahl der Arbeitslosen um 31.000 auf 2,95 Millionen. Und Andrea Nahles, die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, dämpft die Erwartungen ziemlich deutlich. Eine Trendwende hin zu einer positiven Entwicklung am Arbeitsmarkt sieht sie weiterhin nicht. Und wenn wir schon über Arbeit sprechen, dann führt der Weg fast automatisch zur nächsten Grundsatzfrage. Wie lange soll ein Arbeitstag eigentlich dauern? Schwarz-Rot hatte sich ja in der Diskussion um den Acht-Stunden-Tag so ein bisschen verhakt. Das arbeitgebernahe Institut der deutschen Wirtschaft schlägt jetzt einen Kompromiss vor. Welcher das ist, dazu IW-Arbeitsmarktexperte Oliver Stettes im Interview mit NTV. Herr Stettes, Sie schlagen vor, den Acht-Stunden-Tag für bestimmte Berufsgruppen erstmal aufzulockern. Welche Berufsgruppen sind das und wie soll das konkret aussehen? Ja, guten Tag Frau Fäuser. Also wir sind uns bewusst, dass die Flexibilisierung der täglichen Höchstarbeitszeit immer mit der Sorge verbunden oder begleitet wird. Da könnten gesundheitliche Risiken entstehen und deshalb empfehlen wir diese Flexibilisierung zunächst einmal für diejenigen zu ermöglichen, bei denen wir eigentlich keine Sorge haben müssen, dass da Gesundheitsrisiken entstehen. Und das sind zum Beispiel die Beschäftigten, die Bürotätigkeiten übernehmen. Sie haben die Sorge der gesundheitlichen Schädigungen schon angesprochen. Nun gibt es ja aber auch Studien, die auch für Schreibtischarbeit oder zum Beispiel für Homeoffice Hinweise darauf geben, dass längere Arbeitstage auch dazu mehr Stress führen können, zu einem höheren Burnout-Risiko führen können. Wie passt das zusammen? So ganz ohne Belastung ist es ja nicht. Längere Arbeitszeiten werden dann zum Problem, wenn sie zum Beispiel über eine längere Zeit regelmäßig erfolgen. Und das ist ja gar nicht der Anstoß für die Flexibilisierungsdebatte, sondern es geht darum, es Menschen zu ermöglichen, zum Beispiel Beschäftigten, die ein Projekt noch beenden möchten, die eine Präsentation beenden möchten. Das zu ermöglichen, dass sie da im rechtskonformen Raum sich bewegen. Es geht ja nicht darum, dass die Arbeitszeit insgesamt länger werden soll in dieser Debatte. Sondern dass das, was man vertraglich vereinbart hat und was man üblicherweise dann arbeitet, dass man das eigenständig flexibel auf die Arbeitstage aufteilen kann. Und so, dass man an dem Dienstag beispielsweise mal elf Stunden arbeitet, wenn man es für sinnvoll und erforderlich erachtet und dann beispielsweise den Mittwoch oder den Donnerstag vielleicht nur die Hälfte der Zeit. Heute gibt es ja aber durchaus in den geltenden Arbeitszeitgesetzen flexible Möglichkeiten. Es gibt ja auch schon Firmen, die zum Beispiel auch heute schon sagen, wir machen eine Viertagewoche, dafür machen wir den Zehnstunden Arbeitstag. Warum braucht es dann jetzt eine Reform des Arbeitszeitgesetzes? Naja, weil das Arbeitszeitgesetz genau da die Schranke hebt. Dann stellen Sie sich vor, Sie haben eine 40-Stunden-Woche vereinbart und Sie möchten auch gerne an vier Tagen arbeiten. Und jetzt passiert irgendwie etwas. Also beispielsweise, dass sie an einem Tag sagen, okay, eigentlich kann ich heute nur acht Stunden arbeiten, weil ich irgendwie aus privaten Gründen irgendwie weg muss und würde dafür gerne am nächsten Tag elf Stunden arbeiten oder über am nächsten Tag auch elf Stunden. Das würde es dann ausgleichen oder umgekehrt. Und da sind sie schon allein bei diesem Beispiel, 40-Stunden-Woche, 4-Tage-Woche an einer Grenze, da haben sie keine Flexibilität mehr. Einen Kritikpunkt, der sehr häufig genannt wird, möchte ich noch ansprechen und das ist der der Produktivität. Jetzt haben Sie auch gesagt, vielleicht muss das eine Projekt noch fertig gemacht werden, dann mache ich eben an dem einen Tag meine elf Stunden oder sogar zwölf Stunden. Aber wie sinnvoll ist das denn wirklich? Mit Blick auf die Produktivität. Schaffe ich dann die Arbeit überhaupt noch mit einem klaren Kopf? Entstehen mehr Fehler? Und schadet das am Ende der Wirtschaft nicht auch ein bisschen? Die Entscheidung darüber, ob man das dann sozusagen mal die Arbeitszeit ausdehnt über diese 10-Stunden-Schwelle, das ist ja eine Entscheidung, die dann die Beschäftigten zum Beispiel mit der Führungskraft gemeinsam treffen. Und das machen sie dann ja nur in der Überzeugung, dass es in diesem Moment zweckmäßig und sinnvoll ist. Und da erübrigt sich so diese klassische Produktivitätsdebatte, die davon ausgeht, dass je länger man arbeitet, dass jede zusätzliche Stunde weniger produktiv ist als die vorherige. Bei dieser allgemeinen Debatte, dass längere Arbeitszeiten nicht produktiv sind oder nicht so produktiv sind wie die vorherigen, wird immer übersehen. Sie sind aber immer noch Wertschöpfung. Also sie haben immer noch eine Wertschöpfung. Die mag nicht so groß sein wie in der Stunde davor, aber sie hat eine Wertschöpfung. Das sagt der Arbeitsmarktexperte vom Institut der deutschen Wirtschaft, Oliver Stettes. Vielen Dank. Und damit zum nächsten Thema. Lange sah es so aus, als hätte OpenAI im globalen KI-Wettlauf einen Vorsprung, den niemand so schnell einholt. ChatGPT gewinnt seit Ende 2022 hunderte Millionen Nutzerinnen und Nutzer. Der Name OpenAI steht fast schon stellvertretend für den KI-Boom. Doch kurz vor dem erwarteten Börsengang verschiebt sich die Rangordnung. Anthropic sammelt in einer neuen Finanzierungsrunde 65 Milliarden US-Dollar ein. Damit bewerten Investoren das Unternehmen mit 965 Milliarden Dollar. OpenAI liegt zuletzt bei 852 Milliarden Dollar. Damit zieht Anthropic am Chat-GPT-Entwickler vorbei und übernimmt zumindest bei der Bewertung die Spitze im KI-Rennen. Das ist deshalb bemerkenswert, weil Anthropic zunächst eher als Außenseiter gilt. OpenAI jagt den großen Durchbruch im Massenmarkt. Anthropic setzt stärker auf Geschäftskunden und auf die Automatisierung von Programmierungen. Für Anlegerinnen und Anleger ist das natürlich eine ziemlich große Geschichte. Denn beide Unternehmen peilen in diesem Jahr einen Börsengang an. Und jetzt schauen wir einmal auf die Preise in Deutschland. Die Inflation ist im Mai überraschend gesunken, auf 2,6 Prozent. Im April lag die Inflation noch bei 2,9 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in einer ersten Schätzung mitteilte. Experten hatten mit einer Stagnation gerechnet. Daten aus den Bundesländern zufolge sanken die Preise für Benzin und Diesel durch den im Mai von der Bundesregierung eingeführten Tankrabatt deutlich. Das drückt die Inflation nach unten. Dem Bundeskartellamt zufolge sanken aber auch die Rohölpreise, in der Hoffnung auf eine Entspannung im Nahen Osten. Gold geht ja als guter Inflationsschutz und steht auch deshalb bei deutschen Anlegern hoch im Kurs. In einer Beliebtheitsumfrage hat Gold bei den Deutschen jetzt die Aktie als Investment hinter sich gelassen. Was dahinter steckt, dazu jetzt Birgit Haas von Capital im Gespräch an der Frankfurter Börse. Ja, das ist genau das Thema, das wir mal besprechen müssen, Frau Haas, nämlich, dass die Deutschen irgendwas wissen, was der Rest der Welt nicht weiß, dass Gold sozusagen das Investment der Zukunft ist. Denn laut Forsa-Umfrage trauen die Deutschen dem Gold wirklich goldene Zeiten zu. Was ist denn da dran? Ja, tatsächlich, erstmal muss man sagen, das ist natürlich ein Ergebnis. Das passt zum Goldhändler. Pro Aurum hat die Studie zum 16. Mal bei Forsa einen Auftrag gegeben. ganz gut in den Kram. Aber diese Umfrage hat wirklich eine lange Historie und oft standen auch Aktien auf Platz 1. Und das mit dem Gold. 30% der Deutschen glauben, dass Gold in den nächsten 3 Jahren mehr Rendite bringen wird als Aktien, Fonds, Anleihen und Tagesgeld. Wir haben eine Geschichte, wenn man sich mal anguckt, wie bei Inflation im letzten Jahrhundert usw. Wir sind gebrannte Kinder, wir Deutschen, keine Frage. Jetzt steigt ja auch wieder die Inflation. Aber was ist denn wirklich da dran? Wenn wir mal so ein bisschen den Blick in den Rückspiegel werfen, war das Gold besser? Das ist total überraschend nämlich. Wenn du 2000 eine Fein und so Gold gekauft hättest, dann wäre das 1445 Prozent gestiegen. Oh wow. Bei einem ETF auf den MSCI World oder auf den S&P 500, den US-Light-Index. Wäre das viel weniger gewesen. Beim MSCI World, also dem Weltaktienindex, wären das 240 Prozent gewesen, beim US-Index 420 Prozent. Das heißt, In den letzten 25 Jahren, im letzten Vierteljahrhundert, hätte Gold tatsächlich wesentlich mehr bekommen. Und der MSCI World hat es auch nur elfmal geschafft, in diesen 25 Jahren den Goldpreis zu schlagen. Also wir Deutschen sind nicht irgendwie hinter dem Mond, sondern ganz im Gegenteil. Wir wissen da was, was der Rest der Welt mal sich genau angucken sollte. Aber jetzt mal, warum ist das denn so gewesen, dass Gold tatsächlich so stark gestiegen ist? Genau, also es war vorher nicht zwangsläufig so. Da war das wirklich dieser Stabilitätsanker, so wie wir ihn kennen und haben wollen, der Vermögen erhält, aber nicht unbedingt steigert. Aber diese ganzen Krisen aus dem letzten Vierteljahrhundert, die Finanzkrise 2007, 2008, haben das Vertrauen der Menschen erschüttert in Bankensystemen, in die Währungen. Es gibt eine sogenannte D-Dollarisierung, also eine Flucht aus dem Dollar. Aber Zentralbanken haben massiv in Gold wieder investiert. Dazu kamen diese zehn Jahre Niedrigzinsen. Das hat natürlich auch Gold begünstigt. Und dann die Inflation der letzten Jahre. Letztes Jahr war natürlich ein Wahnsinnsjahr für Gold. Über 60 Prozent Preissteigerungen pro Feinunze. Und die Nachfrage ist auf einem Rekordhoch mit mehr als 5000 Tonnen im Jahr. Jetzt sollte man natürlich aus der Vergangenheit nicht auf die Zukunft schließen, weil das wäre ja so ein bisschen leicht und einfach. Aber was denkst du, Birgit, was spricht trotzdem am Ende für Gold und mit der Einschätzung der Deutschen, dass da sozusagen man auf der richtigen Seite unterwegs ist? Also man kann ja an den sogenannten Future-Markt gucken. Da, wo Preisentwicklungen für die Zukunft, ja, da wird drauf gesetzt, gewettet, wie man das formulieren will. Und da geht der Markt davon aus, dass in drei Jahren der Preis über 5.000 Dollar pro Feinwunze sein wird. Genau bei 5.156 Dollar. Und das bedeutet eine Preissteigerung von 14,2 Prozent annualisiert, also prozentualisiert. Vier bis fünf Prozent jährlich Rendite. Das sieht gut aus. Die Prognosen für die Aktienindizes sind ein bisschen höher. Aber die Krisen, die da kommen mögen und das Vertrauen wieder erschütternd, die sind da natürlich nicht drin. Sagt Birgit Haas. Vielen Dank. Und damit was sehr Spannendes. Gold ist auf jeden Fall etwas, wo man hingucken kann. Nicht nur möglicherweise am Handgelenk oder am Ohr, sondern insgesamt auch im Portfolio. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.