Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / Sexuelles Trauma & Sucht: Warum 81% der Frauen und andere wie Männer oder LBTQ+ Pesonen in Recovery schweigen
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen zu unserer heutigen gemeinsamen
- 0:03Erkundung. Super, dass du dir die Zeit
- 0:06nimmst für dich und ja, auch für dieses doch sehr wichtige Thema.
- 0:10Wir tauchen heute tief ein in eine Verbindung, die oft im
- 0:14Dunkeln liegt, aber so viele Leben beeinflusst, die zwischen
- 0:18sexuellem Trauma und sucht, das ist natürlich ein sensibles
- 0:23Thema, deshalb direkt zu Anfang eine Triggerwarnung es geht um
- 0:26Erfahrungen wie sexuelle Gewalt, Missbrauch und.
- 0:29Ja, auch die langfristigen Folgen.
- 0:31Falls du dich gerade in einer Krise fühlst oder Unterstützung
- 0:34brauchst, bitte denk dran, du bist nicht allein die Nummer
- 0:38gegen Kummer ist kostenlos und immer erreichbar unter 116123.
- 0:43Unsere Basis heute ist ein sehr, sehr persönlicher Artikel von
- 0:46Nelix Berlin. Und Nelix Berlin ist wichtig zu
- 0:51wissen, nicht nur ein Blog, es ist ein Recovery Projekt, ins
- 0:54Leben gerufen von Gabriel. Wir nennen hier bewusst nur
- 0:58seinen Vornamen, und das ist auch schon der entscheidende
- 1:00Punkt, den wir klarstellen wollen.
- 1:02Gabriel ist keiner, der von außen drauf.
- 1:05Schaut er ist. Selbst betroffen von Sucht, von
- 1:08psychischen Themen und erteilt auf seiner Webseite ganz offen
- 1:12seine eigenen, ja jahrzehntelangen Erfahrungen.
- 1:15Er macht das, um eine echte Verbindung zu dir aufzubauen, um
- 1:18dir zu zeigen, hey, du bist mit diesen Themen nicht allein.
- 1:21Unsere Mission heute ist also mit Gabriel und seinem Text
- 1:25dieses Schweigen zu brechen. Wir wollen die Zusammenhänge
- 1:28verstehen und ganz wichtig auch Wege zur Heilung aufzeigen.
- 1:32OK, lass uns das angehen. Gabriel macht sofort klar, wie
- 1:35unglaublich häufig diese Verknüpfung ist.
- 1:38Das ist nicht nur seine Beobachtungen aus Jahrzehnten in
- 1:41Recovery kreisen, das bestätigen auch Studien.
- 1:44Eine Zahl aus den USA hat mich echt schockiert. 81% der Frauen
- 1:48in Suchtbehandlung haben physische oder sexuelle Gewalt
- 1:50erlebt. 81% das muss man sich mal vorstellen, das sind ja 4
- 1:55von 5 Frauen. Wahnsinn.
- 2:00Und bei Männern sind es immerhin laut US Studien auch 69%, die
- 2:05von Traumata berichten. Das ist also keineswegs nur n
- 2:08frauenthema. Absolut nicht.
- 2:10Und die Raten für ne posttraumatische
- 2:11Belastungsstörung, also PTSD sind entsprechend hoch.
- 2:16Na Witz, eine bekannte Forscherin spricht von 33 bis
- 2:1959% bei Frauen in Suchtbehandlung und ne
- 2:23australische Studie fand raus. Bei 77% der Betroffenen mit
- 2:28sucht plus Trauma passierte das Trauma vor dem 16.
- 2:32Lebensjahr, also in der Kindheit oder Jugend.
- 2:34Genau in einer Phase, wo man ja extrem verletzlich und formbar
- 2:37ist. Gabriel betont auch, und das
- 2:39deckt sich mit Studien, dass LGBTQ plus Personen besonders
- 2:43betroffen sind. Eine vendable Studie von 2022
- 2:4783% hatten belastende Kindheitserfahrungen.
- 2:50Bei Heteros waren es 61%. Das ist ein enormer Unterschied.
- 2:54Total. Und das Risiko für Gewalt
- 2:58viermal höher. PTSD raten bis zu 48.
- 3:02Prozent. Im Vergleich zu knapp 5% in der
- 3:07Allgemeinbevölkerung. Das sind wirklich zahlen, die
- 3:09sprachlos machen und die zeigen, wie wichtig dieses Thema ist.
- 3:13Und Gabriel sagt Ja, das ist genau die Realität, die er seit
- 3:16fast 30 Jahren sieht. Und wenn wir tiefer schauen auf
- 3:19die neurologische Ebene, wird es faszinierend und zugleich
- 3:23erschreckend. Trauma und Sucht sind oft, wie,
- 3:26ja wie siamesische Zwillinge im Gehirn verwachsen.
- 3:30Ein Stichwort ist Hypervigilanz das Nervensystem ist nach einem
- 3:33Trauma oft chronisch übererregt. Immer im Alarmzustand.
- 3:37Also dieses. Ständige Scannen der Umgebung,
- 3:39die Anspannung. Genau.
- 3:41Und Drogen oder Alkohol wirken dann kurzfristig wie ein
- 3:45ausknopf sie dämpfen diese unerträgliche Übererregung.
- 3:49OK, das macht Sinn. Dann gibt es die Dissoziation.
- 3:53Das ist ein Schutzmechanismus, wo sich der Geist quasi vom
- 3:56Körper oder der Realität abkoppelt.
- 3:59Man beamt sich weg, um das unerträgliche auszuhalten.
- 4:03Substanzen können das verstärken oder für manche überhaupt erst
- 4:07ermöglichen, in diesem Zustand zu funktionieren sozusagen.
- 4:11Und dann die schamspirale Trauma hinterlässt oft tiefe Scham und
- 4:16Schuldgefühle, die will man betäuben und die Sucht selbst
- 4:20oder was im Rausch passiert, erzeugt dann wieder neue Scham.
- 4:23Ein echter Teufelskreis, Puh, und nicht zuletzt Trauma
- 4:28zerstört oft das Urvertrauen. Das führt zu Isolation und die
- 4:32Sucht wird dann zum Ersatz für Nähe, für Verbindung.
- 4:36Die Kernbotschaft ist wirklich, die Sucht ist hier ganz oft das
- 4:40Symptom, nicht die Ursache, sie ist ein Überlebensversuch.
- 4:44Obwohl das so verbreitet ist, beschreibt Gabriel ein riesiges
- 4:47Schweigen. Auch nach 28 Jahren in Recovery
- 4:50kreisen. Er räumt damit n paar Mythen auf
- 4:53Mythos 1 bei uns in der Recovery reden wir doch über alles
- 4:56Gabriel sagt dazu. Ziemlich direkt Bullshit seine
- 5:02Erfahrung, gerade sexuelle Gewalt, wird kaum thematisiert.
- 5:06Warum ist das so? Na ja, die gleichen Tabus wie in
- 5:09der Gesellschaft allgemein, vermutet er.
- 5:10Er erzählt ja auch seine eigene Geschichte, Missbrauch in der
- 5:14Jugend durch Männer, dann die jahrelange Verwirrung, bin ich
- 5:18deswegen schwul, war ich's schon immer?
- 5:20Eine quälende Frage, sicher. Total.
- 5:22Und dann noch die Eltern, die Homosexualität verteufeln.
- 5:26Die Drogen wurden dann zum Mittel.
- 5:28Diese Fragen einfach wegzudrücken, sich nicht stellen
- 5:30zu müssen. Er spricht ja auch dieses
- 5:32andere, extrem tabuisierte Thema an, Sex gegen Stoff.
- 5:36Auch das kommt leider vor. Er beschreibt das aus eigener
- 5:39Erfahrung. Sex um an Drogen.
- 5:41Zu kommen Alkohol, ein Schlafplatz,
- 5:44Grenzüberschreitungen von Chefs oder anderen Autoritäten
- 5:47aushalten, aus Angst, den Zugang zum Stoff zu verlieren.
- 5:52Im Rausch war das vielleicht irgendwie OK oder notwendig,
- 5:56aber in der Nüchternheit. Ne Qual, sagt er.
- 5:59Das kann ich mir vorstellen. Die Scham danach muss riesig
- 6:02sein. Ja, und die Arbeit in der
- 6:04Recovery ist dann zu entwirren. Was war überleben im Zwang, was
- 6:08war Missbrauch, was hat das mit meiner echten Sexualität zu tun?
- 6:13Sein Fazit heute? Das Trauma hat seine Identität,
- 6:16er ist transsexuell, nicht gemacht, aber es hat den Weg
- 6:19dahin unendlich schwerer gemacht.
- 6:21Dieses Schweigen in den Gruppen hat aber auch handfeste Gründe
- 6:25innerhalb der Community Dynamik selbst da ist oft diese
- 6:28tiefsitzende Scham bei den Betroffenen selbst.
- 6:31Das Gefühl, irgendwie schuld zu sein.
- 6:33Die Überlebensscham ja. Genau dann die Angst vor
- 6:36Retraumatisierung, wenn man darüber spricht, ohne dass das
- 6:39professionell aufgefangen wird, kann das Flashbacks triggern.
- 6:43Klar, leider gibt es auch victim blaming so Sprüche wie Du ziehst
- 6:47das ja an oder ist doch ewig her.
- 6:49Schlimm. Und man darf nicht vergessen,
- 6:52Sponsoren in Selbsthilfegruppen sind ja ehrenamtliche super
- 6:56wichtig, aber keine ausgebildeten Traumatherapeuten.
- 6:59Die sind damit schlicht über erfordert.
- 7:00Genau. Und das Resultat ist dann oft
- 7:03das Trauma. Bleibt das schmutzige kleine
- 7:05Geheimnis, über das man besser schweigt und das isoliert
- 7:08Betroffene natürlich noch mehr. Das bringt uns zum zweiten
- 7:10Mythos, den Gabriel anspricht. Trauma ist Vergangenheit, jetzt
- 7:14bist du nüchtern, jetzt ist alles gut.
- 7:17Seine Antwort noch größerer Bullshit.
- 7:20Trauma, sagt er, ist keine reine Kopfsache.
- 7:22Es sitzt im Körper, im Nervensystem, und gerade wenn
- 7:27die Betäubung der Sucht wegfällt, kommen diese
- 7:30Körpererinnerungen, diese Emotionen oft erst richtig hoch.
- 7:33Absolut. Das sehen wir in der Therapie
- 7:34ständig. Und dann helfen so Sprüche wie
- 7:36lass es doch los, einfach 0. Sie ignorieren die körperliche
- 7:40Realität. Genau, und das führt zum dritten
- 7:44gefährlichen Mythos. Sexuelle Heilung kommt
- 7:47automatisch mit der Nüchternheit.
- 7:49Das ist eine Illusion. Der Körper vergisst nicht
- 7:52einfach, er muss oft über Jahre neu lernen.
- 7:55Berührung ist sicher, mein Nein wird gehört, Intimität ist OK.
- 7:59Das ist also ein aktiver Prozess.
- 8:01Ja, ein sehr aktiver Prozess, der braucht Zeit, Bewusstsein
- 8:05und oft eben auch spezifische Unterstützung.
- 8:07Das passiert nicht von allein. Was genau meint Gabriel dann mit
- 8:10Trauma informierter Sexualität? Im Grunde bedeutet das, Sex und
- 8:16Intimität zu leben mit dem Wissen.
- 8:19Dass dein Körper, dein Nervensystem, traumatische
- 8:22Erfahrungen gespeichert haben könnte und diese gespeicherten
- 8:26Reaktionen können ganz anders sein als das, was dein Kopf
- 8:29gerade will oder denkt. OK.
- 8:32Es geht darum, das Vertrauen zwischen dir und deinem Körper
- 8:35wiederherzustellen. Dass du lernst, deinem Körper
- 8:38wieder zu glauben, auch wenn seine Signale vielleicht Angst
- 8:41oder Panik sind. Und gleichzeitig hilfst du
- 8:44deinem Körper zu lernen, dir wieder zu vertrauen, dass du auf
- 8:47seine Grenzen achtest, dass du für Sicherheit sorgst.
- 8:51Es gibt ja auch andere Begriffe dafür, oder?
- 8:53Ja, genau, man hört manchmal traumasensitive Intimität,
- 8:57Somatisches erleben, verkörperte Sexualität, Konsensbasierte
- 9:01Intimität oder auch mindful Sex. Die meinen aber alle im Kern was
- 9:05ähnliches. Ja, die gehen alle in diese
- 9:08Richtung. Eine bewusste, achtsame,
- 9:10körperorientierte Herangehensweise an Intimität
- 9:13nach Trauma. Gabriel beschreibt ja auch, wie
- 9:16unterschiedlich sich Traumata auswirken.
- 9:18Es ist nicht immer gleich. Absolut.
- 9:20Nehmen wir noch mal Sex gegen Stoff.
- 9:23In der Sucht oft Überleben, in der Recovery dann der Schock,
- 9:27die Scham. Die Frage war das Zwang hatte
- 9:30ich ne Wahl? Die Grenzen sind da so
- 9:32verwischt. Schwer aufzuarbeiten, bestimmt.
- 9:35Sehr oder Kindheitsmissbrauch da sehen wir auf Dissoziation beim
- 9:39Sex. Man ist gar nicht richtig da
- 9:41oder manchmal das Gegenteil. Hypersexualität als Versuch,
- 9:45Kontrolle zu bekommen. Oder komplette Vermeidung?
- 9:47Und nach einer Vergewaltigung? Da kann es zur Selbstabwertung
- 9:51kommen. Ich habe es verdient oder man
- 9:53gerät unbewusst immer wieder in gefährliche Situationen.
- 9:57Sex wird vielleicht als taub erlebt, hier ist es zentral,
- 10:00grenzen neu zu lernen und Konzent, also echtes
- 10:04Einverständnis wirklich zu verinnerlichen.
- 10:07Und Gabriels Beispiel mit der Identitätsverwirrung zeigt ja
- 10:10auch diese tiefe Verunsicherung. Wer bin ich ohne das Trauma?
- 10:14Genau. Um das alles besser zu
- 10:16verstehen, hilft ein kurzer Blick auf die Neurobiologie.
- 10:19Keine Angst, ganz einfach, Trauma verändert wirklich die
- 10:23Hardware im Gehirn, die Amygdala, unser Alarmsystem,
- 10:26wird überaktiv. Die schlägt schneller Alarm.
- 10:29Ja und lauter. Deshalb können harmlose Dinge
- 10:33plötzlich bedrohlich wirken. Der Hypocampus, zuständig für
- 10:36Erinnerungen und Zeit, speichert das Trauma nicht richtig als
- 10:40Vergangenheit ab. Deshalb.
- 10:42Fühlen sich Flashbacks so Real an?
- 10:44Genau als ob es jetzt passiert. Und wenn ein Trigger kommt, kann
- 10:48der präfrontale Kortex, unser Denkhirn offline gehen, dann
- 10:52übernehmen die Instinkte. Kampfflucht Erstarrung.
- 10:56Richtig. Und der Vagesnerv, der für die
- 10:58Regulation zuständig ist, Gräf und aus dem Takt.
- 11:01Das führt dann eben zu Kampfflucht oder zu freeze, also
- 11:05Erstarrung und Dissoziation. Das Wichtigste ist, das ist
- 11:09keine Schwäche, das sind reale neurologische Reaktionen.
- 11:13Das ist wichtig zu betonen. Die Polyvagaltheorie hilft da
- 11:16auch noch mal mit einer einfachen Ampel.
- 11:19Grün ist der sichere soziale Zustand entspannt verbunden.
- 11:24Hier ist gesunde Intimität möglich, das ist das Ziel.
- 11:28OK, gelb ist der sympathische Zustand, Alarm, kampfflucht,
- 11:33angespannt, bereit zur Aktion Sex.
- 11:36Hier kann sich wie Kampf anfühlen oder wie Flucht.
- 11:39Und Rot. Rot ist der dorsale Zustand,
- 11:41shutdown, Freeze, Dissoziation. Man ist wie betäubt abwesend.
- 11:48Das ist gefährlich, weil hier leicht Grenzen übertreten
- 11:50werden, ohne dass man reagieren kann.
- 11:53Heilung heißt zu lernen, die Signale für Gelb und Rot früher
- 11:56zu erkennen und Werkzeuge zu haben, um wieder ins Grüne zu
- 11:59kommen. Das klingt alles komplex, aber
- 12:02Gabriels Kernbotschaft ist ja, Heilung ist möglich.
- 12:05Ja, absolut. Auch wenn es N-Weg ist, oft lang
- 12:08und herausfordernd. Er beschreibt das ja auch in
- 12:10Phasen. Wie sehen die grob aus?
- 12:13Na ja, die erste Phase ist oft Stabilisierung, Sicherheit
- 12:16schaffen, Abstinenz festigen. Hier können die Traumasymptome
- 12:19erst mal aufflammen, weil die Betäubung weg ist.
- 12:22Mhm, dann kommt die Phase der Traumaverarbeitung.
- 12:25Aber ganz wichtig nur mit Profis, mit Trauma informierten
- 12:30Therapeuten, Methoden wie EMDR oder Somatic Experiencing können
- 12:34helfen, das ist oft emotional intensiv, verstehe danach kommt
- 12:39die Intitation das Trauma wird Teil der Geschichte, bestimmt
- 12:42aber nicht mehr alles, man sieht sich als Überlebender.
- 12:46Und dann kann sogar eine Phase des Wachstums kommen, das
- 12:49posttraumatische Wachstum, mehr Empathie, mehr tiefe, neue
- 12:53Stärke. Das klingt nach einem langen
- 12:55Weg, aber es gibt ihn, das ist die Hoffnung.
- 12:59Genau. Aber es gibt auch Risiken auf
- 13:01dem Weg. Retraumatisierung ist 1 davon
- 13:04durch unpassende Therapie zum Beispiel.
- 13:06Also eine Suchttherapie, die das Trauma ignoriert.
- 13:09Ja, oder die zu konfrontativ ist deshalb immer such dir Trauma,
- 13:14informierte Hilfe. Auch Sex selbst kann triggern
- 13:17wie das, Na ja, Angst vor Nähe, Performanceangst unklare Grenzen
- 13:21können Rückfälle oder Krisen auslösen, auch Selbstverletzung
- 13:25kann manchmal als Bewältigungsstrategie wieder
- 13:27auftauchen. Was hilft dagegen?
- 13:29Geht. Spricht von Safe for use für
- 13:31Sexualität nach Trauma. Ja, das ist ein gutes Bild, die
- 13:36Prinzipien sind eigentlich klar, Safety First, immer körperliche
- 13:41und emotionale Sicherheit bei Triggern, Stopp.
- 13:46Thema. Kein Druck.
- 13:47Absolut. Zweitens Konzent enthusiastisch
- 13:51informiert, jederzeit widerrufbar und nonverbale
- 13:54Signale wie Freeze als klares Nein erkennen.
- 13:57Kommunikation ist dann der dritte Punkt.
- 13:59Unbedingt vorher über Trigger, wünsche, Grenzen reden,
- 14:03währenddessen kurz checken, alles okay und danach aftercare,
- 14:07also emotionale Nachsorge. Und der vierte Punkt ist
- 14:11Körperbewusstsein. Genau.
- 14:13Lernen, die eigenen Signale zu spüren, Angst von Erregung
- 14:16unterscheiden lernen, Dissoziation bemerken.
- 14:19Und praktisch, was kann man tun? Einen sicheren Ort wählen, nur
- 14:24mit vertrauensvollen Menschen intim sein, nüchtern bleiben,
- 14:28grounding, Techniken parat haben, bewusst atmen, Füße
- 14:31spüren, klare Stoppworte, einen Notfallplan für Flashbacks.
- 14:36Man darf auch den gesellschaftlichen Rahmen nicht
- 14:37vergessen, oder? Richtig.
- 14:41Rechtlich ist Einwilligungsunfähigkeit durch
- 14:43Freeze oft noch nicht anerkannt und gesellschaftlich gibt's
- 14:47dieses Doppelstigma sucht und Trauma gleich selbst schuld.
- 14:51Victim Blaming leider auch in Recovery kreisen, wie Gabriel
- 14:55schreibt. Ja, und der Mangel an
- 14:59Therapeuten, die beides sucht und Trauma wirklich gut
- 15:02behandeln können. Herr Gabriel fasst seine
- 15:05Erfahrung am Ende noch mal sehr eindringlich zusammen.
- 15:08Seine Botschaften an dich da draußen.
- 15:10Dein Trauma ist kein Zeichen von Schwäche.
- 15:13Es ist der Beweis deiner Überlebensstärke echte Recovery
- 15:18braucht Traumaarbeit, das ist kein extra, das ist zentral.
- 15:22Dein Körper ist nicht dein Feind.
- 15:24Seine Reaktionen waren Schutz, er braucht Zeit und Sicherheit,
- 15:28um neu zu lernen. Traumainformierte Sexualität ist
- 15:31nicht weniger, sie kann echter und verbundener sein und.
- 15:36Du bist nicht allein. Viele teilen ähnliche
- 15:39Erfahrungen, auch wenn nicht darüber gesprochen wird.
- 15:42Mhm, das ist so wichtig. Diese Botschaft der
- 15:45Entisolierung. Er ärgert sich auch, dass Trauma
- 15:48oft nur als privat gilt, statt auch die systemischen Ursachen
- 15:51zu sehen. Wie patriarchale Strukturen die
- 15:54Gewalt begünstigen. Genau.
- 15:56Sein Dringlichster Rat ist. Such dir traumainformierte
- 16:00Hilfe, jetzt schäme dich nicht für Trigger, sie sind deine
- 16:04Alarmanlage. Danke deinem Nervensystem und
- 16:06hilf ihm, sanft zu lernen, dass die Gefahr vorbei ist.
- 16:10Recovery ist Integration, nicht Auslöschung, du verdienst Sex,
- 16:14der dich sicher in deinen Körper zurückbringt.
- 16:16Starke Worte. Absolut.
- 16:18Gabriel geht ja auch auf viele Fragen ein, die Betroffene oft
- 16:21haben. Lass uns ein Paar davon
- 16:23besprechen, so als hättest du sie uns gerade gestellt.
- 16:26Zum Beispiel kann ich je wieder normalen Sex haben.
- 16:30Was sagt Gabriel dazu, vergiss normal, was ist schon normal?
- 16:34Du kannst heilenden, verbundenen präsenten Sex haben, der sich
- 16:38für dich gut anfühlt. Und das ist doch viel mehr wert
- 16:40als irgendeine Norm. Eben.
- 16:42Es braucht halt Bewusstsein, Zeit, Kommunikation.
- 16:46Eine andere sehr schmerzhafte Frage, gerade nach Sex gegen
- 16:50Stoff, war das Prostitution und. Oder überleben.
- 16:54Hier ist die therapeutische Sicht klar, es war überleben
- 16:58unter Suchdruck in Not oft manipuliert, da gibt es keine
- 17:02freie Wahl. Die Scham gehört also nicht zu
- 17:05dir. Nein, sie gehört zu denen, die
- 17:08die Not ausgenutzt haben. Du hast überlebt, Punkt, lass
- 17:12dir da keine Schuld einreden. Dann die Identitätsfrage.
- 17:15Ich bin so verwirrt über meine Sexualität nach dem Missbrauch.
- 17:18Wer bin ich, eine furchtbare Verunsicherung.
- 17:22Gabriels Erfahrung ist hier wichtig.
- 17:24Trauma macht keine sexuelle Orientierung.
- 17:26Aber es kann sie überlagern, verschleiern.
- 17:29Genau, er brauchte Jahre, um zu sehen.
- 17:32Seine Pansexualität ist seine, das hatte nichts mit dem
- 17:34Missbrauch zu tun, das Trauma hat nur den Weg zu sich selbst
- 17:37blockiert. Eine gute, vielleicht auch
- 17:39LGPTQI plus affirmative Therapie kann da helfen, Klarheit zu
- 17:44finden. Was, wenn der Partner oder die
- 17:47Partnerin kein Verständnis hat? Mein Partner versteht meine
- 17:50Träger nicht, wird Ungeduld. Schuldig.
- 17:52Puh, schwierig, aber dein Partner muss bereit sein, die
- 17:56Realität von Trauma zu lernen, wenn nicht, wenn Druck kommt.
- 18:00Dann ist er vielleicht nicht der Richtige für den Heilungsweg.
- 18:03So hart es klingt, ja, deine Sicherheit und dein Wohlbefinden
- 18:07haben Priorität. Du musst niemanden überzeugen.
- 18:10Und die frage ich dissoziiere beim Sex, aber mein Körper
- 18:14reagiert trotzdem. Bin ich verrückt.
- 18:16Nein, absolut nicht. Körperliche Erregung kann ein
- 18:20rein physiologischer Reflex sein, völlig losgelöst vom
- 18:23emotionalen erleben. Und die Dissoziation ist ein
- 18:26Schutzmechanismus. Genau, dein Körper versucht dich
- 18:30zu schützen, weil er überfordert ist.
- 18:32Nicht verrückt, sondern eine Überlebensstrategie.
- 18:35Letzte Frage für heute. Wie unterscheide ich Trauma?
- 18:39Reaktion von echter sexueller Orientierung oder Wünschen?
- 18:43Das ist oft n Prozess. Fragen können helfen was war vor
- 18:48dem Trauma, was zieht mich an, wenn ich sicher bin, was fühlt
- 18:53sich im Körper stimmig an, jenseits von Angst?
- 18:56Therapie kann helfen, die Schichten abzutragen.
- 18:59Ja, um die authentische Antwort zu finden.
- 19:03Puh, das war wirklich intensiv jetzt.
- 19:06Wenn du diese Art der Auseinandersetzung von Gabriel
- 19:08wertvoll findest und seine Arbeit bei Nilex Berlin
- 19:11unterstützen möchtest, dann würde er sich riesig freuen.
- 19:14Du kannst ihm helfen, indem du diesen Beitrag oder seine Arbeit
- 19:17teilst, auf Social Media zum Beispiel, oder indem du diese
- 19:20Erkundung hier auf Spotify oder Apple Podcasts positiv
- 19:24bewertest. Ein Like, da lässt das Projekt
- 19:26Nilex Berlin wird komplett von Gabriel allein finanziert und
- 19:30gemacht. Jede Unterstützung hilft ihm,
- 19:32das Projekt weiterzuführen, und damit hilft er ja nicht nur
- 19:35anderen, sondern auch sich selbst auf seinem Weg.
- 19:37Sein Motto ist ja aus allem schlechten in seinem Leben etwas
- 19:41Gutes zu machen. Ein starkes Motto, vielleicht
- 19:44noch ein Gedanke zum Mitnehmen für dich.
- 19:47Gabriel beschreibt ja das Schweigen und die Defizite in
- 19:51Recovery Communities. Wie könnte denn eine
- 19:54Gemeinschaft aussehen, egal ob Selbsthilfegruppe,
- 19:56Freundeskreis, Gesellschaft, die sexuelles Trauma nicht als tabu
- 20:01behandelt, sondern als zentralen Aspekt der Heilung aktiv
- 20:05integriert und unterstützt, was bräuchte es dafür deiner Meinung
- 20:08nach? Eine wichtige Frage zum
- 20:10Weiterdenken. Vielen Dank, dass du dir die
- 20:12Zeit genommen hast und bis hierhin dabei warst.
- 20:14Das war kein leichtes Thema. Umso mutiger, dass du dich damit
- 20:17befasst hast. Pass gut auf dich auf und bis
- 20:19zum nächsten Mal bei unserer gemeinsamen Erkundung.