Latest / ntv Wirtschaft / Achterbahn für Anleger - Trumps Iran-Aussagen steuern den Dax
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- Der DAX fährt zum Wochenstart Achterbahn und die wird gesteuert, na klar, vom US-Präsidenten. Außerdem, Deutschlands Innenstädte verlieren weiter Läden. Und Apotheken machen mit einem Protesttag auf ihre finanzielle Lage aufmerksam. Hallo. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Was für ein Börsenkrimi heute. Am Vormittag sackt der DAX noch heftig ab. Deutlich unter die Marke von 22.000 Punkten. Und dann die plötzliche Kehrtwende. Nach einer Ankündigung von US-Präsident Donald Trump drehen die Märkte abrupt ins Plus. Trump will das Pentagon plötzlich anweisen, alle Angriffe auf iranische Kraftwerke und die Energieinfrastruktur für fünf Tage auszusetzen. Und diese Nachricht wirkt an der Börse wie ein Befreiungsschlag. Der DAX schießt zeitweise wieder um mehr als 1000 Punkte nach oben. Und die Ölpreise geben im Nachmittagshandel kräftig nach. Die Botschaft der Märkte ist klar. Sobald die Angst vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten etwas nachlässt, weicht auch die Furcht vor einem neuen Energieschock. NTV-Börsenkorrespondentin Sabrina Magra versucht, dieses Ganze auf und ab für die Anleger einzuordnen. Im Gespräch mit Philipp Vondran von der Vermögensverwaltung Flossbach von Storch. Wir haben uns ja arg gewundert, was hier passiert ist, dass sich die Stimmung plötzlich so geändert hat. Jetzt haben wir hier auf dem Parkett die Händler gefragt, woran das liegen könnte. Herr Vornthal, wir haben erst mal gerätselt, aber es heißt eben, es hätte konstruktive Gespräche zwischen USA und dem Iran gegeben. Was machen Sie aus dieser Meldung? Naja, das ist das, was immer passiert. Wenn die Risikosituation hoch ist und das hatten wir bis heute Morgen, dann wird auf alle Anlageklassen eine erhöhte Risikoprämie eingefordert. Man sucht primär auch Liquidität. Und jetzt scheint sich das Bild etwas zu wandeln. Wir werden sehen, wie lange, aber die Gegenbewegung setzt ein. Ganz logisch. Was sagt uns das? Heute Morgen haben sich bestimmt viele, die Aktien haben gefragt, soll ich jetzt rausgehen aus diesem Markt? Das lässt niemanden kalt, der in Aktien investiert ist und jetzt diese Kehrtwende. Was machen Investoren daraus? Ja, eigentlich nicht nur bei den Aktien. Das war ja bei den Anleihen, bei den Edelmetallen ganz genauso. Also es belegt einmal mehr, dass es für die Mehrheit nicht besonders zielführend ist, zu versuchen, jede Bewegung am Markt zu spielen, sondern langfristig investiert zu sein, auch solche Entwicklungen durchzuhalten, die wir ja in den vergangenen 100 Jahren immer mal wieder gesehen haben. Und am Ende des Tages muss man das Resümee ziehen, am Ende ging es immer weiter nach oben. Ist es vielleicht auch eher eine Chance, in diesen Krisenzeiten sich die Werte anzuschauen, die besonders stark unter Druck gekommen sind? Denn der ganze Markt wurde ja abverkauft in allen Bereichen. Wo, sagen Sie, gab es die größten Imbalancen? Das ist logischerweise der Fall, wenn so viele Investoren einerseits über den Future-Upset absichern, andererseits die ETFs immer mehr an Bedeutung bekommen. Das bedeutet, der Markt wird verkauft und man schaut eigentlich nicht mehr auf einzelne Titel. Und das ist eben das, was ein aktiver Manager immer versucht, in solchen Phasen dann attraktive Anlagen herauszufiltern. Und das sind halt nicht immer nur die, die besonders stark unter die Räder gekommen sind, sondern teilweise auch diejenigen, die sich ordentlich gehalten haben. Man sieht auch, der Markt reagiert eben sehr, sehr deutlich auf einzelne Meldungen rund um geopolitische Konflikte. Damit ist dieser Konflikt aber ja noch nicht gelöst, dass man jetzt vielleicht in Gesprächen ist. Und Donald Trump hat ja wohl auch gesagt, er werde erst einmal keine weiteren Angriffe auf die iranische Energieinfrastruktur führen. Das heißt aber jetzt nicht mehr, dass es genug Energie gibt oder doch? Ja, das heißt es einmal nicht und wir wissen auch nicht, ob die Israelis, die ja offensichtlich einen anderen Zeit- und Zielplan haben, als das Donald Trump hat, das auch so machen. Weil die haben ja auch das iranische Gasfeld bombardiert, was den Amerikanern nicht ganz so gepasst hat. Das bedeutet, es ist die akute Gefahr vorbei, dass innerhalb der nächsten 36 Stunden eine konzertierte Aktion zur Bombardierung der Energieinfrastruktur. Es ist der Krieg noch nicht vorbei und es ist vor allen Dingen das Problem noch nicht gelöst, zumindest nicht das strukturelle Problem, dass wir kein Regime-Change haben. Gold und Silber konnte diese Börsenüberraschung von Trump heute aber nicht stützen. Die Edelmetalle sinken weiter deutlich im Preis. Das hatte zu Beginn des Iran-Kriegs ja noch ganz anders ausgesehen. Wie ist das zu erklären? Und ist es jetzt mit dem sicheren Hafen Gold erstmal vorbei? Das sagt der Portfolio-Manager Askan Iredi von der Plutos-Vermögensverwaltung dazu. Der Anstieg erstmal war ja, glaube ich, völlig normal. Das war die Fortsetzung dessen, was wir die letzten Jahre schon hatten. Die große Liebe für die Edelmetalle, die natürlich ein Krisenhafen sind. Danach natürlich spielen ganz andere Faktoren plötzlich eine Rolle. Und da sind die Edelmetalle unter Druck gekommen. Es ist jetzt der zu erwartende Zinsanstieg. Der spricht nie für Gold, weil Gold eben keine Zinsen abwirft. Platin, Silber, alles weitere auch. Aber dennoch, ich glaube, es geht am Ende um das Thema Zinsen. Zinsen sind eben aktuell nicht sicher, wie sie weitergehen. Und dann kommt es einen weiteren Faktor, nämlich das Bedürfnis, Liquidität wieder herzustellen. Und Gold wird verkauft, um Liquidität zu haben, um beispielsweise neu investieren zu können in Dinge, die dann attraktiver sind oder schlichtweg in einen Wiederaufbau. Ich glaube, ganz klar wird sich abzeichnen, wenn die Notenbanken signalisieren, dass sie kein Bedürfnis haben, die Zinsen anzuheben, dass man dann auch langsam wieder über Edelmetalle nachdenken kann. Das wird aber einige Monate brauchen. Wirtschaftliche Unsicherheit. Die zeigt sich gerade indirekt an diesen krassen Börsenschwankungen. Aber ganz direkt sehen wir sie schon längst in vielen deutschen Innenstädten. Der stationäre Einzelhandel in Deutschland schrumpft weiter. Nach einer Schätzung des Branchenverbands HDE dürften dieses Jahr weitere rund 5000 Läden verschwinden. Dann wären es noch knapp 297.000, so wenige wie seit der Wiedervereinigung nicht. Die Ursachen sind bekannt, aber sie wirken mit voller Wucht zusammen. Schwache Konsumlaune und stagnierende Umsätze, dazu hoher Kostendruck und der Onlinehandel. Viele Innenstädte leiden deshalb schon heute sichtbar unter Leerständen. Der HDE warnt, dass sich das weiter verschärft, wenn die Politik nicht die Energie- und Arbeitskosten senke. Bei einer Umfrage des Verbands zum Jahresbeginn schätzen nur 14 Prozent der Händler ihre Geschäftslage als gut ein. Jeder zweite erwartet für dieses Jahr sinkende Umsätze. Und wo wir schon bei der Versorgung vor Ort sind, da klagt jetzt ein Bereich besonders, den viele im Alltag brauchen. Denn viele Apotheken sind heute aus Protest geschlossen geblieben. Die Apothekerschaft macht damit auf ihre finanzielle Lage aufmerksam. Ihr Honorar für verschreibungspflichtige Medikamente bleibt seit 13 Jahren gleich, während Personal- und Betriebskosten steigen. Die Branche fordert, dass die Bundesregierung ihre im Koalitionsvertrag vereinbarte Erhöhung der Vergütung jetzt auch wirklich umsetzt. Wichtig, die Akutversorgung bleibt auch heute gesichert, weil Notdienstapotheken übernehmen. Aber der Protest soll zeigen, die Apotheke um die Ecke ist eben nicht mehr selbstverständlich. Und das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.