Latest / ntv Wirtschaft / Mehr Zinsen aufs Tagesgeld, teurere Baukredite? Warum der höhere Leitzins uns alle betrifft
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- Die Europäische Zentralbank hebt die Zinsen an. Und das spüren Sparer, Kreditnehmer und Hauskäufer direkt. In den USA steigen die Preise ebenfalls. Doch Donald Trump sagt, ich liebe die Inflation. Außerdem schauen wir auf die internationale Luftfahrtmesse in Berlin. Und darauf, ob der Börsengang von SpaceX für Anleger eine Chance ist. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Die Europäische Zentralbank hebt den Leitzins an. Von 2 auf 2,25 Prozent. Der Grund liegt vor allem bei den Energiepreisen. Öl, Gas und andere Kosten ziehen durch den Iran-Krieg kräftig an. Und das treibt die Inflation wieder hoch. Für Verbraucherinnen und Verbraucher heißt das, wer Geld auf dem Tagesgeldkonto liegen hat, kann vielleicht wieder auf bessere Zinsen hoffen. Aber wer einen Kredit braucht, muss genauer hinschauen. Baukredite, Ratenkredite oder Anschlussfinanzierungen können teurer werden. Was das konkret bedeutet, sagt uns Ralf Schärfling von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Das ist leider in der Tat so, dass bei Leitzinserhöhungen die Kredite ziemlich zeitnah angepasst werden, während es bei den Habenzinsen etwas dauert. Und einige Banken und Sparkassen, die passen ja auch gar nicht nach oben an. Auch das gehört leider zur Wahrheit. Und wenn die EZB die Leitzinsen senkt, haben wir den umgekehrten Effekt, dass das im Zweifel das Kurzfristige immer unvorteilhaft ist für die verbrauchenden Verbraucher. Also für einen Vergleich, wo bekomme ich mehr Zinsen, da kann man durchaus auch das Internet nutzen. Wir haben dort sehr viele Vergleichsportale. Hier empfiehlt es sich dann auch, diese Vergleichsportale zu nutzen, aber eben nicht nur eins, sondern auch mehrere Portale, damit man eben auch die Ergebnisse abgleichen kann. Und dann sollte man nicht nur auf den Zins schauen, sondern auch natürlich, was ist das für eine Bank, was gilt dort für eine Einlagensicherung. Aber dieser Vergleich wird sich, denke ich mal, lohnen und man sollte sich auch nicht scheuen, grundsätzlich dann auch die Bank zu wechseln, wenn das eigene Institut deutlich schlechtere Konditionen bietet. Und gerade die Leute, die jetzt überlegen, eine Immobilie zu bauen oder zu kaufen und die relativ weit in der Planung sind, die können nochmal schauen, ob die ihre Planung auf der Zielgeraden nochmal etwas beschleunigen können. Und die Menschen, die vor einer Umschuldung stehen, das heißt, die Zinsbindung läuft aus, da sollte man schauen, kann ich hier möglicherweise noch Sondertilgungen machen, damit der Restkredit etwas niedriger ist und lohnt es sich gegebenenfalls auch hier über ein Vorwort-Darlehen nachzudenken. Das heißt, ich sichere mir das heutige Zinsniveau. Das würde zwar etwas kosten. Man wäre bei möglichen weiteren Zinserhöhungen aber abgesichert. Bereits vor der Anhebung hatten die deutschen Gewerkschaften gewarnt. Der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Gewerkschaftsbundes, Stefan Körzell, sagte der Nachrichtenagentur Reuters, eine Zinserhöhung sei in der gegenwärtigen Situation ein schwerer Fehler und würde die wirtschaftliche Erholung mutwillig noch weiter abwürgen. Doch das sehen Fachleute wie der Chefvolkswirt bei der ING Deutschland, Carsten Pscheski, nicht so dramatisch. Also ganz ehrlich, da sollte man die Kirche mal im Dorf lassen. 0,25 Prozentpunkte, über die wir reden, 25 Basispunkte, machen nicht den Unterschied zwischen Wirtschaftswunder und Rezession aus. Die spüren wir in der Realwirtschaft fast gar nicht. Das geht so ein bisschen darum, da kann man eventuell sparen, wird ein bisschen attraktiver wieder. Aber die Märkte, wie es so schön heißt, das sind ja die Zinsen, die wirklich letztendlich relevant sind für Leute, die einen Kredit brauchen. Das sind die Kapitalmarktzinsen und die haben ja schon alles eingepreist. Also 25 Basispunkte ist eigentlich gar nichts. Ja, es wird wahrscheinlich noch mal eine weitere Zinserhöhung geben. Aber das Schwierige für die EZB wird sein, muss sie jetzt wirklich auf die geldpolitische Bremse treten, wissend, dass sie damit nicht den Krieg im Nahen Osten beendet und auch nicht die Ölpreise runterbringt. Aber sie hat natürlich Angst vor diesen Zweitrundeneffekten, vor einem weiteren Anstieg der Inflationsrate. Und das Schlimmste ist, die EZB erinnert sich an 2022. Und damals war sie viel zu spät. Und das wird so ein bisschen dafür sorgen, da kommt noch eine zweite Zinserhöhung, wird noch kommen, aber vielmehr nicht, denn ich habe nicht so viel Angst vor einem starken Anstieg der Inflationsrate. Und der Blick in die USA zeigt, warum das Thema Inflation gerade wieder so heikel ist. Dort sind die Verbraucherpreise im Mai deutlich gestiegen, um 4,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Besonders Energie wird teurer, Benzin kostet sogar rund 40 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Gründe sind der Iran-Krieg und die Blockade der Straße von Hormuz. Durch diese wichtige Route läuft ein großer Teil des weltweiten Ölhandels. Für viele Amerikaner heißt das ganz praktisch, Tanken wird teurer, der Einkauf wird teurer und Unternehmen zahlen mehr für Energie, Öl, Gas und Dünger. Diese Kosten können dann wieder bei den Kunden landen. Umso irritierender wirkt die Reaktion von Donald Trump. Auf die Frage, ob ihn der Preisanstieg beunruhige, sagt er, ich liebe die Inflation. Die Demokraten greifen ihn dafür scharf an. Sie sagen, wer so spricht, versteht nicht, wie sehr steigende Preise viele Haushalte belasten. Die Republikaner verteidigen Trump und sagen, die Aussage sei aus dem Zusammenhang gerissen. Von teurer Energie und höheren Zinsen gehen wir nach Berlin zur internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung. Dort geht es nicht nur um Flugzeuge, Drohnen und glänzende Technik. Es geht auch um die Frage, wie stark Deutschland als Luftfahrtstandort bleibt. Bundeskanzler Friedrich Merz nennt die Branche eine Schlüsselindustrie. Sie steht für Innovation, Arbeitsplätze, Exportkraft und immer stärker auch für Verteidigung. Die Bundesregierung hat dafür eine neue Luftfahrtstrategie beschlossen. Unter anderem sollen Regelungen für die Luftfahrt abgebaut werden, die über EU-Vorgaben hinausgehen. Auch könnte für Luftfahrtunternehmen der Zugang zu staatlichen Fördermitteln vereinfacht werden. Spezielle Förderprogramme des Bundes sollen auf die Entwicklung neuer Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge ausgerichtet werden. Warum die neue Strategie aus Sicht der Luftfahrtbranche noch nicht reicht, erklärt jetzt Luftfahrtexperte Michael Santo. Das Papier, was wir heute haben, ist tatsächlich ein gutes Buch mit einem tollen Inhaltsverzeichnis und Klappentext, aber weit entfernt davon, konkret die Themen der Branche anzugehen. Wir brauchen deutlich mehr Konkretisierung, insbesondere wenn es um die Wettbewerbsfähigkeit der Branche geht in Deutschland. Wir sollten sehr konkret die Förderprogramme benennen. Wir sollten die auch mit Maßnahmen, Geldern hinterlegen. Wir sollten eine klare Adressierung für den Mittelstand hineinbringen, was es bedeutet. Das sind für mich die Kernthemen, die adressiert werden müssen. Und insgesamt brauchen wir mehr Ziele und mehr Konkretisierung in dieser Strategie. Jetzt an die Börse. Und zwar zu einem Namen, der nach Zukunft klingt. SpaceX. Anleger und Banken fiebern dem Börsengang von Elon Musks Raumfahrtfirma entgegen. Es könnte der größte Börsengang der Geschichte werden. Und genau deshalb schauen viele Kleinanleger hin und fragen sich, ist das eine einmalige Chance oder ist da schon sehr viel Hype eingepreist? SpaceX steht für Raketen, Satelliteninternet über Starlink und große Pläne im All. Für Musk könnte der Börsengang außerdem ein weiterer riesiger Vermögenssprung werden. Im Raum steht sogar die Frage, ob er dadurch zum Billionär wird. Aber gerade bei solchen Rekordgeschichten gilt, je größer die Euphorie, desto wichtiger der kühle Blick. Denn auch ein faszinierendes Unternehmen kann an der Börse teuer sein. Und wer privat investiert, sollte nicht nur auf den Namen Elon Musk schauen, sondern auch auf Bewertung, Risiko und den eigenen Anlagehorizont. Ob SpaceX für Anleger wirklich eine Chance ist oder ob man lieber vorsichtig bleiben sollte. Für den Kapitalmarkt-Strategen Stefan Risse steht fest. Also wir kaufen sie nicht, denn wir kaufen nur Dinge, die wir irgendwie prognostizieren können. Dabei prognostizieren wir nicht Börsenkurse, sondern wir versuchen zu prognostizieren, wie fallen denn die Gewinne in der Zukunft aus. Denn nur so kann ich ja den inneren Wert eines Unternehmens berechnen. So und das kann man bei SpaceX nicht. SpaceX sagt selber, Gewinne sind erstmal nicht zu erwarten wegen der großen Investitionen und wann da irgendwann mal Gewinne erzielt werden, weiß kein Mensch. Guckt man sich mal Tesla an, für die Aktionäre ohne Frage, die früh eingestiegen sind, bis heute ein gutes Geschäft, aber operativ betrachtet. Tesla hat bisher in seiner gesamten Lebenszeit netto gerade mal 35 Milliarden verdient. Und wir reden über eine Firma, die mit 1,6 Billionen bewertet wird. Das alles ist nur aufgebaut auf Fantasie, auf selbstfahrenden Autos, die bisher immer noch nicht kommen, irgendwelchen Robotaxis, humanoiden Robotern. Wenn die Geschichte bei SpaceX genauso funktioniert, kann der Kurs auch steigen. Aber es braucht halt immer einen noch dümmeren, der einen noch höheren Preis bezahlt. Zum Schluss geht es noch um eine bekannte deutsche Modemarke, Hugo Boss. Der britische Milliardär und Großaktionär Mike Ashley will mit seiner Frazers Group das schwäbische Unternehmen übernehmen. Für fast zwei Milliarden Euro. Das Angebot stößt aber nicht gerade auf Begeisterung. Unsere Börsenreporterin Nancy Lanzendörfer mit den Details. Das war so nicht mit uns abgestimmt, sagt Hugo Boss, zum überraschend vorgelegten Übernahmeangebot von Mike Ashley und seiner Frazers Group. Der britische Textilien-, Schuh- und Sporthändler bietet 38 Euro für eine Hugo Boss-Aktie. Das ist nur rund 4 Prozent mehr als der Schlusskurs gestern und im letzten Sommer. Da notierte die Aktie noch bei über 42 Euro. Hugo Boss sagt, man werde das Angebot prüfen. Übernahmen in der Modebranche keine Seltenheit. Auch das Angebot vielleicht nicht von ungefähr, denn die Briten halten schon mehr als ein Viertel an Hugo Boss. Und erst vor einem Vierteljahr haben sie bekannt gegeben, dass sie auch bei einem anderen MDAX-Konzern eingestiegen sind, nämlich Puma. Der schwäbische Modekonzern Hugo Boss und die Börsianer, die werden jetzt erstmal, auf ein höheres Angebot hoffen. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.