Latest / Gin And Talk / Jörn Leogrande über Aufstieg und Fall von Wirecard
Transcript
- 0:00Speaker 0: Und um siebenunddreißig gab es keine Nachrichten über den Bericht.
- 0:04Speaker 0: Dann war mir schon von Minute zu Minute klar, da ist ein Problem.
- 0:09Speaker 0: Die Stimmung war immer noch sehr angeschlagen aber durchaus.
- 0:14Speaker 0: man hat noch gesagt okay man zieht sich aufs Kerngeschäft zurück Man wird das irgendwie hinkriegen und es wird neue Kredite geben.
- 0:22Speaker 0: Aber Stück für Stück von Tag zu Tag gab's neue News.
- 0:25Speaker 0: Jern war immer sehr leicht zu entflammen für so neue Technologien, für neue Dinge Aber er hatte jetzt nicht so die operative Durchschlagskraft, das hat ihn eher gelangweilt.
- 0:35Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 0:37Speaker 1: Mein Name ist Daniel Fürg und bevor wir gleich rüber an den Badresen gehen möchte ich kurz unseren heutigen Gast vorstellen.
- 0:44Speaker 1: Jörn Leogrande hat in verschiedensten Positionen fast fünfzehn Jahre lang für Wirecard gearbeitet – den ehemaligen DAX-Konzern der im vergangenen Jahr für den größten deutschen Wirtschaftskandal seit Jahrzehnten gesorgt hat.
- 0:57Speaker 1: In seinem Buch, Bad Company beschreibt Jörn seine Sicht auf das Unternehmen und die Protagonisten der Krise.
- 1:02Speaker 1: Und landete damit direkt neben Markus Braun und Jan Marschaleck auf dem Cover des Spiegel.
- 1:08Speaker 1: Inzwischen hat er die Filmrechte an sein Buch sogar nach Hollywood verkauft.
- 1:13Speaker 1: Ich freue mich auf ein spannendes Gespräch über den Wirecard-Crimi, über den Märchenhaften Aufstieg und Abgrundtiefenfall des Unternehmens aus Aschein bei München.
- 1:23Speaker 1: Viel Spaß beim Zuhören – schön dass ihr alle wieder mit dabei seid!
- 1:29Speaker 0: Eiskalte Drinks und eine Menge Zeit für ein persönliches Bargespräch.
- 1:36Speaker 0: Herzlich willkommen an unseren Bartresen!
- 1:39Speaker 0: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge Gin & Talk.
- 1:45Speaker 0: Mach es dir gemütlich, lehne dich zurück und tauche ein in die verrucht düstere Atmosphäre unserer
- 1:53Speaker 1: Studio-Bar.
- 2:01Speaker 1: Hallo Jörn ich freue mich sehr dass du hier bist Ziemlich genau zwei Jahre, nachdem wir uns das letzte Mal gesehen haben.
- 2:06Speaker 1: Nämlich in Austin im German House während der South by Southwest.
- 2:10Speaker 0: Ja, so through the times dass man sich noch physisch auf einen Event getroffen
- 2:15Speaker 1: hat!
- 2:15Speaker 1: Ja richtig jetzt ist momentan ja nicht so viel in Austin los wobei Ende der Woche beginnt ja tatsächlich die Online Veranstaltung.
- 2:23Speaker 1: Willst du online teilnehmen?
- 2:26Speaker 0: Ich bin nicht nur Online Teilnehmer ich bin sogar Online Speaker.
- 2:29Speaker 0: Ich mache ein Firesite Chat.
- 2:33Speaker 1: Okay, zu welchem Thema?
- 2:35Speaker 0: Ja das hat sich noch nicht so ganz rauskristallisiert.
- 2:38Speaker 0: Da gibt es mehrere Möglichkeiten.
- 2:39Speaker 0: ich weiß nicht ob das Press Release gesehen hat... Ich habe die Filmrechte verkauft an deutsche Produzenten in den USA und natürlich wäre dieser aus Bayern auch interessiert daran sozusagen diesen filmischen Part ein bisschen zu beleuchten.
- 2:53Speaker 0: und dann gibt's auch die Möglichkeit sozusagen ein bisschen über die Innovationskultur zu sprechen, wie ich sie erlebt habe.
- 3:02Speaker 0: Also da sind wir gerade noch ein bisschen am Zusammenbauen aber diesmal bin ich virtuell da leider nicht in Person, aber ich glaube in Osten ist im Moment sowieso nicht so besonders cool wegen der Wasserknappheit und weiß ich nicht.
- 3:13Speaker 1: Ja, ich hoffe ja sehr, dass nächstes Jahr dann wieder normal stattfinden wird.
- 3:17Speaker 1: Aber toll, dass du hier bei uns bist immerhin!
- 3:21Speaker 1: Nicht ganz Orsten, aber auch ganz gemütlich.
- 3:25Speaker 1: Ich freue mich sehr, dass wir heute so ein bisschen über dein Buch sprechen können.
- 3:29Speaker 1: Ein bisschen über Wirecard sprechen können.
- 3:31Speaker 1: Du warst viele Jahre bei Wirecard.
- 3:35Speaker 1: Wann ging's denn eigentlich los?
- 3:37Speaker 1: Wann bist du bei WireCard reingerutscht und wie kam es überhaupt dazu?
- 3:42Speaker 0: Ja also ich war ursprünglich Journalist und Werbetechster Freiberufler sozusagen Und habe im Jahrzweiter aus dem fünften Anruf bekommen von Von Freund von Freund, wie das halt immer so läuft.
- 3:55Speaker 0: Der gesagt hat wir brauchen der Unterstützung.
- 3:58Speaker 0: und dann bin ich dahin gefahren.
- 3:59Speaker 0: Und ein weiß ich noch dass sich denn sozusagen im ersten Tag gleich beim Vorstellungsgespräch mein Laptop rausholen musste und wir angefangen haben Die Wirecard neu zu texten und das war sozusagen auch die ersten Jahre, sodass was ich eigentlich tun musste.
- 4:14Speaker 0: Also das unter jedes Bits and Pieces Unternehmens Neu zu testen jede Landing Page, jede Webpage, jeden Geschäftsbericht, jede Bushüre.
- 4:23Speaker 0: Das Ziel war eigentlich das Unternehmen deutlich moderner aufzusetzen.
- 4:27Speaker 0: Es war der Hintergrund der ganzen Geschichte.
- 4:29Speaker 0: es war so ein Mittelständler in Ascheim Und das Ziel war natürlich das global und international zu machen.
- 4:37Speaker 1: Damals war Wirecard ja noch weit entfernt, davon ein DAX-Unternehmen zu werden.
- 4:43Speaker 1: Wie groß War Wirecard damals?
- 4:45Speaker 0: Es waren so hundertfünfzig Leute ungefähr in Ascheheim und nochmal andere Standorte.
- 4:50Speaker 0: aber im Grunde war das also keine spektakuläre Firma.
- 4:55Speaker 0: Man hätte auch nie an den DAX gedacht.
- 4:57Speaker 0: für mich war es einfach eine Kunde wie jeder andere.
- 5:00Speaker 0: Das muss ich ganz ehrlich sagen nichts... Spezielles.
- 5:03Speaker 0: Ich war damals sehr fokussiert auf so etwas sperrige BtoB Texte, Technologiesachen und das hat natürlich ganz gut gepasst mit dem Unternehmen.
- 5:14Speaker 1: Irgendwann bist du dann in die Innovationsrolle hinein geschlittert, im positivsten Sinne sozusagen.
- 5:22Speaker 1: Wie kam es dazu?
- 5:23Speaker 1: Hat dich von Texten hin zu so innovativen Geschäftsmodellen ist ja erst mal weiter bei der Sprung, sage ich mal rein vom Thema her Ja
- 5:33Speaker 0: das hat tatsächlich noch eine ganze Zeit gedauert.
- 5:35Speaker 0: Ich bin erste Marketing hängen geblieben und wurde hab da ein bisschen Karriere gemacht oder Head of Marketing Bei der Wirecard fünf Jahre lang oder so.
- 5:44Speaker 0: Und dann haben wir den wirklichen Sprung für mich gemacht, ich habe damals wahnsinnig viel über neue Technologien nachgedacht und viel über mobiles Bezahlen.
- 5:54Speaker 0: Das war damals ein Riesenthema.
- 5:57Speaker 0: Dann hat der Vorstand sich entschlossen mir in eine Product Division zu geben.
- 6:01Speaker 0: Eine Product Division ist sozusagen die Tech Unit wo man wirklich Software Development machte.
- 6:08Speaker 0: Ja, das war so der ganz entscheidende Schritt von solchen Marketingtypen.
- 6:13Speaker 0: Der irgendwie schreiben kann zu richtigen Technologie.
- 6:16Speaker 0: da war ich auch total lost.
- 6:17Speaker 0: Das muss ich dazu sagen weil ich aber überhaupt nicht gewusst was sich eigentlich tun soll und wie Ich das mache habe Aber diese division dann auch recht erfolgreich über Jahre geführt und wurde Dann zwei tausend siebzehnt zum innovationschef als.
- 6:30Speaker 0: ich hab sozusagen diesen marketingblick Da natürlich auch so sehr viel mitbekommen in der So Hardcore-Technologie und bin dann in diese Innovationssache geschlittert.
- 6:40Speaker 0: Also ein bisschen anders als die normalen Karrieren, die meistens so reinen Consulting hinterkommen.
- 6:45Speaker 1: Was hatte ich damals auf technologischer Seite auch wirklich interessiert?
- 6:50Speaker 1: Also du hast gerade mobiles Zahlen angesprochen.
- 6:54Speaker 1: Gab es noch andere Themen, die da wirklich spannend für dich waren?
- 6:58Speaker 0: Ja, ich glaube wenn man sich das auch heute ansieht dann sieht man dass das Payment oder diese Bezahlform eigentlich so dieser Backbone für die ganze digitale Transformation ist.
- 7:06Speaker 0: ja überall wo es digitale Services Leistungen gibt.
- 7:10Speaker 0: Irgendwo muss sozusagen Geld auch von A nach B bewegt werden und das hat mich tatsächlich fasziniert, dass das payment sozusagen tatsächlich so eine Art zentrales Element der Transformation ist.
- 7:24Speaker 0: Und das sieht man ja heute auch gerade in dieser Corona-Zeit, wo alles immer digitaler wird wie wichtig es bezahlen und die Sicherheit und die Verlässlichkeit des Bezahlens wird.
- 7:34Speaker 0: Dieser Gedanke hat mir immer wahnsinnig gut gefallen an seiner großen Tech-Geschichte mitzuschreiben.
- 7:41Speaker 1: Wie hat sich dann über die Jahre die Kultur bei Wirecard entwickelt?
- 7:46Speaker 1: Als du angefangen hast, sagt es gerade hundertfünfzig Leute ungefähr.
- 7:51Speaker 1: Es wurde ja dann schnell von einem ehemaligen Start-up hin zu am Ende ein Dachskonzern.
- 7:59Speaker 1: Wie hast Du das erlebt?
- 8:00Speaker 1: Diese Entwicklung also auch intern die Entwicklung von der Kultur her hat man das gespürt dass das irgendwie auf einmal nicht mehr so kurze Wege waren, nicht mehr miteinander alles passiert ist, sondern es halt dann immer mehr zu einer Konzernstruktur wurde.
- 8:21Speaker 0: Das hat sich natürlich über ziemlich viele Jahre hingezogen von zwei tausend fünf bis zum Unternehmen in den Dachs kamen.
- 8:30Speaker 0: Natürlich das hat sich sukzessive alles herausgekristallisiert, dass am Anfang weiß ich noch wenn du neun Mitarbeiter warst oder einen neuen Mitarbeiter hattest, dann hast du durch die ganze Firma geführt so ein Klassiker in einem Mittelstands-Läden Und das ist natürlich Schritt bei Schritt nicht mehr möglich gewesen.
- 8:47Speaker 0: Es wurden immer mehr Leute, es wurde immer internationaler dann wurde an einem gewissen Punkt Englisch sozusagen die Pflichtsprache.
- 8:54Speaker 0: das Ganze wurde global aufgestellt.
- 8:57Speaker 0: Die Firma hat immer mehr dazugekauft und klar Schritt für Schritt wurde es immer, immer mir zu einem Konzern.
- 9:04Speaker 0: Der letzte Schritt war dann der Einzug in den DAX.
- 9:06Speaker 0: das ist natürlich dann wo sich die Spray vom Weizen trennt.
- 9:09Speaker 0: da braucht man natürlich um so ein Unternehmen zum Managen unglaubliche Struktur.
- 9:16Speaker 0: Am Anfang lacht man noch über die Unternehmen im DAX und sagt wie komplexer alles ist.
- 9:23Speaker 0: Und am Ende Am Ende bewegt man sich natürlich auch zwischen Tausenden von Confluence Pages und Steering Committees.
- 9:32Speaker 0: Und solchen Geschichten, die man halt auch letztendlich braucht um große Projekte und große Kunden zu händeln.
- 9:37Speaker 1: Wie hat sich denn die Unternehmensführung über diese Jahre entwickelt?
- 9:42Speaker 1: Man hat ja oft viele oder einige von denen, die am Ende dabei waren, waren ja auch über große Teile dieses Weges mit an Bord.
- 9:52Speaker 1: Es ist nicht jeder der ein guter Ich sag mal Start-up Manager ist ja auch ein guter DAX-Konzernmanager, sage ich jetzt mal.
- 10:00Speaker 1: Wie hast du das erlebt?
- 10:01Speaker 1: haben die das einigermaßen gut hinbekommen?
- 10:04Speaker 1: oder hat man da schon gemerkt dass es ihn irgendwann so ein bisschen über den Kopf gewachsen ist?
- 10:08Speaker 0: Naja ich glaube mit Blick auf das Ende der Story kann man sagen so richtig gut haben sie's nicht hingekriegt weil wir kennen ja alle die sozusagen die Geschichte von Wirecard und diesen explosiven Niedergang des Unternehmens.
- 10:24Speaker 0: Ich glaube, das schreibe ich auch in meinen Buch Bert Company.
- 10:28Speaker 0: Ich glaube einfach dass die meisten Leute wie du es richtig gesagt hast eigentlich von an Beginn von sehr früh dabei waren Jan Marschallek, Markus Braun aber auch der Finanzvorstand und die Produktvorständen waren mindestens zwölf bis vierzehn Jahre dabei.
- 10:43Speaker 0: Die waren halt richtige Wirecut Gewächse mehr oder weniger Und ich glaube, all diesen Leuten hat natürlich auch so ein bisschen dieses Role-Model gefehlt.
- 10:53Speaker 0: Ja was ist überhaupt ein DAX Vorstand?
- 10:55Speaker 0: oder wie funktioniert DAX?
- 10:57Speaker 0: Die meisten Leute die oben bei der Wirecard waren und da zähl' ich mich auch dazu, die haben halt selten noch weitere in weiteren Corporates gearbeitet sondern sind sozusagen von der WireCard sozialisiert worden.
- 11:07Speaker 1: Wie würdest du denn den Führungsstil beschreiben gerade von Markus Braun und Jan Marschallek?
- 11:14Speaker 0: Ja, das Problem bei der Wirecut war, dass es den Führungsstil jetzt per se nicht gab.
- 11:20Speaker 0: Sondern jeder Vorstand hat so sein Ding gemacht.
- 11:24Speaker 0: Markus Braun, das schreibe ich ja auch, ist halt eine sehr etwas autistischer Lieder.
- 11:30Speaker 0: Das sieht man manchmal ab.
- 11:31Speaker 0: Letztes auch vor.
- 11:32Speaker 0: wenn man so Kinos von ihm sieht dann sieht man er soll richtig wohl zu fühlen scheint sich aufs Bühnen nicht zu... Er scheiterte sich nicht zu wohlzufühlen auf so Bühnen.
- 11:41Speaker 0: Er war in der Kommunikation sehr analytisch, sehr nüchtern.
- 11:45Speaker 0: Hielt auch gar nichts von Führungskräften, Management oder solchen Sachen.
- 11:51Speaker 0: War aber relativ verlässlich in dem was er getan hat.
- 11:54Speaker 0: Aber ein extrem visionärer Typ, der das immer wieder weiter getrieben hat.
- 12:00Speaker 0: letztendlich und Jan Marschallig war halt genau das Gegenteil.
- 12:03Speaker 0: Ein smarter, sehr intelligenter Typ nie gelernt hat in so einem Team zu arbeiten und immer so eine One-Man-Show war.
- 12:10Speaker 0: Am Ende hat sich immer nur die Leute zusammengeholt, die ihr für ein bestimmtes Projekt gebraucht habt... ...und hat sie aber auch jetzt nicht irgendwie weiterentwickelt oder so?
- 12:17Speaker 0: Die Leute waren eigentlich relativ wurscht würde ich sagen!
- 12:21Speaker 1: Ich war ein paar mal bei euch im Headquarter quasi in den letzten Jahren.
- 12:27Speaker 1: Ich hatte immer das Gefühl, und ich hab die letzten Tage mit ein paar Leuten drüber geredet.
- 12:31Speaker 1: Weil ich mal wissen wollte ob es nur mir so ging oder ob andere auch so empfunden haben.
- 12:36Speaker 1: Ich hatte das Gefühl wenn man da ankam oder sich dort mit Leuten getroffen hat... Das war als hätte man wirklich eine komplett andere Welt betreten.
- 12:48Speaker 1: Da draußen war Ascheheim Und dann war da die Wirecard-Welt.
- 12:53Speaker 1: Mag vielleicht auch so ein bisschen liegen, dass daran liegen das Ascheim jetzt nicht unbedingt der sexiest Standort im Münchner Umland ist.
- 13:01Speaker 1: für diejenigen, die noch nie da waren?
- 13:03Speaker 1: Das ist halt eigentlich Industriegewerbegebiet!
- 13:06Speaker 1: Da ist nichts was irgendwie schön wäre... Und das Gebäude war jetzt auch nicht unbedingt wunderschön.
- 13:14Speaker 1: Aber es war wirklich, als hätte man von der Kultur her, wie man dort kommuniziert hat und wie man aufgetreten ist ... Es war so ein bisschen, als würde man eine ganz eigene Welt betreten.
- 13:28Speaker 1: Ich würde sogar vorsichtig sagen wollen, auch eine Kultur, die eine gewisse Arroganz durchaus ausstrahlt an vielen Stellen.
- 13:37Speaker 1: Hast du das ähnlich erlebt?
- 13:40Speaker 1: Wie bist du damit umgegangen?
- 13:42Speaker 0: Ja, ich glaube das stimmt.
- 13:45Speaker 0: Das was in der Führungskultur der Vorstellung von Wirecard vielleicht der kleinste gemeinsame Nenner war, war so eine aggressive Dynamik.
- 14:01Speaker 0: schon so ein brutales nach vorwärts streben und auch so eine unglaubliche von sich überzeugt sein.
- 14:08Speaker 0: Und wenn man das als Vorstand ausstrahlt, dann zieht sich das sozusagen durch alle Ebenen runter.
- 14:16Speaker 0: Ich glaube es ist schon etwas gewesen was die Firma schon ausgezeichnet hat.
- 14:20Speaker 0: dazu muss man allerdings wissen dass es jahrelang gar nicht so doll war also Für lange Jahre, in meiner Erinnerung war die Wirecard gar nicht dieses Super-Tech-Unternehmen aus Ascheim.
- 14:31Speaker 0: Sondern war halt irgendeine Bude im Bereich, sagen wir mal erwachsenen Unterhaltungen, Gambling auch E-Commerce und solchen Geschichten.
- 14:42Speaker 0: Und es war eigentlich immer so ein Unternehmen das... Jetzt nicht viele Freunde hatte auf der Welt, das muss man mal dazu sagen.
- 14:50Speaker 0: Und die haben sich immer so gefühlt wie Ander Dorks.
- 14:52Speaker 0: und als sie dann aber dieses Renommee bekommen haben und immer stärker in den Mittelpunkt, dann haben Sie sich das auch aushängen lassen.
- 14:57Speaker 0: Das muss ich auch ganz ehrlich sagen.
- 14:59Speaker 0: Dann hat es tatsächlich teilweise so gewirkt, als wäre ein Raumschiff in Ascheheim gelandet ja und hätte sich da ausgebreitet.
- 15:06Speaker 0: Dazu kommen natürlich dass in vielen Abteilungen der Wahrheit ca.
- 15:09Speaker 0: achtzig bis neunzig Prozent der Mitarbeiter gar nicht aus Deutschland kam, gar keine Deutsch gesprochen haben.
- 15:14Speaker 0: Also man hatte das Gefühl, man war auf so einem ganz anderen Planeten der... der gar nichts mit Ascheim zu tun hatte.
- 15:22Speaker 0: Und ich glaube auch, und das ist vielleicht das letzte, ich glaube das Ascheheim, das Gebäude und das ganze Ding war auch Programm.
- 15:28Speaker 0: Nämlich als wir in den Dachs gekommen sind dann kamen diese ganzen deutsche Bankvorstände und Kommerzbankvorständen und da haben sich das angesehen und die konnten es ja ganz ehrlich gar nicht fassen.
- 15:37Speaker 0: Ich meine wo ist die moderne Kunst?
- 15:38Speaker 0: Wo ist das Hochhaus?
- 15:42Speaker 0: Diese Geschichten für die relevant sind, das haben sie nicht gefunden.
- 15:45Speaker 0: Und das hat glaube ich Markus Braun sehr gut gefallen, dass er das kultiviert hat.
- 15:50Speaker 1: Es ist ja nicht so, dass dieser Skandal aus dem Nichts kam.
- 15:56Speaker 1: Also das Wirecard hatte immer diesen zweifelhaften Ruf.
- 16:01Speaker 1: So ein Stück ... nicht immer aber schon viele Jahre bevor es zu diesem Super Gau, wenn man ihn denn so nennen möchte, gab's ja immer wieder Vorwürfe gegen Wirecard.
- 16:12Speaker 1: Wie ist man denn damit intern umgegangen?
- 16:14Speaker 1: Also wie ist die Mannschaft damit umgegangene?
- 16:16Speaker 1: Dass es diese Vorwünfe gab war das komplett abwägig für die oder hat man sich da schon auch mal irgendwann hinterfragt und gesagt vielleicht irgendwie, ich weiß auch nicht so recht.
- 16:27Speaker 0: Ich glaube wenn man so ein langjähriger Wirecard Mitarbeiter war dann war man ziemlich viel kummergewohnt.
- 16:31Speaker 0: also das hat im Jahr zwei tausend sieben zweitausend acht angefangen mit den ersten großen enthüllungen der ersten großen skandal und danach ist es dann so alle ein zwei jahre passiert große meldung irgendein angriff blogger in shortzeller magazine Der Kurs geht runter, die Wirecard reagiert sehr aggressiv mit Pressemitteilungen.
- 16:54Speaker 0: Markus Braun kauft Aktien nach... Also das ganze Programm wird abgespult und nach drei Monaten war dann alles wieder wie es vorher war.
- 17:03Speaker 0: Und das ist sozusagen das was du als Mitarbeiter so verinnerlicht hast da.
- 17:07Speaker 0: Man kriegt immer einen eingeschenkt aber am Ende bleibt nur einer stehen.
- 17:10Speaker 0: oder ich glaube in Bad Company schreibe ich so die Teflon Boys aus Ascheheim nichts bleibt da in den Hängen und man hatte so das Gefühl Ja, war alles jeder Angriff ist am Ende führt.
- 17:23Speaker 0: Am Ende letztendlich eigentlich nur wieder zum Status
- 17:26Speaker 1: quo.
- 17:27Speaker 1: Hast du eigentlich das Gefühl gehabt dass wirklich also du hast vorhin schon mal beschrieben, dass ja jeder Vorstand so ein bisschen seinen Bereich hat und hatte und so sein Ding gemacht hat?
- 17:41Speaker 1: Wie viel aus deiner Wahrnehmung?
- 17:44Speaker 1: wieviel wussten die von dem was der andere Tat eigentlich?
- 17:48Speaker 1: oder war das eher so, na ja irgendwie man ist in irgendeinem regelmäßigen Showfix zusammengekommen und hat sich gegenseitig die Ergebnisse positiv oder negativ berichtet.
- 18:00Speaker 1: Oder wusste da wirklich irgendwie gefühlt jeder was der andere tut?
- 18:04Speaker 0: Ja ich glaube am Anfang war es schon so dass alle miteinander gearbeitet haben aber das ist jetzt auch nicht Wirecut spezifisch.
- 18:11Speaker 0: Am Ende hat dann jeder so sein König reich über das Erwachter sozusagen auch von den anderen Fernhält.
- 18:19Speaker 0: Und so war das letztendlich, auch in meiner Wahrnehmung bei der Wirecard – die Kommunikation der Vorstände schien mir jetzt nicht mit der Schiene zu wenig um das Beste bestellt zu sein.
- 18:29Speaker 0: Die Kultur war, wie ich es gesagt habe, relativ unterschiedlich.
- 18:33Speaker 0: Ich glaube auch dass die einzelnen Protagonisten durchaus andere Ziele verfolgten.
- 18:39Speaker 0: Einige haben sozusagen viel Wert darauf gelegt, immer mehr Struktur in dieses Unternehmen zu bringen.
- 18:45Speaker 0: Andere wie der Markus wollten immer weitergehen, sozusagen so eine Weltmarke aufbauen und wieder andere wie der Jan, haben halt ganz offensichtlich ihr eigenes System aufgebaut.
- 18:56Speaker 1: Diese Geschichte rund um Jan Maszanek ist ja wirklich ... wahrscheinlich der Wirtschaftskrimi, der letzten Jahrzehnte.
- 19:06Speaker 1: Es ließ sich wie ein eigentlich schon wie ein schlechtes Drehbuch wenn man sich so ein bisschen anschaut was da alles im vergangenen Jahr passiert ist und was alles dieser Person auch zugeschrieben oder angedichtet wurde.
- 19:19Speaker 1: Man weiß es ja nicht so recht von Geheimdienstkontakten über eine Privatarmee, über irgendwelche Dubiosen konnten und Kontakte und politische.
- 19:31Speaker 1: Wie kannst du nachvollziehen, dass es diese ganzen Geschichten hinter dieser Person gab?
- 19:39Speaker 1: Oder war das so ein Typ der eigentlich versucht hat wirklich alles abzuschotten und nichts irgendwie nach außen durchsickern zu lassen.
- 19:48Speaker 0: Ich habe wirklich lange Jahre mit Jan direkt zusammengearbeitet in vielen seiner Super Projekte und in wirklich, glaube ich so, jedenfalls so businessseitig einigermaßen gut kennengelernt.
- 20:00Speaker 0: So wie man sich halt so kennenlernt wenn man zusammen arbeitet.
- 20:02Speaker 0: Und Jan war immer sehr leicht zu entflammen für neue Technologien, für neue Dinge.
- 20:08Speaker 0: Aber er hatte jetzt nicht die operative Durchschlagskraft Das hat ihn eher gelangweilt.
- 20:13Speaker 0: Er hatte auch nie, ich habe das ja vorhin auch gesagt, so ein eigenes Team.
- 20:16Speaker 0: Er hatte also nie irgendwie was ich Vorstandsreferent nur das was man heute so hat Sondern hat alle Dinge baldgehend alleine gemacht.
- 20:23Speaker 0: Und jetzt kommt es mir schon ein bisschen, wenn ich das so alles zu lesen, dann denke ich mir, der Tag hat auch für einen Kollegen Marschallek nur vierundzwanzig Stunden.
- 20:30Speaker 0: also man muss ja auch einiges machen von einem DAX-Konzern.
- 20:34Speaker 0: Wie
- 20:34Speaker 1: hast du denn diese Tage erlebt, als dann dieser große Skandal rauskam?
- 20:39Speaker 1: Also du sagst ja gerade ein paar Tage vorher war es noch das internationale Superunternehmen und von einem Tag auf den anderen ging's dann sehr steil bergab.
- 20:49Speaker 1: Wenn man sich den Aktienkurs anschaut... wie hast Du diese Tage erlebt?
- 20:54Speaker 0: Es gibt zwei Fragen, die zentral in dem Standpunkt sind.
- 20:57Speaker 0: Das eine ist Josef Maschalek und das andere ist, wie viele hast Du individuell von diesen ganzen...?
- 21:02Speaker 0: Sachen, die jetzt daraus kommen gewusst.
- 21:04Speaker 0: Und da muss ich ehrlich sagen, also bewusst habe ich davon wenig.
- 21:07Speaker 0: Ich hab zwar so meine Zweifel gehabt aber ich wusste es nicht.
- 21:10Speaker 0: Also ich habe eigentlich am Montag in dieser Woche wo das Gestart angestellt werden sollte, war mit dem Vorstand noch geredet und dann hieß es ja, also das wird alles super werden.
- 21:25Speaker 0: So IY, also die
- 21:27Speaker 1: Wirtschaftsprüfer
- 21:28Speaker 0: haben ein paar Fragen vielleicht.
- 21:29Speaker 0: Man nannte das so Hicca, aber im Prinzip werden wir durchkommen.
- 21:33Speaker 0: Und wenn man damit durchkommt, dann hat man sozusagen ein Sondergutachten von KPMG des Forensisches und dann hat mal sozusagen das Testat von Ernst Stendian für das Jahr zwei Tausend neunzehn und dann standen die Zeichen auf einen Neuanfang.
- 21:46Speaker 0: Das hat man deutlich gemerkt.
- 21:48Speaker 0: Die Stimmung war eigentlich positiv.
- 21:50Speaker 0: Dienstag Mittwoch habe ich dann so nebenbei mitbekommen dass es doch ein paar Probleme gibt.
- 21:54Speaker 0: Aber ich war ja gar nicht involviert weil ich hab mit Bilanzen gar nichts zu tun.
- 21:58Speaker 0: Und am Donnerstag In der Früh habe ich mich mit ein paar Mitarbeitern getroffen auf Telegram, so virtuell wie man das in Coronazeiten so macht.
- 22:04Speaker 0: Um sozusagen die Presseberichterschattung rund um das Gestalt anzuschauen.
- 22:10Speaker 0: und dann weiß ich noch dass wir uns sehr früh getroffen haben zum sieben und haben da so bisschen ungechattet und im siebundreißig gab es keine Nachricht über den Bericht.
- 22:19Speaker 0: Dann war mir schon von Minute zu Minute bei mir klar, da ist ein Problem weil normalerweise ist ein Börsennotiertes Unternehmen das versuchte sozusagen vor dem vor Diversen aufmachen, das Ergebnis zu präsentieren.
- 22:33Speaker 0: Neun war immer noch nichts da und ich glaube so um zehn oder elf kam dann die Meldung, dass es kein Distatt gibt.
- 22:40Speaker 0: Und das ist natürlich schon mal per sie eine Superkatastrophe.
- 22:46Speaker 0: und zwei Tage später hat sich das aber doch erweitert dadurch, dass dann rausgekommen ist, dass bestimmte Gelder in Höhe von einen Prozent neun Milliarden Euro in der Bilanz stehen gar nicht dar sind.
- 22:56Speaker 0: Das ist natürlich dann also tiefer geht's dann nicht mehr.
- 22:59Speaker 1: Was ist dann in den Tagen darauf bei euch auch intern passiert?
- 23:02Speaker 1: Also wie schnell war klar, dass es hier nicht mehr weitergeht.
- 23:08Speaker 0: Und das hat noch ein bisschen gedauert bis man gemerkt hat, es geht nicht weiter.
- 23:13Speaker 0: Es waren ziemlich chaotisch.
- 23:14Speaker 0: trotzdem gab's halt auch tägliche Meetings mit zumindest dem Worten Mitglied und das ich reportiert habe virtuell und physisch wo man sozusagen Updates gehört hat die Stimmung immer noch sehr angeschlagen, aber durchaus.
- 23:30Speaker 0: man hat noch gesagt okay man sieht sich aufs Kerngeschäft zurück.
- 23:35Speaker 0: Man wird das irgendwie hinkriegen es wird neue Kredite geben.
- 23:38Speaker 0: Aber Stück für Stück von Tag zu Tag gab's neue News und ich glaube im Laufe der Woche hat dann die ORCAT AG also die Muttergesellschaft Insolvenz angemeldet.
- 23:51Speaker 0: Und jetzt weiß ich noch, da war ich tatsächlich im Office und saß da.
- 23:55Speaker 0: Dann ging das über den Ticker und dann ging man so auf den Gang raus und sah wirklich lauter total verstörte Leute.
- 24:01Speaker 0: Weil vieles habe ich gesagt die kamen wieder aus dem Ausland.
- 24:03Speaker 0: Die haben das gehört.
- 24:04Speaker 0: Die wussten halt was ist denn das eine Insolvenz in Deutschland?
- 24:08Speaker 0: Es hat wirklich Tage gedauert bis die Leute begriffen haben was da wirklich passiert dass es wirklich das Ende ist.
- 24:13Speaker 1: Und dann gab es ja auch irgendwann den Punkt, als auch keiner mehr Gehälter oder Ähnliches bekommen hat.
- 24:19Speaker 0: Das ging dann relativ schnell, dass man sich mit solchen Sachen wie Insolvenzgeld beschäftigen muss.
- 24:24Speaker 0: Auch eine neue Erfahrung für alle.
- 24:28Speaker 0: Das gingen dann wirklich von einem Tag auf den anderen, war dann irgendwie die Party vorbei.
- 24:33Speaker 0: aber diese Firma hat sich dann sozusagen aufgelöst vor unseren Augen
- 24:39Speaker 1: Und du hast irgendwann angefangen, ein Buch zu schreiben und nicht Bad Company.
- 24:43Speaker 1: Du hast das vorhin schon angesprochen.
- 24:46Speaker 1: Wann hast du den Entschluss gefasst?
- 24:48Speaker 1: Du schreibst jetzt diese ganze ... Deine ganze Erfahrung in diesem Unternehmen auf.
- 24:52Speaker 0: Oh Gott!
- 24:53Speaker 0: Wann habe ich denn einen Entschluß
- 24:53Speaker 0: gefasst?!
- 24:54Speaker 0: Es war eher so eine ... Ich komme ja aus dem Journalismus, bis schon gesagt, ich hab früher vom Schreiben gelebt.
- 25:03Speaker 0: Irgendwie sah ich immer mehr so externe Sichten auf das Unternehmen, also Journalisten haben von außen berichtet.
- 25:09Speaker 0: Aber es gab wenig Leute die authentisch irgendwas von innen erzählen konnten.
- 25:14Speaker 0: und dann habe ich angefangen einfach mal ein paar Seiten runterzuschreiben, hab' das zu einem Freund gegeben, man hat gesagt kennst du irgendjemanden den sowas interessieren könnte?
- 25:23Speaker 0: Der kannte dann jemand bei Penguin Books und Random House Und so ist es dann eigentlich gegangen.
- 25:29Speaker 0: Also ehrlich gesagt, ich habe mich nicht hingesetzt und gesagt, dass ich schreibe ein Buch, sondern ich hab einfach so'n bisschen rumgetextet und geschaut ob das für mich funktioniert.
- 25:37Speaker 0: Und in Random House war natürlich... Die haben dann gesagt sie machen das.
- 25:41Speaker 0: aber die haben gesagt okay vielleicht machen wir's mit einem Ghost weiter, schreibt auch erst mal ein bisschen weiter und dann schauen wir weiter.
- 25:46Speaker 0: Dann hats den aber so gefallen.
- 25:48Speaker 0: und dass sich das Buch dann in vier Monaten geschrieben habt, das hätte ich mir vorher auch so Denken können und zwar jetzt auch nicht so ein ganz konkreter Plan, sondern eher ja wie alles was ich mache scheinbar irgendwie so try and error.
- 26:03Speaker 1: Hattest du beim Schreiben oder dann auch als das Buch herauskam?
- 26:07Speaker 1: Auch irgendwann mal einen Moment wo du so ein bisschen ja Angst hattest vor dem was da eigentlich auf dich auch zukommt?
- 26:15Speaker 1: also es war ja auf einmal Dann doch recht viel Medienwurmel auch um das Buch rund um deine Person.
- 26:23Speaker 1: War dir das vorher klar, dass wenn es jetzt rauskommt da ist dann echt der ganze Medienzirkus da und hattest du irgendwie auch Respekt vor dem was du da in die Öffentlichkeit gibst?
- 26:36Speaker 0: Ja also beim Schreiben selber war ich ziemlich autistisch.
- 26:39Speaker 0: Ich habe mich halt so darauf konzentriert diesen Schnitt von Seiten zu bringen den ich eigentlich abliefern musste damit es funktioniert.
- 26:49Speaker 0: Da war ich irgendwie, es war einfach die beste Zeit.
- 26:51Speaker 0: Ich war halt total fokussiert diese Anzahl von Seiten und auch so eine Spannung darüber zu halten.
- 26:59Speaker 0: Als es danach dann fertig war, dann gab's Rechtsanwälte, die Guteachten gemacht haben zu dem Buch Und da wurde mir dann langsam klar, das könnte noch spannend werden alles miteinander.
- 27:15Speaker 0: Und aber der eigentliche Moment, wo das für mich so auch ein bisschen gekippt war.
- 27:19Speaker 0: War wir haben ja angefangen dem Spiegel sozusagen exklusiv die erste Story zu geben und dann haben sie mich angerufen also mit einem Mail-Geschick fast gar nicht mehr und haben gesagt ja eventuell geht es auf den Titel.
- 27:29Speaker 0: Ja.
- 27:29Speaker 0: ich habe dann so gesagt naja also das wird sowieso nichts.
- 27:32Speaker 0: und dann weiß ich noch dass ich das hier am Freitag dann gesehen habe Das ist nicht nur die Story auf dem Titel sondern auch mein Gesicht neben Markus Braun und Jan Marschall.
- 27:42Speaker 0: Ich meine da wird einen schon Echt ganz anders.
- 27:45Speaker 0: Das muss ich ganz ehrlich sein, das war schon so was mir gedacht habe.
- 27:49Speaker 0: Also ich schaue mir... Ich mache jetzt mal meine Social Accounts ein bisschen zu und ziehe mich mal ganz kurz zurück, weil das war für jemanden der sowas nicht gewöhnt ist schon brutal.
- 28:01Speaker 1: Ist es auch so einen Moment wo man dann schnell in einen Topf geworfen wird mit den vermeintlichen Bösewichten in der ganzen Geschichte?
- 28:09Speaker 0: Ja, ich glaube da gibt es diese Tendenz dazu.
- 28:13Speaker 0: Das spielt sich durch die ganze Geschichte ab.
- 28:17Speaker 0: Es ist diese Frage wie viel hat man denn gewusst?
- 28:20Speaker 0: Das sind immer so.
- 28:21Speaker 0: diese zentrale Frage und die wenigsten Leute verstehen das ist, glaube ich, die Fünf-Tausend-Seven-Rund-Reiher-Card Mitarbeiter war.
- 28:28Speaker 0: von denen haben fünftausend sechshundertfünft neunzig irgendwie versucht ihr Business zu machen.
- 28:34Speaker 0: Es gab überhaupt keinen Grund, jemanden einzubeihen der jetzt keine Rolle in dieser Geschichte gespielt hat.
- 28:41Speaker 0: Und wahrscheinlich war es Neubität ja.
- 28:43Speaker 0: Wahrscheinlich hätte man stärker nachfragen müssen.
- 28:47Speaker 0: Ich habe dann auch versucht das Unternehmen an einem gewissen Punkt zu verlassen weil ich mir gedacht hatte irgendwie kann ich mir das nicht.
- 28:54Speaker 0: also für mich war die Bilanz nicht mehr so richtig nachvollziehbar.
- 28:58Speaker 0: aber das heißt nicht dass ich irgendwas gewusst habe oder sich irgendwie Zahlen gehabt habe.
- 29:02Speaker 0: Ein Innovationschef hat man das letztendlich nicht.
- 29:05Speaker 0: Dafür
- 29:05Speaker 1: muss man ja auch verstehen, dass so wie man es bisher weiß oder zu glauben weiß vieles von dem was da schief gelaufen ist gar nicht in Deutschland passiert ist sondern viel im Asien-Geschäft passiert ist.
- 29:21Speaker 0: Viel mit Partnern die wir gar nicht gekannt haben also in den Philippinen und Dubai Und Tabasin Singapur, das nannte sich Serv-Party Business.
- 29:31Speaker 0: Also Drittpartnergeschäft.
- 29:33Speaker 0: Das heißt ein großer Teil und sehr profitabeler Teil des Geschäfts wurde auf diese Dritt-Partnerfirmen ausgelagert.
- 29:40Speaker 0: Und diese Transaktionen liefen sozusagen gar nicht auf unseren Systemen.
- 29:44Speaker 0: Sie waren gar nicht sichtbar.
- 29:45Speaker 0: für uns war auch gar nicht sicher welche Händler sich gehandelt hat sondern es wurde sozusagen ganz klar abgekapselt vom normalen Geschäfte.
- 29:56Speaker 0: Immer, wenn man nachgefragt hat und das hat man noch.
- 29:58Speaker 0: Und so als Zeit was ist denn das überhaupt?
- 30:00Speaker 0: Dann ist man da wie so eine gegene Mauer gestoßen.
- 30:03Speaker 0: aus heutiger Sicht glaube ich erklärlich dass die Verantwortlichen dann nicht irgendwie wollten, dass da mehr darüber erfahren wollen und ich meine selbst Wirtschaftsjournalisten haben das Modell lange zeit nicht verstanden.
- 30:17Speaker 0: auch Ernst & Young und Die Bafeln haben es nicht verstanden.
- 30:20Speaker 0: ja auch kreditgebende Banken und Investoren haben es nicht verstanden.
- 30:24Speaker 0: Also das Problem ist, es ist halt ein sehr komplexes Thema.
- 30:28Speaker 1: Aber das heißt du würdest schon sagen dass diejenigen, die dafür verantwortlich sind auch wer auch immer es ist ob das einen Jan Marschallek oder Markus Braun und wer auch noch dazu oder wie auch immer in welcher Konstellation ist, dass sie schon sehr bewusst gewusst haben müssen was sie da tun?
- 30:47Speaker 0: Also jemand muss... dieses, dieses Business gesteuert haben.
- 30:51Speaker 0: Das steht ja völlig außer Frage.
- 30:52Speaker 0: Also jemand muss es aufgebaut haben.
- 30:54Speaker 0: Jeder muss, jeder muss es konzipiert haben.
- 30:56Speaker 0: Jemand muss es umgesetzt haben am Ende des Tages.
- 30:59Speaker 0: Wer das konkret war jetzt... Dieses Business lag im direkten Verantwortungsbereich von Jama Schallig.
- 31:07Speaker 0: Den kann man nicht mehr fragen weil der Moment nicht auffindbar ist.
- 31:10Speaker 0: aber einer hat das gemacht vermutlich mit einem sehr kleinen Team um die Transparenz gering zu halten.
- 31:18Speaker 0: Ich würde sogar sagen, dass der Jan dazu tendiert hat allen Leuten mit denen in Zusammenarbeit nur das zu geben die Informationen, die jemand direkt gebraucht hat um etwas unzusetzen so dass keiner außer ihm das Gesamtbild hatte.
- 31:32Speaker 0: Ich habe neulich so ein Interview gemacht mit einem Investigative Team und die haben gesagt, sie haben sich diese ganzen Protokolle auch von Ernstem Jan KPMG angeguckt.
- 31:40Speaker 0: Und was Sie gewundert hat ist immer wenn es eine Frage aufkam dann musste man direkt an Jan Marschallek werden.
- 31:45Speaker 0: Wo ist dieses Konto her?
- 31:47Speaker 0: Wer kennt diesen Kunden?
- 31:49Speaker 0: Alles lief direkt auf ihn zu!
- 31:52Speaker 0: Bei vielen Sachen hatte er sich einen Königreich gebastelt, zu denen nur eher die Schlüssel hatten in den Zugang hatte.
- 32:00Speaker 1: Du hast vorhin am Anfang schon gesagt, du hast inzwischen auch die Filmrechte an deinem Buch verkauft.
- 32:07Speaker 1: Das heißt es wird ein Film geben?
- 32:10Speaker 1: Kannst du dazu schon bisschen mehr erzählen?
- 32:13Speaker 0: Ja also wir haben die Filmerichte verkauft.
- 32:14Speaker 0: das sind immer solche Optionsdienstes.
- 32:16Speaker 0: Das könnte einen Film geben wenn diese Option dann gezogen wird.
- 32:20Speaker 0: Es gibt seit ein paar Tagen Press Release dazu.
- 32:27Speaker 0: Menschen gefunden, deutschen Produzenten in der USA wohnt und relativ prominenten Regisseur, der auch deutsche Abstammung ist.
- 32:36Speaker 0: Der in den USA arbeitet sich für das Thema interessieren.
- 32:41Speaker 0: Aus meiner Sicht ist es für die halt relevant, dass es seit so einer Story aus Deutschland ist, die international relevant ist.
- 32:49Speaker 0: So eine wannabe Story von einem deutschen Unternehmen, das in der Weltliga mitspielen will.
- 32:53Speaker 0: Und ich glaube, diese Richtung wird auch dieser Film gehen.
- 32:57Speaker 0: Wir sind jetzt da, im Moment.
- 32:58Speaker 0: Ich bin da auch nur der Berater bei diesem Projekt sehr klar ein bisschen dabei bei der Stoffentwicklung und für mich ist natürlich super interessant aber ich kann dazu noch nichts sagen.
- 33:08Speaker 0: Es ist natürlich eine tolle Sache dass das Buch vielleicht in Film wird.
- 33:13Speaker 0: Das ist natürlich Wahnsinn!
- 33:14Speaker 1: Hast du schon einen ungefähren Plan davon, wie es für dich persönlich jetzt weitergehen soll?
- 33:20Speaker 1: Also wirst du der Branche treu bleiben oder sagst du nie.
- 33:25Speaker 1: Davon habe ich jetzt eigentlich erst mal wirklich genug.
- 33:30Speaker 1: Wo soll's für dich hingehen?
- 33:31Speaker 1: hast du da schon eine Wunschvorstellung?
- 33:33Speaker 0: Also nachdem ich die Wirecard verlassen hab mich gleich auch nicht nur das Buch geschrieben sondern mich gleich beruflich in das nächste Abenteuer gestürzt mit einer Firma in Berlin zusammengearbeitet und war dann auch fest angestellt da.
- 33:48Speaker 0: Und hab dann gleich gemerkt, an einer gewissen Zeit habe ich gemerkt dass dieser nahtlose Anschluss, also das wird von einem Ding direkt ins nächste springen, dass es einfach nicht gut ist ja?
- 33:59Speaker 0: Ich hab dann da im Januar ein bisschen den Schlussstrich gesucht und seitdem versuche ich einfach etwas zu finden was für mich Spaß macht.
- 34:10Speaker 0: Also dieses Ich gehe in die nächste Fintech-Geschichte.
- 34:13Speaker 0: Das hat sich für mich jetzt noch nicht so rauskristallisiert, weil wir ja auch relativ viel gemacht haben in dem Bereich.
- 34:22Speaker 0: Der Weg den ich gehen werde wird sich zwischen Storytelling und Consulting finden.
- 34:31Speaker 0: Ich will nicht sagen Geschichten erzählen, aber ist sozusagen so ein Narrativ zu prägen.
- 34:39Speaker 0: Und ich denke dass das zur Richtung ist in die ich gehen möchte.
- 34:42Speaker 0: Ganz genau weiß ich es noch nicht.
- 34:43Speaker 0: Ich gehöre mir jetzt nach ungefähr ja was sind nicht fünfzehn Jahren Wirecard und zehn Jahre immer Journalist- und Marketing Texte.
- 34:52Speaker 0: Das erste Mal seit Ewigkeiten.
- 34:54Speaker 0: eine Pause Fühlt sich nicht so gut an, wie ich gedacht habe.
- 34:58Speaker 0: Man schaut die ganze Zeit um.
- 35:00Speaker 0: was könnte man als nächstes machen?
- 35:01Speaker 0: Aber ich könnte jetzt mal zwei drei Monate und hoffe dann dass sich das so ein bisschen selber von selber einrengt.
- 35:07Speaker 1: Dann hoffen wir mal, dass dir in diesen zwei drei Monaten vielleicht wenigstens ein paar Wochen ohne Lockdown bleiben damit du zumindest ein bisschen die Zeit kilisiert.
- 35:16Speaker 0: Das wäre natürlich top!
- 35:18Speaker 0: Das wäre der Traum.
- 35:20Speaker 0: Ich bin vorsichtig nicht ganz optimistisch, aber wir hoffen uns das Beste.
- 35:24Speaker 1: Danke für deine Zeit und
- 35:40Speaker 0: die Einblicke!