Latest / «Call the Boss» / Martin Walther, neuer CEO der IVF Hartmann AG, über Medtech und seine Zeit in Amerika
Transcript
- 0:00Also ein bisschen in den Rhein. Gehen schwimmen statt Gitarre.
- 0:02Ja, ich glaube, es kommt nicht ganz hin, aber ist sicher besser
- 0:07als Limo. Man kann es probieren.
- 0:09Genau. Call the Boss, Ein Format vom
- 0:14Wirtschaftsnewsletter Zahltag, unterstützt von GF Radio Munot
- 0:19und vom SEG Areal am Rheinfall. Call The Boss Martin Walter
- 0:24Designiert. Der CEO von der IVF Hartmann AG
- 0:28in Neuhausen. Oder?
- 0:37Ja, da ist Nina vom Wirtschafts Newsletter Zahltag.
- 0:39Hallo Martin. Ciao, Nina.
- 0:41Martin, wo erwischt mir dich gerade?
- 0:43Bist du noch an deinem alten Arbeitsplatz bei der Hartmann
- 0:46Group in Heidenheim, Baden Württemberg oder sitzt du schon
- 0:49im schönen Neuhausen? Ich bin in Neuhausen.
- 0:52Und die Sonne scheint sogar. Du hast recht, es ist wirklich
- 0:55schön. Wie immer bei uns natürlich.
- 0:57Du leitest seit Januar intrimistisch die IVF Hartmann
- 1:01AG bist 2024 schon mal vorübergehend eingesprungen, als
- 1:05der Klaus Martini Krankheitshalber ausgefallen
- 1:07ist. Jetzt übernimmst du ab dem 1.
- 1:10April definitiv die Unternehmensleitung und trittst
- 1:13damit als Verwaltungsrat zurück. Wie schwer ist der Schritt vom
- 1:17Verwaltungsrat in die operative Führung gefallen oder anders
- 1:21gesagt, war dir sofort klar, dass dich die CEO Rolle auch
- 1:25permanent interessiert? Ja, das ist eigentlich eher das
- 1:28letzte, wie du gesagt hast. Die CEO Rolle ist spannend.
- 1:32Ich bin von Haus aus eigentlich auch gerne operativ tätig und
- 1:37darum. Ist der Schritt mir sehr leicht
- 1:39gefallen. Dazu kommt, dass ich auch in der
- 1:42Schweiz wohne, Familie da ist und dass für mich auch vom
- 1:45Privaten her natürlich der Schritt von Deutschland, wo ich
- 1:49momentan arbeite, zurückgehen, näher an die Familie, natürlich
- 1:53auch an Vorteile hat. Dann bist du vorher in Ulm
- 1:56gewesen oder in der Nähe von Ulm.
- 1:58Ist das richtig? Das ist korrekt.
- 2:00Ja, ich habe dort durch die Woche durch, bin ich in
- 2:02Heidenheim, dass ich in der Nähe sehe, dass ich etwa 3 Stunden
- 2:07hier mit dem Auto gehe. Und jetzt ein bisschen näher
- 2:10wieder in Neuhausen. Du wohnst, glaube ich, in
- 2:12Zürich. Ja, wir wohnen mit der Stadt ja
- 2:15in Zürich. Erzähl uns ein bisschen etwas
- 2:17über deinen Werdegang. Wo und wie bist du aufgewachsen
- 2:20und warum hast du dich für eine Ausbildung als
- 2:23Maschinenbauingenieur an der ETH entschieden?
- 2:26Also wie man hört, komme ich ursprünglich aus Bern.
- 2:29Ich glaube, das habe ich noch nicht abgelegt, den Dialekt, ich
- 2:33habe dort bis bis ich bin, ich bin in Bern gewesen und dann bin
- 2:37ich nach Zürich am Maschinenbau studieren eigentlich immer sehr
- 2:39viel Spass an Physik und und Mathematik gehabt habe und dort
- 2:43wo man Spass hat ist man meistens auch auch hat man auch
- 2:45heute begabt. Also ich wollte eigentlich etwas
- 2:48Praktisches machen, anwenden, nicht etwas theoretisches und
- 2:52darum habe ich nachher gedacht, Maschinenbau ist wahrscheinlich
- 2:54das Allgemeinste, wo ich die Begabung auch nachher einsetzen
- 2:57kann, und es war nachher dann auch so, dass mir das Studium in
- 3:01Zürich sehr viel Spass gemacht. Hat du bist dann eigentlich das
- 3:04Leben lang bei Medizinaltechnikunternehmen
- 3:07angestellt gewesen, vor allem bei der Johnson und Johnson
- 3:10Gruppe, aber auch beim Hörgerätehersteller Sonova.
- 3:13Was hat dich gereizt an dieser Branche?
- 3:16Ja, das ist, wenn man so reinkommt, dann dann ist es noch
- 3:19lustig, dann kommt man einfach in etwas rein, das ein bisschen
- 3:21per Zufallt, also dann ist die Medizintechnikbranche irgendwie
- 3:25in der Orthopädie, ist dort stark am wachsen gewesen, hat es
- 3:28im Bedarf, kann man sehr schnell sehr interessante Aufgaben
- 3:32übernehmen können, komplexere Projekte selber treiben können,
- 3:36das ist eigentlich das, was mir gefallen hat, und so bin ich
- 3:38nachher zu zur Synthese gekommen oder bevor die Synthese von
- 3:42Johnson Johnson übernommen wurde, war das ein Unternehmen,
- 3:45das das schweizerisch. Amerikanisch gewesen ist.
- 3:47Und es ist auch wieder ein bisschen Zufall.
- 3:50Ich habe nach dem Studium bin ich noch in Amerika gewesen, an
- 3:54einer Uni und habe dort eigentlich per Zufall eine
- 3:58Bekanntschaft gemacht, wobei in Amerika gearbeitet hat auch ein
- 4:02Schweizer, auch ein Ingenieur, und und der hat es gebraucht,
- 4:05und so habe ich können in Amerika bis einsteigen, was
- 4:08natürlich als Studienabgänger eine sehr einmalige Gelegenheit
- 4:12gewesen ist. Du bist etwa 3 Jahre bei
- 4:15Synthese in den USA gewesen. Wie haben dich die Jahre in
- 4:18Amerika geprägt? Es sind 4 Jahre gewesen, die
- 4:22haben mich natürlich sehr stark geprägt.
- 4:23Der erste Job, wie ich gesagt habe, ist, denke ich prägend,
- 4:27gerade da, wenn er in einer anderen Kultur stattfindet, der
- 4:31Kulturschock, der hat schon schon ein bisschen etwas
- 4:34ausgemacht. Also ich denke es hat mir auch
- 4:36sehr gut getan, als Schweizer mal ein bisschen etwas anderes
- 4:39zu sehen. Ich habe, ich würde sagen 3
- 4:42Sachen mitgenommen, also eben dann sicher eine sehr starke
- 4:46Leistungskultur. Ich habe dann wahrscheinlich
- 4:49etwa die Hälfte verdient, als wenn ich oder weniger als die
- 4:52Hälfte verdient, als wenn ich in der Schweiz hätte den Job
- 4:54angenommen, wo ich dort einfach als als normaler Ingenieur
- 4:58angefangen habe, habe 2 Wochen Ferien gehabt im Jahr und und
- 5:02habe ein bisschen schon ein bisschen eine andere.
- 5:04Kultur eben erkennen musste sehen, dass man mit dem Lohn
- 5:08nicht so weit kommt. Und wenn man, wenn man sich ein
- 5:10bisschen ein angenehmes Leben leisten will, muss man etwas
- 5:13liefern, damit man nachher auch befördert werden kann.
- 5:15Das hat mich sicher geprägt, das Zweite ist sicher gewesen, es
- 5:19ist sehr. Verkaufsorientierte Kultur
- 5:23gewesen. Der Verkauf ist immer im
- 5:26Mittelpunkt gewesen, auch wenn man in der Produktentwicklung
- 5:29gearbeitet hat, ist ist der Verkauf immer sehr präsent
- 5:32gewesen und eben dort der Kunde gerade nicht da oder dort immer
- 5:36den Kunden im Auge gehabt, sicher Orte die mich, die mich
- 5:39geprägt hat. Und das Dritte ist gewesen.
- 5:42Die Synthese ist ist sehr unternehmerisch geführt gewesen,
- 5:46und wer etwas Hand auf Fuss gehabt hat, hat man das nachher
- 5:51auch vorstellen können. Und wer hat so Projekte umsetzen
- 5:55können und das ist denke ich auch die unkomplizierte
- 5:59Entscheidungsfindung Faktenbasiert, das hat man
- 6:02sicher, hat man sicher auch geprägt.
- 6:05Hast du gesagt, Leistungsorientierung habe dich
- 6:08geprägt? Bist du ein strenger Chef?
- 6:12Das, denke ich, kann ich nicht beurteilen.
- 6:15Das müssen meine Mitarbeiter sagen.
- 6:17Ich hoffe, ich würde auch sagen, Sie sind.
- 6:20Ewig jetzt. Was muss man über den Martin
- 6:22Walter sonst noch wissen, was bist du für ein Privatmensch,
- 6:25was machst du gerne, wo trifft man dich?
- 6:27Ja, natürlich. Sehr wichtig für mich ist die
- 6:29Familie und ich bin verheiratet, habe einen Sohn. 8 Jahre
- 6:33achtjährig und ich, ich verbringe sehr, sehr gerne Zeit
- 6:36mit der Familie. Wir sind jetzt auch gerade in
- 6:40den Skiferien gewesen, zusammen, sind Skifahren, gehen, weil es
- 6:43ist sicher, das ist ein Sport, den ich sehr gerne mache,
- 6:45zwischen versuche ich Tennis zu spielen, aber das ist ist mehr
- 6:51beim Versuchen als beim beim Spielen, leider, und was ich
- 6:56sonst noch sehr gerne mache zusammen mit Freunden und der
- 6:58Familie, ist sehr gerne. Essen.
- 7:02Ich koche gerne und trinke dann auch gerne einen guten Schluck
- 7:06Wein dazu. Jetzt.
- 7:08Bist du ja schon mal bei uns in der Region gewesen.
- 7:11Wie gut kennst du Schaffhausen? Ja, ich denke, ich lerne es
- 7:15immer noch ein bisschen kennen. Ich habe halt die Gelegenheit,
- 7:19jetzt in diesem Job auch immer mehr von der lokalen Gastroszene
- 7:25kennenzulernen, was mir Spass macht.
- 7:27Und aber ich denke ich, ich freue mich sicher wie der auf
- 7:31den Sommer, wie da am Rhein so schön ist.
- 7:33Letztes Mal habe ich das erlebt. Der Rhein ist wirklich sehr ein
- 7:36schöner Naherholungsraum hier in Schaffhausen.
- 7:40Also ein bisschen in den Rhein. Gehen schwimmen statt in die
- 7:42Tare. Ja, ich glaube, das ist der
- 7:46Vergleich. Kommt nicht ganz her, aber ist
- 7:50sicher. Man.
- 7:51Kann es probieren. Genau reden wir über dein
- 7:55Unternehmen, früher hat man nicht von der IVF Hartmann,
- 7:59sondern von der Verbandsstofffabrik geredet, das
- 8:02prägt immer noch, viele verbinden euch vor allem mit
- 8:05pflasterchen Verbänden und gewissen Hygieneartikeln wie
- 8:08Binden oder Einlagen ist das immer noch euer Kerngeschäft
- 8:12oder was sind heute so eure Verkaufshitze und
- 8:16Hauptabsatzmärkte? Also das sind sicher immer noch
- 8:19wichtige Produkte. Es sind ja Produkte, die halt
- 8:22der Endkonsument im ersten Kenntnis haben, auch mit dem
- 8:25Sterilium zusammen. Wir sind sicher auch ein sehr
- 8:28ein wichtiger Marktplayer in den Altersheimen und in den
- 8:31Spitälern, und das ist in den Spitälern, da kaufen wir viele
- 8:36Sterilgüter hauptsächlich für einen Operationssaal, aber auch
- 8:40für vor oder nach der Operation, Behandlung zur Station und in
- 8:44den Altersheimen haben wir Inkontinenzprodukte, die wir
- 8:47anbieten, die ein sehr ein wichtiger Bestandteil sind.
- 8:50Auf linkedin schreibst Du, dass Digitalisierung und E Commerce
- 8:54für dich wichtige Themen sind. Wie digital ist die Lieferkette
- 8:58von IVF Hartmann mittlerweile? Ja, das ist etwas, das sehr,
- 9:02sehr cool ist. Hier in der IVF, da gibt es ein
- 9:04Digital Team, das das sehr stark ist, und da kann man dann auch
- 9:09eben in Schnittstellen zu den Kunden arbeiten oder man kann
- 9:13auch helfen, Lösungen anzubieten, die den Kunden das
- 9:16Leben vereinfachen. Aber ich denke, wie immer.
- 9:20Wir haben eine sehr, eine heterogene Kundenbasis eben.
- 9:23Wir liefern in die Apotheke, wir liefern in in die Altenheime,
- 9:27wir liefern an Pflegeinstitutionen, Wir liefern
- 9:29in die Spitäler und die Kunden sind auch alle ganz anders
- 9:34unterwegs, und da gibt es wirklich alles, um um eben sehr
- 9:37automatisierten, digitalen bis zum Fax fast, wenn sie sagen,
- 9:41können wir alles abwickeln. Aber wo ich mir das vorstelle,
- 9:44kommen doch noch viele Leute dann auf eure Homepage und
- 9:48machen dort Bestellungen. Oder läuft das so automatisiert,
- 9:52dass wenn man in einem Pflegeheim oder Spital das
- 9:54letzte Produkt aus dem Regal nimmt, dass da automatisch die
- 9:58Bestellung bei euch eintrifft? Ja, das ist schon eher so, dass
- 10:01es automatisch im Hintergrund läuft, dass eben möglichst keine
- 10:04manuellen Interaktionen mehr nötig sind jetzt.
- 10:07Jetzt hört man auch immer wieder, wie schwierig es ist,
- 10:09als internationales Unternehmen in der Schweiz zu produzieren.
- 10:13Hat man als güterproduzierendes Unternehmen in Schaffhausen
- 10:16überhaupt eine Chance, einen internationalen Markt
- 10:20anzufeuern? Ja, ich denke, man muss dort
- 10:24wissen, wo und ganz bewusst die Segmente finden und suchen.
- 10:30Und die anderen. Bereichen auch klar sagen, dass
- 10:33man das nicht kann, das muss der Markt segmentieren.
- 10:37Man kann nicht alles natürlich fokussieren, ist sicher.
- 10:40Am 1. April startest du offiziell in
- 10:43deinem Amt. Was sind so deine 34 wichtigsten
- 10:47Ziele für deinen Stadt CEO, die du dir gesetzt hast?
- 10:50Ja, es ist eine Gute, eine gute Frage.
- 10:55Natürlich müssen wir ganz. Das das so erfolgreich betrieben
- 11:00wurde in der Vergangenheit weiterführen.
- 11:02Also wir werden weiterhin in der Apotheke einen Schwerpunkt haben
- 11:07in den, wie ich gesagt habe, in den Altersheimen, im Spital und
- 11:11und eben auch im Gebiet von der taktischen Einsatzmedizin, das
- 11:14ist eigentlich dort, wo wir auch die Armee, die Schweizer Armee,
- 11:18aber auch ausländische Armee liefern, und wir müssen dort.
- 11:23Schauen, wie wir auch neue Produkte einführen können, damit
- 11:26wir eben auch in Konkurrenzkamponen weiterhin
- 11:30erfolgreich verstehen können. Ich denke, was sehr wichtig ist,
- 11:33dass für mich eigentlich eine Priorität ist natürlich das Team
- 11:37ohne Team und ohne gute Zusammenarbeit kommt, kann man
- 11:41kann man sich noch so hohe Ziele schätzen, kommt man nicht hin.
- 11:45Wir haben eine sehr, eine gute Stimmung hier und das ist sicher
- 11:47eine Priorität für mich, dass wir jetzt auch im Team diese
- 11:51diese Aufgaben erfolgreich bewältigen können.
- 11:54Das ist auch wichtig, dass man eben zuhören kann, eine
- 11:57Atmosphäre hat, wo man einen guten Gedankenaustausch hat, wo
- 12:01man Meinungen einbringen kann und dann muss man dann auch,
- 12:04wenn ein Entschluss fasst wird, effizient sein in den umsetzen.
- 12:08Ich denke, das ist für mich eine Hauptpriorität, dass man das.
- 12:12Erhalten oder sogar auch weiterentwickeln?
- 12:15Können Martin, Wir wünschen dir einen guten offiziellen Start
- 12:19mit vielen guten Begegnungen, spannenden neuen Produkten und
- 12:23trotz Verbandsstoff wenig Pflästerlipolitik.
- 12:27Danke vielmals für dieses Gespräch.
- 12:29Danke vielmals, Nina. Call the Boss, Ein Format vom
- 12:35Wirtschaftsnewsletter Zahltag, unterstützt von GF Radio Munut
- 12:40und vom SIG Areal am Rheinfall.