Latest / ntv Wirtschaft / Ökonomen kritisieren 1000-Euro-Prämie für Beschäftigte
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- Sind der Tankrabatt und die 1.000-Euro-Prämie der falsche Weg zur Entlastung? Viele Ökonomen finden ja. Die EU zieht bei Billigstahl aus dem Ausland die Daumenschrauben an und verdoppelt die Zölle. Und die Lufthansa steuert auf neue Streiks zu. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Das Entlastungspaket der Bundesregierung, also der Tankrabatt für zwei Monate und die steuer- und abgabenfreie Prämie, die Unternehmen ihren Beschäftigten zahlen können, stehen gerade massiv in der Kritik. Der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung, Marcel Fratscher, kritisiert, dass vor allem Besserverdiener profitieren. Diese 1000 Euro gehen erst einmal nicht an Menschen, die nicht arbeiten. Also an Studierende, an Rentnerinnen, Rentner, an Menschen, die keine Arbeit haben. Es geht aber auch in vielen Fällen eben nicht an Menschen, die für ein kleines Unternehmen, fürs Geschäft um die Ecke, für den Einzelhandel arbeiten, für einen Handwerksbetrieb. Dort, wo der Arbeitgeber sich schlichtweg nicht leisten kann, jedem Beschäftigten 1.000 Euro mehr zu geben. Also auch hier sehen wir, dass eher Besserverdiener Menschen mit guten Jobs in größeren Unternehmen davon profitieren. Auch der Tankrabatt bekommt ordentlich Gegenwind. Dass die Energiesteuer bei Diesel und Benzin um jeweils rund 17 Cent brutto pro Liter begrenzt auf zwei Monate gesenkt werden soll, Dazu sagt die Vorsitzende des Sachverständigenrats, Monika Schnitzer, das sei die schlechteste aller bisher diskutierten Optionen. Die Koalition selbst rechnet allein bei dieser Maßnahme mit Einnahmeausfällen von rund 1,6 Milliarden Euro. Auch die Wirtschaftsweise Veronika Grimm sieht den Tankrabatt kritisch. Warum, das verrät sie im Interview mit Moderator Daniel Schüler. Der Tankrabatt kommt jetzt also doch und zwar in Klammern noch mal. Sie haben davor aber gewarnt. Warum genau eigentlich? Ich glaube, die Politik verkennt hier die Situation. Es ist der Konflikt im Nahen Osten noch nicht beendet. Es sind viele Produktionsanlagen und Förderanlagen zerstört worden und es werden Energiemengen sowohl bei Erdöl als auch bei Gas ausfallen, weil diese Anlagen auch nicht so schnell repariert werden können. Das heißt, es gibt eine Knappheitssituation und in der Knappheitssituation noch die Preise zu senken, damit mehr verbraucht werden kann, ist einfach nicht zielführend. Man sollte da, wo es wirklich finanziell drückt, massiv drückt, da könnte man überlegen zu entlasten. Aber in der Breite mit der Gießkanne zu entlasten in der Situation ist absolut nicht sinnvoll. Lassen Sie uns das noch ein bisschen weiter auseinanderdröseln, denn diesen Tankrabatt, den gab es ja schon mal. Und damals wurde er nicht nur massiv kritisiert, übrigens auch von der Union, sondern wir haben auch gesehen, das Geld bleibt dann irgendwie doch bei den Mineralölkonzernen. Also wie erklären Sie sich, dass die Regierung diese Erfahrung jetzt einfach zu ignorieren scheint? Ist das jetzt ein Rückfall in alte Fehler? Ja, ein Rückfall in alte Fehler oder eine Bestätigung des Musters, das wir schon seit einiger Zeit erleben. Wir erleben Krisen und für die Politik ist es natürlich ein leichtes, jeweils aktionistisch auf diese Krise zu reagieren, anstatt tatsächlich ihre Hausaufgaben zu machen und die wirklich dringend notwendigen strukturellen Reformen in Deutschland voranzubringen. Das Land wächst seit Jahren nicht. Seit 2018 haben wir unsere Wirtschaftsleistungen nicht erhöht. Und das ist natürlich eine Situation, die für die Menschen deutlich bedrohlicher ist als temporär steigende Teilpreise. Also es geht nicht voran. Deutschland steigt relativ zu anderen Ländern ab und die Bundesregierung müsste dringend Reformen voranbringen. Stattdessen nutzt man jede Krise, um sich sozusagen da aktionistisch zu bewähren. Aber das bringt nichts. Also die Politik muss dringend an die strukturellen Probleme ran. Sonst wird das Land nicht wieder auf den Wachstumsvortkurs. Hohe Energiepreise treffen aber nicht nur Autofahrer auf dem Weg zur Arbeit. Sie ziehen sich durch die ganze Wirtschaft. Und ganz besonders spüren das gerade die Bauernhöfe. Die Landwirtschaft schlägt Alarm. Im Interview mit Jörg Böker sagt Bauernpräsident Joachim Ruckwied ganz offen, die Lebensmittelpreise könnten steigen. Die Situation in der Landwirtschaft ist mehr als angespannt. Die enormen Preissteigerungen beim Diesel belasten unsere Betriebe massiv. Ein erster wichtiger Schritt mit der temporären Reduktion der Besteuerung von Diesel um 17 Cent ist gemacht. Aber da müssen meines Erachtens weitere folgen, insbesondere auch beim Dünger, der auch um circa 30, 35 Prozent teurer geworden ist. Und das alles schlägt sich negativ auf die Konten bei den Landwirten, bei uns Landwirten nieder. Insbesondere ist das deshalb sehr hart, weil wir auf der anderen Seite jetzt beispielsweise bei Getreide, Milch, aber auch bei Schweinefleisch eine Niedrigpreissituation haben. Das halten unsere Betriebe nicht lange aus. Wir brauchen auf der einen Seite Entlastungen und auf der anderen Seite müssen unsere Erzeugerpreise zwingend ansteigen, damit wir weiterhin erzeugen können. Wenn Ihre Erzeugerpreise weiter ansteigen, bekommen wir Konsumenten das aber am Ende auch weiter wieder teuer zu spüren, oder? Natürlich würde sich das dann auch in einem Anstieg der Lebensmittelpreise widerspiegeln. Natürlich nicht eins zu eins, weil unser Anteil am Endpreis sehr gering ist. Beim Brötchen sind es wenige Cent, aber es hätte eine gewisse Auswirkung. Während die hohen Energiepreise, also die Verbraucher und Unternehmen in Deutschland umtreiben, versucht Brüssel an einer ganz anderen Front gegenzuhalten, bei der Industrie. Die Europäische Union verschärft nämlich ihre Schutzmaßnahmen für Stahl. Sie will die zollfreie Einfuhr deutlich begrenzen. Künftig sollen nur noch in etwa 18 Millionen Tonnen der wichtigsten Stahlimporte zollfrei in die EU kommen. Das sind rund 47 Prozent weniger als bisher. Und wer darüber liegt, zahlt nicht mehr 25, sondern 50 Prozent Zoll. Das ist vor allem ein Signal Richtung China. Die EU wirft Peking vor, die eigene Stahlindustrie mit staatlicher Hilfe zu stützen und so für Überkapazitäten auf dem Weltmarkt zu sorgen. Brüssel versucht also, der Branche Luft zu verschaffen. Aber klar ist auch, Zölle allein lösen das Grundproblem nicht. Denn günstiger Strom, verlässliche Nachfrage und bezahlbarer Umbau zur klimafreundlichen Produktion, das lässt sich nicht einfach an der Grenze regeln. Und damit zu einem Thema, das die Reisenden schon in den vergangenen Tagen immer wieder beschäftigt hat. Die Lufthansa. Dem Konzern drohen nämlich schon die nächsten Streiks. Nach den Piloten, die gestern und heute ihren Dienst verweigern, will jetzt auch das Kabinenpersonal für zwei Tage die Arbeit niederlegen. Die Gewerkschaft UFO plant den Ausstand für Mittwoch und Donnerstag. Betroffen sind die Abflüge der Kernmarke Lufthansa in Frankfurt und München sowie zahlreiche Flüge der Tochter Cityline von mehreren deutschen Flughäfen. Für den Konzern ist das gleich doppelt heikel. Erstens fallen erneut hunderte Flüge aus und wieder müssen tausende Passagiere ihre Pläne ändern. Zweitens verhärten sich die Fronten immer weiter. Die Gewerkschaft wirft dem Unternehmen eine Hardliner-Haltung vor. Lufthansa wiederum spricht von absurden und unerfüllbaren Forderungen. Und jetzt noch der Blick auf ein Unternehmen, bei dem es gerade richtig rund läuft. Der Spielwarenhersteller Tonys. Das Unternehmen hat im vergangenen Geschäftsjahr ein Rekordergebnis erzielt. Der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um knapp ein Drittel auf 630 Millionen Euro. Der Erfolg zeigt, manche Produkte schaffen es, sich fest im Alltag zu verankern. Wie genau, das erklärt uns Vermarktungsexperte John Christoph Berndt. Wir marken Leute, wir gucken mit ganz großen Augen, dass es wirklich eine Marke, die stark bleibt, Das ist ja immer ganz, ganz, ganz wichtig, nicht nur auf den Markt zu gehen, sondern eine Geschichte immer wieder neu zu erzählen. Also es gibt so Basisfaktoren bei den Tonys und das ist einerseits der Sammel- und Tauschtrieb, der wird bedient. Das wollen wir Menschen ja gerne, auch wir großen Kinder, nicht nur auf dem Schulhof, in dem Fall die Figuren tauschen. Dann ist es die intuitive Bedienung. Ein Kind, auch ein kleines Kind, kann so eine Figur draufstellen. Und dann ertönt Pepperwoods oder Paddington oder Mickey Mouse. Und wer will das nicht? Also das ist, da können die Eltern auch mal länger schlafen und wissen genau, die Kinder, die beschäftigen sich halbwegs wertvoll. Und dann ist es, und das machen die Tonys so clever, das ist das geschlossene Ökosystem. Also ein bisschen wie bei Razor & Blade, also Rasiva und die Klingen dann. Du verkaufst das Gerät recht günstig und dann bist du gebunden daran, diese Figuren auch weiter zu kaufen. Wer will das nicht? Jedes zweite Kind in Deutschland besitzt eine Tony-Box und da wollen die Eltern natürlich auch mitmachen und kaufen diese Box. Und kaufen dann auch immer die Tanten, die Onkels, die Großeltern zu Geburtstagen neue Figuren. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.