Latest / re:invented – Der Business Podcast für Prozesse, Cloud & Transformation / 06 #BestPractice: KI-Agenten im Business – zwischen Technologie, Strategie und Qualität
Transcript
- 0:000: Willkommen zu re:invented, dem Business Podcast von Scheer IDS.
- 0:050: Wir sprechen über Cloud, Prozesse und digitale Transformation –
- 0:090: praxisnah, verständlich und immer mit Blick auf das,
- 0:130: was Ihrem Unternehmen echten Mehrwert bietet.
- 0:180: Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge.
- 0:200: Susan Zare ist mein Name.
- 0:220: Ich freue mich, wieder Fragen stellen zu dürfen.
- 0:240: Und wir sind heute beim Thema Agenten, könnte man sagen,
- 0:280: und wenn man an die denkt, dann fällt einem vielleicht ein:
- 0:310: Präzision, Belastbarkeit, diese coole Sonnenbrille.
- 0:350: Aber wie sieht es mit den neuen Agenten in Unternehmen aus,
- 0:380: die ja mehrheitlich aus Algorithmen und Datenmodellen bestehen?
- 0:420: Können die auch cool sein? Das wollen wir uns fragen.
- 0:440: Und vor allem: Wie können die uns helfen?
- 0:470: Also KI, Künstliche Intelligenz, AI – internationaler gesagt "Artificial Intelligence".
- 0:530: Wir benutzen eben beide Begriffe KI und AI,
- 0:560: denn sie stehen für dieselbe technologische Entwicklung,
- 0:590: aber oft in unterschiedlichen Kontexten,
- 1:010: und dann gibt es ja noch Agentic AI, also auch das nochmal als Begriff,
- 1:050: und für dieses Gespräch kann ich jetzt mit zwei Experten sprechen, die tief in der Materie stecken
- 1:100: und die nicht nur uns mit diesen Begrifflichkeiten nochmal helfen können.
- 1:140: Sie unterstützen Unternehmen ganz konkret nämlich dabei,
- 1:170: Künstliche Intelligenz sinnvoll in bestehende Prozesse zu integrieren.
- 1:200: Ich freue mich zu sprechen mit Dr. Andreas Kronz,
- 1:230: er ist Head of Process and Management Consulting
- 1:260: AI und Partnership bei Scheer IDS. Ich grüße dich, Andreas, hallo!
- 1:300: Hallo Susan, ich freue mich auch!
- 1:320: Und ich freue mich zu sprechen mit Stephen Jacobs. Er ist Head of Business Analytics bei Scheer IDS.
- 1:370: Ich grüße dich, Stephan. Hi!
- 1:380: Ja, hallo. Vielen Dank für die Einladung.
- 1:410: Und sorry schon mal, dass wir beide unsere Sonnenbrillen vergessen haben,
- 1:440: weil das wäre jetzt noch besser gewesen gerade!
- 1:470: Aber wir sind immerhin auch coole Typen, von daher passt das heute.
- 1:510: Wir sehen es euch nach und stellen es uns in unserem Podcast nochmal imaginär vor
- 1:560: und wollen eben vielleicht nochmal genau da starten:
- 1:590: wie nämlich Unternehmen mit Künstlicher Intelligenz im Unternehmen
- 2:020: am besten starten können mit ihren Agenten, die sie da haben – mit und ohne Sonnenbrille
- 2:070: und welche Stolpersteine es vielleicht auch gibt,
- 2:090: aber auch welche Chancen daraus entstehen oder übersehen werden können.
- 2:130: Ich würde gerne erstmal mit euch beiden starten und euch vorstellen.
- 2:170: Andreas, was machst du genau bei Scheer IDS?
- 2:210: Ja.
- 2:210: Du hast eben schon gesagt: Ich bin Leiter eines Bereiches,
- 2:230: so ein Bereich, der sich mit Beratung rund um das Thema Geschäftsprozessmanagement
- 2:290: beschäftigt, deswegen auch Managementberatung,
- 2:300: weil wir dort auch tatsächlich mit dem Management, mit der Führung von Unternehmen sprechen:
- 2:350: wie es mit Geschäftsprozessen aussieht, wozu die benutzt werden können?
- 2:400: Und wir haben gerade in den letzten Jahren festgestellt,
- 2:420: dass dieses Thema Künstliche Intelligenz und Prozesse
- 2:450: einfach super viel miteinander zu tun hat
- 2:470: und dass das auch diskutiert wird – dass auch die Geschäftsführung diskutiert:
- 2:530: "Wie können wir künstliche Intelligenz anwenden,
- 2:560: wie können wir das aber auch wertstiftend für das Unternehmen nutzen?"
- 2:590: Und das ist eine super spannende Diskussion.
- 3:010: Ich selber komme aus dem Bereich Informatik. Ich habe Informatik studiert
- 3:060: und habe mich dann so ein bisschen mit dem Thema Wirtschaftsinformatik beschäftigt.
- 3:110: Vielleicht ganz interessant: Schon in den Neunzigern habe ich mich mit
- 3:130: Künstlicher Intelligenz ein bisschen beschäftigt –
- 3:150: so mit Regelsystemen, Expertensystemen.
- 3:180: Da hat das noch keinen so richtig interessiert. Das ist ganz anders als heute!
- 3:210: Aber es war eigentlich schon Künstliche Intelligenz.
- 3:240: Also heute würde man diesen Bapper drauf hängen: "Künstliche Intelligenz".
- 3:280: Dann ist es so ein bisschen ruhig geworden um das Thema.
- 3:300: Ich habe mich mehr so um das Thema Geschäftsprozessmessung gekümmert, also
- 3:330: wie kann man sowas messen? Und das läuft jetzt wieder zusammen.
- 3:360: Deswegen ist das total spannend für mich.
- 3:370: Also das Thema Künstliche Intelligenz hat ja seit dem Sommer, seit dieser Bombe ChatGPT,
- 3:430: hat das einfach eine ganz breite Öffentlichkeit erreicht,
- 3:460: schwappt jetzt in die Unternehmen rüber und jetzt kommen alle Themen zusammen.
- 3:510: Also für mich ist das eine wunderbare Zeit.
- 3:530: Erstes Learning, wie alt künstliche Intelligenz schon ist. Danke, Andreas.
- 3:570: Stephan, ich würde auch gern dich fragen: Was machst du genau bei der Scheer IDS
- 4:000: und wie ist dein Zusammenhang nochmal mit Künstlicher Intelligenz?
- 4:030: Ja, sehr gerne.
- 4:040: Also mein Bereich kümmert sich um das Thema Business Analytics,
- 4:090: gerade auch im SAP-Kontext.
- 4:110: Das heißt: Wir haben sehr viel mit den Themen
- 4:130: Reporting, Data Warehousing, Auswertungen zu tun –
- 4:160: auf unterschiedlichen Ebenen – sei es jetzt strategische Themen,
- 4:190: konzeptionelle Themen oder eben Realisierungs-Themen.
- 4:220: Ja, und wenn man über Analytics redet,
- 4:240: dann ist eigentlich AI da automatisch mit inbegriffen.
- 4:280: Weil wir merken das auch
- 4:290: im täglichen Kontext, dass wir wegkommen von einer reaktiven Analyse –
- 4:330: also wie war es in der Vergangenheit? – sondern immer mehr Auswertungen fahren,
- 4:360: wie kann sich denn etwas entwickeln, um das eben
- 4:390: als Mehrwert heraus zu kristallisieren.
- 4:410: Und da spielt AI eine Rolle.
- 4:430: Und ja, das ist natürlich super interessant auch, was dann beispielsweise
- 4:470: SAP, aber eben auch Microsoft da heutzutage liefert,
- 4:500: weil das auch nicht nur, ich sage mal, in den Umsetzungsprojekten
- 4:540: eine Rolle spielt,
- 4:550: sondern auch, wie wir uns dann als Berater hier und da verhalten können,
- 4:580: weil es uns dann auch an einigen Stellen hilft.
- 5:010: Und zur Historie:
- 5:030: Also ich weiß noch die Zeiten, wo man sich mit den Themen Statistik,
- 5:080: mathematische Grundlagen, Data Mining –
- 5:100: wenn man sich damit beschäftigt hat, saß man gefühlt immer
- 5:130: in der letzten Reihe und musste sich verstecken. Da war man sozusagen der Nerd.
- 5:170: Heute ist man der Hero.
- 5:190: Also so können
- 5:200: sich sich die Zeiten so ein bisschen ändern
- 5:210: und ich glaube, wir sind da auch erst am Beginn einer Reise,
- 5:250: auch wenn wir hier eine Historie haben und können da ordentliche Mehrwerte zusammen
- 5:300: erbringen.
- 5:320: Jetzt würde ich gerne, vielleicht auch nochmal zu Beginn, diese Begrifflichkeiten
- 5:350: mir genauer angucken
- 5:360: und auch wo wir gerade stehen, finde ich interessant.
- 5:390: Vielleicht erstmal:
- 5:410: Stephan, vielleicht auch gerade nochmal an dich mit angeknüpft:
- 5:440: Wir haben jetzt eben gesagt:
- 5:450: KI, AI, Agentic AI. Kannst du uns gerade da nochmal
- 5:480: mit den Begrifflichkeiten abholen?
- 5:500: Ja, also vielleicht als allererstes:
- 5:520: Ich fange normalerweise mal so an und ich sage: Ja, erst mal
- 5:540: haben wir ja die Intelligenz als solche. Das heißt: aus bestimmten Sachverhalten
- 5:580: Muster erkennen und halt aus Daten, Informationen, Wissen generieren.
- 6:030: Das ist etwas, das hat erstmal nichts mit computergestützt zu tun.
- 6:080: Aber wenn wir gerade von AI reden oder KI kommt eben
- 6:110: diese computergestützte Intelligenz da einher.
- 6:140: Das heißt, der Computer hilft uns dabei, eben diese Intelligenz aufzubringen,
- 6:180: und da gibt es eine Menge von Begrifflichkeiten, die damit einhergehen.
- 6:220: Die wurden aber, glaube ich, auch in einem vergangenen Podcast schon mal erläutert:
- 6:250: So Themen wie Machine Learning, Deep Learning etc.
- 6:280: Da gibt es wirklich sehr viele Möglichkeiten im AI-Kontext.
- 6:320: Was jetzt bei den Agenten halt das Interessante ist,
- 6:350: dass die nicht nur reaktiv arbeiten.
- 6:380: Das heißt,
- 6:380: ich stelle jetzt mal irgendeinem System wie ChatGPT, eine Frage, kriege eine Antwort,
- 6:430: sondern, dass sie aktiv Schritte einleiten können und agieren können,
- 6:480: und das ist für mich eigentlich immer –
- 6:500: Andreas, du kannst auch noch viel mehr dazu sagen –
- 6:520: eigentlich so das Besondere,
- 6:540: wo man halt nicht nur ja letztendlich etwas wiederbekommt,
- 6:580: sondern eben
- 6:590: etwas anlernen kann, antrainieren kann, was dann selbstständig Aufgaben ausführt
- 7:030: und das ist für mich eben das Besondere an Agentic AI. Andreas,
- 7:070: was würdest du uns mitgeben, um das besser differenzieren zu können?
- 7:110: Nun, was wir ja
- 7:130: kennen alle, ist so dieses ChatGPT und Gemini
- 7:170: und halt die Systeme: Die kann ich was fragen und die geben eine Antwort.
- 7:210: Das ist schon mal super
- 7:220: und das ist ja das, was uns alle auch total fasziniert hat, als wir
- 7:250: zum ersten Mal diese Systeme gesehen haben, also diese neue Mensch-
- 7:280: Maschine-Kommunikation kann man sagen: Also ich kann mit der Maschine reden.
- 7:310: Früher war das ja ganz anders:
- 7:320: Ich musste ja irgendwie lernen,
- 7:340: mit Maske klicken, hier klicken, sonst passiert da nichts.
- 7:370: Jetzt kann ich aber mit der Maschine reden und die gibt mir eine Antwort.
- 7:400: Das ist super und das sind halt Sprachmodelle.
- 7:420: So sagt man da halt als übergeordneten Begriff dazu: Sprachmodelle. Klar,
- 7:460: weil die mit Sprache umgehen können.
- 7:470: Das ist etwas, was die so tun.
- 7:490: Das ist Vorteil und Nachteil.
- 7:510: Das eine ist wirklich, dass sie – wie gesagt – Sprache produzieren können,
- 7:560: aber sie können auch nicht mehr.
- 7:570: Es ist vielleicht ganz interessant
- 7:580: und deswegen ist es gut, dass wir auch mal drüber reden
- 8:000: und das so ein bisschen auseinander dividieren.
- 8:020: Also diese ursprünglichen Sprachmodelle: Die können nur Sprache,
- 8:060: die können mir nur so einen Text produzieren und die können auch nichts aufrufen.
- 8:100: Die können nichts machen.
- 8:110: Jetzt gibt es aber schon einige, die gesagt haben: Na ja,
- 8:140: wenn ich jetzt so ein Sprachmodell frage, das kann ich nicht nur nach Wissen fragen.
- 8:170: Da kann ich nicht nur fragen: "Wo ist denn das nächste coole Restaurant?"
- 8:200: Und [dann] sagt es mir: "Na ja, hier und dort." Könnte mir Google auch sagen –
- 8:230: macht aber vielleicht einen schönen Text draus.
- 8:250: Aber wenn ich dann sage: "Na ja, wie reserviere ich denn da einen Tisch?"
- 8:280: Na ja, dann sagt mir das Modell, das ja schon: "Ja, Andreas,
- 8:310: ruf mal an, dann schau mal,
- 8:330: wann du Zeit hast, guck mal in deinen Kalender
- 8:350: und dann schau mal noch, wen du noch mitnimmst."
- 8:380: Und da sind so einige Informatiker auf die Idee gekommen und haben gesagt:
- 8:410: Na ja, wenn das schon da steht, was zu tun ist,
- 8:440: dann könnte das System das ja auch gerade machen,
- 8:470: und da kam so ein bisschen diese Agenten-Idee daher:
- 8:500: Also dass das Modell, das Sprachmodell, das kann mir so einen Plan machen,
- 8:540: das ist super. Aber es gibt keinen, der das ausführt,
- 8:560: und dieser KI-Agent ist jetzt genau ein Stück Software,
- 8:590: das auf diesen Text draufschaut
- 9:000: und schaut: "Was stehen denn da so für Schritte drin?
- 9:020: Und das tu ich jetzt mal." Und das ist total faszinierend.
- 9:060: Das heißt, der Unterschied zwischen einer KI (AI)
- 9:090: und diesem Agentic AI, [also] das Agenten-AI ist:
- 9:140: dass man nicht nur
- 9:160: gesagt bekommt, was zu tun ist, sondern es führt auch jemand aus.
- 9:190: Habe ich das so richtig verstanden? Ganz genau.
- 9:200: Das sind eigentlich zwei Systeme, so muss man sich das immer vorstellen.
- 9:230: Das eine ist so ein bisschen –
- 9:250: man könnte sagen: das eine ist so das Brain, das ist der Planer,
- 9:280: und der KI-Agent selber,
- 9:290: der benutzt es eigentlich, der benutzt das genauso, wie wir ChatGPT benutzen.
- 9:330: Der fragt erstmal ChatGPT: "Was soll ich denn machen?"
- 9:380: Dann sagt das ChatGPT dem Agenten das und der sagt: "Na prima,
- 9:420: wenn ich jetzt mal weiß, was ich tun soll, dann mach ich das halt."
- 9:450: Wobei das "Machen" natürlich – es ist ein Software System –
- 9:480: das ist, glaube ich, etwas, das wir auch immer im Hintergrund behalten müssen.
- 9:510: Das sind alles Software-Systeme, die geschickt miteinander zusammenarbeiten.
- 9:560: Das heißt, so ein KI-Agent, der kann ja auch nicht in der Gegend
- 9:580: rumlaufen, sondern der kann halt Webseiten aufrufen.
- 10:020: Der kann irgendwo mal auf einer Oberfläche klicken.
- 10:050: Manchmal sieht man das auch:
- 10:060: wer das mal bei ChatGPT probiert hat, da geht da so ein Fenster auf
- 10:090: und der klickt dann da so rum und da denkt man: Hey, das ist ja prima!
- 10:130: Aber der kann natürlich auch jetzt im Business-Kontext,
- 10:160: der kann natürlich auch Schnittstellen aufrufen,
- 10:190: das kann der relativ geschickt machen und damit kann ich dann Aktionen ausführen.
- 10:230: Klingt ultra praktisch erstmal,
- 10:250: also wenn ich mir vorstelle mit meinem Unternehmen,
- 10:260: ich könnte das irgendwie nutzen, klingt das super praktisch,
- 10:290: und da wollen wir jetzt auch in Richtung Praxis gehen.
- 10:320: Stephan, bevor ich dich jetzt löchere, möchte ich, Andreas, dir noch eine
- 10:350: Anschlussfrage zuwerfen, nämlich: Was würdest du denn aus deiner Perspektive
- 10:390: jetzt auch der letzten Jahre, die du es beobachtest, sagen:
- 10:420: Wo stehen denn Unternehmen – gerade bei diesem Thema – bei Agentic AI?
- 10:470: Wo stehen die denn gerade, vielleicht so einem kurzen Vogelblick,
- 10:490: ganz kurz?
- 10:500: Ganz unterschiedlich muss man sagen.
- 10:520: Es gibt natürlich große Firmen, die – muss man sagen – sich auch schon
- 10:560: jetzt ein paar Jahre damit beschäftigen, die ganze KI-Abteilungen aufgebaut haben,
- 11:010: und die bauen wirklich Systeme ganz speziell für ihre Anwendungen,
- 11:050: also KI-Systeme, Systeme mit künstlicher
- 11:080: Intelligenz, für ganz unterschiedliche Fragestellungen.
- 11:110: Ganz viele Unternehmen stehen aber auch noch am Anfang.
- 11:140: Für die ist das noch alles so ein bisschen Magic, so ein bisschen Hexenwerk,
- 11:170: und die sind erstmal dabei zu verstehen einfach: Wie funktioniert das?
- 11:220: Und dann im nächsten Schritt:
- 11:240: An welcher Stelle kann ich das eigentlich sinnvoll einsetzen?
- 11:270: Und dann kommt halt das Interessante, weil Firmen, wie zum Beispiel SAP,
- 11:310: jetzt in der Lage sind, durchaus schon so ein paar Bausteine zu liefern,
- 11:350: also Software-Bausteine.
- 11:360: Das sind halt fertige Agenten, die schon praktischerweise ein paar Dinge tun,
- 11:400: also ein bisschen vorkonfiguriert –
- 11:410: so Agenten von der Stange, würde ich mal sagen.
- 11:440: Das ist ein guter Übergang,
- 11:450: Andreas, weil bei SAP Joule möchte ich direkt den Ball nochmal zu
- 11:480: Stephan jetzt rüberwerfen, denn das wäre jetzt meine nächste Frage:
- 11:530: wie denn mit SAP Joule
- 11:550: das Ganze zusammenhängt und wie das das
- 11:580: Ganze in den Arbeitsalltag bringen kann, Agentic AI?
- 12:000: Genau.
- 12:010: Also SAP Joule ist quasi eine Maske, die vielleicht der ein
- 12:050: oder andere Zuschauer schon mal gesehen hat.
- 12:060: Es sieht auch eher aus wie so eine Chatmaske.
- 12:090: Das ist so ein kleines Gimmick, was man in vielen SAP-Systemen
- 12:120: jetzt mittlerweile out of the Box bekommt oder einrichten kann,
- 12:160: was erstmal
- 12:180: generativ einen Copiloten darstellt.
- 12:200: Das heißt: Auch dort gebe ich meine Eingabe und kriege eine Antwort zurück,
- 12:240: aber im Bauch von dem Joule steckt halt auch der Aufruf
- 12:280: beliebiger AI-Agenten, je nach System, wo man es nutzt.
- 12:320: Das heißt, im Prinzip ist das so eine Art Orchestration
- 12:350: nochmal über verschiedene
- 12:360: AI-Agenten, die von der SAP teilweise jetzt auch schon mit ausgerollt werden.
- 12:410: Heißt: In Zukunft – nehmen wir mal wieder dieses Reisebuchungs-
- 12:440: Thema – habe ich halt eine Maske im SAP.
- 12:470: Teilweise geht das ja auch jetzt schon.
- 12:500: Ich gebe ein: "Ja, ich muss dann und dann irgendwo hinreisen."
- 12:530: Und dann führt das System automatisch diese Reisebuchung durch
- 12:580: und gibt nachher nur die Rückmeldung: "Pass auf, dann
- 12:590: und dann habe ich für dich da und da gebucht,
- 13:020: aufgrund dieser und dieser Thematik."
- 13:050: Und was wir halt sehen ist,
- 13:080: dass schon einige
- 13:120: Joule-Systeme zur Verfügung stehen in unterschiedlichen Umgebungen,
- 13:150: die man dann eben out of the Box nutzen kann, um eben einen Mehrwert zu generieren,
- 13:200: und wo die SAP halt immer mehr arbeitet, ist nicht nur diese
- 13:240: Standard-Agenten auszurollen oder eben diese Joule-Systeme
- 13:270: in den unterschiedlichen Systemen, sondern
- 13:300: eben auch in die Richtung zu gehen, dass wir als Unternehmen, als Beratung,
- 13:340: aber auch die Kunden selbst, sich eigene Agenten
- 13:370: und eben Joule-Abfragefolgen bauen können,
- 13:420: und da kommen wir natürlich wieder in eine sehr interessante Richtung,
- 13:450: weil dann kann ich quasi auch so etwas AI-basiert
- 13:480: erstellen, was halt gezielt auf mein Business ausgelegt ist,
- 13:520: und da kann ich noch einen ganz anderen Mehrwert da nachher erzielen.
- 13:550: Wie flexibel, Andreas,
- 13:580: kann denn sowas tatsächlich dann umgesetzt werden?
- 14:010: Also kann man sich da
- 14:020: ganz frei fürs Unternehmen Beispiele bauen oder wo sind die Grenzen?
- 14:080: Das ist eine Frage, wie ich an das Thema wirklich herangehe.
- 14:110: Also es gibt viele Möglichkeiten. Tatsächlich.
- 14:130: Ich würde immer empfehlen,
- 14:150: erstmal das so zu nehmen, was so out of the Box wirklich da ist.
- 14:190: Man schaut sich das an, man geht ja mit dem Thema erstmal so ein bisschen um,
- 14:220: ich versuche es zu verstehen.
- 14:230: Ich versuche, auch die Risiken abzuschätzen – muss man ganz klar sagen –
- 14:270: weil diese Agenten, wenn die jetzt plötzlich selbstständig
- 14:290: was tun, da muss ich ja sagen: "Hoppala, hat er das überhaupt gemacht?"
- 14:310: Das heißt, diese ganzen Themen wie Berechtigungsmanagement, was darf
- 14:340: der Agent tun?
- 14:350: Das sind die Dinge, die ich mir da auch überlegen muss.
- 14:380: Nichtsdestotrotz ist es so, an paar Stellen kann ich dann sagen:
- 14:410: "Mensch, das gibt mir eine Flexibilität,
- 14:420: die ich vorher mit Software-Systemen nicht hatte."
- 14:450: Also gerade wenn ich jetzt – wenn man es nochmal aus der Prozessperspektive
- 14:480: sieht, also aus der Ablaufperspektive – gerade an so Stellen, bei denen
- 14:510: ich, ich sag mal, ganz viele Verzweigungen habe, also ich habe ganz viele Möglichkeiten –
- 14:550: dann ist natürlich so ein
- 14:570: Planungsagent, der ist dann super, weil der kann halt
- 15:000: aus vielen Möglichkeiten was aussuchen.
- 15:020: Früher habe ich mich mit Software damit wirklich, wirklich schwer getan
- 15:060: und das können die Agenten halt super.
- 15:080: Das hat aber auch immer seinen Preis. Der Agent,
- 15:110: der macht – sagen wir mal – ziemlich oft das, was ich will, aber manchmal auch nicht.
- 15:140: Da muss ich wohl ein bisschen aufpassen.
- 15:160: Ich muss den ein bisschen überwachen. Da muss ich schon ein bisschen schauen.
- 15:190: Ich sage immer, so
- 15:200: Agenten, die sind so ein bisschen wie so super eifrige Assistenten,
- 15:230: die wollen immer irgendwas machen, die machen auch immer irgendwas.
- 15:270: Die sagen auch nie "Ich kann das nicht." Das kennen wir ja auch alle:
- 15:290: Wenn ich so ChatGPT,
- 15:300: wenn ich den was frage, ist es egal, ob der was weiß oder nicht,
- 15:330: der antwortet mir immer.
- 15:340: Das ist ein bisschen bei diesen Agenten auch.
- 15:360: Das sage ich auch immer in meinen Workshops, auch
- 15:370: mit der Geschäftsführung:
- 15:380: Okay, das ist zwar prima, das gibt eine super Flexibilität,
- 15:420: aber überlegt, wo ihr das braucht,
- 15:440: und überlegt,
- 15:450: wo es vielleicht auch so
- 15:460: ein bisschen hinderlich ist, wo man sagt: "Manchmal bin ich mit so einem System
- 15:490: oder so einen Prozess, der total straight definiert ist,
- 15:530: da bin ich besser bedient."
- 15:550: Also nehmen wir an, bei so Banken, die jetzt Prozesse haben,
- 15:580: die auch einer Aufsicht unterliegen,
- 15:590: da kann ich es mir gar nicht leisten, mal zu sagen:
- 16:010: "Das wird zu 80% funktioniert haben."
- 16:030: Nein, das muss immer funktionieren.
- 16:050: Das heißt auch: Nicht überall schaffen so Agenten Mehrwert,
- 16:100: sondern da, wo ich Flexibilität brauche, aber auch da, wo ich
- 16:150: viel Unterstützung brauche, wo ich Hilfe, Hilfestellung brauche.
- 16:180: Stephan, was können denn da ganz konkrete Strategien,
- 16:210: AI-Strategien im Unternehmen sein, um da
- 16:230: vielleicht an der richtigen Stelle auch sozusagen zu starten?
- 16:270: Ja, ich würde immer mal sagen, dass was Andreas schon sagte: "Think big, start small".
- 16:320: Also ich bin immer ein Freund davon auch zu gucken,
- 16:340: was kommt out of the Box mit und wirklich immer von dem Use Case auszugehen.
- 16:380: Also beispielsweise: Ich habe jetzt eine S/4HANA-Transformation und
- 16:410: gehe bestenfalls aufs Cloud ERP, also auf die Public Cloud,
- 16:450: dass ich mir gezielt angucke, welche AI-Bausteine oder welche Agenten, Joule-
- 16:500: Themen sind da out of the Box mit dabei in den Prozessen, die ich gerade umsetze.
- 16:550: Also man sollte halt gucken, dass man jetzt nicht versucht
- 16:580: die allumfassende Lösung irgendwie zu implementieren,
- 17:000: sondern gezielt auf dessen,
- 17:020: was eben fachlich angefordert wird zu gucken, wie ich halt
- 17:050: mit kleinen Anfängen ein bestmögliches Ergebnis erzielen kann,
- 17:100: und darauf kann man dann aufbauen. Das ist so der eine Punkt.
- 17:120: Und der zweite Punkt:
- 17:140: Ich bin halt immer generell bei dem Thema AI ein Freund davon, wenn man eben
- 17:170: schon einen breiteren Kreis mitnimmt, weil oft ist so die Gefahr,
- 17:210: dass AI vielleicht erstmal von einem kleinen
- 17:260: IT-Team dann gemacht wird und dann sozusagen direkt fachseitig
- 17:300: die Befindlichkeiten kommen. Daher
- 17:310: immer von Anforderungen anfangen, möglichst interdisziplinär aufstellen
- 17:350: und dann kleine Use Cases angehen und umsetzen.
- 17:390: Stephan, was sind denn da – vielleicht noch angeknüpft –
- 17:410: vielleicht auch Mythen, die man da hört, oder wie Leute da rangehen,
- 17:470: wie Unternehmen starten? Also ein Mythos ist,
- 17:500: da zitiere ich mal einen Mitarbeiter, der irgendwann zu mir ankam,
- 17:540: richtig niedergeschmettert und sagte: "Hör mal,
- 17:560: die ganze Beratung ist doch jetzt eigentlich verloren.
- 17:590: Wir können doch jetzt alles mit AI.
- 18:000: Ich brauche keine Dashboards mehr bauen, das geht out of the Box etc. pp."
- 18:030: Das war jetzt ein Mythos,
- 18:040: mit dem ich leben musste, wo ich dann erstmal gesagt habe:
- 18:070: "Beruhig dich erst mal." Weil letztendlich – das hatte ja Andreas auch gesagt –
- 18:110: die ganze AI-Sache kann nur funktionieren, wenn ich die Basis dafür schaffe.
- 18:150: Basis ist Technologie-Systeme, Datenaufbereitung,
- 18:190: irgendwie mit dem Thema: Wer bedient das nachher?
- 18:220: Wie interpretiere ich die Ergebnisse?
- 18:240: Was kann ich darauf aufsetzen?
- 18:250: Also die Personen als solche, die relevant sind und dann die Prozesse.
- 18:290: Und so ein Mythos, den ich sonst immer höre,
- 18:320: der aber ziemlich schnell entkräftet wird:
- 18:340: "AI kann alles und alles, was die Agenten machen, ist automatisch richtig"
- 18:370: und das stimmt halt nicht,
- 18:390: sondern man muss das eben kontrollieren
- 18:410: und nachher auch noch bewerten, weil ansonsten gilt für mich immer –
- 18:440: ich sage immer scherzhaft in Gesprächen das "SISO-Prinzip": "Shit
- 18:480: In, Shit Out". Ja, SISO, genau,
- 18:510: und das muss man halt vermeiden da. Also ich sehe es nicht als –
- 18:550: wie sagt man – Alleinmittel, wo man da die Augen zumacht und das läuft. Nein,
- 19:000: sondern als ein System, was einem enorm viel hilft, eher dieser Copilot-Ansatz,
- 19:050: wo man aber immer noch am Ende die Möglichkeit haben muss einzugreifen
- 19:090: und die Ergebnisse bewerten zu können.
- 19:110: Daher wird die Expertise aus meiner Sicht immer noch zwingend erforderlich sein.
- 19:170: Und da kann ich mir vorstellen, neben den Mythen,
- 19:190: die wir jetzt angesprochen haben, dass da auch Unsicherheiten aufkommen.
- 19:230: Andreas, du hast gerade schon so ein bisschen
- 19:250: diese Schattenseite angedeutet, die das mit sich bringt, eben
- 19:290: indem man beispielsweise auch ohne Daten
- 19:330: die KI, die AI fragt. Was können denn noch andere Unsicherheiten sein,
- 19:380: die aufkommen, die man aber vielleicht dann doch widerlegen kann?
- 19:420: Ja, ich denke, es gibt zwei große Aspekte:
- 19:440: Das eine ist wirklich – Stephan hat das schon angedeutet – Daten.
- 19:470: Das ist so eine große Unsicherheit. Denn natürlich
- 19:510: Software-Systeme, und KI-Agenten sind auch Software-
- 19:540: Systeme, basieren auf Daten und je schlechter
- 19:580: die Daten sind oder die Datenbasis, das kann man sich vorstellen,
- 20:020: dann wird auch ein Agent eher unsicherer arbeiten.
- 20:040: Aber wir haben ja durchaus
- 20:050: im Moment auch schon den Effekt, dass gerade im Internet immer mehr Inhalte
- 20:100: erzeugt werden
- 20:100: von Künstlicher Intelligenz.
- 20:120: Künstliche Intelligenz liest das wieder und verarbeitet das weiter.
- 20:150: Da kann man sich schon vorstellen:
- 20:160: Da passieren seltsame Effekte und solche Software-Systeme,
- 20:210: also diese Sprachmodelle,
- 20:220: die basieren auf Statistik. Und Statistik
- 20:250: weiß jeder,
- 20:260: das hat halt gewisserweise
- 20:280: mit Wahrscheinlichkeit und nicht mit Sicherheit zu tun
- 20:300: und das sind so Dinge, die ich bei dem Bau solcher Systeme beachten muss.
- 20:350: Die andere Unsicherheit, die durchaus – und das sollten wir auch offen ansprechen –
- 20:390: ist die Unsicherheit der Mitarbeiter, die Unsicherheit der Unternehmen:
- 20:430: Wie bringe ich das in die Unternehmen hinein?
- 20:460: Also wie kann ich denn Mitarbeiter so
- 20:500: schulen, ihnen auch so vermitteln, wie Künstliche Intelligenz eingesetzt wird,
- 20:550: und dass sie,
- 20:560: sagen wir mal, die Bedeutung
- 20:570: oder die Betonung eher auf "künstlich" und weniger auf "Intelligenz" liegt –
- 21:000: dass man dort an der Stelle auch Mitarbeiter mitnimmt.
- 21:030: Und das ist, denke ich mal, die große Unsicherheit für das Projekt
- 21:070: und der Stephan, auch ich,
- 21:080: wir haben auch viel, wir machen viele Projekte,
- 21:100: wir haben auch schon viele Projekte scheitern sehen,
- 21:120: weil man die Mitarbeiter nicht richtig mitgenommen hat.
- 21:160: Und das ist eine ganz andere Art von Unsicherheit.
- 21:180: Aber wir glauben gerade, dass so Systeme oder Projekte,
- 21:220: die mit Künstlicher Intelligenz und insbesondere auch mit
- 21:240: Agenten zu tun haben,
- 21:260: weil da sagt ja der Mitarbeiter: "Mensch, vielleicht
- 21:280: ersetzt der meinen Job."
- 21:290: Und da ist ja ganz klar, dass der Mitarbeiter sagt:
- 21:310: "Na ja, Moment mal, will ich da jetzt mitarbeiten?"
- 21:340: Das ist ja quasi
- 21:350: wie als würde ich meinen Nachfolger hier schon einarbeiten.
- 21:380: Das ist es natürlich nicht
- 21:390: und das ist eigentlich – finde ich – eigentlich das Größte, ist
- 21:430: also die größte Unsicherheit oder die größte Herausforderung
- 21:470: für solche Projekte:
- 21:480: Die Technik funktioniert eigentlich schon ganz gut, aber dieser Punkt
- 21:510: mit Mitarbeitern dort und auch mit dem Management,
- 21:550: mit fehlgeleiteten Erwartungshaltungen dort auch umzugehen.
- 21:590: Das macht eigentlich solche Projekte auch herausfordernd,
- 22:040: anspruchsvoll, aber dann im Ergebnis auch wirklich manchmal faszinierend.
- 22:090: Andreas, das Stichwort "Mitarbeitende" greife ich direkt mal noch auf.
- 22:120: Stephan, ich würde gerne das auch zu dir nochmal rüberspielen:
- 22:160: Wie schafft man denn Vertrauen in KI-Systeme?
- 22:190: Bzw. wie macht man denn greifbar,
- 22:220: inwiefern auch AI
- 22:240: die Rolle von Mitarbeitenden durchaus verändert? Weil das ist ja so.
- 22:280: Ja, das ist eigentlich dieses typische Change Management.
- 22:310: Da gibt es natürlich erstmal den Typus, der,
- 22:340: ich glaube, da gehören Andreas und ich immer dazu,
- 22:360: die immer Bock haben, neue Sachen auszuprobieren.
- 22:390: Wir haben damit überhaupt kein Problem.
- 22:410: Die Befindlichkeit ist eher bei denen, die –
- 22:430: Andreas sagte das ja schon – die Angst haben, dass das irgendwie
- 22:460: vielleicht auf ihre Arbeit zukünftig einen negativen Einfluss hat.
- 22:510: Meine Erfahrung ist ja bestenfalls frühestmöglich,
- 22:530: gerade auch diese Personen, mit einbinden
- 22:570: und aufzeigen, wie dieses ganze AI-Thema einen bei der Arbeit unterstützen kann,
- 23:010: dass man eben nicht sagt: "Pass auf, das ist jetzt das, was du bisher machst,
- 23:050: nur besser",
- 23:060: sondern, dass man sagt: "Pass auf, du kannst es selbst als Instrument nutzen."
- 23:100: Also es ist jetzt nicht etwas, was irgendwas ersetzt, sondern ein Mittel
- 23:130: zum Zweck, was jedem Mitarbeiter ermöglichen sollte,
- 23:170: besser zu werden, sich auf die Kernsachen konzentrieren zu können,
- 23:220: eben auch, ich sage mal, was das Bewerten
- 23:250: von Analysen angeht oder von AI-Ergebnissen,
- 23:290: und das ist eigentlich das, was man schaffen muss.
- 23:310: Es ist nicht einfach und aus meiner Sicht ist dieser Faktor Mensch eigentlich
- 23:370: der Kernbaustein in jedem AI-Thema oder Agentic AI-Thema,
- 23:400: den Rest kriegt man alles hin.
- 23:430: Wäre das auch ein
- 23:440: Aspekt, nämlich die Mitarbeitenden und diese Unsicherheiten anzugehen,
- 23:480: was ihr sagen würdet, das gehört zum Start dazu? Weil
- 23:510: ich würde gerne auch euch beide fragen, wenn ein Unternehmen sagt: "Wir wollen
- 23:560: eben umstellen, wir wollen mehr AI nutzen",
- 23:590: aber noch nicht wissen, wie sie beginnen sollen,
- 24:020: was ist da euer Rat für die ersten Schritte?
- 24:050: Andreas, möchtest du starten und dann Stephan oder?
- 24:080: Sehr gerne.
- 24:090: Also tatsächlich, das Erste ist: Information.
- 24:110: Das Erste ist
- 24:130: auch mal am Anfang zu schauen –
- 24:140: wie gesagt, der Stephan hat es eben schon angedeutet –
- 24:180: im Unternehmen mal zu schauen: Gibt es da eine Gruppe von Leuten, eine Abteilung oder
- 24:220: vielleicht hole ich auch ein paar Leute junge Wilde zusammen,
- 24:250: die Lust haben, so etwas zu machen, also ein Leuchtturmprojekt.
- 24:280: Und da geht es am Anfang auch gar nicht darum,
- 24:290: jetzt das effizienteste Projekt machen oder jetzt irgendwie
- 24:330: das Projekt, das jetzt am meisten Kosten spart, sondern es geht erstmal darum,
- 24:370: Erfahrungen zu machen
- 24:380: und das Zweite ist auch so etwas wie so ein bisschen eine Fehlerkultur,
- 24:410: die wir durchaus in Deutschland haben – was ich sehr positiv finde –
- 24:440: dass man auch Fehler machen darf.
- 24:460: Dass man auch sagen [kann]:
- 24:470: Ja, das hat jetzt auch mal nicht funktioniert oder das war jetzt nicht so
- 24:500: tatsächlich das, was ich am Ende des Tages erreichen wollte.
- 24:530: Aber ich habe unheimlich viel dabei gelernt.
- 24:550: Wir lernen ja mit Fehlern aus Fehlern viel, viel mehr,
- 24:580: als wenn wir vorgesetzte Lösungen bekommen.
- 25:020: Das heißt, das Self-Doing macht da unheimlich viel, Informationen,
- 25:060: also Leute mitholen und auch viel
- 25:100: im Unternehmen informieren, auch gerade am Anfang früh den Betriebsrat einbeziehen.
- 25:150: Ich bin totaler Fan davon.
- 25:160: Ich muss auch sagen, ich komme jetzt aus den Prozess-Messungs-Themen, auch KI.
- 25:200: Am Ende des Tages habe ich ganz selten erlebt, dass solche
- 25:230: Projekte an solchen Dingen scheitern,
- 25:250: nur dann,
- 25:250: wenn das Change Management so ein bisschen so
- 25:280: in der verborgenen Kammer passiert.
- 25:300: Was wir tun müssen, ist – und das ist unsere Empfehlung – viel starten mit:
- 25:340: "Wir müssen verstehen, was wir dort tun."
- 25:370: Und dann im nächsten Schritt dann die entsprechende Technologie
- 25:400: auch auswählen, die mir an der Stelle wirklich was nutzt
- 25:430: und dann kommen wir zu sehr schönen Ergebnissen.
- 25:460: Welchen Rat, Stephan, würdest du Unternehmen mitgeben, die
- 25:490: starten wollen?
- 25:500: Ja, so im Prinzip erstmal das, was natürlich Andreas gesagt hatte.
- 25:530: Absolut richtig.
- 25:540: Informationen hochhalten und dann einfach schnell ans Doing kommen.
- 25:580: Das heißt: Immer Use Case bezogen, Use Cases identifizieren,
- 26:020: zu gucken: Was können auch die Systeme supporten? Wo kann ich was einsetzen?
- 26:060: Und dann so eine Art – die haben wir mal früher die Digitaliserungs-Landkarte [genannt],
- 26:090: hört sich langweilig an – aber einfach mal auflisten, welche Use Cases es gibt
- 26:130: und dann konkret etwas umsetzen,
- 26:150: was vielleicht bestenfalls im Standard möglich ist und dann eben
- 26:180: nach diesen Informationen direkt zu zeigen: "Hört mal, das funktioniert ja" und dann auch immer,
- 26:240: klar, Erwartungs-Management ist so ein Thema bei AI.
- 26:260: Da denkt auch – das ist meine Erfahrung auch manchmal – das Top Management:
- 26:290: "Das kommt ja alles out of the Box, Knöpfchen drücken, dann ist das ja da
- 26:330: und dann können wir 50% der Belegschaft sparen.
- 26:360: Da muss man natürlich auch immer aufpassen.
- 26:380: Das ist schon eigentlich so die erste Wand, gegen die man dann laufen kann.
- 26:420: Also klein anfangen, Use Case identifizieren,
- 26:460: umsetzen oder eben Standard nutzen und dann immer weiter aufbauen.
- 26:500: Worauf muss man bei der Auswahl der Use
- 26:520: Cases achten, Stephan?
- 26:530: Dass das auch ein Mehrwert ist, also nicht so ein Use Case, der überhaupt
- 26:570: nichts mit dem Business zu tun hat.
- 26:580: Also es sollte schon
- 26:590: etwas sein, wo die Leute sagen: "Ja, da kann ich aber richtig was anfangen."
- 27:030: Beispielsweise:
- 27:040: Ich möchte jetzt mit der
- 27:060: Umsatzplanung starten und jetzt will ich irgendwie was
- 27:090: AI-technisches haben, was diesen Umsatz quasi schon vorher ganz gut
- 27:130: prognostiziert, um nicht auf der grünen Wiese anfangen zu müssen.
- 27:170: Also jetzt nicht das ganz Große, sondern ein Kleines oder eben so ein Thema
- 27:210: wie – da haben wir bei Scheer IDS auch unsere Erfahrung mit gemacht:
- 27:230: Ich habe ganz viele HR-Dokumente und ich möchte jetzt mal auch da
- 27:270: meinetwegen einen Chatbot haben oder irgendwie so was AI-spezialisiert,
- 27:310: wo ich einen Suchbegriff irgendwo eingebe
- 27:320: und dann automatisch das Dokument bekomme, wo ich weitere Informationen kriege.
- 27:360: Es muss nicht immer das Große sein, sondern diese kleinen Häppchen,
- 27:390: die schnell umsetzbar sind,
- 27:410: die sind enorm wichtig, um damit zu starten.
- 27:450: Ihr, Stephan, Andreas, seid beides eben
- 27:480: Experten, die auch konkret Unternehmen beraten können.
- 27:520: Ich würde gerne
- 27:520: zum Schluss – es ist ja ein Riesenthema –
- 27:540: gerne, Andreas, dich noch fragen:
- 27:560: Was würdest du sagen,
- 27:570: was können Unternehmen in den ersten 12 bis 24 Monaten erwarten,
- 28:030: wenn sie tatsächlich diesen Mut – den höre ich so raus aus dem, was
- 28:060: ihr beide sagt – auf sich nehmen und diesen Prozess wagen,
- 28:090: der Veränderung zu AI?
- 28:110: Was können sie erreichen? Es ist eine Reise.
- 28:130: Das muss man sich ganz klar machen.
- 28:160: Ich glaube, Künstliche Intelligenz wird in den nächsten Jahren
- 28:190: wirklich eine entscheidende Rolle spielen.
- 28:210: Das war nicht bei allen Technologie-Trends so, die wir in den letzten Jahren hatten.
- 28:250: Aber das wird Unternehmen begleiten und das wird am Ende des Tages durchaus
- 28:300: auch einen Unterschied machen für Unternehmen.
- 28:320: Wer wird das wirklich als Technologie sinnvoll einsetzen?
- 28:360: Und man wird damit einen Wettbewerbsvorteil haben
- 28:380: und ich glaube, da werden die Unternehmen tatsächlich
- 28:410: auch ihren Mehrwert daraus erzielen, dass sie nämlich sagen,
- 28:440: sie können gewisse Dinge besser machen, anders machen.
- 28:490: Auch mit Künstlicher Intelligenz Dinge anders machen, neue Geschäftsmodelle
- 28:540: tatsächlich am Ende des Tages sich auch überlegen
- 28:580: und da passieren dann Dinge, die den Unterschied machen,
- 29:000: und die uns, glaube ich, auch hier in Europa weiterhelfen können.
- 29:030: Weil ich glaube, wir sind innovativ hier in Europa.
- 29:050: Wir haben viele super Ideen, auch gerade in dem klassischen
- 29:100: Maschinenbau zum Beispiel: Branchen, in denen wir wirklich
- 29:130: als "Made in Germany" stark sind.
- 29:150: Da haben wir unheimlich viele findige
- 29:180: Ingenieure, findige Softwerker, die dort etwas machen können,
- 29:210: und das können die Unternehmen dann auch erwarten,
- 29:230: diese Power nutzen mit der Kombination dieser neuen Technologie
- 29:270: und das ist wirklich eine völlig neue Art, mit Daten umzugehen,
- 29:320: die jetzt erst möglich gemacht wurde
- 29:340: durch die ganzen technischen Entwicklungen,
- 29:350: durch die ganze Rechenpower, die ich habe.
- 29:370: Man erfährt ja jetzt im Moment, was für riesige Rechenzentren dort gebaut werden
- 29:410: und das ist für uns eine Riesenchance
- 29:430: und das ist auch für Unternehmen eine Riesenchance.
- 29:450: Die gilt es zu ergreifen.
- 29:470: Man muss aber fairerweise sagen, das war schon immer so, also Chancen zu ergreifen
- 29:510: auf dem Markt, mit Technologie, mit neuen Kundengruppen, mit neuen Ideen.
- 29:560: Ich glaube, das ist etwas, was erfolgreiche Unternehmen auszeichnet,
- 29:590: und das macht einfach Spaß,
- 30:010: an so etwas teilzuhaben. Das macht neugierig auf die Zukunft.
- 30:040: Andreas und Stephan, ich könnte dich auch sehr viel
- 30:060: noch genauso wie Andreas weiter fragen,
- 30:080: aber vielleicht zum Abschluss:
- 30:090: Hast du einen Anwendungsfall, bei dem du selbst auch überrascht warst,
- 30:130: wie schnell auch
- 30:140: tatsächlich so ein Mehrwert entstehen kann,
- 30:160: den du uns vielleicht noch ein bisschen mitgeben kannst als Beispiel?
- 30:190: Ja, ein Fall ist so ein Thema Umsatzplanung.
- 30:220: Also Planung ist immer so ein Prozess, wo alle Unternehmen
- 30:260: die Schwierigkeiten haben, wenn man da AI-unterstützt reingeht,
- 30:290: das ist eigentlich ein Quick Win. Da braucht man auch nicht unbedingt
- 30:320: sehr viel für.
- 30:330: Also das kriegt man eigentlich ganz gut hin. Das haben wir jetzt ein paar Mal gemacht.
- 30:370: Das ist immer so ein
- 30:380: Anwendungsfall, wo man gut rein kann, und eben out of the Box,
- 30:410: wenn ich eben dieses Thema habe
- 30:420: wie Public Cloud, dann Joule aktivieren und zum Laufen bringen.
- 30:450: Wenn man da die 1-2 technischen Hürden genommen
- 30:470: hat, da hat man direkt den Mehrwert. Entwicklung wäre ein anderer Fall –
- 30:510: jetzt liste ich schon einige auf – aber auch da
- 30:540: hat man mit Joule enorme Unterstützung im SAP BTP-Umfeld,
- 30:570: auch wenn ich Richtung Analytics gehe.
- 30:590: Also da kann ich nur Werbung für machen.
- 31:000: Und ja, mein Motto "einfach mal machen",
- 31:030: also nicht versuchen, eine Ausrede zu finden, sondern loslegen und dann eben
- 31:090: kann man da auch sehr schnell wirklich da die ersten Erfolge erzielen.
- 31:130: Sagt Stephan Jacobs, Head of Business Analytics, und
- 31:160: Dr. Andreas Kronz, Head of Process and Management
- 31:190: Consulting AI und Partnership der Scheer IDS.
- 31:220: Ich danke euch beiden, dass wir in dieses
- 31:240: große Thema eintauchen konnten mit eurer Expertise.
- 31:270: Macht's gut. Tschüss. Vielen Dank. Danke.
- 31:320: Das war re:invented, der Business Podcast von Scheer IDS.
- 31:370: Mehr Impulse, Best Practices und Hintergründe finden Sie auf scheer-ids.de.
- 31:430: Wenn Sie wollen, hören wir uns in der nächsten Folge wieder.
- 31:450: Bis dahin machen Sie es gut.