Latest / ntv Wirtschaft / Schluss mit Riester: So soll die neue geförderte Altersvorsorge aussehen
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- Es hat sich ausgeriestert. Die Politik will die private Altersvorsorge neu aufstellen. Wer bei Temu, SkiIn oder AliExpress bestellt, muss sich auf neue Gebühren einstellen. Und bei der Bahn dauert und dauert die Sanierung immer länger. Hallo. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Wichtig für uns alle schieben wir aber gerne vor uns her, die Altersvorsorge. Die Bundesregierung will die Riester-Rente durch ein neues Modell ersetzen. Attraktiver und einfacher soll das sein und sich am Ende auch mehr lohnen. Der Bundestag hat die Reform der neuen, staatlich geförderten Altersvorsorge durchgewunken. Neben sicheren Vorsorgeangeboten mit Kapitalgarantie soll auch ein Depot ohne starre Garantie dafür mit höheren Renditechancen zugelassen werden. Heißt mehr Risiko, aber eben auch mehr Aussicht auf Ertrag. Dazu sollen Geringverdiener und Familien mehr Förderung bekommen und auch Selbstständige sollen mit in den Kreis der Berechtigten rücken. Ab kommendem Jahr können die neuen Verträge laut Plan abgeschlossen werden. Auch der Wechsel vom alten Riester-Vertrag ist dann möglich, ohne dass man Förderung verliert. So, macht das denn jetzt das Sparen fürs Alter wirklich attraktiver? Das alte System galt ja eher als sperrig und hat viele nicht motiviert, privat vorzusorgen. Sibylle Schaar hat drüber gesprochen mit Saidi Sulilatu. Er ist Chefredakteur bei Finanztipp. Einen schönen guten Tag. Bald heißt es also Bye-Bye Riester-Rente. Wird diese neue private Altersvorsorge denn wirklich besser? Wie schätzen Sie das ein? Ja, das neue Altersvorsorge-Depot stellt schon eine erhebliche Verbesserung zur Riester-Rente dar. Vor allen Dingen, weil man die Kosten in vielen Fällen gesenkt hat, aber vor allen Dingen die Renditechancen erhöht hat. Es sind keine Garantien mehr möglich. Und natürlich werden mehr Berufsgruppen einbezogen. Es sollen ja auch Selbstständige teilnehmen, aber auch Mitglieder in berufsständischen Versorgungswerken, also Ärzte, Anwälte. und die Förderung für Geringverdiener und vor allen Dingen Familien mit Kindern ist schon deutlich besser. Wer wird am meisten profitieren? Am meisten profitieren werden definitiv Familien mit unterdurchschnittlichen Einkommen, Geringverdiener mit Kindern. Denn die Kinderzulage ist hier sehr einfach zu erreichen. Letztendlich für jeden Euro, den ich einbezahle, bis zu 300 Euro im Jahr, bekomme ich einen Euro und auch ebenfalls maximal 300 Euro pro Kind obendrauf. Das heißt, hier kann ich schon mit einem Beitrag von 25 Euro im Monat die gesamten Kinderzulagen einstreichen. ist vor allen Dingen attraktiv zu alleinerziehen. Soviel schon mal zu den Vorteilen. Aber es gibt kein System ohne Risiken. Wo sind Ihrer Meinung nach die größten Fallstricke? Also worauf muss ich unbedingt achten? Ja, zum einen ist es zu sagen, dass es der Vorteil des Altersvorsorge-Depots ist, dass es eben keine Garantie auf die Einzahlung gibt. Das klingt jetzt erstmal nicht besonders vorteilhaft, aber es ist tatsächlich ein großer Vorteil. Denn diese Garantie hat bei Riester sehr, sehr viel Rendite gekostet. Dagegen, wenn ich in so einem Altersvorsorge-Depot auf einen weltweit anlegenden Aktien-ETF-Sätze, der mein Geld auf hunderte, tausende Unternehmen verteilt, dann kann ich auch krisenberuhigt aussitzen und werde langfristig eine sehr attraktive Rendite deutlich oberhalb des Geldes, der Inflationsrate erzielen. Wichtig ist aber, das in einem günstigen Altersvorsorge-Depot zu machen. Denn die Preisunterschiede zwischen den Depots und den Verträgen werden aller Voraussicht nach erheblich sein. Bevor wir noch weiter nach vorne schauen, schauen wir aber noch mal zurück. Denn es gibt eben viele, die einen alten Riester-Vertrag haben. Ein Wechsel ist möglich, haben wir gelernt, ohne dass man Förderung verliert. Aber wem raten Sie jetzt zu diesem Weg? Also welche Kriterien sind wirklich ausschlaggebend, um eben zu entscheiden, behalte ich die Riester-Rente, wechsle ich oder kündige ich in dieses neue System? Wie schätzen Sie das ein? Für die meisten Besitzer eines heutigen Riester-Vertrags, übrigens egal, ob sie noch einzahlen oder der Beitrag freigestellt ist, wird ein Wechsel sehr attraktiv sein. Denn wir rechnen damit, dass es sehr günstige Altersvorsorge-Depots geben wird, erheblich günstiger als bestehende Riester-Verträge. Es gibt eigentlich nur zwei Fälle, in denen es nicht so viel Sinn macht. Zum einen, wenn ich einen sehr günstigen alten Riester-Vertrag habe, zum Beispiel einen Banksparplan oder mit einem sehr günstigen Fonds darin, dann kann ich den behalten. Und wenn ich selbst geringverdienend bin und mehrere Kinder habe und dann zahle ich nur zum Beispiel den Mindestbeitrag bei Riester, nämlich 60 Euro im Jahr einzahlen muss, um zum Beispiel die vollen Zulagen zu erhalten, dann kann das alte System besser sein. Aber für die große Masse wird es wahrscheinlich sehr attraktiv sein, in ein günstiges Altersvorsorge-Depot zu wechseln. Hört sich eigentlich ganz simpel an. Dennoch kurze Nachfrage. Woran erkenne ich denn, ob ich eben einen günstigen oder eher doch unattraktiven Riester-Vertrag habe? Wer berät mich da unabhängig? Ja, das ist der große Fallstrick bei dieser ganzen Gesetzgebung. Er lässt nämlich ein großes Schlupfloch. Die Kosten sind für das sogenannte Standardprodukt auf ein Prozent pro Jahr maximal begrenzt. Das ist auch schon relativ hoch, aber es wird auch viele Varianten des Altersvorsorge-Depots geben, die deutlich teurer sind und die von den Vertrieben von Banken und Versicherungen aggressiv verkauft werden. Das heißt, da sollte ich mich nicht auf eine vermeintliche Beratung, die in Wirklichkeit ein Verkauf ist, einlassen, sondern mich selbst online informieren, denn viele Online-Anbieter werden dort aller Voraussicht nach... Verträge, Depots anbieten, die weit, weit günstiger sein werden. Das heißt, da bin ich selbst gefragt, mich auch ein wenig zu informieren, aber es ist auch nicht so schwierig. Unabhängige Informationen findet man unter anderem bei uns auf finanztip.de. Was würden Sie jetzt einem jungen Menschen, der in die Arbeitswelt startet, raten? Sollte man sofort in dieses neue System einsteigen oder erst mal auf Alternativen, sei es zum Beispiel ein günstiges ETF, also einen Aktiensparplan, Angebot setzen? Für die meisten, gerade jungen Menschen, wird wahrscheinlich dieses Altersvorsorge-Depot tatsächlich ein sehr gutes Einstiegsprodukt zu sein, da mit einem kleineren oder maximal eben 150 Euro im Jahr Sparbetrag anzufangen. Wir haben das bei Finanze berechnet. Netto nach Steuern beträgt der Vorteil bei einem günstigen Altersvorsorge-Depot mindestens 20 Prozent gegenüber einem privaten ETS-Sparplan und in vielen Fällen nochmal deutlich mehr über 30 Prozent. Ganz, ganz herzlichen Dank für all diese Tipps und die Erklärungen dieses Jahr der noch sehr komplexen Themas Altersvorsorge an Saidi Sulilato, er Chefredakteur von Finanzdip. Ihnen einen schönen Tag. Ebenso, vielen Dank. Von Geld zur Seite legen, kommen wir jetzt zum Gegenteil. Zu etwas, das viele von euch sehr viel häufiger tun, nämlich schnell noch was im Internet bestellen, oder? Bisher ist das ja meistens ziemlich einfach und auch verhältnismäßig günstig. Aber wer von euch via Amazon im Ausland bestellt oder auch bei Temu, Shein, AliExpress oder ähnlichen Plattformen einkauft, muss sich jetzt auf Zusatzkosten einstellen. Die EU führt für Kleinsendungen aus Drittstaaten eine neue Bearbeitungsgebühr ein. Sie soll ab November gelten und die gestiegenen Kosten decken. Etwa für die Kontrolle der Millionen kleinen Päckchen. Ja, und wie hoch diese Gebühr am Ende ausfällt, das muss die EU-Kommission noch festlegen. Sie kommt aber auf jeden Fall noch zum 9 Zoll von 3 Euro dazu, mit dem Brüssel schon ab Juli gegen die Flut billiger Sendungen aus dem Ausland vorgeht. Auch ob es dann am Ende für alle teurer wird, lässt sich noch nicht sagen. Es könnten ja auch die Produzenten oder Importeure die Mehrkosten übernehmen. Naja, also zumindest theoretisch. Der Handelsverband HDE sagt, dass jeden Tag allein rund 400.000 Pakete von Shein und Temu an deutsche Kunden verschickt werden. Zu einer ganz anderen großen Baustelle. Thema Bahn. Die zählt so viele Reisende wie nie. Aber sie alle spüren die Probleme jeden Tag. Die Deutsche Bahn hat auch im vergangenen Jahr wieder einen riesigen Verlust gemacht. Der Umsatz ist zwar gestiegen, aber wegen hoher Abschreibungen im Fernverkehr standen unter dem Strich 2,3 Milliarden Euro Minus. Hauptgrund für die Probleme im Fernverkehr, die Sanierung des maroden Netzes. Die zieht sich. Sie soll jetzt bis 2036 dauern. Pünktliche ICEs dürften also noch lange eher ein Glücksfall bleiben. Letztes Jahr, da waren gerade mal 60 Prozent der Fernzüge pünktlich. Die Bahn kündigt jetzt ein großes Baujahr an und spricht trotz allem von einer Trendwende. Immerhin, außer der Frachtsparte haben alle Geschäftsfelder wieder ein positives Betriebsergebnis eingefahren. Auch der Schuldenberg ist um ein Drittel gesunken. Naja, auf immer noch 21 Mrd. Euro. Aber mehr Baustellen machen es für die Fahrgäste eben erst mal schlimmer. Im Kern sagt die Bahn, irgendwann wird es dann endlich besser. Über die Dauerbaustelle Bahn haben wir mit Detlef Neuss vom Fahrgastverband ProBahn gesprochen. Einen schönen guten Tag. Was ist denn aus Ihrer Sicht eigentlich der Hauptgrund dafür, dass die Bahn seit Jahren so viele Kunden verärgert? Guten Tag. Ja, man hat die Bahn in der Tat vor allen Dingen die Infrastruktur über Jahrzehnte hinweg vernachlässigt, hat da einfach viel zu wenig Geld ins System gesteckt. Und das rächt sich jetzt und das warten vor allen Dingen die Fahrgäste aus. Und wie Frau Paller auch schon sagte, das lässt sich so schnell nicht wiederherstellen, den alten Zustand, den wir hatten, als sie war, noch pünktlich war. Ist diese Mammutaufgabe, die da vor Frau Paller liegt, Ihrer Einschätzung nach überhaupt zu schaffen? Das hängt davon ab, ob Frau Paller sowohl aus der Politik als auch aus dem eigenen Haus genügend Unterstützung bekommt. Wenn das der Fall ist und auch die Geldmittel zur Verfügung gestellt werden und nicht das Sondervermögen nur in Haushaltslöcher gesteckt wird. Dann kann Frau Paller das in einem angemessenen Zeitraum, also wie sie selber sagt, mindestens zehn Jahre, ich glaube, das kann auch noch ein bisschen länger dauern, dann kann Frau Paller das schaffen. Aber es wird sehr schwierig werden. Werden die Fahrgäste auf lange Sicht so wirklich der Bahn die Treue halten? Sicherlich nicht. Also wenn dieser Zustand noch länger andauert oder auch nicht erkennbar ist, dass man an einer Verbesserung arbeitet, dann ist zu befürchten, dass die Fahrgäste wieder aufs Automobil umsteigen. Die Bahn hat vor allen Dingen im Nahverkehr deutlich mehr Zuwachs. Da fahren sehr viele Leute mit der Bahn. Aber man muss auch dazu sagen, das liegt auch daran, dass die Autobahnen und die Schnellstraßen in Deutschland auch in keinem besseren Zustand und sehr überfüllt sind. Dann fahren die Leute trotz dieser Probleme mit der Bahn. Denn auch wenn ich eine Stunde mehr einkalkulieren muss, mit dem Auto weiß ich ja auch nicht, Ich dann wirklich pünktlich ankomme und muss deutlich früher fahren. Das hat sich nun mal so bei der Infrastruktur leider Gottes eingebürgert. Es ist nicht nur die Bahn, wo wir eine miserable Infrastruktur haben. Es ist auch die Straße. Ganz herzlichen Dank für das Gespräch an den Sprecher von ProBahn, Detlef Neuss. Ihnen ein schönes Wochenende. Gerne, Ihnen auch. Ja, und nicht nur bei der Bahn läuft es schleppend. Die Konzerne im DAX bleiben eher hinter ihren Geschäftserwartungen zurück. Zumindest, wenn wir uns das Gesamtbild anschauen. Aber etliche DAX-Chefs bekommen Gehaltsaufschläge. Der Gesamtumsatz der größten deutschen Börsenkonzerne ist 2025 gesunken. Und das jetzt schon das dritte Jahr in Folge. Das sagen die Wirtschaftsprüfer von EY. Während die Umsätze auf dem heimischen Markt Europa letztes Jahr leicht zulegten, gingen sie in Nordamerika und Asien zurück. Gleichzeitig bekamen etliche DAX-Chefs mehr Geld. 26 Vorstandsvorsitzende erhielten für 2025 höhere Vergütungen. Neun mussten Abstriche machen. Ganz vorne im Gehaltsranking bleibt, trotz solcher Abstriche, SAP-Chef Christian Klein mit immer noch 16 Millionen Euro. Knapp dahinter liegen Deutsche Bank-Chef Christian Seewing und Siemens-Chef Roland Busch. Das ist, ja, schon ein Kontrast, der hängen bleibt. Um es aber klar zu sagen, wirtschaftlich ist das erklärbar, etwa durch langfristige Bonusprogramme. Für viele wirkt es trotzdem wie eine ziemlich eigene Welt da oben im DAX. Vor allem, wenn sie gerade vielleicht selbst als Anleger vom Kursrutsch betroffen sind. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.