Latest / Fadegrad / Laura Vogt über Frausein, Freundschaften und Freiheit
Transcript
- 0:00Ich find das schon auch fatal so, aber ich glaub wir werden
- 0:03oder wir sind nicht so wirklich dazu erzogen worden.
- 0:05Zumindest beobachte ich da bei mir oder so bei dem Kontext von
- 0:10ich so kenne, zum die eigenen Bedürfnisse kenne und zum auch
- 0:12dafür Anna stehen und sagen, Hey, so sieht das bei mir aus,
- 0:16das fände ich eigentlich eine wichtige Grundvoraussetzung,
- 0:19darum nämlich auch die Bedürfnisse der anderen
- 0:20wahrnehmen und auch wahren. Und das ist auch gerade in Bezug
- 0:27auf Mutterschaft, wie auch einfach oft Probleme von der
- 0:31Tendenz her ist das schon immer noch gehört, auch immer noch
- 0:33oft, nein, eigentlich ist die Mutter die wichtigste Person für
- 0:36das Kind und so weiter aber wo bleibt denn die Person dahinter
- 0:40selber, weil ich meine, die ist ja nicht nur Mutter, sondern die
- 0:43ist noch Schwester, Arbeitnehmerin, vielleicht
- 0:47Freundin, Frau, Mensch. Vater Grad.
- 0:56Der Podcast, der fragt, warum Menschen tun, was sie tun und
- 0:59wie sie geworden sind, wer sie sind. 3 Freundinnen um die 30
- 1:07Jahre alt, verbringen ein verlängertes Wochenende
- 1:10gemeinsam. Romy und Sibylla könnten
- 1:13unterschiedlicher nicht sein, sie werden nur durch die dritte
- 1:16Nora zusammengehalten. Doch die hat sich in ihr
- 1:19Kinderzimmer im Rheintal zurückgezogen, liegt und
- 1:23schweigt, das ist die Ausgangssituation des Buches die
- 1:26liegende Frau der Ostschweizer Autorin Laura Vogt es ist ein
- 1:30mutiges Buch über Familie, Frauenfreundschaften, Freiheit
- 1:33und Verantwortung. Mein Name ist Ines Schaarberger
- 1:36und ich freue mich riesig, heute mit Laura Vogt über diese Themen
- 1:40und über ihr Leben sprechen zu können.
- 1:42Herzlich Willkommen, Laura. Danke vielmals und danke.
- 1:45Für die Einladung eigentlich. Bin ja bei dir zu Gast.
- 1:48Wir sind in deiner Wohnung im wunderschönen Flaviel und
- 1:52schauen da auf Hügel und blühende Bäume.
- 1:56Ja, eigentlich müsste da noch die Krise zu sehen sein.
- 2:00Und die sind vor ein paar Wochen entfernt worden.
- 2:02Jetzt sind wir dafür noch etwas mehr Weitsicht, oh nein.
- 2:05Da, wo so ein Acker ist, direkt vorm Fenster, da wo.
- 2:08Es ganz viel Crazyfolgen gesehen.
- 2:11Schade. Mhm, aber auch so schön.
- 2:14Total. Auch hier drinnen ist es mega
- 2:16schön. Man merkt ein Haus, in dem
- 2:18gelebt wird, absolut ja, wer liebt da alle?
- 2:21Also wir sind ja bei einer Genossenschaft mit 2 Häusern und
- 2:24alles in allem sind wir 9 Erwachsene und 9 Kinder.
- 2:27Also es ist immer etwas los, sehr.
- 2:30Cool, ich glaube, so wäre ich auch gerne aufgewachsen mit so
- 2:33vielen Kindern rundherum. Jeder denke im Verlauf immer
- 2:35wieder, also wir sind so ein bisschen versorgt gewesen, so
- 2:37ein wenig an einem Bach unten, und ich habe meinen Bruder
- 2:40wunderbar. Und auch eine Schwester.
- 2:43Aber so einfach niederschwellig, gerade bei den Freunden und
- 2:45Leuten und außen und wirklich so einen Umschwung haben wie da, wo
- 2:49man sich irgendwie so verstecken kann und irgendwelche lustigen
- 2:53Sachen einfach nur unter Kindern machen.
- 2:55Ich glaube, das ist wirklich sehr wertvoll.
- 2:59Wie viele Kinder hast? Du ja 2.
- 3:01Auf die kommen wir noch zu sprechen oder eigentlich mehr
- 3:04auf dein Muttersein. Auch das ist nämlich auch ein
- 3:06großes Thema in deinem Buch die liegende Frau.
- 3:10Du bist in Teufel im Appenzellerland geboren, du hast
- 3:15Kulturwissenschaften in Luzern und Literarisches Schreiben in
- 3:18Biel studiert und du bist eben Autorin.
- 3:21Wir reden heute über dein drittes Buch.
- 3:24Hab ich was vergessen? Nein, meine erste Frage an dich
- 3:28habe ich mir nicht selber überlegt, sondern deinem Buch
- 3:30entlehnt. Die Romy, eine der 3
- 3:33Protagonistinnen, die so liebend gern ihr Leben mittels Notizen
- 3:36und Listen sortiert und ordnet, hat einen Fragebogen für ihre
- 3:40beiden Freundinnen erstellt und die erste Frage in diesem
- 3:42Fragebogen ist, kannst du dich erinnern an die Zeit, als du 4
- 3:46oder 5 Jahre alt warst? Ich habe mich auf jeden Fall
- 3:49erinnern. Am Tag von meinem fünften
- 3:50Geburtstag, weil ich bin so am Klavier gekackt und habe
- 3:53gedacht, Wow, wie cool, wenn man jetzt fragt, wie alt ich bin,
- 3:57kann ich einfach eine Hand aufheben.
- 4:00Und diese Erinnerung ist ganz klar das Alter gebunden.
- 4:03Aber auch sonst gehen meine Erinnerungen recht weit zurück.
- 4:07Also ich habe schon auch noch Erinnerungen an Ferien, zum
- 4:10Beispiel, wo ich wahrscheinlich um die 4 Jahre bin.
- 4:13Ja, aber halt so Schnipsel wie sie ist und nicht so viel
- 4:17Zusammenhängendes. Noch keine rote Linie, kein
- 4:20Roter. Faden?
- 4:20Ja, genau. Was wolltest du werden damals?
- 4:24Mit wieviel willst du jetzt noch nicht, aber ich habe da
- 4:27angefangen geschrieben, ja so. Ein wie sagt man also Buchstäbe
- 4:32noch Buchstabe einfach ohne Punkt und Komma.
- 4:34Da habe ich nachher auch lange beibehalten, einfach
- 4:35Losschreiben und Rechtschreibung ist mir eigentlich auch egal und
- 4:38ich bin irgendwann gemerkt, das ist schon noch wichtig und gut
- 4:42und dann mache ich es halt anders und ich habe dann aber
- 4:44sehr sehr früh eine Schriftstellerin werden und ich
- 4:48bin unserer lehrerfamilie, ich weiß nicht, wer mir da gesagt
- 4:51hat, aber irgendwie habe ich dann auch schon sehr früh
- 4:53gedacht, Nein, da kann man ja kein Geld verdienen, dann würde
- 4:56ich halt Journalistin, habe ich auch noch nicht gewusst, dass da
- 4:58ein Berufsstand ist, was auch nicht so einfach hat, auf jeden
- 5:02Fall. Hauptsache etwas mit Schreiben.
- 5:05Archäologin wäre dann auch mal noch ein Wunsch gewesen und
- 5:08irgendwie bin ich dann über Umweg Erwerb mit der
- 5:12Kulturwissenschaft in Luzern wieder zum Schreiben
- 5:16beziehungsweise Schreiben hat mich nie verlassen, also
- 5:18schreiben ist eigentlich immer. Meinen Zugriff auf die Welt oder
- 5:22die Möglichkeit, wie ich kann und auch über die Welt
- 5:25nachdenken möchte. Insofern habe ich eigentlich
- 5:27jetzt etwas verwirklicht, was ich schon immer habe.
- 5:33Eine Archäologin will den Dingen ja auch auf den Grund gehen und
- 5:37Sachen freilegen. Und das machst du ja jetzt auch
- 5:39in gewisser Weise als Autorin, ja.
- 5:42Also da ist glaube ich genau der Grund für die Archäologie und
- 5:47auch so die Faszination, also auch ganz fremdem oder
- 5:50vielleicht Sachen, wo wir persönlich auch noch sehr fremd
- 5:52sind. Also ich weiß, ich bin der erste
- 5:54Klasse langweilig in der Bibliothek und habe.
- 5:57Ein Buch herausgezogen und dann ist der über Pharaonen im alten
- 6:00Ägypten als Altägypter allgemein.
- 6:02Und dann habe ich total fasziniert von diesem Buch
- 6:06abgeschrieben, und so bin ich dann auf die Archäologie
- 6:07gekommen. Ja, der Fremde oder Graben oder
- 6:11an Grenzen gehen vielleicht auch, da kennzeichnet mich,
- 6:14glaube ich schon würde. Ich auch sagen, wenn man das
- 6:17Buch liest, merkt man das so. Also dein Buch liefert ja keine
- 6:20fertigen Antworten. Ganz viele große Fragen, wovon
- 6:24wir auch ein Paar noch besprechen werden, sondern es
- 6:26liefert ganz viele verschiedene Perspektiven drauf, was ich sehr
- 6:29spannend find. Also du Grabst wie von
- 6:31verschiedenen Stellen beginnt du da das freizulegen, ein
- 6:35bestimmtes Thema. Beim Lesen des Buches bin ich
- 6:40ganz tief in die Gefühlswelt der 3 Protagonistinnen eingetaucht,
- 6:45alles Frauen um die 30, sehr ambivalente Frauen mit Ecken und
- 6:48Kanten, mit ihren Stärken und Schwächen.
- 6:51Zwischendurch hat mir das wahnsinnig genervt, wenn die
- 6:55einfach nicht gescheit kommunizieren miteinander, wenn
- 6:58sie sich gegenseitig ärgern und wieso viele Missverständnisse
- 7:01auftauchen oder auch die Schmerzen, die sie mittragen,
- 7:04also die Sibylla, die hat ja wahnsinnige Periodenschmerzen
- 7:07und der Romy, die gerade schwanger ist, der ist die ganze
- 7:11Zeit schlecht und so wie gemerkt, das macht was mit mir,
- 7:15ich beginne mich zu nerven daran.
- 7:18Ging es dir auch so oder gibt es wie eine der Frauen, mit der Du
- 7:22die besonders identifizierst und mit der du die besonders nahe
- 7:25fühlst? Ja, also in ihm schaffe sind
- 7:28eigentlich immer zuerst Figuren. Also die meldet sich dann immer
- 7:31mal an Klopfelt so und dann gehe ich dann mal nach und finde
- 7:34immer mehr heraus. Wer ist dabei interessiert die
- 7:37Figur, wo kommt sie her, wo würde sie hin und so weiter und
- 7:42und von dem her also immun, die Figuren natürlich extrem gerne
- 7:45haben, sonst könnte ich nicht so eine lange Zeit arbeiten, weil
- 7:48es so einen Roman schreibt man ja auch nicht, das schaffen wir
- 7:50so in 3 Monaten mal. Im Normalfall also so die
- 7:54allererste Notizen habe ich, glaube ich, im Frühling 2019
- 7:58gemacht, und dann habe ich aber den Zweitromanen rausgekommen
- 8:02und dann habe ich, glaube ich, so eine intensive Phase vom
- 8:05Herbst 2000. 20 bis frühling 2002.
- 8:10Und 20 ja, also so eineinhalb Jahre sind es so sehr intensiv,
- 8:14aber auch vorher. Die ganze Vorarbeit ist auch
- 8:16wichtig und dann auch das Lektorat und so lange geht man
- 8:19mit diesen Figuren dann auf diese Reise, irgendwie so in der
- 8:22Prozessau, das ist für mich auch sehr wichtig, also auf den
- 8:25Prozess der Figur auch einzulassen.
- 8:27Also ich weiß auch nie am Anfang, was passiert am Schluss,
- 8:31und ich verstehe absolut, also damit mit der Ambivalenz, wo du
- 8:35gesagt hast, ja, die sind total ambivalen und auf jeden Fall.
- 8:40Treffe zum Teil Entscheidungen von ihm, also denke wie bitte
- 8:43so. Aber ich finde auch persönlich
- 8:44einfach auch extrem spannend. Also so ein Spannungsverhältnis
- 8:48auch aufzumachen und Ambivalenz ist etwas wo so.
- 8:53Dermaßen zum Mensch gehört, dass sie es einerseits ein bisschen
- 8:57langweilig fänd, als Autorin nicht so ambivalente Figuren zu
- 9:00erschaffen und auch gar nicht so recht wüsste, wann ich denn mit
- 9:04den Figuren anstelle. Sehr spannend.
- 9:08Durch das Buch geschrieben als du selbst um die 30 warst und
- 9:11dann auch selber zum zweiten Mal schwanger warst, hast du da
- 9:14Inspirationen auch aus deinem eigenen Leben genommen oder wie
- 9:18viel von deinem Umfeld steckt da auch drinnen in dem.
- 9:21Buch. Ja, es ist immer so eine
- 9:23Konglomerat von ganz verschiedenem, also einerseits
- 9:26ja, ist es auch aus meinem eigenen Leben, aus eigener
- 9:28Erfahrung, eigene Fragen. Denn Sachen, die wir zu Ohren
- 9:33kommen, sind von Freundinnen, von Bekannten aus der Zeitung,
- 9:36die mich inspiriert haben und wo dann vielleicht auch Teilwerden
- 9:40von einer Figur oder Teil von einer Fragestellung und dann
- 9:43natürlich auch eine Recherche zu all diesen Themen wie Polyamorie
- 9:47oder Antinatalismus. Ja.
- 9:51Polyamorie ist, wenn man mehr als eine Person gleichzeitig
- 9:55liebt und auch mit der in einer Beziehung ist.
- 9:57Und das testet eben die Romy gerade.
- 9:58Aus. Genau, ja.
- 10:00Die sich verliebt hat in einen zweiten Mann.
- 10:03Genau sagen. Im Buch Thematisierst du eben
- 10:08eine Frau, die sich dazu entschieden hat, kein Kind zu
- 10:10bekommen. Eine Frau, die sich auf das
- 10:12zweite Kind freut und eine Frau, die es eigentlich bereut, Mutter
- 10:16geworden zu sein. Du hast dich für Kinder
- 10:18entschieden, warum? Ja, das ist ja gut.
- 10:21Die Frage, wie lange finde ich, es gibt mehr rationale Argumente
- 10:25gegen Kinder als für Kinder, aber es gibt ja nicht nur
- 10:28rationale Argumente. Ganz früher denke ich doch ich
- 10:33würde Kinder haben. Ich finde das bestimmt auch
- 10:38bereichernd vor. Ich stelle mir das ja als etwas
- 10:41Wichtiges vor, ich kann es gar nicht so genau sagen, und dann
- 10:44ist der Zeitpunkt gekommen, wo dann neben meinem Partner noch
- 10:47nichts gefunden hat. Doch.
- 10:50Wieso, wieso nicht? Also ich war war eigentlich
- 10:53recht früh, also ich bin noch Ende Studium und hat dann aber
- 10:56auch so Vorbilder gehabt, also zum Beispiel ist meine Dozentin,
- 10:59sind ja 5 Söhne gehabt, sie ist schon gestorben letztes Jahr und
- 11:03da habe ich gesehen, doch es kann funktionieren,
- 11:06Schriftstellerin sein und Mutter, er ist nicht so einfach
- 11:08einen Hut bringen weil Künstlerin, sie ist eh schon so
- 11:13ein herausfordernder Job, genau und so sind dann die beiden
- 11:16Kinder auf die Welt gekommen und.
- 11:19Ist eine sehr intuitive Entscheidung.
- 11:21Ja, schon. Aber ich glaube, grundsätzlich
- 11:23haben sehr intuitive Mensch, also ich tue im ersten Moment
- 11:27oft Entscheidungen, intuitiv Fälle, und dann tu ich es aber
- 11:29noch mal abklopfen so und überlege, hey ja.
- 11:34Und ich bin aber auch wirklich sehr froh.
- 11:35Hab ich die Entscheidung da so intuitiv gefällt, weil ich halt
- 11:38jetzt natürlich bin ich 35 hab Freundinnen, die noch kein Kind
- 11:40haben und wo jetzt sich schon seit mehreren Jahren auch
- 11:43Gedanken machen, hey wo die Kinder, wenn ich es vielleicht
- 11:46auch Sport und. Ich verstehe beides, also ich
- 11:50verstehe es wahnsinnig gut, auch zu sagen, nein, ich würde keine,
- 11:53ich lebe mein Leben anders und ich würde es absolut nicht
- 11:55missen und darum bin ich vorher die Entscheidung schon schon
- 11:59gefällt. Es gibt halt in diesem Punkt
- 12:02nicht wirklich etwas dazwischen, oder?
- 12:06Am Bildschirm ja genau, also nicht gotte oder so, aber das
- 12:10ist ja auch nochmal etwas anderes, die.
- 12:12Kann man dann wieder abgeben, während die eigenen Kinder hat
- 12:15man. Ja genau, aber da finde ich
- 12:16einfach auch etwas bereichernd, dass die eigentlich ihn so also
- 12:19sagen, ja viele, die sind einfach so ein Spiegel, also ja,
- 12:23so unglaublich vieles gelernt, tue meine Kinder und tue dir
- 12:26Verantwortung und durch die Beziehung, die einfach nicht
- 12:29abbricht und wo immer weiter läuft, einerseits da und
- 12:33andererseits ich meine Kinder sind einfach so genial.
- 12:36Ich meine, die Fragen, die Sie stellen und da erkunden und die
- 12:39Welt auch nochmal. Neu gesehen, nochmal anders
- 12:42gesehen und Kinder in diesem unterstützen, so der eigene Weg
- 12:46zu finden und möglichst kreativ auch in diesem zu bleiben.
- 12:50Find ich eigentlich auch eine ganz schöne Aufgabe als Mutter.
- 12:53Wofür werden deine Kinder mal dankbar sein?
- 12:55Dir und wo? Was werden sie dir vorwerfen?
- 12:59Da ist eine gute Frage. Ich habe wirklich auch schon mit
- 13:02der Therapeutin mal darüber gehört und so gesagt, ich will
- 13:05ja gar nicht wissen, was denn die später in der Therapie geht
- 13:08und dann hat sie gelacht und gesagt, ja, aber sie sei ja
- 13:10selber Therapeutin, aber sie hat ja ein Kind gesagt, wenn ihr
- 13:12dann mal eine Therapie macht, dann zahle ich auch die 5 ersten
- 13:15Stunden. Darum schwer zu sagen.
- 13:19Ich hoffe, dass sie. Ich hoff, dass Sie dankbar dafür
- 13:24sein oder dass sie es weder können schätzen etwas aus
- 13:27Umfeld, wo sie können, aufwachsen in dieser
- 13:29Genossenschaft, und ich hoffe ganz fest, dass sie auch.
- 13:35Davon profitieren, dass sie Eltern haben, die auch noch
- 13:40ihren eigenen Bedürfnissen nachgehen.
- 13:41Oder vielleicht sagen, wir reden jetzt vielleicht noch von
- 13:44Mutter, wie bei der Mutter der Fall.
- 13:47Dass das so ist, dass sie mir immer Mini Zeit fürs Schreiben
- 13:51genommen haben und auch für meine Freundschaften und für
- 13:53also es wäre nicht so konventionell, die Mutter da
- 13:56sein, lebe, wo sie vielleicht manchmal auch ein bisschen
- 13:58darunter leidet, aber ich hoffe, dass sie auch später sehen
- 14:02können, dass sie da vielleicht auch nochmal ein neues
- 14:04Verständnis oder ein anderes Verständnis oder für sie
- 14:08befreiungsverständnis davon haben können, wie auch sie ihre
- 14:11möglichen Partnerschaften oder Elternschaften usw können leben
- 14:16ausserhalb von Konventionen. Das wäre ganz schön.
- 14:22Wir werden sie dann mal fragen. Ja, genau.
- 14:25Die Eltern Kind Beziehung wird stark reflektiert im Buch und es
- 14:29gibt auch so einen kleinen Generationenkonflikt.
- 14:32Wenn dann der Vater seiner Tochter da Rumi vorwirft, das
- 14:35Problem sei ihre Generation würde sich zu viel Zeit zum
- 14:38Nachdenken zu nehmen, anstatt das eigene Leben anzupacken, ist
- 14:42das ein Vorwurf, den du auch gehört hast von deinen Eltern.
- 14:46Nein, so nicht. Also meine Mutter, die ist
- 14:49wirklich sehr, sehr offenen Menschen, die sehr wenig
- 14:53bewertet und mein Vater hat sich vor langen Jahren schon aus dem
- 14:57Staub gemacht, also ich weiß gar nicht, ob ich das so gehört
- 15:02habe. Ich glaube irgendwie schon, also
- 15:05dass man unserer Generation schon oft vorwirft, ich denke
- 15:09viel zu viel über die Sachen reflektieren viel zu viel und
- 15:12so. Ja.
- 15:15Zeichnet unsere Generation vielleicht auch ein bisschen
- 15:17aus? Ich glaub schon, ja oder
- 15:19zumindest ein Teil davon. Ja.
- 15:24Dieser Podcast ist ein ökumenisches Projekt und wird
- 15:27präsentiert von den evangelischen und katholischen
- 15:29Kirchen, der Kantone St. Gallen und Appenzell.
- 15:32Danke für eure Unterstützung. Mein Name ist Ines Schaarberger
- 15:39und ich bin heute in Flavil, wo ich mit der Ostschweizer Autorin
- 15:42Laura Vogt über ihr Buch die liegende Frau spreche. 2 der
- 15:47Frauen, die nicht liegen und sich Sorgen machen über die
- 15:50Frau, die liegt und keinen Ton mehr von sich gibt.
- 15:54Die Romy und die Sibylle, die diskutieren, was Freiheit
- 15:57eigentlich ist, ist das eine Konstante, ist das ein Prozess,
- 16:01ist das eine Entscheidung? Boss ist Freiheit für dich,
- 16:04Laura. Huf, Du hast ja schon gesagt,
- 16:07das Buch war auf meine Frage auf, als dass es beantwortet.
- 16:11Ich glaube, es beantwortet bisschen und macht es dann aber
- 16:13auch wieder auf, um eine Freiheit für mich bedeutet, ich
- 16:16glaube, ich bin da schon eher auf der Seite von Romy, wo er
- 16:20sagt, Freiheit ist ein Prozess, Freiheit entsteht auch durch
- 16:23Beziehung, durcheinander spiegeln und aushandeln.
- 16:28Aber natürlich ist der Freiheitsbegriff unglaublich
- 16:31komplex und kompliziert und ist auch sehr große Frage.
- 16:34Geht es jetzt um individuelle Freiheit, geht es um Freiheit,
- 16:37irgendwo in einem Konflikt, in einem Krieg, um eine
- 16:40gesellschaftliche Freiheit? Wo endet diese Freiheit und wo
- 16:43beginnt Verantwortung? Boah, das sind kompliziert.
- 16:47Die Frage. Die du aufwirbst in deinem Buch.
- 16:54Aber Dani kauft immer, da können ja Gläserinnen für sich
- 16:57beantworten. Irgendwie fiel mir doch schon
- 16:59wieder ein bisschen weg vom Buch, natürlich, es ist immer
- 17:03ein Aushandeln, also jetzt zum Beispiel, sagen wir mal, in
- 17:06diesem Konstrukt von Familie, an dem Punkt übernimmt, wer welche
- 17:11Verantwortung, wo nimmt man sich eine Freiheit im Sinne von, man
- 17:15lässt keine Arbeit, zum Beispiel mal hinter sich und macht ein
- 17:18freies Wochenende mit Freundinnen zum Beispiel im
- 17:20Ring. Was meint er, was meint er für
- 17:23die anderen Betroffenen, wieso muss man persönlich den
- 17:26Bedürfnissen nachgehen und so und dann genau kommen wir mal
- 17:29wieder zu der Kommunikation, wo du ja auch schon angesprochen
- 17:31hast. Und wenn wir im Buch auch ein
- 17:33grosses Anliegen ist, also eigentlich ein Plädoyer für
- 17:36kommunizieren also und auch die Verantwortung eben selber
- 17:41übernehmen dafür, was man braucht, was man sich wünscht,
- 17:44was man will, dass man Sachen erlebt, das ist etwas, wo ich
- 17:48ganz oft beobachte, dass Menschen irgendwie beleidigt
- 17:52sind oder enttäuscht, weil jemand anders vielleicht die
- 17:56eigenen Bedürfnisse nicht können abdecken können.
- 17:59Und ich finde halt darüber Säcke oder finde zuerst mal für dich
- 18:03selber heraus, was ist eigentlich mein Bedürfnis und
- 18:05dann kann man schauen, wie die Bedürfnisse abgedeckt werden und
- 18:10meine Sachen kann man sich zum Beispiel auch selber geben und
- 18:14andere Sachen kann man mit Menschen, die einem nahe sind,
- 18:17kommunizieren und so wird die Bedürfnisse nicht gedeckt, wie
- 18:21sagt man? Gestillt.
- 18:22Gestillt? Ja, genau, aber.
- 18:23Man kann nicht erwarten, dass die anderen das riechen.
- 18:26Genau das für ein Bedürfnis. Man hat, das ist vielleicht die
- 18:28eigene Verantwortung, die man. Hat ja ganz genau und wirklich.
- 18:34So oft beobachte und ich finde auch, ich finde das schon auch
- 18:37fatal. Aber ich glaube, wir werden oder
- 18:39wir sind nicht so wirklich dazu erzogen worden.
- 18:41Zumindest beobachte ich da bei mir oder so bei dem Kontext von
- 18:46ich so kenne, um die eigenen Bedürfnisse zu kennen und um
- 18:49auch dafür annastone und sagen, Hey.
- 18:50Sog CETA bei mir aus, da fanden die eigentlich eine wichtige
- 18:54Grundvoraussetzung, um nämlich auch die Bedürfnisse der anderen
- 18:57wahrnehmen zu können und auch waren.
- 18:59Es gibt das christliche Gebot von der Liebe, quasi, dass man
- 19:02seinen nächsten lieben soll, wie sich selbst und wie Gott.
- 19:05Und da ist eben das ganz wichtige, dass man sie zuerst
- 19:08selber liebt, damit man andere lieben kann.
- 19:10Das hat mit diesen Bedürfnissen auch zu tun, wenn deine eigenen
- 19:13Bedürfnisse nicht gestillt sind, kannst du nicht für die anderen
- 19:16Sorgen, ja, das geht einfach nicht auf.
- 19:19Ja, genau. Da schau gerade in Bezug auf
- 19:22Mutterschaft, wie auch einfach oft Probleme finde.
- 19:25Das ist natürlich nicht mehr wie früher, dass man so so fest in
- 19:29die Rolle gedrängt worden ist. Es ist auch etwas aufgegangen,
- 19:33so im Bezug auf die Mutterschaft, aber von der
- 19:35Tendenz her ist es schon immer noch gehört, auch immer noch
- 19:38oft, ja, nein, eigentlich ist die Mutter die wichtigste Person
- 19:40für das Kind und so weiter aber wo bleibt denn die Person
- 19:44dahinter selber, weil ich meine, die ist ja nicht nur Mutter,
- 19:48sondern die ist noch Schwester. Arbeitnehmerin vielleicht eine
- 19:52Freundin? Frau.
- 19:56Mensch. Ganz genau.
- 20:02Die Romy sagt Mal im Buch, Wir wurden geboren in einer Zeit,
- 20:05ein Land ohne Wahl. Wir sogen die Bräuche, die
- 20:08Blicke ein, haben so vieles davon verinnerlicht, mich davon
- 20:11zu befreien, kommt mir manchmal fast unmöglich vor.
- 20:14Also für Sie ist Freiheit auch was schwieriges, sich zu
- 20:16befreien von Konventionen. Wovon mußtest du dich befreien
- 20:21oder bist du noch dran, dich zu befreien, weil Freiheit ja ein
- 20:24Prozess. Ist wie du.
- 20:25Ja genau, ja ich glaub genau da sagst du genau richtig, das ist
- 20:28so n fortlaufend und da sind meine Bücher eigentlich auch.
- 20:32Ein großer Teil davon für mich zu verursachen, befreie auch von
- 20:36alten. Ja, wie soll ich sagen, ja,
- 20:39schon in meiner Kindheit so ein Rucksack mitbekommen und da bin
- 20:43ich immer nur am ausmisten und auch Sachen noch besser verstehe
- 20:47und es ist aber ein bisschen was anderes, dass Romy vielleicht
- 20:51meint und das ist etwas, was ich auch sehr gut verstehe und was
- 20:54ich auch ganz schwieriges Thema finde, weil es gibt Studien, die
- 20:59nun schon ein kleines Baby auf die Welt kommen.
- 21:02Ist die Kommunikation von Erwachsenen gegenüber dem Kind
- 21:06anders? Ob es im Buben oder Mädchen ist?
- 21:09Und das ist sehr subtil und viel merken da gar nicht.
- 21:13Aber es prägt halt dahin sein Aufwachsen.
- 21:18Da gibt es ja Studien, dass zum Beispiel Mädchen weniger hoch in
- 21:21die Luft geschupft werden als Buben, die man irgendwie sagt.
- 21:25Juhu. Und also dieses klassische
- 21:27Spiel, dass man das Kind so ein bisschen in die Höhe schuppt,
- 21:28Mädels werden da um einige Zentimeter weniger
- 21:31hochgeschupft. Ja, und da ist halt also ein
- 21:35paar Zentimeter aber schon ein paar Unterschiede und genau es
- 21:38macht, es prägt anders, es macht ein anderer Mensch, blöd gesagt
- 21:42daraus. Und, und da meint Romeo oder da
- 21:46irgendwie wie auch für sich selber zu fassen, wenn man in
- 21:50einer Gesellschaft auffasst, wo gewisse Konventionen hat,
- 21:53einfach da sind oder wo die Kommunikation gegenüber Frauen
- 21:55immer so und so ist, dort zu sehen, was da überhaupt passiert
- 21:58ist und da bei sich selber auch nicht ändern oder vielleicht
- 22:01auch in Bezug auf die eigenen Kinder, da ist gar nicht einfach
- 22:05und es bleiben unendlich viele blinde Flecken natürlich, was ja
- 22:08auch. Ist auch OK so und da gehört zum
- 22:11Mensch sicher irgendwie auch dazu, aber da ist etwas, was
- 22:15darüber beschäftigt und wo mich auch immer noch und immer wieder
- 22:18beschäftigt. Sich immer mehr zu befreien.
- 22:22Die Sibylla im Gegensatz sagt mit ihrem schwarzen Humor, das
- 22:26Leben hat eigentlich keinen Sinn, sie hat's schon als Kind
- 22:29gespürt, die fehlende Notwendigkeit ihrer Existenz,
- 22:33der Satz ist mir eingefahren, ja, und auch dann die Existenz
- 22:36aller Menschen. Ist deine Existenz notwendig?
- 22:39Wie würdest du persönlich diese Frage beantworten?
- 22:42Nein, also da bin ich schon sehr begrüsst.
- 22:45Existenz ist nicht notwendig. Also und ich denke auch immer,
- 22:48wenn man so über Klimaerwärmung zureden, ich mein, wenn ja,
- 22:51einfach Angst, dass wir Menschen nicht mehr mitheben können, ich
- 22:55glaube der Erde ist da relativ egal.
- 22:56Vieles regeneriert es Gott oder es ist eigentlich permanent.
- 23:00Und ich finde, in diesem Gedanken liegt ja eigentlich
- 23:04auch etwas Beruhigendes, sofern man nicht in so einer Lethargie
- 23:08verfällt, also weil da fände ich falsch, um sagen, ja, man
- 23:12braucht es ja eh nicht. Also egal, also ich finde, man
- 23:16kann sich diesen Satz sagen, hey, eigentlich, grundsätzlich
- 23:18ist meine Existenz nicht wirklich notwendig, aber ich bin
- 23:22hier im Leben, ich lebe in einer Gesellschaft, in einer
- 23:25Gemeinschaft, und da ist auch wichtig, dass ich überlege, wie
- 23:29ich mich hier preis und. Wie werde ich hier aktiv?
- 23:34Das finde ich ganz wichtig. Also die führt dieser Satz in
- 23:38die Freiheit. Eigentlich.
- 23:40Ja genau, Joe, das macht alles ganz groß, aber ich will ja auch
- 23:43ganz clean, also es nimmt ja genau so ne, es kann eben genau
- 23:46auch eine schwere Herausdenke, also es ist jetzt so wichtig so
- 23:51zum keine Ahnung. Tausende meiner Brüder zu
- 23:53verkaufen und dann sozusagen, Hey avalog, hat irgendjemand auf
- 23:56dieses Buch gewartet? Nein, ist für mich wichtig zu
- 23:59beschreiben, ja, auf jeden Fall, also hat es ein Wert und auch
- 24:02ein Sinn für mich und dann aber Web Freiheit, haben Sie gesagt,
- 24:05OK, gut, aber jetzt weisst du sonst noch da im Leben.
- 24:10Es. Macht dann einen.
- 24:11Entspannter? Ja, wir.
- 24:12Sagen die eigene Existenz war gar nicht nur unbedingt
- 24:15notwendig, aber es ist schon schön, dass ich da bin.
- 24:18Ja, selbst auf jeden Fall. Und ich würde auch überhaupt
- 24:20nicht sagen, dass mir da immer Licht fällt, überhaupt nicht.
- 24:22Ich muss immer wieder auf diesen Satz Runterbringen und sagen,
- 24:26Hey. War ich wirklich wichtig?
- 24:28So und und für wen lohnt es sich zu kämpfen oder aufzustehen und
- 24:33so? Ja ja.
- 24:35Ich bin sehr geprägt vom christlich oder biblischen
- 24:39Menschenbild, wo es so die erste große Erzählung, der erste
- 24:42Mythos in der Bibel geht es um die Erschaffung der Welt, und
- 24:46dann sagt Gott jedes Mal, wenn er was neu gemacht hat, ach,
- 24:50sehr gut, also so ein Lob auf alles und am Schluss auch beim
- 24:53Menschen sehr gut, und das will er nicht erzählen, wie die Welt
- 24:57entstanden ist, sondern warum. Und und so.
- 25:01Dieses warum ist es da. Es gibt schon einen Sinn, es ist
- 25:04gut so, dass du da bist. Das hat mich sehr geprägt beim
- 25:08Aufwachsen, darum war es für mich dann wahnsinnig
- 25:10überraschend zu lesen, okay, da gibt es Menschen oder mir war
- 25:13das natürlich schon bewusst. Aber in der Sibylla kommt es
- 25:15einem so nahe, dass sie sagt, Na, das hat eigentlich keinen
- 25:18Sinn, wenn du es jetzt so erklärst, ist es, finde ich sehr
- 25:20logisch und hat auch etwas Schönes, ich finde, es hat aber
- 25:23auch was Schönes zu sagen und es ist gut, dass ich bin so mal
- 25:26ganz grundsätzlich. Unabhängig von jeglicher
- 25:29Leistung. Ja, ich.
- 25:31Glaub aber auch gar nicht, dass sich da widerspricht.
- 25:33Also zu sagen, meine Existenz ist nicht unbedingt notwendig,
- 25:35aber es ist gut, dass ich bin, ja, also ich würde auch.
- 25:39Und das Leben ja nicht Willen nicht haben.
- 25:41Und ja, auch Sybille, also sie lebt ja noch, also.
- 25:46Und dann eigentlich doch auch gerne.
- 25:48Ich glaub schon, sie ist einfach so in einer kleinen
- 25:51Krisensituation und ich glaube also ich freue mich, dass du den
- 25:54schwarzen Humor von ihr entdeckt hast, weil wir nicht alle.
- 25:56Es ist für mich schon ein lustiger Mensch und ich glaube,
- 26:00sie ist aber ein provokanter Mensch, also sie will gerne so
- 26:02ein bisschen sticheln und schauen, was passiert.
- 26:07Und sie hat wahnsinnige Periodenschmerzen.
- 26:10Und das kenne ich auch, dass man ein veränderter Mensch ist, auch
- 26:14wenn einem die Schmerzen überwältigen.
- 26:18Also auch ganz viele Frauenthemen, die da eine Rolle
- 26:21spielen. So unterschiedlich die 3 Frauen
- 26:24auch sein mögen, am Schluss, da halten sie doch zusammen und sie
- 26:28trotzen jeden Wind und Wetter auch dem stärksten Sturm, was du
- 26:31auch so Freundinnen, auf die du zählen kannst.
- 26:33Wie wichtig sind dir Freundschaften?
- 26:35Ja, wie du gerade. Ich habe Freundinnen.
- 26:40Ja, viel, sehr, sehr wichtige Freundinnen, die einen wirklich
- 26:43auch schon seit. Über 20 Jahre ich finde
- 26:47Freundschaft etwas existenzielles.
- 26:51Wie Freundschaften im Gegensatz zu den Liebesbezirken.
- 26:53Wobei eben, ich finde, da muss man irgendwie auch öffnen und
- 26:55sagen, auf Freundschaft ist doch liebesbezirke ich meine, ich
- 26:58liebe meine Freundinnen ja auch. Liebesbeziehungen brauchen auch
- 27:01starke Freundschaften als Grundlage.
- 27:03Ja, genau umgekehrt. Und im Gegensatz zu den
- 27:07klassischen Lebensbezirken oder wie auch immer ein paar
- 27:09lebensbezogene Freundschaften halt auch viel mehr Spielraum.
- 27:13Also man kann sich auch mal länger nicht sehen, man kann
- 27:17wieso vielleicht noch einmal weniger vorbereitete Regeln.
- 27:21Unausgesprochen oder unausgesprochen sich ausdenken
- 27:24und einfach vieles miteinander tragen und man kann sich also so
- 27:28erleb Freundschaften. Ich habe mich verletzlich
- 27:30machen, ich habe alles teilen, ich habe in einer richtig guten
- 27:34Freundschaft, bin ich verabredet und es ist egal, wie ich mich
- 27:38fühle, es ist ich gehe und ich darf einfach so sein wie ich in
- 27:41diesem Moment bin und da finde ich extrem wertvoll.
- 27:44Mega schön. Tipp Wie man eine gute Freundin
- 27:47findet. Oh nein, ist das schon schwer.
- 27:54Also wie leben meine 2 besten Freundinnen, die aus der
- 27:57Schulzeit genommen und andere habe ich die auch sehr gute
- 28:00Freundinnen geworden, dann habe ich einfach so kennengelernt zum
- 28:03Teil, also entweder überschreiben oder eine Freundin
- 28:06zum Beispiel, dass ich mal an der Uni Luzern beide, ich bin
- 28:09falsch in einem Vorlesungssaal gewesen, niemand sagte Okay und
- 28:13da kommt eine rein strahlend, hockt mich, wir beginnen und
- 28:17sind befreundet, einfach so ein Zufallstreffer.
- 28:20Ein Geschenk. Ja, eine Freundin aber.
- 28:23Man muss offen sein, man darf nicht auf dem Handy sitzen vor
- 28:26dem Vorlesungssaal, ja. Genau einlassen.
- 28:29Dass vielleicht da etwas entstehen könnte.
- 28:32Ja, voll. Also ich glaub das ist eh gut,
- 28:35auch mit so auf den Augen durch die Welt zu gehen, weil ich
- 28:37finde auch wenn ich durch die Strassen laufe und ich merke wow
- 28:41jetzt fühl ich mich eher gut und es kommt vielleicht ein Lächeln
- 28:43mir entgegen oder so daher auch wenn es nicht eine Freundschaft
- 28:46ausgibt, aber auch da ist doch etwas so kostbar, sondern
- 28:49eigentlich viel kostbarer als irgendwie schauen hat mir gerade
- 28:52noch jemand geschrieben, aber klar, die kleinen Smartphones,
- 28:54die machen halt etwas mit unserem Gehirn nicht ich will
- 28:58die machen ja genau. Als Theologin und
- 29:05Religionspädagogin habe ich im Buch ganz genau darauf geachtet,
- 29:08ob ich irgendwie auch religiöse Bezüge finde, weil ich das
- 29:11persönlich sehr spannend finde. Und Romy, der Vater von der
- 29:15Romy, ist zum Beispiel ganz fasziniert vom keltischen
- 29:17Baumkalender und meditiert gerne.
- 29:19Die Sibylla erzählt von ihrem Ex Freund Markus, dem Markus, dem
- 29:23ältesten Evangelisten also, so beschreibt sie seinen Namen, war
- 29:27Religion etwas, mit dem du aufgewachsen bist Nein,
- 29:31eigentlich NÖ. Also meine Eltern haben.
- 29:33Sonntagsschulen mal noch geleitet, wieso auch immer, weil
- 29:37ich habe sie nie als so religiös empfunden.
- 29:39In der reformierten Kirche. Ich reformierte Kirche ja genau,
- 29:42also ich bin reformiert aufgewachsen und ich bin aber
- 29:44selber nie religiös. Aber klar, man lebt in einer vom
- 29:48Christentum geprägten Welt, und so sind, glaube ich, auch die
- 29:53Bezug deines Buches hineingekommen, also.
- 29:55Es ist ein bisschen zufällig oder aufgegriffen.
- 29:59Alles was. Das entscheidende Wochenende,
- 30:03die 4 Tage, die die Freundinnen gemeinsam verbringen, das ist
- 30:06das Pfingstwochenende. Zufall?
- 30:10Weil das ein Tag ist, weil man da einen Tag länger frei hat und
- 30:13du 4 Tage brauchtest. Es ist lustig.
- 30:15Bevor du gefragt hast, welche Flunkern es.
- 30:19Ist Zufall? Ja, es ist genau das, ich denke
- 30:22okay wenn alle 4 alle 3 Frauen frei und können zusammen
- 30:26verreisen, welche Pfingsten macht Sinn?
- 30:28Ich habe einen Monat wo es schon heiß ist weil die Hitze spielt
- 30:31ja auch im Buch Rolle und dass die am Schluss entbrochen wird.
- 30:34Und dann hat mich in ihrer Lesung letzten Herbst gefragt,
- 30:37Ach ja, Pfingsten ist zufällig zufällig und dann ist man
- 30:40plötzlich in sein aha, Pfingsten gilt doch auch so als
- 30:42Verständnis, also auch sprachlicher Ebene,
- 30:45Kommunikation wieder finden, miteinander also quasi alle
- 30:48sprechen in der gleichen Zunge. Und dann sagt, eigentlich passen
- 30:52ja schon noch gut, also weil die 3 Sibiromi und Nora ja schon
- 30:58auch sehr unterschiedliche Leben leben und vielleicht auch
- 31:00unterschiedliche Kommunikationsweisen haben und
- 31:02sich zum Teil auch ein bisschen aus den Augen verloren haben vor
- 31:05dem Pfingstwochenende und es ist für mich ganz wichtig, sie am
- 31:09Schluss auch wieder zusammenzuführen und mit Nora,
- 31:13mit Nora ist ja immer einfacher, weil mit denen sind ja eh alle
- 31:17befreundet gewesen, aber zwischen Romy und Sibylla hat
- 31:19ja, also hapert es ja ein bisschen im Buch oder sehr
- 31:22sogar. Sieht dort wieder so zusammen
- 31:26zusammenzubringen und auch so viele subtile Arten, wieso die
- 31:30Gemeinschaft vielleicht nochmal herzustellen.
- 31:33Und dann habe ich gemerkt, Ah ja, Pfingsten gute intuitiven
- 31:36Entscheidungen, Entscheidungen. Pfingsten steht auch für einen
- 31:39Aufbruch und für eine neue Kraft.
- 31:42Also, so die Erzielungen sind, da kommt dann Gottes Geist Kraft
- 31:46auf, die Freundinnen und Freunde von Jesus, die irgendwie bissel
- 31:49lost sind, so ohne Jesus. Ja, und der Heilige Geist oder
- 31:56die Geistkraft Gottes ist so die weibliche Seite Gottes, obwohl
- 31:59ich dann auch dachte, dass das passt ja eigentlich schon gut,
- 32:02dieser Aufbruch und die weibliche Intuition und die
- 32:06Kraft, die neue Kraft, diese wieder bekommen und die sie
- 32:09zusammenführt. Ja, da ist man nicht bewusst.
- 32:12Ja, voll, das finde ich sehr passend.
- 32:18Du hast mir gesagt, dass nach der jahrelangen Arbeit an einem
- 32:20Roman Du selber verändert hervorgehst was hat dich
- 32:24verändert oder inwiefern hat dich die liegende Frau
- 32:27verändert? Ja, ich bin im Bezug auf die
- 32:31Themen, die ich darüber geschrieben habe, ruhiger
- 32:33geworden. Ich habe nicht alle Fragen so
- 32:36beantwortet, aber der Prozess meint ja auch gar nicht, jede
- 32:39Frage dann so abzutragen und da ist auch schöne Literatur, wird
- 32:42da ja eigentlich auch nicht, das ist irgendwie, finde ich, auch
- 32:44nicht Aufgabe der Literatur, wenn man von der Aufgabe
- 32:46überhaupt reden will, aber in mir passiert durch Fragen
- 32:50stellen und durch das daran hineingehen ja trotzdem ganz
- 32:53vieles, und ich glaube, es ist die Ruhe, und da dann auch die
- 32:57Themen, bist du gerade auf die Seite legen und mich dann auch.
- 33:02Neue oder neue alte Themen? Zuwenden.
- 33:07Welchen Themen wendest du dich gerade zu?
- 33:08Schreibst an einem neuen Roman. Ja, genau, ja.
- 33:10Es ist einfach etwas anderes. Also ich habe auch lange
- 33:12gedacht, das ist vielleicht gar nicht ein Roman, aber
- 33:14mittlerweile kann man, glaube ich, schon von einem Roman
- 33:16reden, es geht ums Thema Tod, Abschied nehmen und Familie, und
- 33:23davon webt sich mit so einem Strang über Kalzium und
- 33:28Kalkstein und Kalk, also es ist auch eine Art von Recherche.
- 33:32Poetische und Dachau erzählen die Verbindung von den beiden
- 33:37Themen. Wir dürfen gespannt sein.
- 33:40Von den Dreißigern direkt zum Tod.
- 33:44Bei uns beiden dauert es noch lange, bis diese Verbindung
- 33:46kommt. Vielen Dank für das Gespräch.
- 33:49Danke auf jeden Fall. Danke euch fürs Zuhören.
- 33:53Ich hoffe für euch was interessant von
- 33:55Frauenfreundschaften, von Freiheit, von Verantwortung zu
- 33:59hören, wenn euch die Podcast Folge gefällt, dann teilt sie
- 34:02doch gerne mit einer Freundin, einem Freund, der ihr das auch
- 34:07wünscht und schenken möchte dieses Gespräch.
- 34:11Ein Buch, ein signiertes Exemplar von die liegende Frau
- 34:14könnte übrigens gewinnen. Auf Instagram.
- 34:16Schaut da vorbei bei Fadegrad unterstrich Podcast macht's gut,
- 34:21eure Ines. Vater Graz.