Latest / HSV, wir müssen reden – der Fussball-Talk / Sandro Wagners Plan gegen den HSV
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- Die Länderspielpause ist fast vorbei. Der 11. Bundesligaspieltag steht vor der Tür und wir müssen mal wieder über den HSV sprechen. So heißt ja auch unser Podcast und dazu begrüße ich heute meinen Kollegen Kai Schiller. Moin Kai. Moin Henrik. Heute bist du mal mein Wingman. Wunderbar, freue ich mich drauf. Sehr gut. Und wir haben auch noch einen weiteren Gast im Laufe des Podcasts, der uns sehr viel über den Gegner des HSV am Sonnenabend sagen kann, den FC Augsburg mit Trainer Sandro Wagner. Sehr spannende Personalie. Aber erst mal zu dir Kai. Du warst heute beim Training, öffentliches Training, letztes öffentliches Training der Woche. Was konnten die Fans sehen? Was konntet ihr Journalisten sehen? Hat Meldin Polizin schon sein Startelf gezeigt? Also nicht sehen, aber fühlen konnte ich, dass es verdammt kalt in Hamburg geworden ist. Du auch. Ja, fünf Grad und gefühlte minus ein Grad. Ab morgen wird es dann ja wirklich minus ein. Da darfst du dann wieder zum Training. Ich habe frei, wunderbar. Ja, sehen konnte man nicht die Startelf. Es wurde so ein kleines Turnierchen gespielt mit vier Mannschaften. Da konnte man dann noch nicht ableiten, wer da am Wochenende gegen Augsburg in der Stadt stehen wird. Aber zum Beispiel Jonas Meffert war wieder da. Der hat ja gestern gefehlt, weil er krank war. Und ansonsten von den Verletzten, Paulsen und Elfadli, die haben im Kraftraum ein bisschen an ihren Wehwehchen gearbeitet. Ein paar Youngster waren mal wieder dabei. Die sind ja in den Länderspielpausen häufiger dabei. Louis Lenke habe ich gesehen. Ja, genau. Der zum Beispiel, also ich muss gestehen, ich bin ja nicht mehr so häufig beim Training, deswegen kannte ich den gar nicht. Aber vielleicht kennst du ihn oder mit Sicherheit kennst du den besser. Kann der was und wird der vielleicht sogar bei den Profis in dieser Saison nochmal auch vorspielen im Spiel oder? Ich schaue mir erstmal, ob du meine Texte nicht liest, weil ich habe mindestens schon dreimal jetzt über ihn geschrieben, aber ja, offenbar nicht. Ich lese immer nur, wenn Stefan Walter oben drüber steht, dann weiß ich, Qualität ist geboten, aber jetzt möchte ich audiomäßig von dir wissen, was der kann. Schöne Grüße an Stefan auf jeden Fall in seiner Reha gerade, macht etwas Rückenreha, genau, ist bald wieder dabei und dann auch hier im Podcast zu hören. Ja, Luis Lemke, auf jeden Fall das absolute Top-Talent aktuell beim HSV, ist ja gerade erst 16 Jahre alt geworden, hat jetzt gerade zum ersten Mal für die U21 gespielt und auch vor kurzem das erste Mal für die Profis dann auch trainiert. Und der HSV hat ja jetzt nicht so viele Top-Talente, aber von dem sagt man wirklich, das könnte einer werden. Auch gerade jetzt in diesen jungen Jahren schon, auch körperlich schon durchaus recht weit, spielt ja in der U17-Nationalmannschaft auch. Und da waren auf jeden Fall viele Vereine auch schon interessiert. Der HSV hat ja gerade seinen Vertrag mit ihm verlängert. Das war auch sehr, sehr wichtig. Und bin gespannt. Ja, ich glaube in dieser Saison noch nicht, aber Schritt für Schritt war es jetzt erstmal wichtig, ihn auch zu halten und dann so Richtung nächste Saison könnte ich mir schon vorstellen, dass er dann irgendwann auch debütiert. Genau, du hast gesagt, Startelf konnte man noch nicht sehen. Es gibt ja eine Position, haben wir ja auch im HSV-Check schon drüber gesprochen. Ja, vorne Josef Paulsen fällt aus. Wir haben natürlich gestern mit Merlin Polzin darüber gesprochen. Ransford Königsdörfer ist die naheliegende Lösung. Tippst du auch auf ihn? Also alles andere würde mich sehr überraschen. Robert Latzel wäre ja eine Option. Eine andere, die wäre noch ein bisschen verrückter, wäre, wenn Ryan Philipp dann von rechts nach ganz vorne wechseln wollen würde. Das glaube ich nicht. Genauso wenig, wie ich daran glaube, dass Robert Latzel von Anfang an spielt. Also es deutet, glaube ich, alles auf Königsdörfer hinaus. Merlin Polzin hat gestern noch eine weitere Variante genannt, die er durchaus im Kopf hat. Und zwar Fabio Vieira dann als falsche Neuen aufzustellen vorne. Ja, so als optionale Variante, der sich dann mal ein bisschen mehr fallen lässt. Gerade gegen die großen Innenverteidiger ein bisschen anders zu spielen. Fand ich jetzt gar nicht so uninteressant. Vor allem hätte man dadurch ihn dann wieder in die Startelf eingebaut und hätte Ransford Königsdörfer als Joker dann in der Hinterhand. So wie gegen Dortmund, das hat ja auch sehr gut geklappt. Wie du weißt, bin ich großer Viehra-Fan und würde alles befürworten. Normalerweise, wo Fabio Wehrer in der Startelf steht, aber ich persönlich würde es dann doch besser finden, einen richtigen Stürmer vorne drin zu haben, also Königsdörfer und dann Fabio Wehrer gerne im Mittelfeld. Also ich tippe auch auf Königsdörfer, gerade jetzt auswärts bei so einem Gegner, der wahrscheinlich erstmal auch sehr viel Druck machen wird, so wie Augsburg ja auch spielt. Die spielen sehr intensiv, aber das können wir auch dann gleich den Kollegen aus Augsburg noch fragen, der uns da ein bisschen Einblicke geben wird. Ein Landsmann von Fabio Vera ist auch ein interessantes Thema diese Saison. Guy Ramos, du hattest heute das Vergnügen, mit ihm ein Interview zu führen nach dem Training. Erzähl doch mal, was hat er so erzählt? Wie war die Gesprächsatmosphäre? Konntest du mit deinem Portugiesisch glänzen? Ich wollte da ganz, genau, glänzen ist das Stichwort. Ich wollte glänzen, habe dann direkt zu Beginn gesagt, er hatte eigentlich Deutschunterricht heute um zwei. Wir hatten davor das Gespräch und ich kann Portugiesisch, was daran liegt, dass ich vor 20 Jahren mal ein Jahr in Portugal gelebt habe und habe ihm gesagt, ob er auf Portugiesisch, Englisch oder Deutsch sprechen wollen würde und dachte, die logische Antwort müsste sein, dass er sich freut und Portugiesisch. Aber er meinte dann ganz locker auf Englisch, nee, nee, wir können schon auch ruhig auf Englisch sprechen. Simon, liebe Grüße aus der Presseabteilung, war auch dabei und der sollte dann auch ein bisschen was verstehen, was wir da so zu besprechen hatten und dementsprechend haben wir uns auf Englisch unterhalten, war aber trotzdem ein nettes Gespräch und du kennst ja Guy Ramos, sehr, sehr netter Kerl, total, ja, also der lächelt die ganze Zeit und ist einfach ein guter Typ, hat ja jetzt sportlich gesehen, vorsichtig formuliert, nicht die beste Zeit beim HSV bislang und trotzdem hat man bei ihnen immer den Eindruck, dass der einfach, wie es so schön heißt, immer weitermacht, sich voll in den Dienst der Mannschaft stellt und dabei auch noch gute Laune hat. Ja, also er ist auch in der Mannschaft sehr beliebt. Das wurde am Anfang der Saison auch deutlich, als er dann dieses Tor in Pirmasens geschossen hat, zum Ausgleich den HSV da von einer Riesenblamage bewahrt. Da waren auch hinterher alle Spieler, die wir befragt haben, haben alle gelacht, als es dann um Guillermos geht, weil er einfach so ein herzensguter Mitspieler ist. und auch die Verantwortlichen haben ja mittlerweile gemerkt, dass er durchaus seine Wertigkeit hat. Obwohl sie da nach dem Pirmasens-Spiel, erinnere ich noch, hat Stefan Kunz gesagt. Ich glaube, der hat keine Chance mehr hier beim HSV. Und die nicht vorhandene Chance nutzte aber und offenbar hat Meldin Polzin ja auch eine ganz besondere Rolle für ihn. Er kommt dann ja immer so in den letzten Minuten nochmal rein, wird dann eigentlich nur noch vorne in den 16er posiziert und nicht hinten als potenzieller Zielspieler. Ja, genau. Also er ist ja eine wirkliche Kopfballmaschine, muss man sagen. Und hat auch lustigerweise erzählt, dass Kopfballpendel hat er hier in Deutschland kennengelernt, in Bielefeld, das gibt es in Portugal nicht. Er meinte, er konnte eigentlich schon immer ganz gut Kopfball spielen, hat eine Monsterstatur, ist groß, ist breit, da ist es schwer, ihn zu verteidigen, aber er sagte, das Wichtigste sei eigentlich das Timing und das hat er einfach. Er ist sicherlich der stärkste Kopfballspieler in der HSV-Mannschaft, da gibt es auch noch einen Bobby Glatzel und Josef Paul ist natürlich auch ein guter Kopfballspieler, aber er ist er schon der Beste und genau das weiß auch Merlin Polzin und, Er hat dann verraten, dass es dann am Ende einen sogenannten Zielspieler gibt. Also wenn sie dann hinten raus nochmal lange Flanken, Ecken, Freistöße, dann ist er derjenige, auf den diese Flanken gehen sollen. Und die Idee ist dann halt, dass er dann nochmal reinschädelt. Das hat geklappt im Pokal gegen Pürmersens. Ansonsten ist er immer mal wieder jetzt reingeflogen. Er hat ja auch gegen Dortmund ein paar Minuten noch gespielt. Weitere Tore sind noch nicht dazu gekommen. Aber ich glaube, er wird sich auch freuen, wenn er nicht nur seine Kopfballstärke vorne demonstrieren dürfte, sondern auch hinten, wenn er vielleicht mal ein paar mehr Minuten bekommt und auch mal ein Spiel verteidigen darf. Insgesamt glaube ich nicht, dass Ramos jetzt in der Saison noch richtig viel Spielzeit in der Abwehr bekommt. Aber für ihn sicherlich trotzdem schön, dass er nicht ganz außen vor ist. Ich glaube auch vor dem Tor gegen Dortmund, was dann Königsdorfer ja richtig gut geköpft hat. Also es war ein richtig starker Kopfball, wie er sich da hochgeschraubt hat. Da stand direkt daneben noch Guy Ramos. Wahrscheinlich hat Mohamed den eigentlich gesucht. Entweder hat Mohamed den gesucht Oder vielleicht haben sich die Dortmunder ja auch auf den konzentriert, man weiß es nicht, aber der ist schon ein Asset und das ist schon nicht schlecht, wenn man so einen hat. Ich erinnere mich an ganz frühere Jahre, als Basti Reinhardt mal eine schwere Zeit hatte und nicht in der Startelf spielen durfte, aber genau die gleiche Funktion hatte. Dann wurde er auch immer in den letzten Minuten als Stoßstürmer eingewechselt, aber das ist schon, die Älteren werden sich erinnern, ein paar Jährchen her. Ja, aber wo du schon mal hier bist, als, ich sag mal jetzt, erfahrener Kollege, wo du auch gerade Simon, den Kollegen aus der HSV Medienabteilung, erwähnt hast, vielleicht kannst du da mal ein bisschen Einblicke geben, wie das eigentlich so läuft. Für unsere Hörer dann auch, also ihr habt einen Interviewtermin, du hast dieses Interview angefragt vorher bei der Presseabteilung. Ja, das war wahrscheinlich bei Geramos jetzt nicht die größte Schwierigkeit, wie vielleicht bei anderen Spielern, die aktuell nicht sprechen dürfen, wie zum Beispiel Ransod Königsdorf oder auch nicht sprechen möchte. Wie läuft das dann ab? Dann trefft ihr euch im Volkspark. Ich kenne die Termine ja auch, aber vielleicht erzählst du es mal, wie das dann abläuft. Genau so läuft es ab. Es ist leider nicht mehr so. Du hast jetzt dreimal betont, dass ich erfahren bin. Du hättest auch sagen können alt. Als ich noch jünger war, dann war es in der Tat auch normal, dass man mal einen Spieler auf einen Kaffee getroffen hat. Das ist heute ein bisschen schwieriger. Nicht ganz ausgeschlossen, das weißt du. Aber es ist ein bisschen schwieriger auf jeden Fall. Und deswegen ist der normale Fall, man macht über die Presseabteilung, fragt man einen Spieler an, macht einen Termin im Volkspark. In der Tat hast du recht. Nicht alle Spieler sagen sofort Juhui und sind dann am nächsten Tag bereit, sich mit einem hinzusetzen. Es gibt natürlich auch Spieler, die sehr, sehr gefragt sind. Kategorie, ich sag mal, Vuskovic und Co. Und da muss auch der Verein ein bisschen gucken, dass da gebremst wird, das mediale Interesse. Es gibt auch sehr junge Spieler, auch da muss man ein bisschen schauen. Und andere Spiele, die vielleicht ein bisschen hinten dran sind, da ist es natürlich einfacher. Und grundsätzlich muss ich sagen, das Zusammenspiel mit der Medienabteilung vom HSV funktioniert aus meiner Sicht eigentlich ziemlich gut. Also es wird schon versucht, Sachen möglich zu machen. Man unterhält sich dann, man trifft sich im Volkspark, hat dann auch vorher der Medienabteilung schon ein paar Themen geschickt. Also natürlich jetzt keine genauen Fragen, sondern nur damit sich der Spieler auch auf das Gespräch vorbereiten kann. Das können auch kritische Themen sein, hat keiner was dagegen, man darf da alles ansprechen. Also es gibt jetzt keine Zensur oder irgendwie sowas, aber jeder Spieler sollte schon wissen, worüber man gerne mit ihnen sprechen möchte und das finde ich auch in Ordnung. Und was ich auch in Ordnung finde, das ist nun mal in Deutschland die ungeschriebene Regel im Journalismus, dass man dann das, was man daraus macht, entweder ein Interview oder eine Geschichte mit Zitaten, dass man dann die wortwörtlichen Zitate nochmal zur Autorisierung dem HSV schickt. Dann guckt nochmal ein Pressesprecher drüber, ob das Gesagte auch so gemeint war und ob es auch genauso gesagt war. Und dann kriegt man die autorisierten Zitate nochmal zurück. Das hat den Nachteil, dass natürlich manchmal sehr zugespitzte Aussagen, die auch ein bisschen knallig sind, wenn man sie einmal geschrieben so liest, dann kann der Verein schon denken, oh Gott, möchten wir jetzt wirklich, dass er das so auch in der Zeitung sagt und dann muss man vielleicht auch manchmal verhandeln. Das ist nicht immer schön. Es hat aber den Vorteil, dass man sich als Leser sicher sein kann, dass alles an Zitaten, was von HSV-Spielern und auch von allen anderen Menschen eigentlich im Abendblatt steht und auch in allen anderen Zeitungen in Deutschland, dass das auch genau so freigegeben ist und gesagt worden ist und auch so gemeint worden ist. Und das finde ich ist eigentlich ein großer Vorteil. Mhm. Ich muss eigentlich sagen, es ist noch ein Segen, dass es ja auch die Mixzone gibt. Also direkt nach dem Spiel ist es ja so, dass die Spieler dann auf dem Weg in die Kabine an uns wartenden Journalisten vorbeigehen. Und wir können sie dann fragen, ob sie kurz Zeit haben, mit uns zu sprechen. Manche gehen direkt weiter. Jean-Luc Dompey zum Beispiel hat es jahrelang gemacht, ist neulich zum ersten Mal angehalten. Es war eine große Überraschung. Aber da ist es dann ja auch wirklich so, dass alles, was da gesagt wird, können wir dann auch so direkt zitieren. Und was natürlich direkt nach dem Spiel mit ein bisschen Emotionalität durchaus noch dann hier und da mal spannend ist. Aber auch da sind die Spieler natürlich mittlerweile von den Medienabteilungen, von den Klubs auch trainiert, dass sie dann da die entsprechenden Sätze sagen. Also ich glaube, gerade bei der Nationalmannschaft, wenn man da Interviews hört, wie früher Mesut Özil, also der hat, glaube ich, da seine Sätze runtergespult, auch wenn die Frage ja nicht danach kam. Aber ja, das finde ich auch immer noch gut, dass es das so gibt beim HSV, weil ich glaube, gerade bei anderen Klubs, da werden dann Spieler dann nur noch quasi geschickt dann ausgewählt zu den Journalisten. Da können sie nochmal gezielter steuern. Und beim HSV ist es eigentlich schon noch so, dass man da alle ansprechen kann. Wobei die Tendenz, glaube ich, meine ich, also du bist häufiger im Stadion, aber doch beim HSV auch so ist, dass es immer mehr in die Richtung geht, dass erstmal alle in die Kabine gehen und dann kommen dann 1, 2, 3, 4 Spieler. Wobei dann eben das Positive ist, kommen dann nicht nur immer der Kapitän und der Torhüter oder sowas, sondern natürlich auch die Spieler, die irgendwie an dem Spieltag was zu sagen haben, die irgendwas gemacht haben. Und da hat der HSV schon, glaube ich, ein ganz gutes Händchen dafür, dir die Richtigen auszusuchen, grundsätzlich. Das stimmt, aber es ist schon immer noch so, dass man auch alle Spiele ansprechen kann zumindest, auch wenn es dann heißt, die gehen jetzt erstmal in die Kabine. Aber wenn da noch einer dann steht und der hat dann kurz Zeit, dann muss man jetzt nicht extra noch den Pressesprecher fragen. Aber ja, es liegt natürlich dann auch am Trainer. Also Merlin Ponzin ist jemand, der dann gerne in der Kabine auch nochmal vor der ganzen Mannschaft eine Ansprache hält, eine kurze, sich bedankt oder was auch immer ein paar Worte noch richtet, wie es jetzt weitergeht am nächsten Tag, ob trainingsfrei ist oder nicht. Und dann kommen sie nochmal raus. Aber ja, ich glaube, das macht jeder Trainer anders. Da kannst du vielleicht auch nochmal erzählen, als du angefangen hast, wer war dein erster Trainer? Ich glaube Martin Juhl, ne? Mein erster HSV-Trainer war Martin Juhl, genau. Da kann ich mich noch an die Vorstellung im Elysée-Hotel erinnern. Und das ist auch sehr lange her. Wie war das mit dem? War der immer ansprechbar? Konnte man nicht nach dem Training sich immer noch greifen, ohne dass da der Medienpressesprecher daneben stand und alles? Ja, das ist genau so. Der war tatsächlich immer ansprechbar. Den konnte man auch immer anrufen. Das war kein Problem. Damals war es so, dass da, wo heute die Buseinfahrt ist, da durfte man als Journalist nach dem Training immer hin. Und dann kamen ja alle Spieler, nachdem sie geduscht haben, irgendwann raus und wollten zu ihren Autos und da konnte man, da gab es jeden Tag eine sogenannte Mixed Zone und man konnte jeden ansprechen. Natürlich konnten Spieler auch sagen, nee, du heute nicht. Oder sie sagten halt, ja klar, lass uns kurz sprechen. Ich erinnere mich da gerne an Raphael Van der Vaart, der den sogenannten Van der Vaart-Trick benutzt hat und jeden Tag mit dem Telefon am Ohr, nee, gerade am Telefon Richtung Auto gegangen ist. Ob er da wirklich telefoniert hat, ich hab da meine Zweifel, aber ist ja klar, der war auch sehr, sehr gefragt und hatte auch keinen Bock, dann jeden Tag zu allen und jenen was zu sagen, war trotzdem eine andere Zeit, war eine schöne Zeit, weil man tatsächlich ein ganz anderes Verhältnis zu den Spielern hatte, dadurch, dass man sie mehr gesehen hat, mit ihnen mehr gesprochen hat, ich weiß nicht, ob die Spieler darauf immer Lust hatten, aber die meisten, also eigentlich hatte man immer ein gutes Verhältnis im Großen und Ganzen, würde ich sagen. Das hat sich tatsächlich im Laufe der Jahre geändert, auch in den zehn Jahren, die ich das jetzt mache beim HSV. Ich habe auch schon ein paar Trainer erlebt, aber selbst mit Bruno Labbadia, als es losging, den konnte man zwar immer ansprechen, aber auch da war es jetzt nicht mehr so, dass man irgendwie mit dem noch groß telefoniert hat. Aber dann kam natürlich wieder andere, Dieter Hecking, so Mann eher der älteren Schule, der war dann auch mal erreichbar. Und ja, Merlin Polzin, da haben wir natürlich jetzt auch das Glück, dass der wirklich insgesamt sehr, sehr zugänglich ist und sich auch dann nach dem Training immer noch mal Zeit nimmt, vielleicht dann auch ohne Aufnahmegerät die eine Frage zu beantworten und eine Einschätzung. Und bei Berlin Paul Team muss man sagen, aus meiner Sicht, er macht das schon immer sehr inhaltsreich. Also der erklärt dann auch Dinge. Es gab auch ein bisschen kratzbürstige Trainer, sage ich mal, die einen Journalisten nach einer Halbfrage aufgefressen haben, wenn sie ihm nicht gepasst haben. Da fällt mir der Vorgänger ein zum Beispiel. Ich habe schon ganz vergessen, wie er hieß. Zum Beispiel, aber auch, wenn man ganz wieder zurückguckt, so ein Huub Stevens und so, da erinnere ich mich auch noch, dass der ein oder andere Kollege da durchaus Angst hatte, dir fast eine Frage zu stellen, unabhängig von Angst oder nicht. Also Merlin-Polzin, wenn man eine inhaltsreiche Frage hat und wirklich erklärt haben möchte, Spielsystem, Aufstellung etc., da hat er richtig Lust, kurz drüber Auskunft zu geben und das bringt eigentlich Spaß, mit dem zu sprechen. Das tut es auf jeden Fall und Spaß hat es auch mit dir jetzt mal wieder gemacht, mit dir zu sprechen. Du bist für diesen Moment dann erstmal entlassen und genau, wir schalten jetzt dann gleich zu Johannes Graf von der Augsburger Allgemeinen, FCA-Reporter seit vielen Jahren. Und wir wollen natürlich vor allem hören, wie es vielleicht dann auch in Augsburg mit Sandro Wagner läuft. Und jetzt begrüßen wir ihn. Moin nach Augsburg. Hallo in den Hohen Norden. Ja, vielen Dank, dass du dabei bist. Erzähl doch mal kurz, du bist ja jetzt auch schon einige Jahre als Reporter in Augsburg dabei. Seit wann begleitest du den FC Augsburg? Ja, es ist schon über ein Jahrzehnt. Ich habe schon einige Trainer beim FC Augsburg miterlebt. Aber ich würde sagen, so viel Hype, wie Sandro Wagner hier ausgelöst hat, ich glaube, den gab es vorher noch nicht. Du hast es schon gesagt, seit 15 Jahren ist Augsburg jetzt in der Bundesliga. Und eigentlich, so gefühlt, gilt Augsburg immer so ein bisschen als Abstiegskandidat. Aber so richtig unten drin waren sie am Ende eigentlich nie. Also so ganz bis zum letzten Spieltag zittern. Ich kann mich gar nicht erinnern. Doch, doch, doch. Da gab es schon ein paar Spielzeiten, ich erinnere mich da an die vorletzte, als es wirklich dann irgendwie um ein Tor hin oder her mit dem VfL Stuttgart ging, dann hätte man die Delegation gemusst. Also so ganz locker war es nie. Und genau das war ja auch damals dann so der Grund, warum man dann gesagt hat, so kann man eigentlich nicht weitermachen. Und ich finde, unter jedes Torrumpf hat man dann schon einen guten Ansatz gewählt. Zumindest war man defensiv sehr stabil. Aber so war es auch klar kommuniziert irgendwie war das den Verantwortlichen des FC Augsburg dann auch irgendwann mal zu wenig, dieses berühmt-berüchtige graue Maus-Image, das dem FC Augsburg in der Bundesliga immer anhaftet das kann man schon auch bestätigen und jetzt hat man eben versucht durch Sandro Wagner dieses Image bedeutend aufzuwerten wobei es natürlich sportlich jetzt momentan nicht wirklich funktioniert. Aber was das Image angeht und die Außenwirkung, also da ist auf jeden Fall der Plan aufgegangen. Also wenn ich bei Instagram mal so in die Reels gucke, da ist wahrscheinlich jedes vierte Video von Sandro Wagner und irgendeinem Spruch auf irgendeiner Pressekonferenz oder in einem Interview. Also insofern hat er auf jeden Fall schon für Schlagzeilen gesorgt und für Aufmerksamkeit. Und ja, auch ich frage dich jetzt natürlich nach ihm, weil irgendwie das schon polarisiert so als Typ. Wie ist er denn so für euch im Umgang? So auch gerade am Anfang habt ihr schon ein bisschen erlebt, dass er jetzt ein bisschen vorsichtiger wird oder ist der auch gar nicht zu verbiegen? Ja, also zunächst mal das mit der Aufmerksamkeit, das muss ich sagen, es ist wirklich tatsächlich so. Plötzlich sind jetzt auch wieder, ihr kennt das in Hamburg natürlich anders, beim HSV, da ist immer viel los. Aber beim FCA, da war in den letzten Jahren nicht so viel los. Und plötzlich sind wieder Bildreporter da, es sind wesentlich mehr Medien da, es sind Kameras da, es ist RTL da, es sind andere Fernsehsender da bei den Pressekonferenzen. Also allein daran kann man das schon festmachen, dass Sandro Wagner die Aufmerksamkeit auf sich zieht. Ja, wie erleben wir ihn? Also ich finde, er ist auf seine Art auf jeden Fall sehr authentisch. Das kann man jetzt sehen, wie man möchte. Er ist natürlich auch vom Typ her einfach jemand, der seine Meinung sagt, der polarisiert. Und deswegen, ich glaube schon, dass er authentisch geblieben ist. Aber wie du es schon angedeutet hast, ich glaube schon auch, dass er so in den vergangenen Wochen ein bisschen vorsichtiger geworden ist. Und ihm ist ja auch immer diese Aussage da noch um die Ohren geflogen, wo er nach den Bayern-Spielen gesagt hat, eigentlich qualitative Unterschiede in der Mannschaft hat er nicht gesehen. Was natürlich jetzt nicht wirklich belegbar ist, aber ich glaube, das ist ihm noch so ein bisschen um die Ohren geflogen. Und ich glaube tatsächlich schon, dass er ein bisschen zurückhaltender in seiner Art geworden ist. Ich unterscheide da schon auch immer ein bisschen zwischen dem Sandro Wagner, der vor einer Kamera steht, und dem Sandro Wagner, den wir so im täglichen Gespräch haben. am Trainingsplatz. Das ist, finde ich, schon ein sehr großer Unterschied, wobei ich behaupte mal, das wäre bei uns genauso. Er reagiert halt nun mal anders, wenn eine Kamera auf einen deutet und ein Mikro hingehalten wird, als wenn wir uns jetzt einfach hier so unterhalten. Deswegen, ich finde schon, dass er geblieben ist, wie er von Anfang an war, aber er hat sich schon ein bisschen angepasst und das kann man durchaus auch auf seine Spielweise übertragen. Ich habe auch gerade mit meinem Kollegen hier drüber gesprochen, wie das in Hamburg ist mit den Trainern, wie zugänglich die sind. Wie ist das mit Sandro Wagner? Könnt ihr den nach jedem Training mal kurz anhalten? Oder gibt es da so feste Wochentermine, wo er dann euch zur Verfügung steht? Ja, also natürlich ist es ein bisschen anders geworden unter Sandro Wagner. Das muss man ganz klar sagen. Wir haben ja schon darüber gesprochen, die Aufmerksamkeit ist eine andere. Mir ist auch klar, dass er bestimmt sehr beschäftigt ist, wobei er selbst, glaube ich, sich eigentlich wirklich auf Fußball konzentrieren möchte und in Ruhe arbeiten will. Aber allein durch seine Person an sich ist es schwierig. Es ist nicht mehr ganz so einfach, aber ich finde schon auch, dass wir einen relativ klaren Zugang zu ihm haben. Und wir haben auch Hintergrundgespräche, die es am Trainingsplatz gibt, die einfach geführt werden. Und ich glaube, es ist inzwischen ein ganz normaler Austausch. Ich glaube auch er, darf man ja auch nicht vergessen, er ist zum ersten Mal in der Bundesliga. Klar, es ist in Augsburg, wo nicht alle Scheinwerfer immer drauf leuchten. Aber ich glaube, er musste sich schon auch erst mal an das Drumherum gewöhnen, dass so ein Bundesliga-Trainer in der täglichen Arbeit begleitet. Ja, nach fast zwei Jahren bei einer Nationalmannschaft hat er natürlich jetzt auch ein bisschen was erlebt, was auch so Medienaufkommen angeht, auch wenn er da nie irgendwo mal im Rampenlicht dann stand oder Interviews gegeben hat. Das hat dann alles Jürgen Nagelsmann gemacht. Aber klar, dieses Bayern-Spiel, du hast es angesprochen, dieser Satz danach, da war es ja auch noch wirklich knapp. Da dachte man eigentlich, okay, Augsburg könnte tatsächlich unter Wagner richtig durchstarten, das erste Spiel ja auch gewonnen und seitdem aber nicht mehr viel, also aktuell jetzt dann mit sieben Punkten auf Platz 15, das ist natürlich deutlich unter den Erwartungen, wie ist denn so aktuell die Stimmungslage in Augsburg, wackelt Sandra Wagner möglicherweise sogar schon, wenn jetzt dann auf das Spiel gegen HSV verloren gehen sollte? Ja, also er hatte ja schon so eine Phase nach diesem Auftakt, den du angesprochen hast. Man hat ja auch schon vier Spiele in Folge verloren, unter anderem gegen St. Pauli, gegen Mainz, dann auch gegen Heidenheim. Und es waren natürlich schon so gewisse Tiefschläge, weil gerade in diesen Spielen wollte man eigentlich zeigen, dass man der etablierte Bundesligist ist, dass man da bedeutend weiter ist als diese Klubs. Das ist nicht gelungen. Dann hatte man sich wieder so eine Phase mit einem Heimsieg gegen Wolfsburg, wobei den, finde ich, muss man auch relativieren. Wolfsburg ist halt einfach auch eine schwache Mannschaft in dieser Saison. Dann hatte man unentschieden in Köln bei einem Aussteiger. Ja, euphorisiert schon. Ja, man hat es aber sogar noch positiv gewertet. Und jetzt hat man dann aber schon gemerkt, da fehlt einfach einiges. Also es gab ja diese 0-6-Klatsche gegen Leipzig zu Hause. Und da muss man ihm dann schon ankreiden, dass er einfach keinen Plan B hatte in seiner Taktik. Und deswegen, das haben die Leute ihm dann schon irgendwo vorgeworfen. Vor allem die Fans, die dann sehr unzufrieden waren, die frühzeitig das Stadion verlassen haben. Dann hatte man noch dieses 0 zu 1 im Pokal zu Hause gegen den VfL Bochum. Auch ein Nackenschlag. Und dann hat man schon gemerkt, jetzt denkt er ein bisschen um. Also hat er von sich behauptet, er ist auch nicht stur, was seine Taktik angeht. Wobei man den Eindruck in den ersten Spielen schon gewinnen konnte. Aber gegen Dortmund zu Hause und in Stuttgart. Hat er wesentlich bedächtiger angreifen lassen mit seiner Mannschaft, hat die Spiele trotzdem verloren, aber man war einfach nicht mehr so unterlegen wie in den anderen Spielen und ist da ins offene Messer gelaufen und hat sich da einen Konter nach dem anderen gefangen. Also deswegen, ich glaube, die Leute haben das schon erkannt, dass er ein bisschen umdenkt. Und die Rückendeckung der Verantwortlichen ist tatsächlich immer noch sehr stark, auch irgendwo nachvollziehbar, weil sie natürlich im Sommer diesen Weg gegangen sind mit Sandro Wagner. Sie wussten, auf was sie sich einlassen. Sie wollten einen anderen Weg gehen und dann kann ich natürlich nicht nach ein paar Wochen sagen, sorry Leute, hat nicht funktioniert. Wobei ich sage mal, es ist jetzt schon so ein kleiner Punkt, an dem man wirklich überlegen wird, wie es weitergeht. Also sollte das Spiel gegen Hamburg verloren gehen und am Dienstag ist ja das Hauptversammlung. Also ich glaube, dass das schon dann wirklich nachhallen könnte. Und dann bin ich tatsächlich auch sehr gespannt, wie die Verantwortlichen reagieren. Ob man dann weiterhin diesen Weg geht, ob man dann irgendwann sagt. Dieses Experiment oder dieses Wagen ist mit Wagner, um es mal so auszudrücken, dass das dann doch irgendwie vielleicht nicht funktioniert hat. Das erinnert mich an die Zeit mit Tim Walter beim HSV. Da hatte ich auch die Überschrift, als er kam, Wagen ist Walter. weil er natürlich dann auch als ähnlicher Typ so schon sehr, sehr selbstbewusst auftritt, auch gerne mal polarisiert als Typ und auch vielleicht so von der Spielweise. Tim Walter war ja jemand, der immer sehr, sehr offensiv hat spielen lassen und sehr, sehr viele Konter-Gegentore dann bekommen hat. Ist das so ein bisschen vergleichbar? Ist Sandro Wagner, weil du auch gerade die Spielweise angesprochen hast, ist er schon ein Offensivtrainer, der jetzt vorne rauf geht mit seiner Mannschaft oder wie ist so seine Taktik zu beschreiben? Ja, also das ist der ganz klare Clan. Das hat man gegen Leipzig gesehen, wo es wirklich dann richtig nach hinten losging. Also die Idee ist immer, früh anzugreifen und zwar als ganze Mannschaft. Das heißt, die schieben wirklich dann durch, die Innenverteidiger, die rücken teilweise bis ins Mittelfeld. Und wenn sie dort natürlich dann ihre Zweikämpfe verlieren, dann wird es wirklich gefährlich. Und deswegen, das ist schon die große Gefahr, die ich immer noch sehe in dieser Spielweise. Aber wie gesagt, Wagner hat die ein bisschen angepasst. Man hat es schon gemerkt, dass man nicht ganz so früh attackiert hat. Wobei das Spiel gegen HSV natürlich auch wieder ein anderes ist. HSV ist kein Top-Team, da wirst du mir bestimmt beipflichten als Aufsteiger in die Bundesliga. Wäre eigentlich auch wieder ein Heimspiel, wo man sehen müsste, dass der FC Augsburg einfach der gestandene Bundesligist ist. Aber in der derzeitigen Lage bin ich tatsächlich sehr gespannt, wie die Taktik aussehen wird. Also ich kann mir nicht vorstellen, dass man von vornherein voll drauf gehen wird, die Hamburger da frühestmöglich attackieren wird, sondern ich glaube schon auch, dass man so versucht, ein Mittelding zu finden und ein bisschen abwartender agiert als Block. Okay, ja, es könnte taktisch sehr, sehr interessant werden. Dann auch beim HSV hat sich ja ein bisschen was schon verändert. So am Anfang der Saison hat man den Schwerpunkt sehr, sehr stark auf die Verteidigung gelegt. War dann so ein bisschen eher eine Umschaltmannschaft, dann auch so mit den schnellen Spielern Königsdörfer, Raijan Philipp vorne. Mittlerweile so in den letzten vier, fünf Spielen war es dann eigentlich eher andersrum, dass der HSV dann das Spiel gemacht hat, auch selbst gegen Mannschaften wie Leipzig und Wolfsburg. Und jetzt zuletzt gegen Dortmund dann auch in der zweiten Halbzeit sehr, sehr viele Spielanteile hatte und sich sehr viele Chancen herausgespielt hat und eigentlich gar nicht mehr so diese Kontermannschaft war, die sie am Anfang waren. Deswegen bin ich auch sehr, sehr gespannt, wie es dann am Wochenende aussehen wird. Vielleicht kannst du noch mal auch was sagen zu Fabian Rieder. Der war ja beim HSV im Sommer auch ein Kandidat. Sollte eigentlich dann kurz vor Transferschluss kommen. Sollte so dieser Spieler werden, der dann auch das Spiel nach vorne bringt, da hatte der HSV ja in den ersten Spielen noch Probleme. Der Transfer hat dann nicht geklappt, er ist nach Augsburg gegangen, auch für eine hohe Ablöse, sieben Millionen Euro, ich glaube, die konnte der HSV dann nicht stemmen. Stattdessen kam dann Fabio Vieira, also auch jetzt nicht ganz schlecht gelaufen für den HSV, ist natürlich schon auch ein Qualitätsspieler. Fabian Rieder in Augsburg, er ist offenbar der Topscorer, sagte Merlin Polzin gestern, hat aber jetzt auch noch nicht so viele Scorer. Wobei, ja, ich glaube, den ganz starken Knipser habt ihr jetzt auch nicht da in Augsburg vorne. Nee, ist tatsächlich auch der Taktik geschuldet. Also Sandro Wagner, wie du es schon gesagt hast, Fabian Rieder, kann ich mich erinnern, er hat das mal anklingen lassen, Sandro Wagner in der Pressekonferenz. Dass Fabian Lieder schon immer irgendwie sein Lieblingsspieler war und den Spieler wollte er unbedingt haben. Und er war ja mit einigen Vereinen im Gespräch in diesem Sommer. Und immer wieder muss Fabian Lieder gefallen sein, der Name. Und das heißt, er hält schon sehr große Stücke auf ihn. Lieder hat auch in Augsburg innerhalb kurzer Zeit sich einen Stammplatz erarbeitet. Ist auch einer, der an vorderster Linie den Ton angibt, der also die auslöst, wenn angegriffen wird, wenn das Pressing beginnen soll, all solche Sachen. Und deswegen große Bedeutung für den FC Augsburg. Und weil du es mit den Scorern ansprichst, ja, es ist auch dem geschuldet, dass Wagner eigentlich ohne eine klassische Neun spielen lässt. Also er hat da vorne seine Zocker, von denen er immer spricht. Das sind Fabian Wider, Mert Köhmür und mal Elia Saad. Den kennst du wahrscheinlich auch noch sehr gut. Aus St. Pauli, aber auch Alexi-Claude-Maurice, der ja eigentlich schon wirklich ein Ausnahmespieler ist, das aber viel zu selten zeigt. Also er hat da vorne seine Zocker und hat das Ganze versucht eben ohne eine klassische Neun zu lösen. Hängt auch damit zusammen, dass Samuel Sende und Philipp Piez absolut nicht den Erwartungen entsprechen, muss man mal leider so deutlich sagen. Sende hat ja auch in Stuttgart wieder eine Riesenchance und muss da eigentlich, das Tor zum 3-2 zwei für Augsburg machen. Also deswegen ist es dem geschuldet, ja, der FC Augsburg hat tatsächlich keinen wirklichen Torjäger, sondern er hat eher so Halbstürmer, so ein wenigstens jetzt einfach mal die da vorne rumzocken und für Torgefahr sorgen sollen. Okay, und Fabian Rieder, wo spielt er dann hauptsächlich? Er in der Zentrale? Oder kommt er auch? Er haut sich auf den rechten Flügel. Er macht so den klassischen Robben-Move, den wir alle im Kopf haben, von außen nach innen ziehen und dann mit dem linken Fuß abschließen. Also das ist eigentlich so seine Stärke, ja. Ja, also der FC Augsburg steht aktuell hinter dem HSV, wird aber trotzdem der Favorit sein. Ich glaube, wenn man sich alleine den Kaderwert anschaut, da hat Augsburg natürlich über die Jahre jetzt, nachdem der HSV dann sieben Jahre in der zweiten Liga war, einen großen Vorteil sich erarbeitet. Ich glaube, auch wenn man auf die Transfers guckt im Sommer, da wurde deutlich mehr investiert jetzt als auch noch beim HSV. Wie ist denn so die Erwartungshaltung eigentlich? Natürlich nicht der Platz 15, den man jetzt hat, aber ist so das eigentliche Ziel durchaus dann auch mal wieder in Europa mitzuspielen oder wie ist so die Erwartungshaltung in Augsburg? Ja, es gibt mehrere Erwartungshaltungen. Klar, eine ist natürlich, dass man auch mal wieder einen einstelligen Tabellenplatz hat, dass man bestenfalls auch mal wieder international spielen kann. Aber tatsächlich ist es schon auch so, dass die Verantwortlichen und Geschäftsführer Michael Ströll ihre Ziele auch an anderen Dingen festmachen. Also ich nenne da zum Beispiel den eigenen Nachwuchs, dass man eben auch mal wieder mehrere Eigengewächse in der Bundesliga-Mannschaft unterbringt. Mit Noah Kyle Banks und Matt Krümö ist es jetzt gelungen, dass man die zumindest als Stammspieler auch sogar etabliert. Dann geht es auch darum, dass man einfach mal für ein bestimmtes Spielsystem steht. Also es war so, dass der Erfolg war da unter Jess Torrup, zweifelsohne, aber der war halt schon auch irgendwie dadurch erkauft, dass man sehr defensiv gespielt hat, dass man Spiele immer darauf ausgelegt hat, mit einer Chance ein Tor zu machen und wenn man das Tor nicht macht, dann geht es eben 0-0 aus. Und das ist natürlich auf Dauer nicht wirklich sehr ansehnlich. Und das ist auch ein Ziel, dass man einfach für eine gewisse, ich nenne sie jetzt nicht offensive Spielweise, aber eine attraktive Spielweise steht. Und das kann man Wagner durchaus attestieren. Die Spielweise ist attraktiv, aber wenn du eben so wie jetzt mit 24 Gegentoren die meisten Gegentreffer in der Bundesliga hast, bringt dir das natürlich auch nichts. Also deswegen, die Erwartungshaltung der Verantwortlichen ist schon auch, dass man wieder sportlichen Erfolg hat, weil auf Dauer braucht man einfach Ergebnisse. Aber eben nicht nur, sondern schon auch mit anderen Dingen, die besser laufen sollen. Dann schauen wir doch mal, ob das ein attraktives Spiel wird am Sonnenabend oder ob beide Mannschaften dann tatsächlich so unter Druck stehen, dass sie vielleicht dann auch erstmal keine Fehler machen wollen. Auch der HSV hat zwar zuletzt ein Erfolgserlebnis gehabt mit dem Punkt gegen Dortmund, aber auch nur ein Punkt aus den letzten vier Spielen. Also das kann auch ganz schnell gehen und dann ist Augsburg vorbei und der HSV steht wieder unten drin. Also auf jeden Fall ein sehr, sehr spannendes Spiel und genau, ich komme vorbei. Bist du auch da? Absolut, wir werden uns sehen, freut mich. und dann hoffe ich, dass es uns nicht langweilig wird am Samstag. Es wird auf jeden Fall kalt, habe ich schon gesehen. Ein paar Handschuhe. Kann passieren. Wunderbar, dann vielen Dank von dieser Seite. Schöne Grüße nach Augsburg und vielen Dank, dass du dabei warst. Danke auch, sehr gerne. Ciao. Genau, vielen Dank und wir hören uns dann in der kommenden Woche wieder nach dem Spiel gegen Augsburg, vor dem Heimspiel gegen Stuttgart. In Hamburg sagt man Tschüss und bei uns heißt das auf Wiederhören.