Latest / Rambo Zambo – Der Merz-Podcast / Stephan Lamby: „Streit im Oval Office war geplant”
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- Ich bin so, wie ich bin. Das Scholz-Update, der Kanzler-Podcast der Funke Mediengruppe. Music. Herzlich willkommen, ich bin Lars Heiter. Es ist ja schwer, diesen Podcast im Moment zu machen und nicht, weil er das Scholz-Update immer noch heißt. Der heißt natürlich so lange das Scholz-Update, wie der Kanzler Olaf Scholz heißt. Und da so viele geschrieben haben und sich gemeldet haben und gesagt, Könnt ihr das nicht auch weitermachen, wenn der Scholz nicht mehr Bundeskanzler ist? Das überlegen wir gerade. Vielleicht gibt es dann eine Fortsetzung, natürlich dann unter einem anderen Titel. Das März-Update wäre, glaube ich, zu langweilig. Wir gucken mal, was wir da machen. Aber nicht nur deswegen ist dieser Podcast auch ein bisschen schwierig, sondern es passiert so unglaublich viel, dass man das alles erstmal sortieren muss. Und deshalb bin ich froh, dass heute jemand da ist, der es gewohnt ist, aus einer Unmenge Material das Wichtigste herauszufinden und dann so zusammenzustellen, dass es passt und dass es alle interessiert. Freunde dieses Podcasts werden wissen, wer da ist. Stefan Lambi, Dokumentarfilmer, Spiegel-Bestseil-Autor. Neues Buch erscheint jetzt gerade. Wir stellen das gemeinsam nächste Woche vor. Können wir euch auch noch mal einen kurzen Blick drauf werfen. Nächste Woche Montag. Am Ende. Genau, nächste Woche Montag. Machen wir gleich. Nächste Woche Montag ist ein Buch, was Sie geschrieben haben, sagen Sie schnell, auch ein politisches Buch. Wir haben es manchmal schon anklingen lassen. Es geht um Ihre Familiengeschichte so ein bisschen. Ja, das Buch hat den Titel Dennoch sprechen wir miteinander. Und der Aufhänger war ein Besuch von meinem amerikanischen Cousin, genau vor einem Jahr, der mir eröffnete, dass er nicht nur Trump-Fan ist, das wusste ich, sondern auch, dass er beim Sturm aufs Kapitol am 6. Januar 2021 dabei gewesen ist. Und diese Begegnung war schicksalshaft, weil ich dann in die USA gereist bin, um herauszufinden, warum radikalisieren sie so viele Menschen aus der bürgerlichen Mitte, sogar aus der eigenen Familie. Schließlich war ich in Argentinien beim Kettensägenpräsidenten Millet, in Ostdeutschland bei Björn Höcke und schließlich in Italien, in einem Ort, aus dem der, halten Sie fest, Faschismus kommt. Und war mit der Urenkelin von Benito Mussolini Mittagessen. Und all das in dem Buch stellen wir vor am 10. März im Mont Blanc Haus. Nein, nein, nein, nein. Habe ich 10? In der Buchhandlung Heimann. Stimmt, wir sind gewechselt. In der Buchhandlung Heimann. Aber bevor ich jetzt hier Quatsch erzähle, Karten dafür gibt es ganz normal entweder bei Heimann oder unter abendblatt.de slash leserevents. Da gibt es Karten. Und das ist schon sehr gut besucht und wir freuen uns natürlich über jeden, der dazukommt. Und jetzt wollen wir aber über die aktuelle Politik sprechen, das so ein bisschen sortieren. Und da wir ja länger nicht miteinander geredet haben, fange ich mal an. Nicht zu weit, aber am Sonntag der Wahl. Ich glaube, das letzte Mal, als wir gesprochen haben, war am 6. November. Ich glaube sogar am 5. November. Nein, Sie haben recht. Wir haben am 6. November hier gesessen und da haben Sie noch gesagt, mal sehen, was das wird. Und ehrlich gesagt, drei Stunden später passierte genau das, was Sie vorher gesagt haben. Ich war vorher in Berlin und hatte auf dem Bürgersteig jemanden getroffen, der mir sagte, die FDP hat eine Halle optioniert für in ein paar Tagen. Und ich dachte für einen Sonderparteitag, dafür brauchte man eine Halle, niemand wusste davon. Und bin deshalb davon ausgegangen, dass die einen guten Grund haben für einen Sonderparteitag. Und so war es dann auch und habe deshalb meinen Kameramann ins Kanzleramt geschickt, habe gesagt, dreh mal und bin dann, das hätte ich nicht tun sollen, aber Sie sehen, wie sehr ich Sie schätze, von Berlin nach Hamburg gefahren, um mit Ihnen einen Podcast aufzunehmen. Und der Kameramann war im Kanzleramt, ich in Hamburg und bin dann tatsächlich am nächsten Morgen mit dem allerersten Zug nach Berlin zurück und habe aus dem Zug mit dem Team von Friedrich Merz und Robert Habeck SMSen ausgetauscht, um noch an dem Morgen dann mit Merz und Habeck zu drehen. Kann man auch alles, wenn du mich recht erinnern, diesen Kameramann sieht man auch in ihrem Film, oder? Ist das nicht so? Kommt schon mal vor. Kommt schon mal vor. Nein, das ist ein Fotograf, der die Bilder gemacht hat von den Gesprächen mit Scholz und Lindner. Richtig. Der ist von der Agentur und der war am 3. November bei diesem Abendessen Olaf Scholz und Christian Lindner, damals noch Finanzminister. Und drei Tage später, an dem Abend, als die Regierung zerbrach, hatte er eine ganz gute Position in so einem Wäldchen vor dem Kanzleramt. Und ich hatte ein, zwei Fotos davon gesehen, habe dann mit dem Fotografen Kontakt aufgenommen und ihn gefragt, sag mal, du musst doch noch sehr viel mehr Fotos haben davon. Stellte sich raus, der hat 30, 40 Fotos davon und die haben wir wie in so einem Daumenkino in unserem Film gezeigt. Kann man sich angucken, ist überall so sehenswerter Film. Empfehlen möchte ich auch an dieser Stelle, weil ich da eine kleine Nebenrolle habe. Es gibt eine neue Doku, die letzte über den Bundeskanzler Olaf Scholz, Schicksalsjahre eines Kanzlers. Das gibt es auch in der Mediathek der ARD. Jetzt aber. Gehen wir zurück, gar nicht so weit zurück. Wahlsonntag, Bundestagswahl. Ich hatte da meinen ersten Moment. Sie und ich, wir haben beide nicht damit gerechnet, dass Olaf Scholz nochmal Kanzler wird. Wir haben beide damit gerechnet, dass Friedrich Merz es schafft. Und dann dachte ich, oh, jetzt ist er das. Und hoffentlich wird das jetzt alles sehr gut. Und dann war die erste Runde, die Elefantenrunde. Und einer der ersten Sätze, den Friedrich Merz sagte, war, ich zitiere mal frei, Diese Einmischung aus den USA, die würde er sich verbitten. Und diese Einmischung aus den USA seien auch nicht besser als die Einmischung aus Moskau. Und insgesamt müsste Deutschland und Europa sehen, dass sie unabhängig werden von den USA. Und dann dachte ich da, guckte ich, dachte, jetzt müssen die Moderatoren ja irgendwas sagen. Weil das war doch genau das, was man als sozusagen anderthalb Stunden Kanzlerseinder oder gefühlt Kanzlerseinder doch nicht machen darf. Das ist doch genau das Falsche, dachte ich und schreckte und sagte, meine Güte, wenn der so impulsiv bleibt, dann kann das ja heiter werden und musste dann jetzt, als ich Herrn Zelensky und Herrn Trump und Herrn Vance im Oval Office sah, wie die beiden, insbesondere J.D. Vance, den Zelensky provoziert hat und der sie hat sich provozieren lassen und musste dann ganz kurz denken. Was wäre eigentlich, wenn da in so einer Situation bei Friedrich Merz sitze, der ja auch schnell zu provozieren ist, kriegen wir dann solche Bilder. Das sind sozusagen die Dinge, die mir jetzt, bevor wir über all das sprechen, was jetzt kommt, an Koalitionsverhandlungen durch den Kopf gingen und mir so ein bisschen für die nahe Zukunft Sorgen machen. Übertreibe ich da mit diesen Sorgen? Friedrich Merz hat eine kurze Zündschnur und er war an dem Abend am 23. Februar plus minus 20 Uhr noch im Wahlkampfmodus. Und das waren die ja alle, auch Olaf Scholz hat ja deutlich gewettert gegen den neuen amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Und man kann das auf zwei unterschiedliche Arten lesen. Man kann sagen, ein künftiger Bundeskanzler sollte, insbesondere wenn er ganz neu auf der internationalen Bühne ist, mit ein bisschen leisen Pfoten daherkommen und erstmal sich vortasten, sich als den Neuen vorstellen. Aber wir wissen ja inzwischen auch, wie Donald Trump tickt und dass er eigentlich keinen Respekt hat vor Leuten, die Schwäche zeigen. Ob allerdings Friedrich Merz in der Position der Stärke bei seinem ersten Besuch nach Washington kommen wird, wann immer das sein wird, wahrscheinlich relativ kurz nach Ostern. Er hat ja gesagt, erst Paris, dann Warschau und dann wahrscheinlich Washington. Wobei er erstmal einen Termin kriegen muss. Das ist ja nicht ausgemacht. Das ist ja nicht mehr so wie früher, dass man als deutscher Kanzler relativ schnell einen Termin im Weißen Haus bekommt. Und der Termin wird stark abhängig sein von den Interviews, die Friedrich Merz bis dahin gibt und den Pressekonferenzen. Also wenn er sich weiter so stark aufspielt, kann es sein, dass es eine Weile dauern wird. Ich erinnere, als Angela Merkel im März 2017 da war, war ich mit Merkel im Weißen Haus, übrigens auch im Oval Office. Deshalb weiß ich ein bisschen, wie da die Gepflogenheiten sind. Das müssen Sie mal erklären, weil normalerweise sind das doch sogenannte, in Ihrer Sprache, sogenannte Auftaktbilder. Genau. Da findet man, wie lange normalerweise? Zwei Minuten maximal. Ich komme gleich nochmal darauf zurück. Aber das war nach meiner Erinnerung im März. Merkel war ja schon... Zwölf Jahre Kanzlerin. Also die musste sich anders als März heute nicht nochmal neu vorstellen. Trump kannte sie, kannte sie auch persönlich. Allerdings war Trump auch damals Mitte Januar ins Amt gekommen. Das dauerte also ein paar Wochen, bis Merkel einen Termin bekam. Und ob das bei März jetzt schneller gehen würde, da bin ich mir nicht so sicher. Wahrscheinlich nicht, aber kommen wir mal auf diese Szene, weil Sie sind ja wirklich einer, der das beurteilen kann. Also erklären Sie mal, wie ist das normalerweise, wenn man da reinkommt oder wenn man zu ähnlichen Veranstaltungen kommt, wie lange dürfen die Kamerateams dann bleiben und was dürfen sie filmen? Also der Ablauf ist eigentlich immer gleich und ich war ein paar Mal im Weißen Haus und wie gesagt bei diesem Treffen auch im Oval Office, deshalb kenne ich diese Abläufe ganz gut. Und als Presse wird man Stunden vorher reingelassen ins Weiße Haus. Es gibt Hunde, die einen durchsuchen, schnüffeln und so weiter. Und dann wartet man dann Stunde und Stunde. Irgendwann kommt dann der Staatsgast, in dem Fall Selensky. Und der Ablauf ist so, dass die beiden im Oval Office sitzen. Die Presse wird reingelassen. Und höchstens zwei Minuten kann man seine Aufnahmen machen. Bild wie Ton und dann wird man ziemlich rüde rausgeworfen, also wirklich auch handgreiflich. Also wenn man da noch ein bisschen länger drin bleiben will, dann kriegt man die Ellenbogen der Sicherheitsleute zu spüren. Dann ziehen die sich zu einem Gespräch zurück, dann zu einem Mittagessen, dann gibt es eine Pressekonferenz. So ist der Ablauf. So war es auch diesmal geplant. Oder, das ist jetzt die große Frage. Da bin ich mir nicht so sicher. Ich glaube, es war anders geplant von Donald Trump, der ja offenkundig ein Interesse daran hatte, dass dieses Gespräch vor Kameras, und zwar, auch das ist wichtig, nicht vor allen Kameras aufgenommen wurde, sondern nur noch von denen, die mindestens aus seiner Sicht freundlich über ihn berichten, wobei auch CNN dabei war. Aber es waren eben auch Leute dabei, die Hofberichterstattung machen, ganz deutlich. Und AP zum Beispiel durfte nicht mehr dabei sein, weil sie sich weigern, den Golf von Mexiko Golf von Amerika zu nennen. Also so viel zur Pressefreiheit in der neuen Trump-Regierung. So, dann begann dieses Gespräch und es dauerte, wie wir wissen, 45 Minuten. 40 Minuten Auftakt, 5 Minuten Klassenkeilerei. und Donald Trump hätte eigentlich, so wie es üblich, nach kürzester Zeit die Presse rausschicken müssen. Wahrscheinlich ist es doch so, automatisch normalerweise, dass da Menschen sind, denen man sagt, das sagt er ja nicht währenddessen, sondern dass er Menschen sagt, denkt daran und nach zwei Minuten, Dankeschön, raus. Ja, das braucht er denen gar nicht mehr sagen, das ist so. Das heißt, dass es jetzt nicht so ist, ist ein Zeichen dafür, dass irgendjemand gesagt hat vorher, und jetzt lasst ihr die drin. Wahrscheinlich waren die Presseleute, die Fernsehteams ja auch überrascht, dass sie am Ende da 45 Minuten bleiben durften. Ja, es kann sein, dass es ein bisschen der neue Stil im Weißen Haus ist. Ich glaube bei Macron oder Starmer war es auch so, dass sie ein bisschen länger bleiben konnten, aber sicher nicht diese 45 Minuten. Und jetzt kommt der entscheidende Punkt, sicher nicht bei diesem Streit. Also es ist erkennbar, dass Donald Trump ein Interesse daran hatte, dass dieser Streit vor der Weltöffentlichkeit zelebriert wurde. Und da muss man sich schon die Frage stellen, warum. Und wenn man bei den Äußerungen von Donald Trump in den letzten Wochen, ja Monaten, eine Linie zieht von... Er ist ein Diktator. Er hat den Krieg angefangen, die UN-Resolution mit Russland und ich glaube Nordkorea gegen die Europäer bis zu diesem Besuch. dann ist ja die Absicht, die dahinter steckt, ganz klar. Der will den Selenskyj richtig anschießen, also politisch anschießen, um ihn sich gefügig zu machen und auch Putin zu signalisieren, dass er letztlich auf der Seite von Putin steht. Und das ist natürlich eine Umkehr, jetzt mal eine Täter-Opfer-Umkehr, aber dann eben auch eine Umkehr im Verhältnis zu Europa. Aber das ist die Frage, so kann man das einerseits sehen, andererseits gibt es ja auch welche, die sagen. Er wollte ihn jetzt vorführen, um für den Fall, dass sein Versprechen diesen Krieg schnell zu beenden, erst in 24 Stunden, in der Zwischenzeit sind wir schon bei 100 Tagen, glaube ich, jemanden zu haben, sagen sie, meine Schuld war es nicht, ich habe es ja gesehen. Der Typ ist ein ganz, ganz schwieriger Mensch und ich habe alles getan, aber es scheitert an Zelensky. Das heißt, er hätte jetzt auch eine sozusagen filmgewordene Ausrede parat, falls es nicht zu einem Frieden käme. Also Donald Trump hat erkennbar ein Interesse, diesen Krieg zu beenden, egal zu welchem Preis, auch zu dem Preis der Aufgabe der Souveränität der Ukraine. Und da er Putin nicht in die Knie zwingen kann, weil Putin einfach in einer deutlich mächtigeren Position ist als Zelensky, geht es nur zu Kosten der Ukraine und damit von Volodymyr Zelensky. Dann hat er allerdings ein PR-Problem im eigenen Land. In den USA wurde seit dem Überfall der Russen auf die Ukraine Zelensky gefeiert. Es gilt als Held, nicht nur in Europa, sondern auch in den USA und zwar über die Parteigrenzen hinweg. Also Donald Trump muss sich jetzt einen Trick überlegen, um seinen Amerikanern klar zu machen, dass mit diesem Zelensky, den die bis vor wenigen Wochen noch gefeiert haben, es keine Zukunft geben kann. Das würde auch erklären, warum das Treffen begann, damit sich über seine Kleidung lustig zu machen. Wir wissen alle, dass Volumir Zelenskyy letztendlich diese Soldatenuniform trägt, also eben keinen Anzug trägt und gesagt hat, ich trage wieder einen Anzug, wenn der Krieg vorbei ist. Und dann Trump sich gleich lustig über ihn machte und nicht nur das, es gab sogar während dieses Gesprächs eine Frage, ich habe mir die ganze Passage mal angeguckt, wo dann ein Journalist, das ist was ich sagte. Haben Sie nichts Besseres, warum kommen Sie hier nicht im Anzug an und solche Geschichten. Der wird ja noch gelobt von Trump und sagt, das ist mal eine richtig gute Frage hier. Da wird ein Präsident eines Landes, das gerade seit drei Jahren im Krieg ist, darauf angesprochen, warum er keinen Anzug trägt. Und alle wissen, warum er keinen Anzug trägt. Also das war eine Gemeinheit und Trump hat diese Gemeinheit geschehen lassen. Er hätte sich ja auch vor seinen Gast stellen können und sich solche gemeinen Fragen verbitten können. Nee, nee, nee, das war sehr wohl im Interesse von Donald Trump. Und nochmal, wenn er Selenskyj eine Woche vorher als Diktator bezeichnet, der den Krieg angefangen hat, dann kann man ja nicht davon ausgehen, dass es ein besonders friedliches Gespräch werden wird. Also, dass der Zelensky da unter Hochspannung sitzt. Weil anders als bei Trump geht es für den ums physische Überleben. So ist es. Das physische Überleben seiner Bevölkerung, jedenfalls weiter Teile, möglicherweise auch seines eigenen Überlebens. Also, der ist in einer völlig anderen Verhandlungsposition als der Gastgeber Donald Trump. Sie haben gerade gesagt, Donald Trump hat ein Interesse daran, dass das möglichst schnell endet. Was ist das Interesse? Also... Auch wenn es jetzt nicht mehr so originell klingt, aber man muss glaube ich Donald Trump tatsächlich als Geschäftsmann sehen, für den ein Krieg einfach nur teuer ist. Und bislang, was die USA da ausgegeben haben und wir Deutschen wissen, wovon wir sprechen, aber für uns ist es teuer, kostet das einfach und das verschwindet irgendwo in Kanälen in der Ukraine an der Front, möglicherweise auch noch in nicht ganz so noblen Kanälen. Wir wissen also um die Korruption auch in der Ukraine, also dass der ein Interesse daran hat, diesen Krieg aus wirtschaftlichen Gründen zu beenden. Das ist ja sehr nachvollziehbar. Und dann hat er Wahlkampf geführt mit dem Versprechen, den Krieg innerhalb von 48, 24 Stunden zu beenden. Und ich erinnere, das muss im August letzten Jahres gewesen sein, an die Fernsehdebatte zwischen ihm und Kamala Harris, oder vielleicht war es auch September, als Trump davon gesprochen hat, den Krieg sogar bevor er ins Amt eingeführt wird zu beenden. Also wie das sein sollte, das hat sich mir überhaupt nicht entschlossen. Also als gewählter Präsident, aber der noch nicht im Amt ist. Also das war dummes Zeug. Und jetzt steht er natürlich unter massivem Druck. Also er hat die Erwartung geschürt und kann sie jetzt nicht erfüllen. Wie gesagt, der Putin reibt sich die Hände und der Zelensky muss es ausbaden. Und es kann vielleicht dazu führen, würde mich Ihre Einschätzung interessieren. Es sieht so aus, als ob die, aber das sah es schon öfter, als ob die Europäer diesen Schuss im wahrsten Sinne des Wortes jetzt gehört haben. Sie kommen zusammen, insbesondere Großbritannien und Frankreich. Deutschland macht da im Moment eine schlechte Rolle. Das hängt auch mit dem Regierungswechsel zusammen, aber ich glaube nicht nur. Deutschland hat auf europäischer Ebene in den vergangenen dreieinhalb Jahren nicht so eine tolle Rolle gespielt. Kann das also dazu führen, dass die Europäer jetzt sagen, okay, jetzt gehen wir es an, jetzt machen wir einen Plan. Jetzt machen wir ja auch einen Plan, wie wir perspektivisch, nicht sofort, aber unabhängig werden von den USA, was dann ja auch dazu führen könnte, dass Trumps große Idee, dass alle viel mehr Geld für die Verteidigung ausgeben und die Amerikaner dann prozentual vielleicht weniger ausgeben müssen, könnte dann ja auch in Erfüllung gehen und das könnte er seinen Wählerinnen und Wählern auch als Erfolg verkaufen. Seht mal her, jetzt zahlen sie drei Prozent ihres Bruttosozialprodukts oder vier Prozent und ich habe das erreicht. Bevor wir über den Plan der Europäer sprechen, doch nochmal einen Gedanken zurück zu dem Plan von Donald Trump, weil beides steht ja miteinander in Beziehung. Also wenn man sich auf die Logik des Geschäftsmanns Donald Trump einlässt, dann wird ja in diesen Tagen deutlich, was der für einen Geschäftsplan hat bei diesem Thema. Da redet der glaube ich auch nicht mehr groß drum herum. Also die Umrisse sehen ungefähr so aus. Putin bekommt weite Teile der Ukraine. Wobei weite Teile muss man vorsichtig sein, wir reden jetzt aktuell über 19,4% besetztes Gebiet. Ein Fünftel. Die bekommt er aber, genau. Die wird er bekommen. Das hat ja der Verteidigungsminister schon vorletzte Woche angekündigt. Also das sei verloren. Putin kann davon ausgehen, dass die Sanktionen gegen ihn eingestellt werden. Putin kann davon ausgehen, dass die Ukraine auf absehbare Zeit nicht Mitglied der NATO wird, möglicherweise niemals und dass es dann auch wieder ganz normale internationale Beziehungen geben wird. Die USA unter der Führung von Trump bekämen einen Teil der Bodenschätze und wir, die Europäer, sollen das Ganze militärisch absichern. Das ist der Plan von Donald Trump. Und die Europäer können dem nicht wirklich was entgegensetzen. Das Einzige, was sie jetzt machen könnten, ist zu sagen, wir, und das wird enorm anstrengend in jeglicher Hinsicht, dass sie sagen, okay, die Amerikaner werden nicht mehr an unserer Seite stehen. Das Beste, was passieren, was wir rausholen können, ist, dass sie das, was wir hier machen, tolerieren. Das Schlimmste, was passieren kann, ist, dass sie die Seiten wechseln, nämlich auf die Seite der Russen. Das ist auch nicht auszuschließen. Also, dass sie es nicht mit einem Gegner, sondern mit zwei Gegnern zu tun haben, den Russen und den Amerikanern unter Trump. Also, das Beste, was die Europäer rausholen können, ist, dass die Amerikaner das tolerieren. Und wir, die Europäer, müssten dann wirtschaftlich und auch militärisch. An die Stelle der USA treten, eigene Truppen hinschicken und wie Starmer davon gesprochen hat, ja nicht nur Truppen, sondern auch in the air, also auch mit Kampfflugzeugen, die Sicherheit der Ukraine absichern. Das ist das, was ja in den ersten Kriegstagen diskutiert wurde. Da ging es ja immer um diese Flyover Zone, also dass man absichert, dass die Russen mit eigenen Flugzeugen über die Ukraine fliegen. Und wenn jetzt die Europäer, die Briten, die Franzosen möglicherweise die Deutschen da eigene Flugzeuge hinschicken und es kommt zu Angriffen der Russen, dann stehen wir da im Krieg. Und die Amerikaner sind dann fein draußen auf den ersten Moment. Auf den ersten Blick. Es gäbe ja noch die, man muss es ja voneinander trennen, das eine ist die USA und das andere ist die NATO. So, da muss man natürlich gucken, in welche Rolle spielt die USA jetzt künftig in der NATO. Aber da ist wichtig, dass nach diesem Plan, der gerade in London Umrisse bekam und jetzt in wenigen Tagen bei einem EU-Gipfel weiter diskutiert werden wird, dass keine NATO-Aktion sein soll. Wenn es dann aber zu einem Angriff auf ein NATO-Land gäbe oder auf eine NATO-Kampfeinheit, dann ist es… Ja, das macht einen Unterschied. Das macht aber dann schon einen Unterschied, oder nicht? Doch, das macht einen Unterschied, weil wenn da, sagen wir, britische und französische Truppen angegriffen würden. Würde man wahrscheinlich aus Sicht der Amerikaner unter Trump sagen, das ist ja kein Angriff auf einen NATO-Mitgliedstaat, sondern nur auf die Truppen eines NATO-Mitgliedstaats. Das heißt, die Amerikaner könnten sich dann fein rausziehen und sagen, das sollen die mal lösen, das Problem, die Europäer. Wir haben da lang genug, und zwar mit lang genug meinen sie seit dem Zweiten Weltkrieg für die Sicherheit der Europäer gesorgt. Ist ja auch ein Punkt dran, aber ist nicht sozusagen, dieser Punkt, an dem man jetzt ist, das ist ein Punkt, an dem man schon öfter war. Ich erinnere mich damals, als der Krieg im Ex-Jugoslawien war, wo die Europäer es auch nicht hingekriegt haben und da mussten die Amerikaner wieder kommen. Früher oder später muss doch Europa jetzt mal erwachsen werden. Es gibt den schönen Satz, wer hat den gesagt irgendwie, wie kann es eigentlich sein, dass eine Union mit 450 Millionen Menschen ein Land, in Klammern die USA, mit 350 oder 300 Millionen Menschen bittet, ihm zu helfen, um gegen ein Land wie Russland mit 120 Millionen Menschen zu bestehen. Und da ist ja so ein bisschen was dran. Und wirtschaftlich muss sich ja die EU nicht verstecken vor den Amerikanern. Wir müssen aber aufpassen, dass wir jetzt, hier ist ja kein internationaler Podcast, wir müssen noch ein bisschen, wir sind schon fast bei der Hälfte. Ich hätte noch ein Zitat für Sie, um dann elegant auf Friedrich Merz überzuleiten. Ich glaube, darauf wollen Sie hinaus. Diesen anderen Satz, ich glaube, der kommt von Henry Kissinger. Wenn man als amerikanischer Regierungspolitiker in Europa anrufen will, dann weiß man gar nicht wen. Man braucht eine Nummer. Und jetzt kommt es auf Friedrich Merz an. Wird die Nummer demnächst mit 004930, also Kanzleramt, anfangen? Ich glaube, Friedrich Merz, sobald er im Amt ist, wird sich darum bewerben in den Gesprächen und es wäre auch richtig als wirtschaftlich mächtigstes Land. Nicht unbedingt militärisch wirtschaftlich mächtigstes Land, aber definitiv wirtschaftlich wichtigstes Land der EU. Und das ist ja jetzt die entscheidende Frage, was da auf ihn zukommt, wo man sagt, boah, beneidet man ihn jetzt darum? Man sieht ihm ja an, wie sehr er sich darüber gefreut hat, dass er es geworden ist. Und man denkt so, weißt du genau, was da jetzt auf dich zukommt? Und da sind wir jetzt praktisch in der Innenpolitik, die aber mit dieser Außenpolitik natürlich zu tun hat. Kurz bevor wir in diesem Studio reingingen, gab es die Nachricht, dass tatsächlich Friedrich Merz vorschlagen will, zusammen mit der SPD. Dass es eine Sondersitzung des Bundestags gibt und zwar noch des alten Bundestages. Und wenn der den alten Bundestag zusammenholen will, dann ist es klar, es kann ja nur um die Schuldenbremse gehen oder um ein Sondervermögen, wo man zwei Drittel der Stimmen bräuchte. Und da gibt es jetzt zwei Punkte. Das eine ist das, was Ricarda Lang, die ehemalige Vorsitzende der Grünen, schon vor ein paar Tagen gesagt hat, als sie gesagt hat, darüber haben wir doch mit der CDU immer gesprochen. Und sie haben gesagt, mit uns auf keinen Fall. und sie sagte dann sowas wie so sinngemäß, wie hinterhältig ist das? Also dass sozusagen sie an diesem Punkt, ja, die Ampel haben über die Klinge springen lassen, um jetzt vielleicht dann doch diese Move zu machen und zu sagen, wir müssen an der Schuldenbremse was ändern. Das ist das eine, über das wir gleich sprechen können. Und das andere ist, dass diese Meldung, dass es eine Sondersitzung des Bundestags am Montag, 10. März, wenn wir auch zusammensitzen, können wir drüber sprechen, schön, ergibt, kam natürlich über die Bild-Zeitung. Und wir erinnern uns, dass Lars Klingbeil, der neue Fraktionsvorsitzende der SPD und der alte Kurvorsitzende gesagt hat, für die Verhandlung, alles, was nach draußen dringt. Ist für mich erledigt, darüber spreche ich nicht mehr. Und das ist schon gleich das erste Ding. Offensichtlich wollte man das vielleicht gemeinsam bekannt geben und muss es schon raus. Also da baut sich schon ein Spannungsfeld auf, dass es erstmal gar nicht so einfach machen wird, diese Koalition zustande zu kriegen. Ich glaube, wir sind uns beide eigentlich, am Ende gibt es ja keine Alternative, das weiß Friedrich Merz auch. Aber ist es geschickt auch so vorzugehen jetzt mit der SPD und nicht zu versuchen, da wirklich jetzt in der Übergangsphase auf jeden Fall diesen Schulterschluss zu suchen? Also wenn es jetzt um die Bild-Zeitung geht, ich würde für den Moment, das kann sich alles noch ändern, das nicht als zu gravierend ansehen. Weil wenn, heute ist Montag, wenn wir es hier aufnehmen, nächste Woche Montag diese Sondersitzung des Bundestages sein wird, dann muss man die Abgeordneten ja einladen. Also das kommt sowieso jetzt innerhalb der nächsten Stunden noch offiziell raus. Deshalb, ich glaube, das war jetzt kein Bruch, irgendeine Vertraulichkeit, sondern... Saskia Esken hat sofort gesagt, nee, das ist nicht euer Ernst. Sie sagt das, glaube ich, sinngemäß, wir müssen doch mal Vertrauen aufbauen und so baut man nicht Vertrauen auf. Also wir sollten auf die Kommunikation insbesondere mit dem Horst Springer genauer schauen, weil die spielten ja auch eine gewisse Rolle beim Bruch der Ampelregierung. Ich habe das ja in meinem Film dokumentiert, also die Meldung der Bild-Zeitung, dass Christian Lindner am 6. November dem Kanzler vorgeschlagen hat, Neuwahlen im Frühjahr platzte in die letzte Verhandlungsrunde, das fand Scholz, das fand Habeck überhaupt nicht witzig. Wenn sich Ähnliches wiederholen sollte, dann wäre das kein gutes Signal für den Start der neuen Regierung. Aber neben der politischen Frage, also Sie haben uns da recht darauf angesprochen, dass die CDU ja gemauert hat in den letzten Monaten der Ampel vor einem solchen Schritt. Thomas Frey hat noch in der vergangenen Woche, ich glaube Torsten Frey, bei Markus Lanz gesagt. Nichts, an der Schulenbranche wird nichts gemacht, nie, nie, nie. Gut, das ist das Politische und jetzt kommt natürlich dieser Eklat im Weißen Haus denen zugute, dass sie sagen könnten, schaut mal, das sind jetzt ungewöhnliche Zeiten und dann wird irgendjemand Konrad Arnauer zitieren, was interessiert mich, mein dumm Geschwätz von gestern. Wir wissen, Friedrich Merz ist Fan von Adenauer. Also ich glaube, das ist nicht schön, aber das ist lösbar. Das Kommunikationsproblem, das ist das andere. Aber es gibt noch ein drittes Problem, das ist das Juristische. Was wird das Bundesverfassungsgericht zu all dem sagen? Gregor Gysi hat ja schon angedeutet, er würde dagegen klagen. Die Linken überlegen, juristisch dagegen vorzugehen. Und das Bundesverfassungsgericht kann sagen, also wenn, was sehr ungewöhnlich ist, ich glaube sogar einzigartig, eine Grundgesetzänderung mit einem Parlament durchgesetzt wird, was abgewählt ist, können die nachfolgenden Parlamentarier das nicht mehr rückgängig machen, weil die Mehrheitsverhältnisse anders sind. Und deshalb ja die Bundestagswahl. Also das ist juristisch heikel. Wobei der Bundestag ist ja noch sozusagen im Amt. Genau wie der Kanzler noch im Amt ist. Die Legislaturperiode endet erst am 24. März. So, und dann ist nicht entscheidend, was wir zwei darüber denken, sondern das Bundesverfassungsgericht. Und das Bundesverfassungsgericht, wissen wir, urteilt weniger nach politischen Gesichtspunkten, sondern nach juristischen Gesichtspunkten. Also wenn die, und das kann ein paar Wochen oder Monate dauern. Und sagen wir mal, die haben dann ein Sondervermögen für die Bundeswehr von 400 Milliarden und für strukturelle Veränderungen, Innovationen auch nochmal 400 Milliarden. Das sind die Summen, die jetzt gerade im Raum stehen, also etwas unter einer Billion Euro. Dann machen die damit ihre Pläne, dann werden neue Panzerproduktionen in Auftrag gegeben und, und, und. Und dann, nach einigen Wochen, möglicherweise Monaten, kommt das Bundesverfassungsgericht und erklärt das Ganze für nichtig. Dann hat die neue Regierung denselben Salat wie die alte Regierung. Und natürlich wäre es natürlich auch, es ist natürlich, wie soll ich sagen, es ist nicht gerade glaubwürdig, weil natürlich hätte das die alte Regierung auch gemacht, hätte sie wahrscheinlich, wäre sie wahrscheinlich jetzt noch im Amt. Also nehmen wir mal an, ob es um 800 Milliarden geht, wissen wir nicht, aber selbst zwei, drei, vierhundert Milliarden. Wir erinnern uns, und das ist ja immer noch, dass die, auch Thorsten Frey hat das gesagt und Friedrich Merz hat das gesagt, man kriegt das alles, was wir haben müssen, kriegt man hin mit den 1000 Milliarden Steuereinnahmen, die Deutschland hat. Man muss nur vernünftig mit dem Geld umgehen und so. Und die Vorstellung, dass es plötzlich heißt, wir brauchen 400, 500 Milliarden mehr vor dem Hintergrund dieses Gesprächs im Oval Office, das wäre mir einen Tick zu billig, weil an der Grundsituation hat sich ja nichts geändert. Die Klarheit, dass Europa sich selbst verteidigen muss, daran ändert jetzt ja nicht dieses Gespräch, das ist nochmal eine Zuspitzung, aber das war ja schon vorher klar. Herr Haider, ich glaube wir kommen nicht drum herum festzustellen, dass die Bundesrepublik Deutschland unter Führung eines neuen Bundeskanzlers Friedrich Merz demnächst auf Kriegswirtschaft umstellen wird. Hat es seit über 80 Jahren nicht mehr gegeben, aus sehr guten Gründen nicht gegeben. Das wird uns ganz schön durchrütteln. Wenn wir das allerdings nicht tun würden, würde es uns auch mächtig durchrütteln. Weil sowas kann man nicht aus der, salopp gesagt, Portokasse bezahlen. Aber nochmal, was ich nur sagen will, und das finde ich halt so ein bisschen schwierig, dass dann sozusagen mit einer Lüge diese Kanzlerschaft beginnt. Weil nochmal, das steht ja schon lange fest, oder? Kein Widerspruch, das steht schon lange fest. Und wenn man die Äußerung von Friedrich Merz im Wahlkampf sich angeschaut hat, irgendwann hat er sich mal in einem Gespräch auf einer Bühne der Süddeutschen Zeitung so ein bisschen vorgetastet und dann wurde das wochenlang debattiert im politischen Berlin. Ja, das war allen klar, das war ihm klar, das war den Beobachtern klar, das war der Opposition, der Regierung klar, allen war das klar. Und jetzt kommt es, und ich meine, dann auch Jörg Cookies, den amtierenden Bundesfinanzminister einzubestellen und dann mal einen Kassensturz zu machen, ist doch, Entschuldigung, lächerlich, weil den braucht man doch nicht. Also für einen solchen Schritt, also bei den Summen, um die es geht. Man muss doch nicht sich davon abhängig machen, dass der Bundesfinanzminister einem sagt, dass kein Geld in der Kasse ist. Das weiß man vorher. Das sind ja auch keine Geheimkassen, das sind ja öffentlich zugängliche Informationen. Und jetzt zu sagen, ach schau mal, nachdem Jörg Kuckis uns gesagt hat, wie schlimm das in der Kasse ist, kommen wir auf diesen Ausweg mit dem Sondervermögen und der Schuldenbremse jetzt noch bei dem scheidenden Bundestag, das ist durchschaubar, aber nochmal, das ist nicht schön und. Was wäre die Alternative? Absolut, absolut. Aber mit dem gleichen Argument hätte die, und das hätte, glaube ich, Wolfgang Schäuble auch, als er noch lebte, der CDU geraten, in der letzten Sitzung. In den letzten Wochen, im Dezember 23. Wo er da gesagt hat, Leute, ihr gewinnt die Wahl auf jeden Fall, die nächste. Aber macht das jetzt mit der Schuldenbremse mit, dann habt ihr auch das Geld gleich da. Und die Frage ist ja, die sich jetzt ja stellt, das weiß ich nicht, die FDP und die Grünen, stimmen die damit? Die Grünen ja, die FDP wahrscheinlich nicht, weil es ja gegen das Axiom des Christian Lindner verstoßen wird. Und reicht es dann? Es wird, also... Wir brauchen eine Zweidrittelmehrheit, wenn ich mal kurz im Kopf ausrechne. Ja, das würde reichen, mit den Grünen würde es reichen. Ich glaube, die brauchen die FDP nicht. Genau. Und umgekehrt, jetzt sieht man auch, was es positiv bewegt, also was diesen Aspekt der Politik betrifft, dass die FDP nicht mehr in der Regierung ist. Weil das ist ja das, was Friedrich Merz eigentlich wollte. Er wollte ja eigentlich eine Regierung mit der FDP anstreben, bis er dann irgendwann gemerkt hat, das haut nicht hin. Und dann hat er öffentlich erklärt, die 4%, die hätte ich gerne auf meinem Konto. Bisschen ist es so gekommen, nicht ganz. Genau, aber irgendwann im Herbst letzten Jahres hat er noch mit der FDP geflirtet. Und stellen Sie sich vor, er hätte die FDP jetzt in der Regierung. Das mag ich mir nicht vorstellen, weil dann hätte die FDP unter Christian Lindner entweder rhetorisch aus dem Fenster springen müssen oder ähm. Und möglicherweise wäre auch diese Regierung dann früher oder später daran gescheitert. Und es ist trotzdem riskant, die FAZ hat jetzt so eine Umfrage gemacht, war interessant, unter den SPD-Abgeordneten, den Neuen, wie viel davon denn tatsächlich Friedrich Merz wählen würden. Und ich glaube, acht bis zwölf haben Bedenken, vier sagen sogar, nee, ich mache es auf keinen Fall. Nun ist die Mehrheit, glaube ich, bei 16, stimmen wir mich, wenn ich es nicht täusche, gucken wir nochmal nach, aber so. Will aber sagen, er muss natürlich auch aufpassen, dass er am Ende auch alle hinter sich versammelt. In der SPD, in Klammern, die Partei, wo Frieden schaffen ohne Waffen für viele nach wie vor oder sehr lange ein großes Ziel war. Dann kommt es auf Lars Klingbeil an, der ja nicht nur Partei, sondern auch Fraktionsvorsitzender ist, der dann Probeabstimmungen machen muss und dann wird sich herausstellen, ob er seinen Laden im Griff hat in der Fraktion. Und dann ist er als Parteivorsitzender gefordert, weil er um für sich gute Konditionen beim Koalitionsvertrag auszuhandeln, sagt, das müssen wir von unseren Parteimitgliedern abstimmen lassen. Also da gibt es zwei Sollbruchstellen, Fraktion und Partei und jeweils kommt es auf Last King Bay an. Und deshalb ist es auch wahrscheinlich so wichtig, dass man in diesem Sondervermögen nicht nur ein Sondervermögen verabschiedet, sondern auch noch Brücken und so weiter. Innovation, Digitales, man wird viele schöne Dinge finden, sodass am Ende Lars Klingbeil sagen kann, schaut mal, wir haben die Zukunft Deutschlands, Europas gesichert, ohne ans Bürgergeld und ohne an die Rentenzahlung der Deutschen zu gehen. Aber ist es nicht auch trotzdem das falsche Signal, weil die Idee zu sagen, wir versuchen mal mit dem Geld... Verteidigung ist das andere. Aber mal versuchen mit dem Geld auszukommen. Dann gibt es auch wieder gar keinen Anlass, die Bürokratie abzubauen. Mal gucken, gibt es bestimmte Sachen, wo wir zu viel Geld ausgeben und so. Das wird dann wieder mit viel Geld, das ist natürlich das Einfachste. Wir erinnern uns, wenn die Ampel nicht, das Urteil nicht schon mal, wie Sie es vorhin angedeutet haben, vom Bundesverfassungsgericht kassiert worden wäre, dann würde es die Ampel heute noch geben, weil die Unterschiede kann man natürlich mit allem Geld der Welt überdecken. Genauso wird es kommen. Kein Widerspruch. Mach mich fertig. Es ist spannend, wahrscheinlich wir müssen diesen Podcast relativ schnell ausstrahlen, weil man weiß, wie es dann ein, zwei Tage später schon ist. Das kann man gar nicht mehr machen. Ich würde Sie jetzt gerne nochmal fragen, weil Sie die ja begleitet haben, die handelnden Personen. Ich glaube, wir müssen über Olaf Scholz jetzt nicht mehr sprechen. Vielleicht können wir beide festhalten, guter Verlierer, oder? Fairer Verlierer. Fairer Verlierer und irgendwie auch ganz entspannt. Ich finde es interessant, dass er weiter das Mandat als Bundestagsabgeordneter macht, aber vielleicht ist es auch ganz gut, dass man nicht von 100 auf 0 geht, sondern vielleicht von 100 auf 10 und dann noch so ein bisschen auspendelt. Naja und man hat ja auch als Abgeordneter Rechte, die man als Normalbürger nicht hat und ich erinnere daran, als Helmut Kohl abgewählt wurde, 1998 saß er ja auch noch ein paar Monate und das kann helfen bei Untersuchungsausschüssen. Ah, okay. Und dann ist man, man hat ein Büro, man hat ein paar Rechte. Aber es hat der Kanzler ja sowieso, Der Kanzler hat ja immer einen Anspruch auf ein Büro, auf vier, fünf Mitarbeiter. Aber nicht im Bundestag. Nicht im Bundestag, das stimmt. Das sind andere Rechte und man ist anders ausgestattet. Aber ich glaube, also ich kann jetzt nicht in den Kopf von Olaf Scholz gucken, warum er entschieden hat, genau wie Robert Habeck übrigens, sein Mandat anzunehmen. Aber wenn man in die Geschichte blickt, da gibt es Beispiele und Helmut Kohl war ein solches. Wie gesagt, Sie waren an Scholz. ich will nicht gar nicht lange über Scholz sprechen, weil das ist relativ schnell erzählt, aber sie waren Habeck lange dicht dran und ein Lindner. Fangen wir mal mit Habeck an. Wenn die Grünen es in die Regierung geschafft haben, und das waren ja ein paar 10.000 Stimmen, die fehlten, für das BSW, wo gemerkt? 13.000. 13.000 Stimmen, Wahnsinn. Dann wäre er geblieben, oder? Dann wäre er geblieben. Er hätte einfach keine Lust jetzt mehr nicht zu regieren? Ja, ich glaube keine Lust. Also man muss dann irgendwie bis ins Jahr 2021 zurückschauen. Da wollte er Kanzlerkandidat werden. Das Frauenstatut und Annalena Baerbock waren dagegen. Er war mächtig geknickt, er hatte die Verletzung seines politischen Lebens, weil er davon geträumt hatte, Kanzler zu werden und der kommt jetzt einfach dreieinhalb Jahre zu spät und hat es knapp verpasst, also so knapp war es nicht, aber mit diesen 13.000 Stimmen des BSW hätte er es dann in die Regierung schaffen können. Und ich glaube, man muss das jetzt nicht politisch, sondern sehr persönlich sehen. Also der hat enorm viel eingesteckt die letzten Jahre und auch die letzten Monate und hat sich enorm reingehangen und ist wahrscheinlich auch richtig für den Mann, jetzt mal eine größere Pause zu haben. Ob das politisch für Deutschland sinnvoll ist, ist eine ganz andere Frage, aber der war jetzt fertig. Sie haben es ja gesehen, er war ja auch Anfang in diesem Podcast zu Gast, Anfang des Jahres in der Leisahalle. Der hat ja eine große Fangemeinde. Und viele sagen, so ein Typus, der fehlt jetzt. Also jemand, den man beim Denken zuschauen und zuhören kann, den haben wir jetzt dann nicht mehr in der Politik. Genau. Und die Generation, auch in der eigenen Partei, die danach wächst, glaube ich, wird ihm auf absehbarer Zeit nicht das Wasser reichen können. Und ich würde den Leuten sagen, die behaupten, so jemand würde fehlen. Ja, das stimmt. Also es geht jetzt nicht nur um die rhetorische Fähigkeit, dass man das sofort nachvollziehen kann, sondern der hat ja einen anderen Zugriff auf Politik. Und das fehlt. Und das ist unabhängig davon, ob der bei den Grünen ist. Ich fand das übrigens auch über Christian Lindner. Also als rhetorisches Talent, ja, das sind zwei herausragende Talente und davon sind wir nicht so gesegnet, also insbesondere wenn man es mit Olaf Scholz vergleicht, der andere Qualitäten haben mag, aber Lindner und Habeck haben einen besonderen Stil in die politische Debatte eingeführt, bei allen inhaltlichen Problemen. Nun sind sie weg und ganz am Ende müssen wir natürlich, weil wir hier in Hamburg sitzen, einmal ganz kurz über eine Wahl sprechen, die natürlich untergegangen ist und wahrscheinlich auch im Verhältnis nicht ganz den Stellenwert hat, die in all die anderen Themen haben, die wir über die wir gesprochen haben. Trotzdem hat man den Eindruck, in Hamburg ist die Welt noch in Ordnung. Da kann Rot-Grün die Regierung fortsetzen, sind die Mitglieder. Die Parteien, die immer vorne sind, SPD vor CDU, vor Grünen, AfD einstellig. Und dann haben viele gefragt nach der Wahl, was kann man von Hamburg lernen? Und die Antwort war immer, gar nichts. Hamburg ist ein Planet auf einer anderen Umlaufbahn als viele Bundesländer. Stimmt das? Das war, und ich meine das sehr positiv, die unspektakulärste Bürgerschaftswahl, seit ich in Hamburg wohne. Und das sind schon ein paar Jahrzehnte. Und ich finde schon, dass man was daraus lernen kann, nämlich Gelassenheit. Und eine Koalition, die versteht, dass man sich konstruktiv streitet, aber nicht destruktiv und die sich darauf konzentriert, bestimmte Probleme anzugehen. Das ist das, was man als Bürger zu erwarten hat. Und das ist das, was die Ampel eben nicht hinbekommen hat. Insofern hält die Bürgerschaftswahl in Hamburg der Bundestagswahl und der zerbrochenen Ampelregierung den Spiegel vor. Das ist hier das genaue Gegenteil von dem, was in Berlin passiert ist. Man kann die Frage beantworten, wie kriegt man die AfD klein, indem man Politik macht, bei der die Menschen merken, es ändert sich was zum Guten für mich. Ich hatte gestern von der AfD den Alexander Wolf hier und fragte ihn dann, warum die denn in Hamburg so schlecht abgeschnitten hätten und sagte, weil es dieser Stadt so gut geht. Das fand ich sehr ehrlich, in gewisser Weise auch entwaffnet, aber das ist es, weil hier es viele Probleme, die es anderswo gibt, hier nicht gibt, was aber natürlich auch am Ende dann ein Verdienst der Politik ist, genauso wie es umgekehrt eine Schuld der Politik ist, wenn es halt nicht so gut läuft. Aber Hamburg ist auch traditionell eine offene, eine weltoffene Stadt. Wir haben den Hafen und das hat, sagen wir, Chemnitz nicht. Und ich glaube, das ist schon in der politischen Kultur angelegt, dass Hamburg eine tolerante Stadt ist. Und das hängt mit der Lage in Meernähe zusammen, dass wir es gewohnt sind, dass hier fremde Einflüsse sind, dass sie willkommen sind, dass wir sie brauchen. Das hängt mit der Reeperbahn St. Pauli zusammen. Also hier herrscht einfach ein anderes Klima und einer der Gründe, warum ich ganz gerne lebe in Hamburg. Und Sie haben ein entscheidendes Wort gesagt, Gelassenheit, ist das nicht auch etwas, das kann man so ein bisschen bei Macron sehen, auch bei diesen Dingen, die spitz auf Knopf stehen, weltweit, dass es da gar nichts hilft, wenn man da sozusagen, hat man jetzt bei Silensky auch gesehen, wenn man dann darauf reinfällt und wenn man diesen Turm mitgeht, sondern wenn er immer ruhig bleibt, gelassen bleibt, die Nerven bewahrt. Und auch das ist ja etwas, was Olaf Scholz gut konnte. Und das wird aber auch künftig eine Eigenschaft sein, die alle diese Führer haben müssen in Europa, um es eben nicht zu eskalieren. Das war das Erfolgsrezept Nummer eins von Angela Merkel. So ist es. Die hatte ihre Gefühle unter Kontrolle. Also zu behaupten, Angela Merkel hätte keine Gefühle gehabt, das wäre völlig verkehrt. Aber sie hat verstanden, dass Gefühlsäußerungen, Ausbrüche gar in der Politik eigentlich nichts zu suchen haben. Das kann man sich vielleicht im Privatleben erlauben, aber nicht auf großer Bühne, wenn es darum geht, mit Menschen, die auch Macht haben. Zu einer Lösung von Problemen zu kommen. Und das hat Olaf Scholz versucht zu kopieren, ist damit auf die Nase gefallen, weil ihr was anderes, glaube ich, zu kurz hat kommen lassen, nämlich die direkte Ansprache an die Bevölkerung in schwierigen Zeiten. Und wenn Friedrich Merz, der 69 Jahre alt ist, also ein bisschen jünger als Angela Merkel, aber etwa das Alter von Olaf Scholz hat, also mit anderen Worten, der die Geschichte der Bundesrepublik und der Regierung aus nächster Nähe hat beobachten können, dann würde ich ihm dringend empfehlen, auf seine Zunge zu achten und Gelassenheit an den Tag zu legen. Also Friedrich Merz sollte von Hamburg lernen. Das ist ein schönes Schlusswort. Nochmal 10. März in der Buchhandlung Heimann, ich glaube 1930. Kann sein, 1930. Interessant, dass wir es beide noch nicht wissen. Osterstraße. In der Osterstraße, Tickets bei Heimann direkt oder auf abendblatt.de slash leserevents. Und bei dieser Buchvorstellung werden wir natürlich nicht nur, wir werden viel über das Buch sprechen und sie werden mir auch was vorlesen. Aber natürlich der alte Trick bei Buchvorstellungen ist, möglichst nicht zu viel aus dem Buch zu lesen. Die Leute sollen es ja hinterher kaufen. Und ich ahne schon, ich kenne schon mindestens zwei, die das am kommenden Montag machen werden. Und wir hören uns nächste Woche wieder mit einer Folge dieses Podcasts, der dann vielleicht noch Scholz Update heißt oder vielleicht schon anders. Bis dahin und vielen Dank an Stefan Lambi. Vielen Dank, Herr Halder.