Latest / Rheinpegel - der Düsseldorf-Podcast / Neue Fahrradstraße am Wehrhahn, Urteil im Polizisten-Prozess und Berufe, die sonst keiner hat
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- Momentan ist ja wirklich in fast jeder Woche ein Feiertag und irgendwie bringt mich das immer ein bisschen durcheinander, wenn ich ganz ehrlich bin. Diese kurzen Wochen und dann auch immer noch so Brückentage dazwischen und alles. Trotzdem ja schön, wenn man quasi, naja, gezwungenermaßen zwischendurch immer mal innehalten muss oder kann im schnöden Alltag. Und wenn das Wetter dann auch noch mitspielt, perfekt. Das schreit ja nach langen Spaziergängen und Ausflügen, oder? Ich zum Beispiel hatte letztens irgendwie Lust auf Radfahren, habe mich aufgemacht und bin am Rhein einfach immer geradeaus gefahren. Auf einmal war ich in Langstkirst und habe dann gemerkt, dass ich das Ganze ja auch wieder zurück muss. Meine Beine haben es mir gedankt, aber schön war es. In der Stadt kann man sich jetzt nicht unbedingt die ganze Zeit so einfach, sagt man das auf dem Rad auch so, so treiben lassen. Aber immerhin gibt es hier und da Strecken und Abschnitte, die wenigstens gut ausgebaut sind und vor allem sicher für die Radfahrerinnen und Radfahrer. Am Wehrhahn ist jetzt ein neues Stück Radweg befahrbar. Gut zu erkennen an der, naja, knalligen Farbe Rot. Wie lang das neue Stück Radfahrerglück, wie mein lieber Kollege Christopher Trink sagt, ist. Was die damit verbundenen Hoffnungen sind und ob es schon die erste Kritik gibt, darüber habe ich mit ihm gesprochen. Ob Marling Kess mit dem Rad zu ihren Termin in den Düsseldorfer Gerichten fährt, das weiß ich nicht. Sie kommt zumindest immer an. Von einem aktuellen Urteil, den Polizisten betreffend, der eine fliebende Person angeschossen hat, erzählt sie mir und uns. Würde man an einem Tag mit dem Rad zu den Orten fahren, an denen mein Kollege Paul Küchler war, um Menschen mit seltenen Berufen zu besuchen, wäre man wahrscheinlich ganz schön lange unterwegs. Also je nachdem, wo man herkommt. Ihn hat es nach Gerresheim und Urdenbach verschlagen, um eine Korbflechterin bzw. Einen Klarinettenbauer zu treffen. Wie es in den Werkstätten zugeht und wie es um die Zukunft dieser Berufe steht, das berichtet er. Und damit herzlich willkommen zum Rheinpegel. Ihr hört Folge 371 und der Rhein steht bei 1,82 Meter. Music. Der RP-Podcast für alle, die Düsseldorf lieben. Hallo zum Rheinpegel, dem Podcast, in dem wir jede Woche darüber sprechen, was Düsseldorf bewegt, was die Bewohnerinnen und Bewohner umtreibt, kurz und gut, was geht. Mein Name ist Horstherr Kormann und diese wirklich schöne Aufgabe darf ich übernehmen. Wenn ihr uns etwas mitteilen wollt, wenn ihr Lob habt oder Kritik, Wenn ihr einfach mal ein bisschen was erzählen möchtet, wenn ihr Themen habt, die euch auf dem Herzen und unter den Nägeln brennen, wenn ihr Veranstaltungen wisst, auf die wir hinweisen dürfen, dann könnt ihr uns sehr gerne kontaktieren unter rheinpegel.podcast.reinische-post.de oder 0160 80 80 844 könnt ihr uns erreichen. Wir freuen uns immer von euch zu hören. Die Stadt ist um ein Stück Radweg reicher. Was sich nach nicht so viel anhört, war zum einen lange in der Mache, zum anderen berührt es ein durchaus emotionales Thema für viele Düsseldorferinnen und Düsseldorfer, die Sicherheit und auch die Integration der Radfahrerinnen und Radfahrer in der Stadt. Nicht allzu lang ist das seit knapp einer Woche befahrbare Stück Straße, das ihnen alleine gehören soll, von der Schadostraße kommt und in Richtung Flingern weitergehend. Wie es sich anfühlt, darauf unterwegs zu sein und was jetzt schon mögliche Kritikpunkte sind, erzählt Christopher Trinks. Lieber Christopher, diese Einstiegsfrage mag sich jetzt etwas unkreativ anhören. Aber wir unterhalten uns ja immer mal und manche Sachen weiß ich über dich, manche Sachen weiß ich einfach nicht über dich. Fährst du Fahrrad? Yes. Fährst du viel Fahrrad? Ich habe kein Auto, deswegen bewege ich mich in Düsseldorf eigentlich nur mit Fahrrad oder Bahn. Fährst du gut Fahrrad? Also so sicher bist du so einer, wenn du überholst, dann weiß man, ah, der weiß, was er macht? Oder ist ein bisschen so, hä hä? Ich bin manchmal schon vielleicht ein bisschen vogelwild unterwegs, muss ich gestehen. Nicht auf den dicht befahrenen Straßen, um Gottes willen. Natürlich nicht. Du fährst auch nicht über Rot und so, das machen wir alle nicht. Nee, auf gar keinen Fall. Und Bürgersteige auch nicht und gar nicht. Wenn ich eine richtige Fahrradmarkierung, Fahrradstraße hoch habe, dann halte ich mich natürlich auch genau an die Verkehrsrunde. Lucky you gibt es ja davon einige in dieser Stadt. Und über eine neue Edition sprechen wir heute. Aber speaking of, hast du dich schon mal so richtig gerissen, so in den Schienen oder so? Ja. Hast du dir in diesem Moment, weil mir ging das so schon, ich habe mir in diesen Momenten gewünscht, wirklich, also hier ist ja alles immer cool und wir können Kirmes und wir können Karneval und feiern, das wissen wir alles. Aber mach irgendwas mit Fahrrädern richtig cool, weil es nervt. Es nervt hier zu fahren, die Schienen sind gefährlich, die Autos nehmen wenig Rücksicht. AutofahrerInnen, FußgängerInnen. Ich habe hier an dieser Stelle ja schon mal zugegeben, ich bin da ein kleines Fähnchen im Wind. Also ich fahre ja auch manchmal Fahrrad, wenn die findigen ZuhörerInnen wissen, ich habe mir gerade wieder ein neues Fahrrad gekauft, das ist eine ganz andere Geschichte. Aber wenn ich Fahrrad fahre, dann finde ich natürlich FußgängerInnen und AutofahrerInnen anstrengend. anstrengend, wenn ich im Auto sitze, nerven mich so und beim Fußgänger, also du weißt, wo ich drauf hinaus will. Also ich bin da nicht sehr loyal zum Verkehrsmittel mit meiner Meinung. Aber tatsächlich ist mir schon oft der Gedanke durch den Kopf gegangen, dass es hier auf jeden Fall besser aussehen könnte, was Fahrraddesignierte. Straßen angeht. Vor allen Dingen in der Innenstadt. Also Düsseldorf ist ja wirklich die Stadt der kurzen Wege. Alles liegt hier nah beieinander. Du brauchst, wenn du in der Innenstadt lebst und dich hier aufhältst, brauchst du eigentlich kein Auto. Aber gleichzeitig es macht echt keinen Spaß hier zu fahren. Also das ist mir nochmal aufgefallen, als ich dann jetzt mal ein paar andere Radwege nochmal getestet habe. Voll oft endest du auch, bist du auf einem Radweg unterwegs und dann endet der irgendwo in der Baustelle oder plötzlich verschwindet der einfach und du bist dann auf der Kreuzung und musst dich in den Auto verkehren. Das, was du mit den Schienen gesagt hast, es ist ja auch nicht so üblich, dass die Straßenbahnen mitten auf der Straße fahren. Damit haben auch viele Autofahrer Probleme. Das ist ja so viel zu zusammenstößen. Und so häufig gerätst du, dann musst du immer aufpassen, dass du nicht in die Gleise gerätst. Also als Radfahrer hast du hier keine Freude. Ja, das stimmt. Es wird ja etwas unternommen, damit das wenigstens ein bisschen, also es soll ja auch autofrei werden, es soll fahrradfreundlicher werden. Es gibt diese Radleitroute hier, Ost-West und so. Da haben wir ja wirklich hier schon zu Genüge drüber gesprochen. Und um den Anschluss dann nicht zu verlieren, im wahrsten Sinn des Wortes, berichtest du jetzt uns von einem neuen Teil, also der quasi wieder angeschlossen ist an den Rest dieser Radleitroute, am Wehrhahn über die Jakobistraße drübergehend. Was ist da passiert und wie sieht es aus? Also in echt, wie sieht es aus? Ja, da prangt jetzt plötzlich eine breite Straße mit rotem Asphalt. Meinst du, rot muss sein? Ist das so eine wahren Farbe, dass wir das brauchen? Ich finde es großartig. Du hast diesen direkten Vergleich. Du kommst aus der Schadostraße, wo man mit weißen Markierungen da irgendwie so einen Bereich eingemalt hat, die auch schon wieder abblättern. Also die nach wenigen Monaten schon ihre Reitbarkeit verlieren. Und die Leute checken es nicht. Also die merken einfach nicht, das kann ich auch verstehen, wenn du da jetzt nicht jeden Tag dich bewegst, denkst du jetzt nicht, dass da wirklich ein Fahrradweg ist, sondern du ärgerst dich eher, dass da Fahrradfahrer durchfahren und wirfst denen genervte Blicke zu weil du wirst ja eigentlich nur mal rüber aufs Geschäft, auf die andere Seite, ich verstehe das. Aber es ist ein Fahrradweg und den muss man nutzen, um durch die Innenstadt zu kommen. Ja, ja, ich verstehe. Und dann gehst du halt über die Jakobistraße und plötzlich ist da dieser rote Asphalt, der zeigt ganz eindeutig, hier haben Fahrradfahrer vorbehalten. Aber er ist nicht so ein schönes, pastelliges Grün auch getan, das meine ich. Muss es rot sein? Es muss rot sein, ne? Also ich finde, rot ist für mich die Fahrradwegfarbe. Ja, das stimmt. Ich habe das so internationalisiert. Und ich glaube, das ist auch bei vielen Fußgängen eher im Kopf. Stimmt. Ich weiß, in anderen Ländern, in Spanien zum Beispiel, sind die größtenteils grün. Ist geschmeißen. Knallt nicht so, ne? Nee, knallt nicht so. Rot ist so Warnung. Und tatsächlich, was ich da auch irgendwie schön finde an so neu gebauten Radwegen ist ja, dass, wie du schon sagst, die sind so richtig schön asphaltiert. Also da nichts mit Schlaglöchern. Ich bin heute auch einen Weg gefahren, den ich sonst nicht so viel fahre durch die Stadt. Also das macht ja wirklich auch teilweise keinen Spaß, auch da drauf zu fahren. Also ich habe jetzt auch nicht so ein krass gefehlertes Super-Mountainbike, sondern ich habe halt ein altes Hollandrad so. Und das wird schon manchmal klappern die Zähne aber auch, wenn man irgendwie das und durch die Schlaggleiche und so. Und die sind natürlich auch neu gemacht. Das ist ja nicht nur eingefärbt, das ist neu gemacht. Genau. Wir haben ja da jahrelang so eine Baustelle gesehen, direkt da an der Stelle, wo ja die neue Oper irgendwann mal hinkommen soll. Und die ist jetzt mal weg. Und stattdessen ist halt diese Fahrradstraße. Und was ich auch schön finde, ist tatsächlich jetzt, irgendwie hat sich die Schadostraße dadurch auch verlängert. Also man merkt jetzt richtig, da ist die Fußgängerzone erweitert worden. Geht jetzt der rote Faden sozusagen auch über die Jakobistrasse oder setzt der neu an? Nee, der setzt dann tatsächlich neu an. Das darf wahrscheinlich auch nicht, so Straßen ordnungsmäßig. Genau, es endet dann mit so einer Ampel, einer Fahrradampel an der Schadostraße und dann muss man noch die Autostraße überqueren und dann ist man quasi auf der Fahrradstraße, wo auch Autos aber fahren dürfen. Allerdings, so steht es zumindest da, nur Anlieger- oder Lieferverkehr. Klar, das müssen die Leute auch erstmal, glaube ich, lernen. Also in meinem Testversuch war das jetzt nicht so der Fall, dass da viele Rücksicht drauf geben. Also du hast es getestet? Na klar, hast du es getestet, sonst kannst du ja auch hier keine fundierte Analyse abgeben. Wie lang ist der rote Part? Das ist, wie schnell fährt man da? Eine Minute? Also ja, du bist, ich habe deswegen mein Stück auch ein kurzes Stück Radfraglück getauft, weil es ist wirklich, man fährt in diese wenigen Sekunden, whatever, je nachdem wie schnell man unterwegs ist und denkt sich, ach, ist ja schön, so könnte das ja eigentlich überall sein. Und dann bist du wieder auf der Straße am Berhand. Da geht es nochmal, also ab der Oststraße haben sie dann jetzt eine Fahrspur weggenommen. Da geht es dann nochmal so ein Stückchen abgetrennt mit Markierungen weiter. Ist dann auch Fahrradstraße, ist dann nicht mehr rot asfaltiert, aber ist trotzdem noch schön sichtbar abgetrennt. Ja, und dann, je weiter du fährst, desto schmaler wird der Radweg dann plötzlich. Also, als ich dann die Bahnüberführung erquert habe, da war dann plötzlich eine Baustelle, da musst du dann auf die Straße ausweichen. Ja, die ist aber, ich weiß welche, du meinst, da oben, wenn es dann runter zur Birkenstraße geht und so. Genau, genau. Die ist aber auch, also die kommt so ein bisschen, obwohl die so groß ist, kommt die so ein bisschen unvermittelt, finde ich. Also, du kommst ja einfach nicht weiter. Merkst du auch, dass die dass sich sofort das wieder verändert. Also du fährst auf diesen gut asphaltierten, ausgebauten, rot markierten Weg. Hast, genau wie du sagst, dieses kurze Stück Radfahrer in Glück und dann benehmen sich alle wieder wie bei... Ja, das liegt aber nicht nur an dem roten Asphalt, muss ich sagen. Also die Stadt hatte auch erklärt, in Zusammenhalt mit der Polizei eine Terrorprävention gemacht zu haben, indem diese so riesige Poller an den Rändern als Markierung, quasi als Abgrenzung aufgebaut haben. Die bewirken aber eben nicht nur, dass da, wahrscheinlich niemand mit dem Auto drüberfahren kann auf dem Bürgersteig, sondern die schaffen auch einfach so ein bisschen Sensibilisierung, glaube ich. Das ist ja das, was eben auf der Chateau-Straße dann fehlt. Man ist im Bummelrausch und man läuft da einfach drüber und allein diese Abgänzung zeigt einem schon mal, okay, mal kurz gucken, ob links und rechts jemand kommt. Und allein das macht schon viel laus. Warum sind es nur in Anführungszeichen 200 Meter? Also ich denke mir, wenn man schon mal dabei ist, kannst du auch dann durchziehen bis zur. Bahnüberführung oder noch weiter. Man muss ja schon sagen, das ist ja auch wirklich eine wichtige Verkehrsachse, die dann über den Wehren führt. Ich glaube jetzt nicht, dass du dermaßen den Autoverkehr damit an der Stelle dann gerade in der Bahnüberquerung einschränken kannst. Naja, aber die FahrradfahrerInnen fahren ja trotzdem weiter, das meine ich. Also du fährst ja, du hörst ja nicht nach diesen 200 Metern, löst du dich ja nicht in Luft auf oder fährst dann plötzlich woanders in den Tunnel. Sondern es hört ja einfach, wenn ich das richtig verstehe und richtig sehe, es hört ja einfach auf, aber du fährst ja trotzdem geradeaus weiter. Also da frage ich mich, warum nicht einfach die Markierung, weil die Autos fahren ja im gleichen Tempo auch weiter. Das ist sicherlich eine gute Frage, die ich mal für die nächste Recherche auf mich nehme. Weißt du, das ist eine Kostenfrage? Also das ganze Ding hat 3,4 Millionen Euro gekostet für 200 Meter. Wenn du das mal runterrechnest, also 17.000 Euro pro einen Meter. Ich glaube schon, dass da auch bestimmt... Also das nächste Mal kann ich melde mich zum Streichen. Wirklich, also ich wirklich. Aber das ist ja auch das ganze Thema. Ich meine, der Ausbau der Radleitrouten, das geht ja so schleppend voran. Mein Kollege Alexander Esch, mit dem du ja auch wirklich darüber sprichst, hat jetzt recherchiert, dass 2024 nur 2,8 Kilometer. Ja, wenn das auch immer direkt 3 Millionen Euro kostet. Es sind da auch immer viel planungsrechtliche Dinge, glaube ich, die da mitspielen. Jede Bezirksvertretung muss da mitspielen. Ich meine, natürlich, man muss dazu sagen, es wird ja auch die Straße neu gemacht. Es ist ja nicht nur die Farbe, die da drauf ist. Das habe ich jetzt gerade ein bisschen überzogen. Die haben das nicht nur angepinselt, das ist ja richtiger Asphalt. Wobei man sagen muss, also ich... Das ist ja roter Asphalt, allerdings habe ich so ein bisschen Sorge und das war auch so die Bedenken von einigen Passanten, die ich gefragt habe. Wie lange hält diese Farbe dann trotzdem, bis sie mal ausbleicht und es dann entweder doof aussieht oder diese Signalwirkung, der noch verloren geht. Und was sind so die Proglosen? Also gibt es da aus anderen Städten, aus anderen Teilen der Stadt hier schon Erfahrungen? Also zumindest die rot angemalten Fahrradwege, die aber dann eben nur angemalt sind. Da sieht man ja zum Beispiel an der Grafenberger Allee, wenn man dann weiter Richtung Osten fährt. Das ist ja dann der Teil dieser Ost-West-Radleitroute, die dann bis Gerrisham führt. Also da ist mir schon aufgefallen, ich bin dann wirklich mal hinten bis zum Arbeitsagentur dann durchgefahren. Da blättert das schon an vielen Stellen ab. Das ist allerdings da nur aufgemalt. Also muss man schauen, wie lange das hält. Das soll ja jetzt mit dem Asphalt möglichst langlebig sein und ist auch die Hoffnung. Was natürlich auch das Signal ist, genau, das soll auch bleiben. Das ist jetzt nicht so, wir malen das halt drauf und wenn es abgeblättert ist, dann... Genau. So ein bisschen wie jetzt, wo man ja immer noch so fast reliktmäßig sieht die Maskenzeichen, die in den Fußgängerzonen, also das war ja auch fast schon auf der Metaebene ein Signal, ein manifestierendes Signal irgendwie. Wir machen das jetzt hier nur mit temporärer Farbe, das wird schon abblättern so. Also das heißt, der Radweg came to stay. Ich habe noch gedacht, vielleicht ist dieses, weil ich bin ja, seit ich diesen Podcast mache, lerne ich ja wirklich auch, obwohl ich hier born and raised bin, viel über diese Stadt und auch über die Bewohnerinnen und Bewohner und ein bisschen auch über, was hier halt so geht und also was auch nicht geht. Und mich hat erstaunt, dass es Themen gibt, die ich gar nicht erwartet hätte, die ja doch relativ emotional behandelt werden oder auch viel auslösen. Also ich möchte die jetzt nicht alle aufzählen, damit hier nichts überkocht. Aber ich finde, das Radfahren oder die Sicherheit der RadfahrerInnen gehört auf jeden Fall auch dazu. Also das ist ja schon, natürlich, weil sich wahrscheinlich auch sofort AutofahrerInnen Angst haben, dass da jetzt, wenn es soll autofrei werden, oh Gott, wie soll das gehen? Das verstehe ich auch, ja. Ja, wie gesagt, ich meine nur, also das ist ja schon ein relativ emotionales Thema, was ich einfach nicht gedacht hätte. Ich hätte das vielleicht bei anderen Themen eher gedacht, dass da so Sachen hochkochen. Und ich habe mich gefragt, ob es dann vielleicht auch daran liegen kann, dass jetzt wirklich so peu a peu, jetzt gibt es hier diese 200 Meter Fahrrad, dann können wir uns jetzt alle erstmal daran gewöhnen. Und dann, wie von Zauberhand, ist es also so ein bisschen auch nicht nur die Kostenfrage und die logistische Frage und so unbaulich, sondern einfach, dass man sagt, okay, wenn wir hier jetzt direkt 30 Kilometer rot irgendwie durch die Stadt ziehen. Dann holen wir uns ja Trouble ins Haus, lieber Häppchenweise. Man will ja auch nicht immer alles direkt niedermachen, nur weil es jetzt vielleicht nur ein kleines Stück ist etc. Und das ist ja wirklich eine hoch emotionale Debatte, wie du es gesagt hast. Ich kann das jetzt aus meiner Sicht natürlich ein bisschen subjektiv betrachtet nur sagen, Radfahrer müssen geschützter sein, muss mehr ausgebaut sein. Klar, ich habe aber auch keine Kinder und ich wohne in der Innenstadt und kann mich damit easier fortbewegen. Wenn ich jetzt aber auch wegen meinem Job als Handwerker darauf angewiesen bin, dass ich auch mit dem Auto bis in die Innenstadt komme, ist das nochmal ein ganz anderes Thema. Keine Frage. Aber nichtsdestotrotz müssen wir überlegen, wie wir das in Zukunft handhaben. Ich mache auch derzeit viel so Düsseldorf-Gestern-und-Heute-Geschichten, wo ich mal so vergleiche, wie sich die Stadt in den Jahrzehnten verändert hat. Und Düsseldorf hat sich ja in den letzten 30 Jahren schon enorm, was die Infrastruktur ist, gewandelt. Gerade diese Innenstadt-Innenstadt. Also gerade um die Schadowstraße, Wehrhahn und so. Mit dem Rheinufer-Tunnel. Also die Autos werden ja Stück für Stück auch weiter aus der Innenstadt rausgedrängt. Jetzt muss man halt einfach schauen, wie das weitergeht, weil was damit natürlich auch einspielt, wir müssen ja die auch Emissionen senken, das ist eine andere Geschichte, wo ich gerade dran bin, mit dem Klimazielen und der Klimawandel. Das zum Beispiel ist ja auch, natürlich berührt sich das alles. Und da zum Beispiel hätte ich gedacht, dass das auch ein richtig emotionales Thema ist. Wie empfindest du das? Oder weil das so ungreifbar ist, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich kann ja nicht in die Atmosphäre greifen und quasi das Klima, also mein Fahrrad oder mein Auto, aber habe ich ja in der Hand. Da ist immer die Frage, wie viel kann ich damit bewegen, wenn ich jetzt als einzelner Bürger morgens auf mein Auto verzichte oder sowas. Vielleicht als Einzelner ist das nicht viel. Und auch als Stadt Düsseldorf ist es vielleicht auch nur ein kleiner Tropfen auf meine Städte. Aber je mehr Tropfen zusammenkommen, desto mehr Wirkung erzielt ist. Und wenn das eine Vorbildfunktion hat, dann die auch Synergieeffekte schafft. Ich sage nur, wenn da mehr Fußgänger in die Innenstädte oder mehr Radfahrer möglich sind, dass die Leute da einfach reinkommen und sich nicht damit stressen, wenn sie Samstag bummeln wollen, wie finde ich denn einen Parkplatz oder muss hier wieder drei, vier Euro pro Stunde für einen Parkplatz zahlen, dann hat das sicherlich auch Vorteile. Man muss den Leuten auch einfach Anreize bieten. Ja, das stimmt. Und wenn das jetzt, also dieser Sinn dieser Radleidrouten zum Beispiel ist ja auch, dass du da mit dem Fahrrad tatsächlich auch in die anderen Kommunen kommst. Wenn du ein E-Bike hast, was 25 kmh oder 20 kmh dann fahren kann, ist das sicherlich auch eine Alternative. Schafft den Leuten diese Anreize, dann kommt man vielleicht auch selber auf diesen Wandel und kann den damit ermöglichen. Wie lange war das jetzt in der Mache? Also wie lange, nur nochmal zur Einordnung, weil wir haben wahrscheinlich alle oder viele haben jetzt dieses Bild vor Augen, aber wie lange dauern diese 200 Meter tatsächlich? Also das war alles im Zuge auch von der Wiederherstellung bzw. Erneuerung nach der Bärhahnlinie. Also da wurde die ganze Zeit gebaut. Wie lange das jetzt genau gedauert hat, kann ich jetzt gar nicht aus dem Stehkreis sagen. Aber es waren auf jeden Fall, also seit Ende 2021 ist da, glaube ich, die Baustellung. Ja, das hat schon eine Weile gedauert. Das hat schon ein paar Jahre gedauert. Über die Kosten haben wir ja jetzt schon gesprochen. Das ist ja auch immer ein großes Thema und eine berechtigte Frage am Ende. Gibt es schon, wie lange ist das jetzt eröffnet? Ungefähr eine Woche? Ja, genau. Also ist ja nicht aktiv, weil wie nennt man das? Es wurde ja auch jetzt nicht eröffnet mit so einer großen Schere. wo was durchgeschnitten wurde, sondern es war einfach da. Es wurde irgendwann, dann war es für eine Verkehrfrage gegeben, genau. Gibt es jetzt schon Kritik? Die Kritik ist, glaube ich, eher so, man hat jetzt dieses schöne Stück und man fragt sich halt, warum wird das, also warum ist das auf der Schadostraße nicht auch der Fall? Wirklich, ich frage mich ernsthaft, warum hat man dort nur diese weißen Markierungen hingesetzt, anstatt dem wenigstens noch einen farblichen Anstrich zu geben oder so. Du musst das jetzt nicht direkt alles mit Pollern abgrenzen oder so, aber das ist halt dieses Obskure. Du fährst aus der Schadostraße und ich habe da wirklich, ich habe da doppelt so lang gebraucht, glaube ich, für das kleine Stück, weil du ständig Leuten ausweichen musst. Dann springt ein Kind auf die Straße, dann steht dann ein Lieferwagen plötzlich vor dir. Du kriegst nur genervte Blicke, weil du natürlich auch als Feind dann angesehen wirst. Und dann hast du dieses kurze Stück Glückseligkeit. Und es ist auch diese Unterschiedlichkeit. Dann fährst du weiter und dann hast du wirklich diesen ganz schmalen Radstreifen nur, der da mit so einer winzigen Markierung entlang ist. Dann auf der Grafenberlehe hast du plötzlich, teilst du wieder mit dem Bürgersteig. Es ist halt so unzusammenhängend. Ja, also das könnte ein Kritikpunkt sein, der sich ja auch tatsächlich vielleicht weiter festigt. Das war noch das, was die Leute mir gesagt haben. Also es ist manchmal einfach unübersichtlich und es ist nicht verständlich, warum sich das dann so ändert. Aber ja, das sind halt auch alte Straßen. Das Radhauptnetz, wie es ja in Düsseldorf heißt, hat mehr als 300 Kilometer. Ja, braucht vielleicht gut Dinge, braucht vielleicht manchmal ein bisschen Weile. Apropos Weile, jetzt ein bisschen die abschließende Frage, weil wir ja immer gerne in die Zukunft schauen, beziehungsweise fahren in dem Fall. Wird, ist das Nächste, was passiert jetzt, wird da weitergebaut? Oder wird das jetzt so überall in der Stadt, wird immer so ein bisschen gepuzzelt und dann kommt es irgendwann zu einem großen Netz. Und wenn man es dann von oben sieht, denkt man, ach guck mal. Ja, das wird ja immer in Planungsabschnitten beschlossen. Jetzt wurde der weitere Planungsabschnitt, der wir hinterm Wehr haben, weitergeht, beschlossen. Da war jetzt, glaube ich, der Baustart soll jetzt für das dritte Quartal angeheilt sein. Aber ob das alles so einzuhalten ist, muss man auch mit Vorsicht zunießen. Also mein Kollege Alexander Schatz hat ja auch gesagt, viele Dinge sind da auch aus personellen Gründen ins nächste Jahr verschoben worden. Sicherlich haben wir jetzt auch noch eine Kommunalwahl in diesem Jahr. Da will man jetzt vielleicht auch bei manchen Dingen keinen Fass eröffnen ich erinnere nur an die Umweltspur, die dann. Durchaus ja vielleicht für Konfliktpotenzial bietet, also mal gucken und gerade das Thema Radverkehr ist ja auch etwas wo Grüne und CDU ja so ein bisschen miteinander hadern, wie sie, in den Konflikt eintreten, mal schauen Also ist dieses Stück auch tatsächlich ein Symbol für noch ganz andere Sachen Ich könnte mir vorstellen, das wird im Wahlkampf nochmal ein stärkeres Thema. Weil das war ja auch damals pikanterweise auch etwas, was ein großer Kritikpunkt von Keller, dem man seinen Kontrahenten, dem damaligen OB Geisel, ja vorgeworfen hat, dass das so schleppend verläuft. Ja, unter seiner Giede ist leider noch schleppender verlaufen. Mal gucken, wie es weitergeht. Also wir freuen uns jetzt erstmal über das, was wir haben. Genau. Wie immer. Immer vorsichtig fahren. Immer schön Handzeichen geben. Immer Helm auf. Immer Helm auf. Nicht ans Handy. Und an alle Autofahrenden immer Schulterblick, vor allem vorm Tür aufmachen. Vielen Dank, lieber Christopher, dass du uns hier durchgefahren hast. Ich kann einfach nicht aufhören mit Fahrradreferenzen und ich freue mich schon aufs nächste Mal. Ich mich auch. Music. Im August vergangenen Jahres kam es in einem Park in Oberbilk zu einem Zwischenfall, infolgedessen ein Düsseldorfer Polizist auf eine flüchtende Person geschossen hat. Der Mann überlebte, schwer verletzt. Der Beamte musste sich vor Gericht dem Vorwurf der gefährlichen Körperverletzung stellen. Marlen Kess war beim Prozess vor Ort und berichtet vom für einige überraschenden Urteil, einem ungewöhnlichen Ausflug während der Verhandlung und welche Konsequenzen gegebenenfalls gezogen werden. Liebe Marlen, vielleicht nimmst du uns direkt mal mit rein ins Gericht und erzählst, was passiert ist und was jetzt sozusagen der Fall war, was die Verhandlung war und vor allem, was das Ergebnis ist. Also der Fall an sich ist einigermaßen schnell erzählt. Es ging um, es passiert am 10. August letzten Jahres und es ging um einen Polizisten, der im Einsatz seine Schusswaffe benutzt hat und auf jemanden geschossen hat und denjenigen in den Rücken, also einen Schuss hat getroffen von dreien und der ging in den Rücken. Und deshalb wurde er nach Ermittlungen der Duisburger Polizei angeklagt, also die Duisburger Polizei ermittelt aus Neutralitätsgründen angeklagt, wegen gefährlicher Körperverletzung im Amt. Und dieser Prozess ist am Dienstag zu Ende gegangen. Man muss direkt vorab sagen, der Mann, der angeschossen wurde, hat zum Glück überlebt. Also der wurde lebensgefährlich verletzt, in der Nacht noch notoperiert, aber hat überlebt. Und deshalb eben auch nicht Totschlag oder ähnliches, sondern gefährliche Körperverletzungen im Amt. Und dieser Prozess ist nach... Mehreren Prozesstagen jetzt am Dienstag zu Ende gegangen und der Polizist, ein 27-jähriger Beamter der Altstadtwache, ist freigesprochen worden von diesem Vorwurf. Das hätte man anders erwarten können. Also ich möchte mir da jetzt gar keinen Kommentar erlauben oder so. Aber nach den ersten Prozesstagen gab es eine Einschätzung sozusagen des Gerichts, was auch schon an sich ungewöhnlich ist, dass die einfach zwischendurch so einen Zwischenstand abgeben. Das gibt es am Verwaltungsgericht tatsächlich häufiger, aber am Strafgericht eigentlich eher selten. Und da hatte der Richter gesagt, ein sehr erfahrener Richter übrigens. Hatte eben gesagt, dass das Gericht keine Notwehrlage sieht, auf die sich der Beamte immer berufen hatte. Der hatte gesagt direkt am Anfang, er hat das auch zugegeben und gesagt, ja, ich habe geschossen. Aber das war eine ganz, ganz gefährliche Situation und ich musste mich eines Angriffs erwehren. Wird dann diese Situation auch nochmal genau geschildert oder wird das als Gesetz genannt? Ja, achso, genau, das haben wir noch gar nicht gemacht. Ja, genau, also die Situation war im Prinzip folgende, dass in diesem Park nachts, also es war kurz nach Mitternacht, dass da ein Mann und eine Frau, ich glaube Cousin und Cousine, sind spazieren gegangen und denen ist ein Mann aufgefallen, der offensichtlich entweder psychisch etwas angeschlagen oder auch vielleicht unter Drogen stehend da in diesem Park agiert hat. Und dann haben die den irgendwie angesprochen oder er hat sie angesprochen. So ganz klar wurde das nicht. Auf jeden Fall entwickelte sich daraus so eine kleine Streitigkeit und im Zuge dieser Streitigkeit hat er einen Gegenstand aus seiner Tasche gezogen, von dem dann dieses Pärchen dachte, das sei ein Butterfly-Messer. Und deshalb haben sie die Polizei verständigt und zusätzlich hat noch jemand die Polizei verständigt, der in einem Haus wohnt, da an diesem WGZ-Bankpark, hinterm Hauptbahnhof ist das, der das von oben gesehen hat vom Fenster. Und der hat auch die Polizei verständigt, weil diese jungen Leute an ihm vorbeigelaufen, da ist einer, der hat ein Messer und so. Und der konnte tatsächlich auch die ganze Szene beobachten, weil dann kamen nämlich diese beiden Beamten, also der Angeklagte und seine Kollegin zum Tatort und haben versucht, also vor allen Dingen er hat versucht, dass er sich auf den Boden legt, hat den mehrfach angesprochen, auch sehr laut, sehr deutlich. Der hat das halt nicht gemacht, der hat sich nicht auf den Boden gelegt, der hat sich nicht durchsuchen lassen. Und die Polizisten waren eben, davon geht das, also das war auch relativ klar von Anfang an, sind halt von einer extrem hohen Gefährdung für sich selber auch ausgegangen, weil die ja eben dachten, der hätte ein Messer. Es hat sich hinterher herausgestellt, es war ein Schlüsselbund. Also es war kein Messer, sondern ein Schlüsselbund. Und als der sich dann eben mehrfach geweigert hat, hat der den Taser-Einsatz angedroht, dieser Polizist, hat ihn dann auch getasert. Dann ist er zu Boden gegangen und die wollten ihn gerade fixieren. Da ist er aufgestanden, hat sich so halb weggedreht. Ist auch losgelaufen irgendwie. Laut der Schilderung des Angeklagten hatte er dessen Taser in der Hand. Und dann hat er geschossen. Also hat er erst angedroht und dann hat er geschossen. Und genau. Und das hat der quasi, hat dieser andere Mann eben wirklich sehr, sehr knapp nur überlebt. Und jetzt ging es eben um die Frage, war dieser Schusswaffeneinsatz gerechtfertigt oder nicht. Was passiert in so einem Fall, wenn quasi geschossen wird? Rufen die dann den Notarzt sofort? Genau, also die hatten schon sowieso verstärkt, also das war ja schon ein Einsatz, wo klar war, da müssen auch wahrscheinlich mehr Beamte hin, das heißt, es waren auch schon andere unterwegs, die waren nur eben einfach die Ersten da und die haben dann aber auch, auch der Angeklagte hat dann danach erste Hilfe geleistet, die haben den Krankenwagen gerufen, der kam auch relativ schnell und dann wurde der aus der Situation quasi entfernt sozusagen, weil er eben derjenige war, der geschossen hat. Und jetzt war eben das Gerichtsverfahren und wie gesagt, der Angeklagte oder der junge Beamte hat das ja auch sofort eingeräumt, hätte sofort gesagt, ja, ich habe eben geschossen, aber ich habe mich in einer extrem gefährlichen Lage gesehen. Er hat Zitat gesagt, ich habe keine andere Wahl gehabt. Dann hat seine Kollegin natürlich als Zeugin ausgesagt, was aber für ihn sehr wenig hilfreich war. Tatsächlich war auch eine ganz spannende Zeugenaussage, weil die diese Kollegin in der Nacht nach dem Vorfall ganz stark seine Version quasi bestätigt hat. Also hat das so erzählt, wie er das auch erzählt hatte. Und dann wurde gegen sie ermittelt wegen versuchter Strafvereitelung im Amt. Also haben die quasi gedacht, die will den decken. Und dann hat die in dem Verfahren jetzt bis zu diesem Taser-Einsatz gesagt, sie kann sich da so dran erinnern. Sie hätte die Situation zwar als dynamisch eingeschätzt, aber nicht so gefährlich. Und nach dem Taser-Einsatz hätte sie gar keine Erinnerung mehr. Sie wüsste nicht, in welcher Situation der die Schüsse abgegeben hat. Sie kann sich daran nicht erinnern. Sie war in einer Angststarre. Und dann hat der Verteidiger tatsächlich auch gefragt, hat das was mit den Ermittlungen zu tun, was sie hier sagen? Und daraufhin hat sie keine Antwort gegeben. Und es war auf jeden Fall ganz spannend. Aber das war natürlich jetzt keine große Hilfe für ihn. Und dann haben eben die verschiedenen Zeugen ausgesagt. Unter anderem auch der, der aus dem Fenster geguckt hatte, der gesagt hat, ich konnte von oben sehen, dass das kein Messer ist, sondern dass das ein Schlüsselbund ist. Und der Angeklagte hat natürlich immer gesagt, er hat immer damit gerechnet, dass der ein Messer hat. Und irgendwann hätte der sowas aus der Tasche gezogen. Da hat er dann auch diesen Taser-Einsatz angedrückt. Und das war spitz und metallisch. Der von oben hat gesagt, nee, das war auf jeden Fall ein Schlüsselbund. Und dann kommt noch dazu, dass der Geschädigte selber eben auch wirklich psychisch schwer erkrankt ist und dessen Aussage eigentlich gar nicht verwertbar war, weil das wirklich, ja, ich will da gar nicht ins Detail gehen, aber das war einfach offensichtlich halt einfach sehr verwirrt. Deshalb musste sich das Gericht letztlich sehr stark auf die Aussage des Angeklagten verlassen. Und auch der Zeug innen wahrscheinlich, oder? Also wie doll wirkt, ist das dann im Gewicht? Das ist schon relevant auf jeden Fall. Das hat dann auch die Staatsanwaltschaft eben sehr anders interpretiert alles als das Gericht letztlich selbst. Also die Staatsanwaltschaft hat eben am Dienstag in ihrem Plädoyer oder der Staatsanwalt auch eine Verurteilung gefordert wegen gefährlicher Körperverletzung im Amt zu elf Monaten Freiheitsstrafe auf Bewährung. Und der hat eben im Prinzip gesagt, das war eine extrem gefährliche Situation, ja, aber der hätte trotzdem nicht schießen dürfen. Der hätte wissen müssen, dass das polizeirechtlich, dass dieser Schusswaffengebrauch nicht vom Gesetz gedeckt ist. Weil eben natürlich der Schusswaffengebrauch ist quasi der stärkste Zwang, den die anwenden dürfen, die Polizisten. Und das ist sozusagen die Ultima Ratio, das letzte Mittel ist der Schusswaffengebrauch und diese Situation hätte das eben nicht hergegeben. Und genau, die Verteidigung hat einen Freispruch gefordert und hat gesagt, da gibt es sehr viele, da sind in dieser Erläuterung von dem Richter sind sehr viele sehr spannende Rechtsbegriffe gefallen, die ich jetzt glaube ich gar nicht alle aufzählen kann, aber es gibt zum Beispiel ein Erlaubnis-Tatbestands-Irrtum zum Beispiel, wo man fälschlicherweise davon ausgeht, es gäbe, die Situation sei besonders gefährlich, weil der habe ein Messer, war sie letztlich nicht, das konnte der aber nicht wissen. Und so hat zum Beispiel die Verteidigung argumentiert oder auch natürlich mit Notwehr. Genau, deshalb war es irgendwie wirklich sehr unklar, in welche Richtung das mit dem Urteil geht. Und ja, und es ist halt letztendlich dieser Freispruch rausgekommen. Dass man freigesprochen werden möchte, ist wahrscheinlich, liegt in der Natur der Sache. Was würde denn passieren, wenn jetzt ein Polizist zu einer Freiheitsstrafe auf Bewährung verurteilt wird? Also was, darf der dann nicht mehr arbeiten? Genau, also das kann passieren. Also das ist ab zwölf Monaten, ab einer Verurteilung zu einer Strafe von mehr als zwölf Monaten, muss das passieren. Dann wird der aus dem Dienst entfernt und verliert seine Beamtenrechte. Das ist gesetzlich so vorgegeben. Bei über zwölf Monaten, bei unter zwölf Monaten, was ja in dem Fall wäre, das Gericht dem Antrag der Staatsanwaltschaft gefolgt so gewesen wäre mit diesen elf Monaten, ist es so, dass es nicht sein muss gesetzlich, aber dass der Dienstgeber, also die Polizei in Düsseldorf, dennoch die Chance hat zu sagen, das ist ein schweres Dienstvergehen, daraus ergeben sich Konsequenzen. Das ist dann aber eben ein polizeiinterner Vorgang. Es ist auch immer noch nicht ausgeschlossen. Also das läuft parallel zu dem Strafverfahren, läuft bei der Polizei ein internes Disziplinarverfahren wegen dieses Vorfalls, das ist auch üblich so. Da wird das Rute jetzt erstmal, bis ein rechtskräftiges Urteil da ist. Und es kann mit dem Freispruch ist es natürlich tendenziell eher wahrscheinlich, sagte der Verteidiger mir auch, dass auch bei diesem Disziplinarverfahren dann keine Konsequenzen rauskommen sozusagen. Aber es ist trotzdem möglich, dass sich da noch irgendwas intern sozusagen tut. Hat so ein Freispruch dann auch Konsequenzen für den Geschädigten quasi? Also wie ist das eigentlich? In dem Fall jetzt tatsächlich gar nicht, weil dieser Geschädigte zwar als Zeuge ausgesagt hat, aber anders als in anderen Strafverfahren, was vermutlich auch damit zu tun hat, mit seinem grundsätzlichen Zustand, der nicht als Nebenkläger vertreten war. Also oft ist es ja so, dass Opfer von Straftaten in solchen Verfahren als Nebenkläger auftreten, also bestimmte Rechte haben und ihren eigenen Anwalt zum Beispiel oder anwaltliche Vertretung und eben auch in diesem Verfahren zivilrechtliche Ansprüche, also Schmerzensgeld zum Beispiel anmelden können und so. Das hatte der aber alles. Der hatte keinen eigenen Anwalt, der war auch kein Nebenkläger und der hat auch keinen, das heißt, Adhäsionsantrag gestellt. Insofern wird sich jetzt daraus für den, glaube ich, nichts ergeben. Es wäre ihm sehr zu wünschen, dass ihm geholfen wird. Der ist nämlich schon mehrfach psychisch und auch polizeilich auffällig geworden, also der scheint eine schwere psychotische Erkrankung zu haben, aber mehr wird da glaube ich tatsächlich aus diesem Freispruch nicht erwachsen oder wäre wahrscheinlich auch bei einer Verurteilung nicht draus erwachsen, weil der eben gar nicht... Da vertreten hat lassen oder vertreten wurde. Jetzt hast du ja schon sehr viel erzählt, was so besprochen wurde, was so drumherum dann passiert. Also das berichtest du ja auch öfter. Du bist ja dann vor Ort, sitzt mit im Gerichtssaal und du hast ja gerade schon, bevor wir angefangen haben aufzunehmen, erzählt, dass es natürlich auch immer mal die ein oder andere Situation gibt, die neu ist. Also ich stelle mir natürlich vor, ihr sitzt da alle im Gericht, vorne sitzt der Richter, die Richterin, drumherum halt die anderen Beteiligten und dann kommt man immer so, also meine ganze Gerichtserfahrung ehrlicherweise und glücklicherweise wahrscheinlich auch, bezieht sich natürlich auf sämtliche Serien und Filme, die man so guckt, oder was man sich so vorstellt aus Büchern. Aber in diesem Fall ist ja nochmal, also manchmal passiert auch was anderes. Genau, und diesmal ist was anderes passiert. Das war für mich auch einfach persönlich mal spannend, das mitzuerleben. Und zwar wurde an einem Verhandlungstag auf einmal gesagt, so, und jetzt setzen wir in 20 Minuten fort, und zwar am Tatort. Und der Tatort ist ja, dazu muss man vielleicht, also muss man vielleicht dazu wissen, dass der Tatort, Der WGZ-Bankpark, der ist hinter dem Hauptbahnhof in Oberbilk und das Justizzentrum, in dem das Land gerichtet ist, ist am Oberbilker Markt. Also das war ein sehr kurzer Fußweg, den dann die Kammer auf sich genommen hat, inklusive natürlich Angeklagten, Verteidigern und allen Zuschauern. Also dieser Polizist wurde jeden Verhandlungstag begleitet, auch von Familienangehörigen und von Kollegen, die sind auch alle mitgekommen. Und natürlich wir als Pressevertreter und dann wurde dieser Park zum Teil so ein bisschen abgeriegelt, dass da eben keiner durchlaufen durfte durch die Veranstaltung und dann wurde der Tatort begangen und wurde sich nochmal angeguckt, wie das vor Ort aussieht und der vorsitzende Richter und auch die beiden beisitzenden Richterinnen haben dem Angeklagten Fragen dazu gestellt. Halt so, wo hat er seiner Erinnerung nach gestanden, als er die Schüsse abgegeben hat, wo lag, ist der Mann zum Liegen gekommen, den er angeschossen hat, von wo sind sie gekommen und so, wie kann er sich daran erinnern, wo lagen die Hülsen, die Patronenhülsen und all so Sachen. Und das hat dann so eine halbe Stunde ungefähr gedauert, würde ich schätzen. Ja, es war schon interessant, so mitten am Tag einfach so einen Ort zu begehen, mit der er wirklich mit einem Tatort jetzt gar nichts mehr zu tun hat. Ich meine, das war ja damals, hat der Polizist halt auch die ganze Zeit gesagt, Das war ein bisschen schwer einzuschätzen. Da war es halt dunkel. Konnte man sich auch irgendwie ganz gut vorstellen, dass es natürlich auch nochmal ganz anders wirkt als tagsüber. Und dann natürlich auch die Passanten, die natürlich alle sehr neugierig geguckt haben. Und dann steht man da irgendwie rum und dann geht man einfach irgendwann wieder. Und das war schon auch, war ganz interessant. Aber das ist tatsächlich anscheinend, also es war ein Teil der Hauptverhandlung. Also es war die Fortsetzung der Hauptverhandlung an diesem Ort. Und dann danach wurde sie fortgesetzt im Gerichtssaal. Ja, ich finde das auch spannend, weil du das gerade so rumgesagt hast, dass man natürlich dann an so einem Tatort ist und den dann sieht, aber ich finde das auch andersrum, dass man ja wahrscheinlich auch, wenn man so manchmal durch die Stadt läuft, ohne überhaupt was zu wissen, das finde ich ja auch, wenn man sich das mal bewusst macht, was an manchen Orten schon passiert ist und man weiß das natürlich nicht, also auch so vielleicht mal spannend dann zu sehen, ah, das ist einfach hier ein Stück Wiese meinetwegen oder ein Stück Gehweg mit Wiese und klar, ja, von da oben kann man schon vom Fenster aus das hier sehen und so, Aber es ist ja eigentlich, das finde ich halt in anderen Hinsichten auch manchmal spannend, wenn ich mir manchmal so bewusst mache, ach ich habe doch letztens gelesen, hier weiß ich nicht, muss ja auch nicht immer direkt was ganz Dramatisches sein, aber hier war vielleicht ein Unfall oder hier ist das und das passiert oder so. Und dann läuft man da so lang und die Spuren im wahrsten Sinne des Wortes sind schon längst weg. Und trotzdem ist das ja ein Ort, wo sich für eine andere Person oder für mehrere Personen das Leben für immer ändert. Also in dem Fall dramatisch gibt es ja auch wahrscheinlich in Schönen. Kann es sein, dass das also nochmal in Revision geht? Genau, der Verlauf ist jetzt so, dass die Staatsanwaltschaft die Revision prüft. Wenn die Revision einlegen, dann wird diese Revision geprüft, ob die zugelassen wird. Und sollte es dann nochmal ein Verfahren geben, würde das eben am Oberlandesgericht, glaube ich, verhandelt. Und was ich tatsächlich auch noch spannend finde, ist eben diese Disziplinarfrage. Also ich würde tatsächlich auch, ich weiß nicht, ob die Polizei Düsseldorf mir da Auskunft geben wird, aber ich würde es versuchen, ob man rausfinden kann, ob dem dann dienstrechtlich noch jetzt irgendwas im Nachgang droht. Wobei das ja wahrscheinlich auch wieder erst der Fall sein wird, wenn es rechtskräftig ist. Und bis dahin kann es ja einfach noch ein bisschen dauern. Wenn es denn aber soweit ist, liebe Marlen, dann habe ich schon im Gefühl, dass wir hier darüber sprechen werden. Ich danke dir sehr, dass du mir in diesem Fall heute mal digital zugeschaltet bist. Das möchte ich ja auch nicht unerwähnt lassen. Also vielen Dank für deine Zeit. Und ja, bis zum nächsten Mal. Bis bald. Music. Kurze Pause. Vielleicht mit etwas Werbung. Spricht man mit Menschen über ihre Berufe, erlebt man wahrscheinlich selten riesige Überraschungen. Viele Tätigkeiten sind ja relativ gängig. Aber es gibt auch welche, die sind so selten, dass sie nur noch von ganz wenigen ausgeführt werden, zum Beispiel die Korbflechterei. Julia Turek ist in Düsseldorf die Einzige ihrer Zunft und auch Harald Hühing ist als Klarinettenbauer Mitglied einer seltenen Berufsgruppe in der Stadt. Paul Küchler hat beide besucht und erzählt, wie es in den jeweiligen Werkstätten zugeht, wie es um die Zukunft der Handwerke steht und warum man es in bestimmten Jobs noch immer mit Vorurteilen zu tun hat. Paul, dieser Beruf, den wir haben, gerade in diesem Moment, wo wir hier beide sitzen, Findest du den einen ungewöhnlichen Beruf? Das ist eigentlich eine gute Frage. Ich würde eigentlich sagen, jein, weil irgendwie, ich glaube, so viele von uns gibt es ja jetzt dann doch nicht mehr, wenn man das jetzt mal irgendwie deutschlandweit betrachtet. Keine Ahnung, wie viele Bürokaufleute hast du, wahrscheinlich Millionen. Wie viele Journalisten hast du? Ein paar Tausend, ein paar Zehntausend vielleicht? Das weiß ich nicht. Ich weiß es auch nicht. Also ja, ja und nein irgendwie. Ich finde, so außergewöhnlich ist es dann doch nicht. Also da gibt es deutlich außergewöhnliche Berufe, wie wir bestimmt vielleicht auch noch erfahren werden. Nee, genau. Es gibt Berufe und ganze Berufszweige. Da sind Leute, die diese Berufe ausführen, allein auf weiter Flur. Oder allein in der Stadt oder zumindest allein im Viertel. Du hast zwei von diesen Personen getroffen und jetzt ist ein harter Cut, weil diese beiden Berufe haben jetzt so gar nichts damit zu tun, was sie machen. Naja, einer hat was mit Musik zu tun. Wollte ich gerade sagen, der andere, was mit Sitz, was wir auch ab und zu tun. Also da ist die Verbindung, liebe Leute. Und nee, genau, ich finde das, jetzt wo du das auch so angeteasert hast, finde ich, klingt das fast so ein bisschen traurig irgendwie, weil so die Letzten ihre Art irgendwie so ein bisschen, aber es hat tatsächlich so ein bisschen Hand und Fuß, weil es wirklich Menschen gibt in Düsseldorf, wie du sagst, die sind hier in der Stadt, in ihrem Viertel und selbst im Bundesland irgendwie alleine oder zumindest mit ihrem jeweiligen Fokus. Und das ist schon spannend und vor allem die sind auch gar nicht so leicht zu finden. Also das ist dann irgendwie teilweise ein bisschen versteckt. Ich musste da bei den zwei Personen auch in die Stadtviertel so ein bisschen raus, also wir reden jetzt hier nicht Flinger Nord und Oberkassel, sondern die eine Person war in Gerrisham und die andere Person in Urdenbach, also ganz im Süden und das war schon spannend, muss ich sagen. Und weil wir jetzt hier genug angeteast und gecliffhangert haben, erzähl doch mal, wen hast du besucht? Ich habe zweierlei Menschen besucht. Einmal den Harald Hüing. Ich bin leider unsicher, wie man den Nachnamen ausspricht, liebe Leute. Den Harald. Das ist ein Klarinettenbaumeister, der in Urdenbach lebt und dort auch seine Werkstatt hat. Und andererseits habe ich Julia Turek besucht. Die ist Korbflechterin und hat ihre Werkstatt oder Wirkungsstätte, könnte man vielleicht auch sagen, in Gerresheim. Okay. Wie bist du auf diese beiden gekommen? Also warum hast du dir Klarinette und Korb ausgelöst? Ja, also lustigerweise muss ich da so ein bisschen weiter ausholen. Mal wieder. Überraschung Überraschung, Überraschung. Und zwar war ich vor zwei Monaten, hatte ich Urlaub für zwei Wochen, war mit einem Kumpel, der relativ neu in Düsseldorf ist, unterwegs und dem zeige ich, ich meine, ich bin ja aus Düsseldorf und dem zeige ich dann ab und zu mal einen Stadtteil, den er noch nicht kennt. Und wir waren in Gerrishalm unterwegs, weil ich finde das total süßen, unterschätzten Stadtteil. Käfchen getrunken, spazieren gegangen. Auf jeden Fall auf dem Weg zum Wald sind wir an der Straße Ampesch, heißt die glaube ich, langgegangen quasi. Die führt so von Rathaus mäßig Richtung Wald in Gerrishalm. Und da ist mir aufgefallen, dass da am Straßenrand so ein Laden war, wo Korbbinderei dran stand. Und manchmal hat man das ja noch, dass so diese alten Markisen und so hängen gelassen werden, obwohl da längst ein Barbershop drin ist oder whatever. Und dann habe ich da aber mal geguckt und es war halt wirklich ein Laden, du Körbe kaufen konntest, Boxen, Stühle, die so geflecht, geflochten waren quasi. Und da kam ich irgendwie da drauf und dann hatten wir eben den Anlass sozusagen, hey, seltene Berufe in Düsseldorf, da würden wir gerne was drüber schreiben oder ich eben und dann eins und eins zusammengezählt. Genau, also das war quasi der Ursprung und den Harald Hüingen habe ich eben gefunden durch einen Tipp von einer Kollegin, die hier in Düsseldorf, die Andrea Röhrig, die hier die Südstadtteile vor allem betreut und die wusste tatsächlich, dass da eben ganz im Süden, in Urdenbach, so im letzten Dorfeck quasi. Einen Klarinettenbaumeister, seine Werkstatt eben hat. Und mit den beiden habe ich mich getroffen, habe die besucht, auch in ihren Werkstätten wirklich vor Ort. Und das war Wahnsinn. Erzähl. Ich fange mal mit der Julia Turek an. Ladies first quasi. Genau, also die ist in Gerrishalm, am Pesch heißt die Straße. Hat da eben ein kleines Geschäft, das sie jetzt in der dritten Generation betreibt. Also ihr Großvater hat quasi mit dem Geschäft damals angefangen. Und dann, und das fand ich auch schon recht ungewöhnlich tatsächlich, hat ihre Mutter übernommen. Und die Julia Turek, die ist, oh Gott, liebe Julia, wenn du das jetzt hörst, ich meine das nicht böse oder so. Ich schätze mal, die wird in ihren Ende 30er, Anfang 40er vielleicht sein. Und hat dann eben erzählt, es war total ungewöhnlich, dass ihre Mutter eben damals von ihrem Großvater das Geschäft... Ich möchte übrigens kurz einhaken, dass er gar nicht, ich bin auch Anfang 40er. So war das, ich will halt niemanden mir irgendwie ein Alter andichten, das er oder sie überhaupt nicht hat. Deswegen keine Gewehr für die Zahlen an der Stelle, wie beim Lotto. Nee, genau, aber sie hat das eben übernommen von ihrer Mutter. Und das fand ich überhaupt schon spannend, weil ich mir dachte, hey, das ist ein Handwerksberuf. Also sie ist eben ausgebildete Korbmacherin, hat inzwischen einen Fokus auf einem anderen Teil ihres Berufs, dazu kommen wir gleich bestimmt. Und hat das eben gelernt von der Pike auf quasi und macht das jetzt da eben in Geresheim. Und ich finde sowas ja eh immer total cool, wenn jemand so eine Berufung gefunden hat und irgendwas gefunden hat, wo er oder sie sich so reinfrisst und fräst. Voll Experte irgendwie drin ist. Genau, das ist die Julia Turek eben in Gersheim, und der andere ist eben der Harald Hüingen in Udenbach und da vor Ort, das ist auch total spannend, das ist quasi in so einem Hinterhofgebäude, wo du erst durch so einen Eingang gehen musst, in den Hinterhof rein und dann zur Werkstatt kommst. Genau, da werden eben Klarinetten gebaut, da. Werden Saxophone verkauft, also tatsächlich ganz, ganz viele Sachen, aber Fokus eben auf Klarinetten. Und ist er dann auch so wahrscheinlich der Ansprechpartner für Klarinettistinnen und Klarinettisten von überall? Richtig, er hat jetzt glaube ich Ende der 80er seine Ausbildung damals gemacht, war auch nicht hier in Düsseldorf quasi, also da ging es, muss ich gerade mal selber gucken, ich glaube irgendwo in Süddeutschland gibt es quasi noch so eine Fachschule. War es Bayern, maybe war es Bayern, auf jeden Fall da hat er quasi den Beruf erlernt, noch so richtig in Handarbeit und so. Also die haben da Klarinetten, die sind wirklich Marke Eigenbau, also die heißen dann auch Hüngen Klarinetten, kosten dann natürlich auch ein paar tausend Euro, muss man ja auch einfach ehrlicherweise sagen, das ist Handarbeit, das ist eine Maßanfertigung, das ist ein Instrument aus einer guten Qualität, aus einem guten Holz, wo gute Baustoffe verwendet wurden, also das hat immer seinen Preis. Genau, aber das ist eben total spannend irgendwie und bei der Julia ist es eben so, das ist dann vielleicht so ein bisschen andere Kiste, weil man nichts von Grund auf neu macht, sondern tendenziell vielleicht eher Sachen restauriert oder repariert oder so, das hat sie auch gesagt und das Spannende ist halt. Und offiziell ist sie eine Korbmacherin, also das ist quasi der Berufstitel, aber tatsächlich arbeitet sie inzwischen 80, 90 Prozent ihrer Zeit, kümmert sie sich um die Restaurierung von alten Stühlen vor allem und gerade halt, also keine Schleichwerbung oder so an der Stelle, aber halt Tonnetstühle, die ja auch so voll im Trend liegen bei vielen Millennials und so. Also die stehen da gestapelt bis unter die Decke in ihrer kleinen Werkstatt. Und da sitzt sie dann halt auch wirklich und flechtet wirklich jeden einzelnen Faden, nennt es man ja glaube ich, Strang quasi, dadurch. Und es braucht dann halt auch echt ein paar Stunden. Und die hat eben auch gesagt, sie hatte hier schon Stühle von 1800 Schießmichtod. Natürlich aber auch quasi 20 Jahre alte Stühle oder so. Also da ist auch die Bandbreite relativ groß und es war eben sehr spannend, da auch einfach mal zuzugucken. Sind die beide jeweils alleine oder gibt es da Mitarbeitende? Genau, also die Julia Turek ist komplett alleine, das fand ich eben auch krass, also die ist wirklich die letzte ihrer Art hier in der Stadt und im Umkreis. In der Klarinettenbauwerkstatt ist es quasi so, der Klarinettenbaumeister hat auch seinen Sohn ausgebildet, also der ist quasi sein Nachfolger, ist auch schon Meister mit dem Meisterbrief und so, also da ist, sag ich mal, die Zukunft ein bisschen gesicherter und da ist einfach ein größeres Team dahinter. Also da gibt es dann Menschen in der Werkstatt, die sind nur für einen Arbeitsschritt quasi zuständig, nur für das Holzschleifen oder fürs Lasieren später. Die haben ja auch einen Verkaufsraum, das heißt, da ist dann auch jemand nur im Verkaufsraum, vielleicht in der Buchhaltung und so. Also das ist ein bisschen größeres Team tatsächlich, aber bei der Korbbinderin ist es eine One-Woman-Show quasi. Kannst du mal die beiden Orte ein bisschen beschreiben? Ja, also, es ist so, bei dem in Geresheim in der Korblenderei, du musst dir das so vorstellen, du stehst quasi draußen vor dem Laden mit so einer Oldschool-Markise, die halt nicht so gerade ist, sondern so ein bisschen noch geschwungen, wenn man das irgendwie versteht, in so einem Cremeton. Im Schaufenster siehst du schon so gestapelte Körbe und Boxen. Dann kommst du quasi in den Laden rein, da gibt es so eine kleine Klingel, die noch so, wie man das in diesen alten Geschäften so ein bisschen kennt. Hast du linke Hand quasi Regale voller ... Also Flechtprodukte, würde ich es jetzt mal nennen. Also was ich zum Beispiel total verrückt fand, da war auch so eine Tiertransportbox dabei für Tierarzt oder so. Ganz viele Körbe, kleine Kistchen und so Sachen. Auf der rechten Seite hast du die Kasse und dann steht da quasi schon so eine Ecke, wo sich ganz viele kaputte Stühle stapeln und so ein bisschen die Lager-Ecke ist. Und dann führt quasi weiter hinten an dem Raum, gibt es eine kleine Holztür. Die machst du auf, also Kunden nicht, ich in dem Fall schon. Da geht eine ganz schmale alte Holztreppe, wo du echt aufpassen musst, nicht zu stolpern, runter. Und dann stehst du in einer Werkstatt, die jetzt auch eine Deckenhöhe von zwei Metern oder so hat. Also so groß ist es nicht. Und das ist ein total verrückter Ort. Da sitzt dann quasi die Julia mittendrin. Die hat selber quasi auch einen gemütlichen Stuhl, der ein bisschen erhöht auch ist. Er hat so einen kleinen Hocker, wo sie die Füße drauf absetzt, weil du beugst dich quasi nach vorne, während du das machst. Das heißt, du musst auf deine Haltung achten. Und diese Werkstatt war echt ein einziges Wimmelbild. Also egal, wohin du geguckt hast, Werkzeuge, Hilfsmittel, alte Zeitungsartikel, die ausgeschnitten wurden, alte Berichte, wo es um diese Stühle und so weiter ging, tausend Werkzeugtische, wo ganz viel verstreut lag, irgendwie zwischendrin mal ein Glas Wasser mit einer Kanne oder so. Also voll die Wirkungsstätte im Grunde genommen. Und als Außensteher kannst du dich da eigentlich kaum satt sehen irgendwie, weil egal wohin du guckst, du entdeckst wieder zehn neue Sachen. Genau, das ist quasi der Kosmos, in dem sie sich ein bisschen bewegt. Interessanterweise ist aber auch ihre Werkstatt auch so in Richtung Hinterhof und das hat bei beiden auch so ein bisschen einen Hintergrund, weil früher war das ja nun mal so, dass in den Großstädten, da gab es ja keine Gewerbegebiete oder so, das war ja alles zusammen. Ich meine, es hat ja auch einen Grund, dass so Viertel wie Flingern oder Lierenfeld oder so, Unterrad, Rad, die haben ja alle eine Industriegeschichte und das ist ja alles vor Ort passiert und dadurch, dass die da eben teilweise schon so lange sind oder eben schon das in der Familientradition übernommen haben, ist das da eben vor Ort auch noch so. Und ich fand das alleine schon total spannend und sympathisch, weil ich mir so dachte, Mensch, an diesen Orten findet man noch so diese Stückchen... Handwerksgeschichte, die irgendwie untrennbar mit der Stadt verbunden ist, so wie es früher eben noch gemacht wurde. So, das ist nur der kurze Einschub. Genau, und in der Klarinettenbauwerkstatt im Unterrad ist es ähnlich. Du hast quasi vorne das Geschäft mit dran, wo dann ganz viele Klarinetten ausgestellt und aufgebaut sind. Du hast eine Art Probenraum, dass du natürlich auch als Musiker, als Musikerin irgendwie mal ein paar Töne anstimmen kannst und das mal ein bisschen testen kannst. Die haben auch nicht nur Klarinetten der Marke Eigenbau, sondern auch noch von anderen Herstellern quasi. Quasi und dann ist dann eine ganz langgezogene Werkstatt an der Seite mit dran an diesem Laden, wo du so durch die langgezogene Werkstatt gehst und immer so an mehreren Schreibtischen und ich sag mal Ablauforten vorbeigehst, also du kommst rein, da sitzt dann einer, der irgendwie gerade ein bisschen rumschleift, du gehst ein Stück weiter nach hinten, da lasiert dann gerade einer oder baut da irgendwie das Mundstück irgendwie mit dran oder so, genau und auch da ist es so, ich meine, das ist eine Werkstatt, auch das ist quasi ein bisschen wie so ein Live-Wimmelbild, Also überall liegt Zeugs rum, Werkgegenstände, alles was man so braucht so ein bisschen und was ich auch spannend fand war irgendwie der Geruch an beiden Orten, weil du erwartest jetzt vielleicht in so einer Werkstatt, dass es so chemisch, künstlich, metallisch irgendwie so riecht, das war bei beiden nicht der Fall, weil beide auch gesagt haben, sie verwenden zum Beispiel nur Naturprodukte. Wo bekommt Julia Turek ihre Rohstoffe her? Aus Asien kommt das. Oftmals aus Indonesien, sagte sie mir. Das ist quasi so das Hauptanbau. Gebiet, aber auch total schwierig, hat sie eben auch erzählt. Also sie hat riesige Lieferschwierigkeiten, weil da die Ernten halt immer total unterschiedlich ausfallen. Und mal kriegst du dann halt ein paar Tonnen, mal deutlich weniger. Also es ist echt schwierig, das irgendwie zu kalkulieren. Genau, aber so oder so, beide sagen halt also die Klarinette wird ja, geschliffen und das Holz wird ja auch lasiert und bei den Korbstühlen und Geflechtsachen ist es eben ähnlich und beide benutzen halt irgendwie natürliches Öl zum Beispiel dafür, Leinöl oder so und das riechst du dann halt auch und ich fand das total angenehm, weil ich bin ja überhaupt nicht so ein Handwerker oder irgendwie mein Job ist reden und schreiben, und ich finde das immer so faszinierend wenn du dich in diesem Kosmos so reinfühlst da sitzt und mitbekommst wie diese ganzen tausend Schritte von jemandem durchgeführt werden, der da voll drin ist und ich liebe ja sowas. Ja, voll. Jetzt hast du das ja schon sehr schön beschrieben. Also die Klarinettenwerkstatt ist ja fast schon ein kleines Unternehmen. Kleine Manufaktur quasi. Genau, und er hat ja sich mit seinem Sohn quasi dann auch schon den Nachwuchs herangezüchtet. Wie ist das bei der Korbflechterei? Also wenn sie wirklich alleine ist, das bedeutet ja auch, sie hat keine Auszubildende. Genau, genau. Wenn sie aufhört, ist es weg oder? Also sie hat Kinder, hat sie erzählt und es ist natürlich so, sie war selbstständig, die wohnt auch quasi in dem Hinterhaus sozusagen, was noch mit dran ist. Das heißt, sie hat dann irgendwie gesagt, na klar, deine Kinder sind immer schon mal mit dabei, wenn du in der Werkstatt bist und spielen da vielleicht im jungen Alter, wie man das so ein bisschen kennt von den Eltern. Hat aber auch gesagt, also sie würde sich riesig freuen, wenn jemand von denen mal sagen würde, hey, würden wir übernehmen. Aber sie erwartet es jetzt halt auch nicht. Also die sollen ihre eigenen Wege quasi gehen. Und sie meint halt natürlich, wäre es schade. Sie ist jetzt die dritte Generation eben. In NRW ist sie, glaube ich, die einzige. In Kleve gibt es noch jemanden. Also wirklich ganz weit woanders. So, und sagt halt irgendwie, sie ist schon teilweise so die letzte ihrer Art aktuell. Und wie es dann weitergeht. Was ja irgendwie schade ist, beziehungsweise auch komisch, weil wie du ja eben auch schon gesagt hast, dass gerade dieser, Ja, so Design-Klassiker, also wenn man jetzt von den Stühlen ausgeht, zum Beispiel von den Tonnetstühlen und so, aber auch so dieses alte Sachen behalten, reparieren, upcyceln oder wie auch immer man das nennt, ist ja gar nicht so unüblich. Und ich glaube, das trifft ja auch, wenn ich das kurz einschieben darf, wir reden ja jetzt zum Beispiel von Privatpersonen, aber wie viele Firmen gibt es denn auch schon seit hunderten von Jahren oder so, die vielleicht selber noch so Stücke haben, die ja auch irgendeinen Ort brauchen, wo sie das vielleicht hingeben zum Restaurieren, Ersetzen, Aufarbeiten oder so. Also der Bedarf muss ja da sein. Klar, Musik ist ja eh nochmal was anderes, Musikinstrumente, auch wenn die ja wirklich oft auch vererbt oder halt weitergegeben werden, aber trotzdem, ich glaube, das ist dann nochmal so ein bisschen eine andere. Nur mal da kann ich mir eher vorstellen, es gibt ja bestimmt auch Orte, also man kann ja bei Instrumenten, so wie bei auch Möbeln und ganz vielen Sachen, du kannst ja von bis, also du kriegst wahrscheinlich auch eine niedrigere Klarinette und du kriegst auch noch einen viel, viel, viel teuren Korbstuhl so. Also das ist ja auch immer ein bisschen, wer was sich wie erlaubt. Aber das finde ich spannend. Wie gesagt, beim Klarinettenbauer mache ich mir jetzt so, ganz erlaubt gesagt, jetzt gar keine Sorgen. Das ist einfach ein seltener Beruf. Muss man auch sagen. Hat er auch selber gesagt. Also er sagte zum Beispiel auch, so seine Kunden sind natürlich auch die Musikhochschulen und die Studierenden. Und er hat irgendwie gesagt, also solange Leute Musik machen, wird er Kunden haben und wird da nicht out of business gehen. So, aber das stellt sich natürlich bei einer Korbmacherin vielleicht erst mal ein bisschen anders dar. Ja, beziehungsweise da kann ich mir halt vorstellen, dass es den Bedarf vielleicht gibt, aber wenn es natürlich keine Nachfolge gibt, die den bedient, dass das eher das Problem sein könnte. Und wir haben ja hier auch schon in anderen Zusammenhängen über seltene Handwerke oder so gesprochen. Ja, allein die Concierge letztens. Genau, und auch, also ich war ja in einer Buchbinderei, ich war in einer Goldschmiederei und so. Aber da war eigentlich immer eher der Tenor, ja, um selbst in so, In etwas nischigeren Berufen muss man sich um den Nachwuchs jetzt gar nicht so viel Sorgen machen, da kommt wohl immer. Aber wenn du das natürlich so beschreibst, also wer weiß, es kann sich auch noch ändern und wenn sie im allerschönsten Alter ist, so wie ich, dann geht das ja auch im besten Falle noch eine ganze Weile weiter. Aber also da kann sich natürlich auch noch was ändern, aber das heißt, diese Berufe sind ja auch nicht ohne Grund dann vielleicht relativ selten. Genau, das fand ich nämlich auch spannend, weil ganz viele dieser, es sind ja nur zwei Beispiele, also man kann nämlich auch über die Website der Handwerkskammer Düsseldorf kann man so ein bisschen filtern. Da kann man halt gucken nach bestimmten Betrieben, was bieten die oder welche Berufe bieten die. Ich kann ja mal einen ganz kurzen Auszug hier rausgeben. Einfach aus der Liste, die auf der Website eben da ist. Es gibt da ein Glasveredler, es gibt ein Graveur, es gibt Holzbildhauer, es gibt Kaminkehrer, es gibt Keramiker, es gibt Kirschner. Ich glaube, wenn ich mich nicht alles täusche, sind das nicht die, die Fässer gebaut haben, so Fassbauer? Oder sind das Küster? Warte mal, es gibt Kirschner, die machen doch, glaube ich, Fell und Leder. So und das ist jetzt schon wieder die Frage irgendwie, weil wer weiß sowas noch, aber was ich halt eben spannend fand, all diese Berufe, die sehr selten sind, auch sowas wie Eisenflechter, Goldverzierer, Modist, die sich um so Hüte kümmern oder so, all die Eint, die haben meistens ihre Wurzeln sehr weit in der Vergangenheit, also das sind so Berufe, klar so ein Handwerksberuf, der früher vielleicht viel gefragter war, weil man ganz andere Möglichkeiten, viele Möglichkeiten einfach noch nicht hatte, die man jetzt schon hat, dementsprechend, klar, sinkt die Anzahl der Menschen, die diese Zunft irgendwie angehören und diesen Beruf ausüben. Und das fand ich einfach eine spannende Verbindung sozusagen. Das sind echt alte Berufe, die nun leider teilweise einfach in der modernen Welt irgendwie nicht mehr, ich will nicht sagen, nicht mehr ihre Berechtigung haben, ihre Daseinsberechtigung. Die vielleicht nicht mehr so gefragt sind. Richtig, aus Gründen. Aber ich muss auch sagen, das muss jetzt vielleicht auch kein Nachteil sein für die. Also zum Beispiel die Julia Turek hat mir erzählt, die ist ausgebucht bis zum Sein-Nimmerleins-Tag quasi. Also ich habe auch, wenn du das so beschreibst und so, nicht das Gefühl, es liegt an der Nachfrage, sondern es ist da eher das Ding mit der Nachfolge. Genau. Und sie hat zum Beispiel auch erzählt, das fand ich auch total spannend, eine der Düsseldorfer Hausbrauereien, ich weiß jetzt nicht, welche es gerade war, möchte jetzt hier auch nichts Falsches sagen, aber die haben quasi Stühle gehabt, wo die Sitzflechte aus so Bims geflochten war quasi und die haben das dann zu ihr gebracht, weil die halt auch gesagt haben, wir haben einfach keine andere Adresse auch mehr, wo wir das hinbringen können. Hat die halt zwei Wochen lang nur sich um diese Stühle gekümmert. Und das meine ich halt auch so, also die hat genügend zu tun. Und ich meine, es wäre ja irgendwie wünschenswert, wenn das in Zukunft immer noch so wäre. Aber ja, Nachwuchs ist eine andere Kiste, weil muss man auch ehrlicherweise sagen, ihre eigene Ausbildung hat sie aber ihren Eltern quasi gemacht. Aber ihre Berufsschule, die war in Oberfranken, also in Bayern. Und es hängt ja auch viel mit praktischen Dingen einfach zusammen. Gibt es eine Schule? Kann ich mir das leisten, dahin zu gehen? Wie mache ich das überhaupt? Wie organisiere ich das logistisch? Habe ich irgendwo andere Verpflichtungen und so? Da sind wir wieder bei diesem Nachwuchs, warum, was hat das vielleicht für Gründe und so. Und was ich auch noch spannend fand, wenn ich das auch noch sagen darf, was ich halt irgendwie bemerkenswert fand, was ich nicht so erwartet hätte, sie sagte eben, Julia Turek, die hat immer noch teilweise mit Vorurteilen zu kämpfen. Dass sie eine Frau ist, die Handwerksmeisterin ist. Genau, du atmest schon tief, hab ich auch getan. Irgendwie mir das überhaupt nicht mehr vorstellen konnte, aber sie sagte halt, weil die geht dann teilweise auf so ähm, nicht Mittelalterfeste, das ist das falsche Wort, aber so Handwerksmärkte. Handwerksmärkte, danke schön, das Wort hat mir gefehlt, und sagt dann halt teilweise, stellen sich dann irgendwelche Männer vor sie hin, leider auch meist so im mittleren bis älteren Alter, stellen sich dann da hin, gucken ihr eine halbe Stunde zu, wie sie irgendwas flechtet, und sagen dann zu ihr, ja, wann kommt denn eigentlich ihr Meister? Lernen sie das gerade oder wie? Und sie ist dann so, ja nee, sie haben mir ja gerade eine halbe Stunde zugeguckt, dass ich das ordentlich kann, ich bin selber die Meisterin und so, aber dass man immer noch gegen so Windmühlen anzukämpfen hat, dachte ich mir dann so, mein Gott, also liebe Leute, man kann doch einfach mal auch den Leuten was zutrauen, oder? Aber gut. Irgendwann machen wir mal unsere Smash the Patriarchy Folge. Aber das an einem anderen Zeitpunkt. Vielen, vielen Dank und wenn du demnächst noch mehr seltene Berufe entdeckst, dann wirst du uns hier auf dem Laufenden aufrufen. Auf jeden Fall. Bis zum nächsten Mal. Bis bald. Tschüss. Jetzt kommt das Wochenendwetter für Düsseldorf vom Wetterstruxie. Wer möglicherweise nach den Frühlingsmonaten gedacht hatte, boah, das ist mir alles viel zu trocken, den kann ich zumindest nach diesem Wochenende sagen, das Thema Trockenheit wird erstmal vorbei sein. Ich grüße euch damit ganz herzlich zum Wochenendwetter. Ihr kommt jetzt in eine kühlere und vor allem auch wechselhafteren Lage mit vielen Regenfällen. Und danach werden sich die Modelle so nach und nach wieder berappeln. Mehr dazu dann im zweiten Teil. Wir beginnen mit dem ersten Teil und mit dem Wochenendwetter. Und wir werden am Freitag eine satte Regenfront bekommen. Die wird aus der Nacht noch bis in den Morgen hineinreichen. Und da wird es immer wieder länger anhalten, auch Regen geben. Das Ganze bei Ties werden so rund um 14 Grad. Und dann wird es in der zweiten Tageshälfte mehr und mehr auflockern. Und dann gibt es so einen Wechsel aus Sonne und Wolken und zwischendurch auch ein paar kräftigeren Schauern. Das Ganze bei sehr lebhaftem, bespürbarem Wind und maximal 18 bis 20 Grad. Der Samstag, das ist im Moment immer noch so eine ganz unangenehme Geschichte mit vielen Wolken. Zwischendurch fällt immer wieder Regen, mal in Form von Schauern, mal ist es auch längerer Landregen und die Temperaturen ändern sich im Prinzip wenig, liegen bei 12 bis maximal 19 Grad und der Wind bleibt weiter unangenehm, recht ruppig, sodass es da überhaupt kein Sommergefühl geben wird, zumindest wenn wir das aufs Wetter beziehen. Der Sonntag setzt das Ganze eigentlich mehr oder weniger fort. Der Wind dreht zwar ein bisschen von Südwest auf West. Das bedeutet allerdings auch nur, dass der Regen ein bisschen kühler wird. Das heißt, wir haben es weiterhin mit vielen Wolken zu tun. Zwischendurch zieht Schauer durch. Das Ganze am Nachmittag durchaus etwas kräftiger. Und die Temperaturen liegen dann bei 12 bis maximal 15 Grad. Und wenn dann mal Sonne durchkommt, dann wirklich nur kurz zwischen den Regenpausen. Ansonsten bleibt es doch recht grau. Dann gucken wir noch auf die neue Woche. der Montagsiefe stand ja Dinge derzeit so aus, dass wir einen Mix aus Sonne und Wolken bekommen werden. Zum Nachmittag werden die Wolken etwas kompakter werden. Das Ganze dann bei 8 bis maximal 20 Grad. Und dieser Trend soll sich dann auch in der kommenden Woche fortsetzen, sodass wir zumindest mal in der ersten Wochenhälfte doch relativ beständiges Wetter haben werden. Die Sonnenanteile werden von Tag zu Tag auch mehr werden. Und dann stehen wir so ein bisschen an so einem Scheidepunkt in Richtung des übernächsten Wochenendes. Denn nach der Pfingstwoche, das Wochenende, könnte es durchaus sein, dass wir nochmal einen kurzen Wärmeschub bekommen werden mit wirklich trockener und heißer Luft. Das Ganze dann bei 30 bis 32, 33 Grad. Es kann aber auch genauso sein, dass die Modelle wieder einbrechen werden und wir dann abermals einen Schub von Norden bekommen werden mit kühleren Temperaturen und zwischendurch auch ein bisschen Regen. Was es dann genau wird, da verweise ich sehr gerne an jensstrux.blog. Da erhaltet ihr in aller Regelmäßigkeit alles Wissenswerte rund ums Düsseldorf-Wetter. Mehr Düsseldorf-Wetter gibt es im Wetterstruksi-Blog. Jens-Strucks.blog Das war der Rheinpegel für diese Woche. Wenn ihr uns, wenn ihr mir eine wirklich große Freude machen wollt, dann abonniert diesen Podcast überall, wo es ihn zu abonnieren gibt. Und bewertet ihn mit Punkten, mit Sternen, mit Daumen. You know the drill. Und teilt ihn. Erzählt jemanden davon, der Düsseldorf liebt oder noch viel besser, der das gefälligst bald lernen soll. Ich danke euch fürs Zuhören. Mein Name ist Tasia Kormann. Bis zum nächsten Mal. Tschüss. Den Rheinpegel gibt es jeden Donnerstag neu. 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