Latest / Im Bett mit Buch / New York, New York
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- 0:04Hallo und guten Morgen, guten Tag, guten Abend, gute Nacht.
- 0:08Herzlich Willkommen in unserer kleinen Podcastfamilie sehr
- 0:12geehrte, sehr geschätzte und geliebte Podcasthörerinnen und
- 0:16Hörer und Hallo, auch zu dir, lieber Kurt.
- 0:19Auch ein wunderbares Hallo zurück an dich, Liebe Monique
- 0:22und Willkommen an unsere gesamte Geliebte, geschätzte und auch
- 0:26gelobte Zuhörerschaft bei unserem Podcast.
- 0:29Im Bett mit Buch Es ist schön, dass ihr wieder dabei seid.
- 0:34Es ist noch viel schöner, dass wir wieder dabei sind, also für
- 0:38uns ist es immer ein großes Erlebnis.
- 0:41Nur kurz wie immer am Anfang für diejenigen, die neu zugestaltet
- 0:45gestaltet, vor allen Dingen die neu zugestaltet.
- 0:47Ihr euch neu gestaltet habt, seid ihr auch herzlich
- 0:49willkommen. Also alle neu gestalteten
- 0:51Zuhörerinnen willkommen auch hier und wir sind 2
- 0:57buchbegeisterte Menschen, die sehr vieles eint, nur einen
- 1:01großen Unterschied gibt es bei uns beiden, denn Monique.
- 1:06Ich kaufe Bücher. Und ich, mein Name ist Kurt, Ich
- 1:11verkaufe Bücher. Und das macht uns zu einem
- 1:15perfekten Match. Aber wir stehen uns natürlich
- 1:18immer am Ladentisch gegenüber. Das ist richtig, ganz selten,
- 1:22dass wir mal nebeneinander stehen und selbst beim Podcast
- 1:24sitzen wir uns gegenüber. Aber zumindest eben gerade bei
- 1:29dem von Monique übrigens fantastisch zubereiteten
- 1:32Käsekuchen saßen wir kurz nebeneinander.
- 1:35Es war ein ganz neues Gefühl, mal so nebeneinander, wir hören
- 1:39auf das Auto oder Bahn fahren zusammen.
- 1:41Oder fährst du vorwärts oder rückwärts im Zug?
- 1:44Das ist ne vollkommen wumpe. Ja da bin ich ganz, da bin ich
- 1:47ganz einfach und dieser Käsekuchen war zum Glück.
- 1:53Nicht wie überall sonst. Gerade in den cafés in der Welt.
- 1:57Ein großzitierter New York Cheesecake, sondern ein
- 2:01richtiger guter deutscher Käsekuchen.
- 2:04Und bei aller Liebe zu New York aber der Käsekuchen, den wir
- 2:07hier machen, ist wirklich einfach geiler als der New York
- 2:10Cheesecake. Das ist interessant, dass dass
- 2:12du es sagst, weil ich hab die letzten Jahre damit verbracht
- 2:14mit dem Versuch, den perfekten New York Cheesecake zu machen.
- 2:18Das hängt damit zusammen, dass ich n Partner habe, der New York
- 2:21Cheesecake liebt. Und ich bin einfach sehr
- 2:26ehrgeizig und auch ziemlich kompetitiv veranlagt.
- 2:31Und ich dachte, verdammt noch mal, das muss ich doch
- 2:33hinkriegen, dass ich einfach ein richtig, richtig geilen
- 2:35Cheesecake mache, und ich glaube zu meinen allermeisten sehr,
- 2:40sehr guten New York Cheesecakes hat er gesagt, ja, ganz nett.
- 2:46Das ist ja unfassbar. Die Seite kenne ich von dem gar
- 2:49nicht. Ich habe überhaupt noch nie New
- 2:51York. Ich bin dann irgendwann dazu
- 2:53übergegangen, in sehr renommierten New York Cheesecake
- 2:57Läden in Berlin dann zum Geburtstag ein New York
- 3:00Cheesecake zu kaufen und einmal tatsächlich im strömenden Regen
- 3:05bei gefühlten -2 Grad. Über die wahrscheinlich war es
- 3:10noch kälter, über den Bürgersteig zu schliddern, um
- 3:13dieses Ding halbwegs unversehrt im Linienbus zu ihnen zu
- 3:19bringen. Und ihr könnt euch vielleicht
- 3:20vorstellen, wie das dann aussah, also quasi ein nasser
- 3:23Pappkarton, eine nasse Monique. Gute Laune, richtig.
- 3:28Gute Laune und dieser Cheesecake hat glaube ich eine 3 bekommen
- 3:32von ihm oder so. Wow.
- 3:33Wow okay also er ist streng. Aber gab es denn mal einen
- 3:38wirklich richtig, richtig guten New York Cheesecake, den du
- 3:41mitbekommen hast? Hat es ja mal geäußert.
- 3:44Ja, also es, es gab schon wirklich, wirklich gute
- 3:47Versuche, also der ohne Kochen. Otto Langy New York Cheesecake
- 3:52kam sehr gut an, ich hab mal einen wunderbar schmelzenden
- 3:56veganen Cheesecake gemacht, den man das nicht angemerkt hat und
- 4:00auch einen ganz klassischen, der richtig gut geworden ist.
- 4:02Es scheitert ja häufig an den Graham Crackers.
- 4:05Was die hier nicht zu kaufen gibt und selbst in New York war
- 4:10es also echt n schwieriges Thema, aber da kommt vielleicht
- 4:13später noch drauf. Ja, ich meine, du hattest mir
- 4:16irgendwann mal eine Geschichte erzählt auf der Suche nach dem
- 4:19perfekten Cheesecake in New York.
- 4:21Und da kann man ja einige Kilometer Meilen hinter sich
- 4:24bringen, also bei der Suche nach allem, ehrlich gesagt, in dieser
- 4:27großen Stadt. Haben wir das nicht wieder
- 4:30geschickt gemacht mit unserer Einführung in das Thema, für die
- 4:33diese. Nein.
- 4:33Willst du etwa über New York? Ich will über New York.
- 4:36Reden ja, ich will auch über New.
- 4:37York reden hast du OK, liebe Zuhörerschaft.
- 4:41Unser heutiges Thema für unser Podcast.
- 4:42Überraschung. Bücher in überaus.
- 4:48New York. Und ich kann berichten, ich bin
- 4:52ein sehr privilegiertes Kind und durfte nämlich gerade da sein.
- 4:56Also ich bin vor. N paar Wochen zurückgekehrt und
- 5:00das erste Mal in New York seit fast 30 Jahren.
- 5:05Das ist also ihr könnt anhand meiner Stimme erkennen, ich muss
- 5:08ungefähr 4 gewesen sein, als ich das letzte Mal in New York war,
- 5:12das war Mitte, Ende 90er, dass ich da war und es war natürlich
- 5:18ein Knall, verliebt in diese Stadt, also wie soll es auch
- 5:22anders sein. Und jetzt waren wir wieder da
- 5:26und es war, ich glaube 500 mal teurer dafür auch 500 mal
- 5:32weniger aufregend. Nein, das ist gemein, es war, es
- 5:36hat großen Spaß gebracht, es war natürlich unfassbar laut und
- 5:39unfassbar stressig, aber so inspirierend und so aufregend
- 5:44und erregend und wenn man zurück nach Berlin kommt, hat man
- 5:47wirklich das Gefühl, man ist in dieser.
- 5:49Ruhigen, verschlafenen, provinziellen Kleinstadt wieder
- 5:53gelandet namens Berlin. Und der große Unterschied, Man
- 5:57hat wieder Platz zum Atmen, das fand ich ehrlich gesagt schon
- 6:01ziemlich cool, aber war toll, aber auch du oder ihr du mit
- 6:05deinem Partner, ihr wart wann wart ihr da vor 23 Jahren oder
- 6:08ja. Also ich hab ja 30 Jahre Anlauf
- 6:12gebraucht, viele also wirklich tragisch fast versuche um
- 6:17überhaupt nach New York zu kommen.
- 6:19Es ist dann wirklich manchmal an absurden Sachen gescheitert und
- 6:23manche davon müsste müsste ich eigentlich n Roman draus machen.
- 6:26Also ich hab einmal ne Reise nach New York geschenkt bekommen
- 6:29zu einem runden Geburtstag und das war aber kompletter Fake.
- 6:33Also es gab diese Reise überhaupt nicht.
- 6:35Nicht. Keine Ahnung.
- 6:36Also wie ich dann natürlich nicht nach New York gekommen,
- 6:38also davon, das hab ich so n paar mal n paar mal erlebt und
- 6:43ich hab dann und dann gab es einen Versuch und dann kam
- 6:45Corona dazwischen. Also ich hab wirklich dran
- 6:48gezweifelt ob ich das jemals nach New York schaffe, aber zum
- 6:51Glück hab ich das geschafft und Leute, wenn ihr auch solche
- 6:54Sachen habt und denkt das ist irgendwie n om nee das ist kein
- 6:57OM, also einfach weiter versuchen so manchmal.
- 7:01Manchmal muss man muss man sich. Dem Herz einer Geschichte halt
- 7:05mehrfach nähern, weil es, weil es erobert werden will.
- 7:09Und so war das eindeutig mit New York.
- 7:11Ja, Steine im Weg sind nicht immer ein Zeichen Gottes.
- 7:14Manchmal muss man einfach es erarbeiten und es hat sich
- 7:17gelohnt auch. Es hat sich gelohnt.
- 7:18Ja, wir waren im Frühjahr da, die ganze Stadt also hat
- 7:22überraschenderweise geblüht, also zumindest Manhattan und
- 7:25Brooklyn, alles war voll mit mit den.
- 7:29Roséfarbenen japanischen Kirschblüten, die Umpflanzt
- 7:32waren, also die Bäume, waren Umpflanzt von gerade blühenden
- 7:35Tulpen. Es war ein Traum, es war Wunder,
- 7:38wunderschön, in New York war viel aufgeräumter, als ich es
- 7:42erwartet hatte, und ich fand es gar nicht so laut und so voll,
- 7:50also ich fand es gigantisch und groß und beeindruckend und ich
- 7:54habe aber dieses. Richtig echte, Großstädtische
- 7:57auch wirklich aufgesaugt. Ich fand es, ich fand es
- 7:59grandios. Also auch den den Lärm, den ich
- 8:04da irgendwie tatsächlich geil finde.
- 8:07Also ich, ich glaube, es ist natürlich so OK, man weiß, man
- 8:10fährt ja auch wieder weg und ich also in den Neunzigern, als ich
- 8:14da war, natürlich als junger Mann, da dachte ich, geil, hier
- 8:17leben mittlerweile, denke ich. Geil hier mal hinfahren aber
- 8:22also leben. Also abgesehen davon, dass
- 8:24einfach die Preise so dermaßen bizarr sind und n Freund von mir
- 8:28sagte auch so schön, ich hatte es ja vorher schon gesagt, dass
- 8:31oder ich sagte es dein Partner, dass der meinte ja ja, in New
- 8:35York wird man komplett abgezockt, aber im Gegensatz zu
- 8:38anderen Gegenden, wo man auch abgezockt wird, aber wenigstens
- 8:40freundlich und mit einem Lächeln wird man in New York auch noch
- 8:43unfreundlich abgezockt, also wo, wo soll denn der Sinn da sein?
- 8:47Und ich fand es jetzt nicht, dass man das Gefühl hatte, ah,
- 8:50ich werd hier als Turi explizit abgezockt, sondern du wirst ja
- 8:52einfach als dort lebender Mensch es ist, es ist halt wie es ist
- 8:57und irgendwann hört man auf zu weinen.
- 9:00Jedes Mal, wenn man die Kreditkarte zückt und denkt
- 9:02einfach nur OK, Augen zu und durch, also was es ist hat ja,
- 9:05ich kann jetzt ja nicht aufhören Kaffee zu trinken, nur weil er
- 9:07hier irgendwie plötzlich $7 kostet.
- 9:10Es ist ja die große Frage für mich, wie es eigentlich die New
- 9:12Yorker und New Yorkerinnen schaffen, in dieser Stadt zu
- 9:14überlegen. Ich frag mich das ja, also sind
- 9:16alle Millionäre, oder? Ich glaube nicht.
- 9:18Nee, ne wahrscheinlich nicht. Aber.
- 9:20Ich finde, das Ganze hat einen ganz, ganz tollen Effekt.
- 9:23Wenn man nämlich zurückkommt auf New York, dann denkt man sich,
- 9:25boah, super, ich kann mir eigentlich alles leisten, ich
- 9:29stehe, ich stehe im Delikatessengeschäft vor dem
- 9:32Käseregal und ich denke, ach, das kostet ja nichts.
- 9:34Toll, oder wie ein Schweizer, wenn er in Deutschland vor Aldi
- 9:36steht. Klar nehme ich alles.
- 9:38Mit naja kannst du kannst du $42 für so ein Stückchen Käse
- 9:41bezahlen, das nach Käse schmeckt.
- 9:43Aber hier kriegst du dafür schon ein größeres Stück.
- 9:48Also genau die der. Das wiederum macht es fröhlich
- 9:51heimzukehren, auch wenn man eigentlich noch ein bisschen
- 9:53länger da bleiben wollte. Ich hatte diesmal das Glück,
- 9:57auch bisschen mehr als nur Manhattan und Brooklyn zu
- 9:59erkunden, also wir haben es wirklich von Coney Island im
- 10:02Süden bis hoch nach Kleusters geschafft, dem.
- 10:06Dem Haus der Rockefellers. Ich wollte immer Roosevels
- 10:09sagen, wissen, mein Partner sagte dann, so Reich waren die
- 10:13Roosevels auch nicht, es waren schon die Rockefellers, die sich
- 10:16das Baby dahin gebaut haben, geil, so ne mittelalterliche
- 10:19Klosteranlage, warum nicht ne so im Norden von der?
- 10:21Also klar kann man sich bauen, ich hatte da erfahren, das fand
- 10:25ich überhaupt total toll, du stehst da und dann hast du n
- 10:27Blick über den Hudson River und gegenüber auf der New Jersey
- 10:30Seite ist einfach nur Wald ne es ist sehr erstaunlich warum ist
- 10:33denn das nicht bebaut? Die einfache Erklärung war die
- 10:35Rockefellers, als sie sich das Hingebaut haben, dachten ja,
- 10:37also da also der Ausblick, den wollen wir auch genießen, ja
- 10:40kaufen man sich einfach noch n paar 100 Hektar gegenüber auf
- 10:42der anderen Atzen Seite, man lässt es einfach nicht bebauen
- 10:45ist jetzt n Wind Wind für alle ehrlich gesagt für die Leute aus
- 10:48der Bronx die n schönen Blick haben für die Leute aus New
- 10:50Jersey die n riesen Waldgebiet direkt im Norden dran liegend
- 10:53haben also. Danke liebe Familie Rockefeller
- 10:56für Kleusters. Ja, aber vielleicht schaffen wir
- 10:59das in Berlin ja auch ohne Rockefellers uns den Grunewald
- 11:02und auch das Tempelhofer Feld zu erhalten.
- 11:04Noch mal so als Idee. Ja, so als Idee.
- 11:08Ich finde, wir können auch noch ein paar Gebäude in den
- 11:10Tiergarten knallen oder so, mal schauen, was da passiert und
- 11:14ehrlich gesagt, also wer hier von Wohnungsnot redet.
- 11:18War ehrlich gesagt noch nicht da.
- 11:19Also es ist ja auch Probleme miteinander zu vergleichen.
- 11:22Genau. Ich glaube, ich glaube, das kann
- 11:23man nicht miteinander vergleichen.
- 11:24Die Wohnung, so gibt es, gibt es hier trotzdem und die ist
- 11:27trotzdem groß und echt und da ist sie einfach noch mal
- 11:31schlimmer. Wie in vielen Weltstädten
- 11:34natürlich. Also man fragt sich auch, wie
- 11:35man es als normaler Mensch schafft, in London zu leben,
- 11:38ohne 3 Stunden pendeln zu müssen, weil man irgendwo in
- 11:40Surry leben muss, weil man es sich sonst nicht leisten kann.
- 11:43Aber es soll jetzt ja kein Podcast werden, der jetzt New
- 11:47York Bashed wegen der Offengründigen und offenkundigen
- 11:50Probleme, die die Stadt hat, sondern wir wollen die Stadt
- 11:52feiern, denn wir finden sie ja auch wirklich.
- 11:54Fantastisch, fantastisch, absolut fantastisch.
- 11:57Ich würd sofort wieder hinfahren, ich sag das gerade so
- 12:00vorsichtig, weil im Moment jetzt, wo wir diesen Podcast
- 12:04aufnehmen, das ist der der Sommer, der frühe Sommer, der
- 12:08späte Frühling des Jahres 2025. Weiß man immer nicht so genau,
- 12:12kommt man dann auch gut wieder nach Hause, wenn man gerade in
- 12:15die USA fährt. Das ist aber auch die einzige
- 12:17Einschränkung, ansonsten fand ich ne.
- 12:19Ja, wir großartig uns auch Gedanken gemacht haben,
- 12:23natürlich, also ohne die Probleme kleinzureden, die da
- 12:26sind, muss man natürlich ganz klar sagen, wir sind touris, ne,
- 12:29also wir brauchen, wir wollen kein Visum, wir wollen ja nicht
- 12:31studieren und nicht arbeiten, also und den Leuten ist schon
- 12:34klar, Ach guck mal, hier bleibt einer ein 2 Wochen und will Geld
- 12:36ausgeben und. Ja, also ich hatte jetzt weder
- 12:41beim rein noch beim rauslassen großartige Probleme.
- 12:44Es war schon wirklich recht streng und sehr genau, man denkt
- 12:48so, Ah OK, jetzt habt ihr auch wirklich alle meine Daten
- 12:51willkommen und das muss jeder und jeder natürlich für sich
- 12:55entscheiden, ob eine Reise nach New York ist das Wert ist.
- 12:59Ich beantworte es mit einem klaren ja.
- 13:02Das ist New York ist es allemal wert.
- 13:05New. York ist es allemal.
- 13:06Und nicht umsonst ist es ja auch, man möchte fast sagen,
- 13:10eigentlich die Welthauptstadt der Literatur.
- 13:12Ich glaube, das, was vielleicht Paris in den Zwanzigern war, wo
- 13:19also alle dort sein mussten, die sich mit Kulturliteratur
- 13:22beschäftigen, dass dieser Magnet ist jetzt New York oder auch
- 13:25schon seit Jahrzehnten. Alle also, wenn man anfangen
- 13:28möchte aufzuzählen, wer welche Autoren und Autorinnen in New
- 13:31York gelebt haben oder noch leben, dann sind wir noch länger
- 13:34beschäftigt und alle beschäftigen sich ja auch
- 13:37naturgemäß mit der Stadt. Also sobald du einen normalen
- 13:40Roman schreibst, der auch gar nicht jetzt von der Stadt
- 13:42handelt, ist es natürlich sehr, sehr oft bei Autoren, die dort
- 13:46angesiedelt sind, dass New York auch stattfindet,
- 13:49dementsprechend hat also das Feld New York und Literatur.
- 13:54Sehr viel zu beachten, so wir denn wollen.
- 13:57Ja, und das war echt eine Schwierigkeit in der Auswahl der
- 14:01Bücher. Und ich habe dann für mich
- 14:03entschieden. Also ich suche Bücher raus, in
- 14:06denen für mich die Stadt auch wirklich so eine Art Hauptrolle
- 14:09spielt, zum Beispiel MC Wollitzer die interessanten habe
- 14:14ich rausgelassen, auch wenn es sehr in New York geprägt ist.
- 14:16Aber die Stadt spielt eigentlich gar nicht so sehr die Rolle,
- 14:19das. Das, glaube ich, kriegen wir
- 14:21auch noch mal woanders gut unter.
- 14:23Ja, weil wenn wir diesen Podcast jetzt irgendwie 17 Stunden lang
- 14:28machen, was wir auch total gerne über New York Bücher machen
- 14:30wollen, würden und könnten, würden wir eine mit einem
- 14:33Produzenten kriegen und vielleicht sogar mit euch.
- 14:35Ich glaube auch, ihr würdet einfach irgendwann aufhören.
- 14:38Nein. Hört nicht auf und bitte, lieber
- 14:40Produzent Götz, hör auch du bitte nicht.
- 14:43Wir brauchen nicht. Also haben wir uns einfach mal
- 14:46tatsächlich, Monika hat es richtig gesagt, dazu
- 14:48entschlossen, Bücher rauszusuchen, die also auch
- 14:51wirklich die Stadt als Protagonisten hat und wie immer
- 14:54bei uns in unserem Podcast natürlich Bücher rauszusuchen,
- 14:57die uns so dermaßen gut gefallen haben, dass wir auch möchten,
- 15:01dass ihr sie lest. Auch Bücher sind eine Ware, die
- 15:07gekauft und verkauft werden möchte, denn wovon sollen die
- 15:11Autoren und Autorinnen leben und übrigens auch die Buchhändler?
- 15:14Wenn man Bücher nicht kauft und wie bei allen Sachen, was
- 15:18irgendwie im kreativen künstlerischen Bereich ist, ist
- 15:20immer schön, alles irgendwie zu konsumieren.
- 15:23Aber es hilft auch manchmal, die Kulturschaffenden dahingehend zu
- 15:27unterstützen, wenn man Sachen kauft.
- 15:30Genau. Und ihr könnt natürlich auch in
- 15:32die Bibliothek gehen, denn die Bibliotheken haben ja die Bücher
- 15:34gekauft und wenn da sozusagen zu sehen ist, Oh, dieses Buch läuft
- 15:38besonders gut, ist das natürlich auch etwas, was.
- 15:41Über n bisschen Umweg aber auch den Buchhändlern,
- 15:44Buchhändlerinnen und Autorinnen der Welt.
- 15:47Und in diesem Fall New Yorks zugute kommt.
- 15:50Vollkommen richtig geht in jede Bibliothek dieser Welt, macht
- 15:53nur nie den Fehler und verwechselt Bücherei und
- 15:55Bücherladen. Das passiert sehr, sehr oft und
- 15:58man denkt als Buchhändler, nein, das ist nicht das gleiche.
- 16:02Wo wir aber ein sehr unsauberes Apropos, gerade beim
- 16:05Unterstützen sind, wie ihr euch denkt.
- 16:08Das ist ja wirklich sehr unsauber.
- 16:09Aber ich nutze jede Gelegenheit zu ihr könnt euch denken, dass
- 16:14dieser Podcast uns natürlich unfassbar viel Freude macht,
- 16:17sonst würden wir ihn nicht machen.
- 16:19Er macht aber natürlich auch viel Arbeit, das ist ne relativ
- 16:22zeitintensive Situation und ab und ankommen auch tatsächlich
- 16:27Kosten auf, worauf uns unser Produzent natürlich zurecht auch
- 16:30hinweist. Und der Aufruf, den ihr
- 16:33sicherlich auch schon aus anderen Podcasts kennt.
- 16:36Wir würden uns natürlich riesig freuen, wenn ihr uns in
- 16:39irgendeiner Weise unterstützen wollt.
- 16:41Ihr könnt uns abonnieren. Ne also zu Eurem Zeitungsabo und
- 16:45eurem Netflix Abo braucht ihr vielleicht einfach noch einen im
- 16:49Bett mit Buch Abo. Ihr geht auf unsere Website.
- 16:54Relativ einfach. WWW im Bett mit buch.de, da
- 16:58findet ihr alle Informationen, wie ihr uns bei Steady zum
- 17:00Beispiel mit einem kleinen Abo unterstützen könnt.
- 17:04Und wir wären äußerst dankbar. Wir sind natürlich auch immer
- 17:06äußerst dankbar über jeden Kommentar, den ihr uns schreibt,
- 17:08wir freuen uns riesig über jegliche Zuschriften und was das
- 17:12Sternevergeben bei eurem Podcat schon angeht, ihr wisst mehr als
- 17:15mehr, das ist wie mit Drogen und New York mehr als mehr 5 Sterne
- 17:18sind 5 Sterne. Also jetzt aber wieder zurück
- 17:22ins Business, zurück in The City.
- 17:26Kurz, welche Bücher hast du denn mitgebracht?
- 17:28Ich glaube, ich lass dich heute mal antworten.
- 17:30OK, dann fange ich mal an. Ich hatte mir überlegt, in der
- 17:33in der Fülle der Sachen, ich habe mir viele aufgeschrieben,
- 17:39aber ich glaube, ich werde ein bisschen kürzen und ich dachte,
- 17:42womit ich gerne anfangen würde, ist tatsächlich ein Buch eines
- 17:47britischen Autoren. Der.
- 17:50Überraschend. Gar nicht sehr überraschend, der
- 17:53gar nicht in New York lebt. Der war zu Gast, was, warum auch
- 17:58immer war in New York, und er sagte, dass er über ein er ging
- 18:06durch den Central Park und als Tourist guckt man sich ja Sachen
- 18:08einfach immer n bisschen genauer an und dann stolperte er, ich
- 18:11glaube noch nicht mal über n Denkmal, sondern einfach nur
- 18:13eine Inschrift die irgendwo war. Und einen Namen ehrte, von dem
- 18:17er noch nie gehört hatte, nämlich Andrew Haswell Green.
- 18:22Andrew Haswell Green wurde geboren, 1820 starb 1903 und man
- 18:27kann ihn getrost als den Architekten des Greater New
- 18:32Yorks bezeichnen, und was unser Autor, der Jonathan Lee
- 18:37wunderbares Macht, ist, das sagt, es kann ja gar nicht sein,
- 18:40dass dieser Mann, er hat sich dann so n bisschen mal in das
- 18:42Leben Reingefuchst von ihm. Und sicher, das kann doch gar
- 18:45nicht sein, dass dieser Mann nicht 50 riesige Statuen in
- 18:49dieser Stadt hat. Denn was der alles für New York
- 18:53getan hat, das ist es, es ist sensationell.
- 18:56Und wie konnte dieser Mensch in Vergessenheit geraten und der
- 18:59macht was sehr schönes zum Anfang, denn der Andrew Haswell
- 19:02Green ist im Jahre 1903 gestorben und ich weiß jetzt
- 19:05nicht, ob es tatsächlich so war oder ob er das erfunden hat, der
- 19:10Autor. Er wurde erschossen.
- 19:12Im Alter von 83 er verlässt sein Haus, geht aus der Haustür raus.
- 19:16Im Alter von 83 wird erschossen aufgrund eines
- 19:19Verwechslungsfehlers er sollte gar nicht derjenige sein.
- 19:22Mit wem wurde er verwechselt? Mit einer, das wird im Laufe des
- 19:25Buches aufgeklärt, möchte ich jetzt gar nicht spoilern.
- 19:27Aber es gibt sozusagen eine Aufklärung, was passiert ist.
- 19:30Wirklich ganz doofe Verwechslung, aber das schöne
- 19:34und ironische, und das ist toll gemacht von dem Autoren ist,
- 19:38dass der Andrew Haswell Green sich im Sterben noch denkt.
- 19:41Ja, blöd, aber ich Gott, ich bin jetzt auch über 80 und ehrlich
- 19:44gesagt, so richtig sterben tue ich ja gar nicht, denn ganz New
- 19:47York wird sich auf ewig an mich erinnern, denn also das, was ich
- 19:51erledigt habe für die Stadt, also das ist klar, meine, wie
- 19:55sagt man, mein Vermächtnis ist geschrieben und in Stein
- 19:58gemeißelt und dementsprechend, wenn selbst wenn ich gegangen
- 20:03bin, mein Name bleibt bestehen und er hat alle Recht zur
- 20:06Annahme, also es geht dann von dieser Todessituation geht es
- 20:10klassisch in. In einem Buch also eine
- 20:11chronologische Nummer? Wir haben diese vorab tot, und
- 20:14dann gehen wir zurück in die Kindheitgeburt und dann wird
- 20:16sein ganzes Leben erzählt und er entschuldige, bitte ist.
- 20:24Größtenteils verantwortlich für die Zusammenführung der Five
- 20:28Borrows, also insbesondere die Zusammenführung von Brooklyn und
- 20:35Manhattan durch den Bau der Brooklyn Bridge.
- 20:39Und das ist sehr schön. Das Buch heißt der große Fehler,
- 20:43ich hab es noch. Nicht erwähnt.
- 20:45Das Buch Ich hab n bisschen das so rumgedreht, denn das Buch
- 20:48heißt der große Fehler aus 2 Gründen.
- 20:51Denn einerseits ist es natürlich die Ermordung des des Andrew
- 20:55Green. Das war schon mal n großer
- 20:56Fehler. Andererseits bezeichneten aber
- 20:59die Leute aus Brooklyn selber diesen Bau der Brücke als großen
- 21:02Fehler, denn es war ihnen vollkommen klar.
- 21:04Dass, wenn wir uns jetzt mit Brücke Angliedern in Manhattan,
- 21:07dann haben wir unsere Eigenständigkeit eigentlich
- 21:09verloren. Wir werden im Endeffekt einfach
- 21:11nur noch so, wie es auch gekommen ist, ein nicht weiter
- 21:13beachteter Vorort von Manhattan sein, aber nichtsdestoweniger,
- 21:19es wurde durchgesetzt, denn auch dort hat der Fortschritt
- 21:21komischerweise in New York hat der Fortschritt auch irgendwie
- 21:25seinen Anzug gehalten, man sollte es gar nicht denken, also
- 21:28hat er. Dieses Greater New York,
- 21:32erfunden in Anführungsstrichen, und er ist verantwortlich für
- 21:37den Bau des Ich zähl es einfach mal auf Central Park, New York
- 21:42Public Library Bronxo American Museum of Natural History,
- 21:46Metropolitan Museum. Of Art außerdem noch dabei beim
- 21:51Riverside Drive, Morning Side Park, Ford Washington Park und
- 21:54dem Schutz der Hudson River Palacets.
- 21:58Der Kerl hat sich wirklich verdient gemacht für New York
- 22:02und das Macht natürlich, was das Buch so wunderbar macht von
- 22:07Jonathan Lee ist jetzt nicht einfach nur n stumpfes Aufzählen
- 22:10dieser Großartigkeiten, die er gemacht hat, der Andrew Green,
- 22:13sondern die sehr britische. Erzählweise, die mit also einem
- 22:18leichten Humor auch diese Figur selber nie zu ernst nimmt.
- 22:22Und das in einer Zeit, also 19. Jahrhundert, wo sich schaffende
- 22:26Menschen sehr gerne sehr, sehr ernst genommen haben und sich
- 22:29ihrer eigenen Wichtigkeit bewusst waren.
- 22:31Und das ist natürlich sehr schön, wenn mit so einem
- 22:33Augenzwinkern gesagt wird, ja, das war schon wichtig, aber
- 22:36letztendlich, nee, du hast immer noch keine Statue in der Stadt
- 22:39bekommen. Es ist ein spannendes, Es ist
- 22:41ein aufregendes Leben, es passiert sehr viel von, von dem
- 22:45Lee sehr gut zusammengefasst, sehr gut gerafft Zeiten also man
- 22:49merkt, wir haben ja einen erfahrenen Autor und ich fand es
- 22:52jetzt einfach, abgesehen davon, dass dieses Buch mir wirklich
- 22:55richtig, richtig, richtig viel Spaß gebracht hat, fantastische
- 22:58Übersetzung und natürlich Übersetzer, Autorenname und
- 23:02Verlag et cetera PP kriegt alles in den Shownotes, da ist das
- 23:06Wort wieder. Und ich dachte mir, es ist n
- 23:09schöner Anfang für unseren Podcast zu Büchern mit New York,
- 23:13denn es handelt wirklich eigentlich von dem Menschen, der
- 23:16New York zu dem gemacht hat, wie wir es heute kennen.
- 23:19Ja, großartig. Ich hab tatsächlich noch nie
- 23:21drüber nachgedacht, wer sozusagen prägend war für das
- 23:26Stadtbild New Yorks. Also es gibt glaube ich auch
- 23:29noch ganze Bücher über mehr. Also diese Erfindung des
- 23:32Rasters. Und so weiter.
- 23:34Also man kann natürlich, aber das ist dann ja schon fast im
- 23:36Bereich von Fach und Sachliteratur.
- 23:38Aber gerade was jetzt in der Literatur und Belletristik es
- 23:41angeht, habe ich viele, viele, viele Bücher in und über New
- 23:45York gelesen, aber noch keins, was sich so wirklich mit dem mit
- 23:50der Erschaffung dieser Stadt beschäftigt hat.
- 23:53Also ein großer wie jedes andere Buch, was wir hier empfehlen,
- 23:56ein großer Lesetipp. Ein großer Lesetipp und klingt
- 23:59ganz danach, als ob es nicht verkehrt ist.
- 24:02Dieses Buch zu lesen, um sich jetzt schon auch mal
- 24:04langfristig, falls man auch 30 Jahre brauchte, ich auf eine
- 24:08Reise nach New York vorzubereiten.
- 24:11So also das war sozusagen mein Start in die Stadt.
- 24:15Ich hatte mir unsere Listen durchgesehen und ich habe
- 24:21festgestellt, dass wir beide uns wohl gedacht haben.
- 24:25Diese berühmten Jahre 20er Jahre New York, Prohibition, Dorothy
- 24:30Parker, also alles, was dort abging, der große Gatsby und so
- 24:33weiter das setzen wir einfach mal als Scene it Donald Got the
- 24:37t Shirt voraus und springen einfach mal ein paar Jahrzehnte
- 24:42weiter, nehme ich an. Ich weiß nicht wie weit du jetzt
- 24:45springst mit deinem Buch. Ja, ich, ich springe ein paar
- 24:48Jahrzehnte weiter. Ich springe ins Jahr 2001 und
- 24:52also es war wirklich. Nicht leicht, diese Entscheidung
- 24:55zu treffen, nicht den großen Gatsby zu nehmen zum Beispiel.
- 24:58Oder eben die New York Geschichten, die
- 25:01Hotelgeschichten von Dorothy Parker oder so.
- 25:03Aber Herrgott, ja. Irgendwo muss man.
- 25:08Irgendwo muss man ne Auswahl treffen und ich hab mich
- 25:11entschieden für ein New York Buch, das mich damals sehr
- 25:14beeindruckt hat. Ne Freundin hat es gelesen, mit
- 25:18der ich mir. Die, die quasi in meinem
- 25:21Internatszimmer auch gewohnt hat.
- 25:22Ich glaub ich hab schon mal ne andere Buchempfehlung von ihr
- 25:24hier abgegeben und wir haben eigentlich nicht so viele
- 25:27Bücher, die wir beide mögen. Also wir haben eigentlich einen
- 25:30sehr sehr unterschiedlichen Büchergeschmack, aber dieses
- 25:34Buch haben wir beide sehr geliebt und es ist ein Buch, das
- 25:40es einem nicht einfach macht. Ich rede von extrem laut und
- 25:43unglaublich nah von Jonathan Safranfeur.
- 25:47Ein ein Buch wie eine Naturgewalt, das kann man glaub
- 25:53ich nicht nicht anders. Sagen, ich hatte vorher.
- 25:55Keine. Keine Ahnung von dem Buch, gar
- 25:57nichts. Ich hab es nur von Yvonne in die
- 25:59Hand gedrückt bekommen und sie sagte Lesen und genau das hab
- 26:02ich gemacht, vielleicht mal irgendwie ganz kurz zur
- 26:07Geschichte wir wir streifen mit einem neunjährigen Jungen mit
- 26:12Oskar, Oskar Shell. Durch das New York nach dem 11
- 26:16September 2001 Oskar hat seinen Vater verloren, bei dem bei dem
- 26:24Anschlag auf die Twin Towers und er kann es noch gar nicht
- 26:29verarbeiten, dass er seinen Vater verloren hat.
- 26:31Er vermisst ihn und er hat quasi im Nachlass seines Vaters, na
- 26:35ja, es klingt jetzt seltsam, dass ein Neunjähriger was im
- 26:37Nachlass seines Vaters findet, er hat in der Wohnung einen
- 26:39Schlüssel gefunden und. Und glaubt, dass das ein
- 26:42geheimes Zeichen von seinem Vater ist.
- 26:45Und er muss unbedingt das Schloss finden, in das dieser
- 26:47Schlüssel passt. Und damit zieht er durch New
- 26:52York. Und Oskar selbst ist auch
- 26:55speziell. Das ist jetzt kein ganz normaler
- 26:58Neunjähriger, mit dem wir da unterwegs sind, und das ist
- 27:03quasi die eine Ebene, der der Geschichte, die erzählt wird,
- 27:06das Ganze wird noch verknüpft mit einer Familien.
- 27:10Geschichte, die dazu kommt. Die Geschichte des Großvaters,
- 27:13der die Bombardierung Dresdens erlebt hat und natürlich mit der
- 27:18Geschichte der Stadt, die schwer traumatisiert ist.
- 27:22Und das alles mischt sich in einer ganz eigenwilligen Sprache
- 27:27mit ganz unterschiedlichen Ebenen, auf denen immer
- 27:31unglaublich viel drin liegt, zusammen.
- 27:34Und es ist, aber es ist ein Feuerwerk, es ist.
- 27:40Es ist ein wirklich fantastisches Buch, und wenn ihr
- 27:45es schon mal angefangen habt und vielleicht zur Seite gelegt hat,
- 27:48holt es noch mal ab. Macht es noch mal.
- 27:49Es ist nicht nur literarisch, finde ich ein Feuerwerk und mit
- 27:55Abstand das beste Buch von Jonathan Safran Power.
- 27:59Ich finde, es ist auch gestalterisch ein Feuerwerk der
- 28:02Ideen und ein Terror für jeden, für jeden Verlag.
- 28:07Ich hatte 3 Sachen, haben mich so beeindruckt.
- 28:10Das eine war, dass der junge Filmstims filmstils macht von
- 28:16stürzenden Menschen aus dem Nord oder Südtirol und sich daraus
- 28:22ein Daumenkino bastelt, was er rückwärts ablaufen lässt, sodass
- 28:27die Leute alle vom Boden wieder hoch in die Fenster fliegen und
- 28:30sich sozusagen per Daumenkino seinen Vater wieder zurückholen
- 28:34möchte. Dieses Daumenkino wird auch im
- 28:37Buch repliziert. Die Sinnloseste Idee von Farb
- 28:42und Seitenverschwendung jemals ist mir auch in diesem Buch
- 28:44untergekommen, denn landet doch irgendwann in einem
- 28:47Schreibwarenladen und findet bunte Stifte und das kennen wir
- 28:50doch alle aus diesen Schreibwarenläden, wo man die
- 28:51bunten Stifte auch ausprobieren kann, und das wird in diesem
- 28:54Buch, glaub ich, über 56 Seiten getrieben, das da einfach nur
- 28:57mit bunten Stiften was geschrieben wird und für mich
- 29:00das beeindruckendste, und das ist glaub ich, wenn ich es
- 29:02richtig in Erinnerung bringe, die Geschichte.
- 29:05Des Großvaters erinnerst du dich an den Teil, wo die Schrift
- 29:10immer enger wird, bis du sie gar nicht mehr lesen kannst, weil er
- 29:13hat wenig Papier und er hat noch so viel unterzubringen und er
- 29:17schreibt immer kleiner und immer enger und immer enger und am
- 29:19Ende hast du einfach nur noch schwarze Seiten und das ist ohne
- 29:23zu erzählen. Ist es dieses kleine Stilmittel,
- 29:27so eindrücklich das Verzweifeln einer Person, der noch so viel
- 29:32zu erzählen hat und der Platz. Reicht einfach nicht.
- 29:36Also ich auf so vielen Ebenen wurde ich so dermaßen berührt
- 29:39von diesem Buch und es ist erstaunlicherweise auch noch
- 29:43wirklich richtig lustig, das muss man ja auch schaffen.
- 29:47Also ich danke dir, dass du es, also es ist erstaunlicherweise,
- 29:52ich war so froh, als ich es bei uns auf der Liste gesehen hatte,
- 29:54als du es draufgeschrieben hattest, weil ich dachte, ach du
- 29:56Emine, das ist mir tatsächlich echte für New York einfach
- 30:01entfallen. Ich hab übrigens, und das war
- 30:04ich vielleicht auch nur blöder Touri.
- 30:06Ich fragte auch extra nach, erst jetzt begriffen, was für ein
- 30:11bizarrer Zufall das ist, dass du Nine Eleven hast und der Notruf
- 30:16in den USA ist Nine One, One und ich dachte, OK, darum sagen die
- 30:20vielleicht Nine, One, One und ich fragte wirklich einen
- 30:23Verwandten, den ich in New York habe, sag mal, habt ihr das
- 30:25erfunden nach Nine Eleven oder ist das einfach n Zufall und er
- 30:28meinte auch krass, noch nie drüber nachgedacht ja nee es ist
- 30:31n Zufall, war davor auch schon. Ist ein bisschen spooky, aber.
- 30:35Es ist. Fand ich irgendwie lustig drauf,
- 30:39aufmerksam noch mal gemacht zu werden.
- 30:43Das ist tatsächlich dieses Nine Eleven mittlerweile immer
- 30:49natürlich noch im Bewusstsein ist.
- 30:51Also jeder kennt seine Geschichten und ich glaube, es
- 30:53ist auch weltweit eine der wenigen Sachen, wo jeder
- 30:55eigentlich weiß, wo er oder sie war, als Nine Eleven stattfand.
- 30:58Also jeder kann sich glaube ich, an den Moment erinnern.
- 31:00Wo er vorm Fernseher stand oder Radio oder was auch immer.
- 31:04Das ist. Aber, und das ist natürlich auch
- 31:06diese Überlebenskunst von so einer Großstadt wie New York, es
- 31:10findet, jetzt keinen Bestand im alltäglichen Leben.
- 31:13Also du kannst jetzt ja auch nicht irgendwie dich täglich
- 31:15irgendwelche Sachen conmemoraten, ne, aber?
- 31:18Man hat natürlich dieses neue World Trade Center und man hat
- 31:22sehr eindrücklich in diesen, da wart ihr vielleicht auch in den
- 31:26beiden alten Türmen, diese diese, ich wollte gerade Teich
- 31:29sagen, aber es sind ja bassins. Grand Zero.
- 31:31Genau, Grand Zero also es ist sehr, sehr eindrücklich und sehr
- 31:35schön in die Stadt eingearbeitet, aber es New York
- 31:41ist da glaube ich, nicht kaputtbar das schüttelt sich
- 31:44dann zwar nicht nur einmal, sondern schüttelt sich zehnmal
- 31:46aber. Es ist eine Stadt, die einfach
- 31:49der Meinung ist, es muss weitergehen.
- 31:51Ach was für ein tolles Buch, danke für den Hinweis.
- 31:54Ein ganz tolles Buch und ich hätte es so gerne noch mal in
- 31:56die Hand genommen, als ich jetzt mich auf die Sendung vorbereitet
- 32:00habe. Und ich habe es leider nur
- 32:01geborgt gehabt und ich habe das manchmal bei Büchern, die ich
- 32:04sehr liebe, dass dieser Schmerz dann auch ewig bleibt, dass ich
- 32:08das Buch nicht mehr anfassen kann, weil dieses Buch, das ich
- 32:11gelesen habe, jemand anderem gehört und.
- 32:16Nicht mehr verfügbar ist und Freunden Bücher zu klauen, geht
- 32:19es natürlich gar nicht. Und erstaunlich viele Leute
- 32:22machen es. Also wir hatten ja auch schon
- 32:23überlegt, machen wir mal ne Folge über Bücher, die wir
- 32:25verliehen haben und nie wieder zurückbekommen haben.
- 32:28Also ich lese immer, wenn ich mir Bücher geliehen habe n
- 32:30Zettel reingeschrieben von wem und es zurückgegeben, ich habe
- 32:34aber so einige Bücher selber. Nicht zurückbekommen.
- 32:37Ich hatte eine ganz exzessive als Student, ne exzessive
- 32:40Reinhard Götz Bibliothek, als man noch Reinhard Götz las, ich
- 32:44weiß nicht. Ob du dich, ich höre den Namen
- 32:46das erste Mal. Ah OK, der war riesig in den
- 32:48Neunzigern, also Theaterstücke. Hatte jetzt noch mal vor 56
- 32:52Jahren irgendwie n ziemliches Comeback mit einem Titel muss
- 32:55ich alles noch, das ist jetzt wirklich dampfplaudern, weil ich
- 32:57jetzt gerade nicht so richtig im Kopf habe wie das hieß, aber er
- 33:00war er war ne große Nummer und ich hatte das an eine
- 33:03theaterbegeisterte Freundin geliehen.
- 33:06Liebe Joy, diese 4 Bücher, riesige Bibliothek, ne, aber
- 33:11diese Bücher, die hast du immer noch josein.
- 33:16Aber vielleicht sind es ja die Herzensbücher von deiner
- 33:18Freundin Joan. Sie kann sie nicht zurückgeben,
- 33:20da bitt ich auch um Nachsicht. Das hoffe ich, dass es zumindest
- 33:25immer noch bewusst ist. Wenn du erlaubst, würde ich
- 33:29gerne noch mal ein paar. Jahrzehnte wieder zurückgehen in
- 33:35eine Zeit, in der weder Nine Eleven noch World Trade Center
- 33:40eigentlich n Thema waren, sondern in eine Zeit kurz nach
- 33:45dem Zweiten Weltkrieg in New York ein Buch, was für mich, ich
- 33:51habe es glaub ich, das erste Mal mit 18 gelesen und ich hab es
- 33:54glaub ich hier in dem Podcast auch erwähnt, für mich eines
- 33:57der. Wirklich lebensverändern, was
- 34:00sein Leben verändern klingt dramatisch, aber wirklich extrem
- 34:03bestimmen in Büchern war das ist Innover Country von James
- 34:08Baldwin und er hat es tatsächlich Ende der 40er
- 34:14begonnen. Er hat es aber im Laufe der 50er
- 34:16dann geschrieben und meines Erachtens kam es Anfang der 60er
- 34:20dann heraus und es beschreibt, das muss man James Baldwin
- 34:26wirklich hoch an. Rechnen, dass erleben beschreibt
- 34:31die so noch nicht. Form in Literatur gefunden
- 34:34haben, vor allen Dingen nicht in der Form dieser großartigen
- 34:36hohen Literatur, wie James Bondwin sie schaffen konnte.
- 34:39Er schreibt über lowlives, er schreibt natürlich sehr viel
- 34:41über African American Experience, also das schwarze
- 34:47Afrikaner. Blödsinn.
- 34:49Was rede ich hier also schwarze New Yorker, die natürlich in
- 34:53einer Zeit noch lebten, als die Trennung zu weißen Amerikanern
- 34:57eine etwas größere war. Er schreibt, übernimmt mir das
- 35:01Wort nicht übel gemischtrassige Beziehungen, was einfach ein No
- 35:04go war in der Zeit, er schreibt über Homosexualität, er schreibt
- 35:08über schwule Liebespaare, also er schreibt wirklich über viele
- 35:10Sachen, über die man in den einfach nicht geschrieben hat
- 35:14und das auf eine so. Fassbar brilliarte Art und Weise
- 35:20und das gesamte Buch zentriert sich eigentlich um einen Jazz
- 35:26Drummer, einen Jazz Schlagzeuger namens Rufus Scott und Freunde
- 35:32und so weiter drumherum es die erste Hälfte handelt eigentlich
- 35:36von ihm und seiner. Südstaaten weißen Freunden also,
- 35:39da haben wir diese gemischtrassige Beziehung, die
- 35:41einfach wirklich ein Novum und ein No go war, ein Thema, womit
- 35:44sich James Baldwin übrigens sehr, sehr oft beschäftigt hat,
- 35:47ist tatsächlich schwarz, weiß Beziehungen, und jetzt ist Rufus
- 35:53Scott allerdings selber kein so gesunder.
- 35:57Kerl also er hat ziemliche Aggressionsprobleme er prügelt
- 36:02seine Freundin soweit, dass sie ihn wirklich irgendwann verlässt
- 36:05und er, das ist jetzt auch kein großer Spoiler, er macht
- 36:08Selbstmord am Ende zur Hälfte des Buches und die zweite Hälfte
- 36:13des Buches. Beschäftigt sich eigentlich mit
- 36:16allen Freunden, bekannten und so weiter von Rufus und es kommt
- 36:21eine neue Hauptfigur rein, nämlich Eric.
- 36:25Eric ist meines Erachtens vielleicht n bisschen näher dran
- 36:28an James Baldwin selber, denn James Baldwin ist ja selber aus
- 36:32den USA auch abgehauen und hat jahrelang in Europa gelebt, weil
- 36:34er dort selbstbestimmter leben konnte, sowohl als Schwarzer als
- 36:38auch als schwuler Mann. Und Eric ist ein Schauspieler,
- 36:42der so zurückkommt aus Paris nach New York und sich sozusagen
- 36:47wieder annähert. Dem Freundeskreis von Rufus.
- 36:49Eric war ein Liebhaber von Rufus Rufus war also jetzt nicht nur
- 36:54den Frauen zugetan, sondern hatte vor seiner Beziehung mit
- 36:58dieser von ihm ermordeten Frau auch seinen.
- 37:02Eric Lover und da kommen wir in eigentlich ein fast noch
- 37:06schöneres Kaleidoskop von verschiedenen Figuren und ihren
- 37:11Problemen, die ihnen einfach sozusagen das Leben in den USA
- 37:16in den Fünfzigern macht. Es ist immer politisch, es ist
- 37:20aber bei James Baldwin, er wurde ja auch von vielen anderen
- 37:25Afroamerikanern seiner Zeit nicht unbedingt so hoch.
- 37:29Geschätzt, weil sie ihn immer als Black Auther for White
- 37:34People bezeichnet. Und denn er stand sozusagen
- 37:37politisch immer so n bisschen abwechselnd zwischen den beiden
- 37:41Polen. Ich nenn es mal Martin Luther
- 37:43King und Markham x. Also wie aggressiv gehst du vor
- 37:47in deinem Kampf für mehr Gerechtigkeit, wieviel Gewalt
- 37:50willst du anwenden und wo willst du überzeugen und wo willst du
- 37:53nicht überzeugen? Und James Baldwin?
- 37:56Tarierte immer so n bisschen von der Einrichtung zur anderen,
- 38:00aber letztendlich hat er sich doch für den Weg entschieden,
- 38:03dass es besser ist, nicht auf volle Konfrontation zu gehen,
- 38:06sondern dass es vielleicht besser ist, Gemeinsamkeiten
- 38:08rauszusuchen und vielleicht tatsächlich daher auch dieser
- 38:12Ausdruck Black over for White People der weißen Leserschaft
- 38:16einfach mal zu erklären. Wie es ist, deskriptiv zu sein,
- 38:20bildlich zu machen, wie das Leben ist, unter einer
- 38:23Herrschaft, die so nicht in Ordnung ist.
- 38:25Wir reden jetzt nicht vom 19. Jahrhundert.
- 38:27Sklaverei ist alles abgeschafft, aber wir reden immer noch von
- 38:29einer Zeit, in der es auf jeden Fall krasse Ungleichheiten gab.
- 38:34Und ich bin nach wie vor der Meinung, dass jede Form von
- 38:38Protest, es ist wahrscheinlich bei jeder Bürgerrechtsbewegung
- 38:41brauchst du vom Erklärer bis zum wirklich ich geh auf die Straße
- 38:45und und schmeiß die Fenster ein, brauchst du wahrscheinlich
- 38:48sozusagen die Mischung. Mir näher liegt allerdings die
- 38:51Figur des James Baldwin, denn ich bin der Meinung, dass das
- 38:56erklären und Empathie zu erzeugen durch Literatur zum
- 38:59Beispiel ein sehr viel gehaltvollerer weg ist.
- 39:03Allerdings erreichst du da natürlich auch weniger Leute,
- 39:06denn du musst ja erst mal die Leute dazu bekommen zu lesen.
- 39:09Aber ich glaube, es ist. Unabdingbar und so, so, so
- 39:13wichtig. Was er getan hat für die
- 39:16Bürgerrechtsbewegung der Schwarzen in den Fünfzigern,
- 39:19Sechzigern, Siebzigern. Dieses Buch wurde ins Deutsche
- 39:22zweimal übersetzt, einmal mit dem etwas irreführenden Titel
- 39:28ein anderes Land, Blödsinn, eine andere Welt, mein Fehler, eine
- 39:32andere Welt, das ist die Ausgabe, die ich noch gelesen
- 39:35hatte, tatsächlich sehr, sehr, sehr schöne Übersetzung ist das
- 39:39geworden. Und wie immer kriegt die
- 39:42natürlich die Namen der Übersetzer und der Titel auch in
- 39:44unseren Shownotes. Und es ist jetzt aber die
- 39:47komplette James Baldwin Reihe, noch mal neu übersetzt worden.
- 39:51Der DTV Verlag hat sich da Löblicherweise drum gekümmert.
- 39:55Sie wollten eigentlich nur ein 2 Bücher von ihnen haben, aber die
- 39:57Erbengemeinschaft von James Baldwin sagte, Wenn ihr neue
- 40:00Rechte haben wollt für James Baldwin, dann müsst ihr euch
- 40:02verpflichten, das komplette Werk noch mal neu zu machen.
- 40:05Sehr cool haben Sie durchgesetzt und DTV hat gesagt, OK machen
- 40:10wir könnt ihr haben und haben jetzt tatsächlich mit
- 40:13verschiedenen Übersetzern sukzessive den kompletten James
- 40:17Baldwin noch mal herausgegeben. In der Neuübersetzung heißt es
- 40:21jetzt auch ein anderes Land, also wie.
- 40:24Übersetzt von Miriam Mandelkow. Also der Titel ist sehr viel
- 40:29originaler. Es ist natürlich immer
- 40:30interessant, warum hat sich das die erste Übersetzung für eine
- 40:35andere Welt entschieden, weißt du das leider?
- 40:39Nein, das hab ich noch nicht herausfinden können, ich gucke
- 40:42noch mal. Manchmal ist es n ganz stumpfer
- 40:44Grund, dass es einfach nen Titelschutz ist und es gab
- 40:47schon. Einen anderen Titel namens ein
- 40:49anderes Land. Manchmal ist es einfach nur,
- 40:52dass man sich denkt, in der Marketingabteilung klingt
- 40:54irgendwie besser verkäuflich, wenn wir es eine andere Welt
- 40:56nennen. Es ist halt natürlich auch ne
- 40:58ganz andere Unterströmung bei dem Wort Welt, ne, also das ist
- 41:05ja dann nicht nur das geografische, sondern es ist ja
- 41:07auch das kulturelle und da ist also ich find es eigentlich ganz
- 41:09cool, ich find es eigentlich den cooleren deutschen Titel.
- 41:12Aber nicht ganz so korrekt, aber das muss euch, liebe
- 41:15Leserschaft, natürlich eigentlich gegeben sein.
- 41:17Welche Übersetzung ihr da lieber lesen mögt.
- 41:19Beide sind fantastisch, beide sind sehr, sehr versierte
- 41:23Übersetzer und Übersetzerinnen, also greift euch einfach das,
- 41:27was euch am liebsten ist. Der alte Ausgabe ist bei Rovolt
- 41:30übersetzt worden, wird es wahrscheinlich nur noch
- 41:32antiquarisch geben und die neue wie gesagt bei DTV.
- 41:36Vielen Dank kurz für für diese Empfehlung.
- 41:38Ich habe Now I country noch nicht gelesen, n paar andere
- 41:41Sachen von James Baldwin, also Biel Street das ja vor n paar
- 41:46Jahren neu übersetzt. Vielleicht.
- 41:48War das gar nicht genau? Ja, und natürlich giovannis
- 41:51Zimmer und beide Bücher sind so phänomenal, so, so toll, ein so
- 41:57großartiger Autor und eine wir reden hier manchmal darüber,
- 42:01welche welche tolle Gelegenheit es ist.
- 42:06Die Welt und an wirklich andere Perspektiven kennenzulernen, den
- 42:09eigenen Horizont, den eigenen Kopf zu erweitern.
- 42:13Und James Bolteron gehört da unbedingt rein, denn der hat
- 42:17sprachliche Möglichkeiten, der schafft Welten, wie ich das
- 42:21ganz, ganz selten bei einem Autor finde, mich da mit
- 42:24reinzuholen und mir ne völlig neue Welt zu eröffnen auf ne auf
- 42:28ne, auf ne so direkte unmittelbare Art und Weise.
- 42:33Das ist wirklich sehr, sehr anfasst und und.
- 42:36Mitnimmt und für mich es ist die die Liebe zum Menschen.
- 42:40Also es ist eine so tiefe Menschenliebe, da ist kein
- 42:43Zynismus, kein Sarkasmus, es ist natürlich ein sehr, sehr klares,
- 42:47direktes Ansprechen von Problemen, aber das hat ja
- 42:50nichts, es macht ja die Liebe nicht geringer, aber er ist ein
- 42:53wirklich dem Menschen zugewandter Autor gewesen.
- 42:56Und das genieße ich wirklich sehr.
- 43:00Ich mag auch Gemeinheiten, also so ist es nicht, aber es es fast
- 43:04einen einfach so viel mehr, also es das geht wirklich direkt,
- 43:07nicht nur in Kopf, sondern auch in Herz und Magen.
- 43:12So, jetzt hatten wir einen James.
- 43:14Wir hatten schon einen Jonathan. Ich würde jetzt mal weitermachen
- 43:19mit einer Jennifer. Oh, ich hab auch noch ne
- 43:21Jennifer. Du hast auch noch ne Jennifer.
- 43:23Haben wir heute nur Autoren, Autorinnen mit J.
- 43:28Ich komme zu einer meiner absoluten liebsten Autorinnen.
- 43:32Ich hab schon vor n paar folgen euch von einem ihrer Bücher
- 43:36vorgeschwärmt und dieses Buch auf der Zunge ist das meine ich
- 43:41letzte Buch von Jennifer Clement.
- 43:44Das erschienen ist außer du überrascht mich gleich mit der
- 43:47Aussage, dass gestern gerade neuer Roman von dir kam.
- 43:51Du schüttelst den Kopf. So ist es leider nicht.
- 43:53Also Jennifer Klemm auf der Zunge und streng genommen ist
- 43:56dieses Buch eigentlich gar kein Roman, Ich hab gar nicht so
- 43:59richtig Worte, dafür ist es nur Novelle oder eigentlich würde
- 44:03ich sagen, es ist ein sehr, sehr langes Gedicht, denn dieses Buch
- 44:08ist. Durch und durch poetisch.
- 44:12Und ich habe es gelesen vor genau 3, also vor 3 Jahren, als
- 44:16ich aus New York zurückkam, im Flieger zurück und es war ganz,
- 44:21ich hab es mir aufgehoben dafür. Es war ganz toll, noch mal
- 44:26sozusagen durch die Straßen von Manhattan zu laufen, denn das
- 44:30Macht die Hauptfigur, eine Frau. Sie läuft einfach
- 44:34gedankenverloren durch Manhattan und beschreibt sehr, sehr genau,
- 44:36wo sie langgeht, und das ist n ganz tolles Gefühl, wenn man
- 44:39selber schon mal da war und sagt, Oh mein Gott, da und noch
- 44:41diese Bilder so vor Augen hat, warum macht sie das?
- 44:47Sie hinterfragt ihr Leben, also es gibt gar nicht so ne große
- 44:50Handlung im im im klassischen Sinne ist es wirklich sehr.
- 44:55Sphärisch, was also? Sie hinterfragt ihr leben, sie
- 44:57läuft im Grunde weg von ihrer Ehe, von ihrem Ehemann, weil sie
- 45:02irgendwie gerade nicht mehr weiß, warum gibt es das in
- 45:05meinem Leben, was wie, wie stehe ich dazu, wie ist mein Gefühl,
- 45:11will ich das noch, kann ich das noch, brauche ich das noch und
- 45:16sie läuft also durch die Straßen von Manhattan immer wieder an
- 45:19Feuerleitern vorbei und in jedem Kapitel begegnet ihr ein anderer
- 45:23Mann. Und jeder dieser Männer steht
- 45:26für eine Sehnsucht in ihr. Und es bleibt vollkommen unklar,
- 45:31ob sie diese Männer wirklich alle trifft oder ob das Ganze
- 45:35nur in ihrem Kopf passiert. Es ist eine ganz, ganz eigene
- 45:39Erzählweise, die sie hat, hoch verdichtet, nicht einfach zu
- 45:43lesen, ich habe damals auch was anderes erwartet, ich habe
- 45:46vorher ihre beiden. Unfassbar guten Romane gelesen.
- 45:52Gandalf hatten wir hier schon besprochen und auf auf der Zunge
- 45:56war ich so nicht vorbereitet. Ich glaube, ich muss es einfach
- 45:58noch mal lesen, wirklich dann auch mit irgendwie total viel
- 46:01Ruhe da darauf einzusteigen, aber allein diese Sprachkunst
- 46:06mit der sie agiert ist berauschend.
- 46:12Ich habe wie immer auch mal in die Kommentare geguckt, was
- 46:14sagen die anderen Leserinnen und Leser und das ist hochgespalten
- 46:18also es gibt ein wirklich. Nicht kleinen Teil, um nicht zu
- 46:21sagen größten Teil, der sagt, das verstehe ich nicht, was
- 46:25macht die da, hat die wirklich so viele Affären?
- 46:28Ich denke okay du verstehst es vielleicht wirklich nicht, aber
- 46:32lass dich doch mal drauf ein, guck doch mal was wirkt, also
- 46:35guck mal nicht moralisch drauf, sondern schau mal was was für
- 46:40eine großartige Gelegenheit es auch ist, im Kopf einer völlig
- 46:43Fremden dabei zu sein und ihr Leben zu sehen und ihre Gedanken
- 46:47zu hören und ihre Zweifel zu hören und.
- 46:49Und damit unterwegs zu sein. Und du musst es doch nicht, du
- 46:54musst es doch nicht bewerten, du musst es doch auch nicht in
- 46:56deinem Leben übernehmen, guck doch einfach mal zu, so, das
- 46:59gibt es auch so ne. Das war wieder Literatur als
- 47:02Meisterschule der Empathie. Ja, einfach mal und auch
- 47:06hinzunehmen, wie es auf dich wirkt und vielleicht auch
- 47:08anzuerkennen, dass jeder, der ein Buch liest, es auch anders
- 47:12versteht. Also ist klar, gibt es ganze
- 47:14Seminare über Bücher und so weiter und.
- 47:17Topi und Bilder und was bedeutet das und was bedeutet das?
- 47:19Aber letztendlich merkt man doch eigentlich bei jedem Buch, dass
- 47:24jeder Teile daraus anders liest, dass es andere Teile von einem
- 47:28berührt und das klingt nach einer wunderbaren Introspektive
- 47:32eigentlich, die du mir da erzählst.
- 47:35Und man muss auch im richtigen Moment sein, dass also, wenn man
- 47:38was actiongeladenes will, ist es wahrscheinlich.
- 47:40Nicht das Richtige? Dann ist es nicht das richtige
- 47:42und die Frau selber ist Bibliothekarin.
- 47:44Ist es vielleicht noch wichtig und sie läuft natürlich auch bei
- 47:48The Strand vorbei, wo du ja auch.
- 47:50Warst, da war ich auch im Meistzitierten Buchladen der
- 47:55Welt. And frankly, I'm like this
- 47:59appointed. Ah okay ich fand es, ich fand es
- 48:02war Rummelig, also nicht rummelig, rummelig war es auch,
- 48:05das ist jeden Tag rummelig, es war Schrummelig schummelig und
- 48:09runtergekommen und viel kleiner als ich es selber und
- 48:14lustigerweise ich es ja nicht so, dass ich das erste Mal da
- 48:17war, ich war ja auch auf meinem Besuch, als ich hier war mit so
- 48:20vor 30 Jahren oder 27 Jahren war ich da und wirklich meine
- 48:25Erinnerung war das Baby, zehnmal so groß wie in der Realität.
- 48:28Und nee, ich bin da auch ohne Buch rausgegangen, ich ich war
- 48:33richtig zickig, ich will hier von euch nichts weil es gab aber
- 48:36drumherum noch, und das ist natürlich in den USA schwierig,
- 48:39kleine unabhängige Buchhandlungen, aber es gab
- 48:43wirklich einfach so 20 Minuten weiter zu Fuß, wenn man so n
- 48:45bisschen durchs Village Lars Latscht.
- 48:48Gab es einen wunderbaren kleinen, unabhängigen Buch
- 48:51Händler wirklich, wo du auch mit den Leuten sprechen konntest?
- 48:54Also das, was sozusagen ich auch möchte für meine Buchhandlung,
- 48:57dass man das auch dort hat. Du hast kundige Menschen, du
- 48:59hast Menschen, die ihren Job ganz klar lieben, die dir Sachen
- 49:04empfehlen können, die wirklich auch jenseits jedes Betretenen
- 49:08Pfades sind. Aber zurück zum.
- 49:12Überbewerteten Strand also Sie. Genau, Sie Sie.
- 49:16Ja, es ist halt eben eine eine Szene, die die darin vorkommt in
- 49:20diesem insgesamt würde ich noch mal sagen Wachtraum, den man da
- 49:23mit ihr durchlebt und dann ja, also wenn du es liest, wenn ihr
- 49:28es lest, bin ich total gespannt auf eure Einschätzung, ist das n
- 49:32Wachtraum? Erlebt sie das wirklich was was
- 49:35lest ihr raus aus aus diesem? Langen, poetischen Gedicht aus
- 49:41dieser Beschreibung auf der Zunge von Jennifer Clement.
- 49:46Toll und auch da nur sei gesagt, wir freuen uns sowieso über
- 49:50jegliche Kommentare, die ihr habt, wenn ihr irgendwelche
- 49:54Bücher, die von uns empfohlen wurden gelesen habt und ihr
- 49:56fandet sie furchtbar, lasst es uns wissen, was war daran
- 49:58furchtbar, was können wir besser machen oder habt ihr es einfach
- 50:01nicht verstanden vielleicht. Brauchen wir beide auch noch mal
- 50:04so ne Folge, weil ich hab ja inzwischen Bücher gelesen.
- 50:07Die du hier im Podcast empfohlen hast.
- 50:08Und ich glaube, wir müssen mal reden.
- 50:14Aber genau also über die üblichen Wege.
- 50:16Lasst uns wissen, wie ihr die Bücher findet, die wir
- 50:19besprechen, wie ihr uns findet, und wir sind natürlich zarte
- 50:22Seelchen und freuen uns am meisten über Lobhudeleien, aber
- 50:25auch konstruktive Kritik ist natürlich gerne genommen, denn
- 50:30auch wir haben die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen,
- 50:32auch wenn das tagtäglich so klingt.
- 50:34Wir freuen uns also jedes Mal, wenn wir auch Sachen verbessern
- 50:37können. Ja, und wir freuen uns auch
- 50:39darüber, wenn ihr uns Bücher schreibt, die wir vergessen
- 50:41haben, von denen ihr glaubt, vielleicht kennt ihr sie nicht
- 50:43und ihr müsst sie kennen, wenn ihr über New York redet und
- 50:48vielleicht nur so viel. Wir wissen, dass es Paul Auster
- 50:50gibt und natürlich seine wunderbare Frau Siri Lust wird.
- 50:53Viel. Viel.
- 50:55Kommen heute nicht vor. Ich glaube, Siri Hostvet kriegt
- 50:57eine eigene Folge nur voller Liebeserklärung.
- 51:00Genau, einfach. Wir brauchen gar nicht reden,
- 51:01was sie schreibt, sondern einfach nur Liebeserklärung
- 51:03machen. Ich frag mich immer noch, wie
- 51:05sie es geschafft hat, überhaupt so viele Jahrzehnte mit Paul
- 51:07Auster verheiratet zu sein, aber genau also ihr merkt es, es gibt
- 51:11viele große Sachen, die New York betreffen, gibt es nicht bei
- 51:17uns, aber nachdem wir jetzt also schon 2.
- 51:21Jonathan's hatten Jonathan Seffrin Power und Jonathan Lee
- 51:25einen James. Jetzt hatten wir deine Jennifer
- 51:29und ich kann. Ich find total bizarr, aber ich
- 51:31hab noch einen Jonathan und ich hab noch eine Jennifer.
- 51:35Ich würde allerdings irgendwann ist ja auch die Zeit mal vorbei,
- 51:40auf den einen Jonathan nur kurz eingehen, denn er ist eigentlich
- 51:43der Next Generation Paul Auster gewesen, Jonathan Leatham.
- 51:48Gerne auch Jonathan Latham. Ich meine, dass ich es mal bei
- 51:52youtube mir angeschaut habe, wer sich selber nennt und ich glaube
- 51:55es war Jonathan Latham, aber wahrscheinlich habe ich es schon
- 51:57wieder falsch erinnert, lasst es mich wissen welche Aussprache
- 52:00hier die richtige und die falsche ist.
- 52:02Und Jonathan Jonathan Latham großes Thema ist New York, also
- 52:07ich glaube sein berühmtestes Buch Muvelous Brooklyn, darauf
- 52:11wollte ich aber gar nicht eingehen, ich wollte kurz nur
- 52:13das Buch Festung der Einsamkeit erwähnen, the Fortress of
- 52:17Solitude. Jonathan Leatham ist schon Heavy
- 52:21doody Literatur also das es ist immer noch amerikanische
- 52:23Literatur. Es ist durchaus lesbar, es ist
- 52:26aber jetzt nicht so leicht lesbar, sondern es ist schon
- 52:30wirklich für erfahrenere Leser, die also auch wirklich große
- 52:34Freude, Ansprache haben, das kann er einem auf jeden Fall
- 52:37richtig geben, bieten und nur ganz kurz zusammengefasst.
- 52:40Es ist eine wunderschöne Freundschaftsgeschichte und
- 52:43gleichzeitig eine Geschichte der Gentrifizierung Brooklyns.
- 52:47Es ist n bisschen Teil seines eigenen Lebens.
- 52:49Er ist wohl glaub ich Mitte 70er Ende der 70er mit seinen Hippie
- 52:52Eltern nach Brooklyn gezogen und war plötzlich der einzige weiße
- 52:56Junge in. Einer Nacht war ich nicht solche
- 52:58Hippie Eltern. Ja, ich glaube, wenn du das Buch
- 53:00liest, denkst du am Anfang, Oh Gott, hab ich Glück gehabt, weil
- 53:02er er, er erfährt natürlich plötzlich Ausgrenzung, die er
- 53:05vorher nicht erlebt hat, also ist sozusagen Reverse Racism und
- 53:10er freundet sich aber relativ schnell an mit einem mit einem
- 53:14anderen Jungen, der also dort schon länger lebt, der also.
- 53:17Afroamerikanischer New Yorker ist und was mich so berührt hat
- 53:21an diesem Buch, ist das, abgesehen von dieser wirklich
- 53:24verzauberten Kindheit. Und es ist schon alles eine
- 53:28realistische Geschichte. Gibt es noch eine zweite,
- 53:31totale, fantastische Ebene da. Beide sind große Fans von
- 53:35Superhelden und Superhelden, Comics.
- 53:37Und diese diese Superhelden Sache findet irgendwie Einzug in
- 53:41das Buch und es gibt plötzlich also auch Superhelden
- 53:43Möglichkeiten mit. Also das ist wirklich so
- 53:46wunderbar gemacht und was ich sehr sehr spannend fand, das hat
- 53:50er so gut komponiert, ist eine wie diese Gentrifizierung
- 53:55brooklyns vorangeht und du also sozusagen einen steten Wechsel
- 53:58von Black Community zu immer gemischt, dazu eigentlich fast
- 54:03irgendwann nur noch weiße Community ist.
- 54:06Und wie sich der in genau diesen Zeitraum auch das
- 54:11Machtverhältnis in der Freundschaft zwischen diesen
- 54:13beiden Jungs ändert, das ist jetzt kein explizit
- 54:15ausgesprochenes Machtverhältnis, aber es ist am Anfang klar, der
- 54:19schwarze Junge ist der Beschützer dieses weißen Jungen,
- 54:22der schützt ihn auf der Straße, der nimmt ihn mit, der bringt
- 54:25ihm alles bei und ist sozusagen eigentlich sozusagen die, die
- 54:29die Hand über den Kopf von unserer Hauptfigur.
- 54:32Und je weiter die Gentrifizierung voranschreitet,
- 54:35desto mehr verändert sich auch das Verhältnis, bis du
- 54:37irgendwann an dem Punkt bist, wo eben der Weiße, schon junge Mann
- 54:41eigentlich viel mehr Möglichkeiten hat, seinen besten
- 54:44Kumpel zu helfen, als es andersrum war und wie
- 54:47schleichend das geschieht, ist mit so viel Raffinesse
- 54:50beschrieben von Jonathan Leatham das ist also auf jeden Fall ein
- 54:54großer Lesetipp überhaupt, diesen Autoren, falls ihr ihn
- 54:57noch nie gelesen habt, mal zu entdecken.
- 55:00Ich wollte aber, wenn ich darf, noch über ein Buch lesen, und
- 55:03das wäre meine, meine, Jennifer, Meine Jennifer, Deine Jennifer
- 55:06ist Jennifer Clement, Meine Jennifer ist Jennifer Egan,
- 55:10Jennifer Egan immer noch eine der besten Autorinnen, die die
- 55:13USA je hervorgebracht hat und sie hat es kommen ja alle paar
- 55:18Jahre, kommt ja so auch der beworbene große New York Roman
- 55:21so, und das war so, in diesem Falle war es Jennifer Egan, der
- 55:24große New York Roman namens Manhattan Beach.
- 55:28Ein so großartiges Buch, was die nicht nur die Stadt New York,
- 55:34sondern natürlich mit einer fantastischen Protagonistin und
- 55:38das Ganze spielt von den Vierzigern bis in die 60er
- 55:41hinein, würde ich sagen. Wir haben ein junges Mädchen,
- 55:45die Geschichte beginnt, ich nehme an, da ist sie 12 und sie
- 55:50lebt zusammen mit ihrem Vater, ihrer Mutter und ihrer sehr,
- 55:52sehr, sehr schwer behinderten Schwester zusammen.
- 55:55Eigentlich ist alles in bester Ordnung.
- 55:57Der Vater hat die Fähigkeit, als soziales Chamäleon wirklich in
- 56:02jeder Schicht einfach rein und er wird gar nicht wahrgenommen,
- 56:05also von ganz oben bis ganz unten kann er die ganze Stadt zu
- 56:08bespielen, und das ist auch sehr gut für seinen Job, denn er ist
- 56:11unterwegs im Auftrag der Gewerkschaften.
- 56:14Um in den verschiedensten Schichten der Stadt entweder
- 56:18Umschläge abzugeben oder Umschläge anzunehmen.
- 56:23Wir alle wissen, was in diesen Umschlägen ist.
- 56:25Alles läuft super, er hat einen guten Job, bis er sich
- 56:27entscheidet, den Arbeitgeber zu wechseln, es geht also immer
- 56:31noch um Umschläge, der Arbeitgeber ist aber nicht mehr
- 56:33die örtliche Gewerkschaft, sondern die örtliche Mafia, das
- 56:36geht nicht lange gut, der Vater verschwindet plötzlich sind.
- 56:39Mutter mit den beiden Mädchen alleine und das gesunde Mädchen.
- 56:42Unsere Protagonistin, muss also ganz klar jetzt arbeiten.
- 56:46Mittlerweile ist die USA in den Krieg eingetreten, in den
- 56:49Zweiten Weltkrieg und es alter Topos, die Männer gehen in den
- 56:55Krieg, die Fabriken sind unbesetzt, die Frauen gehen in
- 56:58die Fabriken, um Halt zu arbeiten, was ja eine der
- 57:00größten Emanzipations. Booster und Katalysatorin
- 57:04eigentlich natürlich in der USA, war also ein positiver Effekt
- 57:07des Zweiten Weltkrieges. Unsere Heldin landet in einer in
- 57:12der Nähe des Navy Hafens, des militärischen Teils des Hafens,
- 57:18landet sie in einer Fabrik, und ganz normale Fabrikarbeit, sie
- 57:22schaut aber immer aus dem Fenster raus und sieht im
- 57:24Hafenbecken, wie dort Taucher die beschädigten Schiffe von
- 57:27unten reparieren, und sie sagt, das werde ich machen.
- 57:32I'm on the do that und die Gesellschaft sagt No you ain't,
- 57:36weil du bist ne Frau, wie willst du das machen?
- 57:39Ganz ehrlich, und es ist so befriedigend zu lesen, wie diese
- 57:43Frau stoisch ihren Weg geht. Es ist so befriedigend zu lesen,
- 57:47dass Jennifer Egan Egan, eine so erfahrene Autorin ist, dass
- 57:52diese Heldin lässt sich Sachen gefallen.
- 57:56Wo heutzutage natürlich jeder sagen würde, bist du wahnsinnig,
- 57:59ich meine, das ist doch vollkommen vollkommen
- 58:01hanebüchen, was dir hier passiert, aber es ist die Zeit
- 58:04und das Liebe ich an Jennifer Igan, dass sie jetzt keine
- 58:06irgendwie bewegte zweiundzwanzigjährige
- 58:08Jungfeministin ist, die meint irgendwie, nein, ich schreib die
- 58:11Geschichte neu, ehrlich gesagt, Nein, das bringt nichts, du
- 58:13musst genauso schreiben wie es war, nämlich dass es ein
- 58:16täglicher Kampf war, die Leute davon zu überzeugen, dass sie
- 58:19gut ist und nicht nur, dass sie gut ist, sondern dass sie
- 58:22doppelt so gut sein muss wie die Männer, damit sie diesen Job
- 58:24kriegt. So, das ist also sozusagen die
- 58:27die Emanzipationsgeschichte dieser Frau.
- 58:29Es geht noch sehr viel weiter, das Ganze ist ein Mafia Roman,
- 58:33ein Liebesroman, ein ein Kriegsroman, ein
- 58:36Emanzipationsroman, aber alles in allem ist es ein riesiger New
- 58:42York Roman, der eben nicht nur Manhattan oder es geht von ganz
- 58:45oben nach ganz unten, wir sind überall dabei, wir erfahren, wie
- 58:49die Stadt ist, wir erfahren, wie sich die Stadt ändert in
- 58:51Kriegszeiten und auch in Nachkriegszeiten.
- 58:54Also das ist tatsächlich mal hat die Werbung recht, das wäre mein
- 58:58großer New York Roman. Und ich muss das an der Stelle
- 59:01sagen. Ich hab das Buch auch gelesen,
- 59:02Kurt, es ist hier auch n Ziegelstein.
- 59:05Du hast recht, es ist n Ziegelstein.
- 59:07Wie konnte mir das passieren? Falls ihr heute erst
- 59:11reingeschaltet habt, der Kurt hat ein bisschen eine Aversion
- 59:14gegen Ziegelsteine und ich finde n Buch wird erst dann spannend,
- 59:20wenn es n Ziegel nein, natürlich nicht, aber.
- 59:22Es schadet auch nicht, wenn es n Ziegelstein ist, an dem man auch
- 59:24eine Woche lesen kann, oder? Ich glaube im Manhattan Beach
- 59:27hab ich tatsächlich auch 2 Wochen zweieinhalb Wochen, da
- 59:29hab ich n bisschen dran geknabbert, geknabbert, ja, ist
- 59:32doch ein Weilchen gebraucht, da steckt viel drin.
- 59:34Ich finde es schön. Ich glaube, dass weder deine
- 59:38noch meine Meinung, was die Dicke von Büchern angeht, in
- 59:40Stein gemeißelt ist. Wo wir schon beim Ziegelstein
- 59:44sind. Es ist eher so ein ganz weicher
- 59:46Brooklyn brownstone, wo man auch mal reinritzen kann und auch ich
- 59:50mag manchmal dicke Bücher. Aber nicht in jeder Situation,
- 59:55zum Beispiel nicht im Bett. Aber bevor du jetzt über Bücher
- 1:00:00fürs Bett reden darfst, muss ich unsere J Reihe noch ein bisschen
- 1:00:05unterbrechen, weil ich muss unbedingt noch über ein Buch.
- 1:00:07Sprechen auf jeden Fall. Auch ein Ziegelstein.
- 1:00:11Und für mich einer der absoluten Inbegriffe des New York, New
- 1:00:15York Autoren, nämlich Tom Wolf. Und ihr habt jetzt vielleicht
- 1:00:19alle, wenn ich Tom Wolf höre, sehe ich einen Mann im weißen
- 1:00:22Anzug von wenn ich einen Mann in einem weißen Anzug sehe, denke
- 1:00:24ich, Tom Wolf, selbst wenn da Harald Maltenschwein drin
- 1:00:27steckt. Oder so.
- 1:00:29Das ist so beruhigt, das war einfach nur Tom Wolf, sie, egal
- 1:00:32wer da steckt, das ist gut. Und ich rede natürlich von
- 1:00:36fegefeuerte Eitelkeiten. Ein Buch von 1987 ja.
- 1:00:44N großer amerikanischer Roman, wie man ihn sich vorstellt, und
- 1:00:48der war tatsächlich der Debütroman von Tom Wulff, wobei
- 1:00:51ich immer das Gefühl hatte, Tom Wulff kann gar keine
- 1:00:54Debütromane, er kann gar keinen Debütroman haben, weil er hat ja
- 1:00:57schon immer geschrieben, und er hat schon immer diese
- 1:00:59unglaublich erfolgreichen Bücher produziert und schon immer alles
- 1:01:02gewusst und ist überall gewesen, aber tatsächlich.
- 1:01:05Er war das zumindest sein erstes Buch.
- 1:01:07Er hat vorher als Journalist gearbeitet und hat da schon
- 1:01:09viele große Reportagen auch gemacht, und das war sein
- 1:01:13Ausflug, sein erster Ausflug in die Fiction, und der war ja auch
- 1:01:16sehr erfolgreich für alle, die es nicht kennen, ganz kurz,
- 1:01:20worum geht es, ich würde sagen, Tom Wulff macht das Ganze nach
- 1:01:25dem Lehrbuch von Kurt Wannogood Junior, gib einem Mann alles am
- 1:01:30Anfang eines Buches, am Anfang einer Geschichte, und dann nimm
- 1:01:32ihm alles weg. So das ist es ne Hauptfigur
- 1:01:35Sherman mccoy, der hat wirklich alles.
- 1:01:37Er hat ne Wohnung in der Park Avenue hätte ich auch gern, er
- 1:01:41ist Broker in der Wallstreet, gut das möchte ich jetzt nicht,
- 1:01:43er hat einen Mercedes, er hat eine Geliebte, er hat natürlich
- 1:01:46auch ne Frau, er hat n Kind mit seiner Frau und er ist ein nicht
- 1:01:50so wahnsinnig sympathischer Zeitgenosse, kann man sich
- 1:01:52vielleicht schon denken, also jemand der so ausgestattet ist
- 1:01:55und er hat immer was zu meckern also er findet seine Frau nicht
- 1:01:58mehr attraktiv genug. Ich glaube, er sagt irgendwie,
- 1:02:01dass sie sich zu einer Städel Mama entwickelt.
- 1:02:03Und ja, das Kind macht ihm auch zu schaffen, weil es seine
- 1:02:08Fitnesspläne durchkreuzt. Also er kann aber nicht so viel
- 1:02:11an sich an seinem Buddy arbeiten, wie er das gerne
- 1:02:15möchte und ja, man macht sich halt Probleme wenn man keine hat
- 1:02:19ne und er macht sich so richtig Probleme, er ist nämlich mit
- 1:02:22seiner Geliebten in seinem Mercedes unterwegs und sie
- 1:02:24verfahren sich verfahren also verfahren sich, fahren in die
- 1:02:28Bronx. Verirren sich dort treffen auf 2
- 1:02:32schwarze und er bekommt sofort totale Panik.
- 1:02:34Er glaube der wird jetzt ausgeraubt und macht ihm auch
- 1:02:38seine seine Freundin ganz ganz hibbelig und die fährt dann los
- 1:02:46und auch zu schnell und fährt den einen der beiden an und dann
- 1:02:49begehen sie Fahrerflucht und hoffen einfach, dass es keiner.
- 1:02:54Dass es keiner gesehen hat und von da an wird sein Leben
- 1:02:58natürlich kompliziert, weil er muss jetzt einmal Angst haben
- 1:03:01vor seiner Frau, dass die nämlich rausbekommt, dass er
- 1:03:04eine Geliebte hat, weil seine Frau, ich glaube, die hat auch
- 1:03:06irgendwie viel Geld damit, in die Ehe gebracht, also es würde
- 1:03:08ihm nicht so gut gehen, wenn die ihn jetzt verlässt und noch
- 1:03:11unter diesen Umständen, dass er sie betrogen hat.
- 1:03:13Er muss natürlich Angst haben vor der Polizei, dass die ihn
- 1:03:16erwischt als Halter des Fahrzeugs, und er muss auch
- 1:03:21Angst haben vor der Presse, denn.
- 1:03:24All sein ansehen, sein Beruf, er würde alles verlieren, wenn er
- 1:03:29sozusagen als Fahrer flüchtiger dort erscheinen würde.
- 1:03:36Und man kann es nicht denken, es ist wirklich, es ist ein echt
- 1:03:39fettes Buch. Natürlich passiert das Ganze,
- 1:03:43weil dann eskaliert es und macht.
- 1:03:48Viel Spaß, es zu lesen. Es ist sehr ironisch, es ist
- 1:03:51sehr satirisch, ich glaube, man hört es auch schon so, wie das
- 1:03:53Ganze angelegt ist. Aber wirklich, ich glaube, es
- 1:04:01gibt auch eine Verfilmung davon und ich glaube, ich habe sie
- 1:04:02nicht gesehen mit. Mit mit.
- 1:04:04Genau mit Tom Hanks in der Hauptrolle als Sherman MC Cor.
- 1:04:07Ich kann mir den braven Tom Hanks gar nicht vorstellen als
- 1:04:11Sherman, aber nächstes Buch würde ich sagen, also es ist ihr
- 1:04:15habt sofort Kino im Kopf. Tom Wulff schreibt einfach so,
- 1:04:20journalistisch, so realistisch, dass genau das passiert, und das
- 1:04:26ist n großer Spaß. Und nur als Hinweis, es gibt
- 1:04:30lustigerweise 2 große amerikanische Autoren mit einem
- 1:04:33fast gleichen Namen, das ist nämlich einmal.
- 1:04:35Thomas Wulff schreibt auch Wulfe.
- 1:04:37Man muss. Und das ist aber nicht Tom
- 1:04:40Wulff. Ich werde dir aber merken, weil
- 1:04:41Tom ist. Wulff ist 38 gestorben, der hat
- 1:04:43also nicht über die 80er Jahre schreiben können.
- 1:04:46Tom Wulff Fehlgefahr der Eitelkeiten ist also wirklich
- 1:04:48nur der Tom? Ich habe es kurz nach
- 1:04:51erscheinen, glaube ich, gelesen, wie 9091 muss das gewesen sein,
- 1:04:55es war wirklich noch noch ein ein Küken.
- 1:04:58Und ich weiß, dass es mich zutiefst beeindruckt hat.
- 1:05:01Also es hat Riesenspaß gebracht, das muss ich ja sagen, also ne,
- 1:05:03man hat ja jetzt n achtzehnjährigen, also ihr merkt
- 1:05:06dann schon, das ist jetzt nicht unbedingt irgendwie jetzt extrem
- 1:05:08fordernde Literatur, sondern das war wirklich unterhaltsam und
- 1:05:11spannend und ich fand toll auch die was, was ja auch New York so
- 1:05:16gut beschreibt, ist diese Sprachlosigkeit, die eigentlich
- 1:05:19zwischen Manhattan und den Bronx, wobei Bronx ja auch ein
- 1:05:22Teil von Manhattan ja ist, ja enger Stadtteil, ne also, oder
- 1:05:26ist ja auch egal. Auf jeden Fall, wie weit
- 1:05:28entfernt, trotz nur 10 Kilometer unterschied einfach diese beiden
- 1:05:33Welten sind und und wieviel Furcht und Hass und Misstrauen
- 1:05:39zwischen diesen beiden Welten. Bestand und auch teilweise immer
- 1:05:42noch besteht. Aber wie schön es zu sehen ist,
- 1:05:46wenn man sich das jetzt anguckt, dass du immer noch riesige
- 1:05:49Probleme hast. Aber du merkst doch, dass dort
- 1:05:52eine Annäherung stattfindet, das ist eigentlich schön zu sehen,
- 1:05:56dass es also nicht mehr so krass ist.
- 1:05:58Auch Vorteilsbelastet, wie es in den Achtzigern waren schön, dass
- 1:06:01du den noch hervorgezaubert hast.
- 1:06:03Sehr gerne toll. Dann würde ich sagen, du kriegst
- 1:06:08heute noch mal. Yes, denn unser.
- 1:06:11Slot. Natürlich unser Aufruf.
- 1:06:14Ihr kennt es vielleicht mittlerweile, die, die schon
- 1:06:18bisschen länger dabei sind. Es gibt unsere kleine Rubrik,
- 1:06:24die klingt ganz ähnlich wie unser Podcast.
- 1:06:27Und weil das so ähnlich ist und ich mich immer verspreche, muss
- 1:06:30Monique jetzt sagen, wie der wie die Rubrik.
- 1:06:32Da ist am Ende unseres am Ende einer einer Schau haben wir
- 1:06:35immer die Rubrik das Buch fürs Bett, keinesfalls das Bett fürs
- 1:06:39Buch, das wäre in eurem Möbel Podcast Eures Vertrauens.
- 1:06:45Was auch ne schöne Idee ist, welches Bett man zum Beispiel
- 1:06:49kriegt. Also welches Buch wollen wir
- 1:06:53euch empfehlen und wollt ihr uns denn empfehlen, was man sehr
- 1:06:56sehr gut abends noch vom Einschlafen lesen kann?
- 1:07:00Es wäre gut, wenn es jetzt quasi so normal in einer in einer
- 1:07:03Arbeitswoche ist und nicht gerade Fernsehen, wenn es ein
- 1:07:05Buch ist, dass einen nicht so fesselt und wach hält, dass man
- 1:07:08es nicht mehr weglegen kann und bis morgens um 04:30 Uhr
- 1:07:10durchliest. Für viele von uns ist es auch
- 1:07:13gut, wenn es kein Horrorbuch ist, weil die Träume schlechter
- 1:07:16werden. Aber es sollte natürlich eben
- 1:07:18auch nicht so kompliziert und auf gar keinen Fall so dröge
- 1:07:21sein, dass man nach einer halben Seite sich denkt, ich bin nicht
- 1:07:24müde, aber ich mach jetzt die Augen.
- 1:07:27Und diesmal darf ich noch ran. Hier folgt noch unser kleiner
- 1:07:31Aufruf an euch, liebe Zuhörer und Zuhörerinnen, wir freuen uns
- 1:07:35sehr, wenn auch ihr uns vielleicht ein Buch fürs Bett
- 1:07:38empfehlen mögt. Schaut einfach kurz in unsere
- 1:07:41Shownotes oder auf unserer Website auf unsere E Mail
- 1:07:44Adresse und wie man das übermitteln kann.
- 1:07:46Nehmt was, aufmacht uns ne kleine Sprachnachricht mit dem
- 1:07:50Buch. Was ihr den anderen Zuhörern und
- 1:07:53Zuhörerinnen empfehlen wollt. Für das Buch fürs Bett.
- 1:07:57Dieses Mal darf aber ich noch ran.
- 1:07:59Ich freue mich sehr und ich bin selber mir selbst untreu
- 1:08:02geworden. Ich bin mir also selber selbst
- 1:08:04untreu geworden und habe etwas genommen, was also jegliche 120
- 1:08:08Seiten, grenzen, springen, nein, ja ich weiß, aber dafür ist es n
- 1:08:12Krimi. Und zwar ist es für mich eine
- 1:08:16neue Entdeckung und ich glaube, für viele Leute in Deutschland
- 1:08:19eher eine neue Entdeckung gewesen.
- 1:08:20Eine britische Krimi Schreiberin namens Josephin Tay TEY kennt
- 1:08:25kein Schwein hier in Deutschland, das wird jetzt
- 1:08:27gerade zum Glück geändert durch den Kampa Verlag, also vielen
- 1:08:29Dank für eure Arbeit, dass ihr die jetzt auf den deutschen
- 1:08:32Markt entdeckt habt. Josephin Tay ist in
- 1:08:35Großbritannien ungefähr auf dem gleichen Bekanntheitslevel wie
- 1:08:39Agatha Christie und es gibt sie hat.
- 1:08:43Einen so wunderbaren Charakter erfunden, den Inspektor Grant,
- 1:08:48der unglaublich sympathisch ist. Ich hatte mich mal so n bisschen
- 1:08:51über ihn auch rein gelesen und habe da auch festgestellt, das
- 1:08:54war mir überhaupt nicht bewusst, dass der Alan Grant, also dieser
- 1:09:00Inspektor, das erste Mal war, dass einem Inspektor
- 1:09:04Menschlichkeiten erlaubt wurden, also dass er auch mal verletzt
- 1:09:07sein darf, dass er mal n Burnout haben darf, dass er nicht
- 1:09:09dieser. Starke Kerl sein musste also
- 1:09:12100% alles immer im Griff hat, sondern es war so das erste Mal
- 1:09:15die Entwicklung einer Hauptfigur, die tatsächlich
- 1:09:17etwas menschlicher ist als jetzt die übermenschlichen Figuren
- 1:09:20davor. Und er ist unglaublich
- 1:09:24sympathisch. Alan Grant Es bringt wirklich n
- 1:09:26Heidenspaß über ihn zu lesen, das Buch was ich empfehlen
- 1:09:29möchte heißt ein Alibi für einen König im Original heißt es
- 1:09:34komplett anders, die Infos dazu findet ihr in den Shownotes es
- 1:09:38ist großartig übersetzt. Die der Rahmen ist der, und das
- 1:09:42passt so schön, mit einem Buch fürs Bett.
- 1:09:44Unser Inspektor Grant hatte einen Beinbruder, was auch immer
- 1:09:47er ist, auf jeden Fall im Krankenhaus und liegt im Bett
- 1:09:50und er langweilt sich zu Tode, er hält es also wirklich nicht 3
- 1:09:54Sekunden aus und er kriegt natürlich Besuch von Kollegen
- 1:09:57und Freunden und so weiter und eine Freundin von ihm ist eine
- 1:09:59flambulante Schauspielerin und Sängerin und also der heißeste
- 1:10:03Stern am Westend Himmel und die hat natürlich auch immer also
- 1:10:07Figurativ so n ganzen. Schar an Männern hinter sich her
- 1:10:11rennen die also alle an an, nicht nur an ihren Rock zippeln,
- 1:10:13sondern ich glaube, an jedem Körperteil hängen, was sie nicht
- 1:10:15irgendwie mit ihren 4 Händen sich erwehren kann.
- 1:10:17Auf jeden Fall besucht sie ihn und sagt, also, das geht so
- 1:10:20nicht, wie ich dich sehe, du langweilst dich zu Tode, du
- 1:10:22rennst ja gleich die Wände hoch, wenn du das könntest, du
- 1:10:24brauchst Beschäftigung, ich werde dir einen von meinen
- 1:10:27Verehrern schicken, der arbeitet im im British Museum, und ich
- 1:10:31weiß ja, dass du eine Vorliebe hast.
- 1:10:34Anhand von Bildern zu erkennen, ob das jetzt ne ne
- 1:10:37verbrechervisage ist oder nicht. Und ich geb dir mal einfach n
- 1:10:40paar Cold Cases aus der englischen Geschichte.
- 1:10:43Also vorbei kommt ein Historiker aus dem britischen Museum,
- 1:10:45bringt n paar Bilder mit dabei, der Grand geht die ganzen Bilder
- 1:10:48durch und bleibt bei einem Hängen weil er weiß OK es muss
- 1:10:50ich um einen Bösewicht handeln aber denk entschuldigung mal
- 1:10:52dieser Kerl sieht aus. Wie ein gerechter König oder ein
- 1:10:55guter Richter? Wer soll das denn sein?
- 1:10:57Und Ovonne o Freud, es ist Richard The Third Richard The
- 1:11:01Third ist der Erzböse der britischen Geschichte, also was
- 1:11:05der alles gemacht hat, es geht wirklich auf keine Kuhhaut, also
- 1:11:08eigentlich hat eigenhändig eigentlich ganze Familien
- 1:11:11umgebracht und so weiter und das Schöne ist, Grand denkt sich,
- 1:11:14nee, das glaube ich nicht, ich gehe das jetzt mal akribisch
- 1:11:18durch und er macht also sich wirklich auf die Suche durch
- 1:11:20alle Geschichtsbücher, die es gibt.
- 1:11:22Um diesen Richard The Third zu rehabilitieren, weil er einfach
- 1:11:26nicht glaubt, dass dieser Kerl ein schlechter König war.
- 1:11:28Und er macht etwas, was die britische Geschichtsschreibung
- 1:11:30tatsächlich seit dem 19. Jahrhundert schon weiß.
- 1:11:33Richard The Third war kein böser König, er hatte nur das Pech, in
- 1:11:36diesen gesamten Rosenkriegen und Lancaster und York und die
- 1:11:39Tudors und so weiter. Auf ihn folgten die Tudors und
- 1:11:42die Tudors brauchten eine Rechtfertigung, warum sie jetzt
- 1:11:46König sind. Und das lief wunderbar durch die
- 1:11:48totale Dämonisierung dieses eigentlich guten Königs Richard
- 1:11:52The Third und den also durch den Nagel in den Sarg gestoßen, hat
- 1:11:55er natürlich Shakespeare durch sein Stück, und damit war klar,
- 1:11:59seit Jahrhunderten Richard ist der Böse.
- 1:12:02Unser Inspektor Elon Grant löst das und macht also nachträglich.
- 1:12:06Tatsächlich rehabilitiert er ihn und wie er das Macht, ist eine
- 1:12:10so große Freude. Es ist so elegant geschrieben,
- 1:12:13mit so britischer Hand, also Josephine Tay ist eine der
- 1:12:15tollsten Autorinnen, und zwar so toll, dass sogar die, und jetzt
- 1:12:20kommen meine Lieblings 3 Wörter im englischen British Crime
- 1:12:23Writers Association, das ist so gut, oder dass es das überhaupt
- 1:12:26gibt. Auf jeden Fall hat die British
- 1:12:28Crime Writers Association dieses Buch zum besten Krimi aller
- 1:12:32Zeiten gewählt. Wow, und das muss echt schon mal
- 1:12:35was heißen, also große leseempfehlung a.
- 1:12:38Vielen Dank an Kampa Verlag dafür, dass ihr uns los Céfin
- 1:12:41Tay Wiedergebracht habt ins Deutsche.
- 1:12:43Josephin Tay ein Alibi für einen König alle Informationen, auch
- 1:12:47Übersetzerinnen und so weiter findet ihr natürlich wie immer
- 1:12:49in den Shownotes. Also bevor ihr jetzt in die
- 1:12:52Showbühne rennt, um euch Lars Eidinger Pellkartoffelwerfend
- 1:12:56als Richter den Dritten anzuschauen.
- 1:13:00Liest dieses Buch, um dann vielleicht den Lars einfach
- 1:13:03aufzuklären, dass er eigentlich. Das ist eigentlich falsch.
- 1:13:05Das ist ein. Bild von Lars Eidinger gesehen
- 1:13:08und daneben ein Bild von Chopin. Und ich glaube, wenn wir beim
- 1:13:11Biopic über Chopin machen, die bitte sind ja Zwillinge, also
- 1:13:14ich meine, der kann ja alles spielen, aber ich wünsche mir
- 1:13:16bitte Chopin, dargestellt von Lars Eidinger.
- 1:13:20Vielen Dank, lieber kurz, ich lese ja nicht viele Krimis, aber
- 1:13:23den muss ich lesen. Ich glaube, das stinkt nach
- 1:13:26meinem Sommerbild. Ja, sehr schön.
- 1:13:29Und. Vielen Dank an euch, die ihr
- 1:13:32zugehört habt. Bis zum Ende durchgehalten.
- 1:13:35Habt bis zum Ende durchgehalten. Habt jetzt schon dran sitzt und
- 1:13:38uns n paar Empfehlungen aufnehmt, welche Bücher wir
- 1:13:42unbedingt im Bett lesen sollen und alle anderen auch.
- 1:13:45Das würde uns riesig freuen. Wie immer freuen wir uns
- 1:13:47natürlich über Kommentare, wir freuen uns über Likes und Sterne
- 1:13:50und die jegliche Lebenszeichen, die ihr uns schicken möchtet,
- 1:13:55genau. Wir sind dankbar.
- 1:13:57Jedes Mal, wenn jemand mit uns kommuniziert und wir nicht das
- 1:14:00Gefühl haben, dass wir irgendwie nur miteinander reden.
- 1:14:03Das kann gar nicht sein. Was aber auch schön.
- 1:14:05Ist, was auch schön ist, lieber Kurt, es war eine große Freude
- 1:14:08mit dir heute fast in New York zu sein.
- 1:14:11Ja fast genauso schön wie mit einem Grill cheese Sandwich vor
- 1:14:17der Brooklyn Bridge zu sitzen. Oh Gott Grill, ich brauche eine
- 1:14:22ganze Sendung über Grill cheese. Liebe Zuhörer und Zuhörerinnen,
- 1:14:27vielen, vielen Dank, dass ihr dabei wart.
- 1:14:28Und Sick. Dem Code Grill Grill cheese
- 1:14:32Sandwiches. Und wenn ihr das nicht macht,
- 1:14:34wünschen wir euch trotzdem einen hervorragenden morgen, einen
- 1:14:37wunderschönen Tag, einen Geruhsamen Abend und eine
- 1:14:40zauberhafte Nacht. Alles alles Gute und bis in 2
- 1:14:43Wochen. Bis in 2 Wochen.
- 1:14:44Ciao ciao ciao. Im Batman Buch ist eine
- 1:14:52Produktion von irgendwas ist immer.
- 1:14:54Konzept und Produktion Götz Gring Modalmer Redaktion und
- 1:14:58Hosts Monique, Lukas und Kurt von Hammerstein.