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- Schmiedings Blick � Episode 321 [00:06] Dr. Christoph Prang: Herzlich willkommen, liebe H�rerinnen und H�rer, zur 321. Folge von Schmiedings Blick am 22. Oktober. Heute sprechen wir schwerpunktm��ig, wie angek�ndigt, �ber die politische Lage in den USA vor den Zwischenwahlen zum Kongress am 3. November und �ber die m�glichen Folgen je nach Wahlausgang. Mein Name ist Christoph Prang, ich bin Experte f�r Unternehmenskommunikation bei Berenberg und f�hre das Gespr�ch mit unserem Gastgeber Dr. Holger Schmieding. Holger, lass mich zum Einstieg kurz zwei aktuelle Themen einschieben, bevor wir dann auf die US-Zwischenwahl zu sprechen kommen. Vor zwei Wochen hatten wir in diesem Podcast ausf�hrlich �ber Frankreich gesprochen. Am Wochenende ist es dort zu massiven Ausschreitungen und Pl�nderungen gekommen. Die Proteste und Krawalle sind inzwischen auch in andere europ�ische Gro�st�dte �bergeschwappt. Br�ssel, Mailand, Lissabon. �ndert das etwas an deinem Ausblick f�r Frankreich und f�r Europa, wie wir ihn vor zwei Wochen besprochen hatten? Lage in Frankreich: Ausschreitungen und finanzielle Turbulenzen [01:13] Dr. Holger Schmieding: Nun, am Wochenende gab es gro�e Demonstrationen in vielen St�dten Frankreichs f�r bessere Schulen und gegen hohe Preise. Die waren eigentlich friedlich. Aber dazu haben sich linksradikale Krawallmacher gesellt, die Polizisten und Rath�user angegriffen haben. Zudem haben sich Gruppen �berwiegend junger M�nner offenbar verabredet, die Gelegenheit zu nutzen, Gesch�fte zu pl�ndern. Das wirkte teils mehr geplant als spontan. Die Beh�rden in Frankreich hatten das Ausma� der Demonstrationen und vor allem das Gewaltpotenzial offenbar untersch�tzt, und wie so oft sehen wir halt, es gibt Nachahmer jetzt auch in anderen Teilen Europas. Was die politischen Folgen betrifft f�r Frankreich: Die Gewalt und die Bilder von der Gewalt, das waren Schocks f�r viele Franzosen. Politisch schadet das offenbar Macron, dem Pr�sidenten, und seiner Minderheitsregierung sechs Monate vor den n�chsten Pr�sidentschaftswahlen. Es k�nnte auch dem ultralinken Hei�sporn M�lenchon schaden, der sich nicht genug von den linken Krawallmachern abgesetzt hat. Er d�rfte damit eher noch weniger w�hlbar sein f�r W�hler der linken Mitte. Insgesamt k�nnte die politische Reaktion in Frankreich sein: Eine gewisse Bewegung weiter nach rechts, hin zu dem, was man manchmal unter Law and Order, einem harten Durchsetzen der staatlichen Ordnung versteht. Und das k�nnte die Chancen f�r die Rechtsnationalistin Marine Le Pen, die n�chsten Pr�sidentschaftswahlen zu gewinnen, eher wohl noch etwas erh�hen. An den M�rkten ist das Risiko einer franz�sischen Krise, einer franz�sischen Finanzkrise, erneut st�rker in den Fokus ger�ckt. Der Risikoaufschlag f�r franz�sische Staatsanleihen �ber deutsche Bundesanleihen ist gestiegen. Bei 10-j�hrigen Anleihen auf jetzt gut 150 Basispunkte. Das ist nat�rlich teuer f�r Frankreich, sich zu so viel h�heren Kosten Geld leihen zu m�ssen. Damit wird es noch dringender, dass es zu Korrekturen im franz�sischen Staatshaushalt kommt, aber es wird angesichts dieser politischen Lage, angesichts der Demonstrationen, des Protest- und Gewaltpotenzials eher noch schwieriger, solche Korrekturen durchzusetzen. Wer immer die Pr�sidentschaftswahlen im April und Mai gewinnt, und da hat Le Pen zurzeit die Nase vorn, wird dann wahrscheinlich die sehr schwierige Aufgabe haben, den Staatshaushalt zu korrigieren, und das angesichts dieser gro�en Unzufriedenheit vieler Franzosen. Und nat�rlich ist das Risiko weiter gewachsen, dass es auch schon im Vorfeld dieser Wahlen an den Finanzm�rkten zu einer Art zumindest kleinen franz�sischen Krise kommen k�nnte. Die US-Politik gegen�ber der Ukraine und Trump [03:36] Dr. Christoph Prang: Ebenso f�r Schlagzeilen hat das Verhalten von US-Pr�sident Trump gegen�ber der Ukraine und dem ukrainischen Pr�sidenten Selenskyj gesorgt. Anfang dieses Monats hatten wir uns an dieser Stelle ja n�her mit der Lage in der Ukraine besch�ftigt. Was ist seitdem geschehen, und wie gef�hrlich ist dies f�r die Ukraine? [03:55] Dr. Holger Schmieding: Nun, Trump hat schon viele Kapriolen geschlagen. Er hat sich jetzt wieder sehr stark auf die Seite Putins gestellt. Er glaubt offenbar in Selenskyj, dem ukrainischen Pr�sidenten, einen S�ndenbock f�r die hohen Dieselpreise in den USA gefunden zu haben. Dabei ist nat�rlich Trumps Irankrieg die Hauptursache f�r die hohen Kosten an der Tankstelle, nicht die ukrainischen Angriffe auf russische Raffinerien. Trump setzt jetzt die versch�rften Sanktionen gegen Russland nicht um, f�r die der Kongress gestimmt hatte. Zudem setzt er einige der Sanktionen gegen russische Energieexporte aus. Und zudem liefern die USA offenbar Informationen �ber russische Luftangriffe und �ber Ziele f�r ukrainische Schl�ge gegen Russland jetzt weniger zuverl�ssig an Kiew als zuvor. Das hat dreierlei Folgen: Auf dem Schlachtfeld selbst ist es unangenehm, aber wird wohl keinen entscheidenden Unterschied machen. Aber Russland richtet mit seinen Raketen und Langstreckendrohnen jetzt gr��ere Sch�den in der Ukraine an, als es sonst der Fall wahrscheinlich w�re. Das hei�t, die Kosten f�r die Zivilbev�lkerung und die Wirtschaft in der Ukraine steigen, wenn Informationen und teils Abwehrraketen aus den USA eben nicht so zuverl�ssig kommen, wie das bisher der Fall war. Und vor allem aber, das Verhalten von Trump d�rfte Putin darin best�rken, dass er vielleicht doch noch gewinnen kann und dass er vielleicht doch letztlich der Ukraine ein Diktat aufzwingen kann, da die Unterst�tzung f�r die Ukraine ja, so die Sicht Putins, offenbar nachl�sst im Westen. In diesem Sinne verl�ngert das Verhalten von Trump m�glicherweise den Krieg in der Ukraine, wenn Putin eben glaubt, er m�sse nur l�nger, l�nger durchhalten trotz der gro�en Sch�den, unter denen ja auch die russische Wirtschaft sehr leidet. Das eigentliche Thema: US-Zwischenwahlen zum Kongress am 3. November [05:46] Dr. Christoph Prang: Dann kommen wir jetzt zu unserem eigentlichen Thema, den Zwischenwahlen zum US-Kongress am 3. November. Worum genau geht es dabei? [06:00] Dr. Holger Schmieding: Der US-Kongress hat zwei Kammern. Am 3. November wird eine Kammer, das Abgeordnetenhaus komplett neu gew�hlt, alle 435 Sitze dort stehen zur Wahl. In der zweiten Kammer, im Senat, werden 35 der 100 Sitze neu bestimmt. Bisher haben die Republikaner von Pr�sident Trump in beiden Kammern des Kongresses eine knappe Mehrheit. Der Kongress in den USA ist wichtig. Die beiden H�user des Parlaments beschlie�en zusammen Gesetze und den Staatshaushalt. Der Pr�sident kann gegen Gesetze, die der Kongress beschlossen hat, ein Veto einlegen. Das bringt Gesetze dann typischerweise zu Fall, weil der Kongress ein Veto des Pr�sidenten nur mit einer Zweidrittelmehrheit in beiden Kammern au�er Kraft setzen kann, und das ist politisch in den USA sehr, sehr selten, da dort bei strittigen Fragen eine Zweidrittelmehrheit in beiden H�usern des Kongresses sehr, sehr selten zustande kommt. Trumps Beliebtheit und die Sorgen der W�hler [07:12] Dr. Christoph Prang: Trump polarisiert, die politische Diskussion in den USA dreht sich zumeist um ihn. Wie beliebt oder unbeliebt ist Trump mittlerweile bei den W�hlern in den USA? [07:27] Dr. Holger Schmieding: Auch in den USA ist Trump mittlerweile recht unbeliebt. Es gibt ja viele Umfragen, und in den Umfragen in den USA sagen mittlerweile 34 % nur noch, dass sie mit Trumps Amtsf�hrung zufrieden sind. Dagegen sind 61 % unzufrieden. Diese Werte sind schlechter f�r Trump als alle fr�heren Werte f�r ihn und auch schlechter als die Werte f�r seine Vorg�nger in einem vergleichbaren Stadium ihrer Amtszeit. Wir m�ssen allerdings auch dazu sagen, dass die Umfragewerte f�r Bundeskanzler Merz in Deutschland und f�r Pr�sident Macron in Frankreich eher noch schlechter sind als die Werte f�r Trump in den USA. [08:00] Dr. Christoph Prang: Was genau kreiden viele der Befragten Trump an? [08:05] Dr. Holger Schmieding: Das gr��te Problem in den USA sind die hohen Preise und die Inflation, wenn man diesen Umfragen trauen kann. Trump hat sich diese Unzufriedenheit mit seinem Irankrieg und seinen Z�llen selbst zuzuschreiben. Auch beim Thema Arbeitspl�tze und Wirtschaft machen die B�rger in den USA sich gro�e Sorgen. Hier ist die Mehrheit der W�hler mit der Amtsf�hrung von Trump sehr unzufrieden. Ausblick auf verschiedene Wahlszenarien: Abgeordnetenhaus und Senat [08:18] Dr. Christoph Prang: Und was bedeutet das f�r den m�glichen Ausgang der Zwischenwahlen? [08:24] Dr. Holger Schmieding: Da m�ssen wir zwischen beiden Kammern des Kongresses unterscheiden. F�r das Abgeordnetenhaus, wo alle Sitze zur Wahl stehen, ist es sehr, sehr wahrscheinlich, dass die Demokraten eine Mehrheit der Sitze gewinnen. Ich schaue oftmals auf die Wettm�rkte, genauer gesagt auf eine Website, Election Betting Odds, eine Zusammenfassung mehrerer Wettm�rkte. Dort wird die Wahrscheinlichkeit, dass die Demokraten im Abgeordnetenhaus eine Mehrheit der Sitze bekommen, auf gut 90 % gesetzt. Und Meinungsumfragen legen das ebenfalls nahe. Die eigentlich offene Frage f�r die Zwischenwahlen in den USA ist, was im Senat passiert. Da stehen ja nur 35 von 100 Sitzen zur Wahl. Das hei�t, da ist f�r die Demokraten die Chance wesentlich geringer, dass die Unzufriedenheit mit Trump sich darin ausdr�ckt, dass das Pendel in die Richtung ausschl�gt, dass die Demokraten eine Mehrheit bekommen k�nnten. Und die Demokraten m�ssten f�r eine Mehrheit 51 der Sitze gewinnen. Die Republikaner brauchen nur 50 Sitze, da bei einem Gleichstand, jeweils 50 Sitze f�r die beiden Parteien, der Vizepr�sident, also ein Republikaner, den Ausschlag gibt. Um auf 51 Sitze zu kommen, m�ssten die Demokraten vier Sitze von Republikanern dazugewinnen, ohne einen der Sitze, die sie bisher halten, an die Republikaner zu verlieren. Das ist gut m�glich. Auf den Wettm�rkten is die Wahrscheinlichkeit, dass es den Demokraten gelingt, bei 64 % angesetzt. Das hat sich in den letzten Wochen auch ge�ndert. Im September sah das noch nach 50/50 Wahrscheinlichkeit aus, ob es die Demokraten schaffen oder nicht. Die Entwicklung geht also auch hier klar gegen die Republikaner. [10:13] Dr. Christoph Prang: Es ist also m�glich, dass Trumps Republikaner ihre derzeit knappe Mehrheit sogar in beiden H�usern des US-Kongresses verlieren k�nnten? [10:23] Dr. Holger Schmieding: Ja, das ist gut m�glich. Aber f�r den Senat kann es eben knapp werden. Die Wahrscheinlichkeit von 64 % an den Wettm�rkten, dass es den Demokraten gelingt, hei�t ja immer noch, es gibt eine Wahrscheinlichkeit von 36 %, dass die Republikaner die Mehrheit behalten. Zudem gibt es eine weitere Komplikation. Es ist m�glich, dass nach den Wahlen ein demokratischer Senator, der diesmal nicht zur Wahl steht, die Partei wechselt. Es handelt sich um John Fetterman aus Pennsylvania. John Fetterman hat, nachdem er sich mehrfach gegen�ber seiner Partei illoyal verhalten hat, Grund zur Annahme, dass seine Partei ihn im Jahre 2028, wenn sein Sitz wieder zur Wahl steht, nicht als Kandidaten aufstellen wird. Wenn die Republikaner ihm stattdessen versprechen, dass sie ihn 2028 zu ihrem Kandidaten machen, dann kann es sein, dass Fetterman die Partei wechselt und also von den Demokraten zu den Republikanern geht. Das hie�e, dass die Demokraten, um eine sichere Mehrheit im Senat zu haben, auch 52 Sitze brauchen w�rden, nicht nur 51, weil ein Sitz ja abhandenkommen k�nnte. Und das zu erreichen, also bei den Zwischenwahlen auf 52 Sitze zu kommen, ist zwar m�glich, aber eben deutlich schwieriger als der Versuch auf 51 Sitze zu kommen. M�gliche Machteinbu�en Trumps und die Rolle des Senats [11:21] Dr. Christoph Prang: Dann lass uns etwas konkreter werden. Was w�rde sich in den USA �ndern, wenn Trump keine Mehrheit mehr im Kongress h�tte? Wie sehr w�re seine Macht dann eingeschr�nkt? [11:37] Dr. Holger Schmieding: Nun, es wird oftmals gesagt, dass ein Pr�sident ohne Mehrheit im Kongress eine lahme Ente w�re. Das stimmt in gewissem Sinne ja. Der Kongress verabschiedet Gesetze und ist zust�ndig f�r Staatsfinanzen, f�r Staatseinnahmen und -ausgaben, zust�ndig f�r Steuern und Z�lle. Z�lle fallen ja auch in die Hoheit des Kongresses, wobei der Pr�sident allerdings in begr�ndeten Ausnahmef�llen das Recht hat, Z�lle selbst zu erheben. Wie der Pr�sident diese Ausnahmerechte nutzen kann, ist in den USA sehr umstritten. Da hat der Oberste Gerichtshof ja in einem wegweisenden Urteil vor einigen Monaten Trump in die Schranken gewiesen. [12:30] Dr. Christoph Prang: In den USA m�ssen Gesetze ja von beiden H�usern des Kongresses verabschiedet werden. W�rde es einen Unterschied ausmachen, wenn die oppositionellen Demokraten in beiden Kammern, also auch im Senat, eine Mehrheit h�tten? Um k�nftig Gesetzesinitiativen von Trumps Republikanern abzuschmettern, w�rde den Demokraten die Mehrheit im Abgeordnetenhaus doch bereits reichen, oder? [12:54] Dr. Holger Schmieding: Ja, allgemein gesprochen, f�r Gesetze und Staatsfinanzen macht es eigentlich keinen Unterschied, ob die Demokraten in einem oder in beiden Kammern des Kongresses eine Mehrheit haben. Allerdings, der Senat hat doch bestimmte Rechte. Der Senat und nur der Senat muss Vorschl�ge des Pr�sidenten f�r das Neubesetzen wichtiger Positionen best�tigen. Da geht es dann um Minister, um oberste Richter, um Botschafter, um Top-Milit�rs. Ob dann die Demokraten in dieser Kammer eine Mehrheit haben, kann also f�r die Personalpolitik von Donald Trump einen gro�en Unterschied machen. Au�erdem w�re es der Senat, der in einem m�glichen Impeachment-Verfahren, also einem Verfahren zur Amtsenthebung von Donald Trump, mit einer Zweidrittelmehrheit dar�ber entscheiden w�rde, ob der Pr�sident das Amt verliert oder nicht. Der Senat ist schon wichtig. Insgesamt gilt wohl, je mehr Erfolg die Demokraten bei den Zwischenwahlen haben, desto gr��er ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie im Kongress, m�glichst auch im Senat und nicht nur im Abgeordnetenhaus, Untersuchungsaussch�sse einsetzen werden, um sich mit den Anzeichen von Korruption unter Trump zu besch�ftigen. Da gibt es ja so einige interessante fragw�rdige Anzeichen. Auswirkungen auf Wirtschafts-, Finanz- und Au�enpolitik [13:54] Dr. Christoph Prang: Was w�rde eine gegenseitige Blockade zwischen Pr�sident und Kongress f�r die Wirtschafts- und Finanzpolitik der USA bedeuten? [14:02] Dr. Holger Schmieding: F�r die USA ist es eigentlich nicht un�blich, dass der Pr�sident keine Mehrheit in beiden H�usern des Kongresses hat, insbesondere in der zweiten Amtszeit eines Pr�sidenten. Und das hei�t dann, dass in den USA bei den Themen Staatsfinanzen und Gesetze deutlich weniger passiert, als wenn der Pr�sident sich auf eine Mehrheit in beiden H�usern des Kongresses verlassen kann. [14:26] Dr. Christoph Prang: K�nnte der Ausgang der Zwischenwahlen auch Folgen f�r die Au�enpolitik der USA haben? [14:32] Dr. Holger Schmieding: Wir hatten ja vorhin schon �ber das Thema lahme Ente gesprochen. Was die Au�enpolitik betrifft, das ist in den USA letztlich ein Bereich, in dem der Pr�sident das Sagen hat. Der Pr�sident w�re auch ohne Mehrheit im Kongress f�r seine Partei immer noch Oberbefehlshaber der Streitkr�fte. Der Pr�sident bestimmt die Au�enpolitik. Er w�rde zwar Geld f�r einen zus�tzlichen gro�en Krieg vom Kongress wohl nicht mehr bekommen, aber einen kleineren milit�rischen Einsatz, beispielsweise gegen Kuba, w�rde er wahrscheinlich auch ohne frisches Geld vom Kongress durchf�hren k�nnen. Er k�nnte auch weiter als Pr�sident Druck auf die Ukraine aus�ben. Allerdings d�rfte insgesamt die F�higkeit von Trump, die Republikaner auf sich einzuschw�ren, nachlassen, wenn die Republikaner bei den Zwischenwahlen deutlich verlieren. Und mit einem nachlassenden Einfluss Trumps auf die Republikanische Partei k�nnte es dann auch sein, dass im Kongress dann mehr Republikaner sich auch mal gegen Trump stellen, als das bisher der Fall ist. Und das k�nnte dann doch auch bei einigen au�enpolitischen Themen dazu f�hren, dass das letztlich Trump etwas z�gelt. Allerdings besteht auch ein Risiko, dass ein Pr�sident Trump, der vom Kongress nicht mehr unterst�tzt wird, es umso mehr darauf anlegen k�nnte, bei einigen Fragen, wo er noch bestimmen kann, in der Au�enpolitik, beim Milit�r, das eine oder andere ganz in seinem Sinne machen zu wollen. Und Trump ist halt sehr sprunghaft. Also wir m�ssten uns weiterhin darauf einstellen, dass aus den USA, aus dem Wei�en Haus, so einiges an St�rger�uschen und m�glicherweise auch St�raktionen f�r die Weltpolitik kommen k�nnte. Weiterer Ausblick: Pr�sidentschaftswahl 2028 und aktuelle Favoriten [15:57] Dr. Christoph Prang: Holger, lass uns noch etwas weiter in die Zukunft blicken. Im November 2028 werden die politischen Karten in den USA ganz neu gemischt. Zwei Jahre nach den Zwischenwahlen jetzt stehen dort die gro�en Wahlen an. Dann w�hlen die Amerikaner einen neuen Pr�sidenten und bestimmen erneut, wer sie im Kongress vertreten soll. L�sst sich jetzt schon etwas �ber den m�glichen Ausgang 2028 sagen? [16:21] Dr. Holger Schmieding: Nun, es ist nat�rlich noch sehr, sehr fr�h. Zwei Jahre sind eine lange Zeit. Aber wir sehen ja, Trump ist unbeliebt. Viele Amerikaner, gerade auch W�hler der Mitte, haben die Nase voll von ihm. Und das spricht f�r eine gute Chance, dass die Demokraten die Pr�sidentschaftswahl im November 2028 gewinnen k�nnten oder zumindest daf�r, dass es doch eine Abkehr geben k�nnte von dem Inhalt, f�r den Trump steht, und auch von dem Stil, in dem Trump Politik macht. [16:51] Dr. Christoph Prang: Du hast es gerade gesagt, es ist noch sehr fr�h. Aber gibt es bereits Favoriten f�r die Pr�sidentenwahl im November 2028? [16:59] Dr. Holger Schmieding: Na ja, es werden in den USA immer fr�hzeitig einige Namen genannt. Das ist Teil des Spiels. Schauen wir mal auf die f�nf, denen derzeit ernsthafte Chancen einger�umt werden, Trump ins Wei�e Haus folgen zu k�nnen. Nummer eins ist dabei der Vizepr�sident JD Vance, ein Republikaner. Danach kommen dann in der Skala der m�glichen Kandidaten drei Demokraten: einmal Alexandria Ocasio-Cortez, eine Abgeordnete aus New York, dann Gavin Newsom, der Gouverneur aus Kalifornien, und Jon Ossoff, ein Senator aus Georgia. Als Nummer f�nf folgt dann wieder ein Republikaner, der Au�enminister Marco Rubio. Unter den drei Demokraten gilt Ocasio-Cortez als sehr links. F�r die Mitte w�re sie wahrscheinlich kaum w�hlbar. Newsom gilt als farblos. Ossoff gilt mittlerweile als m�gliche gro�e Hoffnung der Demokraten. Er ist jung, er hat etwas Charisma, vielleicht wie einst Obama. Aber er muss gerade erst die Wahl gewinnen. Er steht jetzt als Senator aus Georgia am 3. November zur Wahl. Wenn er seine eigene Wahl gewinnt, �berzeugend gewinnt, in Georgia, einem Staat, der eigentlich alles in allem eher den Republikanern zuneigt, wenn er das schafft, dann k�nnte er tats�chlich der Kandidat Nummer eins f�r die Demokraten werden. Chancen zur �berwindung der gesellschaftlichen Spaltung [18:18] Dr. Christoph Prang: Zur�ck zu Trump. Trump ist ja Ausdruck einer zunehmenden Polarisierung in den USA, zu der er selbst beigetragen hat. Gibt es eine Chance, dass die Wahlen 2028 helfen k�nnten, die Spaltung nach dem Ende der �ra Trump wieder etwas abzumildern? [18:37] Dr. Holger Schmieding: Nun, eine Chance gibt es schon. Es kommt nat�rlich sehr darauf an, wer dann gegen wen antritt. Nehmen wir einmal an, es w�rde f�r die Republikaner Vizepr�sident JD Vance antreten. Er gilt als Ideologe, weniger flexibel als Trump das manchmal in seiner Sprunghaftigkeit noch ist. Wenn er gegen Ocasio-Cortez, die Linksdemokratin, antreten w�rde, dann k�nnte das die Spaltung in der Gesellschaft, die Polarisierung, eher noch verst�rken. Also Vertreter von relativ weit rechts gegen eine Vertreterin von relativ weit links. Aber es k�nnte auch ganz anders kommen. Nehmen wir einmal an, die Demokraten w�rden Jon Ossoff als ihren Kandidaten aufstellen. Ossoff l�sst sich nicht in das Links-Rechts-Schema einordnen. Er macht stattdessen die Themen wie Korruption, Vetternwirtschaft und hohe Preise unter Trump zu seinen Themen. Das sind alles in allem weniger konflikttr�chtige, weniger ideologiebeladene Themen. Die lassen sich nicht in ein Links-Rechts-Schema einordnen, die geh�ren nicht zu den Themen des Kulturkampfes. Ein Wahlkampf, der sich vor allen Dingen um diese Themen dreht, Themen, die unter Trump an Aktualit�t gewonnen haben, ein solcher Wahlkampf k�nnte dann tats�chlich dazu beitragen, dass sich die politische Mitte wieder versammelt, weil die politische Mitte ja, ob halb links oder halb rechts, gegen Korruption ist. Insgesamt k�nnte also ein Pr�sidentschaftskandidat der Demokraten, der sich auf diese Themen verlegt, eher dazu beitragen, die politischen Lager in den USA wieder etwas n�her aneinander heranzuf�hren und hier und da vielleicht sogar etwas zu vers�hnen. Und das w�re wahrscheinlich gut f�r das Land. Vorschau auf n�chste Woche [20:13] Dr. Christoph Prang: In der kommenden Woche ist Dr. Monika Queisser bei uns zu Gast. Frau Queisser ist Leiterin der Abteilung Sozialpolitik bei der Organisation f�r wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris. Sie war Mitglied in der Rentenkommission, die f�r die Bundesregierung Reformempfehlungen ausgearbeitet hat. Mit ihr sprechen wir �ber die Reform der gesetzlichen Rente. Wir w�rden uns freuen, wenn Sie dann wieder dabei sind. Vielen Dank f�r Ihr heutiges Interesse. Bis n�chste Woche.