Latest / Status 3 / Folge 5: Sachgebiet Medizinische Versorgung
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- 0:03Marie Leistikow: Also wir pflegen den nicht bestrafenen Umgang mit Fehlern grundsätzlich.
- 0:07Marie Leistikow: Das machen wir schon jahrelang.
- 0:09Marie Leistikow: Und
- 0:09Marie Leistikow: wir möchten gerne, dass das weiter ausgebaut wird, also dass die Leute sensibilisiert werden.
- 0:17Michael (Mike) Stanley: Moin zusammen und herzlich willkommen zu einer neuen Folge Status 3.
- 0:21Michael (Mike) Stanley: Mein Name ist Michael Stanley und ich bin sozusagen die Stimme zum Podcast.
- 0:25Michael (Mike) Stanley: Heute haben wir ein spannendes Interview mit Marie Leistikow
- 0:28Michael (Mike) Stanley: vorbereitet
- 0:29Michael (Mike) Stanley: zum Thema Governance und wie das praktisch aussehen kann in einem Rettungsdienstbereich.
- 0:33Michael (Mike) Stanley: Aber vorher noch zwei kurze Punkte.
- 0:36Michael (Mike) Stanley: Ihr habt vielleicht im letzten Monat die Folge schon gehört zur Analgesie im Rettungsdienst mit Simon.
- 0:41Michael (Mike) Stanley: Da ging es unter anderem um das Projekt analgesieatlas.
- 0:45Michael (Mike) Stanley: de.
- 0:46Michael (Mike) Stanley: Und in der Zwischenzeit hat sich da ein bisschen was getan, wie ihr vielleicht schon gemerkt habt.
- 0:50Michael (Mike) Stanley: Analgesieatlas.
- 0:51Michael (Mike) Stanley: de
- 0:52Michael (Mike) Stanley: ist sozusagen umgezogen.
- 0:54Michael (Mike) Stanley: Wir als Deutscher Berufsverband
- 0:56Michael (Mike) Stanley: Rettungsdienst haben.
- 0:58Michael (Mike) Stanley: Den IT-Support
- 0:59Michael (Mike) Stanley: übernommen für den Simon
- 1:01Michael (Mike) Stanley: und führen das Projekt mit ihm zusammen weiter.
- 1:04Michael (Mike) Stanley: Das heißt, analgesieatlas.
- 1:06Michael (Mike) Stanley: de
- 1:07Michael (Mike) Stanley: wird einfach nur weiterleiten auf
- 1:09Michael (Mike) Stanley: einen dbrd
- 1:10Michael (Mike) Stanley: -Link.
- 1:11Michael (Mike) Stanley: Weil es für unsere IT einfacher ist, das Ganze sozusagen im DBRD-Kosmos fortzuführen, statt eine neue Seite auf analysiertlas.
- 1:19Michael (Mike) Stanley: de aufzusetzen.
- 1:20Michael (Mike) Stanley: Die Darstellung hat sich dadurch geändert.
- 1:22Michael (Mike) Stanley: Ich finde, sie ist ein bisschen
- 1:23Michael (Mike) Stanley: schicker geworden, ein bisschen filigraner geworden, ist vor allem auch auf Handys und auf verschiedenen Endgeräten ein bisschen schneller darstellbar, schöner darstellbar.
- 1:33Michael (Mike) Stanley: Und wir können so auch möglicherweise in der Zukunft auch andere Themen
- 1:37Michael (Mike) Stanley: grafisch so aufarbeiten.
- 1:39Michael (Mike) Stanley: Simon unterstützt uns, wie gesagt, auch weiterhin.
- 1:41Michael (Mike) Stanley: Das ist nach wie vor in meinem Kopf auch nach wie vor sein Projekt.
- 1:45Michael (Mike) Stanley: Und
- 1:46Michael (Mike) Stanley: die Daten, also die Tabelle, die er erstellt hat, die werden auch wieder verfügbar gemacht.
- 1:50Michael (Mike) Stanley: Das heißt,
- 1:51Michael (Mike) Stanley: es wird auch bei uns dann herunterladbar sein und auswertbar sein für alle, die das gerne möchten.
- 1:57Michael (Mike) Stanley: Da hängen wir nur ein bisschen hinterher mit unserem Zeitplan, was die IT angeht, aber das wird kommen, genauso wie auch in Kürze wieder ein
- 2:04Michael (Mike) Stanley: Formular verfügbar sein wird, wo
- 2:07Michael (Mike) Stanley: Fehler, Veränderungen
- 2:09Michael (Mike) Stanley: gemeldet werden können.
- 2:10Michael (Mike) Stanley: Wenn man sich eben auf der Karte sich umschaut und sagt: Ah, Moment mal, das ist doch mein Rettungsdienstbereich, da weiß ich doch, dass das ein bisschen anders aussieht, als wie es dargestellt ist.
- 2:19Michael (Mike) Stanley: Und
- 2:20Michael (Mike) Stanley: selbstverständlich auch, es gibt noch ein paar wenige graue
- 2:23Michael (Mike) Stanley: Bereiche, wo uns also Informationen fehlen.
- 2:25Michael (Mike) Stanley: Wenn ihr dort arbeitet
- 2:26Michael (Mike) Stanley: und sagt, Mensch, da kann ich da noch was beisteuern, dann auch dort könnt ihr selbstverständlich dann in Zukunft wieder über das Formular.
- 2:34Michael (Mike) Stanley: Die Information einreichen.
- 2:36Michael (Mike) Stanley: Wir
- 2:37Michael (Mike) Stanley: haben
- 2:37Michael (Mike) Stanley: farblich auch die Darstellung ein bisschen verändert.
- 2:40Michael (Mike) Stanley: Wir haben uns für verschiedene Grüntöne entschieden.
- 2:43Michael (Mike) Stanley: Als
- 2:44Michael (Mike) Stanley: zum einen positive Farbe und zum anderen ist es ja auch dieses DBRD-Grün.
- 2:49Michael (Mike) Stanley: Und unser Fokus liegt jetzt aber auf der Vorhaltung von Energetika im Rettungsdienst, beziehungsweise
- 2:54Michael (Mike) Stanley: im Rettungswagen.
- 2:56Michael (Mike) Stanley: Denn
- 2:57Michael (Mike) Stanley: ob jetzt die Maßnahmen als Delegation
- 3:00Michael (Mike) Stanley: verfügbar sind oder ob die Not dann
- 3:02Michael (Mike) Stanley: nach
- 3:02Michael (Mike) Stanley: 2a handeln, wie es ja teilweise in Bayern ist
- 3:05Michael (Mike) Stanley: oder vollständig in Rheinland
- 3:07Michael (Mike) Stanley: -Pfalz
- 3:08Michael (Mike) Stanley: ist.
- 3:08Michael (Mike) Stanley: Ist aus meiner Sicht nebensächlich.
- 3:11Michael (Mike) Stanley: Da habe ich auch ein bisschen mit Simon drüber gesprochen, beziehungsweise sogar ein bisschen diskutiert drüber im letzten Podcast.
- 3:15Michael (Mike) Stanley: Und unser Ansatz ist einfach, dass wir sagen, wir stellen jetzt erstmal dar, was wird vorgehalten.
- 3:21Michael (Mike) Stanley: Wenn man aber mit dem Mauszeiger
- 3:22Michael (Mike) Stanley: über
- 3:23Michael (Mike) Stanley: die einzelnen Bereiche geht, sieht man auch nach wie vor, was nach 2a
- 3:26Michael (Mike) Stanley: delegiert ist.
- 3:27Michael (Mike) Stanley: Das heißt, die Information ist auch weiterhin dort und wird natürlich auch in der Tabelle, wenn sie wieder runterladbar ist, auch dort weiterhin nachvollziehbar sein.
- 3:35Michael (Mike) Stanley: Unser Versuch mit den Punkten war es,
- 3:38Michael (Mike) Stanley: sozusagen
- 3:39Michael (Mike) Stanley: Rettungsdienstbereiche zu belohnen, die zum einen potenter
- 3:42Michael (Mike) Stanley: Energetiker vorhalten und zum anderen auch eine Auswahl
- 3:46Michael (Mike) Stanley: Energetiker vorhalten.
- 3:47Michael (Mike) Stanley: Wir hatten ja in der letzten Folge auch schon beleuchtet, dass eine gewisse Auswahl, eine gewisse Anzahl an Pfeile
- 3:53Michael (Mike) Stanley: im Köcher wahrscheinlich hilfreich ist, um alle unsere Patienten
- 3:57Michael (Mike) Stanley: gut
- 3:58Michael (Mike) Stanley: energetisch versorgen zu können.
- 4:00Michael (Mike) Stanley: Wenn
- 4:00Michael (Mike) Stanley: ihr eine bessere Idee habt, wie man das punktemäßig machen kann, ohne dass man anfangen muss, irgendwie die Wurzel zu ziehen oder eine
- 4:07Michael (Mike) Stanley: Potenz zu nehmen, sondern wenn ihr eine relativ simple Idee habt, wie man das besser rechnen kann,
- 4:13Michael (Mike) Stanley: oder
- 4:13Michael (Mike) Stanley: besser darstellen kann, dann lasst es mich gern wissen unter podcast at dbrd.
- 4:17Michael (Mike) Stanley: de.
- 4:18Michael (Mike) Stanley: Der zweite kurze Punkt vorneweg
- 4:20Michael (Mike) Stanley: ist das Thema vertrauliche Geburt.
- 4:23Michael (Mike) Stanley: Die Nancy, die bei uns das Social Media managt beim DBRD, hat ja einen kleinen Beitrag gemacht vor ein paar Tagen zum Thema vertrauliche Geburt.
- 4:32Michael (Mike) Stanley: Und
- 4:33Michael (Mike) Stanley: dabei ist festgestellt worden, dass das doch immer wieder noch für Unsicherheiten sorgt beim Rettungsfachpersonal, weil das doch sehr selten ist
- 4:41Michael (Mike) Stanley: und
- 4:42Michael (Mike) Stanley: vielleicht auch kein Schwerpunkt war in der Ausbildung oder in der Fortbildung.
- 4:45Michael (Mike) Stanley: Und zwar vielleicht in aller Kürze nur nochmal der Hinweis, dass eine werdende Mutter grundsätzlich zu jedem Zeitpunkt ihrer Schwangerschaft, auch noch kurz vor der Geburt, sich entscheiden kann.
- 4:57Michael (Mike) Stanley: Das
- 4:57Michael (Mike) Stanley: Konstrukt der vertraulichen Geburt wahrzunehmen.
- 5:01Michael (Mike) Stanley: Und für uns im Rettungsdienst ist eigentlich nur wichtig, dass wir dann verstehen,
- 5:05Michael (Mike) Stanley: Dass die Mutter sich ein Pseudonym ausdenkt, unter dem sie geführt wird, und ein Pseudonym ausdenkt für das Kind, wenn es denn geboren
- 5:13Michael (Mike) Stanley: ist.
- 5:14Michael (Mike) Stanley: Und
- 5:14Michael (Mike) Stanley: wir ausschließlich das Pseudonym dokumentieren und in unserer ganzen Papierlage nutzen
- 5:20Michael (Mike) Stanley: für Mutter und für Kind.
- 5:22Michael (Mike) Stanley: Und natürlich auch einmal im Protokoll dokumentieren, dass es sich um eine vertrauliche Geburt handelt.
- 5:27Michael (Mike) Stanley: Ansonsten findet die Versorgung ganz normal statt und bei der Übergabe im Krankenhaus sollte man auch darauf hinweisen, dass es eine vertrauliche Geburt ist
- 5:34Michael (Mike) Stanley: und auch dort nur das Pseudonym verwenden.
- 5:37Michael (Mike) Stanley: Das Ganze wird dann
- 5:39Michael (Mike) Stanley: ziemlich einfach abgerechnet durch die Abrechnungsabteilung, indem die formlos
- 5:43Michael (Mike) Stanley: eine Rechnung schicken
- 5:44Michael (Mike) Stanley: unter Angabe
- 5:45Michael (Mike) Stanley: des Pseudonyms.
- 5:47Michael (Mike) Stanley: an
- 5:48Michael (Mike) Stanley: das Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben
- 5:52Michael (Mike) Stanley: und dann
- 5:53Michael (Mike) Stanley: zahlt dieses Bundesamt die Rechnung des Rettungsdienstes und natürlich auch die Rechnung des Krankenhauses.
- 5:59Michael (Mike) Stanley: Wenn
- 5:59Michael (Mike) Stanley: euch das schon bekannt war, dann sprecht gerne mit euren Kolleginnen darüber.
- 6:03Michael (Mike) Stanley: Und wenn ihr in einer Rettungsdienstschule arbeitet, dann schaut gerne, dass das auch
- 6:07Michael (Mike) Stanley: Regelmäßig Teil der Außen und Fortbildung ist, damit da möglichst alle Bescheid wissen. Es
- 6:12Michael (Mike) Stanley: ist ja eigentlich gar nicht so viel, was wir berücksichtigen müssen im Rettungsdienst, außer dass wir eben nicht die Krankenkassenkarte durchziehen. Dann
- 6:18Michael (Mike) Stanley: wäre natürlich das sinnlos mit dem Pseudonym.
- 6:20Michael (Mike) Stanley: sondern
- 6:21Michael (Mike) Stanley: um die Anonymität der Mutter zu wahren, da eben nur das Pseudonym verwenden.
- 6:26Michael (Mike) Stanley: Auch dort wird es weitere Links zu weiteren Informationen in den Shownotes geben
- 6:30Michael (Mike) Stanley: Und damit kommen wir auch schon zu unserem Interview mit Marie.
- 6:37Michael (Mike) Stanley: Marie, herzlich willkommen zum Podcast Status 3.
- 6:40Michael (Mike) Stanley: Vielen Dank, dass du bei diesem Interview mitmachst.
- 6:42Michael (Mike) Stanley: Stell dich doch gerne mal selbst vor.
- 6:44Marie Leistikow: Vielen Dank, dass ich dabei sein darf.
- 6:46Marie Leistikow: Ich bin Marie Leistiko, bin 31 Jahre alt, Notfallsanitäterin und im Sachgebiet medizinische Versorgung beim Rettungsdienstkreis Nordfriesland seit Februar 2025.
- 6:56Michael (Mike) Stanley: Sehr cool, und
- 6:58Michael (Mike) Stanley: jetzt für Leute, die das nicht so einordnen können, kannst du kurz sagen, was macht denn ein Sachgebiet Rettungsdienst?
- 7:04Marie Leistikow: Das Sachgebiet medizinische Versorgung ist mit mehreren Leuten besetzt.
- 7:08Marie Leistikow: Wir kümmern uns um Qualität und Standard in der Patientenversorgung, um Aus und Fortbildungsmanagement.
- 7:14Michael (Mike) Stanley: Okay, und jetzt stellt sich ja mir die Frage, das klingt ja wie so eine Rettungsdienstleitung, so ein bisschen, oder
- 7:20Michael (Mike) Stanley: ist das was anderes?
- 7:22Michael (Mike) Stanley: Das
- 7:22Marie Leistikow: ist was anderes.
- 7:24Marie Leistikow: Also die Rettungsdienstleitung übernehmen wir nicht.
- 7:27Marie Leistikow: Wir übernehmen lediglich die Patientenversorgung und
- 7:30Marie Leistikow: Fort und Ausbildung der Mitarbeitenden im Einsatzdienst.
- 7:33Marie Leistikow: Und
- 7:34Marie Leistikow: sind auch nicht disziplinarische Vorgesetzte, sondern nur
- 7:38Marie Leistikow: in unserem Bereich, im Bereich Medizin, Patientenversorgung und Aus
- 7:42Marie Leistikow: und Fortbildung.
- 7:43Michael (Mike) Stanley: Okay, und wie sieht es praktisch bei euch aus?
- 7:46Michael (Mike) Stanley: Was machst du dann alltäglich, wenn du nicht auf dem RTW arbeitest?
- 7:50Marie Leistikow: Wenn ich nicht auf dem RTW arbeite, kümmere ich mich um in
- 7:53Marie Leistikow: und externes Beschwerdemanagement.
- 7:55Marie Leistikow: Über unser Meldewesen oder Beschwerden von extern.
- 7:59Marie Leistikow: Kümmere mich um die Pflege
- 8:00Marie Leistikow: von Daten
- 8:01Marie Leistikow: vom Reanimationsregister zum Beispiel
- 8:04Marie Leistikow: oder um die Auswertung von Protokollen
- 8:06Marie Leistikow: und kommuniziere
- 8:08Marie Leistikow: mit den Mitarbeitenden im Einsatzdienst.
- 8:11Michael (Mike) Stanley: Ja, spannend.
- 8:11Michael (Mike) Stanley: Und das heißt, wenn du jetzt sagst, du wertest die Protokolle aus, so statistisch im Sinne von, du guckst jetzt, wie oft wurde ein Medikament gegeben im Kreis, oder geht es auch darum, dass du dir einzelne Protokolle anguckst nach Dokumentationsqualität oder Versorgungsqualität?
- 8:25Marie Leistikow: Ich
- 8:26Marie Leistikow: werte
- 8:27Marie Leistikow: grundsätzlich alle Protokolle aus.
- 8:29Marie Leistikow: Schaffe natürlich nicht alle Protokolle.
- 8:31Marie Leistikow: Das ist nämlich eins unserer Ziele.
- 8:34Marie Leistikow: Also
- 8:34Marie Leistikow: Ich mache circa
- 8:36Marie Leistikow: zehn Protokolle alle zwei Werktage und das ist ganz unabhängig davon, ob da Maßnahmen getroffen worden sind am Patienten, ob es ein RTW-Protokoll oder ein NEF-Protokoll ist.
- 8:45Marie Leistikow: Da gucke ich mir alle Protokolle an und schaue mir an, ob das in sich schlüssig ist, also ob das nach der Durchführungsverordnung des schleswig-holständischen Rettungsdienstgesetzes vollumfänglich
- 8:55Marie Leistikow: geführt wurde.
- 8:56Marie Leistikow: Wenn Maßnahmen getroffen wurden am Patienten, gucke ich mir an, ob die Maßnahmen Sinn ergeben haben, beziehungsweise ob sie schlüssig sind.
- 9:02Marie Leistikow: Und wenn nicht, frage ich
- 9:04Marie Leistikow: nach.
- 9:05Michael (Mike) Stanley: Okay, du fragst nach
- 9:07Michael (Mike) Stanley: bei demjenigen, der das Protokoll ausgefüllt hat.
- 9:09Marie Leistikow: Genau.
- 9:10Marie Leistikow: Derjenige, der das Protokoll geschrieben hat, ist auch verantwortlich für das Protokoll.
- 9:14Marie Leistikow: Im Falle eines mit Nutzern und der S-besetzten RTW ist der Notfallsanitäter verantwortlich für die am Patienten getroffenen Maßnahmen.
- 9:21Marie Leistikow: Das heißt, an denen wende ich mich primär.
- 9:24Marie Leistikow: Und
- 9:25Marie Leistikow: jetzt als Beispiel, es wurde eine NRS von 5 angegeben, es wurde aber keine Analgesie durchgeführt und es ist nicht dokumentiert, warum nicht, dann
- 9:33Marie Leistikow: frage ich nach, warum keine Analgesie durchgeführt wurde.
- 9:36Marie Leistikow: Zum Beispiel.
- 9:37Michael (Mike) Stanley: Das ist ja cool, das heißt, ich habe mir das ja immer gewünscht
- 9:40Michael (Mike) Stanley: früher und habe regelmäßig damals noch Papierprotokolle abgegeben im Krankenhaus und wusste weder, ob ich das sinnvoll dokumentiert habe, ob jemand damit was anfangen kann.
- 9:47Michael (Mike) Stanley: Noch, ob meine Versorgung so richtig gut war.
- 9:49Michael (Mike) Stanley: Ich meine, er hat das ja manchmal im Kollegenkreis so ein bisschen besprochen, aber ehrlicherweise habe ich jetzt auch nicht bei acht Einsätzen am Tag
- 9:55Michael (Mike) Stanley: nicht alle acht Einsätze immer
- 9:56Michael (Mike) Stanley: nachbesprochen.
- 9:57Michael (Mike) Stanley: Oder mir immer einen Kollegen gesucht dafür.
- 9:59Michael (Mike) Stanley: Aber das heißt, wenn ich jetzt bei euch im Kreis fahre, dann kann es passieren, dass ich einfach zufällig in diese Begutachtung reinrutsche mit meinem Protokoll.
- 10:08Michael (Mike) Stanley: Und
- 10:08Michael (Mike) Stanley: dann von dir Feedback bekomme dazu, ob ich das sozusagen schlüssig dokumentiert habe, ob die Dokumentation ausreichend war und auch, ob die Versorgung ausreichend war.
- 10:17Marie Leistikow: Korrekt.
- 10:18Michael (Mike) Stanley: Ja, sehr cool.
- 10:19Michael (Mike) Stanley: Wie viele Leute sind damit bei euch betraut im Kreis?
- 10:22Marie Leistikow: Das Sachgebiet Medizinische Versorgung
- 10:24Marie Leistikow: besteht aus insgesamt fünf Personen
- 10:27Marie Leistikow: Das bin einmal ich, der Bereich Qualität und Standard.
- 10:30Marie Leistikow: Dann ist es mein Kollege
- 10:31Marie Leistikow: Thorsten, der macht das Fortbildungsmanagement.
- 10:34Marie Leistikow: Mein Kollege Christoph regelt den Bereich Ausbildung.
- 10:37Marie Leistikow: Der ärztliche Leiter, Hans-Martin Großnick, der hat eine beratende Funktion bei uns
- 10:42Marie Leistikow: und der Sachgebietsleiter Sebastian Rösch.
- 10:44Michael (Mike) Stanley: Okay.
- 10:45Michael (Mike) Stanley: Das heißt, schwerpunktmäßig bist du dafür verantwortlich, diese Protokolle auszuwerten und Feedback zu geben.
- 10:51Michael (Mike) Stanley: Ist es denn so, vielleicht träume ich auch
- 10:53Michael (Mike) Stanley: schon wieder, aber ist es denn so, wenn du jetzt merkst, es ist so ein Muster
- 10:56Michael (Mike) Stanley: drin und du erkennst, dass zum Beispiel viele Nutzern
- 10:59Michael (Mike) Stanley: mit einem gewissen Medikament zum Beispiel unsicher sind, dass das dann einfließt in die Fortbildungsplanung fürs nächste Jahr.
- 11:06Marie Leistikow: Grundsätzlich fließt das auf jeden Fall in die Planung der Fortbildung mit ein.
- 11:10Marie Leistikow: Inwiefern das umgesetzt wird, wird dann entschieden.
- 11:13Marie Leistikow: Wir haben ja die Möglichkeit, auch E-Learnings
- 11:15Marie Leistikow: zu machen.
- 11:16Marie Leistikow: Dafür ist dann der Kollege Thorsten zuständig in Rücksprache mit uns.
- 11:19Marie Leistikow: Wir können E-Learnings machen, wir können auch sogenannte Medisnacks machen, also ganz kurze Informationen, kurzer Input zu einem Medikament
- 11:28Marie Leistikow: oder
- 11:28Marie Leistikow: greifen das Thema oder das Medikament dann in der nächsten Fortbildung mit auf.
- 11:32Marie Leistikow: Da gibt es verschiedene Möglichkeiten.
- 11:34Michael (Mike) Stanley: Ja, sehr cool.
- 11:35Michael (Mike) Stanley: Ich finde, das klingt sehr gut.
- 11:36Michael (Mike) Stanley: Ich würde mich freuen, wenn das sich noch ein bisschen weiter verbreitet.
- 11:39Michael (Mike) Stanley: Wie ist es denn praktisch?
- 11:41Michael (Mike) Stanley: Jetzt wird so ein Protokoll von mir gelesen von dir und du findest, das ist, sagen wir mal, vielleicht verbesserungswürdig.
- 11:48Michael (Mike) Stanley: Kriege
- 11:48Michael (Mike) Stanley: ich dann eine E-Mail
- 11:49Michael (Mike) Stanley: oder werde ich dann zum Personalgespräch eingeladen oder wie läuft das bei euch?
- 11:54Marie Leistikow: Also verbesserungswürdig?
- 11:56Marie Leistikow: Klingt irgendwie so ein bisschen nach Bauchgefühl, das ist es auf jeden Fall nicht.
- 11:59Marie Leistikow: Also es orientiert sich wirklich primär erstmal an der Durchführungsverordnung, ob da alle Pflichtinformationen dokumentiert ist.
- 12:06Michael (Mike) Stanley: Alle Pflichtfelder ausgefüllt, oder?
- 12:07Marie Leistikow: Ja, also das, was in ein Protokoll rein muss.
- 12:10Marie Leistikow: Ob das alles drinsteht, nach der Durchführungsverordnung.
- 12:13Marie Leistikow: Und
- 12:14Marie Leistikow: wenn das nicht der Fall ist, also zum Beispiel fehlt die Anamnese,
- 12:17Marie Leistikow: Dann würde ich dir eine E-Mail schreiben
- 12:19Marie Leistikow: mit einer kurzen Information, wann dieser Einsatz war, damit man sich auch erinnern kann.
- 12:24Marie Leistikow: Das ist mir ein bisschen datenschutzrechtlich schwierig, da jetzt irgendwie mehr Informationen zu verschicken.
- 12:30Michael (Mike) Stanley: Klar, ja.
- 12:31Marie Leistikow: Genau.
- 12:32Marie Leistikow: und
- 12:32Marie Leistikow: frage danach, warum die Anamnese nicht dokumentiert wurde
- 12:36Marie Leistikow: und bitte dann um Antwort innerhalb einer Frist.
- 12:39Michael (Mike) Stanley: Okay.
- 12:39Marie Leistikow: Je nachdem, wie dringend es ist.
- 12:41Marie Leistikow: Also es gibt auch die Möglichkeit, ein Telefonat zu führen, wenn da ein bisschen mehr zu klären ist oder in einem gewissen Zeitraum.
- 12:46Marie Leistikow: Rahmen zu klären ist.
- 12:48Marie Leistikow: Dann rufe ich auch an, dokumentiere das aber trotzdem alles schriftlich nochmal, dass das Telefon heute stattgefunden hat.
- 12:54Michael (Mike) Stanley: Okay, das heißt, sagen wir jetzt mal, ich kriege dann diese E-Mail und dann denke ich mir so, was
- 12:58Michael (Mike) Stanley: Fehlt die Anamnese und dann gucke ich nochmal nach.
- 13:00Michael (Mike) Stanley: Online habe ich gesehen, geht ja bei euch auch mit dem Dokumentationssystem, dass ich meine Einsätze sehen kann.
- 13:05Michael (Mike) Stanley: Gucke ich nochmal nach und stelle dann fest: Oh, krass, nachts zum 3
- 13:08Michael (Mike) Stanley: habe ich echt irgendwie gar keine Anamnese ausgefüllt.
- 13:10Michael (Mike) Stanley: Im Idealfall ärgere ich mich dann wahnsinnig über mich selbst und schreib dann zurück, oh, das habe ich ja komplett verbockt, keine Ahnung, was da passiert ist.
- 13:16Michael (Mike) Stanley: Das tut mir furchtbar leid.
- 13:18Michael (Mike) Stanley: Wie geht es dann weiter?
- 13:20Marie Leistikow: Dann sprechen wir darüber.
- 13:22Marie Leistikow: Und wenn du mir sagst, Mensch Marie, du hast recht, ich hätte da die Anamnese auf jeden Fall dokumentieren müssen.
- 13:28Marie Leistikow: Das werde ich beim nächsten Mal, beim nächsten Einsatz anders machen.
- 13:31Marie Leistikow: Dann ist der Fall für mich auch abgeschlossen.
- 13:33Michael (Mike) Stanley: Super.
- 13:33Marie Leistikow: Nachträgliche Änderungen sind nämlich ja grundsätzlich nicht möglich.
- 13:36Michael (Mike) Stanley: Klar.
- 13:37Marie Leistikow: Wichtig ist einfach nur der Lerneffekt.
- 13:40Michael (Mike) Stanley: Okay, das finde ich total plausibel.
- 13:42Michael (Mike) Stanley: Jetzt glaube ich, ist mir das noch nie passiert, dass ich gar keine Anamnese geschrieben habe.
- 13:46Michael (Mike) Stanley: Aber nehmen wir mal an, ich bin ein bisschen müde des Ganzen und nachts
- 13:49Michael (Mike) Stanley: um 3 steht dann im Anamnesetext
- 13:51Michael (Mike) Stanley: bei mir.
- 13:52Michael (Mike) Stanley: Zustand nach Sturz, Kopfplatzwunde.
- 13:54Michael (Mike) Stanley: Dann ist ja eine Anamnese da.
- 13:56Michael (Mike) Stanley: Aber ich könnte mir vorstellen, dass das nicht reicht.
- 13:58Michael (Mike) Stanley: Jedenfalls in anderen Rettungsdienstbereichen würde das ja nicht reichen als ausführliche Anamnese.
- 14:03Marie Leistikow: Genau, da orientiert man sich dann an einem Schema, das heißt Samplerschema
- 14:08Marie Leistikow: oder Samplers, wo ja im Grunde alle Informationen zu den Patienten mit abgedeckt sind.
- 14:14Marie Leistikow: Und einfach nur einen Zustand nach Sturz, jetzt Kopf, Platzwunde, damit ist das Templer natürlich nicht gefüllt.
- 14:20Marie Leistikow: Entsprechend würde ich dann darauf aufmerksam machen, dass wir ein Schema haben, an dem wir uns orientieren.
- 14:26Marie Leistikow: Und dass vielleicht dann auch bitte das nächste Mal umgesetzt wird.
- 14:29Michael (Mike) Stanley: Okay.
- 14:30Michael (Mike) Stanley: Und wie kommt das an bei den Kollegen?
- 14:32Michael (Mike) Stanley: Also ich persönlich würde mich total freuen über Feedback und ich rede mit vielen Kolleginnen, die das auch gut fängt oder zumindest erzählen, dass sie es gut fänden.
- 14:39Michael (Mike) Stanley: Auf der anderen Seite kann ich mir auch vorstellen, dass ich vielleicht, je nachdem, mir ein bisschen ertappt vorkomme, wenn dann jemand anders in meinem Protokoll vielleicht eine Lücke entdeckt oder
- 14:49Michael (Mike) Stanley: Vielleicht auch eine Wissenslücke dadurch sich bei mir offenbart, die mir gar nicht selbstbewusst war.
- 14:53Marie Leistikow: Grundsätzlich kommt das immer gut an, muss man sagen.
- 14:57Marie Leistikow: Es gibt natürlich einzelne Personen, die fühlen sich persönlich angegriffen durch die Nachfrage.
- 15:03Marie Leistikow: Es gibt auch einzelne Personen.
- 15:05Marie Leistikow: denen sind gewisse Dinge nicht bewusst gewesen
- 15:08Marie Leistikow: vorher.
- 15:09Marie Leistikow: Und es gibt auch Personen, die nehmen das total gut auf.
- 15:12Marie Leistikow: Also wie gesagt, grundsätzlich nehmen die das eigentlich alle
- 15:15Marie Leistikow: Gut an, aber es gibt immer einzelne Personen, die das etwas anders aufnehmen
- 15:19Marie Leistikow: als gewünscht.
- 15:20Michael (Mike) Stanley: Okay.
- 15:21Michael (Mike) Stanley: Und
- 15:21Michael (Mike) Stanley: ihr habt auch einige Verfahrensanweisungen im Kreis Nord-Friesland?
- 15:26Michael (Mike) Stanley: Man
- 15:26Michael (Mike) Stanley: könnte auch sagen, relativ viele Verfahrensanweisungen im Kreis Nordfriesland, die den Rettungsdienst sozusagen gestalten.
- 15:31Michael (Mike) Stanley: Guckst
- 15:32Michael (Mike) Stanley: du auch danach, ob davon abgewichen wird?
- 15:35Michael (Mike) Stanley: Jetzt nickst du
- 15:36Michael (Mike) Stanley: und wie geht ihr damit um?
- 15:38Michael (Mike) Stanley: Also, wenn ich jetzt zum Beispiel als Aushilfe im Kreis fahren würde, dann wäre ich vielleicht nicht 100%
- 15:43Michael (Mike) Stanley: firm
- 15:44Michael (Mike) Stanley: mit diesen Verfahrensanweisungen und würde vielleicht an der einen oder anderen Stelle unbewusst abweichen.
- 15:48Michael (Mike) Stanley: Das landet ja dann auch sozusagen in dieser Kontrolle bei dir auf dem Tisch.
- 15:52Michael (Mike) Stanley: Ist das dann auch eine E-Mail, die ich dann kriege
- 15:54Michael (Mike) Stanley: oder wie läuft das?
- 15:55Marie Leistikow: Genau, im besten Fall kriegst du eine E-Mail.
- 15:57Marie Leistikow: Wenn du jetzt als Aushilfe bei uns fährst und vielleicht noch keine E-Mail-Adresse von uns hast, dann würde ich versuchen, dich telefonisch zu erreichen.
- 16:03Marie Leistikow: Erstmal
- 16:04Marie Leistikow: die Telefonnummer dürfte hinterlegt sein.
- 16:06Marie Leistikow: Würde dir dann die Situation schildern, beziehungsweise das Einsatzprotokoll
- 16:11Marie Leistikow: vielleicht auch nochmal vorlesen, wenn es nicht mehr ganz in Erinnerung ist, was ja auch gut möglich ist,
- 16:15Marie Leistikow: würde
- 16:16Marie Leistikow: dir dann
- 16:17Marie Leistikow: anhand
- 16:18Marie Leistikow: der Dokumentation
- 16:19Marie Leistikow: sagen, was du gemacht hast.
- 16:21Marie Leistikow: Würde dich auch fragen, warum du es so gemacht hast.
- 16:23Marie Leistikow: Das heißt, wir
- 16:25Marie Leistikow: haben vielleicht eine SAA, in der steht, wir geben als Analgetikum jetzt Metamizol und du hast dich aber für Fentanyl entschieden
- 16:33Marie Leistikow: als Beispiel.
- 16:34Marie Leistikow: Bei einer NAS von 3.
- 16:35Michael (Mike) Stanley: Weil ich vielleicht aus einem Rettungsdienstbereich komme, wo mir gesagt wurde,
- 16:38Michael (Mike) Stanley: Metamizol ist sehr gefährlich.
- 16:40Marie Leistikow: Genau, auch möglich.
- 16:42Marie Leistikow: Dann frage ich dich natürlich, warum du dich so entschieden hast.
- 16:45Marie Leistikow: Dann versuchst du mir das zu erklären.
- 16:47Marie Leistikow: Und dann würde ich dir erklären, wie es bei uns läuft,
- 16:50Marie Leistikow: wie die SAA
- 16:51Marie Leistikow: bei uns geschrieben ist, also
- 16:52Marie Leistikow: wie man sie liest
- 16:53Marie Leistikow: und weshalb wir das Ganze so machen.
- 16:55Michael (Mike) Stanley: Mhm.
- 16:56Marie Leistikow: Dein primärer Gedanke war ja grundsätzlich erstmal richtig, dem Patienten möchtest du die Schmerzen nehmen?
- 17:01Marie Leistikow: Vielleicht einfach mit einem anderen Analgetikum, als bei uns in der SAA
- 17:05Marie Leistikow: steht.
- 17:05Marie Leistikow: Dann sprechen wir aber darüber und dann erklärst du mir das.
- 17:08Marie Leistikow: Und wenn das auch plausibel ist und du dem Patienten keinen Schaden zugefügt hast, ist das auch in Ordnung.
- 17:13Marie Leistikow: Das Ganze muss halt sich an Leitlinien orientieren, evidenzbasiert sein.
- 17:17Marie Leistikow: Und wie gesagt, dem Patienten keinen Schaden zufügen.
- 17:20Marie Leistikow: Das ist das Wichtigste.
- 17:21Marie Leistikow: Und dann kann natürlich auch von der SAA
- 17:23Marie Leistikow: abgewichen werden.
- 17:24Michael (Mike) Stanley: Okay.
- 17:24Michael (Mike) Stanley: Ja, sehr spannend.
- 17:26Michael (Mike) Stanley: Ich kann aber vielleicht berichten, ich habe schon mal als Auswürfer
- 17:28Michael (Mike) Stanley: im Kreis gearbeitet und ich muss sagen, ich habe damit
- 17:31Michael (Mike) Stanley: wirklich
- 17:31Michael (Mike) Stanley: sehr aufgeweckten RettungssanitäterInnen
- 17:34Michael (Mike) Stanley: gearbeitet, die alle die SAA
- 17:36Michael (Mike) Stanley: dabei hatten und auch immer sozusagen mich beraten haben, was jetzt sozusagen der Kreisstandard wäre.
- 17:41Michael (Mike) Stanley: sodass
- 17:42Michael (Mike) Stanley: zumindest ich eigentlich mir immer sehr bewusst war, wenn ich abgewichen habe, weil es mir direkt gesagt wurde, was ich
- 17:47Michael (Mike) Stanley: vielleicht einerseits gewöhnungsbedürftig fand, aber auf der anderen Seite eigentlich eine sehr coole Sicherheit ist, wenn da jemand direkt so gut mitdenkt und einen so gut begleitet
- 17:55Michael (Mike) Stanley: im Einsatz.
- 18:01Michael (Mike) Stanley: Wenn ihr eure Fortbildung intern
- 18:03Michael (Mike) Stanley: gestaltet, du hattest schon angerissen, es gibt E-Learning-Module und ihr macht auch Praxis.
- 18:07Michael (Mike) Stanley: Wie sieht es aus bei euch im Rettungsdienst?
- 18:09Michael (Mike) Stanley: Wie macht ihr Fortbildung?
- 18:10Marie Leistikow: Dieses
- 18:11Marie Leistikow: Jahr haben wir die Jahresfortbildung auf drei Tage aufgeteilt.
- 18:15Marie Leistikow: Das heißt, die praktische Ausbildung findet bei uns in den Ausbildungsräumlichkeiten statt, in Präsenz.
- 18:20Marie Leistikow: die wie gesagt über drei Tage geht.
- 18:22Marie Leistikow: Zusätzlich haben wir auch noch ein Angebot von E-Learnings.
- 18:24Marie Leistikow: Also das ist die Kombination aus beidem.
- 18:27Marie Leistikow: Und in der Fortbildung werden primär ja
- 18:29Marie Leistikow: praktische Skills und
- 18:31Marie Leistikow: Simulationen durchgeführt.
- 18:34Marie Leistikow: Das ist auch ein bisschen eine Mischung aus
- 18:36Marie Leistikow: kleinen Impulsvorträgen und dann eben die entsprechende Anwendung in Simulationen.
- 18:41Michael (Mike) Stanley: Das sind dann drei Tage Präsenz, also schon mal 24 Stunden Fortbildungszeit, nehme ich an.
- 18:46Michael (Mike) Stanley: Und dann habt ihr also, ich bin mir jetzt nicht 100% firm in Schlüssel-Kolstein, aber dann
- 18:50Michael (Mike) Stanley: auch 30 Stunden Fortbildung wahrscheinlich
- 18:52Michael (Mike) Stanley: Pflicht.
- 18:53Michael (Mike) Stanley: Dann habt ihr also noch mindestens sechs Stunden vier
- 18:55Michael (Mike) Stanley: E-Learning-Einheiten.
- 18:57Michael (Mike) Stanley: Und das absolvieren die Kolleginnen dann auf der Wache in ihrer einsatzfreien Zeit?
- 19:01Michael (Mike) Stanley: Korrekt.
- 19:02Michael (Mike) Stanley: Okay.
- 19:02Michael (Mike) Stanley: Und wie ist es?
- 19:04Michael (Mike) Stanley: Kann ich da irgendwo durchfallen, theoretisch?
- 19:06Michael (Mike) Stanley: Also muss ich das einfach absitzen oder muss ich da auch eine gewisse Leistung zeigen?
- 19:09Marie Leistikow: Also wir erwarten ja grundsätzlich die Leistungen, die mit der Qualifikation einhergehen von den Mitarbeitenden, die in der Fortbildung sind.
- 19:17Marie Leistikow: Und
- 19:18Marie Leistikow: Die Simulationen können eben Standard und als Nichtstandard bewertet werden.
- 19:22Marie Leistikow: Wenn eine Simulation als Nicht-Standard bewertet wurde, wird sie so oft wiederholt, bis diese Simulation Standard ist.
- 19:29Michael (Mike) Stanley: Okay.
- 19:29Marie Leistikow: Genau, das ist so unser Ziel dabei.
- 19:31Michael (Mike) Stanley: Das heißt, nur für mein Verständnis, das heißt, ich komme dann da rein, mache da ein Filebeispiel und dann stellt ihr fest, das war ganz schön weit weg von dem, wie sich der Kreis Nordfriesland die Versorgung vorstellt.
- 19:42Michael (Mike) Stanley: Und dann mache ich das gleiche Fiberspiel nochmal, nachdem ihr mir aber gesagt habt, worauf ich achten soll, was ich verbessern kann.
- 19:48Marie Leistikow: Genau, also nach jeder Simulation finden ja die Briefings statt.
- 19:52Marie Leistikow: Es wird kurz und knapp eine Rückmeldung gegeben, was nicht gut lief, was gut lief, um eben daraus auch zu lernen.
- 19:59Marie Leistikow: Das ist ja auch das Hauptziel in der Fortbildung tatsächlich.
- 20:01Michael (Mike) Stanley: Okay.
- 20:02Michael (Mike) Stanley: Das heißt, am Ende.
- 20:03Michael (Mike) Stanley: Habe ich das Fallbeispiel
- 20:04Michael (Mike) Stanley: hoffentlich, ich sag mal, dreimal
- 20:06Michael (Mike) Stanley: gemacht und dann habe ich es begriffen.
- 20:08Michael (Mike) Stanley: Und dann habe ich aber auch das Erfolgserlebnis, dass ich jetzt sozusagen
- 20:11Michael (Mike) Stanley: das richtig gemacht habe.
- 20:12Marie Leistikow: Genau, im besten Falle läuft das so dann, ja.
- 20:15Michael (Mike) Stanley: Okay.
- 20:15Marie Leistikow: Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, dass
- 20:18Marie Leistikow: mehrere Simulationen als Nichtstandard bewertet werden
- 20:21Marie Leistikow: und wir insgesamt nach den drei Tagen Fortbildung sagen, das entspricht nicht.
- 20:25Marie Leistikow: unserem Versorgungsstandard hier bei uns im Rettungsdienst und wir sehen
- 20:29Marie Leistikow: da nach wie vor Wissenslücken
- 20:31Marie Leistikow: und schicken dann den Mitarbeitenden nochmal zur Fortbildung.
- 20:35Marie Leistikow: Die Möglichkeit besteht schon.
- 20:36Michael (Mike) Stanley: Okay, ja, sehr gut.
- 20:38Michael (Mike) Stanley: Und wie wäre das?
- 20:39Michael (Mike) Stanley: In meinem alten Rettungsdienstbereich hatte ich zum Beispiel einen Kollegen, der war eigentlich immer solide dabei und dann irgendwann hatte der eben mit Hausbau und Schwierigkeiten auf dem Hof und Kinderkriegen und
- 20:52Michael (Mike) Stanley: Privatleben-Probleme und so, ist das so ein bisschen, sag ich mal, abgerutscht
- 20:55Michael (Mike) Stanley: fachlich.
- 20:56Michael (Mike) Stanley: Und dann
- 20:56Michael (Mike) Stanley: war das Problem, dass er das auch selber gemerkt hat, aber eben
- 21:00Michael (Mike) Stanley: Ja, nicht so richtig sich zu helfen wusste, weil er da so, sag ich mal, drei, vier Jahre seinen Fokus woanders hatte.
- 21:05Michael (Mike) Stanley: Habt ihr prinzipiell auch die Möglichkeit, jemanden
- 21:07Michael (Mike) Stanley: bei Bedarf außerhalb der Reihe nochmal zu einer Fortbildung zu schicken, wenn da sozusagen
- 21:12Michael (Mike) Stanley: festgestellt wird, dass er
- 21:13Michael (Mike) Stanley: Dringender Bedarf ist, der jetzt nicht mit einem Fachgespräch oder ähnliches zu lösen ist.
- 21:17Marie Leistikow: Genau, also die Möglichkeit haben wir auf jeden Fall.
- 21:20Marie Leistikow: Das ist dann immer eine Einzelfallentscheidung.
- 21:22Marie Leistikow: Man muss natürlich auf kollegialer Ebene in den Austausch gehen.
- 21:26Marie Leistikow: Und wir bieten Standardisierungskurse an.
- 21:28Marie Leistikow: Die sind verpflichtend für alle neu eingestellten Mitarbeitenden, also auch Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter.
- 21:34Marie Leistikow: Der Standardisierungskurs ist in drei Wochen aufgeteilt.
- 21:37Marie Leistikow: und
- 21:38Marie Leistikow: hat natürlich auch unterschiedliche Schwierigkeitsstufen
- 21:40Marie Leistikow: und einen unterschiedlichen Fokus.
- 21:42Marie Leistikow: Also jede Woche hat einen unterschiedlichen Fokus und auch jeder einzelne Tag.
- 21:45Marie Leistikow: Und da kann man dann schon sagen, dass
- 21:47Marie Leistikow: wenn man jetzt mit dem Kollegen gesprochen hat und man ist sich einig, dass da
- 21:50Marie Leistikow: Wissenslücken bestehen.
- 21:52Marie Leistikow: Dass man dann sagt, okay, dann haben wir jetzt gemeinsam beschlossen, du gehst nochmal in die Woche zwei zum Beispiel
- 21:56Marie Leistikow: des Standardisierungskurses.
- 21:58Marie Leistikow: Die Möglichkeit besteht auf jeden Fall.
- 22:00Michael (Mike) Stanley: Ja, sehr cool.
- 22:04Michael (Mike) Stanley: Das
- 22:05Michael (Mike) Stanley: bringt uns direkt schon zur Frage, wie messt ihr denn gute Versorgung?
- 22:08Michael (Mike) Stanley: Also wir haben jetzt drüber gesprochen.
- 22:10Michael (Mike) Stanley: Es gibt SAA
- 22:11Michael (Mike) Stanley: und grundsätzlich sozusagen ist das der Handlungsstrang, an dem man sich orientieren soll.
- 22:16Michael (Mike) Stanley: Gleichzeitig ist Abweichen möglich und Patientenschaden soll natürlich vermieden werden, das ist klar.
- 22:22Michael (Mike) Stanley: Aber
- 22:22Michael (Mike) Stanley: geht es eher darum, dass die Dokumentation gut ist?
- 22:26Michael (Mike) Stanley: Geht es eher darum, dass der Patient ein gutes Outcome hat?
- 22:29Michael (Mike) Stanley: Oder
- 22:29Michael (Mike) Stanley: ist Team Performance was, was euch wichtig ist?
- 22:32Michael (Mike) Stanley: Und ich meine, das ist jetzt wahrscheinlich sehr schwer zu messen mit einem Protokoll.
- 22:35Michael (Mike) Stanley: Was ist da so dein roter Faden
- 22:37Michael (Mike) Stanley: gedanklich?
- 22:38Marie Leistikow: Das ist primär der Versorgungsstandard.
- 22:40Marie Leistikow: Also wir haben ein Versorgungsstandard.
- 22:43Marie Leistikow: Der steht bei uns
- 22:44Marie Leistikow: Handbuch Rettungsdienst
- 22:45Marie Leistikow: und der Standard ist super detailliert aufgearbeitet und regelt eigentlich so ziemlich alles, was am Patienten gemacht werden kann und muss.
- 22:53Marie Leistikow: Also wir reden hier, um
- 22:54Marie Leistikow: eine Idee zu bekommen von ca.
- 22:56Marie Leistikow: 1000 Seiten
- 22:57Marie Leistikow: SAA.
- 22:58Marie Leistikow: Und das ist der Standard, an dem wir
- 23:01Marie Leistikow: die Handlungen der Mitarbeitenden im Einsatzdienst messen können
- 23:05Marie Leistikow: und auch messen.
- 23:06Marie Leistikow: Wir werten Einsatzprotokolle aus, wir werten auch Rückmeldungen aus Kliniken aus
- 23:10Marie Leistikow: und auch von extern
- 23:12Marie Leistikow: werten wir Rückmeldungen aus, also zum Beispiel von Patientinnen selbst oder von Angehörigen.
- 23:16Marie Leistikow: Und wir beurteilen nicht den Einsatz an sich im Nachhinein und anhand der Schilderungen
- 23:22Marie Leistikow: und ob wir das vielleicht hätten anders gemacht.
- 23:25Marie Leistikow: Sondern beurteilen, ob das geschilderte Geschehen zu den ergriffenen Maßnahmen passt, ob das in sich schlüssig ist.
- 23:32Marie Leistikow: Wir hatten zum Beispiel gerade das Beispiel mit der NAS, wenn eine NAS von 4 dokumentiert ist.
- 23:37Marie Leistikow: Aber auch keine Analgesie durchgeführt wurde
- 23:40Marie Leistikow: und
- 23:40Marie Leistikow: es ist aber nicht dokumentiert, warum eine Analgesie unterlassen wurde.
- 23:44Marie Leistikow: Dann fragen wir nach.
- 23:45Michael (Mike) Stanley: Ja.
- 23:45Marie Leistikow: Genau.
- 23:46Marie Leistikow: Bei uns im Handbuch steht nämlich
- 23:47Marie Leistikow: NRS4
- 23:49Marie Leistikow: oder mehr
- 23:49Marie Leistikow: bedarf einer Analgesie.
- 23:51Michael (Mike) Stanley: Ja, okay.
- 23:52Michael (Mike) Stanley: Heißt aber für mich zum Verständnis, wenn ich zum Beispiel jetzt bei der Patientin bin und
- 23:56Michael (Mike) Stanley: Die schildert vielleicht einen Schmerz von 5
- 23:59Michael (Mike) Stanley: auf der Schmerzskala, sagt aber, wenn ich nachfrage, sie möchte nichts gegen die Schmerzen, das möchte sie aushalten, sozusagen.
- 24:05Michael (Mike) Stanley: Es gibt ja manchmal solche Leute, und ich das entsprechend so dokumentiere, dann
- 24:08Michael (Mike) Stanley: Geht das so durch, weil du dann nachvollziehen kannst, warum ich das so gemacht habe.
- 24:11Marie Leistikow: Genau.
- 24:12Michael (Mike) Stanley: Alles klar.
- 24:13Michael (Mike) Stanley: Ja, sehr spannend.
- 24:14Michael (Mike) Stanley: Ich finde diese Frage, um
- 24:15Michael (Mike) Stanley: was ist denn jetzt
- 24:16Michael (Mike) Stanley: gute Versorgung
- 24:17Michael (Mike) Stanley: Sehr interessant und mein Lieblingsbeispiel ist beim schweren SHT oder beim Pulytrauma, das
- 24:23Michael (Mike) Stanley: bewusstlos ist, die BZ-Messung.
- 24:25Michael (Mike) Stanley: Ich weiß nicht, ob es anderen
- 24:26Michael (Mike) Stanley: schon passiert ist, aber mir ist es bestimmt schon mal passiert, dass ich einen polytraumatisierten Patienten in den Schockraum gebracht habe und kein BZ gemessen hatte und mich wahnsinnig geärgert habe.
- 24:35Michael (Mike) Stanley: Und
- 24:35Michael (Mike) Stanley: es entsteht dann dieser berühmte Moment, wo ja im Schockraum dann im Rahmen einer BGA auch der BZ erhoben wird und der ist Gott sei Dank bisher immer normal gewesen.
- 24:43Michael (Mike) Stanley: Und dann sagt der ein oder andere Kollege, naja, dann war es ja auch nicht schlimm, dass wir nicht gemessen haben, weil der war ja eh normal.
- 24:49Michael (Mike) Stanley: Und mich hat er schon immer gestört
- 24:51Michael (Mike) Stanley: innerlich und.
- 24:52Michael (Mike) Stanley: Ich sehe das persönlich anders und denke mir immer, naja, aber entscheidend ist doch, dass meine Versorgung oder dass die Versorgung des Teams so gestaltet ist,
- 25:00Michael (Mike) Stanley: Dass sie möglichst
- 25:01Michael (Mike) Stanley: gut ist und gut heißt nicht, dass sie zufällig geradeacht hat heute für diesen Patienten, sondern dass sie möglichst immer ausreicht, um alle unsere Patienten gut zu versorgen.
- 25:10Michael (Mike) Stanley: Und wir wissen, wie glanzgewinderte Patienten sollen wir den Zucker messen.
- 25:14Michael (Mike) Stanley: Und es kann natürlich sein, dass auch jemand unter Zucker
- 25:17Michael (Mike) Stanley: dann einen schweren Verkehrsunfall hat und dann ein polytraumatisierter Patient ist.
- 25:21Michael (Mike) Stanley: Und dann wäre es Patientenschädigend, wenn ich diesen Zucker
- 25:23Michael (Mike) Stanley: nicht messe
- 25:24Michael (Mike) Stanley: und nicht feststelle.
- 25:25Michael (Mike) Stanley: Nur weil ich das eine Mal dem Patienten zufällig nicht geschädigt habe, weil der eben nicht unterzuckert war, und das andere Mal schon, ist es von der Versorgungsstrategie her gleich schlecht.
- 25:35Michael (Mike) Stanley: Die Auswirkungen für den Patienten sind sehr unterschiedlich, aber mein Versuch ist schon, die Versorgung so zu gestalten.
- 25:40Michael (Mike) Stanley: Und ich hoffe, dass ich oft in Teams arbeite, die diesen Anspruch haben.
- 25:43Michael (Mike) Stanley: Dass die Versorgung des Patienten so gestaltet ist, dass alles abgedeckt ist.
- 25:47Michael (Mike) Stanley: Ich hoffe, das war irgendwie verständlich auch für unsere HörerInnen.
- 25:50Michael (Mike) Stanley: Aber genau, ich finde sozusagen das Outcome des Patienten ist natürlich ein wichtiger Qualitätsindikator, aber es kann halt niemals alleine stehen, weil manchmal
- 25:57Michael (Mike) Stanley: Überleben Patienten ja zufällig sehr gut und andersrum, manchmal machen wir alles richtig, richtig gut
- 26:01Michael (Mike) Stanley: und trotzdem versterben Patienten oder nehmen schweren Schaden.
- 26:05Michael (Mike) Stanley: Und wenn wir das nur daran ausrichten würden, dann wären wir, glaube ich, sozusagen in der falschen Richtung gelenkt.
- 26:11Marie Leistikow: Also du hast völlig recht, der BZ
- 26:13Marie Leistikow: bei einem politraumatisierten Patienten
- 26:15Marie Leistikow: steht vielleicht nicht an erster Stelle
- 26:17Marie Leistikow: bei der Initialversorgung.
- 26:19Marie Leistikow: gehört aber laut Standard natürlich dazu.
- 26:22Marie Leistikow: Also grundsätzlich bei Vigilanz geminderten Patientinnen
- 26:25Marie Leistikow: wird der PZ gemessen.
- 26:26Marie Leistikow: Und dann hat man es mal nicht gemacht, aber wichtig ist ja die Erkenntnis.
- 26:30Marie Leistikow: Dass man da rausgeht und sagt, ich hätte den BZ messen müssen.
- 26:33Marie Leistikow: Und das gehört zu einem Versorgungsstandard eben dazu.
- 26:36Michael (Mike) Stanley: Ja.
- 26:37Marie Leistikow: Und
- 26:37Marie Leistikow: die Erkenntnis zu haben, dass man den BZ hätte messen müssen in dieser Situation, ist total wertvoll und total wichtig.
- 26:44Marie Leistikow: Denn die Patienten stehen bei uns immer an erster Stelle und sollten immer an erster Stelle stehen.
- 26:48Marie Leistikow: Und dazu gehört es auch, einen gewissen Standard in der Versorgung zu haben.
- 26:52Marie Leistikow: Den müssen wir alle
- 26:54Marie Leistikow: haben.
- 26:54Marie Leistikow: Natürlich kann man von Dingen abweichen.
- 26:56Marie Leistikow: Aber dieser Standard, dazu gehört eben auch die BZ-Messung,
- 27:00Marie Leistikow: sollte eingehalten werden.
- 27:02Michael (Mike) Stanley: Auf jeden Fall.
- 27:03Michael (Mike) Stanley: Jetzt ist für mich noch eine interessante Frage.
- 27:05Michael (Mike) Stanley: Wir wollen ja den Patienten, du hast ja gesagt, das ist sozusagen das oberste Ziel, die Patienten gut zu versorgen und das ist ja auch der Anspruch von uns allen, wenn wir im Rettungsdienst arbeiten.
- 27:13Michael (Mike) Stanley: Aber umso mehr fühle ich mich ja ertappt, wenn ich vielleicht den Patienten schlechter versorgt habe, als ich dachte.
- 27:19Michael (Mike) Stanley: Und jetzt kriege ich von extern
- 27:21Michael (Mike) Stanley: den Hinweis, ich habe dies und das getan oder nicht getan und damit ja möglicherweise einen Patienten geschädigt.
- 27:26Michael (Mike) Stanley: Und das ist ja extrem unangenehm.
- 27:28Michael (Mike) Stanley: Was gibt es vielleicht für Tipps oder was gibt es für Wege?
- 27:31Michael (Mike) Stanley: Was ist deine
- 27:31Michael (Mike) Stanley: Strategie, die du verfolgst, damit die Leute das möglichst gut annehmen können?
- 27:35Michael (Mike) Stanley: Also mein Hintergedanke ist, dass ja vielleicht auch andere Leute aus dem Rettungsdienst diesen Podcast hören und dann sagen, sie würden das sich gerne abschauen, diese Strategie, dieses Feedback-Konzept.
- 27:45Michael (Mike) Stanley: Was sind da für probate Mittel?
- 27:48Marie Leistikow: Aufklärungsarbeit leisten.
- 27:51Marie Leistikow: Es gibt natürlich immer Bereiche, in denen die Kolleginnen und Kollegen aus dem Einsatzdienst nicht so belesen sind oder einfach in dieser Situation
- 27:59Marie Leistikow: Nicht dran gedacht haben.
- 28:01Marie Leistikow: Das heißt, Aufklärungsarbeit, also grundsätzlich
- 28:04Marie Leistikow: natürlich immer auf kollegialer Ebene, das ist ganz, ganz wichtig.
- 28:07Marie Leistikow: Da ich ja selber auch RTW fahre und eben genau die gleiche Arbeit mache am Patienten, ist das natürlich relativ leicht auf kollegialer Ebene, das Ganze durchzuführen.
- 28:17Marie Leistikow: Nichtsdestotrotz
- 28:18Marie Leistikow: ist es immer wichtig, respektvoll miteinander umzugehen
- 28:23Marie Leistikow: und
- 28:23Marie Leistikow: erst mal die Gründe dafür zu erfragen.
- 28:26Marie Leistikow: erstmal aus Sicht der Protokollführerin oder des Protokollführers erklärt zu bekommen, warum ist es so gelaufen
- 28:32Marie Leistikow: und dann vielleicht auch auf den richtigen Weg bringen
- 28:35Marie Leistikow: und nicht einfach
- 28:37Marie Leistikow: Sagen, das und das war ein Fehler, sondern mit der Kollegin oder dem Kollegen gemeinsam quasi diesen Weg gehen und zu einer Erkenntnis kommen, die dem nächsten Patienten vielleicht zugutekommt.
- 28:47Michael (Mike) Stanley: Ja, verstehe ich.
- 28:48Michael (Mike) Stanley: Finde ich gut.
- 28:49Michael (Mike) Stanley: Was ich persönlich auch gut finde, ist, ich finde es sehr gut, dass das Feedback von einer Kollegin kommt, also von einer Notversentäterin.
- 28:56Michael (Mike) Stanley: Und nicht
- 28:57Michael (Mike) Stanley: nur von einem Arzt
- 28:58Michael (Mike) Stanley: oder vielleicht gar nicht vom Arzt, kannst du gleich was zu sagen.
- 29:01Michael (Mike) Stanley: Aber in der Vergangenheit fand ich das schon manchmal komisch, wenn ärztliche Leiter mir gesagt haben, wie meine Versorgung auf dem RTW.
- 29:06Michael (Mike) Stanley: Bewertet wird, weil ich mir gedacht habe: Mensch, ich weiß ja gar nicht, wie das ist, auf dem RTW zu arbeiten.
- 29:11Michael (Mike) Stanley: Oder aber
- 29:12Michael (Mike) Stanley: viele sagen ja, sie haben ja früher im Rettungsdienst gearbeitet oder haben früher im Rettungsdienst gearbeitet, aber das ist dann halt 20, 30 Jahre her und da hat sich ja der Rettungsdienst schon ganz schön
- 29:20Michael (Mike) Stanley: Verändert verglichen
- 29:21Michael (Mike) Stanley: zu jetzt.
- 29:22Michael (Mike) Stanley: Insofern finde ich das persönlich ganz schön.
- 29:24Michael (Mike) Stanley: Aber vielleicht kannst du dazu was sagen.
- 29:25Michael (Mike) Stanley: Welche Rolle hat denn euer ärztlicher Leiter bei diesem Feedback?
- 29:29Marie Leistikow: Also
- 29:30Marie Leistikow: das Feedback geben wir ohne unsere ärztliche Leitung, ohne Hans
- 29:34Marie Leistikow: Martin.
- 29:35Marie Leistikow: Hans
- 29:35Marie Leistikow: Martin wird natürlich als ärztlicher Leiter in der beratenden Funktion mit einbezogen in komplexere Situationen, komplexere Fälle.
- 29:43Marie Leistikow: Gerade wenn es um Einsatznachbesprechungen geht mit mehreren Beteiligten, also
- 29:48Marie Leistikow: auch außerhalb unserer Organisation, und
- 29:51Marie Leistikow: kann dann natürlich auch nochmal die Situation medizinisch aufarbeiten.
- 29:55Marie Leistikow: Aber
- 29:56Marie Leistikow: grundsätzlich, das ganz normale Feedback wird nicht von Hans-Martin gegeben, sondern von uns oder mir.
- 30:01Michael (Mike) Stanley: Ja, spannend.
- 30:01Michael (Mike) Stanley: Und Hans-Martin hat ja in Folge zwei dieses Podcasts auch ein bisschen seine Perspektive dargestellt, wie er
- 30:07Michael (Mike) Stanley: Die Verantwortung der NotversanitäterInnen sieht und auch, wie er seine eigene Rolle sieht, da kann ich mir gut vorstellen, dass das gut harmonisiert.
- 30:15Michael (Mike) Stanley: Du hattest ganz am Anfang gesagt, dass du dir auch NEF-Protokolle anguckst.
- 30:20Michael (Mike) Stanley: Das heißt, auch Notärztinnen und Notärzte kriegen von dir Feedback.
- 30:25Michael (Mike) Stanley: Wie wird das denn empfunden
- 30:26Michael (Mike) Stanley: von denen?
- 30:28Marie Leistikow: Grundsätzlich
- 30:29Marie Leistikow: eigentlich auch gut,
- 30:31Marie Leistikow: würde ich sagen.
- 30:32Marie Leistikow: Es gibt natürlich immer diese Hierarchie, die sich auch nicht wegdiskutieren lässt.
- 30:37Marie Leistikow: Und ich bin nun mal Notfallsanitäterin und sage Notärztinnen und Notärzten, dass das Protokoll vielleicht lückenhaft ist
- 30:44Marie Leistikow: Das ist wie in vielen anderen Situationen auch, der Empfänger macht die Botschaft, aber grundsätzlich kommt das eigentlich doch gut an und wird auch zur Kenntnis genommen und verstanden und wird tatsächlich auch umgesetzt.
- 30:53Marie Leistikow: Das sieht man auch und das freut mich dann auch.
- 30:55Michael (Mike) Stanley: Ja, cool.
- 30:56Michael (Mike) Stanley: Finde ich auch wichtig, weil eine gute Dokumentation und auch eine Versorgung entsprechend der nationalen Leitlinien zum Beispiel, das ist ja was, was natürlich auch unsere Notärzte an sich als Anspruch an sich selbst haben.
- 31:07Michael (Mike) Stanley: Und
- 31:08Michael (Mike) Stanley: ich kann mir vorstellen, dass es gewöhnungsbedürftig ist, wenn man das nicht kennt und sich daran vielleicht ein bisschen gewöhnen muss, auch als Notarzt, aber auch als Notsand, wenn man das gar nicht kennt aus seinem eigenen Bereich.
- 31:17Michael (Mike) Stanley: Aber ich glaube, dass das extrem wichtig ist, um die Qualität voranzubringen.
- 31:22Michael (Mike) Stanley: Wie
- 31:23Michael (Mike) Stanley: ist denn das bei euch?
- 31:24Michael (Mike) Stanley: Habt ihr auch manchmal Gelegenheit zu erfahren, wie der klinische Verlauf in der Klinik war?
- 31:28Michael (Mike) Stanley: Also das ist ja zum Beispiel was, was mir immer total fehlt, ist zu wissen.
- 31:32Michael (Mike) Stanley: War meine Verdachtsdiagnose richtig?
- 31:34Michael (Mike) Stanley: War ich da auf dem Holzweg?
- 31:35Michael (Mike) Stanley: Was ist sozusagen am Ende rausgekommen?
- 31:38Michael (Mike) Stanley: Das wäre ja total interessant, wenn es sowas auch gäbe irgendwo.
- 31:40Marie Leistikow: Genau, also alle Mitarbeitenden bei uns haben die Möglichkeit, eine Anfrage zu stellen über unser Meldewesen.
- 31:47Marie Leistikow: Da
- 31:47Marie Leistikow: gibt es einen Kollegen bei uns, der bearbeitet diese Meldungen oder Tickets sind das ja.
- 31:52Marie Leistikow: und steht in Kontakt mit den verschiedenen Kliniken und holt sich dann die Informationen ein und gibt diese dann weiter an die Mitarbeitenden
- 31:59Marie Leistikow: im Einsatzdienst.
- 32:00Marie Leistikow: Also wenn da Bedarf ist, gibt es jederzeit die Möglichkeit, ein Ticket zu erstellen und nachzufragen.
- 32:04Michael (Mike) Stanley: Sehr cool.
- 32:05Michael (Mike) Stanley: Wird aber wahrscheinlich jetzt nicht täglich tausende Tickets geben bei euch.
- 32:09Marie Leistikow: Also es gibt, so wie ich mir habe sagen lassen, schon relativ viele Tickets.
- 32:12Marie Leistikow: Also
- 32:13Marie Leistikow: man sieht doch schon, ein Interesse ist da.
- 32:15Marie Leistikow: Das finde ich auch sehr gut.
- 32:16Marie Leistikow: Genau, es gibt natürlich nicht so viele Fälle, würde ich behaupten, in denen man das selber wissen möchte, aber in Situationen, in denen man vielleicht
- 32:25Marie Leistikow: Gar keine richtige Verdachtsdiagnose hat und die Patienten doch kritisch waren, ist es doch auch für die persönliche Entwicklung wichtig zu wissen, was ist denn daraus gekommen, habe ich denn gute Arbeit gemacht
- 32:34Marie Leistikow: oder hätte ich noch was anderes machen können.
- 32:36Michael (Mike) Stanley: Absolut.
- 32:37Michael (Mike) Stanley: Das ist, glaube ich, auch das eine, wo gerade Notärzte, die sonst hauptberuflich in der Notaufnahme arbeiten, uns gegenüber einen großen Vorteil haben, weil sie sozusagen sehen, wie es weitergeht in der Notaufnahme, wenn sie dann sozusagen
- 32:47Michael (Mike) Stanley: Notaufnehmendienst haben.
- 32:49Michael (Mike) Stanley: Ja, sehr cool.
- 32:50Michael (Mike) Stanley: Das klingt ja alles sehr nach einer sehr guten Governance-Struktur.
- 32:54Michael (Mike) Stanley: Was sind denn Punkte, die ihr noch entwickeln wollt oder angehen wollt?
- 32:57Michael (Mike) Stanley: Wie ist denn bei euch so die Zukunftsvision?
- 32:59Marie Leistikow: Da haben wir auf jeden Fall mehrere.
- 33:02Michael (Mike) Stanley: Sehr gut.
- 33:03Marie Leistikow: Wir möchten
- 33:04Marie Leistikow: annähernd
- 33:05Marie Leistikow: wenigstens
- 33:06Marie Leistikow: die voller Fassung der Einsatzprotokolle darstellen können.
- 33:09Michael (Mike) Stanley: Das heißt, ihr wollt sozusagen, ich sag jetzt mal, über 90 Prozent aller
- 33:13Michael (Mike) Stanley: entstandenen Einsatzprotokolle feedbacken.
- 33:16Marie Leistikow: Genau, genau.
- 33:17Marie Leistikow: Wow.
- 33:17Marie Leistikow: Genau, das ist auf jeden Fall ein großes Ziel von uns.
- 33:20Marie Leistikow: Das
- 33:20Marie Leistikow: ist natürlich mit der Umsetzung, dauert es natürlich ein bisschen.
- 33:23Marie Leistikow: Das ist Anspruchs.
- 33:24Marie Leistikow: Genau, viel Arbeit auch und viel Zeit.
- 33:27Marie Leistikow: Genau, die Vollerfassung der C3-Daten
- 33:29Marie Leistikow: ist ebenfalls ein Ziel, besonders bei Reanimationen.
- 33:33Marie Leistikow: Das ist ebenfalls sehr, sehr wichtig, um die Reanimationen auswerten zu können.
- 33:39Marie Leistikow: Dazu gehören die C3-Daten.
- 33:40Michael (Mike) Stanley: Auf jeden Fall.
- 33:41Marie Leistikow: Supervision im Einsatzdienst
- 33:44Marie Leistikow: ist auch noch ein großes Ziel.
- 33:45Michael (Mike) Stanley: Das heißt, du würdest dann bei mir auf dem RTW sitzen und schauen, wie ich
- 33:48Michael (Mike) Stanley: So eine Versorgung durchführe und nicht nur, wie ich sie nachher protokolliert habe.
- 33:52Marie Leistikow: Genau, also so stellt man sich ja so eine klassische Supervision vor.
- 33:55Marie Leistikow: Wir sind da aber noch in den Kinderschuhen
- 33:57Marie Leistikow: und müssen uns dann noch viele Gedanken zu machen und auch uns Kompetenz aneignen diesbezüglich.
- 34:02Marie Leistikow: Da
- 34:03Marie Leistikow: haben wir aber konkrete Pläne und wir wollen die Supervision beginnen mit den neuen Mitarbeitenden, die neu eingestalten.
- 34:10Michael (Mike) Stanley: Sehr cool.
- 34:10Marie Leistikow: Genau.
- 34:11Marie Leistikow: Aber wie gesagt, das steckt noch in den Kinderschuhen, aber das ist auf jeden Fall ein großes Ziel.
- 34:15Marie Leistikow: Die Zusammenarbeit mit den Schulen
- 34:17Marie Leistikow: sollte, glaube ich, auch noch erwähnt werden.
- 34:19Marie Leistikow: Also die Zusammenarbeit mit den Schulen ist grundsätzlich ja da, aber wir möchten sie enger gestalten, wir möchten mehr in den Austausch gehen mit den Schulen.
- 34:25Marie Leistikow: Um Ergebnisse der Qualitätserfassung in die Ausbildung einfließen zu lassen.
- 34:29Michael (Mike) Stanley: Ja.
- 34:29Marie Leistikow: Grundsätzlich.
- 34:30Michael (Mike) Stanley: Ja, stark.
- 34:31Michael (Mike) Stanley: Klingt auf jeden Fall, als hättet ihr euch viel vorgenommen.
- 34:34Marie Leistikow: Soll ich noch mehr erzählen?
- 34:35Michael (Mike) Stanley: Ja, wenn du noch mehr hast, sehr gerne.
- 34:37Marie Leistikow: Okay.
- 34:38Marie Leistikow: Die
- 34:39Marie Leistikow: engere Zusammenarbeit mit anderen Rettungsdiensten,
- 34:42Marie Leistikow: um gemeinsame Ziele und Methoden zu entwickeln.
- 34:45Marie Leistikow: Da haben wir schon angefangen.
- 34:47Marie Leistikow: Wir haben mit dem Kreis Schleswig-Flensburg und der Stadt Flensburg gemeinsam das High-Performance-Konzept weiterentwickelt.
- 34:54Michael (Mike) Stanley: High Performance CPR.
- 34:55Marie Leistikow: High Performance CPR
- 34:56Marie Leistikow: Konzept weiterentwickelt, genau.
- 34:58Michael (Mike) Stanley: Das heißt, wenn ihr gebietsübergreifend Einsätze habt, dann ist das Ziel, dass sozusagen alle
- 35:03Michael (Mike) Stanley: nicht nur aus dem einen Kreis, sondern aus allen Rettungsdienstbereichen, die jetzt genannt wurden, dasselbe Reanimationskonzept vor Augen haben.
- 35:09Marie Leistikow: Korrekt, genau.
- 35:10Marie Leistikow: Ja, sehr gut.
- 35:11Marie Leistikow: Das wird
- 35:11Marie Leistikow: das ähnlich, wenn nicht sogar gleich fortbilden und lehren
- 35:14Marie Leistikow: und eben dann die
- 35:16Marie Leistikow: Einsätze, die in Realität stattfinden, trigerübergreifend sozusagen
- 35:20Marie Leistikow: auch auf einem Niveau durchgeführt werden können.
- 35:22Michael (Mike) Stanley: Super.
- 35:23Michael (Mike) Stanley: Noch mehr?
- 35:25Marie Leistikow: Ja, die Feedbackkultur möchten wir gerne weiterentwickeln, also passend jetzt zum Thema.
- 35:29Marie Leistikow: Ja.
- 35:30Marie Leistikow: Also wir pflegen den nicht bestrafenden Umgang mit Fehlern grundsätzlich.
- 35:33Marie Leistikow: Das machen wir schon jahrelang.
- 35:35Marie Leistikow: Und wir möchten gerne, dass das weiter ausgebaut wird, also dass die Leute sensibilisiert werden
- 35:40Marie Leistikow: diesbezüglich.
- 35:42Marie Leistikow: Und
- 35:42Marie Leistikow: Selbstreflexionen ausüben.
- 35:44Marie Leistikow: Mhm.
- 35:45Marie Leistikow: Das muss halt nochmal irgendwie kommuniziert werden, das muss jeden Tag durchgeführt werden, da muss Routine rein, das muss zum ganz normalen Tagesablauf dazugehören.
- 35:54Michael (Mike) Stanley: Ja, sehr spannender
- 35:56Michael (Mike) Stanley: Punkt
- 35:56Michael (Mike) Stanley: und glaube ich
- 35:57Michael (Mike) Stanley: ist auch zum einen bitter nötig und ich glaube, das sehen die Leute auch so.
- 36:01Michael (Mike) Stanley: Ich jedenfalls sehe das so und gleichzeitig weiß ich, dass es halt doch.
- 36:05Michael (Mike) Stanley: .
- 36:05Michael (Mike) Stanley: So ist, dass ich mir natürlich manchmal schon, je nachdem, wie auch meine Stimmungslage ist, ertappt fühle, wenn Leute mir Feedback geben.
- 36:11Michael (Mike) Stanley: Egal wie wichtig ich Feedback finde und Feedbackkultur finde, manchmal erwischt
- 36:15Michael (Mike) Stanley: sie mich auch auf den falschen Fuß.
- 36:17Michael (Mike) Stanley: Und ich glaube, da müssen wir einfach hinkommen, dass das völlig selbstverständlich ist und dass das auch so normal ist, dass die Leute sich nicht angegriffen fühlen davon.
- 36:24Michael (Mike) Stanley: Und da muss ich auch noch dran arbeiten.
- 36:26Michael (Mike) Stanley: Gibt es noch mehr Punkte?
- 36:29Michael (Mike) Stanley: Ja.
- 36:31Michael (Mike) Stanley: Erzähl!
- 36:32Marie Leistikow: Wir möchten mehr Kontakt zu den Mitarbeitenden im Einsatzdienst haben.
- 36:36Marie Leistikow: Und auch regeren Austausch über Einsätze grundsätzlich durchführen.
- 36:40Marie Leistikow: Was heißt Erfahrung und Anwendung von Maßnahmen zum Beispiel?
- 36:44Marie Leistikow: Als Beispiel sei genannt, regelmäßige Podcasts erstellen oder Online-Fortbildungen machen.
- 36:49Marie Leistikow: Also, das ist ja jetzt auch schon so, dass man Anrufe bekommt
- 36:53Marie Leistikow: von Leuten aus dem Einsatzdienst, die fragen: Hey Mensch Marie
- 36:56Marie Leistikow: Wir hatten gerade so einen Einsatz mit so einem Patienten, der hatte folgende Symptomatik und ich habe das und das gemacht.
- 37:01Marie Leistikow: Meinst du, das war richtig?
- 37:03Marie Leistikow: Und das ist total wertvoll.
- 37:05Marie Leistikow: Da hat der Mitarbeitende im Einsatzdienst sich Gedanken gemacht zu der Patientenversorgung, war sich unsicher
- 37:10Marie Leistikow: und hat sich dann dadurch noch eine Meinung von einer externen Person eingeholt.
- 37:15Marie Leistikow: Und
- 37:15Marie Leistikow: das soll
- 37:16Marie Leistikow: natürlich nicht jeden Tag am laufenden Band passieren, aber das soll
- 37:20Marie Leistikow: zum Standard werden,
- 37:22Marie Leistikow: dass die Mitarbeitenden
- 37:23Marie Leistikow: aus dem Einsatzdienst wissen, sie können jederzeit
- 37:26Marie Leistikow: sich an uns wenden.
- 37:27Marie Leistikow: Und auch Fragen stellen, auch außerhalb von Einsatzdokumentation.
- 37:32Michael (Mike) Stanley: Ja, das finde ich auch super wertvoll und ich finde total wertvoll, was du vorhin gesagt hast
- 37:36Michael (Mike) Stanley: mit
- 37:36Michael (Mike) Stanley: Dem nicht strafenden Umgang mit Fehlern, das hat Frank Flag
- 37:39Michael (Mike) Stanley: in der ersten Folge auch erwähnt, dass das in seinem Rettungsdienstbereich auch so gelebt wird.
- 37:42Michael (Mike) Stanley: Und das dauert ja auch immer einen Moment, bis sozusagen das Vertrauen dann wächst, bis die Leute feststellen, dass das wirklich so ist und was das praktisch bedeutet.
- 37:50Michael (Mike) Stanley: Aber ich glaube, dass es, wenn man
- 37:52Michael (Mike) Stanley: so
- 37:53Michael (Mike) Stanley: auch nach CRM-Grundsätzen
- 37:55Michael (Mike) Stanley: eine Just
- 37:56Michael (Mike) Stanley: Culture erreichen möchte
- 37:58Michael (Mike) Stanley: und auch eine moderne
- 37:59Michael (Mike) Stanley: Governance-Struktur aufbauen möchte, dann braucht man auf jeden Fall einen nicht strafenden Umgang mit Fehlern.
- 38:03Michael (Mike) Stanley: Und das ist natürlich was, was als allererstes beim Management anfängt, wie auch immer das nebenbei bei den Rettungsdienstbereich organisiert ist, aber da muss das ja im Kopf Klick gemacht haben und die müssen das verstehen.
- 38:13Michael (Mike) Stanley: Sonst kann man es nicht vorleben und sonst ist es ja unglaubwürdig.
- 38:16Michael (Mike) Stanley: Also auf so einem Zettel an der Wand braucht das nicht hängen, sondern das muss gelebt werden.
- 38:20Marie Leistikow: Das ist ja auch.
- 38:21Marie Leistikow: Ein großer Teil der Selbstreflexion.
- 38:23Marie Leistikow: Also es fängt ja mit einer Selbstreflexion an,
- 38:25Marie Leistikow: was wir auch schon besprochen hatten.
- 38:27Marie Leistikow: Und durch diese Erkenntnisse, die man dann gewonnen hat und festgestellt hat.
- 38:30Marie Leistikow: Ich habe vielleicht ein falsches Medikament gegeben
- 38:32Marie Leistikow: oder
- 38:33Marie Leistikow: ich war beim Polytrauma zwei Stunden vor Ort,
- 38:36Marie Leistikow: dass man diese Erkenntnis gewinnt.
- 38:38Marie Leistikow: Das ist ja schon mal der erste richtig, richtig wertvolle Schritt.
- 38:42Marie Leistikow: Und dann auch noch zu kommunizieren
- 38:44Marie Leistikow: mit dem Sachgebiet medizinische Versorgung zum Beispiel.
- 38:47Marie Leistikow: Dass ein Fehler gemacht wurde.
- 38:49Marie Leistikow: Das
- 38:50Marie Leistikow: ist ja so viel wertvoller, als wenn das sanktioniert wird.
- 38:53Michael (Mike) Stanley: Voll.
- 38:54Michael (Mike) Stanley: Und die Luftfahrt weiß das schon lange und versucht das auch schon lange umzusetzen.
- 38:58Michael (Mike) Stanley: Und in der Medizin sind wir gerade so ein bisschen am, ich weiß nicht, ob wir
- 39:01Michael (Mike) Stanley: aufholen, aber am Nachholen zumindest.
- 39:03Michael (Mike) Stanley: Und ich freue mich sehr, dass das jetzt auch im Rettungsdienst immer mehr sich ausbreitet, auch schon bei der ersten Folge.
- 39:08Michael (Mike) Stanley: gab es das ein oder andere Feedback von HörerInnen, die gesagt haben, dass diesen nicht strafenden Umgang mit Fehlern, dass sie den Begriff zum ersten Mal gehört haben und dass sich damit jetzt beschäftigen und so.
- 39:18Michael (Mike) Stanley: Also
- 39:19Michael (Mike) Stanley: Vielleicht, weil wir es jetzt nochmal erwähnt haben, vielleicht wird das ja auch noch im einen oder anderen Rettungsdienst
- 39:23Michael (Mike) Stanley: sich etablieren.
- 39:24Michael (Mike) Stanley: Habt ihr noch mehr Punkte auf der To-Do-Liste
- 39:28Marie Leistikow: Ja, wir haben natürlich auch bestimmt noch ganz, ganz viele mehr.
- 39:31Marie Leistikow: Wir sind ja irgendwie Visionäre und
- 39:33Marie Leistikow: man hat ja immer das Bedürfnis, alles perfekt zu machen
- 39:36Marie Leistikow: und
- 39:37Marie Leistikow: Die Welt zu verändern, aber so spezielle Punkte haben wir notiert und einen Punkt haben wir noch
- 39:42Marie Leistikow: und das ist die Rettungssanität
- 39:44Marie Leistikow: da stärken.
- 39:45Marie Leistikow: In ihrer Arbeit,
- 39:46Marie Leistikow: damit sie das, was sie gelernt haben, auch eigenverantwortlich umsetzen.
- 39:51Marie Leistikow: Besonders im Hinblick auf zukünftige Rettungsmittel, die noch neu eingeführt werden, vielleicht und in einigen Bereichen auch schon
- 39:58Marie Leistikow: besetzt
- 39:58Marie Leistikow: werden und im Einsatz sind.
- 40:00Michael (Mike) Stanley: Du spielst auf NKTW drauf an.
- 40:02Marie Leistikow: Genau.
- 40:02Michael (Mike) Stanley: Ja, genau.
- 40:03Michael (Mike) Stanley: Die gibt es in Schleswig-Holstein noch nicht im Rettungsdienstgesetz, aber das Rettungsdienstgesetz wird ja möglicherweise bald novelliert und dann könnten es auch NKTW in Schleswig-Holstein geben.
- 40:11Marie Leistikow: Genau.
- 40:12Marie Leistikow: Und
- 40:13Marie Leistikow: um da schon so ein bisschen vor der Lage zu sein, legen wir da auch sehr viel Wert drauf, dass auch die Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter
- 40:21Marie Leistikow: in der Fortbildung ihre
- 40:23Marie Leistikow: Maßnahmen auch anwenden
- 40:24Marie Leistikow: am Patienten und üben.
- 40:25Michael (Mike) Stanley: Das finde ich persönlich sehr gut, das hatte ich mit Frank schon besprochen, dass ich das auch von früher so kenne
- 40:30Michael (Mike) Stanley: zu meiner Rettaszeit, dass
- 40:32Michael (Mike) Stanley: Fitte Rettsern da
- 40:33Michael (Mike) Stanley: absolut
- 40:33Michael (Mike) Stanley: total wertvoll waren auf dem RTW und auch souverän auf jeden Fall
- 40:37Michael (Mike) Stanley: IV-Zugänge gelegt haben.
- 40:39Michael (Mike) Stanley: Und das ist ja mir nicht klar, warum das nur Notversenkiter
- 40:42Michael (Mike) Stanley: können sollten.
- 40:43Michael (Mike) Stanley: Und davor gab es ja auch eine Zeit, da hieß es, es können nur Notärzte und auch das war mir nie klar, warum sollten
- 40:48Michael (Mike) Stanley: nur die das können.
- 40:49Michael (Mike) Stanley: Insofern freut mich das total, wenn ihr da auch die RettungssanitäterInnen im Blick habt.
- 40:54Michael (Mike) Stanley: Ich glaube auch
- 40:55Michael (Mike) Stanley: im Hinblick darauf, dass wir, also
- 40:58Michael (Mike) Stanley: zum einen seid eher ein sehr großer Flächenlandkreis mit relativ wenig Einwohnern, soweit ich weiß.
- 41:02Michael (Mike) Stanley: Das bedeutet natürlich lange Transportwege und eine relativ dünne Besiedlung.
- 41:06Michael (Mike) Stanley: Aber zum anderen auch in Vorbereitung auf resiliente Strukturen, ob das jetzt Naturkatastrophen sind oder vielleicht auch die Verteidigungslagen, die immer wieder diskutiert werden.
- 41:17Michael (Mike) Stanley: Da werden wir einen Rettungsdienst brauchen, der eine hohe Handlungsfähigkeit hat.
- 41:21Michael (Mike) Stanley: Und es ist, glaube ich, nicht schlau, wenn wir da
- 41:23Michael (Mike) Stanley: Handlungskompetenz in einzelne Fahrzeuge bündeln, sondern es ist auf jeden Fall gut, wenn da in der Fläche die Leute fit sind.
- 41:29Michael (Mike) Stanley: Auf jeden Fall.
- 41:30Michael (Mike) Stanley: Wie ist denn deine Beobachtung oder eure Beobachtung, wenn ihr diese ganze Auswertung macht?
- 41:36Michael (Mike) Stanley: Ist denn euer Erleben
- 41:37Michael (Mike) Stanley: das
- 41:38Michael (Mike) Stanley: Je
- 41:38Michael (Mike) Stanley: mehr Schwierigkeiten habt durch fehlerhafte Anwendung von Verfahrensanweisungen, also
- 41:43Michael (Mike) Stanley: dass es da zu Patientenschaden kommt oder zu potenziellen Patientenschaden.
- 41:46Michael (Mike) Stanley: Oder habt ihr eher
- 41:48Michael (Mike) Stanley: die Herausforderung mit dem Unterlassen von Maßnahmen, also dass sozusagen gar nicht Versorgung stattgefunden hat?
- 41:53Marie Leistikow: Meiner Erfahrung nach
- 41:55Marie Leistikow: entstehen die meisten Patienten
- 41:57Marie Leistikow: Schädigungen durch das Unterlassen von Maßnahmen.
- 42:00Marie Leistikow: Also nicht, dass die Leute übers Ziel hinaus schießen, sondern eher im Gegenteil, dass Maßnahmen, die indiziert gewesen wären, nicht angewendet wurden.
- 42:10Marie Leistikow: Das
- 42:10Marie Leistikow: zeigt mir, dass
- 42:12Marie Leistikow: mit Maßnahmen oder mit Medikamenten eher zögerlich umgegangen wird
- 42:16Marie Leistikow: und dass es da noch Schwierigkeiten gab
- 42:19Marie Leistikow: bei der Indikationsstellung.
- 42:20Michael (Mike) Stanley: Und ist es so, dass die Leute
- 42:23Michael (Mike) Stanley: dass
- 42:23Michael (Mike) Stanley: dann sozusagen
- 42:24Michael (Mike) Stanley: Maßnahmen nicht ergreifen, weil sie unsicher sind in der Maßnahme
- 42:27Michael (Mike) Stanley: oder weil sie unsicher sind, ob die Maßnahme gebraucht
- 42:30Michael (Mike) Stanley: wird.
- 42:31Michael (Mike) Stanley: Ich
- 42:31Marie Leistikow: glaube, die Indikation,
- 42:33Marie Leistikow: also die Entscheidung zu treffen, der Patient
- 42:36Marie Leistikow: hat diese und diese Symptome.
- 42:38Marie Leistikow: Ich habe die Verdachtsdiagnose XY, zu dieser Verdachtsdiagnose XY
- 42:42Marie Leistikow: Zählt auch
- 42:43Marie Leistikow: folgende
- 42:43Marie Leistikow: Medikamentengaben.
- 42:44Michael (Mike) Stanley: Ja, also
- 42:45Michael (Mike) Stanley: vielleicht sozusagen Vertrauen in die eigene Verdachtsdiagnose zu haben.
- 42:48Michael (Mike) Stanley: Ja.
- 42:49Michael (Mike) Stanley: Ja, verstehe ich.
- 42:50Michael (Mike) Stanley: Das kann ich sehr gut noch vollziehen, persönlich.
- 42:52Michael (Mike) Stanley: Ja, sehr spannend.
- 42:54Michael (Mike) Stanley: In vielen Gesprächen und also zu Retterszeiten war es ja gang und gäbe, dass die größte Sorge, die kommuniziert wurde, war ja, dass Kolleginnen
- 43:03Michael (Mike) Stanley: mit einer Maßnahme Schaden anrichten.
- 43:05Michael (Mike) Stanley: Und der Klassiker war ja, dass man zum Beispiel mit einem Betäubungsmittel dem Patienten dann in die Apnoe spritzt, was
- 43:13Michael (Mike) Stanley: möglicherweise passieren kann, aber was ja bei sachangemessener
- 43:17Michael (Mike) Stanley: Versorgung
- 43:18Michael (Mike) Stanley: äußerst
- 43:18Michael (Mike) Stanley: unwahrscheinlich ist und die milde Brady-Pnö, die wir alle glaube ich schon mal beobachtet haben, ja in der Regel mit Atemkommandos oder einer Sauerstoffbrille.
- 43:26Michael (Mike) Stanley: Wunderbar zu handeln ist.
- 43:27Michael (Mike) Stanley: Und auch die Beutelmaskenbeatmung ist ja was, was wir erlernen.
- 43:31Michael (Mike) Stanley: Trotzdem scheint mir da auf der Fokus drauf zu liegen, dass sozusagen die Sorge ist: naja, wenn jetzt Maßnahme X ergriffen wird, dann könnte Nebenwirkung Y
- 43:38Michael (Mike) Stanley: entstehen.
- 43:39Michael (Mike) Stanley: Oder Maßnahme X wird ergriffen, obwohl das gar nicht nötig wäre.
- 43:42Michael (Mike) Stanley: Und darum drehen sich ganz viele Diskussionen.
- 43:44Michael (Mike) Stanley: Nicht so viel darum, was denn passiert, wenn ein Patient jetzt zum Beispiel keine Anargesie bekommt, obwohl er die gerne hätte und bräuchte.
- 43:53Michael (Mike) Stanley: Oder wenn ein Patient
- 43:54Michael (Mike) Stanley: keine andere medikamentöse Versorgung bekommt.
- 43:57Marie Leistikow: Auf jeden Fall.
- 43:58Michael (Mike) Stanley: Sehr interessant, dass das auch deine Beobachtung ist.
- 44:01Michael (Mike) Stanley: Ich hoffe, dass wir vielleicht irgendwann mal schaffen, da den Diskussionskreis zu verändern oder den Diskussionsfokus zu verändern und uns mehr darüber zu unterhalten, ob indizierte Maßnahmen durchgeführt werden.
- 44:12Michael (Mike) Stanley: Super, das war eine Riesenlatte an Dingen, die ihr noch vorhabt und ich finde total schön, dass du gesagt hast, ihr seid ja auch Visionärer, als wäre das was Selbstverständliches.
- 44:21Michael (Mike) Stanley: Ich erlebe da so eine Riesen Streubreite von Rettungsdiensten
- 44:26Michael (Mike) Stanley: und durchaus Rettungsdienste, die eben visionär sein wollen und die gerne Veränderungen schaffen wollen oder die in der Vergangenheit auch schon ganz viel Veränderung gemacht haben.
- 44:35Michael (Mike) Stanley: Und jetzt vielleicht gerade eine Phase
- 44:37Michael (Mike) Stanley: der Erholung haben und vielleicht wieder Visionäre werden.
- 44:39Michael (Mike) Stanley: Und es gibt natürlich auch Rettungsdienstbereiche, wo sehr viel einfach der Status quo verwaltet wird und so wie es ist
- 44:45Michael (Mike) Stanley: geguckt wird, dass da die Formulare stimmen und dass da irgendwie die Abläufe stimmen.
- 44:49Michael (Mike) Stanley: Insofern ist es schön und wollte ich auch gerne alle Punkte hören, die du hast, weil ich hoffe, dass es vielleicht auch Anregungen gibt für andere Bereiche.
- 44:55Michael (Mike) Stanley: Ich würde sagen, wir haben einen schönen Einblick bekommen darin, was das Sachgebiet medizinische Versorgung im Rettungsdienstkreis Nordfriesland
- 45:03Michael (Mike) Stanley: Alles tut,
- 45:05Michael (Mike) Stanley: alles macht, mit dem Schwerpunkt auf deine Rolle, Marie, als
- 45:08Michael (Mike) Stanley: ja, ich nenne es jetzt mal Qualitätsmanagement, so nennt ihr es wahrscheinlich intern
- 45:11Michael (Mike) Stanley: nicht ganz.
- 45:12Michael (Mike) Stanley: Und
- 45:13Michael (Mike) Stanley: im Prinzip klingt es für mich wie eine
- 45:15Michael (Mike) Stanley: Governance-Struktur, die ihr aufgebaut habt, wo der Rettungsdienst also nicht nur rettet, sondern auch guckt, wie er rettet.
- 45:23Michael (Mike) Stanley: und Einfluss darauf nimmt, dass die Rettung immer besser wird und dass die Versorgung
- 45:27Michael (Mike) Stanley: immer besser wird.
- 45:28Michael (Mike) Stanley: Und ich finde es auch sehr beeindruckend zu hören, was ihr alles noch vorhabt, um das Ganze zu verbessern.
- 45:33Michael (Mike) Stanley: Vielleicht lade ich dich einfach nochmal in einem Ja ein zu diesem Podcast und dann berichtest du mal, ob das da Veränderungen gegeben hat in der Zwischenzeit.
- 45:40Marie Leistikow: Total gerne.
- 45:42Michael (Mike) Stanley: Okay, super.
- 45:42Michael (Mike) Stanley: Dann vielen Dank auch, dass du die Zeit genommen hast.
- 45:45Marie Leistikow: Sehr gerne.
- 45:46Michael (Mike) Stanley: Sehr cool.
- 45:50Michael (Mike) Stanley: Das
- 45:51Michael (Mike) Stanley: waren, wie ich finde,
- 45:52Michael (Mike) Stanley: sehr spannende Einblicke.
- 45:54Michael (Mike) Stanley: Und
- 45:54Michael (Mike) Stanley: so etwas
- 45:55Michael (Mike) Stanley: wie hier beschrieben
- 45:57Michael (Mike) Stanley: gibt es, glaube ich, noch nicht so oft im deutschen Rettungsdienst.
- 46:00Michael (Mike) Stanley: Wie ist das bei euch?
- 46:01Michael (Mike) Stanley: Habt ihr so eine ähnliche Struktur?
- 46:03Michael (Mike) Stanley: Gibt es bei euch Feedback?
- 46:04Michael (Mike) Stanley: Wenn ja, auch wenn was gut gelaufen ist oder immer nur, wenn irgendwas schief gegangen ist.
- 46:09Michael (Mike) Stanley: Gibt es bei euch regelmäßig Feedback, wenn ihr heilkundliche Maßnahmen ergriffen
- 46:13Michael (Mike) Stanley: habt?
- 46:14Michael (Mike) Stanley: Oder gibt
- 46:15Michael (Mike) Stanley: es bei euch Feedback, wenn ihr Maßnahmen unterlassen habt.
- 46:18Michael (Mike) Stanley: Und
- 46:19Michael (Mike) Stanley: zum zweiten Mal haben wir jetzt in diesen Podcast-Folgen
- 46:22Michael (Mike) Stanley: auch die Phrase
- 46:24Michael (Mike) Stanley: nicht-bestrafender Umgang mit Fehlern gehört.
- 46:27Michael (Mike) Stanley: Das erste Mal war in Folge 1 mit Frank Flake.
- 46:31Michael (Mike) Stanley: Gibt es das bei euch auch?
- 46:32Michael (Mike) Stanley: Ist das bei euch etabliert
- 46:34Michael (Mike) Stanley: oder hört
- 46:35Michael (Mike) Stanley: ihr das jetzt auch zum zweiten Mal?
- 46:37Michael (Mike) Stanley: Fragt euch, was sich da eigentlich genauer hinter verbergen soll oder ob das wirklich in echt
- 46:41Michael (Mike) Stanley: geben kann.
- 46:42Michael (Mike) Stanley: Wenn ihr in einem Rettungsdienstbereich arbeitet, wo es keine
- 46:46Michael (Mike) Stanley: Feedback-Struktur gibt und kein Governance-System
- 46:49Michael (Mike) Stanley: gibt, würdet ihr euch sowas wünschen?
- 46:51Michael (Mike) Stanley: Seid ihr so wie ich damals als Rettungsassistent und denkt euch, naja, ich würde schon gern wissen, wo ich da stehe und wie ich mich verbessern kann?
- 46:59Michael (Mike) Stanley: Oder sagt ihr, nee, das kann mir alles gestohlen
- 47:02Michael (Mike) Stanley: bleiben?
- 47:02Michael (Mike) Stanley: Egal wie ihr darüber denkt, mich würde das sehr interessieren.
- 47:04Michael (Mike) Stanley: Teilt
- 47:05Michael (Mike) Stanley: mir eure Gedanken gerne mit, entweder über Kommentare in Social Media
- 47:10Michael (Mike) Stanley: oder
- 47:10Michael (Mike) Stanley: auch gerne als E-Mail
- 47:12Michael (Mike) Stanley: an podcast.
- 47:13Michael (Mike) Stanley: dbrd.
- 47:14Michael (Mike) Stanley: de.
- 47:14Michael (Mike) Stanley: Ich freue mich von euch zu hören bzw.
- 47:16Michael (Mike) Stanley: zu lesen.
- 47:17Michael (Mike) Stanley: Passt aufeinander auf, bis zum nächsten Mal und denkt immer daran, Performance ist kein Verbrechen.