Latest / ntv Wirtschaft / Größenwahn oder Strategie? Gamestop greift nach Ebay
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- Willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Wir beginnen mit einer Nachricht, bei der man zweimal lesen muss, um sie zu glauben. GameStop, vielen noch bekannt als der Videospielhändler aus der Fußgängerzone, will eBay übernehmen. Ja, genau, den deutlich größeren E-Commerce-Konzern. GameStop bietet 125 Dollar je Aktie. Insgesamt würde das den Deal auf rund 56 Milliarden Dollar bringen. GameStop-Chef Ryan Cohen verfolgt dabei ein klares Ziel. Er will aus beiden Unternehmen gemeinsam einen ernsthaften Konkurrenten für Amazon formen. Und er macht auch keinen Hehl daraus, dass er selbst an der Spitze dieses neuen Konzerns stehen will. Spannend ist dabei vor allem die Frage, woher kommt eigentlich das Geld? Cohn hat nach eigenen Angaben bereits eine Kreditzusage über rund 20 Milliarden Dollar. Aber selbst damit bleibt ein großer Teil der Finanzierung offen. Und das zeigt schon, dieser Plan ist ambitioniert, vielleicht sogar riskant. Frank Mayer hat darüber mit dem Kapitalmarkt-Strategen von Akatis, Stefan Risse, gesprochen. GameStop will Ebay kaufen. Du musst dich schon dreimal hingucken, um es einmal zu verstehen. Ich auch. Vor allem GameStop habe ich so gedacht, die waren doch ökonomisch eigentlich am Ende. Deswegen sind sie doch immer short verkauft worden. Also haben so viele auffallende Kurse spekuliert. Aber das ist nicht nur, was die Kurse betrifft. Das ist fundamental eine echte Turnaround-Story. Die machen mittlerweile Gewinne. Vor allem haben die 9,4 Milliarden in der Kasse, weil sie immer, wenn die Kurse hochgejubelt wurden, weil sie irgendwelche Privatanleger in Foren verabredeten, die Aktien zu kaufen, Kapitalhöhungen gemacht haben und so das Geld eingesammelt. Aber die 9,6 Milliarden reichen nicht aus. TD Securities schießt auch noch 20 Milliarden an Kredit zu. Und eBay wäre 55,5 Milliarden groß. Viermal so groß wie GameStop. Allein das ist schon eine Story. Erinnert einen so ein bisschen an damals Porsche, die VW übernehmen wollten. Der David, der den Goliath versucht zu fressen, ist hier genauso. Wenn man mal zusammenrechnet, die 9,4 Milliarden, dann haben wir noch 20 Kredit. Reicht ja nicht für 55. Das heißt, man macht es nicht nur bar. Man macht die Hälfte in GameStop-Aktien und die Hälfte in bar. Das ist die Idee für den Deal. Und so will GameStop im Grunde ein neues Geschäftsmodell machen, weil die haben diese Shops. Und ich ganz ehrlich, Computerspiele lade ich mir runter. Da gehe ich nicht mehr hin und kaufe so eine CD. Das ist ja nach wie vor, auch wenn die das Ding saniert haben, GameStop, ein Anachronismus. Und jetzt wird das aber dann so eine Art eBay-Annahmestelle. Du machst das also ganz modern mit dem Gaming. Na ja gut, Stefan, wenn man an der Börse steht, das kennst du ja, da muss man dreimal um die Ecke denken und die Wurzel draus ziehen. Meine Idee ist, GameStop sucht sich ein neues Geschäftsmodell. Und das versuchen sie tatsächlich eben mit Ebay umzusetzen, indem sie ihre Shops nutzen, wo die Leute dann hingehen können. Und jetzt kommt der Clou, über Ebay werden ja Sammelkarten und solche Dinge verkauft, oft wohl gefälscht. Und in diesen Shops sollen dann ausgebildete Mitarbeiter eben prüfen können, ob die Pokémon-Karte, die dafür 200 Dollar verkauft hat, auch eine echte Pokémon-Karte ist. Aber ich dachte, auf Ebay werden auch andere Sachen verkauft, außer Pokémon-Karten. Ja, und vielleicht kann ich die Sachen auch dahin bringen. Das ist in der Tat ja früher immer schon mal die Idee gewesen, auch von Dienstleistern eBay Annahme stellen zu werden, als eBay noch eines der Internetunternehmen waren. Das ist eine große Rolle, wenn man es mit Amazon vergleicht, ist ja eBay eine ganz, ganz traurige Geschichte. Die waren ja mal so gleich auf, kann ich mir hier erinnern, vor 25 Jahren und Amazon ist dann durchgestartet wie verrückt. Und das PayPal rausgekommen aus eBay, die haben sie abgespaltet. Genau, also eBay ist im Grunde ein furchtbar erfolgloses Geschäftsmodell, wenn man sich überlegt, wie die gestartet sind damals. Da war ja auch so ein Hype um diese Versteigerungen. Das ist ja völlig weg. Das hat ja auch so einen Gamification-Faktor. Jetzt ist es irgendwie eine Verkaufsplattform geworden und da aber eben sehr, sehr klein gegenüber anderen. Aber wenn ich jetzt Annahmestellen habe, ich muss das Zeugs nicht mehr verpacken, ich kann es da hinbringen in diesen GameStop-Store, Ja, dann hat möglicherweise GameStop ein neues Geschäftsmodell und Ebay auch wieder andere Möglichkeiten, nämlich dass Sie und ich, dass wir da Sachen verkaufen, ohne dass wir das verpacken müssen und zur Post rennen. Hat denn Ebay eine Chance, nicht von dem vierfach kleineren geschluckt zu werden? Werden die sich Ebay? Das wird interessant, ob wir da Gegenwehr sehen, denn eins ist ganz klar, dieses zukünftige Unternehmen wird eben mit 20 Milliarden verschuldet sein und davor wird eben auch gewarnt, da ist ein extremer Leverage jetzt drin und für die 20 Milliarden muss man eben auch Zinsen beraten. Ja, 3, 2, 1, dein. Dankeschön, Stefan Risse. Wir bleiben noch in den USA. Von dort hat sich mal wieder US-Präsident Trump mit neun Zolldrohungen gemeldet. Offiziell richten sich Trumps neue Zölle gegen Europa insgesamt. Doch Experten sehen vor allem Deutschland im Visier. Ferdinand Dudenhöfer vom Center Automotive Research spricht sogar vom möglichen Beginn eines Wirtschaftskriegs gegen Deutschland. Seine Berechnung zeigt, allein die zusätzliche Belastung für die Autoproduktion in Deutschland könnte bei rund 2,5 Milliarden Euro pro Jahr liegen. Und das ist noch nicht alles. Wie Europa darauf reagieren kann und ob ein neuer Handelskonflikt droht, darüber hat Gesa Eberl mit Bernd Lange, dem Vorsitzenden des Handelsausschusses im Europäischen Parlament, gesprochen. Wenn die USA diese Zölle jetzt tatsächlich umsetzen, was passiert in den nächsten 48 Stunden, auch wenn es nächste Woche angekündigt ist, konkret auf EU-Seite? Naja, wir werden genau diese Maßnahmen erstmal bewerten. Bisher ist es ja nur eine Ankündigung von Präsident Trump. Und wir wissen, in den vergangenen Monaten hat er ganz viele Sachen angekündigt. Auch ja schon mal eine generelle Erhöhung von den jetzt gültigen 10% auf 15% ist aber nicht gekommen. Also wir warten erst mal ab, was wirklich die USA dann rechtlich bindend auf den Markt bringen wird. Zum Zweiten ist zu sagen... Dass das ein Brechen des Deals, den wir mit den USA in Schottland im letzten Jahr geschlossen haben. Und insofern werden wir das unter diesem Gesichtspunkt auch bewerten und gucken, welche Werkzeugmittel wir dann einsetzen werden. Es kann nicht sein, dass wir immer wieder durch unvorausschaubare Elemente in unserer wirtschaftlichen Entwicklung, gerade auch was Investitionstätigkeit anbetrifft, eingeschränkt wird. Da muss Stabilität her. Und Herr Lange, diese Ankündigung, trifft die vor allem Deutschland oder ist das ein Angriff auf die gesamte europäische Industriepolitik? Nein, ich glaube, Sie haben völlig recht. Das ist im Wesentlichen ein zusätzlicher Angriff auf die deutsche Industrie. Wir haben ja schon gesehen, diese Truppenabzugsandrohungen und jetzt noch mal diese Zölle, die fast zu 90% deutsche Autos treffen, ist klar ein Signal, dass Herr Trump mit der deutschen Politik, auch mit dem Bundeskanzler nicht einverstanden ist. Und dann ist es sehr emotional wieder zu dieser Androhung gekommen. Also hier ist wirklich Deutschland im Fokus, ein paar andere Länder sicherlich auch. Aber das kann eben keine Politikgrundlage sein. Wir müssen wirklich Stabilität in den Beziehungen hinkriegen und nicht abhängig sein von punktuellen emotionalen Entscheidungen. Jetzt verhandeln Sie ja aber seit Jahren mit den USA. Hat Europa Trump denn da womöglich zu lange gewähren lassen? Wir haben kein Interesse an einer Eskalation. Überhaupt nicht, weil das schadet natürlich auch den Handelsbeziehungen und den Investitionsentscheidungen. Deswegen versuchen wir wirklich, eine Basis zu finden, auf der wir uns verständigen können. Und da sind wirklich im Moment die USA im Spielfeld. Sie müssen garantieren, dass sie auch die Abmachung von Schottland im letzten Jahr einhalten. Und dann können wir auch wirklich wieder gemeinsam eine Zukunft entwickeln. Aber dazu braucht es eben auch eine klare Ansage aus den USA. Und die haben wir seit einem Jahr eben nicht bekommen. Nichtsdestotrotz, wir exportieren fast 20 Prozent unserer Güter in die USA aus Deutschland. 57 Prozent davon sind Autos, Maschinenbau und Pharma. Deswegen ist das für uns wirklich zentral, dass wir hier eine stabile wirtschaftliche Zukunft haben. Deswegen, auch wenn es manchmal frustrierend ist, versuche ich immer wieder, hier eine Möglichkeit aufzutun. Eskalation ist keine Perspektive. Aber wenn es nicht geht, müssen wir uns auch wehren. Das sind deutliche Worte des Vorsitzenden des Handelsausschusses im EU-Parlament, Bernd Lange. Vielen Dank für unser Gespräch und Ihre Einordnung. zu, Herr Lange. Für unser nächstes Thema geht's zurück nach Europa. Hier tobt seit Wochen ein Übernahmekampf zwischen der italienischen Unikredit und der Commerzbank. Die italienische Großbank Unikredit macht ernst und hat sich jetzt die nötige Rückendeckung ihrer Aktionäre gesichert. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung stimmen die Anteilseigner einer Kapitalerhöhung von bis zu 6,7 Milliarden Euro zu. Damit schafft sich die Bank die Grundlage für ein offizielles Übernahmeangebot, das bald folgen soll. Für Deutschland ist dieser Deal hochsensibel. Die Commerzbank gehört zu den wichtigsten Instituten des Landes und der Staat ist noch immer beteiligt. Unikredit sieht klare Vorteile. Mehr Geschäft mit dem Mittelstand in Deutschland und vor allem Einsparungen. Interne Pläne sehen vor, dass rund 7000 Stellen in Deutschland wegfallen. Wie realistisch diese Übernahme ist und welche Folgen sie hätte, darüber hat Raimund Brichter mit Christoph Schallast von der Frankfurt School of Finance and Management gesprochen. Ja, die Commerzbank, die bleibt unabhängig, trotz der Versuche der Unikredit. Das zumindest ist die These von Christoph Schallast. Herr Schallast, was macht Sie so sicher? Ich glaube, weil die Commerzbank einfach doch ein paar ganz kluge Schachzüge in diesem feindlichen Übernahmekampf machen kann. So ein paar, wir nennen das Preußenpilz, Giftpillen, die sie noch hat. Und insbesondere kann sie ja jetzt reagieren auf das heute passiert ist, indem sie am 8. Mai ihre eigenen Ziele, ihre Zahlen vorstellt. Und da wird, glaube ich, schon was Spannendes geschehen. Was wird da geschehen? Ihre eigenen Zahlen, die sind doch auch mehr oder weniger erwartbar, oder nicht? Ja, aber das Entscheidende sind die Ziele, die sie sich selbst setzen, weil sie müssen ja jetzt den Preis hochtreiben. Das jetzige Angebot ist unattraktiv und man muss jetzt den Preis weiter nach oben treiben, damit es noch unattraktiver wird, für die Unikredit zu übernehmen. Auf der anderen Seite bleibt das ja ein gutes Geschäft, weil die Unikredit besitzt ja fast 30 Prozent der Aktien. Also ein spannendes Pokerspiel. Also welche Giftpillen wird es denn noch geben? Also ich glaube, eine entscheidende, in Anführungsstrichen Giftpille, ist auf jeden Fall ambitionierte Ziele. Das andere ist aber die 12 Prozent Beteiligung des Bundes. Der Bund hat ja bisher relativ defensiv agiert. Der Bund hat aber viele Möglichkeiten. Herr Merz ist ja in letzter Zeit immer wieder angesprochen worden, ob er nicht vielleicht mal als Bundeskanzler bei der italienischen Ministerpräsidentin sich melden sollte oder ähnliches. Und das machen ja andere Regierungschefs in vergleichbaren Situationen, auch ohne, dass sie 12 Prozent der Anteile haben. Ich glaube, da ist doch einiges möglich. Also Ziel der Commerzbank auf jeden Fall, den Preis hochzutreiben. Unbedingt. Aber das muss ja nicht unbedingt den Deal dann tatsächlich verhindern. Er wird nur teurer für Unikredit. Er wird immer teurer. Und Unikredit hat ja selbst schon die ganzen Risiken dieses Deals publiziert, hat gesagt, dass die Synergien, die Sie sehen, möglicherweise gar nicht verwirklicht werden können. Je teurer es wird, umso komplizierter wird es sein, daraus ein gutes Deal zu machen. Und das ist eine kluge Strategie zur Verteidigung. Aber da waren es nicht mehr oder weniger Vorsichtsmaßnahmen. Das war ja zur Einladung zur Hauptversammlung. Da muss man die Risiken hier ansprechen. Das ist ja normal, das schreibt ja auch das Gesetz vor. Aber die Frage ist, ob Unigret wirklich daran glaubt, dass diese Risiken dann auch virulent werden. Also Sie können nicht daran glauben, sonst würden Sie die Strategie nicht fahren. Aber auf der anderen Seite zeigen viele Übernahmen, Zum Beispiel auch die Übernahme der Dresdner Bank, dass die Risiken immer unterschätzt werden. Und das sollte man nicht vergessen, wenn man einer solchen Transaktion. Was ist aus Ihrer Sicht denn kurzfristig zu warten? Morgen, ich meine, der Unikredit hat ja schon ein Übernahmeangebot angekündigt, reiner Aktientausch. Muss nicht, wenn das morgen konkretisiert wird, dann eine Barkomponente rein? Es wird sicherlich eine Barkomponente reinkommen, aber das Angebot wird unattraktiv bleiben. Insbesondere für institutionelle Anleger. Die können ja nicht Geld verschenken, die können ja nicht unter den Kurs gehen. Das heißt also, das ist jetzt alles noch Teil dieses Pokerspiels oder Schachspiels, wie Sie es nennen wollen. Das heißt, der entscheidende Schritt ist noch lange entfernt. Also jetzt noch unattraktiv bleiben und dann vielleicht im Zuge von Verhandlungen immer wieder aufstocken, das Angebot? Da müsste sich aber die Unikredit ein bisschen bewegen. Müsste der Commerzbank entgegenkommen, damit wirklich Gespräche entstehen. Die jetzige Situation der feindlichen Übernahme ist ja dadurch entstanden, dass man nicht wirklich miteinander spricht. Genau, das ist ja ein Thema. Und das ist aber auch ein Thema der handelnden Personen. Nehmen wir an, Unikredit würde den Vorstandschef austauschen. Wäre dann die Chance größer, um zum Zuge zu kommen bei der Commerzbank? Ich kann mir nicht vorstellen, dass das geschieht. Weil diese Transaktion, dieser Versuch an Übernahme, wird geprägt von der Persönlichkeit von Orsel. Und wenn er ausgetauscht würde, würde, glaube ich, die ganze Transaktion beendet werden. Von daher, er bleibt im Spiel. Und er wird auch versuchen zu siegen. Weil das gehört auch dazu. Das ist ja auch etwas wie Sieg und Niederlage. Und er ist da, glaube ich, eine Persönlichkeit, die gerne siegen möchte. Orsel wird scheitern. Das ist mein Christoph Hallest. Ganz herzlichen Dank für Ihre Einschätzung. Danke. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.