Latest / Die ProduktivitätsMacher / Die Definition und Bedeutung von KPI's (Key Performance Indicators)
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- Episode 2 Final: Die Produktivitätsmacher. Ein Podcast von Jürgen Lieser und Harald Reich. Was man nicht sauber misst, kann man nur schwer verbessern. Aber mehr Kennzahlen bedeuten nicht automatisch mehr Transparenz. In Folge 2 sprechen wir darüber, welche KPIs Produktivität wirklich steuerbar machen, warum Plan und Ist vergleichbar sein müssen und wie Kennzahlen vom Reporting-Instrument zum täglichen Führungswerkzeug werden. Harald, starten wir mit einer provokanten Frage. Wenn ein Geschäftsführer sagt, unsere Produktivität ist gut, was möchtest du als nächstes von ihm wissen? Ich würde ihn fragen, woran genau sehen Sie das denn? Welche Kennzahl nutzen Sie und wie wird sie berechnet? Gegen welchen Plan vergleichen Sie und können Ihre Führungskräfte dieselbe Frage für ihren Bereich auch beantworten? Damit sind wir schon beim Kern. Eine KPI ist nicht einfach eine Zahl. Sie muss eine Entscheidung auslösen können. Wir erleben häufig zwei Extreme. Entweder es gibt zu wenig Transparenz, dann steuert man nach Bauchgefühl oder es gibt eine Flut von Kennzahlen. Aber niemand erkennt mehr, was heute wirklich wichtig ist. Was wäre für dich die Grundlogik einer guten Produktivitätskennzahl? Naja, sie braucht zunächst einen klaren Output und damit natürlich auch einen klaren Input. Vereinfacht gesagt, welche Leistung haben wir erzeugt und welchen Aufwand haben wir dafür eingesetzt. In arbeitsintensiven Bereichen ist der Personaleinsatz eben bestimmend bzw. die eingesetzte Arbeitszeit besonders relevant. Entscheidend ist, dass die Definition über die Zeit stabil bleibt und gleich bleibt und die Verantwortlichen das alles nachvollziehen können. Und bei hoher Variantenvielfalt wird es besonders interessant. Zehn Stück vom Produkt A sind nicht automatisch mit zehn Stück vom Produkt B vergleichbar. Ja genau. Deshalb muss die Leistungsgröße zum Geschäft passen. Das können zum Beispiel Standardstunden, bewertete Mengen oder andere sinnvoll normierte Größen sein. Wichtig ist weniger, dass jedes Unternehmen dieselbe Formel nutzt. Wichtig ist vielmehr, dass die Kennzahl die tatsächliche Leistung fair abbildet und nicht durch Produktmix oder durch Zufall verzerrt und verändert wird. Der zweite wichtige Punkt ist die Frequenz. Eine Produktivitätskennzahl, die erst Mitte des Folgemonats erscheint, hilft im Tagesgeschäft kaum. Ja, sie ist dann eher Rückspiegel als Lenkrad. Für operative Führung brauchen wir zeitnahe Daten, ganz klar. Je näher wir an die Schicht oder an den Tag kommen, desto schneller können wir Abweichungen verstehen und entgegensteuern. Und dabei sollte die Diskussion nicht bei Rot oder Grün enden? Absolut. Eine Abweichung ist zunächst eine Information. Dann kommt eben die Frage, ja, was ist passiert? War der Output geringer? war der Personaleinsatz höher, gab es Störungen, Materialmangel, Qualitätsprobleme oder fehlende Aufträge oder eben eine falsche, ungenügende Planung. Gute Kennzahlen helfen, die nächste sinnvolle Frage zu stellen. Genau, und diese Kennzahlen müssen auf allen Ebenen zusammenpassen. Geschäftsführung, Werk, Bereich und Team sollten nicht mit unterschiedlichen Logiken arbeiten. Ja, die Kennzahlen brauchen eine Kaskade. Oben interessiert die Gesamtentwicklung unten die konkrete Ursache. Und so wird eben aus Reporting echte Steuerung. Ein häufiger Fehler ist darüber hinaus, Produktivität nur als Controlling-Thema zu behandeln. Dabei gehört die Kennzahl in die Linie. Controlling kann Datenqualität und Definitionen unterstützen. Verantwortung für die Verbesserung liegt aber dort, wo die Arbeit passiert und organisiert und geführt wird. Und das führt uns direkt zu unserer nächsten Folge. Denn sobald eine Kennzahl eine Abweichung zeigt, stellt sich die Frage, wer reagiert wie darauf? Genau. Zahlen verändern noch nichts, Führung verändert etwas. Wenn Ziele klar sind, Verantwortung übernommen wird und Probleme konsequent bearbeitet und gelöst werden. Und die Kernaussagen von heute. Eine gute KPI schafft keine Datenfülle, sondern Handlungsfähigkeit, klare Definition, fairer Leistungsbezug. zeitnahe Verfügbarkeit, Plan ist Vergleich und eindeutige Verantwortung in der Linie. In Folge 3 sprechen wir darüber, wie produktivitätsorientierte Führung genau das möglich macht. Die Produktivitätsmacher, ein Podcast von Jürgen Lieser und Harald Reich.