Latest / Gin And Talk / Kevin Kühnert über Wahlkampf, Politik und die Zukunft
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- 0:00Speaker 0: Kriegen wir, und das frage ich mich auch, ein Wahlkampf noch hin in dem über die Zeit nach Corona gesprochen wird.
- 0:08Speaker 0: Es wird eine Zeit nach der ganz harten Pandemie geben, in der es wieder um Klima, um die Zukunft des Rentensystems, um Digitalisierung und Zukunftsinvestitionen geht.
- 0:19Speaker 0: Ich glaube wer jetzt denkt er könne eine Wahlentscheidung nur anhand der Bilanz der letzten Monate treffen und Leute wählen, die sich da vermeintlich bewährt haben kann ganz schnell einer politischen Wirklichkeit aufwachen und der Entscheidungen getroffen werden, die man gar nicht für möglich gehalten hatte.
- 0:34Speaker 0: Und für die man auch vielleicht gar nicht seinen Kreuzchen gesetzt hat am sechsenzwanzigsten September.
- 0:39Speaker 0: Den Hass den man als Politiker an einem Tag im Netz abbekommt also dafür braucht man viele Monate mit Begegnung auf der Straße um vergleichbar viel an den Kopf geworfen zu kriegen und selbst dann ist es meistens nicht so krass.
- 0:52Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 0:54Speaker 1: Mein Name ist Daniel Fürg und bevor wir gleich rüber an unseren Corona-bedingt virtuellen Badresen gehen, möchte ich kurz unseren heutigen Gast vorstellen.
- 1:03Speaker 1: Kevin Kühnert isst Politiker.
- 1:05Speaker 1: Im Alter von sechzehn Jahren trat der gebürtige Berliner in die SPD ein.
- 1:09Speaker 1: Seit Ende zwei Tausend neunzehn ist er stellvertretender Bundesvorsitzender der Partei und wird gerne auch mal als rebellischer Kopf mit starker Meinung bezeichnet.
- 1:18Speaker 1: Er selbst bezeichnet sich als Sozialist und setzt sich vor allem für eine gerechtere Gesellschaft ein.
- 1:25Speaker 1: Kühnert ist einer der Köpfe, die gerade den Neustart der SPD vorantreiben – und auf einen erfolgreichen Ausgang der Bundestagswahl im September hoffen!
- 1:33Speaker 1: Ich freue mich auf ein Gespräch über Politik- und Wahlkampf in Zeiten der Pandemie und Lösungen für die Herausforderungen der Zukunft.
- 1:41Speaker 1: Bevor wir aber gleich in das Gespräch starten noch eine Bitte….
- 1:45Speaker 1: Wenn dir Genen Talk gefällt, klicke bitte auf den Abonnieren-Button bei Spotify, Apple Podcasts oder wo auch immer du uns gerade zuhörst.
- 1:53Speaker 1: Gerne auch bei Instagram – das hilft uns wirklich sehr!
- 1:57Speaker 1: Nun aber viel Spaß beim Zuhören?
- 1:59Speaker 1: Schön dass ihr alle wieder mit dabei seid!
- 2:10Speaker 1: Herzlich willkommen
- 2:14Speaker 0: zu einer neuen Folge Gin & Talk.
- 2:18Speaker 1: Mach es dir gemütlich, lehne dich zurück
- 2:21Speaker 0: und tauche ein in die verrucht düstere
- 2:25Speaker 1: Atmosphäre unserer Studio-Bar!
- 2:35Speaker 1: Lieber Kevin ich freue mich sehr dass du dir heute die Zeit genommen hast und zumindest virtuell bei uns sein kannst.
- 2:41Speaker 0: Ja vielen Dank für die Einladung, ich freu mich.
- 2:45Speaker 1: Du in Berlin wir hier in München turbulente Zeiten, in denen wir da gerade leben.
- 2:51Speaker 1: Wie geht es dir denn ganz persönlich momentan?
- 2:54Speaker 1: In dieser Situation so die wahrscheinlich meistgestellte Frage, die man irgendwie in dieser Pandemiezeit hört.
- 3:00Speaker 0: Ja also gut ist anders wenn wir neigen in Deutschland immer dazu auf diese Standardfrage wie geht's dir immer passt schon zu antworten und meistens stimmt gar nicht so richtig.
- 3:10Speaker 0: Also insofern würde ich jetzt lügen wenn ich sagen würde das alles tipi topy und macht richtig viel Laune.
- 3:15Speaker 0: Aber natürlich möchte ich auch nicht ins Jammern verfallen, weil mir schon klar ist dass es vielen Leuten in diesem Endlos-Lockdown viel viel schlechter geht.
- 3:24Speaker 0: Die auch wirklich Existenzängste und so haben das jetzt alles etwas was mich nicht so sehr umtreibt.
- 3:29Speaker 0: Ich habe auch keine kleinen Kinder zu Hause mit denen ich noch Homeschooling oder ähnliches nebenbei machen muss.
- 3:34Speaker 0: Insofern geht das schon aber klar für uns in der Politik ist das Arbeiten vollkommen anders geworden als Vorher war unser Geschäft extrem auf persönliche Kontakte, auf das direkte Gespräch, auf Reisen und unterwegs sein ausgelegt.
- 3:47Speaker 0: All das kann ich mehr stattfinden und insofern ist die Art wie wir jetzt miteinander sprechen ziemlich repräsentativ dafür, wie mein Leben in den letzten vor zehn Monaten so aussieht.
- 3:57Speaker 1: Was machst du denn, um den Draht zu den Wählern nicht zu verlieren?
- 4:00Speaker 1: Also auch diesen persönlichen Draht, den man ja vor Corona recht einfach haben konnte.
- 4:04Speaker 1: In dem man einfach eine Veranstaltung gemacht hat und die Leute zusammengerufen hat irgendwie aufgetreten ist.
- 4:12Speaker 1: aber das geht ja momentan alles nicht.
- 4:14Speaker 1: wie hilfst du dir da selbst den Draat zu halten?
- 4:18Speaker 0: Ja durch mehrere Sachen also das eine ist natürlich sich vieles in den digitalen Raum verschoben hat.
- 4:25Speaker 0: ich habe zum Beispiel Zu Beginn der Corona-Zeit mit dem Last Klinkmal, mit unserem SPD Generalsekretär angefangen, wöchentliches Insta Live zu machen.
- 4:33Speaker 0: Was wir jetzt mittlerweile auch als Podcast betreiben – die K-Frage, da sprechen wir immer am Montag zum einundzwanzig Uhr über Instagram miteinander über die Themen der Woche, was uns bewegt aber auch etwas politisch gerade so los ist und natürlich sammeln wir da auch viel Feedback ein.
- 4:47Speaker 0: Und versuchen um gespürt zu kriegen.
- 4:49Speaker 0: gleichzeitig wissen bei ja alle auf Instagram ist jetzt auch nicht der bundesdeutsche Durchschnitt unterwegs sondern eine bestimmte Auswahl an Leuten.
- 4:56Speaker 0: deswegen ersetzt es nicht komplett das persönliche Gespräch.
- 5:00Speaker 0: Jetzt habe ich den Vorteil zu denjenigen zu gehören Ihrem Namen und Gesichter viele Leute auch einfach kennen, das heißt wenn ich mit draußen unterwegs bin zum Spazieren gehen oder was auch immer dann sprechen mich häufig auch einfach Leute an.
- 5:13Speaker 0: Das ist so die unmittelbarste Feedbackmöglichkeit weil es komplett ungefiltert stattfindet.
- 5:19Speaker 0: aber klar es ist eine schwierige Zeit.
- 5:22Speaker 0: wir sind fünf Monate vor der Bundestagswahl Ich bin selber Kandidat und ich weiß noch nicht ganz wie mein Wahlkampf aussehen wird ob er sich überwiegend im digitalen Raum oder dann vielleicht doch irgendwann mal auf der Straße und an den Haustüren abspielen wird.
- 5:35Speaker 0: Und das sorgt für so eine gewisse Grundnervosität, muss ich sagen.
- 5:39Speaker 1: Jetzt hat man ja in der Pandemie lange gehört dass es jetzt nicht die Zeit für Wahlkampf ist was auch richtig ist oder zumindest nicht die zeit für Wahl kampf war.
- 5:50Speaker 1: Das hat sich gerade so in den letzten Wochen extrem geändert.
- 5:54Speaker 1: also wir sind jetzt wirklich mitten im Wahlkampf drin.
- 5:59Speaker 1: wie Schaffst du das für dich auch selbst?
- 6:02Speaker 1: Da so ein bisschen die auch auf die Grenze zu ziehen, weil ich also Ich würde mir glaube ich schwer tun wenn ich sage na ja wir haben auf der einen Seite Die pandemie themen ums mal also pauschalen überbegriff zu finden Die eigentlich nicht Wahlkampfthema sein sollten oder niemals sein dürfen Eigentlich Und und auf der anderen seite haben wir Themen die die wahlkampftemen sind die aber gerade nicht so wirklich auf dem Schirm der Leute sind.
- 6:30Speaker 1: Und irgendwie muss man sich ja trotzdem positionieren, ohne dass man auf einmal nur weil es Wahlkampf ist Dinge gut oder schlecht redet, die auf der Pandemie Seite passieren.
- 6:40Speaker 1: also wie ziehst du da für dich irgendwie die Grenze und wie kommst Du damit klar?
- 6:45Speaker 0: Naja, es ist also ich würde auch sagen die ganz unmittelbare Pandemie-Bewältigung.
- 6:52Speaker 0: Das sollte tatsächlich nicht Teil des Wahlkampfes sein aber natürlich muss man bewerten können und dürfen wie Leute ihren Job in dieser Zeit auch gemacht haben.
- 7:01Speaker 0: Also wir haben ja Anfang des Jahres von Seiten der SPD sehr stark problematisiert das Impfmanagement, die Beschaffung von Impfstoff damals, die Verträge, die im letzten Jahr im Sommer gemacht wurden in eine nachteilige Situation gegenüber anderen gebracht haben.
- 7:19Speaker 0: Natürlich gehört sowas zur Bewertung einer politischen Bilanz von handelnden Personen mit dazu, denn das gibt ja ein bisschen Auskunft darüber wie lege ich eigentlich mein Amt als Minister oder Ministerin tatsächlich aus?
- 7:32Speaker 0: Wie vorausschauend gehe ich vor, wie viel Wert messe ich so was wie Daseinsvorsorge und Gemeinwohl eigentlich zu finde?
- 7:41Speaker 0: da muss man schon drüber sprechen können.
- 7:43Speaker 0: Was jetzt die ganz aktuellen Maßnahmen angeht, die Ministerpräsidentenkonferenzen und so weiter.
- 7:49Speaker 0: Da bin ich relativ entspannt weil da sehen wir ja im Moment eigentlich die Konflikte verlaufen gar nicht so sehr entlang der Parteilinien sondern eher entlang den Bundesländern und der Frage welche Inzidenzen habe ich gerade vor Ort?
- 8:01Speaker 0: Da widerspricht dann auch mal CDU-Ministerpräsident der eigenen Kanzlerin, weil er sagt Leute ich hab ne fünftiger Inzidenz bei mir warum soll ich keine Hotels aufmachen können?
- 8:10Speaker 0: und dann gibt es aber plötzlich wieder Allianzen, die hätte man vorher nie für möglich gehalten.
- 8:14Speaker 0: Insofern glaube ich ist das gar nicht so stark Wahlkampf belastet, aber dein letzter Punkt da sei nicht der entscheidende.
- 8:20Speaker 0: Kriegen wir – und das frage ich mich auch – kriegen wir einen Wahlkampf noch hin in dem auch über die Zeit nach Corona gesprochen wird?
- 8:27Speaker 0: Es wird eine Zeit nach zumindest ja ganz harten Pandemie geben, in der es auch wieder um Klima, um die Zukunft des Rentensystems, um Digitalisierung und Zukunftsinvestitionen geht.
- 8:39Speaker 0: Und ich glaube, wer jetzt denkt.
- 8:40Speaker 0: Er könne eine Wahlentscheidung nur anhand der Bilanz der letzten Monate treffen und Leute wählen die sich da vermeintlich bewährt haben kann ganz schnell einer politischen Wirklichkeit aufwachen in der Entscheidung getroffen werden, die man gar nicht für möglich gehalten hatte und für die man auch vielleicht gar nicht sein Kreuz hingesetzt hat.
- 8:57Speaker 0: am sechsenzwanzigsten September
- 8:59Speaker 1: kannst du verstehen wenn viele Bürger auch nicht mehr wirklich nachvollziehen können, was auch gerade in der Corona-Politik da momentan passiert.
- 9:07Speaker 1: Also wenn dann auf einmal grade dieses dieses Genglieren will ich schon fast sagen mit den Inzidenzen passiert?
- 9:14Speaker 1: Wenn man dann auf mal wieder eine ganz neue Inzidenz mit hundertfünfundsechzig hat wo man sich irgendwie wirklich die Frage stellt Leute hat jetzt irgendjemand da wirklich ein Berlin einfach einen Würfel geworfen und irgendeine irgendein Zahl genommen?
- 9:29Speaker 1: oder wo kommt jetzt auf einmal ne Hundertfünfundsechsig her?
- 9:31Speaker 1: also Also kannst du verstehen, dass die Leute da wirklich auch den Draht verlieren zu Politik und sagen hey ich fühle mich da überhaupt nicht abgeholt?
- 9:42Speaker 0: Ja in dem konkreten Fall kann ich es verstehen.
- 9:44Speaker 0: Und bei der Hundertfünfundsechziger Inzidenz, die ja darüber entscheidet ob noch in Präsenz Schule stattfindet oder nicht ist es ja wie ich finde richtigerweise auch sehr transparent gemacht worden.
- 9:56Speaker 0: bis zustande kam nämlich man hat einfach zum Zeitpunkt der Verhandlungen Bundesweite Inzidenzzahl, das war die Hundert und Sechzig etwa.
- 10:05Speaker 0: Die hat man einfach genommen weil es sehr unterschiedliche Vorstellungen gab was ein richtiger Wert wäre.
- 10:11Speaker 0: Und insofern ist das ein klassischer politischer Kompromiss gewesen wie einen wollten viel den anderen wollten wenig und dann trifft man sich halt irgendwo in der Mitte.
- 10:20Speaker 0: Es ist schlussendlich nichts anderes als wenn man über ein Konjunkturpaket entscheidet und die eins sagen wir wollen fünf Milliarden ausgeben und die Anderen sagen zehn und am Ende gibt man acht oder sieben Milliarden.
- 10:31Speaker 0: Das ist dann auch keine wissenschaftlich hergeleitete Zahl, sondern es ist das Ergebnis von Demokratie.
- 10:36Speaker 0: Man muss eine Mehrheit haben um es hinzukriegen und wenn man für die eigene Position keine Mehrheit hat, dann muss man handeln miteinander und so ist es hier auch.
- 10:44Speaker 0: generell ist das Beispiel der Schulen eins wo wir in den letzten Monaten sehen dass es fast am kompliziertesten zu beantworten vielleicht nimmst du's auch so war auch im persönlichen Umfeld.
- 10:56Speaker 0: Das sind sehr starke Meinungen, aber in beide Richtungen.
- 10:59Speaker 0: Es stehen sowohl uns Leute gegenüber die sagen ich kann das jetzt auch nicht anders ausdrücken ihr bringt unsere Kinder und uns gleich noch mit um?
- 11:06Speaker 0: ja wo Leute polemisch fragen habt er schon Vorsorgeprogramm für Weisenkinder aufgelegt und so weiter.
- 11:11Speaker 0: Ihr wollt doch durch solchen über die Schulen Und andere stehen gegenüber und sagen, ihr versündigt euch an den Zukunftschancen unserer Kinder.
- 11:20Speaker 0: Wenn ihr sie über ein Jahr aus der Schule rausholt und ernsthaft glaubt zu Hause am Küchentisch zu sitzen hätte irgendwas mit Unterricht geschweige denn mit Pädagogik tatsächlich zu tun.
- 11:29Speaker 0: Beides sind im Kern total beachtenswerte Punkte.
- 11:34Speaker 0: aber am Ende kann ich nur eine Entscheidung politisch treffen und das ist die nicht um Mitleid heißen oder so, aber es ist hochgradig schwierig zu entscheiden was da der richtige Weg ist.
- 11:46Speaker 1: Generell muss man ja auch sagen dass sich die Diskussion über politische Themen in der Gesellschaft schon auch gerade in den letzten Jahren sehr verschärft hat.
- 11:54Speaker 1: also die man hat gewisse Gruppierungen oder Gruppierung ist das falsche Wort weil sie sich ja nicht organisieren.
- 12:02Speaker 1: aber man hat Gewisse Teile der Gesellschaft die ja inzwischen sehr sehr persönlich argumentieren die sehr.
- 12:12Speaker 1: Ja, jetzt nicht unbedingt darauf bedacht sind nette Worte zu finden um Kritik zu üben sondern einfach irgendwie ohne jede Distanz und jeden Respekt teilweise auch.
- 12:23Speaker 1: Ihre Meinung im Netz vor allem im Netz den freien Lauf lassen oder eben auch bei Demonstrationen oder sowas in der Richtung.
- 12:31Speaker 1: wie nimmst du das wahr?
- 12:32Speaker 1: Also würdest du sagen dass gab es irgendwie schon immer aber hat sich jetzt sehr ins Netz verlagert oder nimmste auch war.
- 12:39Speaker 1: dass ist schon dass der Ton schärfer wird
- 12:42Speaker 0: Der Ton wird in Teilen schärfer und dass das Netz ein Katalysator dafür ist, das haben wir immer schon erlebt.
- 12:50Speaker 0: Ich kann es auch im eigenen Beispiel sagen den Hass, den man als Politiker an einem Tag im Netz abbekommt.
- 12:58Speaker 0: also dafür braucht man viele Monate mit Begegnungen auf der Straße um vergleichbar viel an den Kopf geworfen zu kriegen.
- 13:03Speaker 0: und selbst dann ist es meistens nicht So krass, ich bin jetzt seit über drei Jahren das was man wahrscheinlich irgendwie Person des öffentlichen Lebens nennt.
- 13:09Speaker 0: Mich sprechen viele Leute an und ich kann dann einer Hand abzählen wie häufig mich Leute wirklich persönlich angegangen sind nicht tätlich aber so dass sie mich irgendwie im weitesten Sinne beleidigt haben.
- 13:19Speaker 0: bei irgendeiner persönlichen Begegnung Im Netz wirklich da kannst du die Uhr nachstellen bis auf Twitter auf einen Post so viel negative Rückmeldungen hast.
- 13:28Speaker 0: Also diese vermeintliche Anonymität, manchmal ja auch tatsächliche macht was mit Leuten und fördert nicht immer das Beste zutage.
- 13:36Speaker 0: In der Sache finde ich bin ich immer wieder erschüttert dass besonders diejenigen sehr laut aufschreien die bei genauerer Betrachtung gar nicht so viel Grund dafür haben.
- 13:47Speaker 0: also ich nehme war das Leute die wirklich auch wirtschaftlich seit über einem Jahr komplett in der Perspektivlosigkeit sind sagen wir mal der eine kleine Innenraum-Eckknalpe ohne Außenplätze hat.
- 13:58Speaker 0: Der hat im Prinzip seit vierzehn Monaten faktisch kein Geschäft mehr.
- 14:03Speaker 0: und das sind nicht diejenigen, die wutschnaubend auf der Straße stehen und demonstrieren obwohl sie wahrscheinlich allen Gründer zu hätten und sich viele Existenzfragen stellen.
- 14:14Speaker 0: stattdessen stehende Mittelpunkt der Debatte Leute, die ernsthaft glauben ein paar Quadratzentimeter Stoff Ein Weg in die Diktaturebenen unserer Gesellschaft.
- 14:26Speaker 0: Und als nächstes würde irgendjemand kommen und ihnen die Meinung verbieten wollen oder so, diese Weinerlichkeit, die da zum Teil an den Tag gelegt wird auch diese Verwechslung von demokratischen Freiheiten mit.
- 14:41Speaker 0: Ich kann alles machen.
- 14:42Speaker 0: was ich möchte ist ein Rückfall in eine Ellenbogen-Gesellschaft wie kaum für möglich gehalten hätte, aber es ist nicht die Mehrheit.
- 14:52Speaker 0: Es ist sehr deutlich nicht die mehrheit auch wenn sie durch lautstarke versuchen diese Tatsache zu verwischen.
- 14:58Speaker 1: Wie gehst du persönlich mit so harter teilweise sehr persönlicher Kritik im Netz dann auch um?
- 15:05Speaker 1: Also ist das was dich auch wirklich berührt oder hast Du gelernt da einfach so ein dickes Fell zugelegt sozusagen über die Jahre?
- 15:16Speaker 0: Also ein grunddickes Fell muss man schon glaube ich in der Politik haben, also ein bisschen mehr als das üblicherweise der Fall ist.
- 15:24Speaker 0: Aber man muss sich auch in der Politik nicht alles bieten lassen und deswegen ist für mich nämlich Twitter als Beispiel weil es schon so mein Hauptmedium tatsächlich auch ist.
- 15:33Speaker 0: da blocke ich auch Leute und zwar eigentlich nach zwei Kategorien.
- 15:39Speaker 0: Das eine ist wenn es in den rechtsradikalen Bereich reingeht Menschenfeindlichkeit einfach kein Forum gebe und auch nicht meine Reichweite gebe.
- 15:49Speaker 0: Also das sind ja dann auch Leute, die versuchen bei mir in der Kommentarspalte quasi meine Reich weite zu kapern um dort einer großen Menge von Menschen ihre Thesen zu präsentieren.
- 15:58Speaker 0: ich lasse mich aber nichts im Trojanischen Pferd machen Das wäre ja noch schöner.
- 16:02Speaker 0: Und dass andere sind persönliche Beleidigung sei es gegen mich oder gegen Andere mit denen Ich zusammen diskutiere kann man ja auch schnell sehen.
- 16:11Speaker 0: Es ist dann nicht nur die eine Reaktion, die mag tatsächlich jedem mal irgendwann durchrutschen sondern meistens reicht es echt.
- 16:17Speaker 0: klickt das Profil an ich mache es auf guckt mir die letzten drei bis fünf Post der Person an und meistens erkennt man sehr schnell dass es sich da um jemanden handelt der hier nicht auf der Suche nach irgendeiner politischen oder gesellschaftlichen Debatte ist Sondern der einfach nur drunter kühbelt überall Und tut mir leid Das muss ich mir nicht geben Dass es in meiner Entschädigung nicht beinhaltet.
- 16:39Speaker 1: Lass uns mal so ein bisschen über die Zeit nach der Pandemie sprechen, wann auch immer sie denn dann wirklich sein wird oder zumindest.
- 16:47Speaker 1: die Zeit in der wir mit der Pandemie wieder normal leben können, sagen wir es mal so.
- 16:53Speaker 1: Nämlich auch ein bisschen über euer Wahlprogramm am Ende des Tages.
- 16:57Speaker 1: Wir laufen ja auf Jahrzehnte zu, indem wir sehr große Herausforderungen haben.
- 17:03Speaker 1: Wir haben neue Technologien, die unsere Wirtschaft beeinflussen und den Klimawandel, den wir irgendwie in den Griff bekommen werden müssen.
- 17:14Speaker 1: Wir werden die Auswirkungen der Pandemie haben.
- 17:17Speaker 1: Ungerechtigkeit.
- 17:18Speaker 1: Wir haben zumindest nach meiner Wahrnehmung eine Schere in der Gesellschaft, die auch gerade durch die Pandemie noch weiter aufgeladen wird oder aufgetrieben wird.
- 17:31Speaker 1: Also es kommt ne ganze Menge auf uns zu.
- 17:35Speaker 1: Warum ist denn die SPD die Partei, der wir zutrauen sollten dass sie diese Themen in den Griff bekommt?
- 17:44Speaker 0: Ich glaube, dass wir in dieser Pandemie eine Sache gelernt haben könnten zumindest.
- 17:52Speaker 0: Nämlich das eine funktionierende Gesellschaft auch eine Gesellschaft die Schutz organisieren kann gegen die ganz unterschiedlichen Bedrohungen, die es so gibt, dass sie auf zwei wesentlichen Punkten aufbaut.
- 18:05Speaker 0: Das ist auf der einen Seite ein funktionierendes Gemeinwesen, eine funktionierte Grundversorgung, Daseinsvorsorgegemeinwohl wie auch immer man es nennen möchte Und das andere ist ein hoher Innovationsgeist in der Gesellschaft, aus der Zivilgesellschaft heraus.
- 18:19Speaker 0: Aus dem Bereich der Wirtschaft heraus von Leuten die sich verwirklichen und die Ideen haben.
- 18:26Speaker 0: Beides muss zusammenwirken.
- 18:29Speaker 0: Das sind eigentlich zwei Sachen wenn man in die Geschichte der SPD guckt.
- 18:37Speaker 0: Fortschritt und Gerechtigkeit war der Doppelbegriff.
- 18:39Speaker 0: Und darum geht es ja hier im Prinzip, also einerseits kann man übersetzen in diese Pandemiezeit.
- 18:45Speaker 0: Der Markt stellt kein funktionierendes Krankenhauswesen oder ähnliches bereit.
- 18:51Speaker 0: Er stellt auch nicht in Höhe von hundert Millionen Euro Gelder bereit um mal schnellen Impfstoff zügig zur Marktreife zu führen und die Produktionskapazitäten auszuweiten.
- 19:00Speaker 0: Gleichzeitig entwickelt das Bundesbildungs- und Forschungsministerium keine Corona-Impfstoffe, sondern das machen Leute, die seit vielen Jahren in diesem Bereich unterwegs sind und die Expertise haben.
- 19:11Speaker 0: Und diesen Grenzbereich zu stärken.
- 19:13Speaker 0: Du Rubéer hat einen Hackathon im letzten Jahr sofort veranstaltet um zu gucken was können kreative Ideen im digitalen Bereich sein?
- 19:21Speaker 0: Um die Folgen dieser Corona Pandemie zu mildern jetzt zu kommen.
- 19:26Speaker 0: Also diesen Grenzbereich aus einer funktionierenden Grundversorgung, einerseits und eine Förderung von Kreativität und auch Unternehmergeist durchaus auf der anderen Seite.
- 19:37Speaker 0: das ist glaube ich das worauf es jetzt ankommen wird und dafür kann man nicht mit einem Nachtwächterstart machen sondern wir müssen klarer sortieren wer hat welche Aufgaben.
- 19:48Speaker 0: Ich mache nur ein Beispiel Im Sommer vor der Corona-Pandemie, im Sommer of two thousand nineteen kam eine Studie der Bertelsmann Stiftung die uns gesagt hat in Deutschland könnten wir eigentlich auf die Hälfte unserer Krankenhausstandorte verzichten weil das wäre ja viel ökonomischer wenn wir nur in den großen Zentren die Krankenhäuser haben.
- 20:07Speaker 0: Wir machen die kleinen im ländlichen Raum weg und dann ist es effizienter.
- 20:10Speaker 0: Dann hat jedes Krankenhaus ein Vollangebot.
- 20:15Speaker 0: Im Dreivierteljahr später sehe ich Jens Spahn bei BBC News im Interview am Anfang der Pandemie.
- 20:20Speaker 0: Wir sahen gerade die Bilder aus Italien mit den Militärfahrzeugen, die die Särge abtransportieren und in Deutschland ging es recht gut.
- 20:28Speaker 0: Und er kriegt die Frage gestellt Herr Spahn warum kommt Deutschland bislang so gut durch die Pandemie?
- 20:32Speaker 0: Er antwortet weil wir noch Kapazitäten in unserem Gesundheitswesen haben.
- 20:37Speaker 0: damit hatte er total Recht.
- 20:39Speaker 0: Aber das ist eine klare, wenn man zu Ende denkt.
- 20:42Speaker 0: Das ist eine klar politische Absage an dieses Konzept von Rationalisierung, von Renditeorientierung Profitmaximierung in den Bereichen der Daseinsvorsorge und Grundversorgung in unserer Gesellschaft.
- 20:54Speaker 0: Und das muss ganz klare Lehre sein!
- 20:57Speaker 0: Wir haben die formuliert in unserem Wahlprogramm und ich hoffe dass das ein Aufhänger ist um zu sagen ja sie haben sich damit auseinandergesetzt wie das Leben nach Corona besser und, wie wir jetzt gelernt haben, resilienter werden kann.
- 21:12Speaker 0: Das ist ja der Trendbegriff in den letzten
- 21:13Speaker 0: Monaten.".
- 21:14Speaker 1: Ein Thema was dich auch sehr umtreibt ist eben diese soziale Ungerechtigkeit die wir haben in vielen Bereichen, auch in einem durchaus größer werdenden Ausmaß.
- 21:25Speaker 1: Was mich interessieren würde es?
- 21:27Speaker 1: Wie bekommen wir dann das hin, weil wir haben ja auf der einen Seite wollen wir als Land durchaus attraktiv sein für große Unternehmen.
- 21:35Speaker 1: Wir wollen auch Unternehmer motivieren ein großes Unternehmen aufzubauen.
- 21:41Speaker 1: Wir möchten da ja auch wirklich einen freien Markt haben.
- 21:46Speaker 1: Der ist auch ermöglicht damit wirklich ganz platt gesagt auch wirklich Geld zu verdienen.
- 21:51Speaker 1: und gerade Unternehmer die sich Ja auch wirklich reinhängen und unter etwas aufbauen über viele Jahrzehnte, teilweise auch über Generationen hinweg denen sollte es ja auch zu stehen.
- 22:04Speaker 1: Wirklich ja auch wirklich vermögen damit zu generieren.
- 22:09Speaker 1: gleichzeitig haben wir aber ganz viele Menschen in unserer Bevölkerung die nicht Unternehmer sind.
- 22:16Speaker 1: Wir haben auch ganz viele die gerade so über die Runden kommen oder nicht über die Runden kommen, wenn man es mal ganz ehrlich betrachtet.
- 22:25Speaker 1: Auch dieses Stichwort Hartz IV aber da will ich gleich nochmal gesondert drüber reden.
- 22:29Speaker 1: Wie bekommen wir denn diesen Spagat hin zwischen Freiheiten für Unternehmer und die Möglichkeit hier auch wirklich was aufzubauen?
- 22:38Speaker 1: oder aber auf der anderen Seite die Leute, die eben nicht die Möglichkeit teilweise haben und vielleicht auch teilweise die Fähigkeiten nicht haben oder auch die Voraussetzungen vielleicht nicht haben.
- 22:49Speaker 1: Oder einfach das Glück nicht haben so was aufzubauen dass wir die nicht auf der Strecke lassen.
- 22:55Speaker 0: Also zunächst mal und das ist ein bisschen auch Notiz in die eigene Richtung sowohl an mich persönlich als auch an meine Partei müssen wir alle aufpassen, wenn wir auch über die negativen Auswüchse von Geschäfte macherei sprechen.
- 23:08Speaker 0: Nicht den Eindruck zu vermitteln dass jeder der ein Geschäftsmodell hat eine übler Ausbeuter ist und anderen was böses will.
- 23:15Speaker 0: in der Realität ist das ja mehrheitlich ganz anders.
- 23:19Speaker 0: ich glaube auch dass die eigentlichen Gerechtigkeitsfragen sich nicht in der Gesellschaft zwischen denen, die schlecht verdienen und den, die mittelferdienen oder ganz gut verdienen abspielen.
- 23:29Speaker 0: Sondern die eigentlichen Gerechtigkeitsfragen.
- 23:31Speaker 0: wenn wir uns die Statistiken angucken haben wir mit Blick nach ganz oben zu den Multimillionen- und Milliardenvermögen, die häufig genug das kann man sich ja im Einzelfall angucken aufgrund einer sehr ungerechten Marktübermachtzustande gekommen sind.
- 23:45Speaker 0: Wir haben es mit global agierenden Unternehmen alle kennen die Namen Amazon und die großen Digital-Riesen usw.
- 23:51Speaker 0: zu tun, die sich die Globalisierung zur Nutze gemacht haben weil sie überall ihre Einnahmen generieren.
- 23:59Speaker 0: aber so nach dem Prinzip catch me if you can die Gewinne dorthin ziehen wo die Besteuerung am niedrigsten ist.
- 24:07Speaker 0: und deswegen wird ja jetzt im Moment gerade hoffentlich endlich in den letzten Zügen über eine globale Mindestbesteuerung gesprochen, etwas was Olaf Scholze auch als Finanzminister jetzt lange vorangetrieben hat.
- 24:18Speaker 0: Jetzt gibt es endlich Leute die es aufgreifen, Frau Yellen als neue US-Finanzministerin.
- 24:23Speaker 0: also eine Verabredung zwischen den großen und nicht ganz so großen Ländern dieser Welt das beispielsweise unter einundzwanzig Prozent irgendwo eine Unternehmensbesteuern stattfinden kann damit klar ist.
- 24:36Speaker 0: Steuerflucht als Geschäftsmodell lohnt sich nicht mehr und damit steuern tatsächlich dort Anfallen, wo sie auch die Umsätze gemacht wurden.
- 24:45Speaker 0: Wo auch die Rohstoffe herbezogen wurden.
- 24:47Speaker 0: das wird gar nicht so sehr Deutschland bevorzugen am Ende sondern vor allem die Länder deren Ressourcen und Arbeitskräfte wir im Rahmen der Globalisierung massiv ausbeuten und die von den Schlussendlichen Gewinnen geschweige denn von irgendwelchen Steuern überhaupt gar nichts abbekommen.
- 25:01Speaker 0: Das sind eigentlich die großen Gerechtigkeitsfragen dieser Zeit, die sich stellen.
- 25:05Speaker 0: und wenn ich noch eins aus Deutschland hinzufügen darf wir diskutieren bei uns darüber und haben das auch in unserem Programm verankert ob es nicht zeit wäre eine neue Rechtsform für Unternehmen zu schaffen als Option, nämlich für Leute die so eine Art Gemeinwohlunternehmertum haben wollen.
- 25:21Speaker 0: Es gibt ganz viele, die sich an uns wenden und sagen wir sind kein sozialwirtschaftliches Unternehmen Wir sind nicht die Caritas oder so aber wir wollen uns dazu verpflichten einen erheblichen Teil unseres jährlichen Gewinnens in Nachhaltigkeit unseres Unternehmens, aber auch der Gesellschaft zu stecken.
- 25:38Speaker 0: In soziale Zwecke, die Fort- und Weiterbildung unserer Beschäftigten usw.
- 25:43Speaker 0: Also gebt uns eine Rechtsform, in der wir vielleicht ein bisschen steuerlich begünstigt werden, aber in der Wir uns im Gegenzug darauf verpflichten können dass es bei uns nicht um Profitmaximierung geht sondern um ein nachhaltiges Geschäftsmodell was nicht auf Kosten zukünftiger Generation oder unsere natürlichen Lebensgrundlagen stattfindet.
- 26:02Speaker 1: Thema Hartz IV habe ich gerade schon angesprochen, ein paar Tage bevor wir uns hier heute unterhalten hat ja Jan Böhmermann in seiner Sendung dieses ganze Thema mal auseinandergenommen kann man ja sagen.
- 26:18Speaker 1: Jetzt habt ihr ja durchaus einen Plan, wie man dieses Thema ablösen kann.
- 26:24Speaker 1: Aber zur Wahrheit gehört ja auch, dass dieses Thema über viele Jahre wahrscheinlich zu viele Jahre – wenn man sich diese Dinge mal ansieht – mit Regierungsverantwortung auf eurer Seite immer weitergetrieben wurde und nicht wirklich reformiert wurde.
- 26:41Speaker 1: Wie konnte es überhaupt zu so einer Situation kommen?
- 26:45Speaker 1: da ein Modell haben, das ja offensichtlich nicht nur die Probleme der Betroffenen löst sondern teilweise auch noch zu völlig Absurditäten führt.
- 26:57Speaker 0: Ich werde den Teufel tun dieses System oder die Art wie es zustande gekommen ist zu entschuldigen weil ich so lange in der SPD selbst bin immer dagegen gekämpft habe mit den Usus und vielen anderen zusammen.
- 27:09Speaker 0: Ich bin ja ironischerweise in die SPD eingetreten, also kurz nachdem Hartz IV eingeführt wurde.
- 27:15Speaker 0: Ich war damals fünfzehn und mich haben alle möglichen Themen beschäftigt aber sicherlich nicht das deutsche Sozialsystem.
- 27:19Speaker 0: deswegen war es jetzt auch nicht so.
- 27:21Speaker 0: ein Widerspruch unbedingt Aber wenn man erst mal angefangen hat sich damit zu beschäftigen dann konnte man nach meinem Verständnis gegen ein paar zumindest der Grundprinzipien dieses Systems eigentlich nur sein.
- 27:35Speaker 0: war es mir auch so wichtig, dass der lange Arten sich lohnt und wir am Ende zu einem anderen, zu einem wirklich wieder sozialdemokratischen Konzept von Sozialstaat kommen.
- 27:45Speaker 0: Und das haben wir ja nach der verhauenden letzten Bundestagswahl angefangen zu entwickeln.
- 27:49Speaker 0: Ich bin Andrea Nahles bis heute super dankbar, dass sie den Mut hatte diesen Prozess anzustoßen.
- 27:56Speaker 0: Man darf das nicht unterschätzen.
- 27:57Speaker 0: In der SPD ist das ja so ein bisschen die Gerät-Hinfrage, die letzten fünfzehn Jahre gewesen.
- 28:01Speaker 0: Es ist ja in erster Linie für Betroffenen schlimm gewesen aber es ist auch ein ganz tieferes in der Sozialdemokratie.
- 28:08Speaker 0: Die einen, die die These vertreten haben, die SPD ist abgeschmiert weil sie nicht genug zu diesem Erfolg gestanden hat und die anderen, die gesagt haben es ist Verrat an den eigenen Grundwerten gewesen und deshalb sind wir abgeschmeert.
- 28:20Speaker 0: Permanente Fortführung dieser Diskussion hatte nie ein Ende gefunden und wir sind damals gemeinsam zu dem Schluss gekommen.
- 28:27Speaker 0: Diese Debatte wird nicht mit dem Blick nach hinten aufgelöst werden können, das können irgendwann mal Historiker machen die können bewerten.
- 28:32Speaker 0: wer hat damals recht gehabt auf den Parteitag?
- 28:35Speaker 0: Wir kriegt die Debatte jetzt nur auf gelöst wenn uns ein besseres Konzept einfällt und dann haben uns mit Leuten an einen Tisch gesetzt.
- 28:42Speaker 0: Der Arbeitsminister, ich damals als Uservorsitzender und viele andere mehr sind Leute mit wirklich unterschiedlichen Positionen und haben was anderes, was zeitgemäßes entwickelt.
- 28:51Speaker 0: Und für die Sozis bei uns geht es immer über Arbeit am Ende.
- 28:55Speaker 0: Das ist vielleicht auch die Schräglage in dieser Debatte in den letzten Jahren gewesen.
- 29:00Speaker 0: weil das System so ungerecht ist Hat sich die Debatte häufig nur darum gedreht, muss der Regelsatz bei Hartz IV nicht hundert Euro mehr oder weniger sein?
- 29:10Speaker 0: Und keine Frage.
- 29:11Speaker 0: Der ist zu niedrig.
- 29:12Speaker 0: das unterschreibe ich auch sofort.
- 29:13Speaker 0: aber über diese Diskussion und die Frage der Sanktionen und muss jemand aus der Wohnung raus Ist die eigentliche Kernfrage aus dem Blick geraten Wie kriegen wir denn die Leute aus dem System eigentlich raus?
- 29:24Speaker 0: Wie kriegen sie dazu, dass Sie wieder von eigener Arbeit leben können und sich nicht in einem staatlichen Abhängigkeitssystem befinden.
- 29:32Speaker 0: Die meisten von denen wollen ja sehr gerne arbeiten viele hängen aber seit mittlerweile gut fünfzehn Jahren Da drin, also haben wir viel stärker fokussiert auf die Frage.
- 29:40Speaker 0: Wie kommen wir eigentlich zu einem im ersten Schritt zum Recht auf Qualifizierung und Weiterbildung?
- 29:46Speaker 0: Was werden in einer Transformationsgesellschaft ebrauchen nicht nur für die Leute, die arbeitslos sind sondern für alle Beschäftigten?
- 29:52Speaker 0: Und wie kommen wir einen zweiten Schritt dann letztlich so eine Art rechtauf Arbeit mit dem sozialen Arbeitsmarkt wo wir sagen wenn jemand auf dem privaten Markt nichts findet es gibt genug Arbeit die zu tun ist und zwar regulär entlohnt sozialversicherungspflichtig beschäftigt in einem öffentlichen Bereich, haushaltsnahe Dienstleistungen, Barrierearmutschaffen, Einkaufshilfen, Reinigungskräfte, Mobilitätshilfe.
- 30:14Speaker 0: Es gibt so viel zu tun.
- 30:16Speaker 0: Lasst uns den Leuten dafür reguläre Arbeit organisieren, damit sie selbstständig ihr Leben bestreiten und ihre Familien ernähren können.
- 30:23Speaker 0: Und wir uns nicht die ganze Zeit darüber zanken müssen ob es jetzt statt vierhundertvierzig, vierhundertachtzig oder fünfhundertdreißig Euro sein müssten denn
- 30:30Speaker 1: ist alles
- 30:31Speaker 0: kein schönes Leben und das hat alles wenig mit Würde tatsächlich
- 30:34Speaker 1: zu tun.
- 30:35Speaker 1: Wie stehst du denn zu auch in diesem Zusammenhang zu Themen wie einem bedingungslosen Grundeinkommen oder der Idee eines bedingungslosen Grund Einkommens gerade wenn wir vielleicht auch mal in eine Zeit gehen, in der ja es vielleicht auch einfach nicht mehr.
- 30:53Speaker 1: So viel Arbeit, also reine Hypothese.
- 30:56Speaker 1: Aber vielleicht auch einfach nicht mehr so viel Arbeit gibt wie wir sie heute haben weil einfach viele Technologien auch Themen wie künstliche Intelligenz, vielleicht ganze Berufsbilder ja überflüssig machen zumindest die menschliche Arbeit daran überflüßig machen?
- 31:13Speaker 1: werden wir früher oder später so ein Modell brauchen?
- 31:16Speaker 0: Also ich bin durchaus für eine Art bedingungslose Grundsicherung, das ist letztlich das was unser Konzept jetzt auch beinhaltet.
- 31:23Speaker 0: Nämlich zu sagen egal wie hoch diese Grundsicherung ist man kann das Existenzminimum der Dame sagt es ja schon Das kann man dann nicht mehr kürzen.
- 31:33Speaker 0: Das ist einer der großen Fehler in dem bisherigen System gewesen wo uns schlussendlich das Bundesverfassungsgericht gestoppt hat dass Leute auf null sanktioniert werden können noch aus ihrer Wohnung raus.
- 31:43Speaker 0: sanktionen werden.
- 31:44Speaker 0: ich meine wenn Ich mit obdachlosem Menschen spreche.
- 31:46Speaker 0: jeder zweite Hat eine Lebensgeschichte die früher oder später Berührungspunkte zu Ämtern hatten und wo dann der Weg raus aus der letzten Wohnung, der Weg rein in die Obdachlosigkeit gewesen ist.
- 31:58Speaker 0: Das ist vollkommen inakzeptabel dass es sowas gibt.
- 32:02Speaker 0: Grundsicherung ist eine Grundsicherung, sie sichert die Existenz und das darf nicht angetastet werden.
- 32:07Speaker 0: Und das haben wir endlich sichergestellt.
- 32:09Speaker 0: Es gilt übrigens auch wenn man mal ein oder zwei Jahre der Erwerbslosigkeit hat dann darf nicht sofort alles in Frage gestellt sein.
- 32:15Speaker 0: Auch ein Fehler des alten Systems.
- 32:17Speaker 0: Zwei Jahre arbeitslos und Schwups war das Haus weg musste man aus der zu großen Wohnung raus, musste an die Ersparnisse herangegangen werden, die man sich doch
- 32:24Speaker 1: extra
- 32:25Speaker 0: zurückgelegt hatte weil die Politik gesagt hat na ob das mit der Rente noch alles so gut funktioniert legt ihr mal lieber was bei Seite?
- 32:32Speaker 0: Verstehe ich, dass die Leute auf die Barrikaden gehen.
- 32:35Speaker 0: Also wenn das eine Form von Grundsicherung am Ende ist oder ein Grundeinkommen sozusagen dann ja.
- 32:44Speaker 0: aber ich teile nicht die These, dass uns die Arbeit ausgeht und ich würde uns auch um Himmels willen nicht empfehlen uns davon zu verabschieden, dass wir versuchen wenigstens Wohlstand über Arbeit gerecht zu verteilen.
- 32:56Speaker 0: Seit den Siebzigerjahren, wenn man in die Archive geht gibt es Cover bei den großen Wochenmagazinen Spiegel, Stern und
- 33:03Speaker 0: Co.,
- 33:04Speaker 0: wo dann drauf steht Geht uns die Arbeit aus?
- 33:06Speaker 0: oder als These?
- 33:07Speaker 0: Uns geht der Arbeit aus.
- 33:09Speaker 0: wie wollen wir in Zukunft leben und arbeiten?
- 33:11Speaker 0: Aber am Ende ist das nie passiert.
- 33:13Speaker 0: Und die Arbeitsforschung heute sagt uns auch dass wir noch mindestens zehn Jahre ein stabiles Arbeitsbedarfsniveau haben und es danach allerhöchstens leicht abfällt.
- 33:23Speaker 0: Denn für die also die Arbeit ändert sich Aber für das was verschwindet, entsteht etwas Neues.
- 33:27Speaker 0: Ich meine wer hätte vor drei Jahrzehnten gedacht dass heute massenhaft Leute im Online-Marketing, im Webdesign unterwegs sind.
- 33:34Speaker 0: Dass es Leute gibt die mit Podcasts Geld verdienen oder ähnlichen Klar dafür gibt es längst keine keine Buchsetzer mehr oder ähnliches.
- 33:43Speaker 0: Deswegen ist dieser Aspekt des Rechts auf Qualifizierung und Weiterbildung So wichtig, denn der Arbeitsmarkt tut uns nicht den Gefallen die Jobs immer genauso lange noch da zu lassen bis der letzte in Rente gegangen ist.
- 33:54Speaker 0: Sondern Jobs fallen manchmal weg wenn die Leute mit einem Erwerbsleben sind.
- 33:57Speaker 0: wir sehen es ja bei der Braunkohle.
- 33:58Speaker 0: Wir wissen jetzt dass wir spätestens in gut fünfzehn Jahren aussteigen.
- 34:02Speaker 0: Das heißt, wer heute in der Lausitz bei der Leag ausgelernt hat ist Mitte dreißig.
- 34:06Speaker 0: Wenn die Arbeit da zu Ende ist kann ich ja nicht einfach sagen dann geht es in die Frühverrentung mit fünfunddreißig sondern dann muss es hier eine Kultur der Qualifizierung und Weiterbildung geben, die frühzeitig greift damit gar nicht erst ne Phase der Arbeitslosigkeit entsteht denn es gibt genug zu tun.
- 34:20Speaker 0: Zweifelzone
- 34:22Speaker 1: wir kommen ja eine Zeit wo wir durchaus sehen dass das immer mehr Leute gibt, die über freiberufliche Arbeit selbstständige Arbeit nachdenken.
- 34:32Speaker 1: Die solo-selbständig werden und auf Projektbasis für Unternehmen arbeiten zum Beispiel.
- 34:39Speaker 1: Müssen wir uns vielleicht früher oder später auch überlegen?
- 34:41Speaker 1: Und ich nehme mal Bezug auf eine Frage, die Angela Merkel heute gestellt wurde in diesem Bürgerdialog mit Künstlern und Künstlerinnen.
- 34:52Speaker 1: Da ging es um ob wir nicht Modelle finden müssen, wie wir zum Beispiel Soloselbstständige und Freiberufler auch leichter in eine Arbeitslosenversicherung hineinbekommen.
- 35:04Speaker 1: Wenn die denn möchten und freiwillig dann diese Beiträge dafür zahlen müssen, müssen wir da Modellefinden, wie Wir Solo-Selbständige und freiberufle besser absichern können?
- 35:14Speaker 0: Absolut.
- 35:16Speaker 0: Ich würde sagen, je bunter unser Arbeitsmarkt und unsere Arbeitswirklichkeit wird, desto größer wird das Bedürfnis und die Notwendigkeit wirklich kollektive gemeinsame Versicherungssysteme für alle zu schaffen.
- 35:31Speaker 0: Und das gilt sowohl für die bisherige arbeitslosen Versicherung aus der wir gerne in Zukunft eine Arbeitsversicherung machen würden.
- 35:38Speaker 0: Das ist von der Begrifflichkeit her nämlich auch viel mehr das was wir meinen.
- 35:41Speaker 0: sie soll nämlich Arbeit versichern, dass man welche hat und nicht die Arbeitslosigkeit verwalten.
- 35:47Speaker 0: Und es gilt aber genauso für die Rente wo wir von einer erwerbstätigen Versicherung sprechen.
- 35:52Speaker 0: das heißt alle Erwerbsarten aller Einkommensarten mit einbeziehen.
- 35:57Speaker 0: dort Die Selbstständigen die klassischen abhängig beschäftigten und vor allem Aber eben auch die vielen in betwiens denn viele werden das vom eigenen Beispiel wissen.
- 36:08Speaker 0: Viele können gar nicht so klar sagen, ob sie selbstständige sind.
- 36:11Speaker 0: Wir denken bei Selbständigen immer noch häufig an jemanden der irgendwie ein Gewerbe hat mit irgendeinem Ladengeschäft oder so wo.
- 36:19Speaker 0: da steht eine Registrierkasse drin und dann gibt es Öffnungszeiten.
- 36:21Speaker 0: das ist ja nicht mehr allein die klassische Selbstständigkeit sondern es gibt Leute die als Freelancer regelhaft lange Zeit einen bestimmten Unternehmen zu arbeiten.
- 36:31Speaker 0: eine Form für zu finden ist wichtig, um diese Systeme zukunftsfestzumachen.
- 36:36Speaker 0: Sonst haben wir ne Fraktionierung am Ende, ein schlechtes Versorgungssystem für Leute mit schlechten Einkommen und ein gutes Für Leute mit guten Einkommen.
- 36:43Speaker 0: Das sehen wir ja ein bisschen bei der Altersvorsorge schon.
- 36:46Speaker 0: Und Pensionssystemen für Beamtinnen und Beamte und gesetzliche Rente für alle anderen.
- 36:51Speaker 0: Naja und dann noch diejenigen, die sich selber im Alter vorsorgen müssen.
- 36:55Speaker 0: das wird so nicht zukunftspfisch am Ende sein sondern das muss in einem system zusammengeführt aus dem möglichst viele dann auch ihre Leistungen beziehen später und wo die dann entsprechend aber auch die Beiträge reinbringen.
- 37:08Speaker 0: Und es ist übrigens auch während der Arbeit wichtig, weil man daraus auch Arbeitsschutz und ähnliches ableiten kann.
- 37:15Speaker 0: Unser Begriff von Arbeit in Deutschland, von Erwerbstätigkeit und dann alle Rechte, die sich damit verbinden, Betriebsrat gründen
- 37:24Speaker 0: usw.,
- 37:25Speaker 0: füßen noch auf einer Vorstellung von Arbeit- und Arbeitswelt die nicht mehr ganz up-to-date ist.
- 37:32Speaker 0: Ein Betrieb, der ist faktisch immer noch definiert.
- 37:35Speaker 0: Das ist irgendwie so ein Zaun und dann steht da eine Betriebsstätte drauf und dann gehen Leute im Zweifel in drei Schichtsystemen für acht Stunden rein und das fünf Tage die Woche.
- 37:46Speaker 0: Warum schaffen wir es?
- 37:47Speaker 0: Nicht eine Arbeitsrecht zu schaffen, indem die Leute vom heimischen Schreibtisch aus über einen langen Zeitraum einem Unternehmen zuarbeiten, dass sie als Teil des Betriebes definiert werden.
- 37:55Speaker 0: Der Betriebersrat mit Bilden können die Schutzansprüche gewährleistet bekommen und so weiter.
- 38:02Speaker 0: In Österreich hat man dafür eine neue Rechtsform geschaffen, die sogenannten abhängigen Selbstständigen.
- 38:07Speaker 0: Da ist man dem gerecht geworden, dass es einen in-between gibt.
- 38:11Speaker 0: Und wir sind in Deutschland schon auf dem Prozess sowas zu entwickeln.
- 38:14Speaker 0: aber das ist keine Zukunftsmusik sondern es ist eine Aufgabe der ganz nahen Zukunft das in Recht und Gesetz zu rießen.
- 38:21Speaker 1: Großer Themensprung aber auch eine große Not quasi, nämlich das Thema Klima und Klimawandel der uns ja durchaus bedroht.
- 38:35Speaker 1: Glaubst du denn also ich meine wir sind ja Wir sind ja sehr gemächlich, wenn es darum geht auf Probleme zu reagieren.
- 38:45Speaker 1: Und ich glaube gerade wir Deutschen neigen auch oft dazu erst dann so wirklich etwas zu tun was uns irgendwie einschränkt, wenn's wirklich weh tut.
- 38:57Speaker 1: Bei dem Thema wäre das ja aber ziemlich dumm und vor allem auch nachhaltig sehr, sehr schlecht.
- 39:04Speaker 1: Und nicht mehr aufzuholen.
- 39:06Speaker 1: Glaubst du denn, dass wir bei diesem Thema wirklich... auch ein Stück weit fernab von Wahlkampfparolen, dass wir wirklich an den Punkt kommen wo wird dieses Thema noch retten können und wirklich irgendwie einen Weg finden.
- 39:24Speaker 1: Vielleicht auf der einen oder anderen Stelle auf den gewohnten Wohlstand und ich meine damit nicht nur den finanziellen sondern auch einen gewissen Lifestyle den wir uns alle irgendwie so angewöhnt haben zu verzichten zugunsten unserer Umwelt?
- 39:39Speaker 0: Also möglich ist das auf jeden Fall noch und ich kann auch nur allen abraten, davon immer diese Huradi Welt geht unter Mentalität zu bedienen.
- 39:49Speaker 0: Nicht weil wir noch fürchterlich viel Zeit haben und schon alles nicht so schlimm ist.
- 39:52Speaker 0: die Eckdaten sind bekannt und sie sind dramatisch aber das sollten wir als Turbo Rückenwind benutzen um das Notwendige jetzt zu tun und in zumindest manchen Bereichen hat das Tempo ja auch deutlich zugenommen.
- 40:10Speaker 0: Ich glaube, wir sehen jetzt gerade in den letzten Monaten wie zum Beispiel in der Automobilindustrie man muss den Deutschen ja Technologie immer ein bisschen übers Auto erklären weil da alle so einen Bezug zu haben wie dort.
- 40:22Speaker 0: endlich also keine Sekunde zu früh würde ich wirklich sagen der technologische Umstieg gemacht wird.
- 40:28Speaker 0: letztes Jahr haben wir als SPD noch ordentlich Prügel bezogen als wir beim Corona Konjunkturpaket gesagt haben Leute es gibt nicht nochmal eine Verkaufsprämie für Autos mit Verbrenner Motor.
- 40:37Speaker 0: Da sind wir als Totengräber der deutschen Automobilindustrie gebrannt worden, aber wir hatten ja eine Alternative.
- 40:43Speaker 0: die wird dann auch gemacht haben.
- 40:43Speaker 0: Wir haben gesagt Leute die Milliarden sind viel besser im Bereich Forschung und Entwicklung aufgehoben zum Beispiel für eine deutsche Wasserstoffstrategie und ähnliches wo wir massig hinterherhängen und wo es jetzt in kürzester Zukunft darum gehen wird ob wir noch Weltmarkt Anteile haben werden oder ob der Zug ohne uns und zwar in China abfährt.
- 41:02Speaker 0: so und endlich so langsam los mit der Batteriezellen-Entwicklung und dann am nächsten Jahr auch stärker Produktionen anstatt in Thüringen beispielsweise.
- 41:11Speaker 0: VW nimmt jetzt, in Salzgitter glaube ich die erste Produktion bald ans Netz.
- 41:17Speaker 0: wir bauen die Chipproduktion im Silicon Saxony rund um Dresden beispielsweise aus bei Bosch, bei Infinion, bei Global Foundries und anderen weil wir ja im Moment gerade sehen Jetzt gehen grad bei Daimler die Leute in Kurzarbeit und zwar nicht wegen Corona Sondern weil die Foundries, wo die Halbleiter herkommen, die wir für jedes moderne Auto heute brauchen.
- 41:38Speaker 0: Weil alle aus dem asiatischen Raum insbesondere aus China kommen.
- 41:43Speaker 0: Was für ein Irrsinn!
- 41:44Speaker 0: Wir halten den am Sonntag Standpauken über Menschenrechte und dass das nicht geht mit den Uiguren.
- 41:48Speaker 0: und am Dienstag schreibt Peter Altmaier einen Battlebrief nach Taiwan und fragt bitte, bitte könnt ihr mal die Halpleiter schneller fertig machen?
- 41:55Speaker 0: Weil sonst laufen hier ein paar Millionen Autos nicht vom Band Das passt alles vorne und hinten nicht, also es gibt in mehrfacher Hinsicht eine Notwendigkeit gerade technologisch jetzt mal richtig in den Turbo zu gehen.
- 42:05Speaker 0: Weil wir es technologische können weil das notwendig ist für den Klimaschutz aber weil wir eben auch gemerkt haben dass wir eine stärkere Unabhängigkeit von globalen Handelsketten in manchen Bereichen definitiv brauchen und insofern kann das schnell eine win-win-win Situation werden.
- 42:22Speaker 0: Und wir können durchaus gut bezahlte Industriearbeitsplätze in erheblicher Zahl auch in Zukunft in Deutschland haben, aber das ist genau das was ich eingangs meinte.
- 42:31Speaker 0: Heute ist das Schnittstelle zwischen Privatwirtschaft und Staat.
- 42:35Speaker 0: Ich will hier nicht irgendeinem Vib-Chip-Produktion das Wort reden oder so, das ist nicht mein Punkt.
- 42:41Speaker 0: aber zu glauben dass die Wirtschaft das schon alles alleine machen wird naja das haben wir jetzt gesehen in den letzten Jahre wie es funktioniert sondern das ist ein enges Zusammenspiel gerade bei Forschung und Entwicklung was da stattfinden muss und natürlich eine Förderpolitik Das Staat, das muss sich am Ende auch lohnen.
- 42:56Speaker 0: Deswegen haben wir letztes Jahr so darum gekämpft dass dieser Photovoltaikdeckel zum Beispiel fällt, dass die Leute weiterhin eine Einspeisevergütung bekommen wenn sie sich PhotovOLTAIK aufs Dach setzen.
- 43:05Speaker 0: Ich meine wir wollen jetzt bald zu einer Pflicht kommen, dass bei jedem geeigneten Haus Photovолtaik aufs dach kommt und da muss es doch eine Inzentivierung geben.
- 43:12Speaker 0: dann müssen die dass es sich lohnt.
- 43:15Speaker 0: Und das lohnt, sich heute Photovoltaik aufs Dach ist nach zehn Jahren refinanziert und ab dann verdient man bares Geld damit tatsächlich.
- 43:21Speaker 0: also das ist ja möglich das darstellbar zu machen und wirklich einen Spaß auch daraus zu machen, dass es richtig Freude macht sich ums Klima zu kümmern.
- 43:30Speaker 0: aber die Politik darf halt nicht im Weg rumstehen sowie aber auch manche Steinsamtabteilungen rund um die ein oder andere Unternehmen spitze nicht im weg stehen darf
- 43:38Speaker 1: weil du gerade globale Abhängigkeiten ansprichst und auch China genannt hast, bezugnehmt auf unsere letzte Episode mit Nathalie Amiri und dem Iran.
- 43:51Speaker 1: Wann werden wir denn wirklich mal so konsequent dass wir bei Ländern die sich nicht an gewisse Grundsätze einer einer eines Zusammenlebens gewisse Grundsätze von Gerechtigkeit, von Freiheitsrechten und Demokratie.
- 44:12Speaker 1: Von Menschenrechten erhalten das wir da wirklich konsequent anfangen rote Linien zu ziehen auch wenn es An der einen oder anderen Stelle wirklich verdammt wehtut, weil wir abhängig sind von Lieferketten.
- 44:25Speaker 1: Weil wir abhängig sind vom Rohstoffen und Ähnlichem.
- 44:28Speaker 1: Aber dass wir endlich mal anfangen in Ländern wo wir sehen da werden Menschenrechte mit Füßen getreten Da sind teilweise mittelalterliche Zustände bei diesen Ländern einfach rote Linien ziehen und damit natürlich auch letzten Endes die Länder in diese Situation versetzen, dass sie handeln müssen.
- 44:49Speaker 1: Weil ihnen dann endlich mal dieser eine Kanal an Vermögen wegbricht mit dem Sie ja all das finanzieren.
- 44:57Speaker 0: Es gibt Licht und Schatten bei diesem Thema.
- 45:00Speaker 0: Also ich kann mir vorstellen, während du die Frage gestellt hast haben viele im Kopf überlegt was könnte er meinen?
- 45:05Speaker 0: Und dann haben sie vor sich gesehen Vladimir Putin und dann haben Sie China vor sich sehen und ein paar andere.
- 45:11Speaker 0: Das sind natürlich auch genau die Kandidaten bei denen wir offensichtlich
- 45:15Speaker 1: ...
- 45:16Speaker 0: Bei denen es nicht gut funktioniert im Moment, bei denen auch die Sanktionen, die probiert wurden nicht so richtig zu dem gewünschten Erfolg geführt haben.
- 45:24Speaker 0: Weshalb einige dann schnell rufen härtere Sanktionen, mehr Sanktsionen und ich noch nicht sicher bin ob das wirklich das ergewünschte Ergebnis hat?
- 45:31Speaker 0: Vielleicht kommen wir der Lösung der Frage näher wenn wir uns angucken was funktioniert.
- 45:36Speaker 0: denn was wir ja gerade eingeführt haben auch lange auseinandersetzung gewesen ist ein Lieferkettengesetz in Deutschland was sich weniger mit einzelnen politischen Regimen beschäftigt sondern was Unternehmen in Deutschland und Europa dazu verpflichtet, sich stärker anzugucken.
- 45:52Speaker 0: Wo kommen eigentlich meine Rohstoffe her mit denen ich arbeite?
- 45:55Speaker 0: Wer sind meine Handels- und Vertragspartner am langen Ende der Handelskette?
- 46:00Speaker 0: Und die können Sie auch nicht rausziehen indem sie sagen oh da sind aber noch twenty fünf Zwischenhändler dabei.
- 46:04Speaker 0: Sondern sie haben die als Endproduzent Als derjenige das vermarktet haben die Verantwortung sich darum zu kümmern.
- 46:11Speaker 0: Die müssen nicht ein Sherlock Holmes anstellen Irgendwürdig die halbe Welt reißt, aber wenn sie von Menschenrechtsorganisationen den Hinweis kriegen.
- 46:18Speaker 0: Leute ihr baut Lithium-Ionenbatterien das macht ihr mit Kobalt was aus der demokratischen Republikon gekommen und wir wissen ganz genau dass wir es damit Kinderarbeit zu tun haben und hier ist unser Dosier, indem das alles aufgearbeitet ist.
- 46:32Speaker 0: Dann entsteht der Handlungsdruck nämlich entweder die Bezugsquellen zu ändern oder dafür zu sorgen, dass vor Ort sich die Bedingungen ändert was Nachhaltigkeits- und Umweltstandards angeht Was Arbeitsrecht eingeht was Kinderschutz angeht usw.
- 46:48Speaker 0: Das glaube ich wird sich in den nächsten Jahren als ein sehr probates und funktionierendes Mittel herausstellen.
- 46:55Speaker 0: Die Sanktionen gegen politische Regime, ich bin zunehmend skeptisch wie viel das tatsächlich bringen wird.
- 47:02Speaker 0: Denn es gibt die einen Sanktsion, die gehen gegen das Regime selbst.
- 47:06Speaker 0: also wir kennen das alle irgendwelche Diplomaten des Landes verweisen konnten im Ausland einfrieren.
- 47:11Speaker 0: ja Das macht man ein zwei Mal.
- 47:14Speaker 0: mir ist kein wirkliches Beispiel bekannt außer bei so einer richtigen Bananenrepublik vielleicht wo am Ende dadurch eine Veränderung passiert.
- 47:21Speaker 0: dass also Vladimir Putin wird sich da durch jetzt nicht in die Knie zwängen lassen Und alle harten wirtschaftlichen Sanktionen haben natürlich immer auch eine Auswirkung auf die innenpolitische Situation im Land, auf die Einkommen der Leute dort.
- 47:34Speaker 0: Da ist der Iran leider ein schlechtes Beispiel, weil er eben gezeigt hat... dass das dann nicht dazu führt, dass automatisch die große Revolution auf der Straße losbricht und die Leute sich ihres Unterjochersystems und Regimes entledigen.
- 47:50Speaker 0: Sondern geschickt arbeitendes Regime kann das in Zeiten von digitaler Kommunikation noch dazu wenn sie auch die Zugänge dazu beherrschen und Zensur durchsetzen, kann es in seinem Sinne nutzen und eher noch zur Aufstachelung beitragen.
- 48:08Speaker 0: Also ich glaube, so verständlich der Impuls ist wir müssen es uns sehr stark im Einzelfall angucken mit wem wir es zu tun haben und bis wohin man Kooperation als richtigen Weg wählen kann und wo eben auch eine harte Abgrenzung gefragt ist.
- 48:22Speaker 0: So schwierig das ist!
- 48:23Speaker 1: Vielleicht noch ein letzter Themenkomplex nämlich das Thema Digitalisierung oder generell digitale Technologien.
- 48:33Speaker 1: Wir haben ja gerade im letzten Jahr auch gemerkt, dass wir da an ganz vielen Punkten einfach gar nicht gut aufgestellt sind.
- 48:40Speaker 1: Wenn es um Bildung geht... Prozesse in Ämtern geht, wenn das berühmte Fax geschickt wurde um Corona-Fälle zu melden.
- 48:54Speaker 1: Da muss man sich ja schon so ein bisschen an den Kopf langen und sich fragen was ist denn da die letzten ja muss schon sagen fünfzehn Jahre vielleicht sogar zwanzig Jahre schief gelaufen dass wir solche Zustände haben Hochtechnologie-Land wie Deutschland ja eigentlich wirklich nicht erwarten würde, also eine Verwaltung die teilweise noch so analog aufgestellt ist.
- 49:22Speaker 1: Ich meine ein paar Dinge haben sich ja gebessert in dem Jahr das muss man ja sagen aber in vielen Bereichen einfach noch so wahnsinnig analog ist und gleichzeitig man auch einfach sieht dass das auch die Gesetzgebung nach wie vor sehr hinterher hinkt den ganz vielen Themen, dass wir über Themen diskutieren die eigentlich für jemanden, der sich mit Digitalisierung beschäftigt oder mit diesen Technologien beschäftigt selbstverständlich sein sollten.
- 49:50Speaker 1: Aber die einfach an der Gesetzgebung teilweise völlig vorbeigehen.
- 49:54Speaker 1: also ein Stichwort von einem guten Forty-Eight Forward Freund, der leider schon verstorben ist Jimmy Schulz sein ganzes politisches Leben gefühlt für ein Recht auf Verschlüsselung eingesetzt hat und wir diskutieren irgendwie immer noch darüber, obwohl es ja eigentlich logisch sein muss dass es sowas geben muss.
- 50:19Speaker 1: Also warum was?
- 50:20Speaker 1: was hindert uns da?
- 50:22Speaker 1: Und was hinderte auch die Parteien das man da wirklich mal sagt so Leute jetzt ist echt mal Schluss mit Kindergarten in dem Bereich müssen jetzt echt mal erwachsen werden im wahrsten Sinne des Wortes wenn es um Digitalisierung geht.
- 50:36Speaker 0: Ich würde ein differenziertes Bild versuchen zu zeichnen.
- 50:40Speaker 0: Bei ein paar Sachen sind wir jetzt wirklich richtig vorangekommen in der Pandemiezeit, warum auch immer es vorher nicht schon möglich war – also weiß ich nicht – der digitale Kinderzuschlagantrag den man jetzt stellen kann mittlerweile.
- 50:55Speaker 0: Hätte man vor fünf Jahren auch schon machen können aber hey!
- 50:57Speaker 0: Jetzt ist er da und er wird auch nicht mehr weggehen und das ist gut.
- 51:01Speaker 0: Mecklenburg-Vorpommern macht jetzt Modellprojekt digitaler Bauantrag und alle anderen Bundesländer schielen schon gierig rüber, weil was für ein Zeitfresser und zwar in jedem Bundesland.
- 51:10Speaker 0: also ganz viel Zeit die verloren geht.
- 51:13Speaker 0: Weil man das noch nicht digital machen kann.
- 51:15Speaker 0: auch wirklich abschreckend für viele Leute, die gerne investieren würden in dem Bereich.
- 51:19Speaker 0: da machen wir wirklich gerade große Schritte.
- 51:21Speaker 0: Umrüstung auf Homeoffice auch im öffentlichen Dienst haben wir lange Zeit, also der Flaschenhals waren immer die VPN-Tunnel.
- 51:29Speaker 0: Ich kenne das in Berlin auch im Anfang der Pandemie waren letztlich nur vier bis fünf Prozent der Beschäftigten im öffentlichen Dienst zur selben Zeit aus dem Homeoffice überhaupt arbeitsfähig.
- 51:39Speaker 0: Die brauchten jetzt nicht noch den fünften Laptop hinterher geschmissen, da hätte ihnen nichts mehr geholfen.
- 51:44Speaker 0: Die Datentunnel waren einfach nicht ausreichend bestückt für Zugriff aufs Intranet und so weiter, was nun mal notwendig ist.
- 51:52Speaker 0: Viele sensible Akten kann man auch nicht einfach haptisch mit nach Hause nehmen.
- 51:56Speaker 0: die dürfen die Amtsstuben aus guten Gründen auch nicht verlassen.
- 52:00Speaker 0: also da haben wir natürlich dann schon manchmal Besonderheiten.
- 52:04Speaker 0: und das sind alles die Beispiele wo ich sagen würde klar dass jetzt alles kein Hexenwerk hätte auch keinen Corona für kommen müssen dass man sich mit sowas tatsächlich beschäftigt.
- 52:16Speaker 0: Und dann gibt es die Bereiche, da hatte ich aber auch das Gefühl haben wir uns ein bisschen in Rage geredet als Gesellschaft.
- 52:21Speaker 0: Wenn jetzt manche denken, die überwiegende Mehrzahl der Ämter in Deutschland arbeitet mit Stift und Zettel.
- 52:26Speaker 0: In erster Linie um irgendwie in so einer Strichliste Corona-Patienten einzutragen das ist jetzt nicht die Realität vor Ort.
- 52:33Speaker 0: Und dass nicht alle sofort dieses Sorma System installiert haben liegt auch nicht an Technologiefeindlichkeit.
- 52:41Speaker 0: Nach dem Motto ne ne ne hier der Erwin aus Zimmer drei achtundzwanzig Der hat doch dafür vor ein paar Jahren mal eine Exeltabelle zusammen geschustert, sondern das liegt einfach daran.
- 52:50Speaker 0: Ich habe selber mit Leuten die solche Ämter leiten gesprochen.
- 52:54Speaker 0: Die haben gesagt wenn ich mitten in der zweiten Welle drin bin, wenn ich bei mir eine Inzidenz von zwei Hundert vor Ort habe Wenn alle Leute mit telefonieren Kontakte ermitteln Quarantäne an Orten beschäftigt sind und mir dann ein neues System präsentiert wird, was keine wesentlichen Veränderungen zu beim bisherigen schafft.
- 53:10Speaker 0: Aber wo ich nicht die Datensätze einfach übertragen kann?
- 53:12Speaker 0: Das heißt, wo ich Leute abziehen muss über mehrere Tage händisch alle diese Daten übertragen, dann habe ich gerade andere Prioritäten.
- 53:21Speaker 0: Wenn ich eh schon hinterher komme, die entscheidende Aufgabe dieser Tage Kontaktermittlung und Quarantäneanordnung durchzusetzen, dann stelle ich das in den Mittelpunkt irgendein neues Arbeitssystem bei mir einrichtet.
- 53:33Speaker 0: Dann schreibe ich lieber mal eine Stunde mehr und schreib weiter meine E-Mail ans RKI, wo ich meiner Tageszahlen melde weil das heißt alle anderen können ihrem Job hier weiter nachgehen und das gerät dann manchmal ein bisschen aus der Betrachtung.
- 53:46Speaker 0: und dann klopfen sich alle auf die Schulter und sagen wir haben es ja immer gewusst der Amtsschimmel in Deutschland nix geht voran.
- 53:53Speaker 0: Das ist doch auch manchmal ein wenig wohlfeil und ungerecht gegenüber dem was da passiert.
- 53:58Speaker 0: ohne behaupten zu wollen, wir hätten eine toll digitalisierte Verwaltung.
- 54:02Speaker 0: Das ist nicht so.
- 54:02Speaker 0: aber gerade der Aspekt der Digitalisierung der Datenbestände das wird das sein was uns noch viele Jahre begleiten wird bin bezirksverordneter bei mir in Berlin also wirklich kommunale Ebene vor Ort.
- 54:15Speaker 0: da gibt es jetzt auch Modellprojekte E-Akte und ähnliches habe ich mich auch am Anfang gefragt warum den Modell Projekt einfach loslegen?
- 54:22Speaker 0: Aber klar!
- 54:23Speaker 0: Ich kann doch keine Sozialamtsakte die vor dreißig Jahren angelegt wurde.
- 54:27Speaker 0: Ich kann ja nicht auf einen Scanner packen und ernsthaft glauben, danach existiert eine E-Akte.
- 54:31Speaker 0: Sondern das ist ja alles etwas was in entsprechende digitale Formulare überführt werden muss.
- 54:36Speaker 0: also es ist eine einmal anfallende Arbeit.
- 54:39Speaker 0: aber alle die mal so ein Archiv einer Behörde gesehen haben kriegen eine ungefähre Vorstellung davon dass das eine Einmalarbeit isst die lange lange Zeit den Anspruch nehmen wird.
- 54:49Speaker 0: und wenn wir die durchhaben dann glaube ich ist das Tempo in der Verwaltung auch ein anderes.
- 54:54Speaker 1: Das war jetzt ein wilder, wilder Ritt doch so ziemlich alle Themen die uns gerade so beschäftigen und in Zukunft beschäftigen werden.
- 55:04Speaker 1: Worauf freust du dich denn eigentlich am allermeisten, wenn wir mal wieder ja nicht in ständiger Angst leben müssen dass wir uns infizieren?
- 55:14Speaker 1: Also wenn wir vielleicht mit viel Glück im Herbst dann mal zumindest alle die geimpft werden möchten eine Impfung bekommen haben.
- 55:25Speaker 1: Worauf Freust Du Dich Am Allermeisten?
- 55:27Speaker 0: Ich könnte natürlich Tausend Sachen nennen, aber das was mir dann immer als erstes in den Kopf kommt ich will wieder in Fußballstadien gehen können.
- 55:34Speaker 0: Ich will Live-Spiele mit Zehntausenden Leuten sehen können und ich will nach einem Tor einen halb vollen Bierbecher über den Kopf geschmissen bekommen.
- 55:41Speaker 0: Das sind wirklich die Sachen, die ich ... Ja, das ist so... Die Möhre der ich seit vierzehn Monaten hinterherlaufe im festen Glauben dass ich irgendwann rein beißen darf.
- 55:55Speaker 1: Glaubst du es wird schwierig sein oder komisch sein, wenn man auf einmal wieder in Menschenmengen steht?
- 56:01Speaker 1: Auch dann vielleicht mal irgendwann ohne Maske.
- 56:03Speaker 1: Also dass wir uns erst mal wieder annäher gewöhnen müssen nach so langer Zeit.
- 56:08Speaker 0: Ich stelle mir diese Frage seit ein paar Wochen auch.
- 56:11Speaker 0: Ich war kürzlich sonntags zum Spazieren unterwegs und bin durch einen Berliner Kiez gekommen wo es einen großen Markt gibt und wollte da so ein bisschen hin und bin schnell wieder abgedreht weil ich gemerkt habe ist Hat jetzt niemand böswillig gegen welche Regeln verstoßen, aber bei mir hat es Beklemmungen ausgelöst.
- 56:28Speaker 0: Das war mir zu viel und wuselig, obwohl's draußen war, das war mir unkontrolliert.
- 56:34Speaker 0: Und das war der Moment wo ich mich auch gefragt habe, hoppla macht das hier eigentlich gerade was mit dir, was bleiben sein wird?
- 56:41Speaker 0: Bisschen beruhigter war als ich jetzt.
- 56:44Speaker 0: hart aber fair... eine Liveschalte gesehen habe zu der Israel-Korrespondentin der ARD, die genau diesen Gedanke auch hatte und gesagt hat sie stellt mit Freude bei sich fest dass sie diese Scheu sehr zügig nach den Öffnungen wieder abgelegt hat.
- 56:57Speaker 0: Und ich bin geneigt ihr glauben zu wollen und zu denken das das bald für mich dann kein Problem mehr darstellt.
- 57:05Speaker 1: Das heißt, abschließend schließen wir uns quasi deinem Parteikollegen Karl Lauterbach an und freuen uns auf einen hoffentlich schönen Sommer.
- 57:14Speaker 1: Und einen noch besseren Herbst!
- 57:15Speaker 1: Und sind sehr gespannt darauf was uns die SPD in diesen Monaten bis dorthin und auch bis zur Wahl noch alles an Themen und an Nachrichten beschern wird.
- 57:27Speaker 1: Da bin
- 57:27Speaker 0: ich auch gespannt.
- 57:30Speaker 1: Ich danke dir sehr für deine Zeit.
- 57:31Speaker 1: es hat Spaß gemacht.
- 57:33Speaker 0: Danke dir fürs Gespräch Daniel.
- 57:35Speaker 1: Das war es leider schon.
- 57:37Speaker 1: Die letzte Runde ist ausgetrunken, das Gespräch zu Ende.
- 57:41Speaker 1: Vielen Dank fürs Zuhören!
- 57:43Speaker 1: Bitten im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise wenn du die Bar verlässt aber vergiss auf keinen Fall den abonnieren Button zu klicken.