Latest / Gunther Fehlinger Podcast / FPÖ, Ukraine & Russland: Ein patriotischer Blick aus Kiew – Gespräch mit Nikolaus Muchitsch
Transcript
- 0:00Herzlichen Dank diesen Morgen wieder hier bei der Günther
- 0:03Vellinger Podcast. Ich bin sehr froh auf Spotify
- 0:05auf allen Kanälen sind wir jetzt aktiv und das ist wirklich
- 0:07wirklich sehr gut und heute haben wir wieder einen sehr
- 0:09interessanten Gast. Ich bin sehr froh, dass du heute
- 0:12hier bist. Und bitte kannst du dir kurz
- 0:14vorstellen und deine Geheimnisse der Öffentlichkeit Österreichs
- 0:18vorstellen. Es ist doch sehr interessant
- 0:20einen FPÖ Aktivisten. Korrekt.
- 0:23Der für die Ukraine einsteht und sogar in der Ukraine arbeitet.
- 0:27Korrekt. Wie kann das sein, das?
- 0:30Drängt unser Fassungsvermögen? Ja.
- 0:32Bitte stell dir vor. Ja, mein Name ist Nicolas
- 0:34Muchic. Ich bin der strategische
- 0:37Direktor von Underfire News, dessen Motto beziehungsweise
- 0:41Wappen. Underfire News.
- 0:42Korrekt? Ja.
- 0:44Underfire News ist ein News beziehungsweise
- 0:48Beratungsunternehmen das oder Firma die von einem
- 0:51amerikanischen Journalisten gegründet wurde, JP Linsley.
- 0:56Der ist schon seit Beginn der Full Caldenvation in der Ukraine
- 0:59unterwegs und da können wir dann nachher gerne in die Details
- 1:03reingehen. Aufgrund eines sehr spannenden
- 1:05Zufalls habe ich den bei meinem letzten oder meinem ersten
- 1:10Besuch eigentlich dieses Jahr im Juli in Kiew getroffen und wir
- 1:14haben uns relativ schnell gut verstanden und arbeiten jetzt
- 1:17gemeinsam. Und du arbeitest jetzt in der
- 1:19Ukraine. Genau richtig.
- 1:21Also ich pendel so hin und her, ich bin nämlich auch noch dazu
- 1:24Bezirksrat für die FPÖ im 8. Bezirk in Wien und.
- 1:27Im 8. Bezirk genau richtig.
- 1:28Darüber sprechen wir gleich jetzt einmal die Woche bist du
- 1:30quasi in Wien und nächste Woche dann wieder.
- 1:33Genau richtig, das ist der Plan. Dann haben wir richtig großes
- 1:36Glück gehabt. Nikolaus, dass du heute hier
- 1:37Zeit hast, stell dich vielleicht einmal von deinem Werdegang kurz
- 1:40vor, also was hast du studiert, was machst du beruflich?
- 1:44Und wir wollen die Kennenlernen. Gerne genau.
- 1:47Also ich bin in Wien geboren, bin in Wien auch aufgewachsen,
- 1:50ein echter Wiener sozusagen, und hab mit 18 bin ich dann nach dem
- 1:54Bundesheer nach England gegangen, hab in England BWL
- 1:57quasi studiert, hab dann noch mal einen Master gemacht in
- 2:00Holland, in Rotterdam marketingmanagement, also quasi
- 2:03eine Erweiterung meines BWL Wissens und bin dann zur IV
- 2:08gegangen, hab bei der IV industriellen.
- 2:10Vereinigung. Genau richtig, ja.
- 2:13Was für eine Funktion. Also ich war Trainee Trainee.
- 2:16Das verbindet uns, weil ich habe vor 25 Jahren mein erster
- 2:19Arbeitgeber, die industriellen Vereinigungen, sehr gut.
- 2:23Was hast du im Rahmen des Traineeprogramms gemacht?
- 2:25Mehrere Stationen, das ist ja der Klassiker, hast du
- 2:28wahrscheinlich auch gemacht. Also ich war unter anderem im
- 2:30Haus, also am Schwarzenbergplatz, ich war auch
- 2:32Headquarter, ich war bei einem Thinktank von der Barbara, Colm
- 2:36und. Und ich war.
- 2:37Austrian Center of Economics exakt die flatex exakt.
- 2:40Es ist sehr wichtig für mich. Und ich war auch in Brüssel in
- 2:46genau also bei der Europäischen Kommission, dort mir das
- 2:49anschauen, und leider ist das dann wegen Corona kurz gecuttet
- 2:51worden. Aber ja, einige spannende
- 2:53Stationen auf jeden Fall. Und nach den 3 Jahren bei der
- 2:56industriellen Vereinigung bist du dann in die Politik gegangen,
- 2:59oder? Also in der Politik war ich
- 3:01eigentlich schon seit ich seit ich denken kann, ich komme aus
- 3:05einer sehr politischen Familie, also es war bei uns immer gang
- 3:07und gäbe, dass man am Tisch zu Hause dann auch beim Mittagessen
- 3:10über Politik diskutiert hat. Und ich bin dann wirklich genau
- 3:14an meinem 15 Geburtstag in die ÖVP eingetreten.
- 3:17Lustig an die ÖVP. Ja, das verwirrt uns jetzt
- 3:20alles. Ja, ich komme auseinander.
- 3:22Müssen wir das alles verstehen und so Auseinanderblicken, also
- 3:24in die ÖVP, in die JVP bist? Du genau richtig.
- 3:27In was für einem Bezirk in Wien. Im 9.
- 3:29Also ich komme aus dem 9. Eigentlich ja und?
- 3:32Warum bist du dann nicht bei der ÖVP geblieben?
- 3:34Jetzt bist du bei der FPÖ nur korrekt.
- 3:36Gut, erklär uns alles. Ja, also das war in so einer
- 3:40Zeit, in der die die ÖVP sich sehr stark an den Grünen
- 3:43orientiert hat, und ich kann mich an einige JVP treffen
- 3:46erinnern, wo ich, also ich komme doch aus einem schon eher
- 3:48konservativen Haushalt, aber ÖVP Haushalt, der Klassiker Halt und
- 3:53ich war dementsprechend immer eher so in FPÖ Richtung, wenn es
- 3:56um eine Koalition geht gerichtet.
- 3:59Das ist damals aber wirklich nicht wirklich gut angekommen.
- 4:02Aber damals war hat es gerade eine FPÖ Koalition gegeben und
- 4:05da Kurz und Strache, kann ich mich erinnern, also 18 bis 20.
- 4:09Ah, das ist ja also ich. Ich bin mit 15 in die Politik
- 4:12gekommen, das ist länger her. Also ich bin 32 jetzt, also das
- 4:15war um 2008 herum, da ist. Diese Phase.
- 4:18Mal. Ja genau, also da war das, war
- 4:20ja kurz nachdem die ÖVPBZÖ Koalition da zerbrochen ist.
- 4:23Da war natürlich die Freude, noch einmal wieder in einer
- 4:25rechten Partei zu koalieren, eher gering.
- 4:29Genau. Und ich war dann noch 3 Jahre
- 4:30bei der JVB, aber hab dann relativ bald erkannt das das ist
- 4:35eigentlich. Also ist mir nicht konservativ
- 4:37genug und. Zu grün.
- 4:39Zu grün? Genau richtig.
- 4:40Was meinst du mit konservativ jetzt in dem Sinne?
- 4:43Also ich sehe mich ideologisch eindeutig als rechts, ne, also
- 4:46ich würde sagen ich bin ein Patriot, ich bin europapatriot
- 4:50auch ich bin stolzer Europäer. Und in der Zeit war es einfach
- 4:53so, dass das alle diese diese patriotischen Gedanken, die ich
- 4:57hatte, ich einfach in der ÖVP dann noch nicht gesehen habe,
- 4:59sondern sich das eher in die andere Richtung entwickelt hat.
- 5:02Patriotisch heißt jetzt, du willst das Land mit der Waffe
- 5:04verteidigen. Als einer der wenigen in
- 5:06Österreich, oder was ist Patriotismus für dich?
- 5:08Das würde ich auch tun, ne. Also ich war auch bei Muniza,
- 5:12aber Patriotismus grundsätzlich ist einfach zu seinen Werten zu
- 5:15stehen, stolz auf seine Geschichte zu sein.
- 5:17Stolz auf diese Tausende von Jahren, die Europa als
- 5:21eigentlich als Licht in der Welt gestanden ist.
- 5:24Und dazu auch das auch in der Welt zu verkünden, quasi, dass
- 5:28dass man darauf stolz ist, was wir geleistet haben und dass
- 5:30unsere Werte auch etwas Gutes sind.
- 5:33Naja, du schaust jetzt eigentlich so aus wie ein
- 5:35klassischer Evobeler im weitesten und hast dort
- 5:38begonnen. Und was ist dann passiert, dass
- 5:40du. Den Weg zur FPÖ gefunden hast.
- 5:42Was war da der Moment? Oder der hat über angesprochen,
- 5:46wie wechselt man die Partei? Ja, also ein guter Freund von
- 5:49mir ist Maximilian Kraus, der mittlerweile im Wiener Landtag
- 5:52sitzt und mit dem habe ich halt oft über diese Thematik
- 5:54gesprochen und irgendwann hat er gesagt, gut, du passt eigentlich
- 5:58besser zu uns, magst du nicht in die FPÖ kommen.
- 6:02Und nach einigem Überlegen und Diskussionen mit meiner Familie
- 6:06habe ich das dann auch entgegen den Wünschen meiner Familie
- 6:08gemacht. Also deine Eltern waren nicht so
- 6:10begeistert. Korrekt.
- 6:12Hat es da schwere Diskussionen geben, schwierige Momente oder
- 6:15also? Es ist jetzt nicht so, dass man
- 6:17sich, ich weiß nicht, also es ist jetzt keine, damals war es
- 6:20schon noch eine etwas verfemtere Partei, muss man sagen, aber
- 6:23mittlerweile ist das akzeptiert. Wir sprechen da über was für ein
- 6:25Jahr. Das war dann 2011. 2011 also das
- 6:29ist jetzt auch schon 15 Jahre her, das hat sie.
- 6:31Und was hast du dann in der FPÖ gemacht, so in der Form
- 6:34Funktionen übernommen, Jugendaktivitäten?
- 6:38Genau richtig war in der Jugend sehr aktiv, wobei man natürlich
- 6:40dazu sagen muss, das wurde dann halt zwischen 2012 und 2017
- 6:44durch meine Studien im Ausland ein bisschen unterbrochen, wobei
- 6:48die also die Verbindung nie weg gewesen ist.
- 6:50Also wenn ich in Wien gewesen bin, ich kenne die Leute, ich
- 6:52bin ja mit denen sozialisiert, quasi.
- 6:54Haben und habe mich immer gut verstanden und seitdem ich
- 6:57wieder zurück bin, bin ich auch aktiver.
- 6:59Bin jetzt auch im Vorstand der Freiheitlichen Jugend Wien im
- 7:02Vorstand der Partei im achten Bezirk und eben seit diesem Jahr
- 7:06eben auch Bezirksrat. Gemacht.
- 7:07Eine Gratulation also. Die Wahlen waren gut, du hast
- 7:10eine politische Funktion für die FPÖ, Wien ist dort der
- 7:13Jugendfunktionär genau und deine Nachwuchshoffnung genau Servus,
- 7:17das freut mich, dass du heute hier bist.
- 7:19Erzähl uns dann, wie das mit der Ukraine passiert ist, weil das
- 7:22ist natürlich dann schon, weil meistens nimmt man ja die FPÖ,
- 7:24die. Ö.
- 7:25Jetzt als eine Partei war, die eigentlich gegen die Ukraine
- 7:28ist, im Wesentlichen die die Ukraine in die Niederlage
- 7:30drängen möchte, in die Knechtschaft mit Russland, die
- 7:33am liebsten quasi alle Unterstützungen wollen wir in
- 7:36Österreich jedes sehr wenig machen.
- 7:37Richter kann Wirklichkeit all das das wenige nur einstellen
- 7:41möchte, also ist eigentlich untypisch, dass jemand mit pro
- 7:44ukrainischen Überzeugungen der FPÖ ist.
- 7:46Jetzt wollen wir wissen, wie ist da dein Weg, was ist da
- 7:49passiert, wie hast du auf den Kriegsbeginn reagiert und wie
- 7:53ist da deine Geschichte? Ja, auch da muss man, glaube
- 7:56ich, ein bisschen zurückgehen in der Vergangenheit, wenn man ein
- 7:59bisschen in der Ukraine unterwegs ist und die Leute vor
- 8:01allem aus dem besten fragt, was ihre Motivation ist, dann hört
- 8:03man oft eine Sache, und zwar ich hatte eine ukrainische Freundin,
- 8:06und das war bei mir auch so. Du hast nachvollziehbar.
- 8:12Und das war bei mir auch so. Also ein Mädel aus.
- 8:15Mit dem ich zusammen gewesen bin.
- 8:16Also sie, sie ist aus Kiew, ist dann aber als Kind nach Wien
- 8:20gezogen und ich schwarz dann mit ihr zusammen und.
- 8:24Das sind jetzt private Themen. Ich weiß nicht, ob du darüber
- 8:26sprechen willst, aber du hast sie in Wien kennengelernt.
- 8:28Genau richtig. Genau.
- 8:29Also eine ukrainische Wienerin? Genau, und die, die dann langsam
- 8:32in die Richtung Ukraine. Genau die hat mich dann 2018 das
- 8:36erste Mal mitgenommen. Also haben sie gemeinsam in die
- 8:38Ukraine gefahren. Genau richtig.
- 8:39Also einfach mal die Familie kennenlernen und halt auch ihren
- 8:42Geburtsort kennenlernen. Und ich muss sagen, ich hab mich
- 8:45eigentlich sofort in das Land verliebt.
- 8:47Also ich, ich fand das total cool dort.
- 8:49Ja, ich fand die den Spirit der Menschen total cool und ich bin
- 8:53dann auch immer wieder hingefahren, also war dann in
- 8:56Kiew, war in Odessa. Hingeflogen da wahrscheinlich
- 8:58oder mit dem Zug. Mit damals noch Hingeflogen.
- 9:00Ja, das war eine. Und welche Städte hast du da
- 9:02kennengelernt? Also Kiew von Odessa.
- 9:05Okay die sind ja fantastisch. Ich habe ja selbst da 4 Jahre in
- 9:07Kiew leben dürfen, von 2016 bis 20 also das ist eine tolle
- 9:11Stadt, und deshalb war ich ja fantastisch.
- 9:14Ja, ja. Ab so war es da zu länger oder
- 9:16nur Aufenthalt der Besucher? Ja, es waren immer nur Besucher,
- 9:20genau, und sie war dann auch tatsächlich am Tag der Full
- 9:24Scalendation in Kiew, ja. Es muss schrecklich gewesen.
- 9:28Sein also für Sie sicher noch mehr als für mich.
- 9:30Aber es war auch für mich nicht lustig da.
- 9:32Wart ihr noch zusammen? Ja.
- 9:34Das ist natürlich deine deine Freundin in diesem Kriegsmoment.
- 9:39Das war nicht cool. Es war.
- 9:42Nicht cool. Wie ist sie entkommen?
- 9:44Ist sie geflohen, dann nach Österreich oder?
- 9:46Genau, also sie ist dann zuerst. Also sie war wirklich mitten in
- 9:48Kiew, also da wohnt ihr Vater auch noch immer und sie sind
- 9:51dann quasi in ihre Dacia, also in ihr Landhaus gefahren, haben
- 9:54sich dort versteckt, weil es war ja wirklich kurzzeitig, also
- 9:56wirklich so ausgeschaut, als würde Kiew fallen.
- 9:59Ja, das waren schreckliche Momente.
- 10:01Ja, wirklich, die ersten 3 Tage habe ich auch geglaubt, dass
- 10:03Gier fallen wird, ja. Ich denke mal gehen sie auch
- 10:04wenn ich dran denke und sie hat es dann geschafft mit einem Un
- 10:09Konvoi tatsächlich an die moldawische Grenze zu kommen und
- 10:12von dort dann nach Rumänien weiter und dann von dem Flugzeug
- 10:15weg. Zum Glück ist sie gekommen und
- 10:17sie ist jetzt sicher und es geht ihr gut.
- 10:19Ja, genau, richtig. Wie hast du dich gefühlt in
- 10:22Wien? In dem Moment, wo du ja nicht
- 10:23wirklich was machen konntest? Man ist ja dann ein bisschen
- 10:25hilflos. Man hofft nur auf Neuigkeiten.
- 10:28Es war eine schreckliche Situation und es ist vielleicht
- 10:30eine ganz gute Brücke zu dem, was wir vorher besprochen haben.
- 10:32Ich kann mich erinnern, du hattest einen Gast vor kurzem,
- 10:36da der eine ähnliche Werdegeschichte erzählt hat,
- 10:39nämlich das Thema Russenstoßerei, also das.
- 10:42War der Schrammi das könnt ihr euch anschauen online ist dieses
- 10:44Interview mit einem AF Dler, der sogar in der Ukraine gekämpft
- 10:48hat und der hat mir ja empfohlen, der hat dir ja
- 10:50empfohlen Nikolaus, deswegen ist er heute hier, also
- 10:53dementsprechend wie ist da die Situation gewesen?
- 10:57Also es ist ja sowohl in der Ukraine in den Gesprächen, die
- 10:59ich mit den Leuten dort mitbekommen habe, im Vorfeld der
- 11:01Invasion, als auch hier war ja ein gewisses eine gewisse
- 11:04Unglaublichkeit, dass das jetzt wirklich passiert, ja, dass die
- 11:07Russen wirklich so irre sind, dass sie das tatsächlich machen,
- 11:11und auch ich war lange Zeit also eigentlich der Überzeugung, na
- 11:14ja, aufgrund unserer Geschichte sollten wir mit den Russen
- 11:16natürlich zusammenarbeiten, nicht nur ein dritter Krieg,
- 11:19also so alle diese Dinge, ich hab mir halt gedacht, es ist
- 11:21eine friedliche Koexistenz möglich.
- 11:25Nicht verstehend, wie das russische Mindset ist und
- 11:28dementsprechend war ich natürlich am an diesem Februar
- 11:30Tag unfassbar entsetzt. Also ich kann mich noch genau
- 11:33erinnern, wir haben das ja alle dann schon mehr oder weniger 24
- 11:377 verfolgt und ich kann mich erinnern, ich bin auf meiner
- 11:39Couch in Wien gelegen und ich habe auf Twitter geschaut und
- 11:43dann habe ich plötzlich dieses Bild aufpoppen gesehen auf
- 11:46meinem Feed von diesem ukrainischen Grenzbeamten, der
- 11:48vor den russischen Panzern davonläuft.
- 11:51Und ich hab mir so gedacht, das kann jetzt, das kann jetzt nicht
- 11:53wahr sein, das ist ein böser Traum und und ich hab den nicht
- 11:56daran erinnern, ich hab den Laptop zugeklappt und bin
- 11:58schlafen gegangen, ich hab gesagt, das ist nicht wahr, es
- 11:59war wirklich im Schock. Und ist vielleicht nicht die
- 12:04beste Option. Es war also.
- 12:06Leicht zur Waffe zu greifen als Patriot.
- 12:09Na gut, ich hab keine Waffe zu Hause.
- 12:10Also es wäre schwierig gewesen, genau, aber ich bin dann relativ
- 12:16schnell wieder unsanft geweckt worden, so wie ganz Europa an
- 12:18diesem Morgen. Und.
- 12:20Schlafen, weil das in der Früh, weil das war.
- 12:22Du bist um 4 in der Früh schon aufgewacht, ja.
- 12:23Genau richtig. Also ich war die ganze Nacht am
- 12:25Mittag und um 4 in der Früh wieder losgegangen ist, habe ich
- 12:28gesagt, das kann jetzt echt nicht sein und bin in den Schlaf
- 12:29gegangen und 3 Stunden später bin ich eh, also in einem sehr
- 12:32unruhigen Schlaf wieder erwacht und dann sind schon die
- 12:35Telefone, also dann sind die Anrufe losgegangen und das war
- 12:38so quasi ein Schockmoment, der meine Meinung zum Thema Russland
- 12:42dann um 180 Grad gedreht hat, natürlich.
- 12:45Und da sind die Anrufe gekommen von deiner Freundin, die schon
- 12:47quasi auf der Flucht war von Freunden aus der Ukraine.
- 12:50Genau richtig und natürlich Familie, auch Freunde hier, die
- 12:53alle gesagt haben, Nico, Du kennst dich doch aus, du kennst
- 12:55natürlich die Alexandra, also die Freundin, weißt du, wie sie
- 12:58geht, also. Nico, du musst dir ja die Frage
- 13:00stellen, weil da gibt es dieses berühmte Telefonat genau.
- 13:03Wenn wir über diese Nacht jetzt reden, war es so, dass der
- 13:05Kanzler Karl Nehammer in der Nacht die ganzen Parteichefs ja
- 13:10informiert haben, dass da Angriff stattfindet, und er hat
- 13:14damals auch. Den Parteichef Deiner Partei
- 13:16angerufen und 4 in der Früh genau in der Nacht, die du jetzt
- 13:19beschreibst und hat dann quasi gesagt, Herr Kickl, ich weiß
- 13:23nicht ob die per du sind, aber er hat auf jeden Fall die Mühe
- 13:26gemacht alle Parteichefs direkt vom Lagebild, es war glaube ich
- 13:29weiß nicht genau wo er damals war, aber er hat angerufen und
- 13:32dieses Gespräch ist ja leider nicht so gut verlaufen, ich weiß
- 13:35nicht ob du da ein Statement dazu hast, weil es war leider
- 13:39so, dass da. Seitdem das Verhältnis ein
- 13:41bisschen abgekühlt ist zwischen den beiden hohen Herren.
- 13:44Einer ist jetzt nicht mehr Bundeskanzler, aber der andere
- 13:47möchte Bundeskanzler werden, und es war leider so, dass ja die
- 13:50Reaktion der FPÖ auf den Kriegsbeginn in der Ukraine ja
- 13:54nicht so solidarisch war, weder mit der Ukraine noch mit Europa.
- 13:58Also wie ist da der Eindruck, wie hast du das beurteilt,
- 14:01innerparteilich hast du dich da zu Wort gemeldet, oder?
- 14:04Also ich glaube es grundsätzlich mal gut, in einer so dermaßen
- 14:07unübersichtlichen Situation nicht sofort schnellschlüsse zu
- 14:10ziehen, weil ich muss natürlich auch sagen, ich hatte da
- 14:12wahrscheinlich eine höhere emotionale Investition als
- 14:15andere Leute. Also dementsprechend möchte ich
- 14:17da jetzt nicht irgendwie Kritik üben, wie man in der ersten
- 14:20Nacht drauf reagiert, aber natürlich ist es schon so, dass
- 14:24dass ich gemerkt habe, dass innerhalb der Partei, also ich
- 14:28habe da sehr viele, ich führe noch immer sehr viele
- 14:29Diskussionen zum Thema. Dass ein gewisser Unwille
- 14:32besteht, da auch klar Position zu beziehen oder zumindest auch
- 14:37im Rahmen der Neutralität, die bei uns ja immer sehr hoch
- 14:39gelobt wird, Position zu beziehen, weil also Neutralität
- 14:43bedeutet ja nicht, keinerlei Meinung zu haben.
- 14:46Österreich betreibt ja auch im Rahmen der Neutralität aktiv
- 14:49Außenpolitik seit Jahrzehnten, und wenn man schon neutral sein
- 14:52möchte, dann ist es, glaube ich, wichtig, Menschen und beide
- 14:56Seiten zu kritisieren. Und ja, da fehlt mir absolut die
- 14:59Kritik an Russland. Also diese Kritik an Russland,
- 15:02die da einen völkerrechtswidrigen
- 15:04völkerrechtswidrigen Angriffskrieg gestartet haben,
- 15:08das übrigens gestern jetzt noch nachgeschaut, ja von der UN
- 15:12verurteilt wurde und da ganz interessant, diese UN Resolution
- 15:15im März 2022 die wurde von Österreich, aber auch von Ungarn
- 15:20und der Schweiz eingebracht, also auch die Schweiz, die ja
- 15:23ein so quasi das Role Model für Neutralität ist.
- 15:27Hat sich da klar positioniert und das finde ich, sollte man in
- 15:31Österreich auch als europäische proeuropäische Partei machen.
- 15:34Du weißt sicher, dass ich für die Nato Beitritte Österreichs
- 15:37bin und diese Themen werden wir dann auch gleich besprechen.
- 15:39Aber ich will zu dieser Nacht kommen und dann am nächsten
- 15:42Morgen, also für die war es klar, du wirst mich die Ukraine
- 15:45unterstützen, du warst nicht neutral in dem Sinne, du hast
- 15:48klar gewusst wo bös und gut ist und wo du stehen willst. 100
- 15:52prozentig. Also es war.
- 15:55Natürlich fängt man dann erstmal an, die Gedanken zu sortieren.
- 15:58Ja, im ersten Moment, also ich hatte auch eine kurze Zeit, wo
- 16:00ich sehr zum Missfallen oder zur Trauer meiner Mutter gesagt
- 16:04habe, ich geh jetzt wirklich hin, überkämpfen, also
- 16:06internationale Legion da. Hast du überlegt?
- 16:09Ja, und es? Ist eine schwierige
- 16:12Entscheidung. Das stimmt und ich kann mich
- 16:14auch an denen. In Österreich auch verboten
- 16:16meines Wissens also das generell kann ich das niemandem raten.
- 16:19Korrekt. Also ich habe es.
- 16:21Ja, dann noch nicht gemacht. Also ich würde es.
- 16:23Im Nachhinein auch niemanden raten.
- 16:26Meine Mutter hat auch zu mir gesagt, dass ich erstens zu alt
- 16:28bin, weil ich bin schon 57 und dass es nicht der richtige
- 16:32Schritt ist, wegen der Familie und aber geistig habe ich schon
- 16:37mir überlegt, wie es wäre, wenn. Ja, also hundertprozentig und
- 16:42da. Haben ja Freunde aus der Ukraine
- 16:44angerufen, dass ich kommen soll. Wirklich?
- 16:46Ja, viele aus meinen, also ich habe 4 dort gearbeitet, da war
- 16:49es dann so, die sind dann alle eigentlich normale Bürger.
- 16:53Freunde, Consultants, Unternehmer, die dann eigentlich
- 16:56alle sich bewaffnet haben und im Norden von Kiew dann am Panzer
- 17:00schießen gegangen sind. Am Wochenende am Nachmittag
- 17:03neben der Arbeit statt der Arbeit.
- 17:05Und Kiew verteidigt haben. Ja, das muss man ja immer
- 17:07bedenken. Also die Leute in der Ukraine,
- 17:09die sind ja das sind Zivilisten, die ja gezwungen wurden, in
- 17:12diesen Krieg hinein, also die haben ja nicht gesagt, okay, wir
- 17:14wollen jetzt, wir gehen jetzt alle zur Armee und und greifen
- 17:18Russland an, sondern das sind, wie du richtig sagst, alles
- 17:21Leute, die aus ihrem Zivilberuf rausgerissen wurden und aufgrund
- 17:24ihres Patriotismus angefangen haben, ihre Heimat zu
- 17:27verteidigen, und das ist Riot. Genau richtig.
- 17:30So wie du genau richtig wie die für ihr Land einstehen.
- 17:33Genau. Und das ist halt die.
- 17:35Auch einer der Gründe, warum ich die Ukraine so stark
- 17:37unterstütze, wie ich das tue, weil ich sie halt einfach als
- 17:40ein Rolemodel für einen patriotischen Staat sehe, wenn
- 17:45man sich in Österreich anschaut, sind glaub ich weniger als 20%
- 17:48der Leute, die jetzt noch sagen, Sie würden zur Waffe greifen und
- 17:50das Land zu verteidigen. Das ist schrecklich aus meiner
- 17:53Sicht. Das ist unsere Heimat.
- 17:55Und natürlich müssen wir sie schützen und gerade als Rechte
- 17:58ist uns das also zumindest aus meinem recht
- 18:00ideologieverständnis ist das doch eines der Grunddinge, die
- 18:03man tun sollte und genau das passiert in der Ukraine und
- 18:06deswegen hat das Land meinen höchsten Respekt und ist für
- 18:09mich eben ein Rollmodel, was das anbelangt.
- 18:11In der Jugend, wo ich aufgewachsen bin, in den
- 18:13Achtzigern in Linz, wurde es sowieso selbstverständlich.
- 18:16Ich bin ja bei einer katholischen
- 18:17Studentenverbindung, wir wann, wir konnten alle ein Jahr
- 18:20freiwillig gegangen in. War dann auch Oberleutnant
- 18:22geworden und für mich war das logisch, dass wir uns
- 18:25verteidigen vor der Sowjetunion vom Warschauer Pakt, aber
- 18:29scheinbar in den letzten 35 Jahren ist das nicht mehr ganz
- 18:31so der Standard. Gut, ich sehe, dass du bereit
- 18:34bist, Österreich zu verteidigen, ich sehe, dass du bereit bist,
- 18:38die Ukraine zu verteidigen, wie ist dann der Weg weiter gegangen
- 18:41hier nach diesem. Dramatischen Tag dem
- 18:44Kriegsbeginn vor dreieinhalb Jahren.
- 18:46Wie hast du dir entschieden, was ist dein Weg gewesen?
- 18:48Es gibt ja verschiedene Wege, manche machen Charity, manche
- 18:51sammeln Geld, manche sammeln Waffen, manche gehen kämpfen,
- 18:55manche machen auf Twitter ihren Feldzug für die Nato
- 18:58Erweiterung, so wie ich, wie ist dein Weg gewesen, Nikolaus?
- 19:02Ja, verschiedene. Also nachdem ich da nicht
- 19:04hinüber gefahren bin, verschiedene Sachen einerseits,
- 19:07wir sind kurz, ich glaube es war Anfang März, haben wir die
- 19:10Mutter einer der Freundin von einem Freund von mir haben wir
- 19:13abgeholt, da sind wir nach Uschkerod gefahren, damals sind
- 19:15allerdings nicht über die Grenze, also an die Slowenisch,
- 19:19slowakisch, slowakisch, ukrainische Grenze haben die
- 19:22dort abgeholt, das war natürlich auch ein schockierender Moment,
- 19:24das war noch die Zeit wo das Rote Kreuz an der Grenze
- 19:27gestanden ist und und uns wirklich Kolonnen an Autos
- 19:29entgegen gekommen sind. Und dann hat sich natürlich
- 19:33darauf beschränkt, in Wien möglichst viel Awareness zu
- 19:36generieren. Also ich war auf
- 19:37Demonstrationen, ich habe versucht, Spenden zu sammeln,
- 19:40habe auch auf Twitter geschrieben und natürlich auch
- 19:44innerhalb meiner Partei versucht, die Leute zu
- 19:45überzeugen, dass das ja nicht nur ein Kampf der Ukraine,
- 19:49sondern ein Kampf ganz Europas ist.
- 19:51Wie hast du dir gefühlt, wo der Präsident Selenskyj im
- 19:53österreichischen Parlament war damals mit der Video live
- 19:56Schaltung und dann leider Teile der SPÖ.
- 19:59Aber ich glaube, fast der gesamte Club der FPÖ, diese
- 20:04Teilnahme von Selensky eigentlich konterkariert haben,
- 20:07nicht teilgenommen haben, protestiert haben sogar dagegen.
- 20:09Wie hast du dich da gefühlt? Nicht gut.
- 20:15Also ich fand das ziemlich traurig damals, weil ich eben
- 20:18auch gedacht habe, auch im Rahmen der Neutralität, also
- 20:20Neutralität heißt ja nicht, dass man jetzt einem dem Präsidenten
- 20:23eines angegriffenen Landes nicht zuhören kann, man kann ja dann
- 20:26fordern, bitte laden wir auch Präsident Putin vielleicht ein
- 20:29und schauen, wie die anderen reagieren, das.
- 20:31Haben wir ja schon genügend 2018 2014.
- 20:35Also da hat es ja nicht gefehlt. Richtig, genau, bei.
- 20:37Der Hochzeit von der FPÖ Außenministerin.
- 20:41Sie war parteilos damals, wenn ich mich richtig.
- 20:43Erinnere Distanz dazwischen zu bringen ist jetzt glaube ich
- 20:45ganz gut. Seitdem sie de facto zum Feind
- 20:47übergelaufen ist und jetzt korrekt in Russland lebt und
- 20:51erstaunliche Aktivitäten entfaltet.
- 20:54Die auch nicht kritisiert werden.
- 20:56Also die Frau Kneissl hat eine erstaunliche Wandlung hingelegt,
- 21:00ich habe sie damals eigentlich als Recht kompetent
- 21:02eingeschätzt, wie sie Außenministerin gewesen ist.
- 21:04Aber ihre Wandlung ist ja. Auch nichts.
- 21:07Also eher komisch, ja. Im Englischen nennt man das
- 21:09Crossing The Lines. Das war man zum Feind überlaufen
- 21:12ja korrekt, anders kann man das jetzt immer nennen.
- 21:14Als Patriot fällt mir dazu nichts anderes ein, das.
- 21:18Stimmt so. Ja, also wie ist diese
- 21:19dreieinhalb Jahre in der FPÖ verlaufen?
- 21:22Weil wir nehmen in der Öffentlichkeit die FPÖ
- 21:24eigentlich als Anti Ukrainische Partei wahr.
- 21:26Als eine Partei, die natürlich diesen Vertrag hat, mit der
- 21:30United Russia Party aus 2016, ob er jetzt gültig ist oder netig
- 21:34soll unterschiedliche Thesen und es ist eigentlich generell in
- 21:38der öffentlichen Wahrnehmung gibt es 4 pro ukrainische
- 21:41Parteien und eine Anti ukrainische Partei, wie ist das
- 21:44jetzt innerparteilich verlaufen, wie ist deine Position, bist du
- 21:47da angefeindet worden, hast du die Auftrittsmöglichkeiten
- 21:50gehabt, gibt es da mehrere pro ukrainische oder bist du ein
- 21:53einzelner Kämpfer, ein Phänomen der Pro?
- 21:56Pro ukrainischen. Also ich glaube, das ist unter
- 22:00unter der unter der Decke. Quasi gibt es schon.
- 22:03Also es gibt aus meiner Sicht so 3 Fraktionen, es gibt so die
- 22:07eine Fraktion, die Halt wirklich prorussisch ist, also die halt
- 22:11wirklich eher Verständnis für Russland hat, das ist so das
- 22:13Äquivalent zur vielleicht af D in Sachsen oder sowas wo dann wo
- 22:17wo es dann halt wirklich so lautet wie den Herrn
- 22:19Tischschneider zum Beispiel gibt die sich halt einfach offen so
- 22:21in diese Richtung positionieren, wobei das bei uns natürlich
- 22:24nicht offen passiert. Ich glaube, es gibt dann eben
- 22:27eine Fraktion, die so eher so auf, ja Neutralität ist, also
- 22:31die Halt sagen, OK, gut, ist vielleicht sogar schlimm, was da
- 22:34passiert, aber geht uns im Endeffekt nichts an.
- 22:36Und dann gibt es natürlich die Fraktion, die halt schon sagt,
- 22:38OK, gut, das ist ein europäischer Krieg und und der
- 22:42geht uns sehr wohl, was an ne die dann halt.
- 22:45Auch im im Rahmen ihrer Möglichkeiten Unterstützung
- 22:48leisten, bis sie halt zu meinem Fall, der halt dann wirklich
- 22:50tatsächlich rüber geht und dort ja auch arbeitet.
- 22:53Sprechen wir über das wie ist das passiert, dass du wirklich
- 22:56in der Ukraine jetzt arbeitest und nächste Woche wieder dorthin
- 22:58fährst? Also ich hab das erste Jahr bis
- 23:01Februar 2023 nur hier verbracht, aber ich hatte wirklich schon so
- 23:03so. Also ich hatte ab dem ersten
- 23:05Moment das dringende Verlangen hinüberzugehen.
- 23:10Also ich wollte wirklich unbedingt hinüber.
- 23:11Ich wollte den Leuten vor Ort helfen und ich habe, ich habe
- 23:14das kaum ausgehalten, hier zu sitzen und nicht in der Ukraine
- 23:17zu sein und zu helfen, auf Drängen meiner Familie und auch
- 23:21meiner Freundin damals noch und meiner Freunde habe ich dann
- 23:24halt gesagt okay gut, ich bleibe da, bis es halt irgendwann zu
- 23:28dem Punkt gekommen ist, wo ich gesagt habe, ich muss das jetzt
- 23:30machen, weil sonst werde ich mir das mir selber für immer vor und
- 23:34bin dann am Jahrestag der Invasion 2002 1023.
- 23:39Rübergefahren nach Lemberg einfach mal ohne Plan und Ziel
- 23:43mit dem Bus und hab. Geschaut vom Wiener Busbahnhof
- 23:48direkt uschkeroth bis nach Lemberg.
- 23:50Na Wien, Krakau, Wien, Krakau und dann Krakau.
- 23:53Lemberg wie? War das dann in Lemberg am
- 23:56ersten Jahrestag? Ein komisches Gefühl, dort zu
- 24:01sein, also nachdem man so ein Jahr sich quasi dauerhaft damit
- 24:04beschäftigt hat, plötzlich dann dort zu stehen, war schon
- 24:08irgendwie ein sehr stranges Gefühl, aber grundsätzlich läuft
- 24:12das Leben ja dort normal weiter und die Leute hatten ja da schon
- 24:14ein Jahr Erfahrung mit mit, mit dem Krieg und ich habe dann
- 24:18relativ schnell eine Stelle zum Volontieren gefunden, das war in
- 24:22dem Fall da. Bist du dann gleich dort
- 24:23geblieben? Nein, nein.
- 24:24Also ich war dann war dann immer so für verlängerte Wochenenden
- 24:27ab 2023 bin ich immer über verlängerte Wochenenden quasi
- 24:29rübergefahren und hab dann dort volatils ja.
- 24:35Lemberg war ja erst einmal im Krieg.
- 24:37Ja, ich war ja vorm Krieg in Mariupol und hab dann
- 24:40protestiert. Gegen die bevorstehende
- 24:43Invasion, weil es war ja schon abzusehen, dass sie kommen wird.
- 24:45Wow, bin dort mit der Nato Flagge ganz einsam in Mariupol
- 24:49gestanden. Ich habe gehofft, dass die Nato
- 24:51unterstützt, aber die NATO hat ja nichts gemacht und Mariupol,
- 24:54ein schreckliches Genozid gegen die Ukrainer, also eine
- 24:57Katastrophe, und dann? Bin ich 2025 im März in Lemberg
- 25:01selbst gewesen und habe dort den Soldatenfriedhof angesehen.
- 25:05Also das ist der Moment meines Lebens, das kann ich wirklich
- 25:08nur also nicht empfehlen, aber jeder eigentlich sollte in
- 25:11Europa einmal dorthin fahren und das mitbekommen, wieviel dort
- 25:15jetzt 800 oder schon 1000 lemberger dort liegen und ihre
- 25:19Eltern, Freunde, Verwandten für Sie trauern.
- 25:22Wir sind mit einem Priester der katholischen Gemeinde dorthin
- 25:24gegangen, der seinen eigenen Sohn verloren hat.
- 25:27Seinen eigenen Sohn und zur Geschichte seines Sohns erzählt
- 25:29hat der eben dann bei den Spezialkräften der Ukraine 2022
- 25:33ums Leben gegangen. Ich nehme an, du warst beim
- 25:36Soldatenfriedhof, hast du ihn gesehen?
- 25:37Ja, also ich war auch ein ein Bekannter von mir, den ich dann
- 25:41beim Volunteering kennengelernt habe.
- 25:42Der ist dann noch eingezogen worden und ist dann noch
- 25:44gefallen. Also ich war dann noch beim
- 25:45Begräbnis. Erkannten beim Begräbnis war es.
- 25:47Da auch genau, und da sind wir dann nach dem Begräbnis zum
- 25:50Friedhof, und das war dann das erste Mal, als ich dort gewesen
- 25:52bin, und wenn man da dieses Flaggenmeer sieht, das ist
- 25:54schon. Schrecklich.
- 25:56Und ich empfehle auch immer jemand.
- 25:57Also empfehle ist vielleicht das falsche Wort, aber ich sage auch
- 25:59immer jedem und sagen wie auch immer, wenn irgendwer zweifelt
- 26:03oder irgendwer sagt, na ich verstehe das nicht ganz, kommt
- 26:06in die Ukraine, schaut euch das vor Ort an, schaut euch an was
- 26:09für ein Opfer dieses Land bringt um seine Souveränität zu
- 26:12verteidigen und ihr werdet es mit anderen Augen sehen und wir
- 26:15haben das oft gesehen, also JP mein Kollege, der hat zum
- 26:20Beispiel im April dieses Jahres Benchapiro nach Kiew gebracht.
- 26:25Also großer amerikanischer rechter Influencer.
- 26:29Und der hat auch gesagt, also war ein grandioses Erlebnis,
- 26:32jetzt nicht im positiven Sinn, aber quasi im emotionalen Sinn,
- 26:35ja. Und da sagen wir immer wieder,
- 26:37wenn man dorthin kommt. Ich glaube, dass jeder, der in
- 26:40der Öffentlichkeit steht oder öffentliche Verantwortung hat,
- 26:43nach dreieinhalb Jahren Krieg zumindest einmal in der Ukraine
- 26:46gewesen sein muss, um sich eine Meinung zu bilden.
- 26:48Weil wenn man heute glaubt, man muss quasi die öffentlichen
- 26:51beeinflussen, man ist Influencer, man ist Politiker,
- 26:53man ist Verantwortungsträger in Gesellschaft und Wirtschaft, da
- 26:55muss man schon einmal hinfahren bei so einer großen, teuren und
- 26:58entscheidenden Sache wie dem Angriffskrieg Russlands gegen
- 27:02die Ukraine, da muss man sich schon auskennen.
- 27:04Leider fahren viele von der FPÖ habe.
- 27:06Den Eindruck, hin und wieder mal auf die andere Seite.
- 27:09Also ich glaube, das ist mittlerweile eingestellt.
- 27:11Also ich könnte mich jetzt nicht erinnern, dass seit seit Beginn
- 27:14des Krieges jemand hinübergefahren ist.
- 27:16Aber ja, davor war das natürlich schon der Fall und ich hatte
- 27:21damals auch ein gewisses Verständnis dafür.
- 27:23Es ist ja doch so, also dass gerade die AF d und auch die FPÖ
- 27:27ja lange, lange Zeit eigentlich so ein bisschen so ein
- 27:29gesellschaftlicher Parier gewesen ist.
- 27:32Und die Russen können das sehr gut mit genau solchen Dingen zu
- 27:34spielen. Die sagen dann so, na, wir sind
- 27:37so ein konservatives Land und bei uns, da herrscht noch Recht
- 27:40und Ordnung und wir finden das toll, was ihr macht, also kommt
- 27:43her, ja, und dann, dann fährst du da als rechte Partei, die in
- 27:47in Österreich, wo du potenziell sogar Angst und Jobverlust haben
- 27:50musst. Ja, wenn du dich öffentlich
- 27:51äußerst, fährst du in ein Land, wo dir plötzlich der rote
- 27:54Teppich ausgerollt wird, und das ist dann natürlich durchaus
- 27:58ansprechend für die Leute und das dementsprechend haben sie
- 28:01das dann auch gemacht. Hat ja auch mich eingefangen.
- 28:05Also auch ich wurde ja von dieser dieser Propaganda
- 28:07eingefangen und habe ja auch gedacht, naja, Russland, das ist
- 28:10ein konservatives Land, patriotisch, da ist wirklich, da
- 28:13ist alles super und erst als ich mich dann im Zuge dieses
- 28:17Angriffskriegs mehr damit beschäftigt habe und vor allem
- 28:20verstanden habe, weil die haben uns jetzt da angelogen, die
- 28:23haben ja die ganze Zeit gesagt, Nein, sie werden nicht
- 28:25angreifen, und dann haben sie doch gemacht, wie heißt erkannt,
- 28:29wie wie. Die russische Identität
- 28:32eigentlich funktioniert nämlich, dass sie die ganze Zeit den
- 28:35Leuten einfach eine Geschichte nach der anderen auftischen, um
- 28:37sie zu beeinflussen. Und dass Russland ein Land
- 28:41voller Lügen ist, ist weithin bekannt.
- 28:43Aber das war dann erst die Erkenntnis in der Form durch den
- 28:46Angriffskrieg. Genau erklär mir das warum
- 28:50nimmst oder hast du bis 22 Russland als konservatives Land
- 28:54wahrgenommen und glaubst du, dass das stimmt?
- 28:57Ich bin auch auf diese Propaganda reingefallen, die sie
- 28:59da sehr effizient machen eigentlich.
- 29:01Ich hab eben hab eben mal gesehen was, also ich hab
- 29:03gesehen wie sie uns behandeln, ich hab mir gedacht, OK, das ist
- 29:05ja schon mal nett, also unsere FPÖ und hab halt auch geglaubt
- 29:09diese diese, diese alle diese Geschichten von wegen da, das
- 29:13ist ein konservatives Utopia und.
- 29:17Wir in Europa sagen quasi alle schwul, und das sind echte
- 29:21Männer dort. Das jetzt, so würde ich das
- 29:23nicht. Sagen ja.
- 29:23Also ja, Putins Kurzfassung. Hat man das geglaubt, in der
- 29:27Höhe, so würde. Ich das jetzt nicht sagen, aber
- 29:29es ist schon schon ja klar. Also Russland hat das sehr
- 29:33geschickt gemacht, sich klar zu positionieren gegen diesen doch
- 29:36liberalen westlichen Lebensvorschlag.
- 29:39Ja, und ich bin jetzt auch bin jetzt auch kein, also ich sag
- 29:42auch. Bin natürlich auch ein
- 29:44konservativer Mensch. Ja, ich bin jetzt auch nicht
- 29:45jemand, der also soll ja jeder machen was er will, aber ich
- 29:49brauch also gerade diese trans Geschichte zum Beispiel, also
- 29:51das hat schon, es hat schon Auswüchse angenommen, wo ich
- 29:54dann einfach gesagt hab, OK, gut, da gehe ich nicht mehr mit
- 29:56und da hat natürlich Russland ein ein ein passendes
- 29:59Gegenbeispiel aufgebaut. Warst du selbst einmal in
- 30:01Russland? Nein.
- 30:03Beim Schrammi bei seinem Interview haben wir ja gehört,
- 30:05dass er dann ganz erstaunt war, dass Russland doch kein
- 30:08konservatives Paradies ist, weil in Wirklichkeit ein sehr armes
- 30:11Land in vielen Bereichen total unterentwickelt und in
- 30:14Wirklichkeit der Ergänzung gar nicht der Traum der
- 30:17Konservativen, sondern vielmehr ein Alptraum für die Menschen,
- 30:20die dort leben und leben müssen. Genau.
- 30:23Meine Frage ist natürlich auch jetzt christlich.
- 30:25Putin porträtiert sich ja in seinem Selbstverständnis oft als
- 30:29Retter des christlichen Abendlandes und als Christ bist
- 30:33du Putin als Christ. Nein, also ganz sicher nicht.
- 30:37Er ist vielleicht Russisch orthodoxer in seinen, in seinen
- 30:40Eintragungen, aber die Russisch orthodoxe Kirche ist ja viel
- 30:44mehr, also nicht viel mehr als ein staatliches Vehikel
- 30:47Russlands, die sich ja. Gerne einmischen also, die ja
- 30:52gerne Panzer segnen, die aus ihren Kirchen im Westen auch
- 30:59Spionageaktivitäten führen. Also Nein, für das ist ein
- 31:02reines Feigenblatt, um westliche Konservative zu beeindrucken.
- 31:08Also die versuchen quasi westliche Konservative zu
- 31:10beeindrucken. Mit dieser Behauptung.
- 31:12Aber dahinter steckt eigentlich Lügen.
- 31:15Hundertprozentig. Und.
- 31:16Und in Wirklichkeit ja geht ein zitaler Angriff auf die Ukraine
- 31:20ab. So, das hat ja mit Christentum
- 31:22jetzt auch nichts zu tun. Exakt also wo kann dieser Case
- 31:26sein, wie kann man da verfangen in diese Propaganda, wie ist das
- 31:30bei den Kollegen in der FPÖ glauben das heute nur Leute,
- 31:33dass Putin der Retter des christlichen Abendlandes ist?
- 31:37Ihr bist du in Gießen gerade sicher?
- 31:39Ich glaube, das kommt so aus einer Fundamentalopposition
- 31:42gegenüber. Vor allem dem, was der
- 31:45Mainstream sagt, quasi. Und der Mainstream sagt ja jetzt
- 31:48zum Beispiel, die Mainstream ist pro Ukraine, die USA sind pro
- 31:53Ukraine, und ich glaube, das Problem bei der FPÖ
- 31:58beziehungsweise rechten Parteien in Europa generell ist, dass sie
- 32:01es nicht geschafft haben, eine kohärente eigene Ideologie
- 32:03aufzubauen, sondern dass sie sich immer an diesen 2 Polen
- 32:06organisieren und generell auch, also viele Politiker in Europa
- 32:09haben noch keine wirklich positive europäische Identität
- 32:12aufgebaut und orientieren sich entweder an den USA oder?
- 32:14Oder die Rechten orientieren sich dann an Russland.
- 32:18Hat er diese Bewegung jetzt in Europa?
- 32:20Die Patrioten für Europa aber zum Patriotismus, also so wie
- 32:23ich es verstehe? Ich bin jetzt ein Kindeskalten
- 32:25Kriegs, ich bin schon ein bisschen ein Bumer in der Farm
- 32:2857, aber grundsätzlich ist die Verteidigung unserer Werte,
- 32:33unseres Abendlandes, unseres Europas eigentlich die
- 32:36Kernaufgabe. Eines Patriots?
- 32:39Absolut. Und.
- 32:41Der geschäftliche Zusammenarbeit mit dem Feind der Verrat ist
- 32:46eigentlich nichts besonders patriotisches.
- 32:49Ja, sehe ich auch. So ist ja eigentlich logisch und
- 32:52da bin ich schon ein bisschen erstaunt, weil da ist ja
- 32:55natürlich der Viktor Orban. Ich weiß nicht, ob du mal in
- 32:58Ungarn warst oder zusammengearbeitet hast mit ihm,
- 33:00und ich kenne ihn sehr gut aus der Zeit, wo er noch bei der EVP
- 33:03war, ich habe ja einige Kampagnen gemacht für ihn
- 33:07damals, in den Anfang der 2000. 1000 ern, aber heute ist er ja
- 33:11wirklich ganz erstaunlich abgeglitten.
- 33:13Ja, ich habe. Wir haben vor kurzem auf unseren
- 33:15Social Media Kanälen ein ganz spannendes Interview mit Orban
- 33:17geführt, das war eben glaube ich aus den frühen 2000 ern nicht
- 33:20geführt, sondern gepostet. Das war glaube ich aus den
- 33:22frühen 2000 ern, wo er noch ganz klar Russland eben als Feind
- 33:26angesprochen hat. Ich finde das bei den Ungarn
- 33:29auch ganz besonders interessant als ein Land, das ja 1956 noch
- 33:33dagegen gekämpft hat unter dem Joch der Sowjetunion zu stehen.
- 33:37Dass die sich jetzt plötzlich da nach Osten orientieren, finde
- 33:40ich schon eine interessante Wendung.
- 33:41Ja, und da freue ich mich natürlich schon auch so was
- 33:44steckt da dahinter und im Falle Ungarns kann ich mir schon, also
- 33:47da geht es natürlich auch viel um wirtschaftliche Interessen.
- 33:49Um Gas, ja, das Atomkraftwerk ja und alle die dahinter stehenden
- 33:54ökonomischen Interessen, die führen dann zu einem
- 33:56Richtungswandel exakt, der schon sehr bedauerlich ist.
- 33:59Wann Geld wichtiger ist als Patriotismus.
- 34:02Ja, vor allem. Es bringt in Ungarn ja nichts,
- 34:04also der ungarische, das ungarische Bruttoinlandsprodukt
- 34:07ist total abgehängt worden von anderen europäischen Staaten,
- 34:10die eine Westbindung haben, und bei Ungarn kommt natürlich auch
- 34:13noch dazu, sie sind ja eigentlich in der Nato, ist
- 34:16natürlich eine noch spannendere Sache.
- 34:18Wir leider ja noch nicht. Aber wie siehst du das mit Nato
- 34:21beitritt? Also ich finde, es ist definitiv
- 34:25etwas, was diskutiert gehört, also dieses dieses, diese Frage
- 34:29oder dieses Tabu, das darum besteht.
- 34:32Ist meiner Meinung nach nicht gerechtfertigt.
- 34:37Ich habe schon gedacht, dass die Frage kommen wird und deswegen
- 34:39habe ich mir. Srpska Geheimnis deswegen.
- 34:41Habe ich mir in den letzten Tagen habe ich mir.
- 34:43Eigentlich habe ich mir auch überlegt, wie ich dazu
- 34:45eigentlich stehe. Du kannst dich erinnern, in den
- 34:49Neunzigern hat es ja so ein bisschen Bewegung gegeben, da
- 34:51hat der Parteichef, kannst dich erinnern, der Jörg Haider.
- 34:53Das wäre auch auch diesen Punkt habe ich mir aufgeschrieben, den
- 34:56hätte ich jetzt nämlich gebracht.
- 34:57Also die Diskussion ist ja weder neu noch also noch quasi.
- 35:01An dem Punkt, wo sie jetzt ist, sondern die waren schon viel
- 35:02weiter fortgeschritten, auch innerhalb der FPÖ, absolut
- 35:05richtig. Ja, Kaida hat das ja
- 35:06vorgeschlagen bzw fordert sogar ich.
- 35:08Habe ihn kennenlernen dürfen. Ich habe ihn, glaube ich,
- 35:10dreimal getroffen in Brüssel bei der Eröffnung vom Kärnten Büro,
- 35:13er war sehr sympathisch im persönlichen Auftritt und er war
- 35:16für die Nato. Ja, also das ist eben genau mein
- 35:18Punkt. Diese Diskussion ist nicht neu
- 35:21und sie ist es wert, geführt zu werden, wie man jetzt in den
- 35:24Details drin ist. Also ich meine es gibt bei der
- 35:26Nato sicher auch viel zu kritisieren, ja eben, also.
- 35:29Ungarn als eines Thema sind ja auch teilweise staatlich.
- 35:31Ich glaube, Albanien ist, wir haben Albanien vorher gehabt
- 35:33und. Da bin ich voll dafür.
- 35:37Immerhin Joe, Wer hätte sie damals gedacht, wo der kalte
- 35:40Krieg gewonnen war, dass Albanien in der Nato ist und
- 35:43Österreich nicht ja, ist schon erstaunlich.
- 35:46Es ist jetzt die Frage natürlich, wie also inwiefern
- 35:48Österreich jetzt individuell profitieren würde von einem Nato
- 35:51beitritt. Ich bin auf jeden Fall der
- 35:52Meinung, wenn man die Neutralität ernst meint und
- 35:55darauf pocht, ja und viele Österreicher, ich glaube es sind
- 35:5775% der Österreicher, sagen ja sie sind sie wollen die
- 35:59Neutralität beibehalten, dann muss man wenigstens eine
- 36:02ehrliche Diskussion darüber führen, weil Fakt ist das
- 36:05österreichische Bundesheer, das ist also wenn man jetzt die
- 36:08allumfassende Landesverteidigung annimmt, die ja ein Teil der
- 36:11Neutralitätserklärung ist. Also ich würde das jetzt nicht
- 36:15in der Lage sehen, uns zu verteidigen, so wie das jetzt in
- 36:18der Schweiz zum Beispiel der Fall ist.
- 36:20Und da muss. Man nächste Patrioten dort, die
- 36:22haben eine Armee, die funktioniert.
- 36:24Die meisten Wehrpflichtigen Männer gehen dann zum Bundesheer
- 36:26oder wie du es dort hast weiß ich nicht genau.
- 36:28Schweizer Armee, Schweizer Armee und kämpfen also im Notfall und
- 36:32Sagen bereiten sie sich darauf vor in Österreich ist ja das ja
- 36:35nicht so ausgeprägt, ich glaube da gibt es die Umfrage, dass
- 36:39sehr viele Leute hoffen, dass der Rest Europas uns verteidigt.
- 36:43Der aber eher niemanden. Genau, aber das ist ja wohl
- 36:44nicht. Wir wollen uns selbst.
- 36:46Genau, aber das ist halt unehrlich.
- 36:47Ja, weil das ist ja nicht neutral.
- 36:48Also wenn ich sag, so quasi wir, wir, wir mischen uns nirgends
- 36:50ein, aber wenn dann irgendwer sich bei uns einmischt, dann
- 36:53hoffen wir auf die anderen. Das ist keine Neutralität.
- 36:56Also die Ukraine hat ja dasselbe, also die Ukraine war
- 36:58ja auch neutral und die hat auch nicht sich in Russland
- 37:01eingemischt, aber es hat ihr auch nicht geholfen im Endeffekt
- 37:03dann, sondern sie wurde dann halt von Russland überfallen,
- 37:05also um nur zu sagen, ich bin neutral und bitte alle anderen.
- 37:08Mein Saulus to Paulus Moment oder mein Moment erwachung wenn
- 37:12ich das so nennen kann, war ja, wo Sebastian Kurz in Kiew war,
- 37:16und das war, glaube ich 2016 oder 17 ist er an der Front
- 37:19gewesen, da war ja schon in Tombasta Krieg und er ist dort
- 37:22hingefahren mit dem Außenminister Klimkin und.
- 37:24Und er hat dann der Ukraine die Neutralität österreichisches
- 37:29Modell nahegelegt und hat gesagt, die Ukraine war nicht
- 37:34neutral genug und ist deswegen überfallen worden.
- 37:37Der Herr Klimpkin der Außenminister hat da so ganz
- 37:39Grote Kabeln gekriegt und war total wütend, aber.
- 37:43Aber so war das und ich habe dann einen Artikel
- 37:44veröffentlicht, dass Österreich der Nato beitreten soll und die
- 37:48Ukraine auf jeden Fall nicht die österreichische Neutralität
- 37:51übernommen wurde. Da war ich dann in der ÖVP nicht
- 37:54so beliebt. Ja, das ist leider so die
- 37:56Geschichte, wenn man in der Partei ein bisschen andere
- 37:59Meinungen vertritt, hat man dann oft nicht so diese Popularität.
- 38:03Ja, ich glaube, wir sind beide schon lange genug in diesem
- 38:05Business, um zu wissen, dass das eben so ist.
- 38:07Und wie ist das denn aufgenommen?
- 38:08Gibt es eine Arbeitsgruppe, in der FPÖ und wie spricht man das
- 38:12in einem? In einem Parteitag gibt's da so
- 38:16Freunde WHATSAPP Gruppen von pro ukrainischen Aktivisten oder
- 38:21bist du ein bisschen ein buntes Chamäleon, also ein bunter
- 38:24Vogel, in dem man halt toleriert?
- 38:26Oder setzen die Leute auf die du bist jetzt ein Bezirksrat ein?
- 38:29Du bist ja gewählt worden, wer ist Amtsträger und politischer
- 38:32Funktionär in Wien, die FPÖ und wie geht man mit dir um, ist man
- 38:37freundlich oder ignoriert man die oder will man wissen wie das
- 38:41genau ist? Also wenn ich da bin und und
- 38:46quasi ich gerade von einem Trip zurückkomme.
- 38:49Ich poste ja dann auch auf Instagram und meine
- 38:50Parteikollegen sehen das und dann kommen schon immer
- 38:53interessierte Fragen. Na, wie ist es, wie schätzt du
- 38:55die Stimmung ein? Also ich glaube auf einem
- 38:57persönlichen Level gibt es relativ viel Sympathie auch für
- 39:00das Land, aber es gibt halt diesen, es gibt halt diese
- 39:03Linie, die von von der Parteiführung beschlossen ist
- 39:05und durch die wird dann halt auch nicht durchgebrochen und
- 39:08ich habe so ein bisschen das Gefühl, die Linie der
- 39:10Parteiführung ist, wir warten einfach mal ab, bis das vorbei
- 39:12ist. Ist und und und.
- 39:13Der Sturm dauert schon sehr lange, aber irgendwann wird er
- 39:16vorübergehen. Ich glaube auch er wird
- 39:18irgendwann vorübergehen, ich glaube er wird mit einem Sieg
- 39:19der Ukraine vorübergehen, ja der.
- 39:22Auf jeden Fall Lover you, Ukraine.
- 39:24Harims Lava. Also da meine Frage ist mehr so
- 39:28die Parteiführung hat der Generalsekretär oder
- 39:30Stellvertreter der Parteichef Herbert Gickel hat mal versucht
- 39:34ihn zu kontaktieren von deinem Wissen und deiner Erfahrung in
- 39:37der Ukraine zu profitieren und sich selbst ein bisschen quasi
- 39:41zu informieren von jemandem, dem man vertrauen kann, jemand der
- 39:44Partei Amtsträger ist und Funktionär der gewählt wurde und
- 39:48der jetzt auch in der Ukraine arbeitet, dort die besten
- 39:50Kontakte hat, alle kennt und die Türen offen stehen, das ist ja
- 39:54eine Möglichkeit, es ist ja, wenn ich das ein bisschen.
- 39:56Man so internationaler sagen kann, die Frau Meloni, die ja
- 39:59quasi auch eine Patriotin ist und zur gleichen Parteigruppe
- 40:02wie die FPÖ gehört und da viele FPÖ Leute, die gerne schmücken
- 40:06mit der schönen Georgia gemeinsam auftreten, auf Partei
- 40:09Events in kürzlich in Milan Glaube ich war Veranstaltung und
- 40:12sie. Schickt ja ganz viele Waffen in
- 40:15die Ukraine und ist eine ganz starke Unterstützerin der
- 40:18Ukraine und ist dafür international gefeiert worden.
- 40:21Und alle haben gesagt, ja die Melone, die ist zwar rechts, hat
- 40:25einen neofaschistischen Background, ist aber jetzt eine
- 40:28pro ukrainische Politikerin in Verantwortung und ist damit dann
- 40:32auch bei allen Staatskanzleien, Premierministern und in den
- 40:35Medien vernünftig und jeden Tag rollen in.
- 40:39Italienische Panzer durch Österreich, in die Ukraine oder
- 40:42Artilleriegeschütze. Aber die FPÖ kritisiert das.
- 40:46Und da meine Frage, kann man da von einer gibt es die Hoffnung
- 40:51auf eine ähnliche Wende in der FPÖ?
- 40:54An die und da möchte ich auch den größeren Kontext sehen, wann
- 40:57die FPÖ Regierungsverantwortung in Österreich in einem EU Land
- 41:00übernehmen würde, wäre es natürlich vielleicht schon
- 41:03notwendig hier eine Richtungswendung zu vollziehen,
- 41:06weil sonst wird es wahrscheinlich in der ÖVP, das
- 41:08wäre der einzige logische Koalitionspartner, weil 50% wird
- 41:12es ja nicht geben, da schauen wir jetzt ok gut auf dem besten
- 41:16für die Partei wird die glaube ich bei der Parteiführung
- 41:19entsprechend etabliert. Ja wenn du an die 50% glaubst,
- 41:23aber. Aber es wird wahrscheinlich
- 41:24keinen Koalitionspartner geben, der je mit der FPÖ
- 41:27zusammenarbeitet. Solange die FPÖ im Moment des
- 41:31Krieges sie so verantwortungslos verhält, wie das zum Beispiel
- 41:36sogar die italienischen Konvois der italienischen Panzer ihrer
- 41:41Parteikollegin, deiner Parteikollegin Georgia Meloni,
- 41:44sie schickt die Waffen, sie ist international gefeiert dafür die
- 41:48FPÖ kritisiert ist. Warum und wie ist da die
- 41:52strategische Analyse in der FPÖ, dass man sie so verhält?
- 41:57Ich glaube, es ist halt wie gesagt immer noch der Punkt.
- 41:59Also erstens mal wird diese Neutralität halt dann oft ein
- 42:02bisschen sehr hoch gelobt, also da wird dann so ein
- 42:06Unantastbares quasi auch unhinterfragbares etwas gemacht,
- 42:11obwohl ja eben wir wissen, es kann darüber diskutiert werden
- 42:14und vor allem, es ist diese aktive Außenpolitik, die gemacht
- 42:16wird, die besteht ja seit Jahrzehnten.
- 42:20Ja, und ich? Ich glaube, es ist halt immer
- 42:23noch aus diesem Grund, dass, dass man sich, wie sag ich das
- 42:26am besten, ja halt eben diesen Pol gewählt hat.
- 42:29Also man ist halt quasi gegen den Mainstream und solange der
- 42:33Mainstream pro ukrainisch ist, solange ist man, ist man neutral
- 42:39der Ukraine gegenüber bis hinzu teilweise sogar relativ
- 42:42feindlich und ich glaube das ist das ein Grundproblem, dass wir
- 42:45in vielen europäischen Rechtsparteien sehen, dass sie
- 42:48eben noch keine wirkliche Ideologie.
- 42:50Energie ausgebaut haben, sondern dass sie der Rechtspopulismus,
- 42:53der lebt ja sehr viel davon zu sagen, OK, gut, wir sind einfach
- 42:56mal grundsätzlich immer dafür, also dagegen, was die anderen
- 42:59sagen, und dafür, was halt so, so, gerade irgendwie en vogue
- 43:02scheint. Und wenn die, wenn die der
- 43:05Mensch sind und die anderen Partei sagen, Wir sind pro
- 43:07Ukraine, dann sagen wir, wir sind Anti Ukraine, und davon
- 43:11müssen wir wegkommen, ich glaube, das ist nämlich genau
- 43:14das Problem, zum Beispiel, warum wir auch in
- 43:15Regierungsparteidigungen immer gescheitert sind oder immer
- 43:18zweimal besetzt. Ist der Grund, weil dass, dass
- 43:21wir halt eben, dass diese Ideologie noch nicht aufgebaut
- 43:24haben. Ja, weil wir immer sagen, OK,
- 43:25wir sind dagegen und dagegen, und das ist natürlich in der
- 43:27Position super, ja, weil da muss man nicht liefern, aber sobald
- 43:29man dann in der Regierungsverantwortung ist,
- 43:31dann sieht man da und sagt ja, und jetzt ja, und das hat das,
- 43:35Trump hat das zum Beispiel auch gesehen, also Trump, 2016, der
- 43:37da überhaupt nicht damit gerechnet, dass er in
- 43:39Regierungsverantwortung kommt, dass er diese Wahl gewinnt, ne,
- 43:42und dann hat er es doch geschafft und sein erster Term
- 43:44war also. Sehr sitting Dac mäßig, weil er
- 43:47einfach nicht darauf vorbereitet gewesen ist.
- 43:49Dieses Mal ist es anders. Project 25.
- 43:52Er hat ja schon die Steuern zumindest gesenkt auf 21% und
- 43:55damit ungeheueres Wirtschaftswachstum ermöglicht.
- 43:56Das hat schon einiges erreicht, Präsident Trump.
- 44:03Aber es war schon. Österreich hat jetzt eine höhere
- 44:05Steuerlast als Amerika. Sehr, sehr erstaunlich ist, weil
- 44:09man weiß, die amerikanische Wirtschaft ist viel dynamischer,
- 44:12viel größer, viel erfolgreicher natürlich.
- 44:14Und wir haben jetzt höhere Steuern als Amerika, ja.
- 44:18Genau, wobei der Punkt eben ist. Also.
- 44:21Was ich ansprechen möchte ist, ich nehme an, du willst ja was
- 44:24jetzt deine wirtschaftspolitischen
- 44:26Hintergründe noch nicht, aber du hast gesagt Austrian Economics,
- 44:28du hast mal gearbeitet, was bei der Industriellenvereinigung
- 44:31kommst aus einem konservativen Elternhaus, ich weiß nicht ob du
- 44:34auch so ein Veränderungskonzept hast für Österreich in Bezug auf
- 44:37niedrige Steuern, Privatisierung, Liberalisierung,
- 44:42mehr Marktwirtschaft, ich weiß nicht ob du.
- 44:44In diese Richtung denkst. Also absolut.
- 44:48Also ich bin jetzt zwar viel in der Ukraine, aber ich beobachte
- 44:51als österreichischer Patriot natürlich auch mit großer Sorge
- 44:54die Entwicklung, die sich dieses Land durchmacht und gerade im
- 44:56Wirtschaftsbereich, wenn man sich anschaut, Österreich und
- 44:58Deutschland sind Schlusslicht beim Wachstum, also wenn wir
- 45:01überhaupt ein Wachstum haben. Diese Dinge wären ja vielleicht
- 45:05alle möglich in einer Koalition, absolut, ich glaube, ÖVP
- 45:08absolut, also ich glaube ja schon knapp davor.
- 45:11Ich. Ich glaube auch, dass wir 2017
- 45:13bis 19 eine gute Arbeit gemacht haben.
- 45:16Das ist dann aber gescheitert, weil der Parteichef wollte.
- 45:20Dann glaube ich, die Europafahnen abnehmen.
- 45:23Ich glaube, es gibt mehrere Gründe, warum es gescheitert
- 45:25ist. Und es ist natürlich auch
- 45:26gescheitert wegen der Politik, wegen der Außenpolitik.
- 45:30Im Kern geht es natürlich darum, nicht um die Flaggen, sondern
- 45:33die sind nur ein Symbol, aber ohne einen Richtungswechsel der
- 45:36FPÖ. In Richtung Vernunft und endlich
- 45:39wie die Melone das gemacht hat und wie es schlussendlich im
- 45:42weitesten der Trump macht. Er versucht ja vernünftige
- 45:46globale Sicherheitspolitik zu machen, er hat gerade Frieden im
- 45:48Nahen Osten gestiftet und er bemüht sich um einen Frieden in
- 45:52Osteuropa, also ohne so einen Kurswechsel, wie soll die ÖVP
- 45:56mit der FPÖ Koalition? Machen genau also ich glaube,
- 46:00wir sehen ja auch eine Bewegung in diese Richtung.
- 46:02Also du hast ja angesprochen, Italien, die Frau Meloni war ja
- 46:05grundsätzlich, also die hat sich ja relativ schnell klar
- 46:07positioniert, bei Trump hat es ein bisschen länger gedauert,
- 46:09wir sehen es jetzt aber auch in der AF d zum Beispiel die AF d
- 46:13war ja notorisch prorussisch bis vor kurzem, jetzt war ein EU
- 46:18Abgeordneter ja sogar noch auf in Sotschi.
- 46:22Das ist für einen Patrioten nach Sotschi zu fahren, nach
- 46:25dreieinhalb Jahren. Ja, das wurde allerdings dann
- 46:28schon ungewöhnlich scharf und der.
- 46:29Zweifelung kritisiert also die Frau Weidler hat ja auch gesagt,
- 46:31so, ich verstehe nicht, was man da macht und wir werden uns
- 46:33überlegen müssen, wie wir in Zukunft damit umgehen und auch,
- 46:37dass Sicherheit. Das Parteiausschlussverfahren
- 46:39hat der Schrammi, unser Podcast, der wird ausgeschlossen.
- 46:43Oder zumindest das ist ein Verfahren gegen ihn angestrengt
- 46:46und der Kollege, der Kollege möchte jetzt nicht unbedingt
- 46:48sagen, der ich meine, was ist das Gegenteil von einem
- 46:51Patrioten. Das Wort Verräter ist immer eine
- 46:54sehr schwierige Art. Er würde nicht geklagt werden,
- 46:56aber grundsätzlich antipatriot der mit dem Feind
- 46:59zusammenarbeitet, sogar in Kriegssituation zum Feind geht
- 47:04und quasi politisch legitimiert wird, nicht ausgeschlossen und
- 47:07hat gar Verfahren meines Wissens.
- 47:09Richtig. Also ich will jetzt nicht in die
- 47:11internen Prozesse. Ich weiß, dass das gerade bei
- 47:13der AF D NRW, wo der Schramme drinnen ist.
- 47:17Sehr kompliziert ist alles, aber ja, finde ich natürlich auch
- 47:20komisch. Aber du hast jetzt keine
- 47:22Ausschlussverfahren pending oder solche.
- 47:25Da schauen wir mal nach dem Interview.
- 47:26Ich. Hoffe das wird eher deine
- 47:29Parteikarriere beflügeln, aber vielleicht wirst du dann auch
- 47:33wieder zur ÖVP zurückkommen. Oder ich bin dann irgendwo
- 47:38zwischen den Welten. Du bist auf jeden Fall auf der
- 47:41Seite der Ukraine. Hundertprozentig.
- 47:42Beschreiben wir nochmal deine Tätigkeit in der Ukraine jetzt
- 47:45konkret was machen kann man? Sich unter Woll und Teering
- 47:48vorstellen und was genau ist diese Institution?
- 47:51Gerne also angefangen hat es wie gesagt im Februar 2023 mit also
- 47:56Freiwilligenarbeit. In dem Fall war das einfach
- 47:58Gemüseschnipseln das dann getrocknet wurde und in Essen
- 48:03für Front Soldaten umgewandelt wurde.
- 48:04In der Küche genau für einen jungen Bürgerspross aus dem
- 48:08neunten Bezirk. Interessanter weg, sie
- 48:11freiwillig zu melden, in der Ukraine zu kochen für die
- 48:14Soldaten. Genau, es war ja, und es war
- 48:16auch super cool. Ja, also ich bin da in so einer
- 48:18eiskalten Küche draußen, hab Kohl geschnitten und das das den
- 48:21ganzen Tag und dann ganzes verlegertes Wochenende dann.
- 48:26Und die Leute waren total nett und ich bin dann halt immer
- 48:27wieder gekommen, hab zeitweise auch Tarnnetze geknüpft, zum
- 48:31Beispiel gegen. Die Drohnen, die sind ja die
- 48:33Straßen in der Ostukraine, sind ja jetzt quasi schon mit
- 48:35Tarnnetzen überzogen. Das sind ja wirklich so Fische,
- 48:38Netze. Wir haben so Tarnnetze geknüpft,
- 48:39die können quasi über jetzt zum Beispiel Panzer oder
- 48:41Artilleriegeschütze. Hoffentlich kriegst du da keine
- 48:44Neutralitätsverletzung erfahren. Das ist ja schon fast eine
- 48:47Waffe. Eine passive.
- 48:51Genau und. Habe aber halt in Wien gewohnt
- 48:54und habe auch ganz klassisch eigentlich Karriere gemacht.
- 48:57Ich habe zweieinhalb Jahre, die letzten zweieinhalb Jahre in
- 48:59einem Consulting Unternehmen gearbeitet, aber die.
- 49:03Sind Unternehmensberater genau richtig?
- 49:05Ja, Transformation von. Genau richtig.
- 49:07Digitalisierung und öffentlicher Bereich ja, sehr gut.
- 49:11Auch schnell zu der Tätigkeit in der Ukraine.
- 49:13Genau, also quasi am Wochenende war ich in der Ukraine und unter
- 49:17der Woche oder halt wenn ich mal Urlaub hatte oder verlängertes
- 49:19Wochenende, Pfingsten oder was auch immer, war ich in der
- 49:21Ukraine. Und unsere Woche halt in Wien
- 49:23als Unternehmensberater. Darf ich ja privat Fragen mit
- 49:26deiner Freundin aus der Ukraine, da bin ich jetzt.
- 49:29Nicht mehr zusammen. Tut mir leid.
- 49:31Ja, ich. Verstehe mich immer noch sehr
- 49:32gut mit dir, also da auch liebe Grüße Alexa.
- 49:34Das wird sicher, aber du bist die Zeit, hast du dann
- 49:39verwendet, um in die Ukraine zu fahren, ist ja weiter weg,
- 49:41dauert ja fast einen Tag bis man dort ist und einen Tag zurück,
- 49:44also das war schon ein ungeheuer Einsatz.
- 49:46Ja genau. Also das ist also.
- 49:49Also es ist ja an sich näher als man denkt.
- 49:51Ich sage mal, von Wien ist man schnell, also von zumindest
- 49:53sozusagen. Die Distanze ist Lemberg näher
- 49:55oder die ukrainische Grenze näher an Wien als Vorarlberg und
- 49:59die Schweizer Grenze, aber ja, nachdem man ja nicht fliegen
- 50:02kann, fliegen wäre wahrscheinlich 50 Minuten oder
- 50:04so was. Ich bin früher immer geflogen,
- 50:07das war dann relativ schnell. Also Stunde braucht man nur nach
- 50:10Kiew Stunde 10 oder? So genau und nach Lemberg
- 50:12wahrscheinlich noch kürzer da. Hoffentlich wird es bald wieder
- 50:15Flugverbindungen nach Lemberg geben.
- 50:16Es wäre gut, wenn man den Luftraum wieder öffnen könnte,
- 50:21aber nichtsdestotrotz, du bist lange gefahren, also hin und her
- 50:24und hast dich dann bemüht und wie bist du dann jetzt zu dieser
- 50:26größeren Position bekommen wo du dir.
- 50:29Für diese Institution einsetzen, das wollen wir nur erfahren,
- 50:31dieses Geheimnis. Genau.
- 50:32Und ich habe dann eben im Juni dieses Jahres beschlossen, okay,
- 50:35ich halte diesen inneren Drang nicht mehr aus.
- 50:36Ich muss jetzt einfach länger hinüberfahren, zumindest für
- 50:39einen Monat, und wollte dann eigentlich für einen Monat quasi
- 50:43als Fahrer weiter vorne an die Front.
- 50:44Also ich wollte halt dann so Supplys hinbringen.
- 50:46Das hört sich gefährlich an. Ja, aber ich wollte halt quasi
- 50:49nicht nur in Lemberg sitzen, sondern ich habe gesagt, okay,
- 50:50es muss jetzt einfach, ich muss jetzt einfach wirklich direkt
- 50:55vorne etwas machen. Es war aber so, dass sich die
- 50:58meisten Organisationen, die ich geschrieben habe, die haben mir
- 51:01entweder nicht geantwortet oder haben gesagt, kein Interesse,
- 51:06also bin ich in Kiew aufgeschlagen am 3.
- 51:08Juli und. Erst 2025 genau richtig am
- 51:12Anfang des Sommers bist du einfach hingefahren, genau von
- 51:15dir aus, genau, ohne sichere Partner.
- 51:17Partner oder Möglichkeiten, weiter nach Osten zu gehen?
- 51:20Genau richtig und habe auch gesagt okay, ich schaue jetzt
- 51:22einfach mal, wen ich da finde. Ich wusste ja, dass es relativ
- 51:25einfach ist, Connections zu finden, wenn man, wenn man mal
- 51:27vor Ort ist und durch Zufall bin ich dann an einem Abend in einer
- 51:32Bar gesessen und habe einen Volontier getroffen, mit dem ich
- 51:34in Lemberg 2023 gemeinsam volontiert habe, habe den
- 51:37angesprochen und der war gerade mit Joe Linsley von damals noch
- 51:42hugrain Freedom News jetzt underfire News gemeinsam
- 51:45unterwegs die. Joe Nancy muss, der ist in
- 51:48deutschsprachigen Sprachen vielleicht nicht so bekannt.
- 51:50Kannst du ein bisschen darstellen, was der im
- 51:52amerikanischen. Genausprachraum.
- 51:54Bedeutung hat, damit wir das auch verstehen.
- 51:56Joe ist Amerikaner, kommt aus dem Magga Lager.
- 52:01Das hat einen sehr guten Draht zu den Leuten in Washington.
- 52:06Jetzt in der derzeitigen Administration natürlich.
- 52:09Und versteht auch, wie die Denken.
- 52:10Versteht natürlich auch, wie ich denke.
- 52:12Also wir verstehen uns da relativ gut, er ist.
- 52:14Amerikanischer Patriot du bist österreichischer Patriot.
- 52:16Genau richtig. Und er hat einen sehr starken x
- 52:20auftritt. Instagram Substac schreibt er
- 52:23und generell versucht er eben auch Investments in die Ukraine
- 52:26Hineinzuholen von amerikanischen Amerikanern für ukrainische
- 52:29Miltac Startups und er hat damals dann zu mir gemeint ich
- 52:32brauche jemanden, also ich bin ein guter, er hat gesagt er ist
- 52:35ein guter Journalist, das ist sein eigentlicher Hintergrund,
- 52:38aber. Wer braucht jemanden, der quasi
- 52:39den Business Hintergrund mit Hineinbringt?
- 52:41Ob ich ihm da nicht helfen möchte?
- 52:44Oder kommst du als Unternehmensberater?
- 52:46Mit deiner Erfahrung? Arbeitest jetzt hier zusammen
- 52:48und was wollt ihr erreichen? Verschiedene Dinge also.
- 52:52Ich sage mal, wir haben 33 stützen eigentlich einerseits
- 52:55natürlich grundsätzlich so die Öffentlichkeitsarbeit, also
- 52:57klassischer Journalismus, substake x, Instagram, youtube,
- 53:02wo er das. Darstellt, was in Ukraine
- 53:04natürlich gerade passiert. Also aktuelle Neuigkeiten, aber
- 53:06einfach auch die Ukraine vorstellt für ein amerikanisch
- 53:10patriotisches Publikum. In weiterer Folge hoffe ich auch
- 53:13für ein europäisch patriotisches Publikum, aber.
- 53:15Also make America great again. Make you great again.
- 53:19Genau das Ding hat eigentlich nur, dass man sie wieder
- 53:20komplett macht, das wäre mal der erste.
- 53:22Grand hole again. Hole Again und Österreich, also
- 53:26Europa, da gibt es ja den Spruch Make Europe Great again.
- 53:30Also Patrioten, die zusammenarbeiten.
- 53:32Was habt ihr jetzt in den letzten Monaten der
- 53:35Zusammenarbeit bisher gemacht? Ein konkretes Beispiel.
- 53:38Grundsätzlich mit dem Journalismus erreichen wir jedes
- 53:40Monat Millionen an Leuten, vor allem in den USA.
- 53:44Wir haben im April, da war ich noch nicht dabei, aber kam eben
- 53:47Venture Piro, Wir haben in unserem Team auch einen
- 53:51Künstler, Neven Made heißt der, der hat zum Beispiel, da gab es
- 53:55so ein Prayer Breakfast in Kiew, das war, glaube ich eh im Juli.
- 53:58Einfach Kid Kelock, also amerikanische Sondergesandte für
- 54:02die Ukraine. Na, das haben wir alle
- 54:03mitverfolgt. Da war es dann so, dass 3 Tage,
- 54:05glaube ich, keine Bomben gefallen sind, auf das war diese
- 54:08genau, der Putin weiß immer genau, war ein wichtiger
- 54:10Amerikaner. In der Physik.
- 54:12Die Schrift hat keine genau Raketen, sobald er weg ist, wird
- 54:16dann wieder doppelte Intensität gebombt.
- 54:19Genau, also das habe ich am eigenen Leib miterlebt.
- 54:20Also ich wusste, wie er da ist. Ich habe es sogar kurz gesehen,
- 54:23und kaum war er weg, war dann ein riesiger Angriff.
- 54:26So ist er, der Putin, ja genau, ein Konservativer.
- 54:31Nein, definitiv nicht. Ein Patriot?
- 54:33Nein, definitiv nicht, also es ist halt einfach wirklich da,
- 54:35sieht man halt die Verlogenheit, die da auf unserer Seite.
- 54:38Ist das ja, weil man er macht im Endeffekt alles nur um halbwegs
- 54:42so rund um einen Trump genau halbwegs seines Alaska Summits
- 54:47zu bekommen. Genau, und diese Dinge und
- 54:49sobald er jemand zuschaut, sticht er schon den nächsten
- 54:52wieder genau quasi wortwörtlich das Messer in den Rücken, genau.
- 54:55So Santi, wenn ich vielleicht nur kurz sage, also dass
- 55:00Russland unser Feind ist, sollte eigentlich im konservativen
- 55:03Lager aus unserer Geschichte jetzt nicht komplett vergessen
- 55:07worden sein. Absolut.
- 55:10Das ist ja auch immer mein Argument.
- 55:13Also ich hatte ja, wie ich vorher schon gesagt habe, ich
- 55:15hatte ja früher so diesen Gedanken, ok, eben aus unserer
- 55:19Geschichte heraus sollten wir uns mit den Russen verstehen,
- 55:21aber das war halt auf der Prämisse aufgebaut, dass ich mir
- 55:23gedacht habe, naja, wenn wir eine Wandlung durchgemacht
- 55:25haben, dann haben sie vielleicht auch eine Wandlung durchgemacht,
- 55:27aber das ist halt nicht passiert.
- 55:29Aber aus unserer Geschichte sollten wir uns mit Russland
- 55:31verstehen. Das kann man so, wenn man
- 55:32Sozialdemokrat ist oder Kommunist, kann man gewisse
- 55:35Begeisterung für Sowjetunion oder Stalin, das habe ich in
- 55:39meiner Jugend oft gehabt, diese Debatten, also habe ich gesagt,
- 55:42dass da Stalin genauso argumentiert.
- 55:43War wie der Hitler, dann sind die Linken alle aufgeregt herum,
- 55:47haben gesagt, Oh, er ist Faschist.
- 55:50So war das damals in den Achtzigern.
- 55:52Ich habe das aber trotzdem immer furchtbar gefunden, die
- 55:54Sowjetunion, die uns bedroht hat, wir bin zumindest im
- 55:58Schatten der Sowjetunion noch aufgewachsen, in Linz damals,
- 56:00und wir sind als Soldaten, ich bin Oberleutnant, sind wir
- 56:03trainiert worden, uns zu verteidigen als Patrioten
- 56:06gegenüber dem potenziellen Angriff des Ostfeinds, so haben
- 56:10wir es immer genannt, der Feind aus dem Osten war die
- 56:12Sowjetunion. Also so sind wir aufgewachsen,
- 56:15sowas klar. Also ich find das immer so, dass
- 56:17man dann so wir müssen uns mit Russland verstehen.
- 56:21Naja, ich glaube es ist halt genauer.
- 56:22Es ist halt auch, also ich muss sagen, ich bin 93 geboren, das
- 56:26heißt, ich bin in einer Phase aufgewachsen, wo er also gerade
- 56:29mit Fall der Mauer 89, wenn Francis Fukuyama ja gesagt hat,
- 56:33okay das Ende der Geschichte, jetzt ist quasi der Westen hat
- 56:35jetzt gewonnen und jetzt leben wir, Herr.
- 56:37Bear ran, Hammer. Und.
- 56:41Also ich bin halt so aufgewachsen, wir hatten ja
- 56:43diesen Feind nicht, also 2001 vielleicht 9 / 11 war für mich
- 56:46der erste Schock, Moment, aber auch da war das halt irgendwie
- 56:49weit weg, das heißt es hat da erst diese Schocks gebraucht um
- 56:53wirklich zu verstehen okay, da gibt es jemanden, der gar nicht
- 56:57so weit weg ist im Osten, der definitiv nicht unser Mindset
- 57:01hat und der uns definitiv nichts gutes will.
- 57:05Genau. Sprecht mal über die Zukunft.
- 57:07Was ist dein Wunsch, wie dieser Krieg enden soll?
- 57:10Ein Wunsch wäre es, mit einem vollständigen Sieg der Ukraine
- 57:13mit inklusive Rückeroberung aller besetzten Gebiete.
- 57:17Absolut und dekrim ja, ein. 100% ist ja auch besetzt.
- 57:21Genau. Und was ist dein Wunsch in Bezug
- 57:23auf die FPÖ, mein. Wunsch in Bezug auf die FPÖ ist,
- 57:26dass dass man sich mal überlegt, wie also was für eine Ideologie
- 57:33man eigentlich vertritt. Was für eine Zukunftsplan wir
- 57:37eigentlich haben. Ich glaube immer dagegen zu
- 57:40sein, ist nicht der richtige Weg, er wird uns kurzzeitig zu
- 57:43Wahlerfolgen führen, aber wird dazu führen, dass wir immer
- 57:45wieder abstürzen. Ich glaube, wir müssen uns auf
- 57:46ein Level bringen, wo wir einen positiven, einen positiven Bezug
- 57:49zu Europa haben, eine positive Vision auch für Europa haben und
- 57:54die Leute dadurch mitreißen, nicht immer nur diese
- 57:56Negativität haben, nicht immer nur sagen, OK, es ist alles
- 57:58schlecht und deswegen kommt es zu uns, sondern sagen ja es ist
- 58:01alles schlecht, aber wir haben eine positive Vision, die.
- 58:05Europa und natürlich vor allem Österreich in eine bessere Zeit
- 58:08führen wird. Und das wünsche ich mir, weil
- 58:10das fehlt mir gerade ein bisschen.
- 58:11Und hoffst du auf eine gesprächsanleitung Einladung von
- 58:14der Parteiführung? In Bezug auf Ukraine.
- 58:17Ich würde mich sehr freuen, wenn das passieren würde, ja.
- 58:19Gut, wir wären glaube ich in Herrn Parteichef Tekken, wenn
- 58:22wir dieses Video ausstrahlen. Herzlichen Dank.
- 58:24Es war ein sehr persönliches, sehr nettes, sehr freundliches
- 58:27Gespräch und sehr informativer für mich.
- 58:29Es freut mich, dass du Nico heute hier warst.
- 58:31Viel Erfolg in der Ukraine bei deinen wichtigen Tätigkeiten
- 58:34nächste Woche und komm gerne wieder einmal hier in die
- 58:37Podcast, Berichte uns wie die Situation ist und wir hoffen
- 58:40gemeinsam für den Sieg der Ukraine.
- 58:43Vielen Dank für die Einladung. Sehr schön.
- 58:44Dank. Danke.