Latest / Spirit Mind Energy – Dein Universum für moderne Spiritualität | Gespräche mit Petra Baum / 023 Tarot in der Literatur - Folge 8: Die Gefährten | mit Tino Wiesinger
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- Petra: Hallo zusammen! Heute widmen wir uns in unserem Tarot in der Literatur-Talk einem der einflussreichsten Werke der modernen Mythenerzählung, der Herr der Ringe, Die Gefährten von Tolkien. Ein Roman, der nicht nur ein Fantasy-Epos ist, sondern der Grundstein einer ganzen literarischen Welt. Tolkien wurde 1892 geboren und war eigentlich gar kein hauptberuflicher Schriftsteller. sondern Sprachwissenschaftler und Professor in Oxford. Schon als Kind erfand er eigene Sprachen und führte Gespräche darin. Ein Detail, das später entscheidend wurde, denn seine Geschichten entstanden aus den Sprachen nicht umgekehrt. Den Grundstein zu seinem großen Werk legte er 1937 nach dem Erfolg von The Hobbit. Von da an arbeitete er über ein Jahrzehnt an der Geschichte. schrieb oft nachts, nachdem seine Kinder schliefen und feilte obsessiv an Namen, Karten, Chronologien und Sprachsystemen. Erst 1949, zwölf Jahre später, war das Gesamtwerk abgeschlossen. Wichtig dabei, er schrieb nicht drei Bücher, sondern ein einziges großes Epos. Erst der Verlag teilte es aus Kostengründen in drei Bände. Der erste erschien 1954 unter dem Titel Die Gefährten. gefolgt von die zwei Türme und die Rückkehr des Königs. Der große Erfolg ließ zunächst einmal auf sich warten. Die Erstauflage 1954 waren nur circa 3000 Exemplare. Erst in den 1960er Jahren gewann das Werk eine breitere Leserschaft, als günstige Taschenbuchausgaben erschienen und besonders junge Leser die Geschichte für sich entdeckten. Von da an wuchs Tolkiens Bekanntheit stetig, bis sein Epis schließlich weltweiten Klassikerstatus erreichte. Der weltweite Erfolg setzte sich auch lange nach seinem Tod 1973 fort. Besonders sichtbar wurde das durch die große Filmtrilogie, deren erster Teil, Die Gefährten 2001, startete. Auch hier wieder, die drei Filme wurden gleichzeitig produziert. Zusammen gewannen sie 17 Oscars und gelten bis heute als einen Meilenstein der Filmtechnik, und der Fantasy-Verfilmung. Übrigens, kleiner Fun-Fact, und das muss ich sagen bei meinem Nachnamen, Tolkien war ein entschiedener Gegner der Industrialisierung und liebte Bäume und Landschaften. Eine Haltung, die direkt in sein Werk einfloss. Die Ents, die lebenden Baumwesen, entstanden aus seiner trauerüber zerstörten Wälder und veränderten Natur. So, nach diesem kurzen Blick auf den Autor hinter Mittelerde wenden wir uns nun den Figuren zu. in den Gefährten und der Frage, welche Tarotarchetypen sich in ihnen spiegeln. Lieber Timo, it's up to you! Tino Wiesinger: Ich finde es spannend, dass du das jetzt noch mal erwähnt hast mit den Bäumen und der Naturlandschaft, dass Tolkien, die er so liebt, als ich erst den Hobbit und dann jetzt auch die Gefährten gelesen hatte, also mich hat das genervt zunächst erstmal wirklich diese ganzen Naturbeschreibungen und die Landschaften und dann laufen sie so lange durch die Landschaft, die Welt und durch die Wälder. Ich dachte, wenn es jetzt mindestens London wäre, wo sie durchlaufen, eine Weltstadt, wo wirklich was passiert, aber nein, dann werden die Bäume beschrieben, dann wird die Natur beschrieben. habe überhaupt erst mal gar nicht begriffen, dass die Natur eigentlich ein Spiegel des Gemütszustands der Figuren darstellt. Wenn da Nebel ist, wenn es dunkel ist, wenn es regnet... Petra: Ja. Tino Wiesinger: dann geht es ihnen psychisch auch extrem schlecht. Dann haben sie Hunger, dann sind sie müde, dann können sie nicht mehr weiterlaufen. Wenn sie dann aber durch Wiesen laufen, spezielle Pflanzen dann dort wachsen, es grün ist und auensichtbar und was auch immer, dann ist das ein Spiegel, dass sie sich auch wohlfühlen, dass es ihnen gut geht in der Situation. Das heißt, die Naturbeschreibungen haben tatsächlich auch eine symbolische Bedeutung, tatsächlich, oder sind ein Spiegel. Und das habe ich dann irgendwann auch wirklich begriffen. So karge Berglandschaften auch, wenn die da lang laufen, da diese Berge hochkrackseln. Und ich mir dann dachte, ja mein Gott, das kann man eigentlich auch in einem Satz klar machen. Muss sie da jetzt hochlaufen und dann sind sie da. Nein, man wird das lange, lange beschrieben. Dann kehren sie wieder zurück. Dann müssen sie in den Umweg gehen. Petra: Das Das Wort Epos möchte ich ja auch seine Berechtigung haben. Tino Wiesinger: Tolkien hat ja, glaube ich, sogar selber gesagt, er wollte nach dem Hobbit dann das Ganze wirklich auch, er wollte wirklich einen Epos schreiben, etwas langes, etwas, was wirklich auch Bestand hat. das ist ihm gelungen und er wusste auch, dass das nicht jedem gefällt. Mir hat es auch erst nicht gefallen. Und ich weiß von einigen, dann mit dem Herrn der Winge dann auch gebrochen haben, wegen dieser langen Schreibung. Das dann erst mal ist lange lange dauert, bis dann was passiert. Aber ich bin natürlich an den Figuren hängen geblieben und auch an Tarot und bin deswegen natürlich auch rangeblieben. Und das Ganze geht los mit Frodo. Ich war ja und bin ja nach wie vor ein großer Bilbo-Fan. Bilbo, der Onkel sozusagen von Frodo, der im Hobbit ja die große Rolle spielt. Ich war sehr froh, dass am Anfang von den Gefährten auch Bilbo immer noch da ist und man seinen Geburtstag feiert. Das hat mich dann richtig nochmal abgeholt. Und dann lernt man Frodo kennen. Frodo ist Bilbos Neffe, der ein bisschen, wie soll ich sagen, tiefgründiger ist als Bilbo, ein bisschen mehr auch über sein Leben nachdenkt und ein bisschen vielleicht auch melancholischer wirkt als Bilbo. Aber er wird sozusagen ja dann in diese große Reise geworfen. Er muss diesen Ring zerstören. Ein schweres Erbe, den man eigentlich nicht will. Ich musste natürlich direkt wieder an das Königshaus denken. Wenn man ein König ist und muss dann das Erbe an, muss man weitergeben. Das ist eine schwere Last, die man tragen muss. Aber erstmal ist dieser Frodo noch relativ jung für so ein Hobbit. Und dann sagt Bilbo, ich bin alt, ich gehe, ich verlasse jetzt das Auenland und Frodo, du hast jetzt das Erbe des Rings zu tragen. Und Frodo ist erstmal ziemlich naiv, der weiß überhaupt nicht, er tun soll und wie er das alles bewerkstelligen soll. Er ist das typische Archetyp des Narren in dem Fall. Der schaut Vielleicht nicht unbedingt so sehr in die Luft wie dieser na, sondern er guckt schon auch in die Weite. hat schon auch den Weitblick und weiß, das wird schwierig, aber er kann das nicht alleine schaffen. Bilbo ist derjenige mittlerweile, der kann auch alleine durch die Welt. Das funktioniert, aber für Frodo, der hat einfach die Erfahrung noch nicht. Und er weiß auch gar nicht, wie schwer diese Reise für ihn wird, ⁓ diesen Ring loszuwerden. Glücklicherweise hat er natürlich auch Gefährten an seiner Seite. Weil alleine diesen Ring zu zerstören, es ist nicht einfach nur ein Ring. Er kann diesen Ring nicht ins Feuer werfen. Er kann nichts mit diesem Ring tun, was ihn zerstören würde. Es funktioniert einfach nicht. irgendwie... muss er diesen Ring loswerden, weil der Ring nämlich ein sehr verführbarer Ring ist. Der unheimlich viel Macht einerseits verleiht, aber er insofern, dass er das Gefühl verleiht, ich brauche Macht, ich bin hier derjenige, etwas erreichen kann. Auch so dieses Denken, Kein anderer soll diesen Ring haben außer mir. brauche diesen Ring. Egoismus, Nazismus, dieser Größenwahn. Ich denke dann auch an den Turmbau zur Babel. Mit dem Ring kann ich es schaffen, bis zu Gott zu kommen, bis zum Göttlichen. Auch wenn wir natürlich im Herrn der Ringe jetzt an sich keine Religion haben, aber dieses Extreme nach oben wollen. Und das sehen wir natürlich sehr stark in der Karte des Teufels. Wenn wir uns die Karte angucken, da sitzt dieser Teufel auf so einem kleinen Podest. Für mich ist dieses Podest der Anfang des Turmes zur Babel. Das ist der Turm, der irgendwann zusammenbrechen muss, weil dieser Größenwahn zu groß geworden ist. Und dieser Ring, der Triggert diesen Größenwahn und auch Gewalt und Egoismus. Es ist wirklich ein Symbol für das, was Macht eigentlich alles bedeuten kann. Nur für eins nicht. ist der Ring. Der Ring zeigt einem nicht, dass Macht auch Verantwortung und Liebe bedeutet. Ich habe von einem sehr guten Tarot-Lehrer gelernt, der beste Herrscher ist eigentlich der größte Diener seines Volkes. Und das weiß der Ring nicht. Der Ring weiß nur, Herrscher macht, ich werde groß. Dass man als Herrscher in erster Linie dienen muss, seinem Volk dienen muss, der größte Diener seines Volkes sein muss, das weiß der Ring nicht. Und deswegen Petra: Hm. Mhm. Tino Wiesinger: ist es nur dieses teuflische, ich muss dann auch an so Situationen denken, an falsche Versprechungen. du, so Jesus wird ja dann auch in Versuchen gebracht vom Teufel, der dann sagt, wenn du von der Zinde dieses Tempels springst, dann gehört dir das ganze Land, dann gehört dir alles sozusagen. Und das verspricht der Ring. Aber die Verantwortung, das erkennt man erstmal noch nicht. So, Frodo kann diese Verantwortung nicht alleine tragen. Petra: Das geht nicht. Tino Wiesinger: Er weiß, dass es eine unheimliche Verantwortung ist. Er spürt es auch schon. Weil dieser Ring, man muss sich vorstellen, es ist ganz lustig. Bilbo ist nämlich nicht großartig gealtert, obwohl er schon über 100 Jahre alt ist. glaube, 111 wird er da am Anfang. Und er ist nicht großartig gealtert. Auch andere, denen der Ring gehört, die altern nicht wirklich so. Und das merkt man irgendwie dann auch schon Frodo an, weil er das Menschliche komplett verliert so ein bisschen. Also er ist nicht mehr wirklich Mensch in vielen kleineren Situationen. Das merkt man schon direkt am Anfang, weil der Ring einem das Menschliche entzieht. Verstehe ich es zumindest. Deswegen braucht er Menschen an seiner Seite, ihm das menschliche Zucht geben. Und allererster Stelle ist das für mich natürlich Sam. Weil dieser Sam ist sozusagen der beste Freund von Frodo. Der hilft ihm, Last zu tragen. Diese Zehnstäbe zu tragen sozusagen. Die kann er nämlich verteilen. Interessant ist, es sind zehn Stäbe. Und wir haben neun Gefährten am Ende. Quasi kann er jedem einen Stab geben. es ist ⁓ total spannend, dass er diese Last wirklich auf verschiedene Schultern verteilen kann. Und in erster Linie auf die Schultern von Sam. er ist, also für mich ist das die größte Liebesgeschichte in der Literatur zwischen Frodo und Sam. Natürlich ist das in dem Sinne keine romantische Beziehung. ist eine sogenannte Filia. Filia heißt auf Griechisch die freundschaftliche Liebe. Wir kennen vielleicht Philadelphia, die Bruderliebe zum Beispiel ist das. Und das ist die viel, viel größere Liebe als jede Liebesgeschichte, die ich überhaupt in dieser Literatur kenne. Größer noch als Romeo und Julia, weil nämlich Sam sogar sein Leben für Frodo geben würde. Da würde ihm immer hinterhergehen, das tut er am Ende ja auch, er geht ja dann... Frodo hinterher und ist völlig bereit, da alles hinter sich zu lassen für ihn. Ich finde das extrem rührend, diese Freundschaft zwischen den beiden. Das ist natürlich die ⁓ finde ich die Zweikälche schon fast bisschen zu schwach. Diese Energie der Zweikälche ist eigentlich noch stärker. ⁓ Aber sie trifft eben auch auf die anderen Gefährten noch zu. Die anderen Gefährten kommen ja dann noch dazu, die eben wirklich sehr treu Frodo gegenüber sind und ihn nie alleine lassen würden. Ganz vorne dran, finde ich, ja Gandalf, der wie ein Art Mentor für Frodo ist. Man kann ihn fast vergleichen mit Dumbledore aus Harry Potter. Da musste ich immer dran denken, aber vielleicht reden wir darüber ja auch nochmal irgendwann in einem anderen Video. Aber es ist klar, daran musste ich denken. Das Schlimme ist, dass der natürlich irgendwann verloren geht. Also Gandalf geht ja dann tatsächlich in Moria verloren. fällt da von der Brücke im Kampf gegen so einen Balrog, so ein seltsames, ganz gruseliges Wesen. Und die Gefährten denken, dass Gandalf gestorben ist. Man weiß es nicht. Ich ehrlich, ich habe selber bisher auch noch nicht weiter gelesen. Ich macht das ganz bewusst so und mache ⁓ quasi hier mit euch allen da auch. Petra: zu tauchen, bis zu dem Punkt. ⁓ Tino Wiesinger: einzutauchen und auch nicht vorweg irgendwas vorwegzunehmen tatsächlich aber meine Vermutung ist ja es ist lebt Gandalf noch immer noch die Hoffnung dass er wieder zurückkommt mal gucken ob das dann im weiteren Verlauf bei den zwei Türmen dann passiert dass er zurückkommt aber ja also Gandalf ist ganz vorne dran aber es gibt natürlich noch andere Gefährten irgendwann kommt dann tatsächlich auch Aragorn nach vorne. So und bei Aragorn, ist ja erstmal Wesen, ein Mensch, der sehr seltsam wirkt. Also man hat ein bisschen Angst vor ihm oder wirkt ein bisschen gruselig. Und man weiß nicht, dass es ein guter ist. Das weiß Frodo am Anfang auch nicht, aber er stellt sich dann später als unheimlich ehrenhaft, als idealistisch, als treu und als wirklich treuer Begleiter heraus. Und ich muss sagen, ich habe da ein bisschen geschwandt, welche Karte denn für Aragorn hier passen würde. Ich war erst tatsächlich so bei dem Ritter der Kälche, dann habe ich geschwankt, ist es vielleicht aber der Ritter der Münzen. Auf jeden Fall irgendwie ein Ritter, weil er ritterhaft hinter Frodo her läuft oder vorweg läuft und so weiter. Genau, die beiden. So, und dann habe ich überlegt, Ritter der Münzen steht für mich für wirkliche Treue, für Ausdauer. Ich stehe an deiner Seite. Egal was passiert, auch wenn du alles verlierst, ich bin immer noch da, auf mich kannst du dich verlassen. Deswegen ist der Ritter der Münzen eigentlich dann eher Sam. So, und der Ritter der Kelche, auch wenn Aragorn am Anfang erst mal gar nicht so gefühlvoll wirkt, ist dann trotzdem der Ritter der Kelche Aragorn, weil der wirklich auch für Ehre steht, für ein gewisses Ideal, was er verkörpert. wird sich dann herausstellen, dass er eigentlich der wahre König, ein wahrer König ist. Da kommen wir dann aber auch später vielleicht in späteren Videos nochmal ausführlicher dazu, wenn wir dann über die zwei Türme oder die Rückkehr des Königs sprechen. Und deswegen ist er für mich eigentlich der Ritter der Kelche tatsächlich. Dieses gefühlvolle spielt da kein keine große Rolle, aber dieses Ideal, dieses Ehrenhafte, ist diese Kelchenergie, die da noch eine große Rolle spielt. also das erstmal grundsätzlich dazu, aber es ⁓ ja für mich die wichtigsten Gefährten im Prinzip. ⁓ ist Sam und das ist Gandalf, der dann verloren geht und das ist dann Aragorn. Aber es gibt natürlich noch jemand anderen und als der dann dazu kam, hab ich, muss ich ehrlich gesagt sagen, also da hab ich gedacht, jetzt hör ich auf, ich mag nicht mehr. Weil man lernt diesen Menschen kennen, Boromir, und denkt sich mit dem stimmt irgendwas nicht. Und bitte lasst den nicht mitkommen, den sollen Sie bitte gleich zurück dalassen. Der hat für mich auf dieser Reise nichts verloren. Ich wusste, dass da irgendwas mit dem schon von Anfang an nicht stimmt. Irgendwie hat man das Gefühl, der möchte hier für seine Zwecke kämpfen. Vielleicht will er den Ring auch nur für sich beanspruchen. Also beim Lesen hatte ich wirklich das Gefühl, das ist eine Art, ja, man sagen, Dieb. Ja, vielleicht will er den Ring stehlen und vielleicht will er nur das für seine eigene Macht ausnutzen und hat keine höheren Ziele. Das hatte ich, diesen Gedanken. Und das ist eigentlich der Archetyp. Ganz klar, sind die sieben Schwerter. So dieses betrügerische, irgendwann läuft er vielleicht mit diesem Ring weg und nutzt diese Macht des Rings für sich. Ja, soll der Ring wirklich zerstört werden? Das wäre vielleicht auch ein Fehler, zu zerstören. Nein, den kann man doch noch benutzen. So, und als dann tatsächlich beschlossen wird in Bruchtal, dass der mitkommt, dass der wirklich mit auf diese Reise kommt, da habe ich gedacht, nein, warum nicht? Also Legolas toll, von dem hat man auch vorher schon viel gehört, auch wenn man das nie den Roman gelesen hat oder den Filme gesehen hat, irgendwie den Namen kannte man. Aragorn, toll, der kann gerne mitkommen. Sam und Mary und Pippin sowieso. Gandalf sowieso natürlich, der gehört dazu. Und Gimli, dieser Zwerg noch, den fand ich auch ein bisschen... Also Gimli war jetzt auch nicht so gerade für mich so die Sympathiefigur, aber trotzdem nett. Aber dieser Boromir, diese sieben Schwerter Energie, die hat mich wirklich gestört. Petra: Ich kann Tino Wiesinger: Da habe ich gedacht, wäre diese Sieben Schwerter Energie nicht, würde die Reise doch besser laufen. Und was soll ich sagen? Irgendwie habe ich dann doch recht behalten, weil klar, Gandalf geht verloren. Sie kommen dann nach Lothlorien, der tollste Ort überhaupt dort. für mich eigentlich das Paradies, ist eigentlich hier steht wirklich symbolhaft für das Paradies da, wo sie dann hinkommen nach Lothlorien, begegnen sie Galadriel und diese, die sind elven und total schön. dann müssen sie irgendwann weitergehen. Und ja, im Prinzip zerfällt dann die Gemeinschaft komplett, nachdem ja, nachdem der Zauberer Sowieso schon weg ist letztendlich der Magier, man hätte hier auch den Magier noch nehmen können. Aber nachdem er weg ist, zerfällt am Ende die Gemeinschaft komplett und eigentlich bleibt dann nur noch Frodo zurück. Frodo beschließt nach Mordor weiterzugehen, ⁓ dort diesen Ring zu zerstören. Aber jetzt kommt das wahre Gesicht von Boromir zum Vorschein. Er will diesen Ring. Und Boromir läuft dann Frodo hinterher und sagt dann auch, jetzt gib mir diesen blöden Ring endlich. Und greift ihn auch noch an. es ist wirklich schrecklich und Frodo läuft dann weg. Will dann alleine nach Mordor gehen. Und Sam kriegt das mit und läuft noch hinterher. Das ist schön, dass Sam noch hinterhergeht, ist ja auch klar. dass er als treue Seele natürlich hinterher läuft. Aber Boromir wusste, ich hab's doch von Anfang an gewusst, was soll das mit diesen Typen. Und dann kommt es nämlich dazu zum Zerfall der Gemeinschaft und Zerfall dieser, ja, da merkt man, dass jetzt nämlich dieser Größenbahn ansteigt bei Boromir. Er baut den Turm zur Babel. Und der bricht irgendwann zusammen. mit der Gemeinschaft. Da sind wir nämlich bei der Turmenergie. Und wenn die Gemeinschaft zerfällt, dann beginnt quasi nochmal wieder neues Abenteuer. Und die Reise geht weiter. die Heldenreise ist ja am Ende des Romans von den Gefährten. Ist noch nicht zu Ende, sondern man weiß jetzt nur als Leser Petra: Es wird etwas Neues entstehen müssen. Tino Wiesinger: Genau. Du hast auch zu Turm Energie. Da zerbricht nicht nur irgendwas, sondern da geht dann automatisch irgendwas Neues los. Das, was man nicht mehr braucht. Jetzt werde ich bisschen fies, weil ich sage ja, diesen Bohr ⁓ mir brauchen wir jetzt nicht mehr. Der zerbricht, da geht alles weg. Das wird sich ja, ich verrate, ich spoilere noch nicht, wie es dann weitergeht im nächsten Teil des Romans. Petra: Ja. Mhm. Tino Wiesinger: Aber ich sage jetzt schon, ja, das, man nicht mehr braucht, das ist dann wirklich auch weg. Aber es entsteht was Neues. Und ich sage, den Bokomir brauchen wir nicht mehr. Wen wir brauchen, ist Gandalf. Ich hoffe, dass der wieder zurückkommt und damit dann auch wieder was Neues entsteht. Und die Gemeinschaft teilt sich. Es ist jetzt letztendlich Frodo mit Sam alleine. die da jetzt auf dem Weg nach Mordor sind. Und ja, also ich muss ehrlich gesagt sagen, mich hat ja Herr der Ringe vorher nie gereizt. Ich hab das alles mitbekommen, als die Filme damals raus kamen, so Anfang der 2000er. So, da hab ich gedacht, ja, alle gucken jetzt diese Filme. Ich weiß noch, dass mein Vater die Romane gelesen hat und ich, vielleicht war ich da auch noch zu jung, da war ich, glaube ich, hatte ich noch nicht diese... Tiefe, die man braucht, ⁓ den Herrn der Ringe wirklich zu begreifen, diese Macht des Rings, dieses teuflische des Rings zu sehen. Mittlerweile aber sehe ich da diese extreme Symbolkraft dahinter. Und ich finde, das ist wirklich großartig. Man lernt da wirklich diese Tarotkarten auch nochmal auf eine ganz andere Art und Weise kennen, finde ich. Da ist es nämlich nicht nur Also gerade dieser Ritter der Kelche zum Beispiel, das ist für mich ein ganz neuer Aspekt, dass da auch das Ideal und die Ehre da noch mit reinspielt und nicht eben nur das Gefühl. Viele verbinden mit den Kelchen immer nur das Gefühl, ist unser, also wie wir fühlen, wie unser Herz fühlt, aber Idealismus zum Beispiel. Und Ehrenhaftigkeit, das ist für mich auch Kelchenergie und das habe ich jetzt durch den Herren der Ringe nochmal ganz neu sehen dürfen. Petra: Definitiv bleibt es auch ein Buch, fordert. Und wie der selber sagt, es heißt auch, sich auf diese Langsamkeit der Erzählung einlassen. Tino Wiesinger: Manchmal dauert die Heldenreise länger als man selber will. Da die Heldenreise, da kommen dann viele Situationen noch dazwischen. Es geht nicht immer nur von großem Arkanum zu großem Arkanum immer weiter. Manche hoffen ja dann irgendwas, irgendein Arkanum auch überspringen zu können. Man muss schon wirklich jedes Detail des Weges auch gehen und auch wahrnehmen. glaube ich wichtig. Vielleicht können wir genau das daraus lernen, dass wir eben nicht nur so einfach ohne Wahrnehmung durch die Welt laufen, sondern wirklich auch mal gucken, wie sieht denn der nächste der Baum aus? Wie hängen denn die Blätter am Baum und wie sind denn die Zweige dieses Baums und diese Wertschätzung der Natur? glaube, das ist Heukin auch sehr wichtig mit dem Herrn der Ringe und das habe ich am Anfang gar nicht gedacht. ⁓ viel mehr als nur irgendein Abenteuer-Roman oder Wett-Eseeroman, sondern da steckt viel mehr drin und das finde ich total spannend. dann, ja, denn wir haben natürlich Petra: Ja, dann nähern wir uns schon dem Ende. Tino Wiesinger: wie immer auch Möchtest du anfangen? Petra: kann gerne anfangen. Ich habe eine große Akana gezogen, den Wagen und Diese Karte ist für mich, also klar, die Fingsten sind relativ statisch, trotzdem ist es ja im übertragenen Sinne so der Aufbruch und auch in der Heldenreise ist es ja nachdem unser Held sich mit Eltern, Erziehung und Liebe beschäftigt hat, so dieses in die Welt hinausgehen und seinen eigenen Platz finden und ich finde das kann man ganz gut auf Frodo und seinen Auftrag, den er sieht. ⁓ dann seine Leute ⁓ sich zu scharren, zu sagen, hier gehe ich jetzt in ein Abenteuer rein und ich breche sozusagen auf. Und natürlich mit der Hoffnung, dass sich das auch gut ausgeht. Man weiß es manchmal nicht, wer die Überhand hält, ob Richtung gewahrt bleibt von denen, der dahinter steht oder ob andere Mächte vielleicht in verschiedene Richtungen zerren. Aber es fand ich es eigentlich ganz gut zu sagen, das ist so auch diese erste Bande, der dann sagt, jetzt geht der Weg und die Reise und der Aufbruch los. Tino Wiesinger: Ich musste bei den Wagen, als du den Wagen mitzungast, musste ich sofort an die Ponys denken. Die Ponys, die gehen dann auch irgendwann immer wieder verloren und dann bleibt nur noch eins übrig und auch das ist dann irgendwann weg. Dann sind die Gefährten auch irgendwie statisch und können gar nicht mehr so schnell vorankommen. Petra: Wir haben schon vorhin geredet, ja. Tino Wiesinger: Also daran musste ich ja denken. Der Wagen ist ja hier auch erstmal noch nicht in Bewegung gerade bei dem Karteck. Und das finde ich wichtig, dass der nicht in Bewegung ist und dass die Bewegung zumindest sehr langsam vorangeht. Das geht eben nicht, der fliegt nicht. Petra: mehr die Intention als die tatsächlich Bewegung, die schon in Gang gesetzt wurde. Tino Wiesinger: Das finde ich total spannend. Ich habe etwas gezogen, was in Bewegung ist und zwar immer in Bewegung ist, dauerhaft, nämlich habe ich gezogen das Rad des Schicksals. Das dreht sich permanent, man kann es nicht anhalten. Es ist auch schwierig, diesem Rad in die Speichen zu fallen, wie ich immer sage, beim Rad des Schicksals, aber manchmal muss man dem Rad des Schicksals in die Speichen fallen. Es geht gar nicht anders, ⁓ Dinge zu verhindern. Und hier in dem Fall geht es ja darum, zu verhindern, dass das Böse in Mittelerde komplett einbricht. Sie müssen nach Mordor, ⁓ diesen Ring zu zerstören, ⁓ vielleicht das Rad des Schicksals anzuhalten und dann in die andere Richtung zu bewegen, das Böse noch irgendwie aufzuhalten. Und das ist gefährlich. Man kann sich da sehr schwer verletzen, wenn man ihm Rat, ich stelle mir da so ein Müllrad vor, wenn sich das dreht und man will versuchen, das anzuhalten. Das kann einem schon mal irgendwie die Arme und Beine kosten und zu schweren Verletzungen führen, wenn man versucht, das anzuhalten. Aber diese Aufgabe hat Frodo. Das muss er tun. Und ja, manchmal gibt es Situationen, da können wir das Rad des Schicksals nicht einfach nur laufen lassen. Ich muss da keine, mach ich auch, werde ich auch nicht tun, da irgendwelche Aktualitätsbezüge oder aus unserer Vergangenheit daher zu ziehen, weil das ja Tolkien auch ganz wichtig war. Er wollte keine Allegorie, er wollte keine Analogien zu irgendwelchen geschichtlichen Ereignissen herstellen. Aber ich glaube, da kann sich jeder mal selbst auch Gedanken machen, wann es vielleicht gerade ein wichtiges Ding ist, da auch mal dem Rat in die Speichen zu fallen. Dieser Satz, dem Rat in die Speichen fallen, der soweit kann ich es sagen, kommt ja nicht von mir, sondern kommt von Dietrich Bonhoeffer, dem Widerstandskämpfer des Nationalsozialismus. Petra: Ich glaube, ist ja oftmals auch dieses Sachen passieren und sind manchmal unausweichlich, aber die eigene Haltung dazu oder die eigene Aktion dazu definiert ja, was letztlich rauskommt. Ich nehme auch gerne im Englischen, dass Wheel of Fortune immer ein wenig positiver als das Rad des Schicksals. Das ist vielleicht auch so typisch deutsch ein wenig, dieses Passivere. Letzter Konsequenz. Wir können nicht verhindern, was auf uns zukommt, aber wir können sehr wohl bestimmen, wie wir auf Situationen reagieren und was wir daraus machen. Das ist, glaube ich, so bisschen dieses Wer zeigt da den Mut, wie du so schön sagst, dem Rat des Schicksals in die Speichen zu fassen oder wirklich auch den Aufbruch zu wagen, ⁓ etwas zu drehen. Von daher finde ich, unsere beiden Karten passen ziemlich gut dazu. Tino Wiesinger: Manchmal sitzen wir nicht einfach auf diesem Rad. Wir sind eben nicht. Wir sind Mitschöpfer unseres Lebens und unseres Daseins generell. Petra: Definitiv. Es wäre ja schlimm, wenn wir die Zahl ausgeliefert sind. Das wollen wir nicht. Tino Wiesinger: Und das sind wir eben dem Rat des Schicksals nicht. Wir sind nicht ausgeliefert. ⁓ deswegen, wir haben einen Wagen, den wir in Bewegung setzen Petra: Ganz genau und sei schon am Anfang mit unserer Intention dahinter. Damit sind wir schon am unserer Tino Wiesinger: Genau. Petra: heutigen Literaturbetrachtung mit Tarot angekommen und ich würde mal sagen, ohne zu spoilern, es könnte sein, dass noch zwei nachfolgende ⁓ Episoden geben wird, die auf diesen ersten Band aufsetzen. Lasst euch mal überraschen. Wir hoffen wie immer, dass wir euch inspirieren konnten, ein paar neue Ansätze vielleicht darstellen konnten, vielleicht auch das, was für euch selbstverständlich ist, was immer ihr an Anmerkungen habt. Wir freuen uns über Kommentare und auf das nächste Mal mit euch. Bis dann. Tschüss. Tino Wiesinger: Bis zum nächsten Mal. Ciao.