Latest / Epoch Im Fokus / Um das Klima zu schützen: Dänemark besteuert Ausstoß von Rindern und Schweinen | Nr. 9456
Transcript
- 0:00Speaker 0: Willkommen zum EpochThumps Podcast mit dem Thema Stickstoff und Methan Steuer, um das Klima zu schützen.
- 0:06Speaker 0: Dänemark besteuert Ausstoß von Rindern und Schweinen.
- 0:10Speaker 0: Ein Artikel von Oliver Signos vom elften Juni, june, zwanzig sechsundzwanzig am Mikrofon Alexander Sieber.
- 0:16Speaker 0: Vertreter aus Regierung, Parteien Landwirtschaft und Naturschutz unterzeichneten Ende zwanzivierenzwanziger Vereinbarung die grundlegende Veränderungen in der dänischen Landwirtschaft vorsieht.
- 0:26Speaker 0: Bauern sollen für den Ausstoße ihre Tiere zahlen.
- 0:29Speaker 0: Zwanzig Prozent der Natur soll unterstützt gestellt werden.
- 0:33Speaker 0: Die dänischen Landwirte müssen ab zwanzig dreißig eine Steuer auf den Methanausstoß von Rindern und Schweinen bezahlen.
- 0:40Speaker 0: Dies hatte die Regierung des skandinavischen Landes bereits im November zwanziv vierundzwanzig beschlossen, die Fraktionen im Parlament einigten sich darüber überparteilich und kündigten finanzielle Unterstützung für die betroffenen Landwirten an.
- 0:53Speaker 0: Teilweise ausgleich durch Steuersenkung Denemark ist das erste Land weltweit, dass eine Steuer auf die von einem Betrieb produzierte Methanmenge erhebt.
- 1:01Speaker 0: Sie errechnet sich aus der Anzahl der Tiere und standardisierten Emissionsfaktoren.
- 1:06Speaker 0: Grundlage für die Steuer ist der Green-Tripartite Deal.
- 1:09Speaker 0: Darin ist festgelegt, dass Tierhalte ab zwanzig dreißig pro Tonne CO²-Equivalent – dreihundert Kronen – vierzig Prozent Euro zahlen.
- 1:18Speaker 0: Der Betrag steigt bis zu zweizig fünfunddreißig auf bis zu siebenhundert Fünfzig Kronen.
- 1:22Speaker 0: Gleichzeitig senkt die Regierung die Steuerlast für Landwirte deutlich, sodass sie ab zwanzig dreißig effektiv hundertzwanzig Kronen und ab zwantig fünfunddreißig dreihundert Kronnen pro Tonne zahlen.
- 1:33Speaker 0: Um das Vorhaben auf den Weg zu bringen hat die Regierung erstmals in der Geschichte des Landes eine Behörde gegründet, die den alleinigen Zweck hat ein politisches Abkommen umzusetzen – es erhielt den Namen Ministerium für das Grüne Dreierbündenis.
- 1:46Speaker 0: Im Sommer zwanzig vierundzwanzig unterzeichneten Vertreter aus Regierung, Parteien, Landwirtschaft und Naturschutz ein Abkommen für mehr Natur, sauberes Wasser und eine nachhaltige Transformation der Landwirtschaft.
- 1:58Speaker 0: Später im Jahr schloss die Regierungskollektion aus Sozialisten, Liberalen und den Moderaten mit der liberalen Allianz.
- 2:04Speaker 0: Der konservativen Volkspartei und den radikalen Linken ein weiteres politisches Abkommen zur Umsetzung eines grünen Dänemarks.
- 2:11Speaker 0: Damit wolle sich das Land als Vorreiter der Energiewende positionieren heißt es auf der Website des Ministeriums weiter.
- 2:18Speaker 0: Vier Oppositionsparteien lehnten das Abkommen ab.
- 2:21Speaker 0: Zu den Zielen gehört die Pflanzung von zweihundertfünfzigtausend Hektar Wald.
- 2:24Speaker 0: Das entspricht etwa eine Milliarde neuer Bäume bis zu zwanzigfünfundvierzig, Die Einrichtungen von einundzwanzig neuen Nationalparks und der verstärkte Schutz von Gewässern sind ebenfalls vorgesehen.
- 2:35Speaker 0: Hundertvierzichttausende Hektare tief liegendes Ackerland – das bei der Bewirtschaftung hohe CO-Zweihemissionen verursache soll in Teilen der Natur überlassen werden.
- 2:45Speaker 0: Milliarden aus EU-Fonds umgewidmet.
- 2:47Speaker 0: Neben einer nachhaltigen Lebensmittelproduktion sind eine CO²-Steuer für Tierhaltung sowie Investitionen von dreiundvierzig Milliarden Kronen, knapp fünf Komma acht Milliarden Euro in einen Fonds der Finanzierung grüner Initiativen vorgesehen.
- 3:02Speaker 0: Auf der Website Der Dänischen Kommunen findet sich eine Zeitleiste die den vereinbarten Ablauf dokumentiert.
- 3:07Speaker 0: so will die Regierung noch in diesem Jahr einen umfassenden Plan zur Wiederherstellung der Natur vorlegen.
- 3:13Speaker 0: Er basiert auf der EU-Naturwiderherstellungsverordnung, welche Definitionen von Schutzgebieten enthält.
- 3:19Speaker 0: Zwanzig Prozent der Natur sollen unter Schutz gestellt werden.
- 3:22Speaker 0: Bereits umgesetzte und initiierte Maßnahmen für Stickstoffreduktion aus den Umstellungsplänen sollen ebenfalls noch in diesem Jahr die Grundlage für Regeln zur Nutzung landwirtschaftlicher Flächen im Jahr twenty-sevenundzwanzig bilden.
- 3:34Speaker 0: Diese Regulierung soll gelockert werden, sobald die angestrebte Stickstoffreduktion erreicht
- 3:39Speaker 0: ist.".
- 3:40Speaker 0: Geld aus Brüssel gibt es für die Umsetzung ebenfalls.
- 3:42Speaker 0: So hat die EU-Kommission im Oktober zwanzig fünfundzwanzig genehmigt, dass Dänemark rund fünf Komma drei Milliarden Kronen etwa siebenhundertneun Millionen Euro aus EU Agrarmitteln umwidmet.
- 3:54Speaker 0: Kompromiss trotz großer Meinungsverschiedenheiten.
- 3:57Speaker 0: Das Abkommen wird von Regierungsseite als eines der ambitioniertesten Umweltabkommen in der dänischen Geschichte dargestellt.
- 4:03Speaker 0: Die Sozialwissenschaftler Jakob Thorfin und Eva Sorensen sowie der Journalist und Berater Sige Winter Nielsen sehen in dem Abkommen weitreichende Perspektiven für die zukünftige Entwicklung der dähnischen Demokratie.
- 4:16Speaker 0: Gleichwohl könne das Konzept unter seinem eigenen Gewicht zusammenbrechen, mahnen die drei Autoren Es müsse mehr Experten und Spezialisten auch aus der Politikberatung geben um den Prozess zu begleiten.
- 4:27Speaker 0: Die Wirtschaftslage und auch die Kommunalwahlen könnten das Projekt zum Scheitern bringen.
- 4:31Speaker 0: Die Landwirte müssen für das Land, dass sie aufgegeben, entschädigt werden.
- 4:35Speaker 0: Dadurch sei das Vorhaben auch anfällig für steigende Bodenpreise, unvorhersehbare Verhandlungen und eine unsichere Finanzierung.
- 4:43Speaker 0: Vor Kommunal-Wahlen besteht zudem die Gefahr, dass lokale Protestbewegungen Druck auf die örtlichen Parteien ausüben um die Pläne zu stoppen.
- 4:50Speaker 0: Sie betonen die Einbindung von Bürgern und lokalen Bewegungen in Diskussionsrunden.
- 4:55Speaker 0: Gleichwohl sollten Bürger nicht darüber entscheiden, ob lokale Landbesitzer ihr Land abtreten sollen.
- 5:19Speaker 0: Dank der Präsenz von Vertretern aus der Landwirtschaft sei es möglich geworden, die Industrie zu entwickeln anstatt sie abzubauen.
- 5:26Speaker 0: Die Präsidentin der dänischen Gesellschaft für Naturschutz Maria Röhmert Gerding sagte – Zitat!
- 5:32Speaker 0: Trotz sehr großer Meinungsverschiedenheiten ist es auch gelungen einen Kompromiss über eine CO-Zweisteuer zu finden, der die Spuren einer umgebauten Lebensmittelindustrie darstellt, auch über das Jahr zwanzig dreißig hinaus.
- 5:44Speaker 0: Sie betont dazu dem, dass es dank des Abkommens deutlich mehr Wald, große Feuchtgebiete und vielmehr geschützte Natur in Dänemark geben wird.
- 5:51Speaker 0: Doch es gibt auch Umweltorganisationen die bemängeln das Vieles zu langsam
- 5:55Speaker 0: vorangehe.".
- 5:56Speaker 0: Aus Sicht von Henrik Dalgard ist die Vereinbarung eine kostspielige Lösung, die Folgen für die dänische Landwirtschaft haben könnte.
- 6:03Speaker 0: – Zitat Ich müsste meine Maisanbaufläche halbieren und sechzig bis siebzig Hektar stilllegen erklärte der Bauer gegenüber dem Fernsehsinnertv zwei Nord.
- 6:12Speaker 0: Dem Bericht zufolge haben sich Landwirte zusammengeschlossen und einen eigenen Modellvorschlag erarbeitet.
- 6:17Speaker 0: Die finanziellen Kosten betreffen dabei nicht nur einzelne Landwirter, die Stickstoffe in Naturgebiete einleiten, sondern werden gemeinsam und solidarisch getragen.
- 6:26Speaker 0: Landwirtschaft als zweitgrößte Quelle für Emissionen.
- 6:29Speaker 0: Der dänische Agrasektor gilt nach der Energiesparte, als die zweit grösste Quelle von Emissionern im Land heißt es im zwanzig-dreiundzwanzig erschienen National Inventory Report.
- 6:39Speaker 0: Demnach verursacht die Landwirtschaft etwa achtundzwanzig Prozent der gesamten Treibhausgasemissionen und ist für mehr als achtzig Prozent der Methan- und Lachgasemisionen verantwortlich.
- 6:50Speaker 0: Ein großer Teil dieser Emissionen stammt aus der Tierhaltung, heißt es in dem Report weiter.
- 6:54Speaker 0: Dänemark hat mehr als fünfzehntausend Viehbetriebe mit Millionen von Kühen, Schweinen und anderen Tieren.
- 7:00Speaker 0: Die hohen Emissionen der Landwirtschaft können so nicht weitergehen, sagt der Klimaminister Lars Aargardt in einer Stellungnahme zu den vorgeschlagenen CO-Zweireduktionsmaßnahmen.
- 7:10Speaker 0: Er fügt ihr hinzu das noch viel Arbeit bevorsteht um diese Pläne umzusetzen – zitiert ihn das britische Fachportal Carbon Brief.
- 7:17Speaker 0: Dass die Maßnahmen des Dreierbündnisses zu einer Einsparung von ¼ Millionen Tonnen CO²-Equivalenten führen könnten, werde Dänemark dabei helfen seine Klimaziele bis also der damalige Finanzminister Jeppe Bros.
- 7:31Speaker 0: Zudem sei es ein großer Schritt in Richtung Klimaneutralität.
- 7:34Speaker 0: bis zu zweizig fünfundvierzig.
- 7:37Speaker 0: Prof.
- 7:37Speaker 0: Sören Petersen, Bodenmikrobiologe an der Universität Ahus – In Dänemark ist der Meinung das der Plan zur erheblichen Verringerungen der landwirtschaftlichen Emissionen führen könnte.
- 7:48Speaker 0: allerdings müsse eher korrekt umgesetzt werden.
- 7:51Speaker 0: Das vielleicht größte Hindernis besteht derzeit darin, dass viele Technologien mit Potenzial zur Treibhausgasminderung noch nicht ausreichend dokumentiert sind oder die Emissionsquellen stark schwanken und nur schwer zu quantifizieren.
- 8:05Speaker 0: Er weist außerdem darauf hin, dass es oft schwierig ist, landwirtschaftliche Emissionen zu messen und ergänzt.
- 8:11Speaker 0: Wenn wir uns auf Kriterien zur Dokumentation von Emissionern unter Wirkung von Minderungsmaßnahmen einigen können sehe ich durchaus Potenzial für die Entwicklung verschiedener Technologien.
- 8:21Speaker 0: Diese Kriterie müssen auch bei der internationalen Überprüfung der nationalen Emissionsbilanz anerkannt werden.
- 8:26Speaker 0: nur dann können solche Technologin wirksam auf Betriebsebene zum Einsatz
- 8:30Speaker 0: kommen.".
- 8:33Speaker 0: Werte basieren auf Schätz- und Modellrechnungen.
- 8:36Speaker 0: Bislang basieren die landwirtschaftlichen Treibhausgasemissionen überwiegend auf Schätz- und Modellverfahren.
- 8:41Speaker 0: Daher sind sie mit Unsicherheiten verbunden, das beschreibt auch der Weltklimerat in seinen Leitdienen für nationale Treibhausgasinventare.
- 8:49Speaker 0: Demnach nutzt er für Methan aus der Tierhaltung Daten zur Energieaufnahme der Tiere sowie Methanumwandlungsfaktoren – und leitet daraus Emissionsfaktore pro Tierkategorie ab Band V Kapitel X. Für Lachters aus Böden und Düngung erfolgt die Berechnung über Stickstoffflüsse- und Emissionsfaktoren anstelle direkter Messungen, Band IV Kapitel XI.
- 9:10Speaker 0: Auch die CO²-Emissionen und Aufnahmen im Landnutzungssektor basieren auf Modellierungen von Kohlenstoffbeständen und deren Veränderungen – Band IV, Kapitel II.
- 9:19Speaker 0: In Deutschland fallen die Reaktionen auf die Vereinbarung und die Einführungen der CO-Zweihabgabe auf landwirtschaftliche Emissionen unterschiedlich aus.
- 9:27Speaker 0: Umweltverbände wie der Rad für nachhaltige Entwicklung sehen in dem Modell einen möglichen Orientierungspunkt für die Diskussion über eine stärkere Bepreisung von Treibhausgasemissionen in der Landwirtschaft.
- 9:38Speaker 0: Der Rat empfiehlt Erfahrungen des Nachbarlandes in Studien zur Ausgestaltung möglicher deutscher Klimainstrumente einzubeziehen, dabei sein vor allem Ausgleichsmechanismen zur Vermeidung von Wettbewerbsnachteilen zu prüfen.
- 9:50Speaker 0: Das Handelsblatt beschreibt die dänische Entscheidung als Beispiel dafür wie es sich Klimaschutz in der Landwirtschaft politisch umsetzen lässt.
- 9:57Speaker 0: In Fachdebatten wird zudem auf offene Fragen bei der Umsetzung der Wettbetwerbsfähigkeit und der langfristigen Wirkung der Maßnahmen hingewiesen.