Latest / Im Bett mit Buch / Wandern
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- 0:00Läuft eigentlich mit läuft meinst du, dass wir loslegen
- 0:04sollen? Ah okay.
- 0:06Das ist ja auch super, wenn wir über wandern reden, dass es
- 0:09losgeht mit läuft, das stimmt, einen frischen, wundervollen
- 0:17Guten Morgen, lieber Kurt. Einen noch noch viel frischeren
- 0:21und wunderbareren Guten morgen dir, liebe Monique.
- 0:25Hallo, lieber Hörer. Hallo, du lieber einsamer Hörer.
- 0:31Hallo liebe Hörer und Liebe Hörerinnen, herzlich Willkommen
- 0:36zu unserer neuen Folge im Bett mit.
- 0:40Buch. Und wie immer stellt sich
- 0:42natürlich die Frage, was wird wohl die neue Folge beinhalten
- 0:47und wie geheimnisvoll halten Monique und ich uns, bis wir
- 0:51irgendwann damit rausrücken. Ich bin mal gespannt, wie lange
- 0:55wir brauchen dieses Mal. Wir brauchen ja auch immer gerne
- 0:57etwas länger, wenn wir Bücher besprechen, bis wir sagen, um
- 1:00welches Buch es eigentlich geht. Das passiert uns ja gerne bei
- 1:04unseren einzelnen folgen auch schon mal.
- 1:06Ich muss zugeben, ich habe mir überhaupt gar keine elegante
- 1:11Einleitung überlegt und habe einfach gedacht, Monique, da
- 1:15bist du jetzt dran. Ja gut, ich fange mal mit einer
- 1:18Frage an, sag mal lieber Kurt, wo warst du denn in deinem
- 1:20letzten Wanderurlaub? Das ist, das ist so nicht
- 1:25subtil. Also mein letzter Wanderurlaub,
- 1:32da war ich im Nirgendwo, ehrlich gesagt, weil ich noch nie einen
- 1:37Wanderurlaub gemacht habe. Das entschließt sich mir
- 1:40überhaupt nicht. Kurt, das ist, das ist eine
- 1:43Antwort, die kann man mit 20 geben.
- 1:46Nee, die kann man. Also ich muss zugeben, ich bin
- 1:49ich bin altes ich, ich war ja bei der Bundeswehr, ich.
- 1:54Und nach der Bundeswehrzeit gab es 2 Sachen, die ich garantiert
- 1:59nie wieder mache. Und das eine ist sinnlos durch
- 2:03Landschaften zu wandern und das andere ist Zelten und und am
- 2:07besten noch beides zusammen. Also ich hab genug Kumpels, die
- 2:09das gerne machen. Es erschließt sich mir nicht und
- 2:13dabei gehe ich gerne zu Fuß. Also ich gehe stundenlang durch
- 2:16Städte wandern, aber ich glaube du meintest mit wandern eher mit
- 2:19Stock und Stein und ich. Meinte so draußen mit Natur.
- 2:22Und ja, und furchtbar. Ich Wander nur virtuell, aber
- 2:26ich frage mal zurück, wann war dein letzter Wanderurlaub?
- 2:29Mein letzter Wanderurlaub. Also das letzte Mal wirklich
- 2:33wandern war ich im im Januar, Februar im Schwarzwald, weil es
- 2:38jetzt auch kein klassischer Wanderurlaub war.
- 2:40Aber ich geh ganz regelmäßig in den Wanderurlaub, ich geh
- 2:44nämlich wirklich wirklich wirklich gerne wandern und ich
- 2:47plane und bastel auch schon gerade an den nächsten
- 2:50Wanderurlauben so mit Tourenplanung und allem.
- 2:52Und wo wird es als nächstes hingehen?
- 2:54Weißt du das schon? Ja, das also das nächste ist gar
- 2:57nicht so wahnsinnig spektakulär nach nach La Gomera an der
- 3:01Hippie und Wanderinsel und danach wahrscheinlich n bisschen
- 3:05weiter weg. Aber mich verbindet ja mit dem
- 3:10Wandern noch n bisschen mehr, ich weiß gar nicht, ob ich dir
- 3:12das mal erzählt habe, dass ich mal Betreiberin einer
- 3:17Pilgerherberge war. Nein.
- 3:19Könnt ich weiß immer gar nicht was passt.
- 3:20Alles in diese Biografie rein bei dir.
- 3:23Also es wundert mich 0. Ehrlich gesagt, dass du das
- 3:27gemacht hast. Wo war das?
- 3:28Das war in Brandenburg. OK.
- 3:31Das war in Brandenburg, und im Grunde ist ein Buch, über das
- 3:34ich nachher auch gerne noch sprechen möchte, so n bisschen
- 3:36daran schuld. Also jetzt gar nicht bei mir,
- 3:38sondern viel weiter hergeholt. Hape Kerkeling, Ich bin da mal
- 3:41weg, also n Buch, über das wir unbedingt heute reden müssen.
- 3:45Und das war ja so ein unfassbarer Erfolg, ne?
- 3:48Also ich glaube 100 Wochen über 100 Wochen auf Platz Nummer 1 in
- 3:51der Spiegel Bestsellerliste, dass es tatsächlich auch die
- 3:55Forschung inspiriert hat und in Brandenburg, also in Frankfurt,
- 3:59oder hat es an der Europa Universität Viadrina dazu
- 4:02geführt, dass dass sie in den Quellen nach den alten
- 4:08Jakobswegen in Brandenburg gesucht haben?
- 4:10Der Jakobsweg ist ja nicht der eine Weg in Spanien, sondern es
- 4:14ist ja. Im Grunde ein europäisches Netz
- 4:16von wegen. Der fängt eigentlich immer vor
- 4:19der Haustür an, ist dann auch ganz, ganz häufig schon irgendwo
- 4:23ausgeschildert und die haben sozusagen in den 2000 Zehner
- 4:28Jahren irgendwie so in dem Dreh eben in Ostbrandenburg diese
- 4:32Wege wieder aufgedeckt und haben die zusammen mit einer Förderung
- 4:35vom Land von Europa weiß ich gar nicht mehr, dann eben auch
- 4:39ausgeschildert und da war ich auf einer Veranstaltung, die die
- 4:42Uni gemacht hat, wo sie das Projekt vorgestellt haben und.
- 4:45Super inspirierte Studentinnen und Studenten, NN toller
- 4:49Professor, der darüber gesprochen hat.
- 4:51Ich war total begeistert, bin danach hin und meinte super
- 4:54Projekt, ich also was was was kann ich tun, wie kann ich euch
- 4:58helfen und ich dachte an sowas samstags irgendwo stehen und
- 5:01Wasser verteilen an Pilger oder sowas aber sie meinten och Nö
- 5:04das haben wir eigentlich alles ganz gut abgedeckt, aber was wir
- 5:06wirklich bräuchten sind Übernachtungsmöglichkeiten und.
- 5:11Wie der Zufall es so wollte, war ich damals mitbesitzerin eines
- 5:15großen alten, verfallenen Hauses, wo wir gerade angefangen
- 5:21hatten, einen größeren Raum auszubauen, und das wurde dann
- 5:23ne pilgerherberge, weil wir wirklich direkt an diesem Rand.
- 5:28Wirklich per Zufall war die direkt am Jakobsweg dran.
- 5:30Der musste nicht umgeschrieben werden, sondern nein, das ist ja
- 5:33großartig. Wie lange hast du das Betrieben?
- 5:36Ich weiß es gar nicht mehr so genau. 10 Jahre oder sowas.
- 5:39Und kamen viele. Also da ist also ich, also
- 5:42pilgern Leute wirklich von Brandenburg los, ganz nach
- 5:46Santiago de Compostela, oder? Das auch.
- 5:48Aber das das, das sind weniger. Also es gibt, oder es gab
- 5:53zumindest damals, das ist ja doch schon n bisschen her,
- 5:56einmal die Gruppe, die trainiert hat, um mal in in Spanien
- 6:00pilgern zu gehen und die eben in ihrer Nachbarschaft angefangen
- 6:04haben. Dann gab es die Gruppe von
- 6:08Menschen, die den Jakobsweg in Spanien gegangen sind und die
- 6:13das nicht mehr losgelassen hat, die versucht haben, jedes Jahr
- 6:16irgendwo so ein Stück Jakobsweg zu gehen.
- 6:19Das kann. Ja, eine Lebensaufgabe sein, das
- 6:21kann eine. Lebensaufgabe sein.
- 6:23Ja, dann gab es auch, ich glaube auch so ein paar Gruppen, also
- 6:27so, ja, also Wanderführer, die jetzt in Berlin zum Beispiel
- 6:31dann immer so eine Gruppe von Menschen zusammengesucht haben.
- 6:33Die das Wandern lernen wollten und das nicht alleine machen
- 6:36wollten. Wir waren so zusammen, ebenso 5
- 6:38Tage 3 Tage, je nachdem durch Brandenburg gelaufen sind und es
- 6:42gab auch ein paar wenige die gesagt haben ja mal gucken wie
- 6:45weit ich komme. OK, das ist ergebnisoffen,
- 6:48ergebnisoffen, genau toll. Ja OK, da hast du, du hast auf
- 6:51jeden Fall sehr viel mehr Bezug zum Wandern.
- 6:54Also ich kenne das aus meiner Kindheit, da gab es die
- 6:57Wandertage, gab es die bei euch auch?
- 6:58Ja, die hast du uns auch. Und die hast ja natürlich.
- 7:03Nee, man kriegte, aber irgendwie irgendwo kriegte man ne
- 7:05Medaille, also so ne also keine, also jetzt nichts wertvolles,
- 7:08aber so ne Teilnehmer Plakette sozusagen.
- 7:12Das war natürlich dann das einzige was irgendwie zählte,
- 7:14dass man die wenigstens bekommen hatte, aber mein ganzes Leben
- 7:17hat wandern wirklich sogar nicht, ich bin ja aber auch das
- 7:21haben wir glaube ich schon etabliert, nicht unbedingt der
- 7:23Naturbursche gewesen, trotz Bauernhofkindheit.
- 7:27Vielleicht ist das ja auch der Grund, dass ich immer gezwungen
- 7:30wurde, so oft draußen zu sein, dass ich das jetzt nicht mehr
- 7:33machen möchte. Und ich muss zugeben, es, also
- 7:38ich kann tatsächlich über Stunden und Stunden und Stunden
- 7:41durch Städte laufen, also es ist jetzt nicht die die Fortbewegung
- 7:44des Wanderns, ich liebe es, spazieren zu gehen und zu Fuß zu
- 7:47gehen, aber dieses Wandern beinhaltet ja eigentlich
- 7:49wirklich über Stock und Stein und in der Natur und im Wald
- 7:52oder wo auch immer gerade die Natur stattfindet und Natur gibt
- 7:56mir nichts. Also es ist ich.
- 7:59Ich find Sie gleichzeitig mühselig und langweilig und ich
- 8:03glaube, dann ist wandern nicht unbedingt das, was man machen
- 8:06sollte, obwohl ich selber bei Büchern übrigens Bücher wandern,
- 8:10ihr merkt das Thema unserer heutigen Folge.
- 8:13Und jetzt hast du. Es verraten Gott um Gottes
- 8:15Willen musste raus. Das Thema unserer heutigen Folge
- 8:19ist wandern. Dass bei Büchern, also ich habe
- 8:24viele Bücher tatsächlich sehr geliebt, die von Wanderungen
- 8:30handeln, also ich also auf theoretischer Ebene sozusagen,
- 8:34mache ich das gerne mit, weil dann habe ich ja den Mühsal auch
- 8:37nicht und lese auch unglaublich gerne dann die Beschreibungen
- 8:42durch, also ein Buch, über das wir, glaube ich, in unsere
- 8:48Podcasts schon geredet hatten, ist ja von.
- 8:51Ben Myers das Buch The Offing Offene See und das beginnt ja
- 8:57auch mit einer Wanderung. Und dieser Beginn, der englische
- 9:01Sommer und diese Naturbeschreibungen, die die
- 9:04lese ich mit großem Interesse und auch entzücken und finde es
- 9:07wunderschön und freue mich dann, dass ich da nicht selber
- 9:10langlaufen muss, sondern dass das jemand schon für mich
- 9:12gemacht hat sozusagen und ich es einfach erlesen darf.
- 9:15Das heißt, du bist da im Grunde im Herzen ein Kind geblieben,
- 9:18die ja häufig das Wandern. Zutiefst verabscheuen.
- 9:22Richtig. Ja.
- 9:24Ich glaube, man muss es genauso rausdrücken.
- 9:28Ich hab mal versucht mit meinen Töchtern, es war nicht mal ne
- 9:30lange Wanderung gewesen, aber und also aber es es war wirklich
- 9:36sie ziehen mich heute noch damit auf, behaupten es wäre im Grunde
- 9:39n Versuch gewesen sie sie loszuwerden.
- 9:43Dafür gibt es da Autobahnraststätten, da ich.
- 9:48Und das war, wir waren auf Mallorca ganz im Norden gewesen
- 9:52und ich wollte so ne und wir haben auch eine Wanderung
- 9:55gemacht über so n ganz kleinen ganz kleinen Bergkamm, weil
- 9:58dahinter so sehr sehr schöne Buchten lagen und uns kamen
- 10:02Leute in Flip Flops und im Bikini entgegen und ja es war
- 10:07schon so n bisschen anstrengend ne und es war auch sehr warm,
- 10:09das muss man schon sagen. Ich finde, sobald einem jemand
- 10:12in Flip Flops begegnet, weiß man zumindest, es kann nicht zu
- 10:16anspruchsvoll sein als Wanderweg.
- 10:18Ja, außer du bist eben 13 Jahre alt oder 11 Jahre.
- 10:21Alles anspruchsvoll. Dann ist alles.
- 10:24Man kann einfach auch ohne Grund alles hassen, was dir mal mal
- 10:28vorschlägt. Und als wir diesen diesen Kamm
- 10:30dann erreicht hatten, ist in so einem ausgetrockneten Bachbett
- 10:34hochgestiegen, also es war eigentlich auch sehr schön, sehr
- 10:36idyllisch. Aber die beiden haben haben mir
- 10:39so viele Fragen gestellt und haben so überzeugend
- 10:44argumentiert, dass das unmenschlich ist und zu heiß.
- 10:48Und das Wasser wäre lauwarm und wer weiß, ob wir das überhaupt.
- 10:51Ob das einer von uns eine von uns überhaupt überleben würde
- 10:54oder so, dass ich schon im Kopf durchgegangen bin, also welche
- 10:57gefährlichen Tiere könnte es hier geben, habe ich überhaupt
- 10:59noch Netz? Ich war also auch angesteckt,
- 11:05ziemlich fertig. Wir kamen oben an, hatten eine
- 11:07fantastische Aussicht auf wirklich ganz klare dunkelgrüne
- 11:12Buchten, wunderbar und der Kommentar meiner meiner Mädchen
- 11:17war, jetzt müssen wir den Berg auch wieder runterlaufen.
- 11:23Also unten, als wir unten ankamen, haben sie entdeckt,
- 11:26dass da auch eine Bushaltestelle.
- 11:28Ist OK. Das war der und damit damit war
- 11:30der Plan, auch wieder zurückzulaufen.
- 11:31Der war vorbei. Aber es ist zumindest schön,
- 11:35dass du nachgegeben hast. Also ich weiß gar nicht.
- 11:37Ich glaube, meine Eltern wären da anders drauf gewesen.
- 11:39Ich glaube beide, die wanderten glaube ich auch nicht so gerne,
- 11:43ich meine, die haben natürlich diesen Wandertag mitgemacht.
- 11:45Nee, wer bei uns ein großer Wanderfan war, das war bei mir
- 11:48im Internat der. Der Internatsleiter und der
- 11:54machte mit uns furchtbar gerne Nachtwanderungen, das bringt ja
- 11:56auch immer so viel Spaß mit einem Haufen Jugendlicher nichts
- 12:01Bock habender Jungs und da war bei uns gab es den Ausdruck der
- 12:06Schneidermeile, also der Internatsleiter hieß Schneider.
- 12:09Und der sagte dann immer am Anfang, es sind 67 Kilometer,
- 12:13mehr gehen wir nicht und das ganze Uferte glaube ich wirklich
- 12:16immer auf 30 bis 40 Kilometer nicht.
- 12:18Nein das nicht, aber es uferte auf jeden Fall mindestens aufs
- 12:21Doppelte hinaus und so entwickelte sich der Begriff der
- 12:24Schneidermeile, die also einfach grundsätzlich immer das Doppelte
- 12:26ist, als was eigentlich nicht gesagt.
- 12:30Und du wusstest schon, das wird wieder eine sehr, sehr lange
- 12:33Nacht und vor allen Dingen Nachtwanderung.
- 12:35Dann siehst du ja noch nicht mal was.
- 12:36Also du hast natürlich so n bisschen Action und Abenteuer
- 12:38und Aufregung, keiner will hinten gehen, weil die werden ja
- 12:40als erste Weggesnatcht von Monstern oder wen auch immer,
- 12:44aber ansonsten ist da wirklich nicht viel passiert, außer dass
- 12:48man sehr müde und stumpfsinnig durch die Gegend marschiert, es
- 12:54hat sich mir nicht erschlossen. Also ich hab mich in das Wandern
- 12:57verliebt, als ich das erste Mal in den Alpen war.
- 13:00Da war ich dann auch schon erwachsen, also deutlich
- 13:06erwachsen, um es vorsichtig zu sagen und bin ja auch quasi ein
- 13:09Kind aus dem Flachland und wirklich auf einem Berg zu
- 13:13stehen hat. Also hat wirklich das hat alles
- 13:17verändert, also diese, diese Schönheit, diese, diese, diese
- 13:22Naturgewalt und diese Größe, das hat mich umgehauen und da kommst
- 13:28du halt. Nur rauf, wenn du läufst oder es
- 13:31fühlt sich anders an. Du kannst natürlich auch an
- 13:32manchen Stellen die Seilbahn nehmen, ist ja auch in Ordnung,
- 13:34aber tatsächlich so sich Höhe zu erarbeiten oder auch ne
- 13:37Höhenwanderung zu machen großartig, ganz ganz toll.
- 13:41Da muss ich zugeben, dass ich also, das hatte ich einmal,
- 13:47tatsächlich dann bei der Bundeswehr, da haben wir so ne
- 13:49Höhenwanderung gemacht und ich funktioniere, ich bin ja auch so
- 13:52n flachlandkind wie du. Ich funktionierte nicht gut in
- 13:55der Höhe, ich hatte richtig Höhenangst.
- 13:57Also das war kein schönes Erlebnis und meine Kumpels, die
- 14:03treffen sich auch jedes Jahr einmal und machen halt dann
- 14:06tatsächlich so ne Bergwanderung und es gibt immer nur einen aus
- 14:10unserem Freundeskreis, einen anderen und mich, die immer
- 14:13sagen, können wir uns nicht wie normale Jungs einfach in der
- 14:15Stadt treffen und Bier trinken. Ich meine ganz ehrlich, muss das
- 14:18denn jedes Mal sein? Jetzt habe ich zum Glück einen
- 14:21dritten auch schon im Bunde. Jetzt hab ich zum Glück auch
- 14:26schon den Dritten im Bunde. Der hat jetzt nämlich kaputte
- 14:28Hüfte und jetzt darf er auch nicht mehr wandern, der ist
- 14:30jetzt auch also eher fürs in die Stadt fahren und Bier trinken
- 14:34und vielleicht Bücher lesen zu haben.
- 14:37Die Segnungen des Alters, die. Segnungen des Alters und damit
- 14:42liebe Monique, Ich habe das Wort Bücher gesagt, ich habe eine
- 14:46Sache, die ich vorher noch erzählen muss, bitte, die hat
- 14:48überhaupt nichts damit zu tun, das hat gar keinen.
- 14:49Apropos, aber ich habe mich so irrsinnig gefreut.
- 14:53Ich letzte Woche im Laden kommt ein Päckchen bei mir an, aus
- 14:59Estland ich so OK, aus Estland von Tina und ich öffne dieses
- 15:07Päckchen und ich weiß nicht, ob du dich erinnerst.
- 15:09Aber ich hatte ja mal diesen halb ernst gemeinten Aufruf
- 15:11gestartet, mir Meister und Margarita von Bulgakow in
- 15:14verschiedenen Sprachen zu schicken, weil ich das ja
- 15:16sammle. Und in diesem Päckchen ist eine
- 15:20estnische Ausgabe von der Meister und Margarita.
- 15:23Ich werde auch mal n Foto machen für Insta, damit man das auch
- 15:26mal sieht. Das Buch mit einer Karte von
- 15:31besagter Tina, einer Hörerin, dass sie einfach sehr viel Spaß
- 15:35sie bedankte sich im Endeffekt eher bei uns dafür, dass wir sie
- 15:38so unterhalten haben auf ihrer Reise durch Estland und dann
- 15:41kommt dieses Buch. Ach, das ist ja zauberhaft.
- 15:43Ich bin immer noch ich, bin immer noch am Strahlen und am
- 15:47Grinsen und freue mich so wahnsinnig darüber.
- 15:49Also 1000 1000 1000 dank für dieses Geschenk und an alle
- 15:54anderen auch. Also Baltikum ist gut, Estland
- 15:57habe ich jetzt Lettland und getraut jetzt aber von dieser
- 16:01Freude zurück zu den Büchern Monique, womit wanderst du?
- 16:06Nein, das war falsch gefragt wohin wanderst du jetzt im Buch
- 16:10mit mir? Ich habe 4 Bücher dabei und ich
- 16:16dachte, ich fang ganz, ganz kurz an mit dem, was ich schon eben
- 16:18angeschnitten habe, habe Kerkeling, ich bin da mal weg,
- 16:21weil wir darüber nicht nicht reden.
- 16:24Können das. Ist einfach so ein ein, ja
- 16:27erfolgreiches Buch gewesen, und es passt ganz gut, weil ich hab
- 16:30mir die Bücher, über die ich rede, jetzt der Länge nach
- 16:33sortiert und es ist quasi die kürzeste Strecke, die innerhalb
- 16:36eines Buches gewandert wird mit 769 Kilometern.
- 16:40Wow. Okay ja.
- 16:44Ganz kurz, das Buch ist 2006 erschienen, und Hape Kerkeling
- 16:48schreibt darin über eine Wanderung auf dem Jakobsweg auf
- 16:51dem Camino Francaise, die er 2001 gemacht hat.
- 16:56Er hat da ja auch viel drüber gesprochen, er hat es auch als
- 16:58Hörbuch eingesprochen, aber ich finde auch, wenn man seine
- 17:00Stimme im Ohr hat, kann man das Buch prima lesen und hat es
- 17:03trotzdem so ein bisschen als Hörbuch, also mich hat es
- 17:06unheimlich gut unterhalten. Ein ein tolles Buch, ein ganz
- 17:10lebendiges Buch. Es ist wie bei fast allen
- 17:14Wanderbüchern oder Langstreckenwanderbüchern hat es
- 17:17einen, hat es einen Anfang, der was mit einem Umbruch oder mit
- 17:21einer Krankheit zu tun hat. Also bei Harpe war das, ich
- 17:23glaube ein Hörsturz gewesen und noch eine Operation, die er
- 17:27hatte und hat dann auch viel ja über sein Leben nachgedacht,
- 17:31über Stress, und hat sich dann entschieden, eben diesen ja
- 17:35sehr, sehr oder vielleicht den berühmtesten Pilgerweg.
- 17:38Überhaupt zu gehen. Und er beschreibt das genauso
- 17:43lebendig, wie er spricht. Und dieses Buch ist, ich sag das
- 17:46schon, das ist amüsant, kurzweilig, es ist aber auch
- 17:49echt, wirklich tiefgründig, das zeigt noch mal eine Ebene von
- 17:53ihm, die vielleicht, wenn man irgendwie mal so einen Film
- 17:55guckt, nicht nicht so offensichtlich oder wurde
- 17:59vorher, jetzt sind die Filme ja vielleicht auch ein bisschen
- 18:01anders geworden, und es ist durch und durch einfach eine
- 18:05Freude. Und mehr will ich gar nicht dazu
- 18:09sagen, denn dass ich glaube 5000000 verkaufte Exemplare oder
- 18:14so was, ich weiß es gar nicht so genau.
- 18:15Das heißt jede jeder von euch hat es schon gelesen und wer es
- 18:18noch nicht gelesen hat, macht es einfach heimlich und.
- 18:21Oh genau, und du willst uns davon bitte nicht verraten, dass
- 18:24ihr es noch nicht gelesen habt. Macht er es auch aus einem
- 18:27christlichen Impetus heraus oder eher wirklich nur sich selbst
- 18:30finden oder zu sich selbst kommen?
- 18:32Also redet er in dem Buch auch darüber, ob er.
- 18:36Also er spricht so n ganz ganz bisschen über.
- 18:39Das heißt so n bisschen, er spricht schon auch über Glauben,
- 18:42aber Zitat ist da so, er wäre Buddhist mit christlichem
- 18:46Überbau. OK ja, also das das ist
- 18:50vielleicht dann dann eher so die er spricht viel über die
- 18:53Menschen, die ihm begegnen, natürlich auch über das, worüber
- 18:56er nachdenkt, und also ist wirklich n fantastisches.
- 18:59Buch schön schön. Ja, und ein unglaublich
- 19:02fantastischer Mensch dazu. Ich meine, das macht es
- 19:05natürlich einfach und schön, dass du es sagst, einfach kurz
- 19:07vorher noch mal seine Stimme, sich irgendwo reinspielen, man
- 19:09muss ja nicht das Hörbuch hören, aber damit man ihn noch mal im
- 19:12Ohr hat, was einfach doppelt so viel Spaß bringt bei Harvey
- 19:16gerkeling ihnen da noch zuhören zu können.
- 19:18Schön, ja, zauberhaftes Buch. Also mir als Buchhändler hat es
- 19:20auch gut verfallen, weil es einfach sehr viel Geld in die
- 19:22Kassen gespült hat und obwohl es natürlich streng genommen, es
- 19:29ist ja ein Sachbuch, eigentlich streng genommen oder ein
- 19:31biografischer Reisebericht, aber ich finde, beim Thema wandern
- 19:36darf der wirklich nicht fehlen. Also ich hatte ihn nicht auf
- 19:39meiner Liste, dementsprechend bin ich sehr dankbar.
- 19:41Als ich es las, dass du ihn reingeschrieben hast ich so, oh
- 19:44ja, natürlich das. Also es ist immer sehr, sehr
- 19:48schön, wenn man zu zweit macht und der eine den anderen dann
- 19:51ganz gut ergänzen kann. Mal den Pups, das habe ich
- 19:54vergessen, wie schön, dass du das Buch mit auf dem Plan
- 19:56hattest. Das ist also Hape Kerkeling, ich
- 20:01bin dann mal weg, wie immer alle Informationen zum Buchautor et
- 20:05cetera PP in den Shownotes. Wie übrigens auch die
- 20:09Informationen, falls ihr auf die lustige Idee kommt, beim Wandern
- 20:12schnell euer Telefon zu zücken und uns Geld zukommen lassen zu
- 20:16wollen in Form eines Abonnements oder jeder anderen Form.
- 20:19Wir freuen uns riesig über jede Zuwendung und die Informationen,
- 20:22wie ihr das machen könnt, findet ihr entweder in unseren
- 20:25Shownotes oder direkt auf der Seite im Bett mit buch.de.
- 20:28An dieser Stelle dann auch noch mal ein ganz großes Dankeschön
- 20:31an alle, die das bereits gemacht haben und an alle, die in den
- 20:34letzten Wochen dazu gekommen sind.
- 20:36Und namentlich möchte ich in diesem Falle noch einmal ganz
- 20:39kurz nicht Tina danken. Das war die mit dem estnischen
- 20:43Meister und Margarita, sondern der Lieben Tina mit E hinten
- 20:47dran, die ein Abo bei uns abgeschlossen hat.
- 20:49Vielen dank liebe Tina, dafür machen wir einen großen
- 20:53Wanderausflug. So so Kurt, hast du dann auch n
- 20:59hast du n Wanderbuch gefunden? Ich habe auch ein Wanderbuch
- 21:02gefunden. Also ich habe 3 Bücher dabei,
- 21:05die haben als Thema jetzt nicht zwingend wandern, aber sie
- 21:12handeln jedes Buch für sich jeweils von.
- 21:17Durch die Natur und durch die Gegend umherlaufende Menschen
- 21:20also, die Wandern tatsächlich, aber meistens mit einem Ziel
- 21:24oder einer Suche. Und es geht nicht um das
- 21:26Recreational wandern, also das Urlaubsmäßig und der Erste, den
- 21:32ich mitgebracht habe. Meine Wanderbücher sind
- 21:34tatsächlich alles 3 historische Bücher, denn da war es noch sehr
- 21:39viel wahrscheinlicher, dass Menschen durch die Gegend
- 21:41wandern und nicht irgendwie sich anders fortbewegen.
- 21:45Und das Erste, was ich jetzt mitgebracht habe, ist von einem
- 21:51Lieblingsautorin von mir. Andrew Miller heißt er, ein
- 21:55britischer Autor, der grundsätzlich ich hab oder hat
- 21:58er schon mal was Neues, jetzt zeitiges geschrieben, was der,
- 22:01nee, ich glaube, er schreibt grundsätzlich nur historisches
- 22:04mit einer Eleganz, mit einer Sprachgewalt und mit einer
- 22:06Präzision. Das ist ja immer diese Kunst,
- 22:09dass du keine kitschigen historischen Romane schreibst,
- 22:13sondern wirklich das Setting nimmst und dann wirklich
- 22:15Literatur machst. Und er hat eine unglaublich
- 22:18elegante Sprache, hervorragend auch ins Deutsche übersetzt.
- 22:22Findet ihr alles in den Shownotes?
- 22:23Das Buch, über das Sie sprechen möchte, heißt die Korrektur der
- 22:26Vergangenheit und es handelt von einem englischen Offizier.
- 22:32Der heißt John Lacroix, einer der englischsten Namen, die man
- 22:36sich vorstellen kann, und der war in den Napoleonischen
- 22:40Kriegen in Spanien auf englischer und spanischer Seite,
- 22:45und das ganze findet 1809 statt, er ist aus den Kriegen
- 22:48zurückgekommen nach Hause. Zutiefst verletzt, sowohl
- 22:52physisch als auch psychisch traumatisiert das das Thema
- 22:57Trauma hatten wir ja auch schon mal gesagt, das gibt es ja erst
- 23:00seit dem ersten Weltkrieg eigentlich, aber letztendlich
- 23:02ist das das, was er erlebt, ist wirklich ein ein psychisches
- 23:05Trauma, die physischen Verletzungen sind OK, der hat ne
- 23:08Haushälterin, also der wird schon wieder aufgepäppelt, das
- 23:10ist nicht das Ding, aber dieses psychische Trauma muss ja
- 23:13irgendwie loswerden und er hat einen kleinen Notfall, denn er
- 23:18weiß, dass. Ihm hinterher reisen ein
- 23:21englischer und ein spanischer Soldat, und er weiß nicht ganz
- 23:24genau warum. Aber er kriegt immer mehr
- 23:27verdichtende Anzeichen dafür, dass jemand ihn aufspüren will
- 23:32und ihn sucht, und dann denkt er sich, er schlägt jetzt einfach 2
- 23:36fliegen mit einer Klappe, denn er kommt aus einem Haushalt, der
- 23:40sehr musikalisch war, sein Vater war auch schon so eine.
- 23:43Der gerne halt Melodien von Volksgesängen Halt aufschrieb,
- 23:48um sie der Nachwelt zu erhalten. Und unser Offizier John Lacroix
- 23:52beschließt halt, er muss jetzt eh abhauen, weil wer weiß was
- 23:56diese beiden, die ihm folgen wollen von ihm.
- 23:59Und er hatte schon immer mal vor auf die Hybriden.
- 24:03Zu gehen und dort die Volksgesänge der Menschen, die
- 24:05auf den inneren und äußeren Hybriden für alle, die nicht
- 24:09ganz genau wissen, wo das ist, das sind diese Inselketten vor
- 24:12der Westküste Schottlands, vor der nordwestlichen Küste
- 24:14Schottlands, und das ist historisch sehr schön gesehen,
- 24:19denn im zweiten Drittel des 18. Jahrhunderts hat Schottland
- 24:23endgültig seine Unabhängigkeit gegen England verloren und wurde
- 24:27Teil des. Vereinigten Königreiches und das
- 24:30hat ein riesen Boom hervorgebracht bei den
- 24:34Engländern, die jetzt alle dieses Naturwüchsige Schottland
- 24:38und diese naturwüchsigen Menschen und alles also, die
- 24:41einfach sozusagen einen einen Hang zur Natur hatten und
- 24:44dementsprechend passt es sehr gut rein, dass Andrew Miller ihn
- 24:47auf die Hebriden wandern lässt und er bewegt sich natürlich
- 24:51auch mit Kutsche und er bewegt sich auch mit Schiff und so
- 24:53weiter aber der große Teil wird zu Fuß.
- 24:58Bestritten und im Verlaufe des Buches erfahren wir auch relativ
- 25:03langsam, aber natürlich stetig. Wer sind die beiden Männer, die
- 25:06ihm folgen, warum folgen sie ihm, hat das etwas zu tun mit
- 25:11dem, was er erlebt hat in den Kriegen in Spanien und warum er
- 25:14eigentlich auch so psychisch traumatisiert ist?
- 25:17Das Ganze ist wahnsinnig schön fein gewoben, die
- 25:21Zeitverzögerungen, die sich durch das Wandern ergeben,
- 25:24werden von Andrew Miller großartig eingesetzt, denn.
- 25:27Mal geht unser Held zu Fuß und die beiden Verfolger sind auf
- 25:30dem Pferd, mal müssen die halt plötzlich durch unwegsames
- 25:33Gelände und zu Fuß, während er schneller vorweg kommt und man
- 25:36hat also immer so näherkommende und weglaufende Bewegungen
- 25:39zwischen diesen Menschenpaaren, bis sie sich natürlich
- 25:43letztendlich dann doch zu einem Showdown auf den auf einer Insel
- 25:47auf den Hybriden treffen. Den Showdown werde ich jetzt
- 25:50natürlich nicht vorwegnehmen wollen, denn er ist auch sehr
- 25:53ungewöhnlich. Und es geht hier gar nicht so
- 25:57viel um das Wahrnehmen der Natur beim Wandern, denn man wanderte
- 26:05einfach, um irgendwohin zu gehen, sondern es geht natürlich
- 26:08sehr viel, wie immer in Büchern, die ich anscheinend gerne lese.
- 26:12Umfrage von Schuld also was ist passiert im im Krieg hat er sich
- 26:17was Zuschulde kommen lassen. Der Kontemplation des zur Ruhe
- 26:20kommens, also das Wandern und Reisen eher dafür benutzt wird
- 26:25als Bild einen Menschen wieder zu sich finden zu lassen.
- 26:29Und das ist in all seiner auch wieder aufkommenden Brutalität
- 26:34ein unglaublich schönes Buch. Wow, das siehst du.
- 26:42Ich hätte das gar nicht so sehr unter Wandern einsortiert.
- 26:46Und aber ich muss mal, das soll jetzt nicht kleinlich klingen,
- 26:49aber er spricht ja über die Mücken in Schottland.
- 26:54Nee, nee, tatsächlich nicht. Er sollte.
- 26:58Er sollte alle alle Bekannten von mir, die in Schottland
- 27:02wandern waren, reden, eigentlich nur noch über.
- 27:04Mücken, Mücken, die Sommer nach St.
- 27:05Petersburg, aber natürlich auf den Hebriden weniger.
- 27:09Du hast dann die Inseln, da hast du ja also nicht mehr das
- 27:12Sumpfmoorige, aber der Weg dorthin muss wahrscheinlich
- 27:15sehr. Sehr, sehr mückenreich gewesen
- 27:17sein. Ich werde vielleicht noch mal
- 27:21mit Hilfe einer mir befreundeten KI dieses Buch durchforsten, ob
- 27:25das Wort Mücken irgendwo vorkommt aus.
- 27:27Mit einer KI befreundet, ja. Mein lieber Gattner hat auch
- 27:32eine KI, die nennt er Kurt informiert, dass ich nichts mehr
- 27:36zu ändern wird, wird mir Frage gestellt, wie ist das Wetter
- 27:38morgen und ich Box danach. Also ich bin schon meine eigene
- 27:41KI. Ich habe neulich den den sehr,
- 27:45sehr schönen Spruch gelesen, man soll seine Frau, seine
- 27:51Lebenspartnerin oder auch seinen Lebenspartner nicht als Google
- 27:53missbrauchen. Danke.
- 27:56Ich glaube du hast ja auch irgendwie die Kontaktinfos von
- 27:59John. Könntest du es mal vielleicht
- 28:00von deiner Seite aus ihm zuschicken?
- 28:04So, aber jetzt waren wir also schon mit Hape Kackling auf dem
- 28:08Jakobsweg, wir waren auf dem Weg von Südengland und auf die
- 28:11hybriden Hybriden, vor allen Dingen auf die Hybriden mit
- 28:15Andrew Miller und seinem Helden Jean Lacroix im Jahr 1809.
- 28:19Wo führst du ins Ziel? Ich würde jetzt quasi von
- 28:22Schottland wieder runter nach Südengland reisen wollen, ins
- 28:26heute auf ein gerade sehr ein relativ aktuelles und sehr
- 28:30erfolgreiches Buch und ein paar Jahre ist es schon alt, aber es
- 28:33wurde gerade verfilmt und hat deshalb noch mal so ein Hype
- 28:36erlebt. Ich rede von der Salzpfad von
- 28:39Raynor Win, ein Buch über eine 1000 Kilometer lange Wanderung
- 28:46im Süden Englands, der. Southwest Coast Path der beginnt
- 28:52im westlichen England, oder? Das ist dann noch Wels, das weiß
- 28:58ich gar nicht so genau. Ich glaube England und zieht
- 29:01sich dann sozusagen nach Süden über Lands End und dann rüber
- 29:06nach Osten und es ist auch ein autobiografisches Buch, es war
- 29:14dafür viel in der Kritik gewesen.
- 29:17Weil ich glaube, der Observer war, dass sich dann nach dieser
- 29:22großen Erfolgsgeschichte des Buches und auch des Filmes drauf
- 29:24gestürzt hat. Ist das wirklich so passiert und
- 29:28hat einige Sachen gefunden, die nicht exakt so passiert sind,
- 29:31wie sie im Buch drin standen, aber die haben nichts mit der
- 29:33Wanderung zu tun, die haben mit dem Vorleben was zu tun, die
- 29:35Wanderung nach allem, was man war, also die beiden sind
- 29:38wirklich diese 1000 Kilometer gegangen und ich erzähl einfach
- 29:41mal, worum es geht, also Ray und ihr Mann Moss.
- 29:46Haben eine Farm in Wales und haben da ihre Kinder
- 29:51großgezogen. Sind beide sehr naturverbunden,
- 29:54betreiben eben ne Landwirtschaft, haben
- 29:56Feriengäste und so weiter und diese Farm wird ihnen also in
- 30:00dem Moment, in dem Wir einsteigen, ins Buch
- 30:01weggenommen, sie haben sie verloren durch einen, ja, durch
- 30:06einen Freund, durch einen Bekannten, mit dem sie ein
- 30:08Geschäft gemacht haben, und also sie haben dann auch einen langen
- 30:10Gerichtsprozess verloren, die Farm wurde ihnen weggenommen und
- 30:13sie stehen. Vor der Obdachlosigkeit.
- 30:17Und sie haben wirklich auch überhaupt keine Zeit mehr und
- 30:19sie haben keine Ersparnis mehr, weil sie die eben sozusagen in
- 30:22dieses Geschäft des Bekannten reingesteckt haben.
- 30:24Und die Farm war die Sicherung dafür, sie haben wirklich nichts
- 30:28mehr, die Kinder studieren schon, beide haben auch noch
- 30:31nichts, also auch nichts, wo jetzt die Eltern mit hin
- 30:33könnten, und sie können zwar immer mal so ein paar Nächte bei
- 30:37Freunden, bei Verwandten unterkommen, aber es ist kein,
- 30:39das ist kein Zuhause und es. Ist eben auch nicht nur diese
- 30:43drohende Obdachlosigkeit und dieses der moderne britische
- 30:49Staat, der da relativ wenig Hilfe anbietet, um es mal
- 30:52sozusagen, es ist auch noch so, dass Moth an einer ja tödlich
- 30:57verlaufenden degenerativen Krankheit erkrankt ist, und das
- 31:00quasi direkt kurz nach diesem verlorenen Prozess erfährt.
- 31:05Und das Haut die beiden um. Total.
- 31:08Also, sie sitzen dann wirklich zusammengekauert unter der
- 31:11Treppe in Ihrer Farm, wissen nicht, was sie tun sollen, und
- 31:14die Gerichtsvollzieher stehen vor der Tür.
- 31:17Also, Sie wissen wirklich, Sie haben Sie, haben einfach, sie
- 31:19haben wirklich nichts mehr, und unter dieser Treppe, da stehen
- 31:24halt schon ein paar Kartons, die gepackt sind, ein paar
- 31:26Bücherkartons, und da ist so ein Reisebericht drin von jemandem,
- 31:29der eben diesen besagten Southwest Coast Path.
- 31:34Gelaufen ist. Und sie sagt, dann wollen wir
- 31:37einfach wandern gehen und er guckt sie an und sagt dann
- 31:42irgendwie ja okay so, und damit gehen sie raus, verlassen ihr
- 31:47Zuhause und sind jetzt aber auch nicht in der Lage, sich eine so
- 31:51eine super tolle Wanderausrüstung zu kaufen.
- 31:55Das also Sie haben das Geld einfach nicht und.
- 31:58Und Sie kaufen sich. Ich glaube für 5 Pfund jeder so
- 32:00n super leichten Schlafsack und versuchen jetzt also sie sind
- 32:03wie beim Schwager untergekommen, die Rucksäcke so leicht wie
- 32:07möglich zu packen, weil diese Krankheit von ihrem Mann eben
- 32:10auch ne ne muskeldegenerierende Krankheit ist.
- 32:13Das heißt er kann auch nicht mehr so viel tragen wie n junger
- 32:16Mann, die sind beide 50 ungefähr und ja ziehen dann wirklich mit
- 32:23einem. Unzureichenden Paketlos so und
- 32:26sehr, sehr wenig Geld. Sie bekommen wöchentlich
- 32:29irgendwie, ich glaube so 40 Pfund oder so, es ist irgendeine
- 32:32Steuerrückerstattung, weil sie kein Einkommen mehr haben und
- 32:37wer schon mal in den letzten Jahren in Großbritannien war,
- 32:39weiß 2 Leute 40 Pfund essen das. Halber Tag.
- 32:43Halber Tag, genau, nicht eine Woche.
- 32:47Und sie sind natürlich mit 50 jetzt auch nicht mehr so der der
- 32:50typische Wanderer. Die typische Wanderin auf diesem
- 32:53Pfad. Und sie machen sich einfach auf
- 32:55den Weg, haben sich n Wanderführer gekauft, den Paddy,
- 32:58wie sie ihn nennen, von einem sehr ambitionierten Wanderer und
- 33:01sie schaffen nicht mal die Hälfte von dem, was dieser Paddy
- 33:04da schafft und das ist, das wird im Buch sozusagen immer so n
- 33:07Vergleich ne wo wo wo wo ist der Paddy jetzt, wo sind wir an
- 33:11diesem Tag? Ich glaube Sie schaffen am
- 33:13ersten Tag viel Kilometer und sind dann komplett fertig.
- 33:16Und wer sich jetzt denkt, so naja, England Wander, das klingt
- 33:18jetzt nicht so anstrengend, dieser weg ist ja wirklich, also
- 33:22er ist diese 1000 Kilometer lang und er ist sehr sehr hügelig und
- 33:27man überwindet am Ende so viele Höhenmeter, als würde man 4 * 4
- 33:31mal auf den Mount Everest Strom, ja.
- 33:35Okay das ist jetzt beeindruckend, das hätte man
- 33:38wirklich nicht. Also in den Highlands okay aber
- 33:42jetzt im Süden, England? Ja, er geht halt wirklich die
- 33:44Küste entlang. Und ja, das Buch ist im Grunde
- 33:48die Begleitung. Wie schaffen Sie das eigentlich,
- 33:51wovon leben Sie, Spoiler, Nudeln?
- 33:55Ich wollte gerade fragen oder finden Sie immer wieder Leute,
- 33:58die sich ihre annehmen oder OK. Also sie, sie kommen tatsächlich
- 34:04bis zu einem gewissen Punkt. Sie sie campen wild ne.
- 34:08Sie sammeln dann irgendwann später im Herbst dann auch mal
- 34:11Pilze und und Muscheln und Brombeeren.
- 34:13Aber ansonsten müssen sie sich auch mit all dem, was da noch
- 34:16passiert, wirklich mit dem Durchschlagen, was sie, was sie
- 34:19haben, was sie mitbringen, und es gibt zwischendurch n paar
- 34:22sehr sehr schöne Begebenheiten. Also es gibt natürlich diese
- 34:26irre tollen Landschaftsbeschreibungen von
- 34:28Südengland, von dem Meer. Es gibt sehr eindrücklich
- 34:31geschildert, wie körperlich anstrengend es ist, aber auch,
- 34:34wie sehr sich gerade auch der erkrankte Moff verändert, wie
- 34:39ihn dieses permanente Gehen verändert, wie er wieder, wie er
- 34:43wieder zu Kräften kommt. Ah OK, es ist auch ein, also ein
- 34:47Heilungsprozess in Anfang. Ein Heilungsprozess, ja, also
- 34:50die die Krankheit wird nicht in dem Sinne geheilt, aber er wird
- 34:56gesünder um es. Mal sozusagen.
- 34:59Und er wird mit einem sehr berühmten Schriftsteller
- 35:01verwechselt. Was den beiden tatsächlich auch
- 35:04mal echt nicht nur das Abendessen rettet.
- 35:08Sehr anrührend, sehr bewegend, es gibt viel Reflexion über
- 35:12Obdachlosigkeit und wie sie in der Gesellschaft wahrgenommen
- 35:14wird, dann de facto sind die beiden das, die sind obdachlos,
- 35:17und sie stellen fest, dass es n sehr großen Unterschied gibt
- 35:20zwischen dem, wenn sie sagen, wir haben unser Zuhause verloren
- 35:23und wissen nicht wohin, also wandern wir.
- 35:26Und die Leute wenden sich ab oder wenn sie sagen, Oh, wir
- 35:28haben unser Zuhause verkauft und wissen noch nicht wohin,
- 35:31beschreibt exakt den gleichen Zustand, aber dann, oh wow, das
- 35:35ist ja ein mutiger Schritt in ihrem Alter.
- 35:36Herzlichen Glückwunsch, große Bewunderung und zwischen diesen
- 35:40beiden Polen bewegen sie sich und es ist wirklich eine Freude,
- 35:45dieses Buch zu lesen, macht ganz, ganz viel Spaß, ist ist
- 35:50auch Dieb, ja. Aber wir wissen alles.
- 35:53Buch ist rausgekommen, das heißt, wir wissen auch, es geht
- 35:55ihnen danach schon besser. Also ne, Sie haben das Buch
- 35:58geschrieben, ich glaube, die Frau ist damit sicher nicht
- 36:00Millionärin geworden, das. Ist n riesen Erfolg sagen wir
- 36:02wissen, das Buch ist n Erfolg, das heißt auch finanziell ging
- 36:05es dann besser. Ich muss vielleicht weißt du es
- 36:07gar nicht, aber vielleicht hast du es ja trotzdem jetzt
- 36:09nachträglich noch mal gelesen lebt moff noch OK schön.
- 36:14Genau, es gibt auch noch n Nachfolgebuch, das hab ich noch
- 36:16nicht gelesen und ich hab es für dich gestern Abend ausgelesen
- 36:18und wie schön hab den Film auch schon gesehen und bin sehr
- 36:23begeistert n sehr schönes Buch für den Sommer.
- 36:26Klasse, vielen Dank, denn also ich muss zugeben, es ging
- 36:30bislang an mir vorbei, tatsächlich, ich hörte irgendwie
- 36:33nur bei Salz dachte ich so gleich an das Salz auf unserer
- 36:36Hauptschule hab ich so OK ich gewandert, jetzt bin ich
- 36:38gespannt, da wird nicht da wird mit anderen Methoden gewandert
- 36:41wahrscheinlich. Wie schön 1000 dank für den Tipp
- 36:46Monique, Ich würde glaube ich uns wieder in die Vergangenheit
- 36:52zurückwerfen wollen. Ich möchte aber zwischendurch
- 36:57natürlich noch erwähnen, wie ihr euch denken könnt, da hatten wir
- 37:01auch die Anfrage bekommen. Ah wenn ihr übers Wandern redet,
- 37:04dann macht ihr sicherlich auch spontan die Wanderung durch die
- 37:07Markt Brandenburg Nein, machen wir nicht, wir haben sie jetzt
- 37:09hiermit aber erwähnt. Und was ich noch erwähnen
- 37:13möchte, aber jetzt gar nicht zu nah drauf eingehen möchte und
- 37:16trotzdem darauf hinweisen möchte, dass es fantastische
- 37:19Bücher sind, denn das ist Wandern par excellence von
- 37:23Patrick Lee Firmer, einem Briten, der 1933 mit 18
- 37:29beschlossen hat. Er wandert jetzt quer durch
- 37:31Europa und das macht er, oder er hat es gemacht.
- 37:36Hatte zu immer Glück, dass er aus einer, wie man so schön
- 37:40sagt, besseren Gesellschaft kommend auch schon einige
- 37:43Kontakte hatte, auch in Deutschland und und die ihn dann
- 37:46immer weiter gebracht haben. Also er ist sozusagen einfach
- 37:48immer eigentlich von irgendeiner Person zur nächsten gewandert,
- 37:51hat aber den ganzen Weg tatsächlich gemacht, hat es zu
- 37:54Lebzeiten in 2 Bänden herausgegeben, die heißen die
- 37:57Zeit der Gaben. Und zwischen den Bäumen und dem
- 38:00Wasser. Das eine ist von der Nordsee bis
- 38:02nach Ungarn, das andere, zweite Teil geht von Ungarn bis zu den
- 38:06eisernen Toren, das ist an der Grenze zwischen Serbien,
- 38:12Bulgarien, Rumänien, also im im, im, im tiefsten Balkan, und es
- 38:16wurde nach seinem Tod, also posthum, noch mal ein dritter
- 38:20Teil veröffentlicht, den hat er selber nicht mehr
- 38:22veröffentlichen können, da geht es von den eisernen Toren bis
- 38:24tatsächlich zum Bergatos. Zauberhaft, weil das ist
- 38:28natürlich für uns eine vergangene und verlorene Welt.
- 38:30Also alles vor dem Zweiten Weltkrieg, ein Europa, wie wir
- 38:34es nie wieder zu sehen bekommen, und ein großartiger
- 38:39Reisewanderschriftsteller. Es gibt aber ein Buch, auf das
- 38:43ich eigentlich eingehen möchte, und dafür gehen wir noch ein
- 38:47weites Stück weiter in die Vergangenheit, und da wirst du
- 38:50wahrscheinlich auch wieder sagen, wie bei dem Andrew
- 38:51Miller, lustig hättest du gar nicht unter wandern gepackt.
- 38:55Nämlich von Daniel Kehlmann. Das Buch Till.
- 38:59Ah. Und natürlich handelt es vom
- 39:02Dreißigjährigen Krieg und nicht vom Wandern.
- 39:04Das ist mir vollkommen klar. Aber dieser Till, der wandert ja
- 39:11wirklich tatsächlich durch den kompletten Dreißigjährigen Krieg
- 39:15und wird von einer in Anführungsstrichen realen Figur
- 39:18zu einer immer mystischeren und mythischeren Figur.
- 39:22Ein faszinierendes Buch. Was der Kehlmann Macht, ist
- 39:27eigentlich recht spannend, denn er nimmt die Figur des Till
- 39:29Eulenspiegel und packt sie einfach um 150 Jahre nach hinten
- 39:34und lässt ihn also durch den Dreißigjährigen Krieg wandern.
- 39:38Till Eulenspiegel oder Uhlenspiegel in dem Buch von
- 39:41Daniel Kehlmann ist im Jahre 1600 geboren, ist also zu Beginn
- 39:46des Dreißigjährigen Krieges 1618 ist er 18 Jahre alt und sein
- 39:52Vater. Wird in dem kleinen Ort, wo sie
- 39:55herkommen, als Eretiker und ach Hexenmeister im Zweifelsfall.
- 40:02Auf jeden Fall wird er hingerichtet und das nimmt also
- 40:05Till zum Anlass, dass er jetzt abhauen muss und wie er beginnt,
- 40:11zu dem Narren zu werden, den er ist, also die Anfänge seiner
- 40:14Karriere möchte man schon was sagen, seine Ausbildung wie er.
- 40:20Immer mehr gar nicht mehr als natürliche Person.
- 40:25Durch diese Kriege zieht, sondern wirklich eine immer
- 40:29fantastischere Figur wird. Es ist unglaublich von Daniel
- 40:33Kehmann geschrieben, auch die Begegnungen, die er hat, von
- 40:36Wallenstein bis also mit wirklich allen Protagonisten und
- 40:40Antagonisten des Dreißigjährigen Krieges, es ist natürlich ein
- 40:43Buch voller Gewalt und Krieg. Es ist aber auch ein Buch, wo
- 40:48ein Mensch wirklich 30 Jahre lang zu Fuß durch die Gegend
- 40:52geht. Ganz, ganz selten, dass er mal
- 40:55ein Pferd oder eine Kutsche benutzt.
- 40:56Nur wenn er eigentlich n öffentlichen Auftritt irgendwo
- 40:58hat. Ansonsten ist es wirklich sehr
- 41:00viele Beschreibungen, auch die Gefahren des Wanderns und es ist
- 41:05nicht immer Sommer oder Frühling oder früher Herbst.
- 41:07Es ist halt auch manchmal wirklich Winter, das ist schon
- 41:11sehr, sehr eindrücklich dargestellt.
- 41:13Und was ich so unglaublich spannend fand, war, dass der
- 41:16Daniel Kehlmann es in diesem Buch schafft, in Absätzen Sachen
- 41:20zu erklären, wofür andere Menschen ganze Sachbücher
- 41:24gebraucht hätten. Es ist, es ist beeindruckend,
- 41:27wenn man das lesen möchte, dieses für mich zumindest beste
- 41:31Buch von Daniel Kehlmann, dann würde ich empfehlen, lest euch
- 41:36vorher noch einen kurzen Zusammenfassungskapitel oder
- 41:40Artikel durch zum Dreißigjährigen Krieg.
- 41:43Damit man kurz drauf hat, wer war wer, warum fing das noch mal
- 41:46an und wer war der Winter? Gewesen. 18 bis 1648.
- 41:52Aber was war der Grund? Wer war eigentlich gegen wen,
- 41:55was haben die Schweden da zu tun gehabt und so weiter damit man
- 41:57nicht ganz durcheinander kommt, denn Daniel Kehlmann geht etwas
- 42:01virtuoser dort um mit der Vergangenheit und das war
- 42:05sozusagen mein zweites Buch. Zum Thema Wandern und ich ärgere
- 42:11mich so, dass du es geschafft hast, dir die Kilometer noch
- 42:13irgendwie zu erforschen. Das wäre in diesem Buch
- 42:16unmöglich gewesen, weil es gar nicht so klar dargestellt wird,
- 42:19aber er ist wirklich überall, er ist ja auch in dem Benelux, er
- 42:22ist auch in Frankreich, also ich nehme an, Till ist also von den
- 42:27Büchern, die wir bislang besprochen haben, am weitesten
- 42:30gewandert, bislang vermutlich vermutlich.
- 42:34Vermutlich, wir wissen es nicht genau.
- 42:36Und ja. Und ich bin gespannt, mit
- 42:38wieviel kilometern du jetzt. Ja, ich, also ich bin wirklich
- 42:44überrascht, dass du dieses Buch hierfür ausgesucht hast, aber
- 42:46auch echt sehr froh, weil es so ein tolles Buch ist, mich also
- 42:50wirklich sein Bestes finde ich. Es hat mich absolut umgehauen,
- 42:55ich habe damit nicht gerechnet und war und bin immer noch total
- 43:00begeistert davon. Wir, ich nehm dich jetzt mit
- 43:03nach Frankreich. Oh ja.
- 43:06Da war Till ja auch ganz. Kurz, da war Till ja auch ganz
- 43:09kurz. Wir sind jetzt in in Frankreich
- 43:12mit Silvan Tesson, einem ja sehr renommierten
- 43:17Reiseschriftsteller, der viele, viele Expeditionen gemacht hat,
- 43:22viel darüber geschrieben hat und auch sehr, sehr abgefahrene
- 43:25Sachen, ne, da hat man n halbes Jahr ganz alleine in einer Hütte
- 43:28am Baikalsee gelebt und. Ich weiß gar nicht, wo er nicht
- 43:35weiß. Er war wirklich, wirklich viel
- 43:36in aller Welt unterwegs, auch in ganz weit oben in Gebirgen und
- 43:40so und ein sehr bekanntes Buch von ihm ist der Schneeleopard,
- 43:46aber darum geht es heute nicht, heute geht es um dieses Buch auf
- 43:48versunkenen wegen, und in dem wandert er 1300 Kilometer, und
- 43:55das ist insofern erstaunlich, weil er diese.
- 43:57Reise wirklich als sehr verzerrter Mann beginnt also
- 44:00auch das ist n in in in Biopic im Grunde n autobiografisches
- 44:05Buch oder n Memoir vielleicht nee, autobiografisch war dann,
- 44:10es beginnt mit einem großen Unfall, also der große Zampano
- 44:14der er war betrunken, musste den Clown geben, wollte den Clown
- 44:18geben, fällt 8 Meter von einem Dach herunter, ja, schwere
- 44:22Knochenbrüche, Schädel. Decke zertrümmert,
- 44:27Wirbelsäulenschäden wochenlang monatelang im Krankenhaus den
- 44:31ganzen Körper voller Schrauben und es ist über und und
- 44:36natürlich permanenten Schmerzen. Und es ist überhaupt nicht klar,
- 44:41dass er, also welches Leben er danach haben wird, nur dass sein
- 44:44bisheriges sehr aktives Leben als, ja Filmemacher, als
- 44:49Geograph, als Reisender, dass das vorbei ist oder so, nicht
- 44:55mehr so. So, so kann er nicht mehr
- 44:58reisen. Er ist körperlich nicht mehr in
- 44:59der Lage dazu, auch so sein ausschweifender Lebensstil, viel
- 45:02Alkohol wird nicht gehen mit all dem, wie er zusammengeflickt
- 45:08wurde, mit dem, was er in Tabletten nehmen muss, also dass
- 45:12dass er steht im Grunde vor vor einem Abgrund, und der Arzt sagt
- 45:17ihm ja so, wenn es ihnen gut geht, wenn alles gut klappt,
- 45:21können Sie im nächsten Sommer zur Reha fahren und er so, nee.
- 45:25Nee, Reha ich nicht und beschließt stattdessen.
- 45:31Also er glaubt zutiefst daran, dass etwas anderes seinen Körper
- 45:34heilen wird, nämlich dieses unterwegs sein, das Wandern, und
- 45:38beschließt, durch Frankreich zu wandern, also etwas, was er als
- 45:40Franzose, der überall gewandert ist, aber eben noch nicht
- 45:43gemacht hat, wirklich durch Frankreich zu wandern.
- 45:45Und er sucht sich, er sucht sich einen Weg aus der durch die
- 45:53also, der jetzt an sich kein ausgeschilderter Wanderweg ist.
- 45:56Sondern ein Weg durch die hyperländlichen Landschaften.
- 45:59Also es ist quasi kurz davor, von der französischen Regierung
- 46:04irgendwie ne Karte herausgegeben worden, welche Landschaften so
- 46:07ländlich sind, dass sie im Grunde nicht mit der
- 46:10Zivilisation mithalten können. Und Tasson ist eben absolut
- 46:15naturverbunden und er ist ja eher modernitäts.
- 46:24Skeptisch, Technik skeptisch durch und durch und ihm kommt es
- 46:30also sehr entgegen, mal durch durch dieses ursprüngliche
- 46:32Frankreich zu laufen, das ist nicht so leicht, weil das ja
- 46:36nicht so ganz einfach ausgeschildert ist, weil die
- 46:38Wege teilweise nicht mehr existieren, weil die von der
- 46:41Landwirtschaft platt gemacht worden sind und so, aber er ist
- 46:44ja dann trotzdem auch ein erfahrener Wandermann, und er
- 46:46beginnt ganz im Südosten an der italienischen Grenze und.
- 46:49Und will bis an den Atlantik zu. Zu Fuß.
- 46:53So also so schräg durch durch Frankreich, ja, alte, alte
- 47:00Wildwege, also so diese, diese reine, diese Säume von von
- 47:05Äckern, auf denen er lang läuft, trifft hin und wieder Leute, das
- 47:10sind nicht immer freundliche Gespräche.
- 47:11Ich könnte mir vorstellen, dass es auch an seinem Besen liegt,
- 47:14also. Wie man in den Wald hinein ruft.
- 47:18Ja, das und also er ist schon. Er schreibt sehr viel über seine
- 47:25Meinung, sehr viel über seine politischen Ansichten und er ist
- 47:28da schon sehr, sehr, sehr konservativ, würde man sagen,
- 47:32also er will sozusagen eigentlich was ganz
- 47:34Ursprüngliches bewahren und sinniert sehr viel darüber, wie
- 47:38Schlimmes doch ist, dass alle Leute immer überall weggehen,
- 47:40also quasi die Städter, ne, also diese.
- 47:43Diese Ballungszentren schaffen und und und.
- 47:45Da hingehen und sich mit allen möglichen Sachen ablenken.
- 47:48Wohin ging so diese ganz bodenständige Landbevölkerung?
- 47:52Ja, da bleibt wo sie wo sie hingeworfen wurde und ich dachte
- 47:55mir so bei mir so, na ja mein lieber, du hast es ja auch nicht
- 47:58so ganz da ausgehalten, wo du mal rein geboren bist.
- 48:02Du warst überall auf der Welt unterwegs und ich finde es jetzt
- 48:04so ein bisschen ehrenrührig, dann auf alle anderen zu
- 48:07schimpfen, die sich. Nach einem anderen Leben sehnen
- 48:11als das, was ihnen irgendwie bei der Geburt zuteil wurde.
- 48:14Also das aber man kann sich damit gut auseinandersetzen in
- 48:18in seinem Buch, und er ist auch natürlich klug genug, um selber
- 48:23auch zu wissen, dass das, was er da denkt, eben auch nicht
- 48:28einfach so hingenommen werden muss.
- 48:30Er bekommt manchmal Besuch auf seinen Wanderungen von Freunden,
- 48:33mit denen er früher gewandert ist, und einmal auch von seiner
- 48:35jüngeren Schwester, seine jüngere Schwester, die noch nie.
- 48:39In ihrem Leben, irgendwo außerhalb, irgendwo draußen
- 48:41übernachtet hat und er, der das draußen schlafen über alles
- 48:45liebt und er möchte, dass dass er möchte, sie anstecken mit
- 48:49dieser Liebe und ihm passiert etwas, was ihm auf all seinen
- 48:53Reisen noch nie passiert ist. Er macht abends Feuer und er
- 48:56macht dieses Feuer genau unter einem Hornissennest, das finden
- 49:02die Hornissen nicht so nice. Begonnen und seine Schwester
- 49:07flüchtet ins Zelt. Seine Worte dazu, man hätte ja
- 49:11nur mal still sitzen müssen. Ich bin der Teamschwester,
- 49:15flüchtet ins Zelt, rein in den Schlafsack, da wartet eine
- 49:18Spinne auf sie, das geht gar nicht und im paar Hornissen
- 49:24schaffen es auch durch diese doppelte Zeltleinwand er
- 49:26schreibt nicht, ob seine Schwester jetzt nachts noch
- 49:30abgehauen ist, sich von ihm hat ja.
- 49:34Entschwestern lassen oder was? Gerichtsbescheid.
- 49:40Oder, oder ob sie gesagt hat, ja, probieren wir es doch noch
- 49:43mal ein anderes Mal. Das schreibt er nicht.
- 49:45Also wir können davon ausgehen, sie fand das auch nicht so
- 49:47richtig gut und tasson hat, aber er hat eine ganz wunderbare
- 49:52Sprache, sehr, sehr lyrisch, poetisch, bisschen schwer.
- 49:58Er ist halt auf Franzose. Es ist also es ist alles opulent
- 50:01irgendwie in dem wie er spricht, wie er schreibt, sehr viel
- 50:05Gefühl, sehr viel Meinung, sehr viel Worte, aber wirklich
- 50:11anrührend und schön so, das liest sich nicht so fluffig weg
- 50:19wie der Salzpfad und er ist recht nicht so fluffig wie Hape
- 50:22Kerkeling, aber er führt uns. Oder mich hat er zumindest auch
- 50:26durch Landschaften geführt, die ich zwar schon n bisschen kenne,
- 50:28weil ich da n paar mal war, aber natürlich nie auf diesen wegen
- 50:31unterwegs war. Auch schön so seine Wanderung am
- 50:34am Fuße oder an den Flanken das Mont Ventou entlang, also den
- 50:37wir ja alle aus der Tour de France irgendwie kennen, da als
- 50:41der große Berg in der in der Provence und.
- 50:45Ja, bei allem, wo er mich aufgeregt hat, war es trotzdem
- 50:48ein Buch, das ich sehr, sehr gern gelesen habe.
- 50:50Gibst du uns den Titel noch mal? Ja, auf versunkenen Wegen.
- 50:54Schöner, schöner Titel tatsächlich.
- 50:57Und auch den werdet ihr natürlich nachlesen können in
- 51:00unseren Shownouts 1000 dank dafür, ich find das so spannend,
- 51:04Monique, dass wir. Also was für verschiedene Bücher
- 51:08wir zum Thema Wandern haben. Also du hast, natürlich sagtest
- 51:12du ja selber auch den den Bezug zum Wandern, weil du selber
- 51:15gerne wanderst. Dementsprechend sind deine
- 51:17Bücher ja tatsächlich auch wirklich das Wandern des Wandern
- 51:21willens. Ich hab das Gefühl, dass meine
- 51:23Bücher eher das wandern sind, weil man irgendwo hinkommen muss
- 51:26und das Halt zu Zeiten, wo man das zu Fuß macht, so auch mein
- 51:31drittes Buch tatsächlich ist. Ist auch ein.
- 51:36Wandern mit Zweck und nicht wandern um des Wandern willens,
- 51:42das ist das Buch in der Ferne von Ernandias.
- 51:48Das könnte man, dieses Buch könnte man auch so wunderbar
- 51:51auch zu anderen Themenfolgen benutzen, aber es ist landet
- 51:56jetzt einfach mal hier. Beim Thema Wandern unbedingt
- 52:00drüber reden, ich will einfach drüber reden, weil ich diesen
- 52:02Autoren so toll finde. Ich möchte kurz auf den Autoren
- 52:05auch eingehen, der ist argentinischer Herkunft, aber in
- 52:08Schweden, wenn nicht geboren, aber dann als kleines Kind dort
- 52:11gelandet und dort aufgewachsen, ist irgendwann zum Studien und
- 52:15arbeiten auch in die USA gegangen und hat relativ spät
- 52:17angefangen überhaupt erst zu schreiben, ich glaube mit
- 52:20Anfang, Mitte 40. Und das natürlich in seiner
- 52:24Drittsprache amerikanisch, was ja schon so hassenswert ist,
- 52:27wenn Menschen das können und das so großartig, dass sein erstes
- 52:32Buch in der Ferne direkt geshortlistet wurde für den
- 52:35Pulitzer und sein zweites Buch Treue, über das ich garantiert
- 52:40auch noch mal sprechen werde, dann auf den Pulitzer bekommen
- 52:42hat, und in diesem Falle geht es aber um in die Ferne, um es kurz
- 52:47abzureißen, die Vorgeschichte. Ist wir haben 2, wir sind Ende
- 52:52des 19 Jahrhunderts und wir haben 2 schwedische Brüder, die
- 52:56auf einem Bauernhof groß werden und die Eltern, das ist kein
- 53:00unbedingt gut laufender Bauernhof, also relativ arm und
- 53:02karg alles, und die Eltern verkaufen also ihr letztes Gut
- 53:05und habe was sie haben, kaufen dafür 2 Überfahrten in die USA
- 53:10für ihre Söhne und sagen, hey, wir sind alt, wir sind arm, wir
- 53:13wir gehen dann mal sterben und ihr beide ihr Fahrt jetzt in die
- 53:18neue Welt und wer? Wird ein neues Leben starten?
- 53:21Die beiden Brüder schaffen es auch zusammen bis nach Portsmith
- 53:23in England, um dort halt dann aufs Schiff zu zeigen.
- 53:27Der jüngere Bruder Hawkan dreht sich einmal im Kreis und der
- 53:30ältere Bruder ist verschwunden in diesem Menschengewusel und er
- 53:33findet ihn auch nicht wieder, er kann auch kein Englisch, er ruft
- 53:36also ab und an New York, New York, vielleicht hört
- 53:38irgendjemand und antwortet ja, hier ist das Schiff nach New
- 53:41York, keiner antwortet er hört dann aber den Ruf bei einem
- 53:44Schiff Amerika und er so ah Amerika wunderbar, springt also
- 53:47aufs Schiff. Und als er genug Englisch kann,
- 53:49um mal nachzufragen nach so n paar Wochen, wann sie denn so
- 53:52ankommen in New York, wird ihm leider mitgeteilt, dass sie
- 53:55gerade des Kap Horn Umsegeln und leider auf dem Weg nach San
- 53:58Francisco sind. Nun und da beginnt das Buch
- 54:02eigentlich das Buch zu sein, denn er landet also in
- 54:04Kalifornien und beschließt, er muss ja zu seinem Bruder nach
- 54:08New York, also beschließt er, er wird jetzt durch Amerika
- 54:13wandern, um zu seinem Bruder zu kommen.
- 54:16Und in der Zeit, in der er das Macht, muss man wissen. 2
- 54:22Sachen. Das eine ist, dass die
- 54:23Wanderbewegung eher von Osten nach Westen gerade geht mit den
- 54:26großen Goldsucher Tracks er also schon mal gegen den Strom
- 54:30wandert und das in der Zeit in der er dort ist.
- 54:35Ist Gewalt ein Thema, dass du nicht umgehen kannst und dass du
- 54:40für das eigene Überleben auch anwenden musst?
- 54:42Und er ist ein sehr friedliebender junger Mann. 16
- 54:45nehm ich an, aber er ist als Schwede einfach mal n bisschen
- 54:49größer und kräftiger als alle anderen und auch er muss ab und
- 54:52an Gewalt anwenden und wenn er die anwendet, ist die einfach so
- 54:55viel Exorbitanter als bei allen anderen um ihn herum.
- 54:59Dass sich innerhalb kürzester Zeit ein Mythos der Gewalt um
- 55:03ihn entwickelt. Er wird The Hawk genannt, was
- 55:06natürlich mit Hawkhan mit dem Namen gut passt.
- 55:08Und der hat also ganze berglöwenfamilien, ganze
- 55:11eingeborenen Stämme, also was der alles umgebracht hat, geht
- 55:14auf gar keine Kuhhaut. Stimmt natürlich auch alles
- 55:16nicht, ist ja alles nur n Mythos, aber diese Gewalt Mythos
- 55:22wird natürlich an ihn auch wieder herangetragen.
- 55:25Und er ekelt sich so sehr vor dieser, dass er so n Sinnbild
- 55:30für diese Gewalt ist, dass also seine Wanderung zu seinem Bruder
- 55:33eigentlich nicht nur eine Wanderung dorthin ist, sondern
- 55:36auch weg von seinem eigenen Mythos und das wirklich
- 55:40beeindruckende an diesem Buch, es läuft über, ich würde fast
- 55:44sagen, 20 Jahre, dass er durch die amerikanische Wildnis läuft,
- 55:48zutiefst alleine, zutiefst einsam, ganz selten, dass er
- 55:52menschliche Begegnungen hat. Die allerdings auch von
- 55:56berührender Schönheit sein können.
- 55:58Die Begegnungen und was so unglaublich in diesem Buch ist,
- 56:04ist die Naturbeschreibung, denn diese monumentale Gewalt der
- 56:08Natur, wie sie in den USA ist, also auch noch in einer Zeit,
- 56:13als sie nicht durch möglichst betonierte Straßen und Flugzeuge
- 56:17und so weiter begehbar oder zumindest erreichbar gemacht
- 56:22wurde. Diese Natur ist nicht bösartig,
- 56:25die ist nicht böswillig. Die ist aber auch nicht
- 56:27romantisch schön und lieblich, sie ist einfach in ihrer puren
- 56:32Existenz gewalttätig und jedes Mal eine Herausforderung, und
- 56:37das ist schön, dass das passiert in diesem Mythos um Hakan auch
- 56:41noch, dass er einfach der geborene Trecker ist.
- 56:45Der geborene Wanderer, der Gefahren schon Kilometer
- 56:48Voraussieht, der Spuren lesen kann, der weiß, wo wird Wasser
- 56:52sein, wo nicht, der weiß, wann muss ich wo losgehen, damit ich
- 56:55woanders ankomme. Also er hat wirklich n Händchen
- 56:57dafür, und auch das findet natürlich Eingang sozusagen in
- 57:01seinen Mythos, und es könnte ein ganz furchtbar deprimierendes
- 57:06und einsames Buch sein, wie er da durch die amerikanische
- 57:11Wildnis läuft. Hätte es nicht einen so
- 57:14unfassbar tollen, stillen, leisen, ironischen Humor dabei?
- 57:19Also es bringt auch wirklich Spaß, es zu lesen, es hat eine
- 57:23sehr klare Sprache, die ist also nicht, die ist nicht besonders
- 57:28wortreich, aber dafür bildreich, das finde ich immer wieder
- 57:31beeindruckend, wenn du es schaffst in.
- 57:34Einigen dicken Pinselstrichen sozusagen ein Bild Hinzuwerfen
- 57:39für den Leser, der sich richtig vor Augen führen kann, wo wir
- 57:43hier gerade lang laufen, das finde ich eine große, große
- 57:45Kunst. Wenn Autoren ohne viele Worte
- 57:47das schaffen, und das schafft er Nan Diaz dort auf jeden Fall und
- 57:53genau, ich wollte einfach nur über n Buch von er nan Diaz
- 57:55sprechen, aber ich meine ganz ehrlich, also das ist also der
- 57:58läuft glaube ich noch mehr Kilometer als als alle anderen
- 58:02zusammen. Und ich werde natürlich nicht
- 58:05spoilern, ob er es eigentlich auch zu seinem Bruder schafft,
- 58:09bis nach New York oder wie das Buch endet, denn es ist so ein
- 58:13lohnenswertes Buch für alle, alle, alle Menschen, die also
- 58:16jetzt auch nicht unbedingt selber des Wanderns lustig sind,
- 58:21sondern einfach nur mehr erfahren wollen, wie das sein
- 58:24könnte. Lest es, es ist ein wirklich
- 58:27großes Werk. Ich habe sie auch gelesen und
- 58:31mich hat es einfach so unglaublich traurig gemacht.
- 58:34Also auf die ich habe, vielleicht habe ich diese diese
- 58:38Ironie nicht so nicht so gefühlt, ich fand es schwer,
- 58:45also wirklich wirklich schwer im Sinne von dieser Geschichte, in
- 58:51diesen Worten, die er wird in der Sprache, in der er, mit der
- 58:53er arbeitet, die hat auf mir gelastet, das.
- 58:58Also ohne Frage ein großes Buch. Ich glaube, ich werde es nicht
- 59:01noch mal lesen. Ist auch immer die Frage, glaube
- 59:04ich in welchem das ist ja bei Büchern oftmals so, in welchem
- 59:09Seelenzustand man selber sich gerade befindet.
- 59:12Das passiert ja glaube ich allen 4 Lesern, dass du auch mal ein
- 59:16Buch anfängst und dann denkst, so, wow ist gerade gar nicht der
- 59:19richtige Zeitpunkt dafür und ich gebe dir schon recht, es ist
- 59:23natürlich, es ist ein Schwermütiges, es ist ein.
- 59:26Ein Dieb wie deine Tochter so schön sagt das Dieb, und es ist
- 59:32schwer, aber ich fand es halt nicht zutiefst deprimierend.
- 59:35Das ist, glaube ich, denn ich fand die Findigkeit, mit der er
- 59:40durch die Natur geht, schön, ich fand die wenigen Begegnungen,
- 59:46die er mit anderen Menschen hat. Die auch so viel Nähe und
- 59:52Zweisamkeit und auch Zärtlichkeit irgendwie
- 59:55hervorbringen. Sehr sehr schön, immer wieder,
- 59:57dass es also es gibt insbesondere diese eine
- 59:59Begegnung, da braucht er aber auch n Menschen, da ist er da,
- 1:00:02da ist er in den Bergen, ich glaube, seine Einsamkeit ist so
- 1:00:05tief, dass er jetzt wirklich Nähe braucht, und da kommt dann
- 1:00:10auch die Nähe in Gestalt eines, was ist ein Naturforscher,
- 1:00:13glaube ich, der ich weiß gar nicht mehr so genau, was sein
- 1:00:16Beruf ist. Es sind aber einfach dann
- 1:00:18Begegnungen und die sich auch wieder trennen.
- 1:00:21Also ich kann es verstehen, wenn man sagt, das ist einem
- 1:00:24vielleicht ein bisschen zu niederdrückend, aber wenn man
- 1:00:28gerade irgendwie geistig gut aufgestellt ist und dass das
- 1:00:32mitnehmen kann, dann kann ich es wirklich nur wärmstens
- 1:00:35empfehlen. Sehr schön.
- 1:00:38Sehr schön. Das waren die USA im 19.
- 1:00:41Jahrhundert, also auch wieder historisch und ich bin sehr
- 1:00:44gespannt, denn ich glaube, wenn ich richtig gezählt habe, du
- 1:00:47hast noch ne Nummer 4, ne. Ja, ich, ich winke hier quasi
- 1:00:49ganz herzlichen Buchungen, damit wir das nicht vergessen.
- 1:00:52Das ist ein ein, ein ein Sachbuch auf einer ganz anderen
- 1:00:59Ebene und eigentlich eigentlich verbindet es. 2 Sachen
- 1:01:03miteinander, nämlich das wandern und die Literatur.
- 1:01:06Und ich glaube, genau deshalb habe ich es geschenkt bekommen.
- 1:01:08Frauen, die Wandern, sind nie allein, heißt es, und es ist von
- 1:01:12Kerry Andrews und Kerry Andrews beschäftigt, sich hier mit ja
- 1:01:17wandernden Schriftstellerinnen aus der Literatur, das heißt,
- 1:01:20sie geht durch alle, ja britischen Schriftstellerinnen
- 1:01:25der letzten Jahrhunderte durch, also fängt ihm auch wirklich bei
- 1:01:28den Brontees an, und? Oder die sind mit dabei.
- 1:01:32Ich weiß gar nicht, ob sie da anfängt und sucht raus, wo diese
- 1:01:36Frauen eigentlich gewandert sind und was sie darüber geschrieben
- 1:01:38haben und es ist ganz zauberhaft, man kann es auch so
- 1:01:40ein Häppchen lesen, wer ist denn noch dabei?
- 1:01:43Anais Nin zum Beispiel, Virginia Wulff ist ein bisschen her, als
- 1:01:48ich es gelesen habe, mir fallen jetzt gar nicht mehr alle ein,
- 1:01:51aber es macht großen Spaß und ich habe dabei auch viele
- 1:01:57Wandergebiete entdeckt, von denen ich also, wo ich wirklich
- 1:01:59vorher keine Ahnung hatte. Dass es solche Wandergebiete
- 1:02:02sind, ne und ich ich saß dann wirklich da und hab wieder
- 1:02:04nachgeschlagen und hab geguckt, ist dieser Berg wirklich und man
- 1:02:07kann ich mir gar nicht vorstellen.
- 1:02:08Schottland ist auch zu gefährlich ja, wobei halt
- 1:02:11Schottland die Mücken ich weiß nicht also aber ne ne ne ganz.
- 1:02:18Eine ganz tolle Abhandlung über ja, weibliche Literatur oder
- 1:02:22Literatur aus der Feder von Frauen.
- 1:02:24Das trifft es viel, viel besser. Und ja, wandernde Frauen und
- 1:02:29wandernde Frauen ja auch aus einer Zeit, das vielleicht noch
- 1:02:32als die wandernde Frau eigentlich schon ein
- 1:02:34Protestzeichen an sich war, war das, wieso bist du nicht zu
- 1:02:37Hause, wieso, wieso läufst du hier draußen rum, das wurde, das
- 1:02:42wurde da ja schon gerne mal in den.
- 1:02:44In den Raum gestellt und ich habe auch das Gefühl, dass die,
- 1:02:48die die Briten vielleicht auch mehr noch die Engländer,
- 1:02:50engländerinnen, irgendwie noch mal eine ganz andere Beziehung
- 1:02:53zum Wandern haben. Also mich hat es, mir hat es
- 1:02:56sehr gefallen und. Was für eine schöne Idee für ein
- 1:02:59Buch. In welchem Verlag ist das
- 1:03:01erschienen? Das ist erschienen bei Goldmann.
- 1:03:04Ah okay, weil das muss ich mir. Der Laden kennt es noch nicht,
- 1:03:09doch der Laden kennt es. Der Laden kennt es?
- 1:03:11OK, dann kenne ich einfach nur den Bestand meines Ladens, nicht
- 1:03:17aber wie schön das ist. Das ist tatsächlich meine
- 1:03:19richtig, richtig schöne Idee für n Buch, wo du das sagtest.
- 1:03:23Mit dem Wandern macht ja schon verdächtig Frauen die unterwegs
- 1:03:26sind und nicht zu Hause sind. Ich habe just.
- 1:03:29Vorgestern ein Podcast gehört, da ging es um Fahrradfahren und
- 1:03:32eine Frau aus Amerika, die das erste Mal die Welt umrundet hat,
- 1:03:37mit Fahrrad. Im Nachhinein kam heraus, sie
- 1:03:40war ne geile Selbstdarstellerin und der größte Teil ihrer Reise
- 1:03:43bestand aus einem Schiff, auf dem sie einfach saß und sich
- 1:03:46dann Stories überlegt hat, aber da ging es auch kurz darum, dass
- 1:03:50dieses Fahrrad. Eine so eine unglaubliche
- 1:03:53Befreiung für die Frau war, denn sie konnten plötzlich längere
- 1:03:56Strecken zurücklegen, ohne sich erklären zu müssen.
- 1:04:01Sie hatten sie, hatten also viel mehr Möglichkeiten rauszukommen,
- 1:04:05ganz andere Sachen zu erleben, und gleichzeitig stellte man
- 1:04:09fest, dass diese viktorianische Kleidung nicht unbedingt
- 1:04:11geeignet war fürs Fahrradfahren. Also hat diese
- 1:04:14Fahrradfahrenwelle, die also, in den, ich glaube 18 achtzigern
- 1:04:18oder so ähnlich, dann so richtig aufgekommen ist.
- 1:04:21Sowohl in Europa als auch in Amerika.
- 1:04:24Zusätzlich noch befeuert die Frage der Kleidung also, dass
- 1:04:27Frauen praktischere Kleidung tragen müssen.
- 1:04:30Auf dem Fahrrad hat jetzt nichts mit Wandern zu tun, aber ich
- 1:04:32fand das so schön, dass also immer wieder diese Zeiten gab
- 1:04:36und gibt, wo es mit sehr viel Misstrauen beobachtet wird, wenn
- 1:04:40Frauen sich von ihrem Haus fortbewegen.
- 1:04:42Hast du gewusst, dass es im frühen 20.
- 1:04:44Jahrhundert eine Krankheit gab? Ja, nur bei Frauen
- 1:04:47diagnostiziert wurde, und zwar das Fahrradgesicht.
- 1:04:51Und es wurde diagnostiziert, dass Frauen von dieser
- 1:04:54Geschwindigkeit, und es traf seltsamerweise nur
- 1:04:57frauengesichter, dass sich die Gesichter deformieren würden,
- 1:05:01und deshalb wurde ihnen abgeraten vom Fahrradfahren.
- 1:05:03Das kann ich so gut verstehen. Das ist ja großartig.
- 1:05:09Es wurde, es wurde kurz über die Widerstände berichtet in diesem
- 1:05:12Podcast, auch über die Widerstände gegen das
- 1:05:15Fahrradfahren, aber das Fahrradgesicht, das ist toll.
- 1:05:18Danke für dieses Detail, das kam da nicht drin vor.
- 1:05:22Kurz bevor wir jetzt quasi noch den zweiten Podcast Bücher übers
- 1:05:26Fahrrad fahren, über Frauen, die Fahrrad fahren, gleich hinten
- 1:05:29dran hängen wollen wir wollen wir zu unserer beliebten
- 1:05:33Kategorie. Das Buch fürs Bett kommen.
- 1:05:37Richtig, unsere für unseren Immobilien Podcast ein Bett fürs
- 1:05:43Buch ich. Ich hätte was.
- 1:05:46Hast du auch was oder OK, ich habe ich möchte kurz vorher 1
- 1:05:50erwähnen was ich nicht erwähnen darf, weil ich nämlich leider
- 1:05:53auch schon mal in einer unserer Folgen besprochen habe.
- 1:05:56Das Buch Pawlow war von Brian Suhl ein Engländer.
- 1:06:00Du hast es schon erwähnt. Entschuldigung, ein Engländer,
- 1:06:03der mit einem Esel wandert, und zwar von Pakistan bis nach
- 1:06:06England. Aber das müsst ihr euch in
- 1:06:08unserer anderen Folge anhören. Ich schreibe noch mal in die
- 1:06:12Shownotes, auch rein, in welcher Folge dieses Buch besprochen
- 1:06:15wurde. Ich springe sofort rüber zu
- 1:06:17einem anderen Buch. In dem ist man sehr viel
- 1:06:20unterwegs, aber nicht wandernd, aber es ist jetzt ja auch nur
- 1:06:23noch das Buch fürs Bett, und das Buch ist von Tina übel.
- 1:06:29Die ist eine auch Reiseschriftstellerin.
- 1:06:31Sie hat auch mal fiktional geschrieben, aber eigentlich
- 1:06:34reist sie, und zwar immer dorthin, wo es wirklich wehtut.
- 1:06:37Die Frau kennt keine Angst. Also Gefahren sind ihr
- 1:06:41scheißegal. Und sie ist nicht nur knallhart,
- 1:06:44sondern unfassbar lustig und das Buch, über das ich reden möchte,
- 1:06:49heißt übel unterwegs. Man kennt China übel, vielleicht
- 1:06:53als Hamburger und Hamburgerin, denn sie hat auch da das Übel
- 1:06:57und gefährlich mitgegründet. Also sie ist sehr umtriebig,
- 1:07:00auch im im, im Kulturbetrieb und wirklich eine der tollsten
- 1:07:04Frauen und dieses Übel unterwegs handelt davon, dass sie sie ist
- 1:07:10auf einem Literaturfestival meines Erachtens eingeladen in
- 1:07:13China und. Und ihr wird natürlich gesagt,
- 1:07:17natürlich. Anreise, Abreise, Kostologie
- 1:07:19alles drin und sie kann natürlich also dahinfliegen wo
- 1:07:22auch immer in China das ist und Tina übel wäre nicht Tina übel,
- 1:07:25wenn sie nicht sagen würde, Entschuldigung mal fliegen, das
- 1:07:28kann ja wohl jeder, ich fahr mit dem Zug und dann fängt sie an zu
- 1:07:32beschreiben, wie unfassbar mühselig es überhaupt schon mal
- 1:07:37war, eine durchgehende Zugstrecke in irgendeiner Weise
- 1:07:40sich Zusammenzubasteln durch diese verschiedenen Länder.
- 1:07:43Und wie sie sich dann also in Hamburg in den Zug setzt und
- 1:07:46dann über die Türkei, die die verschiedenen Stans, also wo sie
- 1:07:50alles durchfährt und immer als alleinstehende Frau diese
- 1:07:53Begegnungen mit den Menschen unterwegs, die es alle nicht
- 1:07:57fassen können, dass hier eine Frau alleine reist.
- 1:08:01Und dass das ihr Beruf ist. Dass sie damit Geld macht und
- 1:08:04diese Gespräche, die sie führt, mit Männern, mit Frauen, mit
- 1:08:08anderen Touristen, meistens aber tatsächlich mit Leuten, wo sie,
- 1:08:13wo sie gerade, also die dort herkommen, wo sie gerade
- 1:08:16durchreist, die kulturellen Beobachtungen, die sie macht,
- 1:08:20also das hätte ich jetzt nie gesagt, also 1, was sich mir
- 1:08:23wirklich festgehängt hat, ist, dass sie meinte, sie hat noch
- 1:08:25nie so viel Lärm erlebt wie in einem chinesischen Zug.
- 1:08:30Dachte ich mal. Dann also in einer in einer
- 1:08:32amerikanischen U. Bahn vielleicht.
- 1:08:34Aber es ist unglaublich lustig und es ist wie gesagt nicht zu
- 1:08:39Fuß, aber sie ist durchgehend unterwegs, es heißt übel
- 1:08:42unterwegs von Hamburg nach, ich sag jetzt mal Shanghai, bitte
- 1:08:45verzeiht es war wahrscheinlich ne andere Stadt in China wo sie
- 1:08:49eingeladen war und so wie ja früher das wandern dann eher
- 1:08:54mühselig war, weil man ja eigentlich vielleicht schon den
- 1:08:56Zug nehmen konnte, ist in ihrem Falle das Zugfahren eigentlich.
- 1:09:00Das Mühseligere, weil sie eigentlich auch hätte fliegen
- 1:09:02können und genau alle Informationen auch zu diesem
- 1:09:06Buch, wie immer in den Shownow. Das klingt ganz zauberhaft.
- 1:09:10Das ist auch toll. Ich habe festgestellt, wir haben
- 1:09:13also nicht nur einen einen Podcast Vorgeholt gehabt mit mit
- 1:09:16sehr, sehr vielen Kilometern, sondern auch mit sehr vielen
- 1:09:18Tinas und Tinas riecht in dieser Stelle.
- 1:09:21Richtig, wir danken allen Tinas und Tinas dieser Welt dafür,
- 1:09:24dass es euch gibt. Nicht danke dir Kurt, dass es
- 1:09:28dich gibt und vielen Dank. Das ist so schön.
- 1:09:34Warum sagst du das nicht jeden Tag zu mir, rufst du mich bitte
- 1:09:37aber jetzt jeden Tag an. Du sagst schön, dass es dich
- 1:09:39gibt und ich möchte das zurückgeben.
- 1:09:41Schön auch finde ich, dass es mich gibt, ich bin es sehr sehr
- 1:09:46sehr schön, dass es dich gibt und ich hatte schon wieder
- 1:09:49unfassbar viel Freude und gleich müssen wir uns von unserem
- 1:09:51Produzenten Götze anhören wieder dass wir total überzogen haben.
- 1:09:55Aber er, er lächelt. Also sind wir wahrscheinlich gar
- 1:09:58nicht so schlimm, aber damit wir auch aufhören, während er noch
- 1:10:01lächelt, sage ich einfach schon mal Tschüss, bis in 2 Wochen
- 1:10:05tschau im Bett mit Buch ist eine Produktion von irgendwas ist
- 1:10:11immer Konzept und Produktion. Götz Gring Modeimer Redaktion
- 1:10:15und Hosts Moni, Lukas und Kurt von Hammerstein.