Latest / Rambo Zambo – Der Merz-Podcast / Steffen Hebestreit: „In einer Woche kann viel passieren“
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- Ich bin so, wie ich bin. Das Scholz-Update, der Kanzler-Podcast der Funke Mediengruppe. Herzlich willkommen, ich bin Lars Heider. Bevor sein Chef in der nächsten Folge dieses Podcasts zu Gast sein wird, freue ich mich heute auf den Mann, der wie kein Zweiter in den vergangenen gut dreieinhalb Jahren auf Bilder mit Olaf Scholz zu sehen war. Er spricht nicht nur viel mit ihm, sondern vor allem für ihn und dank seiner Größe kann man den 1,70 Meter großen Kanzler, kleinen Kanzler, auch eigentlich nirgendwo mehr übersehen. Die beiden sind, das darf ich glaube ich sagen, sehr unterschiedlich, nicht nur von der Körpergröße, sondern auch vom Naturell und wir werden heute klären, wie sie eigentlich zusammengefunden haben. Und natürlich, wie es ist, der Regierungssprecher eines Kanzlers zu sein, dem Kritiker ja vorwerfen, er könne vielleicht ordentlich Politik machen, aber nicht ordentlich genug darüber reden. Ich freue mich sehr. Auf und über Steffen Hebelstreit und drei, nee, zwei Dinge müssen wir vorher einmal klären. Erstens, es wird hier hemmungslos geduzt in diesem Podcast. Einfach auch, weil im Podcast sowieso geduzt wird. Und zweitens, weil wir uns lange kennen als Journalisten noch. ich mit deiner Schwester, schöne Grüße an Maike, mit deiner Schwester volontiert habe. Das ist das Erste, was man klären muss. Und das Zweite ist, ja, dein Bruder ist beim ZDF-Heute-Journal, war es aber schon vorher. Ich habe mal gelesen, dass irgendwann er sagte, kaum ist der Hebelstreit, Regierungsprecher. Da ist jetzt auch sein Bruder, der war immer schon, Henner. Ja, er ist nicht beim Heute-Journal, sondern er ist für Skandinavien zuständig im Heute-Studio in Kiel oder im ZDF-Studio in Kiel, aber ich glaube schon, also die letzten 30 Jahre ZDF haben den Kohl nicht fett gemacht. Es war dann doch, dass ich Regierungssprecher wurde, dadurch ist er dann erst aufgestiegen. Interessant ist ja, wie man so Regierungssprecher wird, weil ich habe es gesagt, du warst früher ganz normaler Journalist, hast bei der Frankfurter Rundschau angefangen, bist dann Hauptstadtjournalist geworden und ich weiß es gar nicht und deshalb bin ich interessiert, wie das gekommen ist. Wie bist du damals dann eigentlich zur SPD gekommen? Erstmal war ich eine ganze Weile politischer Journalist in Berlin und dann gab es irgendwann eine Zeit, ich glaube das war der Regierungswechsel 2013, 2014, also große Koalition nach Schwarz-Gelb sozusagen und dann sprach man mich an, ob ich mir vorstellen könnte, für die neue SPD-Generalsekretärin zu sprechen und die kannte ich gar nicht und fand das erstmal interessant. Wer spricht einen dann an? Menschen in der Umgebung. Also ich sage mal, ich will jetzt denjenigen, der mich da konkret angesprochen hat, nicht in Verdrückung bringen. Aber als Journalist hat man ja wahnsinnig viel mit auch Parteimenschen zu tun. Das sind Sprecherinnen und Sprecher, die da was zu tun haben. Auch der eine oder andere, der so im politischen Backoffice arbeitet. Und es gab dann irgendeinen Anruf, wollen wir mal einen Kaffee trinken gehen? Und dann dachte ich mir schon, was das wohl ist? Und dann gab es diese Frage und ich sagte, ich kenne die Frau gar nicht. Und es war jetzt auch nicht so, dass ich sagte, ich muss jetzt unbedingt aus dem Journalismus raus, obwohl ich ja im Printjournalismus gewesen bin. Und da gibt es ja wenige so lukrative und auch sichere Posten wie für das Hamburger Abendblatt zu arbeiten. Und insofern dachte ich vielleicht mit Anfang 40 nochmal gucken, ob ich nochmal was anderes mache. Und dann... Traf ich mich zunächst mit diesem Konfidenten und dann war da letztlich die Frage, ob man mich mal ansprechen dürfe. Und dann habe ich gedacht, sprechen kann man immer und hatte aber eigentlich gar nicht so wahnsinnig große Abwandlungsgelüste. Und dann traf ich mich aber mit der damaligen Generalsekretärin Jasmin Fahimi, heutige DGB-Vorsitzende. Und nach dem Gespräch, das war so eine halbe, dreiviertel Stunde Kaffee trinken, bin ich nach Hause gegangen und dachte, uiuiui, jetzt muss ich doch nochmal nachdenken. Weil? Weil das mich doch interessiert hat, fasziniert hat. Die Person als Person war ganz neu in der Politik, die war vorher in der Industriegewerkschaft Bergbau Chemie Energie, ist dann vom SPD-Vorsitzenden Sigmar Gabriel, wir erinnern uns an ihn. Als Generalsekretärin berufen worden, Nachfolgerin von Andrea Nahles und suchte sich im Prinzip gerade ein Team zusammen. Und dann dachte ich, das ist spannend, weil man in einem, so von Anfang an dabei ist, nicht in ein fertiges Team noch dazu, wo man sich dann erstmal gucken muss, wo man sich einsortiert und wie viel man da bewirken kann, sondern es war so ganz frisch vom Start weg. Und so bin ich dann nach wirklich wenigen Tagen überlegen, Dann habe ich gesagt, okay, dann mache ich das und habe meinem alten Job ade gesagt und hatte dann ein paar Tage Abklingbecken und bin dann im März 2014, war es glaube ich, in der SPD-Parteizentrale im Willy-Brandt-Haus aufgeschlagen. Bis dahin gar keinen Kontakt zu Olaf Scholz gehabt. Vielleicht mal irgendwie journalistisch, aber Olaf Scholz war damals schon Bürgermeister in Hamburg, weit weg gefühlt. Also ich habe seit 2006 über die SPD Bericht erstattet für die Frankfurter Rundschau. Und die Frankfurter Rundschau ist da damals vor allem noch eines der, also zumindest für die SPD wichtigeren Medien gewesen. Ich will jetzt nicht sagen Leitmedium, das war sie glaube ich dann schon nicht mehr. Und Olaf Scholz war, als ich anfing, erster parlamentarischer Geschäftsführer. Das heißt, das war derjenige, der in den Sitzungswochen im Bundestag sehr genau Bescheid wusste und die Journalisten auch einmal die Woche in der Hamburger Landesvertretung, übrigens in, in Berlin zu einem Frühstück empfing und so die sozialdemokratische Sichtweise auf die Tagesordnung und das politische Geschehen vermitteln sollte. Und das tat er auch mit einer gewissen Abgeklärtheit, so wie wir ihn ja später auch alle erlebt haben. Und neben ihm so zwei, drei Plätze weiter saß jemand, der immer sehr fleißig das Rührei aß und schwieg. und dann war das eigentliche Frühstück vorbei. Der parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion ging zur Arbeit und der Mensch, der dann zwei Plätze neben ihm saß und hatte sein Rührei aufgegessen und all diese ganzen Zwölfänder, die alten, wichtigen Journalisten, blieben noch im Raum. Und so hat der junge Hebelstreit sich auch überlegt, das gucke ich mir jetzt auch mal an. Und dann haben sie sich die Welt erklären lassen. Also all das, was Olaf Scholz gesagt hat, wurde nochmal interpretiert, aufgeladen. Von Wolfgang Schmidt? Damals schon? Damals schon Wolfgang Schmidt, genau so war es. Und insofern war ich dann von relativ früh auch schon bei denen, denen Wolfgang Schmidt ein Begriff war. Und ich glaube, da gab es auch wenige, denen er nicht ein Begriff gewesen ist oder geworden ist. Und insoweit gab es so ab 2006, 2007 immer mal wieder auch Kontakte zu Wolfgang Schmidt. Einer von denen nicht der wichtigste oder der einzige, aber schon auch einer von denen, mit denen man regelmäßig Kontakt hielt. Und auch mit dem heutigen Bundeskanzler, mit Olaf Scholz, hatte ich dann Interviews zu tun oder ab und an mal über Parteivorstandsgeschichten zu sprechen, Klausurtagungen oder so. Aber das war jetzt, ich glaube es war immer irgendwie, wir mochten uns schon damals, aber das war ein journalistisches Verhältnis sozusagen, auch nicht enger oder so. Und ich weiß allerdings, dass ich ihn am Abend der Hamburg-Wahl 2011, da war ich einer von zwei Berichterstattern, die für die damals Dumont-Redaktionsgemeinschaft erledigten. In Hamburg berichterstattet habe. Und am Ende, was macht man als guter Berichterstatter? Ich glaube, ich war am Anfang bei der Union im Grand Elysee im Hotel und konnte die Zerfallserscheinung der CDU auf offener Bühne erleben nach der Wahlniederlage von Christoph Ahlhaus. Und dann geht man aber als Journalist am Ende nach getaner Arbeit immer zu den Wahlsiegern in der Regel, weil da ist die Stimmung am besten. Und dann sind die auch großzügig, was der Ausschank von unalkoholischen Getränken angeht. Und so traf ich auf den damaligen frischen Wahlsieger Olaf Scholz in der Fabrik in Hamburg und da hatte ich schon das Gefühl, dass ihn das sehr bewegt hat. Also nicht, dass er mich getroffen hat, nein, das ist Quatsch, sondern dieser Wahlsieg hat was mit ihm gemacht und das fand ich spannend, vielleicht soweit. Aber das war dann 2011 und dann war 2014 und du bist dann 2015 Vertreter Hamburgs in Berlin geworden, so kann man das sagen. Das kam dann wahrscheinlich über Wolfgang Schmid zustande und noch nicht über Olaf Scholz. Ja, es war so eine Mischung aus beidem. Man muss dazu sagen, ich habe relativ schnell gemerkt, dass ich zwar mit der SPD-Generalsekretärin und mit Jasmin Fahimi gut zurechtkam, aber das Parteiliche, das lag mir als gelerntem. Erfahrenem Journalisten, der doch stärker ins Differenzieren verschossen ist, nicht so richtig. Also das ab und zu einäugig sein, ab und zu platt sein und merkte so, oh so richtig ist das, bin ich da vielleicht gar nicht die Hilfe, die ich hoffte zu sein. Und da gab es mal dann ein längeres Mittagessen, bei dem ich das auch, glaube Wolfgang Schmidt, erzählt hatte. Aber eher so, wie man sich das halt so erzählt, es war ja jetzt kein Job, sowohl ich suchte keinen neuen Job, als auch er suchte auch niemanden, den er jetzt irgendwie braucht. Aber so war das, glaube ich, mal so als Möglichkeit in den Raum gestellt. Und dann gab es ein paar Wochen später, ich weiß gar nicht, wie es ursprünglich war, haben wir mal zusammen gesprochen, dass es in der Hamburger Landesvertretung den Dienststellenleiter, also sozusagen den Verwaltungschef, dass es den neu zu besetzen gilt. Weil der Vorgänger, Franz Klein, langjähriger Leiter der Landesvertretung, früher auch mal Sprecher des Senates, wenn ich mich richtig erinnere, der ging in Ruhe stand und diese Position war frei. Und das fand ich dann... Und Wolfgang Schmidt kann sehr, sehr überzeugend sein und hat mir das dann sehr schmackhaft gemacht. Und dann war das eine Entscheidung, die ich jetzt sehr gerne getroffen habe, aber nicht genau wusste, worauf ich mich einlasse. Wann haben die beiden dich eingeweiht in ihre Pläne, dass Olaf Scholz, es war sogar ursprünglich mal angedacht für 2017, aber spätestens 2021 Bundeskanzler wert. Wann haben die dich bei Rührei und Stillenwasser zum ersten Mal zur Seite genommen und gesagt, guck mal, wir haben da so einen Plan. Also das erste Mal, dass ich von diesem Plan erfuhr, war in einer Kolumne im Hamburger Abendblatt, die erschien und mir ein bisschen Kummer bereitete, weil sie meinen Wechsel aus dem Willy-Brandt-Haus in die Landesvertretung Hamburg zum Gegenstand hatte, zu einem Zeitpunkt, an dem das im Willy-Brandt-Haus nur sehr, sehr wenige Leute wussten. Und dann schrieb einer der beiden, die dort, das war so ein Zwiegespräch, ich weiß gar nicht, ob es das noch heutzutage gibt, Ein Zwiegespräch zwischen jemandem, der in Berlin arbeitet und jemandem, der hier in Hamburg sitzt. Und derjenige, der in Hamburg sitzt, behauptete, also das sei jetzt ein ganz klares Indiz dafür, dass Scholz mit seinen Plänen jetzt ernst machen würde und 2017 Kanzlerkandidat werden wolle, weil er jetzt den Hebestreit in die Landesvertretung holt. Und da habe ich nur gedacht. So fern von der Wahrheit kann man gar nicht liegen als Chefredakteur. Aber in dem Fall liegt der Haider wirklich daneben. Also ich habe das erste Mal, dass der heutige Bundeskanzler, dass er wirklich ernsthaft Kanzlerkandidat werden wolle, weiß gar nicht mehr, wann ich das erfahren habe. Also 2020 kam er irgendwann zu mir und sagte, ich werde übrigens Kanzlerkandidat. Und dann habe ich auch gedacht, ja. Habe ich jetzt nicht als super aussichtsreich empfunden. Wann hast du dann zum ersten Mal gedacht, das geht auf? Das weiß ich ziemlich genau. und das war im Juli 2021. Oh, so spät, okay. Also da war er schon ein Jahr lang sozusagen Kanzlerkandidat. Wir hatten die Pandemie, den zweiten Pandemie-Lockdown hinter uns. Es gab ein großes G20-Finanzministertreffen im sehr schönen Venedig im Juli. Sehr schön deswegen, weil es war sonnig, es war warm und Venedig war so leer, wie es nie wieder seither gewesen sein mag. Und ich musste auf meine gerade über die Alpen wandernden Familie warten und habe dieses Opfer auf mich gebracht und habe mich in Venedig am Lido am Strand gelegt. Du warst damals dann schon Sprecher des Bundesfinanzministers, der wiederum Olaf Scholz war. Genau, ich war mit dem Finanzminister beim G20-Finanzministertreffen und nach drei Tagen war das vorbei und dann hatte ich noch zwei Tage zu überbrücken sozusagen. Und dann lag ich irgendwann am Lido tatsächlich, für Schweinegeld muss man da einen Liegestuhl sich buchen, sonst kann man da nicht liegen. Und da dachte ich das erste Mal... Es könnte ja sein, dass der Mann mit den wenigen Haaren am Ende doch vielleicht, und zu diesem Zeitpunkt, das war so Mitte Juli, war das glaube ich so, also war so bei 15 Prozent Zustimmungsraten, also für die SPD. Es hatte sich nichts bewegt sozusagen. Oder wenig. Also was sich bewegt hatte, war natürlich insbesondere bei Grün. Also Annalena Baerbock war Ende April, das habe ich alles noch irgendwie so halbwegs in Erinnerung, so bei 28 Prozent. Und die war dann schon nicht mehr ganz so hoch. Und die CDU, CSU, also Armin Laschet waren so solide um die 30. Aber da habe ich das erste Mal das Gefühl gehabt, er hatte sehr gut performt, es gab gute Bilder. Vorher waren wir in den USA gewesen, auch da gab es gute Nachrichten, gute Bilder. Und er machte so einen sehr aufgeräumten, selbstbewussten Eindruck. Jetzt ist Selbstbewusstsein selten seine Schwäche. Aber da hatte ich das erste Mal das Gefühl, na, vielleicht könnte ja das doch was werden. Du sagst gerade, Selbstbewusstsein ist keine Schwäche von ihm. Ich bin gespannt, wie du jetzt die Frage beantwortest. Die will ich ihm auch stellen in der nächsten Folge, warum er eigentlich Kanzler geworden ist. Weil er selbstbewusst ist, na klar, aber das sind glaube ich viele Spitzenpolitiker. Meine These ist ja immer, das ist keine, wer hat das mal gesagt, Robin Alexander, glaube ich, es ist keine äußerliche Eitelkeit, sondern es ist so eine inhaltliche Eitelkeit. Ich sage immer, der ist Kanzler geworden, weil er geglaubt hat, dass er das einfach am besten kann von allen. Dann sind wir wieder beim Selbstbewusstsein. Würdest du den Weg mitgehen oder gibt es noch andere Gründe? Ich glaube, das ist wie im Spitzensport. Also man muss schon sehr auch an sich selber glauben, um diese extra Meile zu gehen, den extra Schmerz auszuhalten, das Trainingslager zu überstehen. Ich glaube, es gehört eine ganze Menge anderes dazu. Sonst würden also an Selbstbewusstsein mangelnd es in der Politik nicht. Es gibt auch viele selbstbewusste Politiker, die aber sonst nicht so wahnsinnig viel zu bieten haben. Aber ich glaube, je höher man kommt und je klarer das wird, da kommen noch andere wichtige Punkte, die dann zum Tragen kommen. Ich glaube, da gibt es auch unterschiedliche Typen. Wenn man sich jetzt aber anguckt, wenn wir so als Kanzler, Kanzlerin die letzten 30, 40 Jahre hatten, Zwar unterschiedliche Typen, aber keiner verging vor Selbstzweifel und ich glaube selbst die Kanzlerin AD, Angela Merkel, ist jetzt keine, die vor Selbstzweifeln irgendwie die Wand anschrie, wie sie mal gesagt hat, sondern ich glaube, die war auch im Bewusstsein ihres Intellekts, ihrer intellektuellen Schärfe, ihres Fleißes auch sich sehr selbstbewusst, dass sie gegen manchen Schnellsprecher, Breitsprecher da bestehen konnte. Das erklärt auch, warum sowohl Olaf Scholz, auch als Robert Habeck auch jetzt noch denken, obwohl die Umfragewerte so sind, wie sie sind, dass sie das Ding noch gewinnen können. Das ist so ein bisschen wie so ein Fußballer, der auch erst sieht, dass er verloren hat im Zweifel, wenn das Spiel zu Ende ist. Ja und zwar auch erst, wenn in der siebten Minute der Nachspielzeit rennt man immer noch nach vorne in der Hoffnung, da was zu bewirken. Das glaube ich auch, also es gibt den schönen Satz, ich glaube er ist gerne auch von Wolfgang Schmidt benutzt, the week is a long time in politics, also so in einer Woche kann viel passieren. Wenn ich jetzt auf die letzte Woche zurückblicke, muss ich sagen, ja, es ist eine ganze Menge passiert. Jetzt haben wir noch knapp vier Wochen, dreieinhalb Wochen, bis das am Ende zur Wahl kommt. Wir merken ja auch, dass all die Wahrheiten und Gewissheiten, die wir in den letzten Jahrzehnten so angesammelt haben, so alle wegbröckeln, was geht und was nicht. Und insofern glaube ich, ist es nicht nur so ein, ich bleibe jetzt tapfer und ziehe das durch, auch wenn ich weiß, ich habe keine Chance, sondern ich glaube, da ist noch einiges drin. Und dann muss man ja auch sagen, auch das wieder im Lichte, im Blick der letzten Woche. Muss es danach ja auch noch eine Regierungsbildung geben, eine Koalition. Und da bin ich jetzt gespannt. Du musst du sagen, das muss man verstehen, du bist ja jetzt Regierungssprecher. Das heißt, es ist jetzt getrennt, auch Kolleginnen und Kollegen, die bisher im Bundeskanzleramt gearbeitet haben, sind auf einmal wieder im Willy-Brandt-Haus, weil sie den Wahlkampf machen. Du bist offiziell ja jetzt nicht der Sprecher des Kandidaten Olaf Scholz, sondern des Bundeskanzlers. Aber dieses Thema, mal sehen, was du dazu sagen kannst und was nicht. Ich fand es so interessant. Ich hatte immer den Eindruck, dass Friedrich Merz eigentlich ja weiß, mehr oder weniger weiß, ich muss eigentlich nur die Tage runterzählen. Am besten so wenig wie möglich machen, vor allen Dingen keine Fehler machen. Dann werde ich mit hoher Wahrscheinlichkeit für die CDU, CSU... Die Nummer eins bei dieser Wahl werden, nach den Umfragen. Und ich habe nicht verstanden, was ihn jetzt geritten hat, diese Entscheidung zu treffen, weil er ja riskiert. Also das kann gut ausgehen für ihn, das kann aber auch ganz übel für ihn ausgehen. Und du hast es gerade gesagt, das Problem ist ja folgendes auch, wenn jetzt SPD und Grüne nicht den Anträgen zustimmen, wonach es ja aussieht, hat ja auch Friedrich Merz gesagt, Leute, wenn ihr nicht mitgeht, wer mit uns koalieren will, muss das mitgehen. Das heißt, was ist dann die Botschaft? Also die Botschaft für mich wäre jetzt zu sagen, okay, wenn die SPD und die Grünen nicht mitstimmen, CDU, mit wem regierst du denn danach? Also das ist so ein Move, den ich, viele Kollegen sagen, jawohl, das ist der richtige Move und so. Es wird in Berlin auch heiß diskutiert. Es ist einer, den ich nicht verstehe, weil, Fußballsprache, wenn du nach 70 Minuten mit 3-0 führst, dann nimmst du die Stürmer raus und bringst noch einen Verteidiger und riskierst nichts mehr. Und so war das ja bei der CDU. Und bei ihm ist es so, du führst 3-0 und bringst noch zwei Stürmer rein, weil du was willst? Das 5-0, das 6-0, das 7-0 schießen? Aber eben auch dir Gefahr legst, dass du hinten dir noch zwei reinfängst. Also, ja, ich weiß nicht, was du dazu sagen kannst. Ich habe es nur mit, ich hätte nicht für möglich gehalten, dass das so kurz vor der Wahl ein solches, wie soll ich sagen. Unvorhersehbare Moment tatsächlich kommt, den sich der Favorit, der Spitzenreiter gerade selbst eingebrockt hat. Naja, also wie heißt das im Fußball so schön? Ohne Fehler gibt es keine Tore. Stimmt. Und ich glaube in der Politik muss man, die Spielregeln sind ein bisschen anders, man kann es auch nicht immer schon am nächsten oder übernächsten Tag sagen, war das jetzt ein super cleveres Manöver oder war das eigentlich ein Eigentor? Das wird sich weisen. Ich glaube, so eine Wahlkampagne, auch wenn wir jetzt ja einen vergleichsweise kurzen Wahlkampf haben, ist schon immer auch etwas, wo die Kandidatinnen und Kandidaten auf Herz und Nieren geprüft werden. Wo man guckt und wie handeln die und wie handeln die unter Stress und wie gehen sie mit veränderten Rahmenbedingungen um und wie sehen die aus und wie sprechen die. und, das ist etwas, was deshalb sind Wahlkämpfe lang und wenn man sich von den Ausgangssituationen der letzten Jahre sich das so in Erinnerung ruft, dann sah das immer alles ganz eindeutig aus. Olaf Scholz ist hier ein guter Beleg dafür, dass es nicht immer eindeutig ausgehen muss und. Das passiert ja nicht einfach so, sondern das ist ein Prozess und die Wählerinnen und Wähler machen sich ja auch irgendwann erst Gedanken darüber, wen wähle ich denn jetzt tatsächlich. Und da spielt eine ganze Menge rein. Ich glaube, es sind nicht allein immer nur die Kandidatin, der Kandidat, welches Thema bedrückt oder drückt einen, was will man jetzt auf jeden Fall geändert haben. Ich habe immer das Gefühl und das darf ich ja nicht mehr sagen, weil ich jetzt Regierungssprecher bin und nicht mehr Journalist, aber es gibt so eine Aufmerksamkeitsspanne immer für ein Thema in der Öffentlichkeit oder in der veröffentlichten Meinung und das ist dann ganz groß und das beleuchten wir von allen Seiten in aller Tiefe mit, Sonderseiten in den Zeitungen mit extra Sendungen im Fernsehen oder so und dann kommt ein neues Thema weil wir uns so schnell alle langweilen also jetzt nicht nur Journalisten, sondern oder der Medienbetrieb, sondern auch als Öffentlichkeit. Und insofern gibt es immer so Themen, die dann plötzlich aufploppen und alles wieder durcheinander bringen können. Und ich glaube, dieser schreckliche Überfall, diese schreckliche Tat in Aschaffenburg vergangenen Mittwoch oder Mittwoch vor einer Woche, ist so ein Fall, der erstmal alles schockiert hat natürlich. Ein zweijähriges Kind ist bestialisch umgebracht worden. Ein Mann, der helfen wollte, wurde umgebracht. Zwei weitere schwer verletzt. Und das auch dann durch einen eigentlich schon gar nicht mehr in Deutschland sich aufhalten dürfenden afghanischen Asylbewerber, da ist die ganze Migrationsthematik, die uns jetzt seit zehn Jahren massiv beschäftigt, ist dann wieder da. Und da passieren dann so Mechanismen, gehen ganz rasend schnell ab. Ich war überrascht, wie wenig wir über die Themen, also wir reden seitdem nur noch über das Thema Migration und eigentlich seit dem Wochenende nur noch über das Taktikthema, darf man so etwas fordern, muss man so etwas fordern, hat die Regierung genug gemacht, hat die Regierung viel zu wenig gemacht, all diese Fragen, es geht nicht mehr um den eigentlichen Vorfall, in Anführungszeichen, diese schreckliche Tat in Aschaffenburg, sondern es geht jetzt um. Wir müssen jetzt aber die Migration ein für alle Mal, ja was eigentlich, verbieten. Also das Nächste ist, dass wir demnächst sagen, das gibt es nicht mehr. Das ist nicht plausibel, würde der Bundeskanzler sagen. Oder würde der Bundeskanzler sagen, wenn er demnächst in diesem Podcast ist. Aber es gibt den Wunsch danach, eine solche Klarheit. Und diesen Wunsch hat der Kanzlerkandidat der CDU, CSU sehr gut. Stark formuliert. Und jetzt muss man mal sehen, wie sich das in den nächsten Tagen, ich darf glaube ich verraten, wir haben heute Dienstag, morgen, am Mittwoch, gibt es eine Erklärung des Bundeskanzlers im Bundestag. Da wird natürlich eine Replik von dem Oppositionsführer und ich glaube auch Robert Habeck wird bestimmt eine kurze Rede halten. Und dann wird es über verschiedene Anträge abgestimmt. Und am Freitag soll dann noch tatsächlich über einen Gesetzentwurf abgestimmt werden, der Union und da muss sich dann zeigen, wie die Mehrheiten oder ob es Mehrheiten im Deutschen Bundestag gibt und wie die sich zurecht ruckeln und was das wiederum mit unserer politischen Diskussion macht. Danach wird es spannend, weil wir erinnern uns, dass ja Friedrich Merz in mehreren Statements immer gesagt hat, man müsste jetzt in dieser Übergangsphase vorsichtig sein, dass nicht irgendwelche Anträge in den Bundestag eingereicht werden, denen durch einen Zufall dann die AfD zustimmen könnte, dass es dann so aussehen würde, als würde eine der anderen Parteien mit der AfD stimmen. Diese Gefahr, die läuft ja jetzt selber Wir sind sehr gespannt, wie das Ganze tatsächlich ausgeht. Man kann es gar nicht glauben, bis das passiert ist. Ich fand auch so interessant, dass er dann so diese Rhetorik von Donald Trump plötzlich benutzt hat. Vom ersten Tag an, wenn ich Bundeskanzler bin, dann wird das. Wo man weiß, nee, wird halt nicht. Weil wir eben ein Land sind, wo du im Zweifel, wenn du irgendwas machen möchtest, erst mal durch den Bundestag musst. Hört sich gut an. Hört sich nach Trump an, aber es ist halt nicht das gleiche System. Es ist in der Politik eben so verdammt kompliziert. Und wir sind noch ein föderales Land anders als die Vereinigten Staaten. Also wenn der Bundeskanzler sagt, er möchte mehr von denjenigen, die sich irregulär in Deutschland befinden, abschieben. Berühmter Spiegeltitel von vor knapp anderthalb Jahren. Und dann hat er sich ja hingesetzt und hat mit den Ministerpräsidenten, Ministerpräsidenten einen heißen Strauß gefochten. Um einerseits die Gesetze, die es auf Bundesebene gibt und die manches erschweren, zu erleichtern und andererseits aber auch den Ländern, die eigentlich die Zuständigkeit in dieser Frage haben, die dazu zu bringen, etwas mehr zu tun, dass diese Zuständigkeit auch gerecht wird, weil man natürlich sonst immer wunderbar mit dem Finger auf andere zeigen kann. Und jetzt wird er seitdem jedes Mal gefragt, ja Bundeskanzler, die haben eine Abschiebung im großen Stil gefunden, aber der findet ja gar nicht statt. Da kannst du sagen, doch, wir haben immerhin ein Fünftel mehr, 20 Prozent, gar nicht so wenig. Ja, aber das ist ja immer noch viel zu wenig, was auch stimmt. Aber wenn man sich dann anguckt, wer muss denn diejenigen, die abgeschoben werden sollen, ihre Habhaft werden, sie zum Flughafen bringen, vorher anmelden, den Lars Haider, der muss zurück nach Deutschland. Wohin auch immer. Wohin auch immer. Den schicken wir mit dem Flug am 13. Februar um 16 Uhr dahin. Dann muss der aber auch am 13. Februar um 16 Uhr da sein, dass er mitfliegen kann. Und wenn es aber nicht der Lars Haider dann am Flughafen ist, sondern der Steffen Hebestreit, dann darf der in das Flugzeug nicht einsteigen. So sind die Regeln. Und insofern ist da eine ganz, ganz große Verantwortung und auch eine Bringschuld quasi bei den Ländern. Und je mehr man selber Verantwortung hat, desto schwieriger oder desto schwerer fällt es, markige Forderungen zu stellen. Deswegen versucht man, möglichst wenig Verantwortung zumindest nach außen hin zu haben. So, was sagen wir da? Ich kann als Kanzler natürlich immer sagen, ich möchte vom Tag eins an jenes und welches machen. Klingt gut, klingt auch in einem Wahlkampf vielleicht sogar ganz gut. Auch attraktiv, wir mögen das ja, so klare Meldungen und hört mal auf mit dem Schwurbeln und ich habe satt, dass alles so kompliziert sein soll, ich will es einfach. Aber habe natürlich dann danach, nachdem ich dann Kanzlerin, Kanzler geworden bin und die Verantwortung habe und das durchsetzen muss, merke ich plötzlich, vielleicht habe ich ein paar Koalitionspartner, mit denen ich mich ins Benehmen setzen muss. Vielleicht gibt es da auch gesetzliche Vorgaben, die dagegen sprechen. Europarecht, die UN-Charta, das Grundgesetz. Wenn ich jetzt an manchen Vorschach im Moment in der politischen Diskussion denke, ich bin jetzt zum Glück Politikwissenschaftler und nicht Jurist. Insofern kann ich mich dann immer nur an die Urteile von anderen anhängen. Ich kann das nicht selber beurteilen. Ich habe da vielleicht eine Meinung zu, aber Meinung hilft da ja in diesen Dingen nicht. Und dann muss ich mich auch noch mit den anderen Ländern auseinandersetzen. Also den Staaten um mich herum. Also wenn wir jetzt so ein Migrationsthema nehmen und sagen, es soll kein Migrant mehr nach Deutschland kommen, keine Migrantin mehr, wir haben zu viele, es geht nicht anders, dann muss ich ja fragen, ja was machen wir denn mit denen, die in Europa sind? Und die lustigerweise viele ja in das größte, mächtigste und wirtschaftlich stärkste Land streben, weil sie da oft Arbeit finden, weil sie da Perspektiven haben oder weil sie auch hoffen können, dass sie da nicht ganz so auffallen. In der Masse der Leute. Und es schon welche gibt, wo man sich auf Netzwerke stützen kann oder so. Und wenn ich jetzt sage, Deutschland nimmt gar keinen mehr rein und dann reist man alle sechs Wochen nach Brüssel und trifft sich mit den anderen 26 Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union. Und dass die dann sagen, Mensch, was bist du für ein toller Hecht, dass du deine Grenzen zugemacht hast und keinen mehr aufnimmst, dass wir dann ein großes Problem kriegen oder wir machen das jetzt auch so und verschieben das Problem immer weiter an die, die dann an den Rändern sitzen. Also in dem Fall sind das die Mittelmeer-Anrainer, also Italien, Griechenland, Spanien oder Bulgarien oder andere Länder, uns egal, macht mich nicht zu einem super Europäer und sorgt dann vielleicht auch dafür, dass diejenigen mir das Leben schwer machen. Und schon merkt man, es ist viel komplizierter, als ein Pressestatement abzugeben und zu sagen, geht nicht, gibt es nicht. Wie kompliziert war dein Leben oder ist dein Leben als Regierungssprecher? Wusstest du eigentlich, als Olaf Scholz dir gesagt hat, ich werde jetzt Kanzler und du ahntest, in Venedig sitzend, der wird tatsächlich Kanzler. Wusstest du, was heißt das für mich? Ich werde Regierungssprecher? Weil das wäre etwas, was wahrscheinlich in deiner Lebensplanung nicht ansatzweise irgendwann mal vorgesehen war. Daran denkt man ja nicht, wenn man Journalist wird und sagt, eines Tages reise ich mit dem Kanzler. Ich weiß nicht, wie viele Reisen du gemacht hast in diesen dreieinhalb Jahren. Wahrscheinlich weißt du es selber nicht. Aber reise zu den wichtigsten, mächtigsten Menschen und Frauen der Welt und spreche für Deutschland und muss jeden Satz mir genau überlegen, weil das ein Satz sein könnte, wie ihn auch der Bundeskanzler gesagt hat. Und der neigt ja nicht dazu, Sätze zu sagen, die sich verselbstständigen. Also wann war dir klar? Moment, ich werde jetzt Regionssprecher. Den Moment weiß ich gar nicht genau, weil ich das immer, also ich kann, was vielleicht für den Job dann später geholfen hat, ich kann relativ gut Dinge ausblenden oder verdrängen, würde man vielleicht auch sagen. Und insofern habe ich mir diese Frage nicht gestellt, als Option, ich werde schon nicht vom Wagen fallen, wenn der Mann, für den ich schon eine Weile arbeite, jetzt nochmal weiter Karriere macht, der Haider wird mich schon noch als Fahrer mitnehmen. Spätestens als Podcast-Gast. Genau, ich habe immer noch den Heider, der mich als Podcast-Gast nimmt. Und es war auch so ein ganz komisches Gefühl. Also schon der Wahlabend war ja so, dass es erste Umfragen gab, oder eine zweite Umfrage, in der die SPD gar nicht vorne lag. Er puppte sich später als falsch. Aber das Gefühl, ich weiß, ein sehr guter Freund von mir, das war so abends, kurz vor Mitternacht, Willy Brandthaus. Es gab auch das eine oder andere alkoholische Getränke und er beugte sich so zu mir und sagt, ey, lacht doch mal, ihr habt das Ding gewonnen. Und da habe ich so ein Gefühl gehabt von, hä, was erzählt der denn da? Und vielleicht ja wirklich so. Und dann war es ja noch über Tage, dauert es ja nach, haben wir das wirklich gewonnen und kommt danach dann wirklich das raus? Oder wollen Grün und Gelb nicht lieber mit den Schwarzen gehen? Und insofern war das alles so ein bisschen, wir haben ja auch Jamaika erlebt, also lange Koalitionsverhandlungen, die am Ende noch scheiterten. Also den Gedanken habe ich mir echt lange gar nicht erlaubt und dann ist das, wie das immer ist mit dem Bundeskanzler, das ist jetzt kein Mann großer Worte und Ansprachen, sondern irgendwann ließ er das mal so fallen oder es kam über andere Ecken auf mich zu und dann…, Sagt er ja, oder willst du nicht? Und dann habe ich gesagt, ach, will ich schon. Jetzt ist das so, im Rückblick sieht ja manches auch karrieremäßig immer viel gerade aus, als es tatsächlich war. Also ich weiß noch, als ich den jungen Volontär Haider traf, das war Mitte der 90er Jahre, war mir immer klar, der wird mal Chefredakteur des Hamburger Abendblattes. Aber das war bei mir nicht ganz so deutlich, aber so im Rückblick, also ich war davor Sprecher des Finanzministers und Vizekanzlers. Okay, vorher habe ich für Hamburg zweieinhalb Jahre die Landesvertretung, okay, bisschen Verwaltung, also auch schon mal gelernt. Dann mal ein Jahr, bisschen länger für die SPD Generalsekretärin gesprochen, also auch schon mal den Sprecherjob, bisschen mehr gelernt. Ich war vorher Hauptstadtkorrespondent und drei Jahre im Vorstand der Bundespressekonferenz. Habe also auch schon diese Veranstaltung und alles erlebt, was da war. Und davor war ich, bevor ich da im Vorstand war, auch schon, ich weiß nicht, vier, fünf Jahre einfaches Mitglied. Also so im Rückblick muss man sagen, das war schon eine ganz gute Vorbereitung auf das, was mich da erwartet. Und ich weiß noch, ich hatte ein sehr nettes, längeres Übergabegespräch oder ein Kaffee trinken mit meinem Vorgänger, mit Steffen Seibert. Den ich lange, lange kannte, weil der seit 2010 Sprecher war, also Regierungssprecher und ich war da noch schon im Vorstand der Bundespressekonferenz und saß also ab und an auch neben ihm in der Regierungspressekonferenz, musste aber nur das Wort erteilen und keine Antworten geben, deutlich angenehmer als Job, als wenn man ständig antworten soll. Naja und der erzählte dann von seinem allerersten Tag als Regierungssprecher und vorher heute Journal-Moderator und also ein renommierter Fernsehmoderator und allen bekannt und er sagte, die meisten Abkürzungen, die die Leute gesagt haben, die kannte ich noch gar nicht. Was ist denn der erste PGF-Modell? Oder was ist denn ein, fällt mir jetzt nicht ein, aber auch so Abkürzungen, die einem, wenn man diesen politischen Betrieb in Berlin länger angehört, einfach so, da hat man das kleine Einmaleins. So im Fußball würde man sagen, was ist die falsche Neun oder der fallende Sechser oder so. Und da sagt er, das musste ich alles erst lernen, sie haben das alles drauf. Und das war doch so ein Moment, wo ich dann dachte, ja stimmt. Da bin ich eigentlich ganz gut geschult jetzt. und ja. Ich habe damals natürlich deine Inauguration, sagt man das so, also diese Übergabe gesehen, der Kanzler saß vorne, das war eben noch Corona-Phase, alle Drogen und du hast dann, habe ich gedacht, mal sehen, wird der jetzt irgendwie, wie es so typisch ist, einen kleinen Witz machen und du machtest damals irgendwie, ich verkehrs nicht mehr zusammen erst mit TikTok, ich muss den Kanzlern noch überreden, auf TikTok zu tanzen und ich dachte so, ich hatte den Eindruck, zuckt er jetzt oder zuckt er nicht? Die Frage, die sich eigentlich stellt und die sich viele stellen, glaube ich, die dich kennen, die Wolfgang Schmidt kennen, die sehr nah an dem Kanzler dran und die Olaf Scholz kennen. Wie passt das eigentlich zusammen? Oder hat man einen falschen Blick auf Scholz? Jemand wie du, der sehr lustig ist, das Leben von der Heiteren seitdem lebenslustig und so weiter und so weiter, dann mit diesem Mann, bei dem einem ja auch andere Eigenschaften einfallen könnten. Ja, auf jeden Fall würde ich es als Ausdruck eines gewissen Selbstbewusstseins bei ihm nehmen. Also, wenn man sich so selbstbewusste Mitarbeiter, wie Wolfgang Schmidt als Kanzleramtschef oder die Büroleiterin Janett Schwamberger, die öffentlich nicht so auftritt, also nicht so in der Entscheidung ist, aber sehr, sehr wichtig im System Scholz ist. Oder eben du hast das sehr nett, das war alles nett gemeint, was du über mich gesagt hast, bin ich sicher. Dann muss man ja überlegen, hält man sich das? Also gönnt man sich das? Oder sagt man, da soll jetzt keiner mir die Sonne nehmen als Kanzler oder brauche ich so ein Hallo-Dreh, brauche ich nicht lieber jemanden, der ganz ganz ernst ist. Und ich glaube, das muss in Teams, das wächst. Gute Teams wachsen und sind sehr unterschiedlich. Ich glaube, wenn man sehr einheitliche Teams hat, wird es schwieriger. Und das Interessante ist ja, dass du so zu denen gehörst, du kannst ihn ja auch mal necken, das erlebt man dann auch mal an verschiedenen, Dann kann man manchmal sogar, wenn der irgendwo ankommt, dann sieht man plötzlich jemanden, so einen ganz großen und dann sagt, Herr Bundeskanzler, guten Morgen, Herr Bundeskanzler. Und dann bist du das. Also er nimmt es dir aber nicht übel, ne? Das weiß ich nicht, ob er es mir nicht übel nimmt. Aber er hat auch einen harschen Umgang mit mir, einen freundlichen Umgang mit mir. Aber das ist schon so ein Foppen auch. Und ich weiß noch, als ich das war, wir hatten so eine... So eine Auszubildendenreise habe ich das mal genannt. Also der Bundeskanzler hatte schon die Wahl gewonnen, war aber noch nicht zum Kanzler gewählt. Und die Altbundeskanzlerin war noch nicht alt und fuhr zum G20-Gipfel nach oben. Und nahm ihn als Finanzminister mit, das war üblich. Aber, und das war neu, auch der Staatssekretär, damalige Finanzstaatssekretär Wolfgang Schmidt und auch der Sprecher des Bundeskanzlers, heutigen Bundeskanzlers Finanzministers, Hebestreit durften mitfahren. Ich wohnte zwar in einem anderen Hotel, nicht ganz so schick, aber sei es drum und sie machten gemeinsam einen Hintergrund. Also Journalisten saßen da und haben mit Mikrofonen, die nicht eingeschaltet waren, vertraulich Fragen stellen können, Einschätzungen, die ihnen dann die Beurteilung politischer Prozesse erleichtern. So denkt also die Kanzlerin, so denkt Olaf Scholz, wie auch immer. Und irgendwie muss ich irgendwann in diesem Hintergrund irgendeinen Spruch gemacht haben, wie ich ihn halt zehnmal am Tag mache. Und es wurde dann in einer Redaktion hinterher erzählt, wurde mir dann zugetragen, ja also mit dem Hebestreit, ob das so gut gehen würde, das sei doch ganz anders als mit dem Vorgänger, wie der den Kanzler behandeln würde. Naja, und ich glaube aber, wir machen das ja jetzt schon so lange, ich bin jetzt seit zehn Jahren bei Olaf Scholz, die Male, dass er mich aus dem Fenster schmeißen wollte, kann man an einer Hand abzählen, glaube ich. Würdest du sagen, dass du mit dem Bundeskanzler befreundet bist? Ach, ja und nein. Also wir verbringen ja wahnsinnig viel Zeit miteinander, auch wahnsinnig viel Zeit, in denen es nicht nur ganz strikt um Politik geht. Also wenn man nach Buenos Aires fliegt, sind das 15 Stunden Flug, one way, in dem wir in der Regierungsmaschine sitzen. Das ist zwar nicht die ganze Zeit, weil man natürlich zwischendrin auch nochmal irgendwie sich was hinlegt oder so, aber da sitzt man schon viele Stunden beieinander. Wenn ich jetzt sage 10 Jahre oder wenn ich nur die Regierungszeit nehme 7 Jahre, in denen man. Mehrfach am Tag miteinander telefoniert, viel miteinander verreist und ja auch die Gedanken viel da umeinander kreisen. Man kennt sich schon sehr gut, lernt sich gut kennen. Das funktioniert glaube ich entweder indem man super professionell ist oder indem man sich irgendwie leiden macht und super professionell ist. Und ich glaube, das war dieses Teil super professionell und sie können uns gut leiden. Jetzt bei Freundschaft bin ich immer so ein bisschen vorsichtig, weil ich habe da jetzt nicht so wahnsinnig viele, denen ich das sagen würde. Also wenn ich jetzt einen kranken Menschen in meiner Umgebung hätte und sage, da muss ich mir jetzt mal jemandem das Herz ausschütten, da würde ich jetzt wahrscheinlich nicht als erstes ihn nehmen. Und ich vermute ganz sicher, er auch nicht als erstes mich. Also dafür sind wir auch. Das ist ja immer, wir kennen uns ja erst seit zehn Jahren, er ist 66 insofern. Warst du denn der Erste, den er gefragt hat, sag mal Steffen, haben die ganzen Leute recht, die sagen, ich muss anders kommunizieren? Ist das eines der beherrschenden Themen so, der Kanzler wie spricht der? Solange ich Olaf Scholz im Bewusstsein habe, das dürfte so 2002 für mich sein. Also ich habe ihn zwar Hamburg und Innensenator in der Zeit, aber das war für mich nicht ein wirkliches Bewusstsein. Damals war ich noch in Frankfurt und habe eine große internationale Politik gemacht und Zeitungen gebaut, aber nicht jetzt so wahnsinnig parteipolitisch oder regional wie Hamburg war. Und seitdem habe ich immer den Satz, also der kommuniziert schlecht und dann ist er der Scholz-O-Mat. Das war 2003 glaube ich. Als er Generalsekretär war, genau. Ja, 2003, 2004 ist er schon nicht mehr Generalsekretär gewesen. Also es ist jetzt über 20 Jahre her, insofern habe ich das Gefühl, das ist so wie, dass man sagt, der HSV ist immer zweite Liga, obwohl wir uns alle daran erinnern, oder du erinnerst dich noch daran, dass wir im ersten Liga waren, dass man sagt, okay, das ist so selbstgängig. Und wenn der HSV mal sieben tolle Spiele gemacht hat, dann sagt aber irgendeiner, ja, aber am Ende der Saison werden sie wieder verhauen. Und deshalb glaube ich, ist das so einfach, es wird sowieso immer ganz schnell immer alles auf Kommunikation gelegt. Ich bin mir gar nicht sicher, ob es auf die Art und Weise ankommt, wie man spricht, sondern manchmal auch, dass man Unangenehmes aussprechen muss und das gefällt immer weniger Menschen. Also wir haben ja vorhin über die Komplexität der Welt und dass man eigentlich einfacher antworten will und jetzt kann ich natürlich versuchen und als Mensch. Ohne politische Verantwortung ist es leichter, einfache Antworten zu fordern oder zu geben, als jemand, der dann natürlich auch das einlösen muss, was er sagt. Und deswegen ist das, glaube ich, mit der politischen Kommunikation komplizierter. Und mein Lieblingsbeispiel, weil jemand, der ja außerordentlich gut als Kommunikator gilt, wie Robert, also Robert Habeck, der kommt ja auch ans Ende seiner Kraft ab und an und dann. Also wenn wir jetzt die Diskussion über das Heizungsgesetz beispielsweise sehen oder jetzt die letzten Fragen über diesen Vorschlag mit den Sozialversicherungsabgaben auf Kapitalerträge, Da kann man noch ein so begnadeter Kommunikator sein und trotzdem geht es schief. Also ich bin mir nicht sicher, ob die Kommunikation ernsthaft das Hauptproblem oder das wichtigste Problem ist. Ich glaube, das, was manchmal im System Olaf Scholz ein bisschen herausfordernd für die moderne Medienwelt ist, ist dieses, er würde sagen, nicht überungelegte Eiergackern. Ich habe das mal das Ricola-Prinzip genannt. Also erst Dinge klären, lösen, um hinterher zu sagen, Problem war groß und ich habe es gelöst. Und wir sind eigentlich in einer Phase, in der man Probleme erst mal wahnsinnig breit beschreibt und auch sagt, das ist überhaupt nicht zu schaffen. Um dann hinterher zu sagen, ich habe es aber doch geschafft und so etwas wie, dass wir nach dem russischen Überfall auf die Ukraine durch diesen ersten Winter gekommen sind, 2022, 2023. Ohne dass es die Industrie die Produktion verringern musste, ohne dass wir Stromkontingente machen mussten, ohne dass es kalt wurde in den Wohnungen. Dafür können wir uns nicht so richtig feiern, weil wir ja die Sorge, dass das so passieren konnte, nicht laut vorher sagen wollten, weil das sorgt ja auch wieder für Nervosität, Panik und ähnlichem. Und das ist manchmal das Schwierige. Das fällt manchen politischen Systemen leichter als dem unseren. Robert Habeck hat das ja damals gesagt, so ganz geschickt. Er hat gesagt, es wird alles ganz, ganz schlimm. Und dann war er, hinterher konnte er dann sagen, guck mal, es ist nicht so schlimm geworden, weil ich es so im Griff hatte, ist aber ein anderes Thema. Ich muss dich natürlich fragen, wo wir so langsam auf die Schlussrunde kommen, was war der größte Moment? Gab es so etwas wie einen größten Moment, einen Moment in diesen dreieinhalb Jahren, an den du zurückstehst und denkst, wow, das war. Skurril, das war verrückt, das war etwas, wenn mich einer fragt, was war mein größter Moment? Das will ich darauf antworten. Nee, ich glaube, es gibt nicht den einen großen Moment. Dafür waren es viel zu viele. Ich hatte immer den... Das muss man sagen, du bist immer mit dabei. Also ich habe dich gesehen mit Jiji Ping, da saßt du, da war so ein Tisch, da saß man sich gegenüber und zack, sitzt du da irgendwie dritter von rechts, Steffen Hebestreit. So, in der Regel bin ich dabei, also fast immer. Es gibt natürlich die Vier-Augen-Gespräche erstmal, die sind dann manchmal die ersten 20 Minuten eines Gesprächs. Das machen die dann wirklich unter vier Augen oder vielleicht mal ein Übersetzer, eine Übersetzerin. Aber ansonsten bin ich dabei und da kommt natürlich in mir auch wieder, also ich bin ja mal Journalist geworden, weil ich wahnsinnig neugierig bin und auch sehr politisch interessiert und jetzt plötzlich nicht mehr vor der Tür zu lungern, dass einem so Informationsbrocken hingeworfen werden oder man irgendwie was aufschnappt, sondern wirklich dabei zu sein und das in der ganzen Großartigkeit und manchmal in der ganzen Banalität zu erleben. Und dann waren da natürlich, also von dem Besuch bei Volodymyr Zelensky in Kiew vor Beginn des Krieges, zehn Tage vorher waren wir da und am nächsten Tag waren wir im Kreml. Langer Tisch, wir erinnern uns, genau. Ja, da saß dann der Kanzler und Putin. Putin habe ich genau irgendwie mal aus drei Meter Entfernung auf dem Gang gesehen und dann bei dieser legendären Pressekonferenz. Habe aber natürlich den Kreml-Sprecher Peskov mal kennengelernt. Und so kann man so durchgehen, im Weißen Haus, im Oval Office zu sitzen und einen flotten Spruch zu machen, dass sich der US-Präsident amüsiert, ist auch so ein Punkt. Hast du gemacht? Natürlich habe ich das gemacht. Was sagt man denn das? Und da freut sich natürlich das kleine Kind in mir. Wie, aber du darfst dann was sagen in so einem Moment? Oder du sagst was? Also ich habe was gesagt. Was hast du denn gesagt da? Darf man nicht sagen. Das kann ich nicht sagen, das sollte ich auch nicht sagen. Aber es war lustig? Es war lustig, ja. Also es war lustig, ja. Und was, wenn du jetzt guckst, wenn der Journalist Steffen Hebel streit und jetzt der Politik-Insider, Regierungspräger, was hast du, was hat der Journalist jetzt gelernt? Was sind Dinge, die du dir früher nicht hättest vorstellen können? Du hast eben einmal gesagt, dass es vielleicht manchmal auch um Banalitäten geht, dass es irgendwie, gut, Smalltalk stelle ich mir jetzt schwierig vor mit Olaf Scholz, weiß ich nicht, zwischen Olaf Scholz und anderen. Ja, da ist er erfreulich authentisch. Also ich glaube, da ist er genauso, wie man ihn sonst auch erlebt und kennt. Und das macht ihn ja auch zu einer Marke auch international. Können die anderen Politiker damit was anfangen? Also ich erzähle immer gerne die Geschichte, ich kenne das so, dass ich ihn in Berlin traf und er kommt auf mich zu und da kommt der Bundeskanzler auf dich zu und sagt einfach nur, na? Das ist übrigens eines der wenigen Dinge, die ich mir von ihm abgeschaut habe. Wenn man nicht mehr so richtig weiter weiß oder so, dann sagt man einfach, na. Und das ist ganz gut, weil das den anderen so ein bisschen anspielt, ohne dass man von sich selber was preisgegeben hat. Nein, die sind ja alle unterschiedlich. Also der kanadische Premierminister Justin Trudeau ist ein elaboriert sprechender, alle einbindender, Emmanuel Macron gut gelaunt, großartig, das macht Spaß, hat Esprit und dann gibt es aber auch Leute, die dann auch eher sehr matter of factly sind. Also der britische Premierminister Keir Starmer oder auch Boris Johnson, der genau so ist, wie man ihn sich vorstellt, wie er sein würde. Also jemand, mit dem man wunderbar an der Base, in der Kneipe sitzt und der erzählt eine Anekdote nach der anderen und man weiß, 50% sind erfunden und die andere Hälfte ist erlogen. Aber das ist amüsant. Und so hat jeder oder viele der Staats- und Regierungschefs, genau wie viele der Chefredakteurinnen und Chefredakteure, mit denen du so einen lieben langen Tag zu tun hast, natürlich seine Eigenheiten. Da gibt es nicht den einen Typus, können ja nicht alle Heider sein. Also wenn ich mir vorstelle, wie viele Neujahrsempfänge von Zeitungen ich erlebt habe, da ist der Neujahrsempfang des Abendblattes schon besonders langweilig. Nein, ich meine also amüsant. Das können aber auch nicht viele. Und genau so ist das. Und da ist Scholz schon auch durch seine Trockenheit und das macht er auch zur Marke und gleichzeitig wissen sie und ich glaube das ist so sein. USP, sein, Sales Pitch sozusagen er ist verlässlich, und er sagt was er tut, tut was er sagt und er quatscht nicht aus solchen Gesprächen rum, Es gibt auch welche, die gerne sich bei Dritten dann lustig machen und das ist ja immer so lange lustig, bis einem klar wird, dass wenn der mir das erzählt, was erzählt er den anderen über das Gespräch, was ich jetzt mit ihm habe. Absolut. Und ich glaube, das macht ihn dann aus. Zwei kleine Fragen noch. Die eine, könntest du dir doch all dem, was du erlebt hast, vorstellen, wieder als Journalist zu arbeiten oder gerade als Journalist zu arbeiten, weil du jetzt weißt, wie es funktioniert? Viel besser als vorher? Ja und nein. Also erstmal glaube ich, müsste ja der Journalismus sich überlegen, ob er sich jemanden, der ja doch jetzt klar auf der dunklen Seite der Macht gewesen ist, ob man sich sowas wieder leistet und gönnt. Und dann ist die Frage, der Journalist muss ja verknappen, muss ja präzisieren, muss auch zuspitzen. Wenn man die ganze Komplexität, das ist vielleicht auch noch ein bisschen die ausstehende Antwort auf die Frage, die du vorher gestellt hast. Wie komplex die Materie ist, auf wie viele unterschiedliche Einflussfaktoren man achten muss, auf Dinge, die man auch vorher gar nicht im Blick gehabt hat, um zu einer Entscheidung zu kommen, das ist, glaube ich, mir durch den Blick, also nicht nur hinter den Kulissen, ich sitze ja im Prinzip auf der Bühne mit, da erst deutlich geworden. Und das ist glaube ich etwas, was es dann in der Berichterstattung, ich würde wahrscheinlich viel zu sehr zum Differenzieren neigen und nicht zum klaren Urteil. Und es ist ja in einer Zeit, in der wir Klarheit wollen und alles muss einfach sein, dann eine Herausforderung. Machst du dir Gedanken über die Zeit, das kann jetzt direkt nach der, kann es schon in wenigen Wochen sein, das kann auch erst in vier Jahren sein, über die Zeit nach Regierungssprecher? Nee, gar nicht. Nein, das ist auch, also ich habe ja gesagt, ich kann sowas auch ganz gut ausblenden. Und es bringt ja auch im Moment überhaupt nichts. Es ist aber auch so, dass man erstmal finanziell nicht sofort irgendwie ins Bodenlose fällt. Das hilft auch schon einmal. Die letzten Jahre waren auch nicht frei von Stress. Ich habe jetzt gesagt, die nächsten vier Jahre mache ich noch, nach dem Wahlsieg von Olaf Scholz und dann muss ich mal sehen. Letzte Frage. Wie gesagt, nächster Gast am Thalia-Theater am 1. Februar, Olaf Scholz selber. So, jetzt ist ja, ich weiß nicht wie viele Interviews ich mit ihm schon vorbereitet habe, viele und ich denke immer, diesmal hast du so gute Fragen und damit kriegst du ihn so. Was muss ich machen? Wie kriegt man ihn wirklich? Einfach mit Nachanfang oder fühlt er sich dann gleich veräppelt? Aber Na ist eigentlich witzig, wenn man da so ist und sagt Na. Naja, das ist ja jetzt nicht ein klassisches Interview, wenn er auf einer Bühne sitzt. Stimmt, ist ein Podcast wie hier, genau, ist kein klassisches Interview. Womöglich vor Publikum, sonst könntest du auch in dieses schöne Studio. 6, 700 Leute kommen, genau. Ich glaube, da ist der Einstieg mit Na ganz gut. Und dann, wie heißt das so schön, man muss mit dem Erdbeben anfangen und dann langsam steigern. Was ist das Thema, geht dann gleich um diese ganze, mal sehen, was im Bundestag passiert diese Woche, ne? Am Tag danach, am 31. Januar ist der Freitag, soll die Zustromrichtlinie, glaube ich, zur Abstimmung gestellt werden und dann weiß man mehr. Ob es zu einem gemeinsamen Abstimmungsergebnis gegen die Regierung lustigerweise kommen würde. Verrückt. Wir werden es abgeben, lieber Stefan, ich danke dir recht herzlich. Nächste Woche, wie gesagt, Olaf Scholz. Wenn ich jetzt nicht das völlig denke, Moment, was ist denn eigentlich mit den anderen? Die Woche darauf, mein lieber Kollege Martin Korte, einer derjenigen, der Friedrich Merz am besten kennt. Ich habe natürlich auch bei Friedrich Merz nachgefragt, ob er Lust hat. Zeitlich hat sich das leider nicht ergeben. Aber die Woche darauf ist immerhin sozusagen der Kanzlerkandidat in diesem Podcast, nämlich Henrik Wüst. Bis heute. Vielen Dank, bis nächste Woche. Tschüss. Ein Podcast von Funke. Weitere Podcasts vom Hamburger Abendblatt finden Sie in unserer Abendblatt-Podcast-App und auf abendblatt.de.