Latest / Berlin Booth / John von Das Techno Team über Techno Basics, Cringe-Momente und die religiöse Aura des Berghains
Transcript
- 0:08So zweiter Aufgang egal, John, herzlich willkommen.
- 0:14Dankeschön. Schön, dass du da bist.
- 0:16Danke für die Einladung. Wir haben uns ab und zu schon
- 0:18mal gesehen, wenn dieser in diesem Großen, in diesem Großen
- 0:21etwas. Und dann habe ich jetzt
- 0:24überlegt, was, was mache ich wie, wie stelle ich die Fragen,
- 0:27wie sortiere ich die Fragen. Und dann hab ich gedacht, du
- 0:30bist ja auch so n go with a flow Typ ne.
- 0:32Immer ne zu leider zu oft. Insofern erste Frage, wann
- 0:38startest du deine eigene Religion?
- 0:42Ist gut, direkte Sache ist auf jeden Fall interessanter als
- 0:46einfach als Jesus in auf Toilette angesprochen zu werden,
- 0:52wenn es irgendwann mal zu einer Religion werden sollte, dann ist
- 0:56sie längst gestartet worden, schon, ja.
- 1:00Andererseits probieren wir immer zynisch und humoristisch und
- 1:07selbstreflektierend genug umzugehen, um uns nicht als eine
- 1:10Religion zu sehen oder das, was wir, wozu wir gehören, als
- 1:14Religion zu sehen, weil ich denke, sobald man sich als
- 1:16Religion definiert, ist die ganze Magic raus, sobald man zu
- 1:20viele Regeln, zu viel Begrenzungen und so hat, dann
- 1:23dann ist es im Prinzip nicht mehr cool.
- 1:25Halt ne und wir probieren für uns selber cool zu bleiben und
- 1:30deswegen in dem was wir machen, gibt es immer einen Hauch
- 1:33Selbsthumor und wir nehmen uns nicht ernst genug, um in der
- 1:37Religion zu sein. Ja, ich hab jetzt so quasi mit
- 1:39der Frage schon so viel Vorgegriffen.
- 1:42Gehen wir mal n bisschen zurück und sortieren mal so n paar
- 1:44Sachen oder ich fang mal damit an, wenn als ich auf dich stieß
- 1:51stieß ich tanzend auf dich im Bereich Social Media.
- 1:56Und ich konnte damit nicht so richtig viel mit mit anfangen.
- 1:58Ne, also dieses dann hab ich gesehen.
- 2:00OK es gibt auch ne Art Podcast, ihr unterhaltet euch sehr viel
- 2:03über Techno, darüber was was das für kulturelle Bedeutung hat,
- 2:08was das Berkheim auch für kulturelle kulturelle Bedeutung
- 2:10hat. Dann hab ich dich auch mal im
- 2:12Hain gesehen. Und da ist immer die Frage, OK,
- 2:15wie ordnet man denn Leute ein, was verbindet man mit ihm, was
- 2:17bleibt zum Beispiel von dem ersten Eindruck hängen, den man
- 2:20hat, was ist, wenn man mit den Personen dann persönlich
- 2:22irgendwann mal in Kontakt tritt und mit ihnen Gespräche hat und
- 2:27das Erste, was ich natürlich bei mir hängengeblieben war, war
- 2:29tanzen, also eure Tanzvideos, und ich kannte erst mal ja dein
- 2:33Gesicht nicht, weil er sehr lange, ich weiß nicht, ob ihr es
- 2:36immer noch macht, aber sehr lange mit so einer Maskierung
- 2:38gearbeitet hat, mit einer digitalen.
- 2:42Und ich fand es auf der einen Seite interessant und dann auf
- 2:45der anderen Seite auch so. N bisschen, ich sag jetzt mal
- 2:47crinch ja, und dann haben wir uns unterhalten und dann kann
- 2:52ich jetzt noch mal sagen, bring mal, ordne mir das mal so n
- 2:54bisschen, was bist du denn da oder wer bist du denn da es.
- 2:57Ist schon lustig, dass dass Menschen immer probieren, so
- 3:01Sachen zu sich für sich zu definieren und zu compartment
- 3:05kompartmentalisieren ne ich, ich finde immer das Wort immer, das
- 3:09ist schwierig. Ich find es trotzdem cool, dass
- 3:13die Menschen erstmal nicht wissen, worauf die gestoßen
- 3:16sind, wenn die auf unsere Page kommen.
- 3:17Es ist zwar auf eine Seite auf eine Seite chaotisch, auf andere
- 3:20Seite auf der anderen Seite ist es für uns unser Kunstwerk und
- 3:25ich finde persönlich oder wir finden, dass man seine eigene
- 3:28Kunst nicht so wirklich erklären sollte.
- 3:32Auf die auf die Idee, dass wir, dass wir Künstler sind, sind wir
- 3:34erst später. Also ich, ich hab mein ganzes
- 3:36Leben lang kreiert und war sehr lange Tänzer und Choreograph,
- 3:41aber es hat bei mir sehr lange gedauert, bis ich mich selber
- 3:44auch als Künstler definieren könnte und jetzt, wo ich das
- 3:47sehe oder das akzeptiere oder das so definiere, finde ich das
- 3:51umso lustiger, den Menschen gar nicht zu erklären, was ich
- 3:53mache, ja, nichtsdestotrotz. Das Techno Team ist in der
- 3:58Pandemie entstanden. Es war für uns irgendwie ein
- 4:03Gateway oder ein Ventil, den wir sehr gebraucht haben, weil wir
- 4:05gesehen haben, dass das alles super deprimierend war zu der
- 4:10Zeit. Ich musste meine Tanzschule
- 4:12Schildigen, auch die andere, das andere Unternehmen was ich habe,
- 4:16musste ich im Prinzip einfrieren in der Zeit und kurz vor der
- 4:20Pandemie mag You nicht, also mein Mitgründer mit Creator vom
- 4:25Techno Team. Wir sind kurz wirklich von der
- 4:27Pandemie paar Jahre davor tief ins Raven gekommen, halt ich.
- 4:32Ich wohne zwar in Berlin seit 17 Jahren, er ist in Berlin
- 4:34geboren, aber wir haben sehr lange gewartet, bis wir so tief
- 4:38in die Swamp eingetaucht waren und das war so 1718, da waren
- 4:42wir extrem begeistert von der Freiheit, die wir dort erleben
- 4:45konnten und dann plötzlich war das alles weg in der in der
- 4:48Pandemie und wir haben gesehen, wie die Leute richtig so
- 4:49runtergekommen sind und manche. Harte Underground Anarchisten
- 4:54sind plötzlich so ganz konservative Menschen geworden.
- 4:57So lass uns nicht nach 21:00 Uhr treffen, Menschen haben sich
- 5:01nicht mehr so herkömmliche Sachen getraut zu machen und wir
- 5:05dachten, OK wir müssen irgend ne positive Message kriegen, die
- 5:08die Menschen auf einer Seite vielleicht durch ne gewisse
- 5:11Nostalgie an die coolen Momenten erinnern, die, die wir früher
- 5:14hatten im Raven. Weil wir wirklich dachten, dass
- 5:17das vielleicht nie wieder zurückkommt.
- 5:19Und andererseits wollten wir irgendeine irgendeine Art Kapsel
- 5:22kreieren für für diese ganze Kultur, die wir dort erlebt
- 5:24haben, für die Menschen, die das vielleicht noch nicht erlebt
- 5:26haben oder noch oder nie erleben werden, und somit sind sehr
- 5:31komische experimentelle Videos entstanden.
- 5:35Wir haben uns gedacht, OK, ich kann tanzen, ich kann n bisschen
- 5:38was so nachmachen von dem, was wir so im Club gemacht haben,
- 5:41wir haben n paar Tracks ausgewählt.
- 5:43Die wir gesehen haben. Die die, die so nicht vertreten
- 5:45waren im im in Social Media damals war tik tok richtig am
- 5:49Aufkommen, tik tok ist damals auch ne rein fast, also heute
- 5:53auch eigentlich schon, aber nicht nicht so ganz mehr ist ne
- 5:55musikalische Plattform gewesen und dort haben wir unsere Musik
- 5:59die so uns am Herzen lag nicht so vertreten gesehen und da
- 6:03haben wir so Tracks wie Subzero von Bank Clock genommen und
- 6:05meinten OK wie würde ich dann im Club mich dazu bewegen?
- 6:10Ich hab sehr lange auch mich nicht getraut vor Kamera,
- 6:13deshalb haben wir erstmal Schüler von mir genommen, die so
- 6:17Latein Tanzsport gemacht haben und denen beigebracht, wie man
- 6:20sich bewegt, sie lustig oder cool angezogen, Lichter
- 6:24irgendwie so eingerichtet, dass das n bisschen an den Club
- 6:26erinnert. Und so ja, lustige Videos
- 6:29kreiert, die dann plötzlich viral geworden sind, aus
- 6:33verschiedenen Gründen, auch aus Crinch, zum Teil ganz kurz zum
- 6:38Wort Crinch, wie ich das für für mich definiere, ist halt
- 6:40fremdscham ne und wenn Menschen halt getriggert werden von dem
- 6:43was sie sehen, dann dann dann, dann spüren sie halt die diesen
- 6:47crinch halt, aber wenn ich das oder wir halt das als Creator
- 6:50schaffen, bei jemandem was zu triggern durch n kurzes Video
- 6:53von 15 bis 20 Sekunden haben wir was geschafft eigentlich ne.
- 6:57Was ich, weil, weil wir jetzt bei dem Wort quinnchen, ich will
- 6:59da gar nicht so, ich wollte das doch gar nicht so hochheben, was
- 7:03bei mir sozusagen der erste, der erste Impuls, und der ist
- 7:06eigentlich immer der Impuls, den ich da habe.
- 7:08Ich empfinde elektronische Musik und Technokultur und Clubfeiern
- 7:12als ne Form der Freiheit, und was mir bei Social Media häufig
- 7:16begegnet ist sozusagen ne Art des Vorlebens, an dem sich
- 7:20Menschen entweder orientieren oder orientieren sollen.
- 7:24Orientieren können, wie auch immer.
- 7:25Und das find ich dann immer schon wieder so n bisschen
- 7:27gegensätzlich, wo ich immer denke so OK so, das ist
- 7:30sozusagen das mein ich sozusagen, das ist
- 7:32wahrscheinlich die Hybris so n bisschen die da, die da so n
- 7:34bisschen drin steckt, man tut etwas, man gibt damit Sachen
- 7:37vor, aber eigentlich ist das Konzept das was dahinter steht,
- 7:40ja du kommst als das was du bist.
- 7:44Und veränderst dich im besten Falle in einer Art und Weise,
- 7:48die auch du bist. Ja, also das erste was der, was
- 7:51die Audienz gespalten hat und dadurch wahrscheinlich unsere
- 7:53unseren Inhalt viral gemacht hat, war diese dieser Moment, wo
- 7:57die Menschen dachten, wir sagen denen, wie man zu Techno tanzen
- 8:01sollte, ne paar Leute aus der Szene kamen und meinten, Ey, du
- 8:04kannst auch keine Regeln für. War auch nicht Sinn der Sache,
- 8:08aber ich habe uns, also wir haben uns sehr gefreut, dass
- 8:10das, dass das plötzlich zu so einer Spaltung gekommen war.
- 8:14Die Idee war, ein Spiegel zu kriegen für die Szene, die
- 8:18Moves, wie wir sie genannt haben oder bisher nennen, sind lustige
- 8:22Namen, die sich an verschiedene Sachen von der Szene oder
- 8:25Prinzipien von der Szene anlehnen.
- 8:27Das sind so wie gesagt, kritische oder humoristische
- 8:30Momente, die wir so sehen. Und da mit ein Embedden
- 8:34sozusagen in, in, in, in die Inhalte.
- 8:36Ja, also wie gesagt, am Anfang kamen die Kommentare, die Hate
- 8:39Kommentare oder die kritische Kommentare, die meinten, Du
- 8:41darfst keine Regeln für Tanzen zum Techno öffnen, das ist alles
- 8:46im Prinzip im Gegensatz zu dem, was wozu die Szene steht.
- 8:52Wenn es die Freiheit gibt, eigentlich so zu tanzen, wie du
- 8:54möchtest, ist die Frage dann für mich oder für uns?
- 8:57Hab ich dann die Freiheit diese Videos zu machen?
- 9:00Hab ich die Freiheit meine eigene Moves zu nennen?
- 9:02Ist das eigentlich die Einfluss auf die Frage und die andere
- 9:05ist, wozu wir auch eigentlich mit der Zeit gekommen sind, was
- 9:08wir heutzutage machen, ist, wenn ich vielleicht den Menschen
- 9:12helfe, die diese Hilfe gebrauchen können.
- 9:15Moves oder Musik zu definieren für für sich selber Halt zu
- 9:20definieren oder oder ein denen Instrumente gebe, Musik und
- 9:25Bewegung besser zu verstehen, helfe ich denen nicht, nicht
- 9:29dann weiter, sich zu entfalten und dann an gewisse Freiheit zu
- 9:33kommen, weil ich merke, ich habe auch vor der Pandemie gemerkt,
- 9:36dass viele an Tanzflächen oft mit dem.
- 9:39Rhythmus kämpfen oder sich nicht trauen auf die Tanzfläche und
- 9:43ich merk das als als Tanzlehrer ich ich kann sehr sehr schnell
- 9:46halt spüren ob ob ob Menschen halt mit sich sie mit sich halt
- 9:51kämpfen. Früher hätte ich das als
- 9:52Tanzlehrer so gesehen, dass dass dass es richtig und falsch am
- 9:56Tanzen gibt ne ich kam aus einer sehr wie soll ich sagen.
- 10:00Ich kam aus einer sehr judgige Welt, wo man auf jeden Fall so
- 10:05ne richtig und falsche Technik hatte, wo man bewerten konnte,
- 10:09ob man ein ein Tanz richtig oder falsch tanzt.
- 10:12Später durch die Rave Culture hab ich hab ich entdeckt, dass
- 10:15das im Prinzip jeder ein Tänzer ist und ich denen nur vielleicht
- 10:20helfen kann sich zu entfalten, sich lockerer zu fühlen auf auf
- 10:24auf der Tanzfläche. Ich glaub ich geh n bisschen so
- 10:27die die Drumherum jetzt zurück zu deinem zu deiner Frage ob das
- 10:32Freiheit ist oder nicht. Ich denke sobald der Bewusstsein
- 10:39erwacht und wir anfangen Sachen zu definieren, dann verliert
- 10:42sich sowieso ne gewisse Magic sobald ich auch im im auf der
- 10:47Tanzfläche im Club bin und an einen Moment denke.
- 10:49Bin ich nicht mehr im Moment und die Magic des der und der
- 10:52kompletten und die komplette Freiheit die die, die verlieren
- 10:55sich plötzlich ja, genauso ist es mit unseren Videos gewesen,
- 10:58sobald wir diesen Moment genannt haben, sobald wir diese Musik
- 11:01veröffentlicht haben, sobald wir über über diese Prinzipien
- 11:04gesprochen haben, ist ne gewisse Freiheit vergangen.
- 11:07Sobald dein Video viral geht, ist es fast wie Pop.
- 11:10Es ist nicht mehr Underground, ja, also gewisse Freiheiten
- 11:13gehen immer halt verloren im im Prozess, aber wenn wir im
- 11:16Prozess anderen Menschen gewisse Freiheiten gewährleisten können,
- 11:19dann genau unendliche Frage. Wenn man sozusagen zurückgeht.
- 11:24Du sprichst ja über das Tanzen, oder wir sprechen hier über das
- 11:26Tanzen an der Stelle und die Relevanz für einen selber oder
- 11:29auch als kultureller Effekt. Wo kommst du denn her vom
- 11:33tanzen? Also ich, ich komm vom Tanzsport
- 11:37Latein Standard weiß nicht ob es hat viele verschiedene Namen
- 11:41Bolroom Dancing, also nicht voguing Bolroom im Englischen
- 11:43heißt das Bolroom Dancing, ich hab es mit, ich hab damit mit 6
- 11:47angefangen noch in Israel, ich komme aus Israel, ich wurde dort
- 11:51geboren, meine Eltern kamen aus der Sowjetunion, aus der Ukraine
- 11:54und meine Mama sie hat n riesen Traum gehabt ne Tänzerin zu
- 11:58werden, ihre Eltern konnten das damals nicht leisten und sie hat
- 12:02mich zum Tanzen gebracht mit 6. Für für mich war das ehrlich
- 12:06gesagt jetzt rückwirkend so. Es war für mich auch in Crinch
- 12:09damals als als Kind, aber ich meinte, ich mach es schon, ja
- 12:12und dann hab ich mein erstes Turnier krass verloren und dann
- 12:15ist es so ne sucht geworden. Ich musste mich rächen, musste
- 12:18der erste werden und bin nationalmeister geworden als
- 12:21Kind, als Jugendlicher und mein mein Traum war meine Karriere
- 12:24weiter zu treiben. Zuerst war das Amerika für mich
- 12:27so der große Traum, dann bin ich mit einem Schulaustausch nach
- 12:31Berlin Mitte gekommen mit 15. Weil angeblich meine Stadt, wo
- 12:35ich aufgewachsen war, so ne Vorstadt von Tel Aviv, ne Twin
- 12:39City von Berlin Mitte bin ich mit 15 hergekommen zu so einem
- 12:43Schulaustausch, hab ne Woche verbracht bei einem lokalen
- 12:45Schüler und seine Family danach bei paar Verwandten die ich hier
- 12:49hatte und schon hat sich alles so umwandelt bei mir und es war
- 12:52nicht mehr Amerika der große Traum sondern Deutschland,
- 12:55Berlin besonders ich habe das Gefühl gehabt ich konnte hier
- 12:58meine Träume ausleben, so parallel studieren gehen und
- 13:01meine Tanzkarriere weiter treiben.
- 13:02In Deutschland ist die Tanzkultur sehr so eingeprägt.
- 13:06Die Deutschen und die Briten haben das eigentlich erfunden,
- 13:08den Tanzsport haben sich so Afrikaner und Lateinamerika
- 13:13angeschaut, und dann haben sie dazu ne Technik erfunden, die
- 13:18Basics, ja ja, die Latein und Standardbasics haben lustige
- 13:21Bücher drüber geschrieben, Moves lustig benannt.
- 13:24Und Teil der Techno Basics. Teil unserer Kreation ist eine
- 13:27interne Kritik darauf, dass der weiße Mensch immer sich schöne
- 13:33Labels auf allen auf Hals kleben möchte und sehr viel
- 13:36Inspiration, die ich mir rausgeholt habe, um die Techno
- 13:40Moves zu benennen, kam aus der aus dieser Lateinwelt.
- 13:42Und ich, ich höre raus, du bist Wettkampf geprägt.
- 13:46Ja, und auch davon geprägt, dass du beurteilt wirst.
- 13:50Auf jeden Fall. Auf jeden Fall als Jude, Israeli
- 13:55als ich. Ich wurde auch in meiner
- 13:56Grundschule beurteilt, dafür, dass ich offene Hemde mit
- 14:01Strasssteinen und was auch immer mit gegielten Haaren und so
- 14:04tragen muss, das als Tänzer. Als Straight Tänzer musst du
- 14:08immer halt so in bist immer so im Kontrast halt zu.
- 14:12Also ich sag nichts ist straight.
- 14:14Ja in dieser Welt, aber ich meine du denkst du du hast einen
- 14:18ganz normalen Alltag in der Schule, aber dann am Wochenende
- 14:21bist du komplett gemaked halt und lebst in einer Parallelwelt.
- 14:25Die dann für mich später über die Jahre so auch so n bisschen
- 14:29so von von meiner Observierung halt auch so so ne Fetisch Kult
- 14:32geworden ist. Das war auch einer der Gründe,
- 14:34warum ich aus dem Tanzsport ausgestiegen war und wir können
- 14:38auch später die da dazu kommen. Halt für mich ist die Technowelt
- 14:41auch so ähnlich geworden über die Jahre, je tiefer ich da
- 14:44gegangen bin, desto mehr ich gesehen habe, dass das halt
- 14:46alles zu einer Kult eher wird und nicht zu einer Kultur und
- 14:50das ist auch Teil der was. Du sagst zum mehr zu einem Kult
- 14:53als nicht zu einer Kultur. Ja, ja, OK das das das das find
- 14:56ich interessant, das muss man. Mal erklären.
- 14:59Ja, also ich, ich glaub wenn irgendwas cool ist, wenn die
- 15:04Menschen das cool finden, dann wird das mit der Zeit populär,
- 15:08dann wird es später vergöttert und dann wird das zu einem zu
- 15:13einem Kult und dann gibt es nen Moment wo es entweder über die
- 15:16Geschichte dann zu einem Kultur wird oder als Kult bleibt und
- 15:20ich glaub der Unterschied ist dann.
- 15:22Kult ist, wenn du ne Gruppe von Menschen hast, die gewisse
- 15:27Regeln befolgen, die sich als geschlossene Gesellschaft
- 15:31benehmen und die auch nicht mehr wissen, warum es die Regeln
- 15:34gibt. Ja beziehungsweise sie nicht
- 15:36hinterfragen, quasi einen Teil ihrer ihrer Expressionen.
- 15:40Und ich muss ne Hanes anziehen und ich muss um so und so viel
- 15:43Uhr auf Toilette gehen und ich Messe auch wieviel ich genommen
- 15:47habe, weil und ohne kann ich nicht mehr tanzen.
- 15:50Und das ist der Moment, wo ich denke, OK, es ist n Kult jetzt.
- 15:53Ja, ja, und beim Tanzsport war es auch ähnlich.
- 15:55Ich bin manchmal auf Tanzsurniere gekommen und da hab
- 15:58ich mir die Kostüme angeguckt und die sind plötzlich so alle
- 16:01Leder Latex geworden, früher waren das ganz normal so
- 16:04lateinhemde ich mein die Männer jetzt ja ich ich hab früher, ich
- 16:08hab früher meine meine Kostüme selber entworfen, designt und so
- 16:11und für mich war es immer wichtig halt so authentisch für
- 16:15mich rüberzukommen, dass ich mich bequem fühle in den
- 16:16Klamotten, die erfüllen einen Zweck, ja und dass die schick
- 16:19aussehen. Und in der Zeit hab ich gesehen,
- 16:21dass dass viele, viele Tänzer in der Masse, die viele, die aus
- 16:24aus Asien kommen und so und auf die Europäer schauen und
- 16:26abkopieren. Ich hab gemerkt, dass für die
- 16:29ist es so, ist es wichtiger, so auszusehen wie die anderen und
- 16:32nicht, wie es für die bequem ist oder wie wie es deren eigenen
- 16:36Geschmack entspricht und so weiter.
- 16:37Was wir ja dann sozusagen in der Clubwelt auch in in der
- 16:40Parallele haben. Ja, schau mal auf die Schlange.
- 16:42Ja, aber fällt dir loslassen schwer?
- 16:47Ich frag das jetzt n bisschen mit Blick auf, dass du.
- 16:50Dich ja geschichtlich, was deine Biografie betrifft und in einem
- 16:54jetzt Punkt beides in einem Rahmen befindest, wo du
- 16:58körperlich aktiv bist, wo du wo Körperexpression bedeutet, wo du
- 17:03tanzt und der Blick auf Loslassen war, der im
- 17:08Wettbewerbsbereich N anderer oder vom Stellenwert her
- 17:11vielleicht ähnlich wie das, was du jetzt im Club machst und
- 17:15erlebst. Jetzt mittlerweile fühle ich
- 17:17mich im Club wie n Fisch im Wasser.
- 17:19Ich fühle mich schon sehr bequem und es fällt mir nicht so schwer
- 17:23jetzt. Wir können das vielleicht
- 17:26vielleicht den Club vom Dancefloor im Club treffen, ich
- 17:30kann gleich was dazu sagen, aber im im Allgemeinen in der Club
- 17:32Kultur fühle ich mich sehr sehr wohl, auch wenn ich in einem
- 17:36Club befinde, mich befinde jetzt wo wo ich mich wo ich mich nicht
- 17:40so super komfortabel fühle oder die Musik mir nicht gefällt.
- 17:43Bin ich trotzdem ziemlich komfortabel in der Tanzwelt war
- 17:46es, fiel es mir schon richtig schwer in den letzten Jahren, wo
- 17:49ich noch wo ich noch da war, weil die Toxizität ist schon
- 17:54hier gewesen, der Vergleich zu den anderen, also Wettbewerb ist
- 17:56für mich normalerweise das Ende der Kreativität und das Ende der
- 18:00der Kunst und der Versuch die ganze Zeit mir selber zu
- 18:03beweisen, dass der Tanzsport oder dass diese Art von von
- 18:06Tanzen Kunst war oder kreativ war.
- 18:09War im Teufelskreis, weil ich probier, irgendwas Cooles zu
- 18:12machen, irgendwas Kreatives zu kreieren.
- 18:13Aber es wird die ganze Zeit mit anderen verglichen.
- 18:15Du bist ständig im Wettbewerb und am Ende ist es einfach
- 18:18Sport, aber als Sport kann es auch nicht definiert werden und
- 18:21somit hat das zu so einem ganz komischen Mindset geführt, wo
- 18:26ich unbedingt raus musste. Ich kann aber nicht sagen, dass
- 18:30es mir und jetzt komm ich zurück zum Dance floor, dass es mir bis
- 18:34heute noch super leicht fällt mich zu entspannen.
- 18:39Auf dem Dance Floor, und das ist auch ein der Gründe, warum ich
- 18:42die Techno Basics Weiterführe und auf Workshops das mit den
- 18:47Menschen halt teile, weil sogar ich als Profitänzer realisiert
- 18:51habe, dass ich manchmal auf Partys nicht so leicht los
- 18:55loslasse oder nicht so locker anfange, einfach so zu tanzen,
- 18:59als würde keiner schauen oder ja, es hat bei den ersten Raves
- 19:04wo wir weiß nicht im City wo es damals war damals war oder in
- 19:07der alten Griesmühle. Ich hab auch damals gemerkt,
- 19:09dass ich erstmal so n bisschen einfriere, weil ich mich selber
- 19:14selber judge oder darüber nachdenke, wie ich rüberkomme
- 19:17oder so. Und ich sage in dem Fall, ich
- 19:20weiß nicht, ob ich das sagen darf oder nicht, aber ich denke,
- 19:22dass Drogen in diesem Falle sind, ein Gleitmittel.
- 19:27Ja, um den Menschen das einfach zu erleichtern, vom Alltag und
- 19:32vom so eingefrorenen Zustand in einer kompletten hedonistischen
- 19:36Freiheit auf der Tanzfläche zuzukommen.
- 19:39Und es ist wirklich, leider auch so zum Teufelskreis geworden, wo
- 19:43die Menschen auch nicht mehr wissen, wie die ohne sich
- 19:45entspannen können. No Judgement, Wir waren alle da,
- 19:50sind alle da. Ja, aber ich probiere halt mit
- 19:53sehr, sehr einfachen Prinzipien, mit repetitiven, einfachen
- 19:56Bewegungen, die Menschen zu erreichen und zu sagen, Hey, ihr
- 19:59könnt auch mit dieser Art von Bewegung oder dieser Art von
- 20:02Übungen euch erstmal loslassen, der Musik abgeben und vielleicht
- 20:05ne halbe halbe Stunde Stunde, wenn ihr Geduld habt, dann seid
- 20:08ihr im gleichen Mindset auch, ja.
- 20:12Das machst du ja auch vor Ort. In so Workshops ne, das ist ja
- 20:16jetzt nicht so, dass du sozusagen visuell arbeitest in
- 20:20dem Rahmen, dem dir Social Media vorgibt, sondern du arbeitest ja
- 20:22auch mit Personen live. Ja, in so einem Studio Setting
- 20:26ne ja. Also vor 45 Jahren bin ich aus
- 20:28dem Plansport ausgestiegen und hab aufgehört, so richtig zu
- 20:31unterrichten, weil ich konnte. Wie gesagt, ich konnte nicht
- 20:34mehr mir Menschen anschauen und denen sagen, das ist richtig,
- 20:37das ist falsch, das hat mich auch so aufge gegessen.
- 20:40Und nachdem wir halt viral geworden sind, es ist nicht mehr
- 20:45es ist, war es plötzlich nicht mehr nur Entertainment, weil am
- 20:48Anfang waren es nur Inhalte, Entertainment, wir kriegen
- 20:50geilen Feedback, cool, mit der Zeit kamen so mehr Briefe und
- 20:53Nachrichten mit, mit der Message halt, hey, danke, dass ihr mir
- 20:57geholfen habt, ich hab ich hab was dazu gelernt ne es ist die
- 21:02die Inhalte sind dann viral geworden, nicht nur weil die.
- 21:06Crinch Triggernd oder einfach entertaining waren lustig,
- 21:10sondern die waren auch Beiträglich und dieser Beitrag
- 21:13ist dann größer und größer geworden, mit dass ja Leute aus
- 21:15Südamerika, aus Indien so die gerade nur exposed worden sind,
- 21:19zur Technokultur oder zur Clubkultur und schrieben uns
- 21:22dann, hey, das hat mir geholfen, ich hab was dazu gehört, dann
- 21:24haben wir uns überlegt, OK, wie brechen wir diese dritte Wand
- 21:28und haben zunächst einmal mit Partys angefangen, wir haben
- 21:30sehr lange in Berlin überall aus seinem Hain haben wir schon
- 21:33überall veranstaltet haben. Große Clubnights gemacht 500 600
- 21:36Ray war Dancefloor kreiert, kuriert Shows, was auch immer,
- 21:39aber das es blieb nichts hängen. Also es wie soll ich sagen es es
- 21:45war es war für uns nicht nachhaltig und ich hab nicht das
- 21:47Gefühl gehabt, dass ich den Menschen wirklich n Beitrag
- 21:50geleistet habe in Bezug auf Dancefloor und zusammenkommen
- 21:53auf dem Dancefloor so weiter dann haben wir uns überlegt OK
- 21:55lass uns vielleicht jetzt wo. Berliner Techno anerkannt wird
- 21:59von UNESCO und so weiter als. Was so n Thema, was find ich
- 22:02auch so n quinch Thema ja. Absolut besonders, wenn man
- 22:06herausfindet, dass Züricher Techno noch davor anerkannt
- 22:10worden. Ist ja OK, nicht Zürich.
- 22:12Das wünschte ich. Also man, man weiß ja, oder die
- 22:15die Schritte sind ja so, es braucht gewisse Medaillen und
- 22:18gewisse gewisse Orden, um Strukturen erhalten zu können,
- 22:21um sozusagen Wertschätzung auf. Anderweitig erzeugen zu können
- 22:26und Sachen verhaften zu können. Insofern find ich das OK so ne
- 22:28auf der anderen Seite denk ich mal so ja ja gut, dass ich dass
- 22:32ich, dass ich Kultur ja, aber das ist so gut, dass ich Rave
- 22:36Kultur so wenig für andere Dinge die.
- 22:39Unseren Alltag definieren interessiert also Rave Kultur
- 22:42interessiert sich ja für viele Sachen, aber es gibt nur Sachen,
- 22:45die so, also Konservatismus ist sehr weit häufig außen vor.
- 22:49Ein Satz, den ich von Motto gelernt habe, ist von Urkult zu
- 22:52Kultur. Ja, also es beschreibt Techno
- 22:54schon ziemlich gut, ich finde, Techno ist wahrscheinlich, wir
- 22:58nennen das heute heutzutage Techno, aber es ist
- 23:00wahrscheinlich was viel. Älteres es ist irgendwas, was
- 23:06ich als Primal definiere. Wir haben wahrscheinlich ums
- 23:10Feuer getanzt, zu Bässe und und mitz und heiß, noch bevor es die
- 23:17Geräte gab, die es heute bespielen, ne.
- 23:19Und du bist ja als Individuum sozusagen immer.
- 23:23Allein, quasi weil dein Körper dich definiert und die Grenze
- 23:26dein Körper ist in irgendeiner Form du.
- 23:27Wir haben zwar wir haben 2 Augen, wir können die unsere
- 23:30Umgebung wahrnehmen, wir haben Geruch, wir haben unsere Sinne
- 23:34so aber ne positive in Anführungsstrichen
- 23:38Gleichschaltung so so ne Wellenbewegung erzeugt Tanz ja
- 23:42hab ich das zu kitschig formuliert.
- 23:44Gar nicht gar nicht. Also ich sag, wenn es, wenn es
- 23:46ne Religion gibt, dann ist Musik und Tanz.
- 23:50Mein Gott, ja, ja, es ist halt, es sind die einzigen universalen
- 23:54Sprachen für mich, die gar keine Formkenntnisse brauchen, gar
- 23:59keinen besonderen Background, auf denen jeder mit jedem sich
- 24:03kommunizieren könnte, Musik und Tanz, und das ist deswegen ist
- 24:07Dance Music für uns das Medium, was wir verwenden, um die
- 24:11Menschen halt so zu erreichen. Wir haben es geschafft, durch
- 24:14den Algorithmus auf organischer Weise mit den Tanzvideos, die
- 24:17dich auch erreicht haben, ne. Die Menschen erstmal zu hocken,
- 24:21ja, und dann kommen sie und dann hören sie zu, ja, und dann und
- 24:25dann probieren wir im Podcast halt unsere tieferen Meinungen
- 24:28dazu zu äußern oder auf den Events halt den Menschen
- 24:32tatsächlich zu begegnen und vor einem Jahr haben wir halt vor
- 24:35mehr mehr als n Jahr haben wir einen theoretischen Plan
- 24:37geschrieben namens Resonanz, das war der der der die die der
- 24:41Versuch halt. Ein kulturelleres Projekt zu zu
- 24:45kreieren, was nicht nur eine Clubnight ist und vielleicht n
- 24:48bisschen zugänglicher ist für Menschen, die Halt gar nicht in
- 24:52die Clubs, in die Clubs gehen oder gar keinen Bock mehr haben,
- 24:55einfach müde geworden sind. Ja, wir sind selber müde
- 24:58geworden von unseren Clubnight, deswegen dachten wir, OK, lass
- 25:00uns irgendwas n bisschen früher starten, abends oder morgens
- 25:03sogar mit dem gleichen oder ähnlichen Ambiente, wir haben
- 25:07unser eigenes Lichtteam, unser Soundteam und wir versetzen eine
- 25:10Gruppe von Menschen, sagen wir mal so 7080 Menschen.
- 25:13In einen Dance Slow in einen Trip, wo wir es probieren halt
- 25:16mit. Das hört sich jetzt super Kult
- 25:19mäßig an, ja. Aber das hat sich so Ragend.
- 25:21Warum waren denn die Religion nicht umsonst?
- 25:24Ne das? Hat sich auch im ersten Mal so
- 25:25komisch angefühlt. Ich steh da, ich sag Mensch OK,
- 25:27dann bilden wir jetzt einen Kreis um mich herum und ich denk
- 25:30mir, oh mein Gott, was mach ich bin auf Bali ja excetic Dance
- 25:33Bali soberaves es ist für mich alles so Labels die mich gar
- 25:36nicht ansprechen deswegen. Wollten wir irgendwie
- 25:39gleichzeitig sowas super organisiertes und und
- 25:43synthetisiertes zu machen, aber andererseits auch cool zu
- 25:48bleiben und das haben wir eigentlich nach unserer Meinung
- 25:50geschafft. Das erste der der erste Nee, der
- 25:54erste Workshop war war, war nicht der Tanzworkshop, zuerst
- 25:56wurden wir plötzlich angesprochen von von dem Haller
- 25:59und dann haben wir zu Berliner Artwick eine Installation
- 26:02gemacht, die dann die Menschen eingeladen hat aus ganz
- 26:04verschiedenen Backgrounds wir haben wir haben.
- 26:07Wir haben mit dem Bunker von der Mahala so ne Lichtinstallation
- 26:10gebaut, die wie n wie n Baum außer so n so ne Energiequelle.
- 26:13Wir haben die Source genannt und es sollte ne ne Metapher sein
- 26:19für für diese Energiequelle, die alle nach Berlin zieht und in
- 26:22die Berliner Bunkers reinzieht und dann haben wir da einen
- 26:26Sound aufgenommen mit unseren mit unseren talentierten
- 26:30Soundkünstlern. So nen so n Loop von einer
- 26:32Stunde mit Club Sounds und abstrakten Spacey Sounds und
- 26:36plötzlich haben so Menschen angefangen da da dahin zu kommen
- 26:40und und dann n Kreis zu bauen um diesen Baum, da sind dann
- 26:44plötzlich Leute und haben Händchen gehalten so ältere und
- 26:47Kinder und so und haben im Kreis getanzt und diese um diesen Baum
- 26:50danach wurden wir von UNESCO eingeladen und der Rave The
- 26:53Planets ne ne ne Performance Reduktion zu zu machen in in
- 26:58Bonn in der Bundeskunsthalle. Wo wir auch so einen kleinen
- 27:01Workshop mit den Menschen gemacht haben.
- 27:03Dann standen wir wieder mit 200 300 Menschen, komplett
- 27:06verschiedene Altersgruppen und in 5 Minuten hast du einfach so
- 27:09ne so ne Rave Atmosphäre gehabt weil techmo hat gespielt.
- 27:12Wir haben sehr einfache Bewegungsabläufe gemacht und die
- 27:15Leute als ob die schon darauf vorbereitet waren ob ja die
- 27:18kannten vielleicht die meisten Techmo gar nicht davor, aber
- 27:20irgendwie kam das aus aus aus aus dem Inneren und es war
- 27:24wieder es war ein Rave. Qualitativ spricht es dagegen,
- 27:27dass. Ne elektronische Musik und Rave
- 27:30Kultur ne Jugendkultur ist. Ja, ich glaub ja, ich weiß
- 27:35nicht, ob das nach Alter kategorisiert werden sollte,
- 27:38aber es ist schon so, dass. Rave Kultur wahrscheinlich damit
- 27:42bezogen ist. Darauf bezogen ist irgendwas
- 27:44gegen das System zu machen. Und wenn du plötzlich in der
- 27:47Bundeskunsthalle stehst und hast 50 Rentner und 50 Kinder, die
- 27:53eigentlich nichts gegen das System haben, ja und die tanzen
- 27:56halt einfach rum zu Techno Sounds, es ist nicht mehr Rave
- 27:59halt ne. Aber das ist ja beim das beim
- 28:01beim Berghain jetzt mal ist es ja ähnlich, da haben wir n Club,
- 28:03der ist jetzt quasi. 2. Establishment ist ja 2
- 28:06Jahrzehnte alt, ist ja auch ne Form des Establishments, dann
- 28:09ja, weil der festen Strukturen, festen, Abläufen,
- 28:12Gesetzmäßigkeiten folgt. Gott sei Dank, dass es
- 28:15mindestens einen Ort in Berlin gibt, der, der einfach genormt
- 28:18ist. Aber es entsteht immer.
- 28:19Zwielicht. Ja, Na ja.
- 28:21Also ich finde, es ist schon ein gewisser Protest.
- 28:23Sonntag, Sonntag Nacht oder Montag morgens so komplett
- 28:29halligalli. Zu Raven ist es schon gegen das
- 28:31System, gegen das. Kapitalistisches System, aber
- 28:34andererseits die einzigen, die sich das leisten können.
- 28:37In dem Club sind Menschen, die im Prinzip im Kapitalismus
- 28:39gerade so gewinnen oder die Welle reiten.
- 28:41Also ich sag mal internationale Raver, die so auf Ebizaunen im
- 28:45Berg in anderen Clubs chillen, das sind diejenigen, die oder
- 28:48Berliner halt, die jeden Montag sich frei genommen haben oder
- 28:50Touristen, die halt sich leisten können hierher zu kommen und zu.
- 28:54Also es ist schon halt so. Weiß nicht greyzone.
- 28:58Kannst du dich noch? Kannst du dich noch dich
- 29:00vorstellen auf so einem Underground Drive in irgendeinem
- 29:02dreckigen Kellerloch in irgendeiner.
- 29:04Klar mach ich auch ab und zu um, weil ich krieg die ganze Zeit
- 29:08Infos. Ja, irgendein Musiker der mit
- 29:12dem wir arbeiten, hat seinen Auftritt da oder paar Leute
- 29:15geben mir n Tipp und dann? Natürlich spüre ich dann wieder
- 29:18diese Curiosity, halt diesen, diese Neugier halt mir n neuen
- 29:23Ort Reinzuziehen oder n neues Kollektiv mir anzuschauen und
- 29:28ich mach das, ich würde mal sagen so 8 bis 10 mal im Jahr.
- 29:32Das Problem ist wie gesagt, dass ich als alter Raver und als
- 29:37Kommisseur der Musik und der Club Culture es schwer finde.
- 29:42In einen Ort zu kommen, wo keine ordentliche Toilette ist, nicht
- 29:45im Sinne von konsumieren, einfach so, da muss ich ich, ich
- 29:48möchte einfach meine Zeit überall genießen und ich finde
- 29:52es schwierig, wenn die Temperatur nicht passt und wenn
- 29:55die Getränke nicht schmecken und wenn der Sound nicht gut ist.
- 29:57Ich hab auch als Veranstalter hab ich immer so hohe Ansprüche
- 30:01und so und das ist das Einzige was mich so stören würde oder
- 30:03nerven würde bei einem Underground Rave, aber Gott sei
- 30:06Dank gibt es die noch. Gott sei Dank gibt es immer noch
- 30:08Locations. By the Way, Wenn wir beim Thema
- 30:11sind, ich finde die ganze Rede von Phänomenen, clubsterben,
- 30:16kompletten Schwachsinn. Also ich denke es gibt kein
- 30:18Clubsterben in Berlin, es entstehen ja, es gibt, wenn
- 30:23schon dann Club entstehen ständig, wir haben weiß ich
- 30:25nicht wahrscheinlich 4050 Clubs die jedes Wochenende aktiv sind
- 30:29und wenn die Renate 10 Jahre lang Going Out of Business ist
- 30:33oder Watergate seinen Vertrag zum 10.
- 30:36Mal nicht verlängern konnte und dann doch im Stage entsteht
- 30:39nächste Woche. Wisst ihr dann, es ist halt kein
- 30:42Clubsterben, sondern einfach struggle.
- 30:44Wir sind im Struggle gerade, ja ist OK.
- 30:46Ja struggle, du bist ja selbst, oder du hast lange selbst in
- 30:50Clubs veranstaltet. Ja, auf der anderen Seite höre
- 30:54ich raus, bist du ja jemand, der sozusagen so n bisschen den nach
- 30:58so einer inneren Ausgeglichenheit sucht, so durch
- 31:00die unterschiedlichen Ebenen, die man so sich holen kann durch
- 31:04Clubkultur hat dich das gestresst veranstaltet zu sein,
- 31:07sehr. Sehr.
- 31:08Es hat mich sehr gestresst. Hätte ich nicht die größte
- 31:10Leidenschaft und Liebe zur Musik und zum Tanz, würde ich das
- 31:13niemals machen, aber ich denke, es ist halt ich vergleiche immer
- 31:16clubbesitz Club betreiben oder Party machen mit Gastronomie,
- 31:20weil es ist halt Gastronomie du hostest Menschen die kaufen
- 31:23Getränke und wollen sich wohlfühlen es ist Gastro halt ne
- 31:27und man sagt immer, dass man man sollte kein Gastro betreiben
- 31:31wenn man das nicht liebt halt weil ist ein super stressiger
- 31:33Beruf. Alle Köche, die wir kennen, sind
- 31:35entweder Alkoholiker oder Junkies oder beides oder Resin
- 31:39Peace halt ne deshalb auch in der Clubszene ist es halt so,
- 31:44solange also sobald du da einsteigst und je tiefer du
- 31:47gehst desto dunkler das wird, weil Menschen in der Nacht sich
- 31:51verändern über Zeit, wenn du Menschen triffst die dann 2030
- 31:54Jahre lang veranstalten, hast du mit sehr schweren Charakteren zu
- 31:58tun. Die Kommunikation mit Berliner
- 32:00Clubs ist sehr schwierig. Wir sind auch vor allem seit
- 32:02einem Jahr jetzt Teil der Clubkommission, aber wir halt
- 32:04sind, wir sind halt so mehr Beobachter, wir schauen halt von
- 32:07der Seite, was so abläuft und so und kriegen einfach einfach die
- 32:10Nachrichten mit, wir probieren halt mehr proaktiv in unsere
- 32:13eigene Sache sein und unabhängig zu sein, besonders ich als
- 32:16Israeli, der jetzt auch in Berlin zwar sehr lange lebt,
- 32:19aber jederzeit als als Israel oder oder als Jude plötzlich
- 32:22halt beseitigt werden kann von der Szene.
- 32:25Ne probier ich halt eher Beobachter und unabhängig zu
- 32:28bleiben, weil ich sehe wie anderen einfach Unrecht getan
- 32:33gemacht wird, halt die ganze Zeit.
- 32:35Deshalb seine Frage es ist sehr schwer sehr undankbar in Berlin
- 32:41Promoter zu sein wie ich habe auch vor Kurzem in unserem
- 32:43Podcast drüber gesprochen, die Deals die die die Promoter
- 32:47gerade mit Clubs bekommen sind super unfair, nicht nachhaltig,
- 32:52es ist schwer damit Geld zu verdienen.
- 32:54Das Bild was ich davor hatte von großen kollektiven und so, ist
- 32:57ganz anders geworden, nachdem ich herausgefunden habe, was die
- 33:00tatsächlich an Zahlen machen und so oft muss man halt oder muss
- 33:04man oft bringen sie halt n Headliner zahlen 10 15000€ dafür
- 33:08verkaufen zwar 1000 Tickets halt aber sind trotzdem minus am Ende
- 33:12und es ist halt wirklich so ein schweres Spiel zwischen.
- 33:17Kultur und Kommerz was, was Kollektive und Promoter in
- 33:20Berlin spielen müssen sobald du dich auf Tickets und Verkäufe
- 33:23konzentrierst, gehst du weg vom Inhalt gehst du weg von von der
- 33:26Kunst. Sobald du dich nur auf die Kunst
- 33:29konzentrierst und alle kommen zu dir und sagen, es war die beste
- 33:31Party ihres Lebens, dann merkst du, du hast extrem große
- 33:35Verluste gemacht, deswegen es ist sehr schwierig, halt
- 33:38nachhaltig zu bleiben in diesem Business und ich habe großen
- 33:40Respekt vor vor denen, die das schaffen.
- 33:43Und auch von denen, die zu Brands geworden sind und jetzt
- 33:45kommerziell sind und nicht mehr Underground sind.
- 33:47Auch von denen habe ich Respekt, ich habe Respekt an UNO
- 33:50Kollektiven, die nach Berlin kommen, das probieren halt von
- 33:52vorne zu starten, aber wie gesagt ist n hartes Spiel.
- 33:55Aber wenn du diesen organisatorischen Einblick
- 33:58hattest, finde ich, ist ja da auch so n so, n so n
- 34:02gegenläufiges beziehungsweise zwiespältiges Verhältnis auf der
- 34:05einen Seite will Technokultur einladen und es offen sein.
- 34:11Und auf der anderen Seite ist sie ja dann aber durch eigene
- 34:13Prinzipien exklusiv. Ja, geile Frage.
- 34:16Also ich finde es, ich kenne keine andere Kirche, wenn man es
- 34:23als so bezeichnen könnte. Ich kenne keine andere Kirche
- 34:27als als die Techno oder die Underground Culture, die gar
- 34:30nicht gar nicht praktiziert von dem, was sie predigt.
- 34:33Ne, leider muss ich wirklich da alle beinhalten, die queer
- 34:38movements in Berlin und allgemein und die die die die
- 34:41von ganz verschiedenen Kollektiven hier.
- 34:45Diese Kultur ist eigentlich durch Inklusivität populär
- 34:50geworden und entstanden die Zeiten von Loveparade und Tresor
- 34:54und also die 90er Ende der 90er in Berlin waren dadurch populär,
- 35:00weil jeder da rein durfte. Jeder dürfte mitmachen, jeder
- 35:04dürfte sie so anziehen, wie er möchte.
- 35:05Es war gar nicht die Rede davon allein, dass wir zu dieser Art
- 35:09von Musik feiern konnten, war schon die Freiheit ne, und heute
- 35:14ist es so, es gibt regeln, wie gesagt, die wie eine wie bei
- 35:19einem Kult einfach so wiederholt werden und annonciert werden, so
- 35:23wie noch homophobien oder Sinophobien oder Transfer, das
- 35:26sind Sachen die eigentlich im Club.
- 35:28Selbstverständlich sind aber werden von verschiedenen
- 35:31kollektiven Halt ausgenutzt, um sich damit zu werben.
- 35:36Ne, ich hab vor kurzem n Poster erhalten von Ibiza n Kumpel war
- 35:40auf Ibiza und hab mir n Poster geschickt von der Straße so
- 35:42Berlin Techno Kinky Party ja auf Ibiza ja und ein zurück zu der
- 35:49Frage ich glaub dass die Regeln die am Anfang notwendig waren
- 35:55die. Harte Tür und die feste Wände,
- 35:59die eine gewisse Community beschützt haben, sind leider mit
- 36:03der Zeit zu eine gewisse Parodie geworden, weil die Menschen, die
- 36:08dann die die Tür betreiben oder die, die diese Wände aufbauen
- 36:11müssen für einen Space, ja, ich rede gar nicht von sowas wie n
- 36:14safespace ja ist für mich kompletter Blödsinn.
- 36:18Aber die Menschen, die das heutzutage betreiben, die Leben
- 36:22in einem Echo von dem, was die Menschen damals in den 90er
- 36:25gegründet haben, verfolgen aber sehr komische Regeln, die dann
- 36:29ihre Spaces zur sehr exklusive Spaces machen.
- 36:33Berlin hat sich auch die Szene, die ich von so n nah betrachten
- 36:37kann, ist die Berliner Szene, deswegen, Berlin hat sich in
- 36:39ganz komische kleine Communities gespalten, wir sehen, wie viele
- 36:45Kollektive. Anstatt Inklusivität wirklich
- 36:48Exklusivität anbieten wollen und kommen zu uns und sagen Halt und
- 36:52geben damit an, dass die fast niemanden reingelassen haben auf
- 36:56ihre, auf ihre Partys. Ich hab immer damit angegeben,
- 36:59also ich hab manchmal die Tür auf meine meine Partys gemacht
- 37:01und ich hab damit immer so ich war stolz drauf, dass ich über
- 37:0590% reingelassen habe, weil ist doch mein Ziel nicht um mehr
- 37:08Tickets zu verkaufen, sondern um mehr Menschen die die Neugier
- 37:10haben und vielleicht noch nie sowas in ihrem Leben gesehen
- 37:13haben, die Möglichkeit geben ne solange sie sich benehmen halt
- 37:16ne. Und ich finde, der einzige Club,
- 37:17der das immer noch macht, ist Tresor, was auch wiederum für
- 37:21manche ein Problem ist. Für manche erfahrene Raver, weil
- 37:24man dort diesen Vibe nicht mehr erleben kann, der Exklusivität
- 37:27und und der kompletten Freiheit aber ist halt ein einstiegs
- 37:32Punkt. Viele die halt so nach Berlin,
- 37:34nach Berlin, Pilgrim halt und und um die Kultur zu erleben,
- 37:38ja. Ich weiß noch nicht so richtig,
- 37:44wo die Frage hingeht, aber das ist das, was mich immer dann an
- 37:47an, an an der Sache beschäftigt ist.
- 37:49Es ist vielleicht doch also die Technokultur Anfang der 90er war
- 37:55ja auch stark regional geprägt, du hast einfach und ich, du hast
- 37:59einfach nicht so viele Unterschiede und ich will jetzt
- 38:02nicht sagen damit sagen, dass Unterschiede primär schwierig
- 38:05sind, aber ich glaube, Facetten und Vielfalt in einem kleineren
- 38:11Schlaglicht. Den begegnest du anders, als
- 38:15wenn du starke kulturelle Prägung hast, die einfach sehr
- 38:19unterschiedlich miteinander umgehen, die auch erstmal kurz
- 38:22für sich entwickeln müssen, um miteinander klarzukommen und zu
- 38:25kommunizieren und zu verstehen. Also das fällt einem ja im
- 38:28Dialog manchmal schon selber auf, ich denke ich.
- 38:31Ich, ich rede mit dir, gib mir Mühe, Sachen vernünftig,
- 38:35ausführlich und möglichst genau zu beschreiben.
- 38:38Und bei dir kommt trotzdem n anderes Bild an so ne und wenn
- 38:40man das jetzt mal n bisschen nach oben zieht denk ich so ja
- 38:43das ist n leiden vielleicht auch von so einer totalen
- 38:45Kommerzialisierten von so einem Kommerzialisierten Gruppengefüge
- 38:49auch du hast einfach Brüche die auch nicht wegkommuniziert
- 38:54werden soll oder die sozusagen die auch da sind.
- 38:57Ja so Technokultur ist eben jetzt n.
- 39:02Europäisch globales System so damit deinen Standards zu
- 39:08argumentieren, die du vor 20 Jahren hattest.
- 39:10Da argumentierst du vielleicht auch an dem Bild vorbei, was
- 39:14jetzt existiert, weil du mit den Regeln die du hattest, n anderes
- 39:17Bild beschrieben hast, was existiert.
- 39:19Hat. Ja, also ich glaub die Situation
- 39:21war damals, als diese Spaces entstanden waren, dass vieles
- 39:25einfach verboten war, außerhalb des Spaces Halt, von Schwulsein
- 39:29bis trunken summieren. Ja, und heute ist es einfach
- 39:31gang und gäbe, ja. Also Clubkommission zum Beispiel
- 39:36ne ist gegründet worden, um einfach die Sichtbarkeit von
- 39:38Clubs in einer anderen Art und Weise zu erhöhen.
- 39:40Ja ne, also nicht immer diese dunklen Spaces, wo die Leute die
- 39:43ganze Zeit sich zuballern so so. Mehr ein Status von Kultur.
- 39:46Ja genau, hat zu Freiheit geführt.
- 39:48Die Freiheit führt aber nicht zwangsläufig zu einem.
- 39:51Wohlfühlklima oder zu einer zu einer gemeinschaftlicheren
- 39:55Situation in irgendeiner Form ne.
- 39:57Ja, also das ist das, was ich auch zu dem Prinzip Salespace
- 40:00sagen wollte. Sobald du den Menschen gewisse
- 40:04Freiheiten gibst, kann sein, dass du die Freiheiten von
- 40:08anderen Gefährdest. Ja ne, und deshalb präferieren
- 40:11wir immer den Term. Wilder Westen im Club an,
- 40:16anstatt jetzt ja, und das erklärt auch, warum man in den
- 40:20großen Clubs halt sagt, Ja, Pass auf dich auf und auf deine Leute
- 40:23an, anstatt zu sagen jetzt ist ein Safe Space und das war es
- 40:26ja. Realitätscheck nennt man das
- 40:29Realitätscheck. Realitätscheck du bist n wilden
- 40:31Westen. Ja klar, wir erleben eine
- 40:36Globalisierung, ich glaub die Loveparade war auch eine der
- 40:40Phänomene, die das symbolisiert haben, gut.
- 40:42Symbolisiert du mal auf einer Loveparade?
- 40:44Leider nicht. Ich war in diesem, seitdem ich
- 40:46nach Deutschland kam. 2008 war ich in diesem Fomo und als Motte
- 40:50und seine Frau Ellen uns das Angeboten haben, damals n Truck
- 40:54zu veranstalten auf der Razorplan war das für uns klar.
- 40:57Natürlich sind wir dabei am. Start, ich, ich.
- 40:58Ich glaube, ich kann sagen, ich war damals noch n anderer Mensch
- 41:01und ich hab es leidenschaftlich gehasst.
- 41:03Echt? Ja, ich fand es so, also ich
- 41:05fand dieses, dieses dieses Massentaugliche schon
- 41:08massentaugliche ist sowieso immer nicht so mein Ding und
- 41:11dann noch immer diese Happy Vibe, dieser Scheincharakter von
- 41:17Demonstration kann ich nachvollziehen, dass man das
- 41:19machen muss um andere. Ziele zu finden.
- 41:21Aber ich fand es ich. Ich fand es immer schwierig,
- 41:23wenn ich reingekommen, aber ich hab damals auch nicht gewusst,
- 41:26was es bedeutet, ne clubnacht zu machen.
- 41:30Ja, also ich glaube für für jeden sein Rave, ja jeder erlebt
- 41:38Musik und Tanz und Freiheit und Connection zu anderen Menschen
- 41:41auf eigene Art und Weise. Ich kann zum Beispiel auf riesen
- 41:44Festivals nicht so klarkommen, auch für mich verliert sich die
- 41:47Magic komplett als wenn es über 1200 Menschen sind.
- 41:53Von dem, was ich weiß, sind auch viele andere Raver so.
- 41:55Für andere ist genau das Gegenteil.
- 41:57Je mehr die Masse, desto besser, desto mehr ich mich dazugehörig
- 42:00fühle, oder? Du warst noch nie bei den
- 42:02Bachstelzen auf der Fusion, glaub ich.
- 42:03Auf der Fusion war ich noch gar nicht bachstelzen, ja.
- 42:06Ja, du musst ja n Stück laufen, ist ja n bisschen aus, ja und
- 42:09die außerhalb so und ist schon intimer und die haben einfach,
- 42:12die wissen einfach, dass man ab. Ab 04:00 Uhr Ach gibt es einfach
- 42:16die anderen Regeln, so n bisschen und dann ist er ja.
- 42:19Aber ich will jetzt nicht zu. Viel zu viel was.
- 42:21Was mich nämlich nur interessieren wollen würde.
- 42:23Wann hast du denn die Maske abgenommen?
- 42:26Also für mich war das wirklich ein langer Prozess, überhaupt
- 42:29vor Kamera zu kommen. Zuerst waren das meine Schüler,
- 42:32dann waren das interessante Menschen, die wir auf Basis
- 42:34getroffen haben oder in Clubs in Kiew, in Berlin, und wir
- 42:37dachten, OK, die sehen gerade aus.
- 42:39Es waren immer für mich. Leider muss ich so sagen
- 42:41Marionetten, weil ich hab immer einen Traum gehabt, ne Vision
- 42:43gehabt aber musste immer ne Puppe verwenden um das so weil
- 42:46ich mir selber zu kritisch war. Jedes Video was ich mir von mir
- 42:49hier gesehen habe im Tanzsport war für mich so als ich scheiße
- 42:52ich kann mir ich kann mir es nicht angucken.
- 42:54Und dann hat mir Mark diesen AI Engine gezeigt.
- 43:01Kaiba ja und dann haben wir angefangen so damit rum zu
- 43:05experimentieren und das war für mich so mein Silent Outing.
- 43:09Ich konnte dann vor Kamera tanzen aber als andere als
- 43:12andere Wesen ja und das war geil weil.
- 43:16Auf aus verschiedenen Gründen. Also ich konnte, ich konnte mich
- 43:19erstmal so entfalten, das erste Video ist sofort durch die Decke
- 43:23gegangen, aber ich konnte auch mit einer Person verschiedene
- 43:28Visionen sozusagen verkörpern und plötzlich waren das so
- 43:33verschiedene Fantasien, die man vielleicht so auf dem Dancefloor
- 43:35erleben könnte, unter Substanzen oder was auch immer.
- 43:38Also es hat wirklich ein eine Dancefloor Fantasie wieder
- 43:41kreiert, irgendwas was so uns gefehlt hat und.
- 43:44Und uns wieder an die ersten Videos von Tech und den
- 43:46gebracht, weil die ersten Videos waren kreiert, um eine dancerlow
- 43:49Fantasie zu rekreieren eine Erinnerung, ein nostalgischer
- 43:53Moment aus der Vergangenheit und dann plötzlich stand ich da mit
- 43:56einem Weiß nicht Kopf von einem von einem Wolf oder so und ich
- 44:01hab mir gedacht, ha, der diesen Moment hatte ich und dann
- 44:03schreiben mir einen einen Typen und ne Frau hat mir geschrieben
- 44:05und hey es ist so, ist mir mal passiert, dass ich auf dem
- 44:08Dancerlow getanzt habe und das Gesicht hat sich geändert bei
- 44:11dem bei meinen Freunden und so. Ja und das?
- 44:14Das war immer so mein Silent Outing mit der Zeit dachte
- 44:17wussten sowieso alle um in meinen Kreisen, dass das ich bin
- 44:20und ich dachte OK warum warum worauf warten wir Mark hat mich
- 44:25wiederum halt gepusht und meinte es ist an die Zeit für Daddyfic
- 44:29an dir ans Licht zu kommen und ja da haben wir einen einen
- 44:33passenden Track dazu ausgewählt und seitdem fühl ich mich wieder
- 44:37halt wie Fisch im Wasser weil wir können mittlerweile können
- 44:41wir einfach Kamera anmachen. Track anmachen.
- 44:43Ich muss mich nicht lange vorbereiten, ich lass mich von
- 44:47der Musik sozusagen führen und dann im Nachhinein schau ich
- 44:50mir, was ich, was ich da getanzt habe und bearbeite es und
- 44:53benenne es sozusagen. Es ist halt so, wenn man
- 44:57präziser sein will, halt um zu verstehen wie wir wirklich
- 44:59kreieren, es ist halt n ziemlich spezifischer.
- 45:03Kunst oder Kreations Prozess? Alle denken, dass die Kamera
- 45:08sich die ganze Zeit bewegt und so, das haben wir früher
- 45:10gemacht. Ich hab früher Tänzer mit meinem
- 45:11Handy gefilmt und bin mit denen, hab mit denen zusammengetanzt
- 45:15ich hab ich hab die Choreos, die Choreos für die gebaut und
- 45:18deswegen wusste ich wo es immer wo es lang geht und somit konnte
- 45:21ich mit dem auch ne schöne. Dynamik fürs Bild muss man jetzt
- 45:23mal sagen, also ist schon Dankeschön.
- 45:24Ja, also das das ist das was mir dann aufgefallen ist.
- 45:27Da gesagt ich OK ist geil und ich mag das auch, ich mag das
- 45:29auch so an Filmen, wenn du hast. Wenn du so diese Bewegung hast.
- 45:32Du hast eigentlich denkst du, das Bild ist da, aber du hast so
- 45:35nen leichten so nen leichten Shift, das ist ja ist ne sehr
- 45:38gute Dynamik. Dankeschön.
- 45:39Dankeschön also die Grundidee ist, dass man, wenn man auf dem
- 45:42Dance Roy ist und jemanden beobachtet beim Tanzen, dann ist
- 45:45man nicht still, man ist nicht eingefroren, man bewegt sich
- 45:47auch n bisschen mit und deswegen ist es viel dynamischer.
- 45:50Es hat mir auch immer gefehlt bei Tanzvideos, weil vom
- 45:52Tanzsport sehr selten, gab es Turniere wo die Kamera sich auch
- 45:55bewegt hat, meistens war es ne statische Kamera und du hast nie
- 45:59die Energie vom von den Tänzern bekommen, sowieso wie du sie
- 46:02bekommen würdest, als als Zuschauer im Real Life und
- 46:05deswegen haben wir am Anfang, als wir mit Handy gefilmt haben,
- 46:08haben wir uns hab ich hab ich mich bewegt und das iphone die
- 46:11iphone Kamera hat ja immer so ne geile Autofokus Funktion, das
- 46:14hat es immer sehr hypnotisch gemacht mit der Zeit wollten wir
- 46:18natürlich das alles upgraden und haben dann ne Methode entwickelt
- 46:21wo wir erstmal auf dem Stativ filmen.
- 46:24Dann gibt es ein Instrument halt von von da Vinci, der das das
- 46:28das verfolgt, sozusagen den Kopf oder was auch immer vom vom
- 46:30Tänzer. Und dann gibt es 1000 Glitches
- 46:33im Programm, die man dann nachkorrigieren muss, und ich
- 46:35sitze und skulptiere das Frame für frame halt, bis es diesen
- 46:39Flow bekommt, aber das ist das, was mir momentan an unserem
- 46:44Kreationsprozess am meisten Spaß macht, weil ich immer, weil ich
- 46:47immer das Gefühl hab, bei jedem Tanz, Video oder jeden über jede
- 46:50Tanzepisode, dass ich endlich so.
- 46:53Mein Handwerk richtig mache. Mein Handwerk ist so den Tanz zu
- 46:57kreieren, zu tanzen und dann das Bild zu skulptieren.
- 47:00Bis es so aussieht, wie ich das im Kopf hatte.
- 47:02Gut, das klingt aber auch nach Perfektionismus.
- 47:04Ja, auf jeden Fall. Du bist ja auch das, was du
- 47:06schon vom Tanzen erzählt hast. Sehr perfektionistisch für
- 47:08andere ja OK, gut, halten wir fest.
- 47:11Du hast schon auch ne Differenz zwischen Loslassen und
- 47:13Perfektion. Ja OK und die andere Sache
- 47:18vielleicht jetzt zum Abschluss so das Vorausgehen ist für dich.
- 47:23Unabhängig jetzt wirklich vom Tanzen ihn fragen, weil ich hab.
- 47:27Jedes bei ihnen sei, weil ich 5 Stunden nicht in den Ohren
- 47:30geflüstert. Nein, nein, ich mein, ich mach
- 47:33nur Scherze. Für mich ist der kommunikativste
- 47:35Raum, den es gibt, weil man ist natürlich halt, ob unter
- 47:38Substanzen oder nicht, man ist offen.
- 47:40Und wenn man offen ist, dann will man über alles reden und
- 47:43man will über alles beichten. Ja, oft erzähl ich Fremden
- 47:47einfach alles über mich, oft erzähl ich meinen den Personen,
- 47:52die mir am am, am nahestehen, halt das, was ich denen
- 47:55außerhalb vom Club nicht erzählen konnte.
- 47:57Ja und ja, sind die Breakes sind Off, Hemmschwellen sind runter
- 48:02und so ich glaube im Club ist man.
- 48:04Ja, also man kann es auch mit einer Kirche vergleichen, mit
- 48:06dem Psychologen vergleichen, mit allen.
- 48:08Es ist alles irgendwie zusammen gepackt für mich.
- 48:11Ich weiß nicht, ob das genauso nachhaltig ist wie wie beichten
- 48:14in der Kirche oder Kommunikation mit dem eigenen Psychologen,
- 48:17aber am Ende ist es für mich n Raum, wo ich mich sehr frei
- 48:20fühle über meine Ideen und über meine Vergangenheit zu reden und
- 48:24über meine Beziehungen zu reden und so, ja, und alle scheinen so
- 48:27in meinen Ohr dafür oder ne Schulter zu haben.
- 48:31Amen schon. Amen.
- 48:35Danke tschau.