Latest / Hinreichend verdächtig / Warum Stute Edda sterben musste
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- Als jemand, der mit der Jagd nicht betraut ist, schien es erst einmal eher unrealistisch für mich, dass er die Stute mit einem Wildschwein verwechselt haben könnte. Es war zwar dunkel zur Tatzeit, aber Jäger verfügen in der Regel über sogenannte Nachtsichtgeräte. So auch Daniel am Tattag, auf denen man die Tiere zumindest schemenhaft erkennen kann. Und wenn man den Körperbau eines Pferdes mit dem eines Wildschweines vergleicht, schien es für mich doch zunächst eher unrealistisch, dass man das verwechseln kann. Hinreichend verdächtig. Der True Crime Podcast der Rheinischen Post und der Staatsanwaltschaft Duisburg. Und damit Hallo zurück bei Hinreichend verdächtig. Mein Name ist Lili Stegner und in diesem Podcast gehen wir nicht nur echten Kriminalfällen auf den Grund, sondern wir tauchen richtig tief ein. Wir beleuchten die Ermittlungen, die zur Anklage geführt haben und wir untersuchen, was die Gesetzestexte dazu sagen. Dafür habe ich immer zwei Gäste hier bei mir. Einmal aus der Staatsanwaltschaft in Duisburg und einmal ein Gerichtsreporter aus unserer Lokalredaktion. Die Fälle, die wir hier betrachten, die sind immer abgeschlossen und damit rechtskräftig entschieden. Wir analysieren, wie der Fall öffentlich wahrgenommen wurde und wie die Staatsanwaltschaft ermittelt hat, um so am Ende eine Anklage formulieren zu können. Und ganz nebenbei werden wir so auch juristische Fachbegriffe diskutieren, die man vielleicht immer mal wieder hört, aber nicht immer so ganz genau versteht. Wie zum Beispiel auch den Begriff hinreichend verdächtig. Das Ganze können wir nicht zuletzt machen dank unserer Sponsoren SYNLAB in Leverkusen. Und dafür noch einmal herzlichen Dank. Heute bei mir sind Vera Fink, Staatsanwältin hier in Duisburg und Alexander Trisch, Redakteur in unserer Lokalredaktion. Der Fall, über den wir heute sprechen, dreht sich um ein durch einen Schuss verletztes Pferd, das die Situation auch nicht überlebt hat. Falls euch das belastet, dann hört die Folge lieber nicht alleine an. Starten wir wie immer aber erstmal mit der Beschreibung des Falls. Was ist passiert? Es ist der späte Abend des 1. Februars 2024. Auf einer Pferdekoppel am Rande von Oberhausen steht die Haflinger Stute Edda. Sie ist ganz hell, fast golden in der Fellfarbe und laut ihrer Besitzerin, einer Frau aus Bottrop, die wir hier Lara nennen wollen, bekannt dafür eher neugierig, als besonders schreckhaft zu sein. Edda war schon nicht mehr die jüngste Stute. Für ihre Besitzerin Lara aber wie ein Familienmitglied, wie diese später in Interviews berichtet. Eine Erfüllung ihres Kindheitstraums und eine wichtige Begleiterin bei der Trauer um Laras Vater. Ada steht also auf der Weide. Ihre Besitzerin Lara ist mit ihrem Mann zu Hause. Zur gleichen Zeit aber ist ein 27-jähriger Jäger aus Essen im Nahen Waldgebiet unterwegs. Wir nennen ihn hier Daniel. Er ist regelmäßig dort, kennt das Revier nach eigenen Angaben gut und ist, wie viele Jäger, auch an diesem Abend allein unterwegs. Gegen 22.30 Uhr nimmt er von einer Ackergrenze aus ein Tier wahr, rund 60 bis 91 Meter entfernt. Die genaue Distanz variiert je nach Ermittlungsquelle. In der Anklageschrift der Staatsanwaltschaft war zu lesen, dass der Jäger etwa 91 Meter in Entfernung stand. Im späteren Gerichtsverfahren wurde von knapp 60 Metern gesprochen. Was dann geschieht, ist der tragische Kern dieses Falls. Daniel schießt. Ein einziger Schuss frontal mitten auf den Kopf des Tieres. Er sagte später, er habe geglaubt, ein Wildschwein zu sehen. Doch tatsächlich trifft er auf die auf der Weide stehende Stute Edda. Die Kugel dringt unterhalb des Unterkiefers ein. Der Schuss führt zu einem massiven Blutverlust, zerstört Teile des Kiefers und Edda verliert sofort die Fähigkeit zu fressen oder sich zu versorgen. Die Tierärztin, die darauf eintrifft, kann nur noch eins tun. Edda per Gnadenschuss von ihrem Leid zu erlösen. Für Lara, die mittlerweile herbeigerufen wurde, ist das ein Schock. Sie sagte später, sie habe beim Tod ihres geliebten Pferdes nicht dabei sein können. Zu sehr habe sie das alles belastet. Für Lara ist bis heute unverständlich, wie es zu dieser Verwechslung kommen konnte. Auch das erzählt sie später. Ein medizinisches Gutachten soll den Schusskanal später als horizontal interpretieren. Ein Hinweis darauf, dass der Schuss direkt und gezielt abgegeben wurde. Kein Abraller oder Querschläger. Für die Stute Edda machte das leider keinen Unterschied mehr. Und jetzt eine kurze Pause, vielleicht mit etwas Werbung. Ab wann war der Angeklagte hinreichend verdächtig? Vera, wie meistens meine erste Frage, wie hast du denn von dem Fall erfahren? Warst du direkt am Abend noch vor Ort? Ich habe von dem Fall am nächsten Morgen erfahren, als mich die Kollegen von der Polizei angerufen und nach dem weiteren Vorgehen gefragt haben. Ich war also nicht direkt am Tatort. Ich habe dann den Anfangsverdacht einer Straftat hier nach dem Tierschutzgesetz § 17 erst einmal bejaht. Daniel, der Jäger, der hat dann noch am Tatort beteuert, dass er die Stute für ein Wildschwein gehalten habe. Wie realistisch war denn diese Aussage in diesem ganz frühen Stadium für euch? Als jemand, der mit der Jagd nicht betraut ist, schien es erst einmal eher unrealistisch für mich, dass er die Stute mit einem Wildschwein verwechselt haben könnte. Es war zwar dunkel zur Tatzeit, aber Jäger verfügen in der Regel über sogenannte Nachtsichtgeräte. So auch Daniel am Tattag, auf den man die Tiere zumindest schemenhaft erkennen kann. Und wenn man den Körperbau eines Pferdes mit dem eines Wildschweines vergleicht, schien es für mich doch zunächst eher unrealistisch, dass man das verwechseln kann. Zumal ja so eine Haflinge auch für ein Pferd, relativ großes Pferd, das ist ja schon, hat eine andere Höhe als so ein Wildschwein. Genau. Ab wann seid ihr denn dann zu dem Schluss gekommen, dass hier weitere Ermittlungen angestellt werden müssten? War das direkt oder hat sich das erst nach einer Weile rauskristallisiert? Ja, dadurch, dass eine Verwechslung für uns zunächst eher unwahrscheinlich schien und dementsprechend nicht auszuschließen war, dass Daniel zumindest bedingt vorsätzlich dieses Pferd getötet haben könnte, haben wir uns dazu entschlossen, die Ermittlungen aufzunehmen. Wir haben uns dann dazu entschlossen, den Körper des Tieres tierpathologisch begutachten zu lassen. Dazu ist dieser dann nach Berlin in die Tierpathologie verbracht worden. Es galt dann insbesondere zu klären, mit welchem Einschusswinkel die Stute getroffen worden ist. Ihr habt ja dann nach und nach ziemlich viele Beweise zusammengetragen, um den Ablauf dieses Abends bewerten zu können. Also da geht es um Wetter und Sichtverhältnisse, die Position des Pferdes, die Position von Daniel und wie du eben schon gesagt hast, der Winkel des Einschusses, das sind ja dann am Ende ziemlich viele Hinweise, die ihr so zusammenpuzzeln müsst. Wie lief das denn? Die Polizei hat im weiteren Verlauf der Ermittlungen den Tatort, das heißt das Feld, auf dem Daniel gestanden hat, sowie die Weide, auf der die Stute gestanden hat, untersucht. Die Polizei war in der Tatnacht direkt vor Ort, das heißt Wetter- und Sichtverhältnisse konnten da sofort geklärt werden. Hier war es so, dass die Wetterverhältnisse gut und die Sicht klar war. Am nächsten Tag haben die Kollegen von der Polizei dann anhand von Fußspuren versucht festzustellen, wo genau sich Daniel auf diesem Feld befunden hat. Das heißt, aus welcher Entfernung er auf das Tier geschossen hat. Dabei wurde zunächst festgestellt, dass er aus etwa 90 Metern Entfernung geschossen hat. Verstehe. Und dieses medizinische Gutachten, das ja, wie du gesagt hast, vor allem den Einschusswinkel klären sollte, was hat das denn besagt? Ja, das tierpathologische Gutachten hat ergeben, dass es sich um einen geraden Durchschuss durch den Kiefer gehandelt hat. Sprich, die Kugel ist auf der einen Seite des Kiefers ein- und auf der anderen Seite des Kiefers wieder ausgetreten. Die Schuta hat hierdurch mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit die Fähigkeit verloren, Nahrung eigenständig aufzunehmen und war damit kaum überlebensfähig. Und deshalb dann auch die Entscheidung der Tierärztin, sie per Gnatenschutz zu erlösen. Ganz genau. Ihr habt danach noch weitere Ermittlungsschritte eingeleitet und welche Erkenntnisse haben sich denn daraus dann ergeben? Nach der Fertigstellung des Gutachtens waren die Ermittlungen abgeschlossen. Nach Abschluss der Ermittlungen ist dem Verteidiger von Daniel Akteneinsicht gewährt worden, mit der Möglichkeit, sich im Ermittlungsverfahren schon zu den Tatvorwürfen zu äußern. Dies ist aber nicht passiert. Eine Einlassung über den Verteidiger von Daniel ist erst nach Anklageerhebung erfolgt. Was war denn Daniel für ein Typ? Wie hast du den denn so wahrgenommen? Daniel war auf den Prozess sehr gut vorbereitet. Er hat in der Hauptverhandlung eine sehr ausführliche Einlassung abgegeben, von dem Tattag und in diesem Rahmen fast minutiös seine Jagdvorbereitungen geschildert. Dennoch wirkte er auf mich angespannt und war sichtlich mitgenommen, insbesondere auch von dem medialen Interesse, was diesem Fall entgegengebracht worden ist. Das heißt, er wirkte jetzt nicht irgendwie kalt oder so? Nee, das auf keinen Fall. Und Lara, die Besitzerin von Edda, wie wirkte sie auf dich? Ja, Lara war sichtlich traumatisiert von den ganzen Geschehnissen und befand sich nach eigenen Angaben auch in psychologischer Behandlung. Während ihrer Zeugenaussage ist die Hauptverhandlung mehrfach unterbrochen worden, weil sie weinen musste oder erst mal überhaupt ihre Worte finden musste. Also sie war ziemlich mitgenommen von der ganzen Sache. Alex, wenn es um Tiere geht, dann sind Leser ja immer sehr interessiert, im Positiven wie im Negativen. Wie wurde denn der Fall so von der Öffentlichkeit wahrgenommen? Also wir haben es ja gerade schon gehört, es gab dann im Prozess ein sehr großes mediales Interesse und das war auch schon vorher so, als das passiert ist. Und man muss halt sagen, es ist jetzt nicht unbedingt so, dass das total häufig passieren würde, aber es gibt solche Fälle, in denen ein Jäger ein Tier erschossen hat, was er jetzt eigentlich nicht erschießen wollte. Das hatten wir erst letztes Jahr in Neuss, ist auch ein Pferd gestorben. Es gab in Rheinland-Pfalz vor einigen Jahren einen Fall, wo gleich drei Pferde von einem 82-jährigen Mann erschossen wurden, der auch einen Jagdstein hatte und das auch für Füchse oder Wildschweine hielt. Ja, und wir haben jetzt schon gehört, es klingt so ein bisschen absurd. Also deswegen werden dann diese Fälle schon medial sehr stark wahrgenommen, weil man halt denkt, naja, wie kann man jetzt, also auch für uns Laien wäre es ja jetzt nicht schwierig, ein Pferd von einem Wildschwein zu unterscheiden. Man erinnere sich nur an die Diskussion mit dem Löwen in Berlin, der im Wildschwein war. Genau, genau. Und dann muss man halt auch noch sagen, es gibt ja die bekannteste Tierrechtsorganisation ist ja PETA und die machen, was man jetzt immer von denen halten mag, aber die machen schon eine sehr gute Öffentlichkeitsarbeit. Also die entdecken all diese Fälle immer sehr früh, verschicken Pressemitteilungen, positionieren sich dazu, haben das dann hier auch ganz groß aufgezogen und gesagt, die Bundesregierung müsste jetzt ein Verbot der Hobbyjagd beschließen. Also dass quasi nicht mehr jeder jetzt einfach diese Scheine machen darf, um dann zu schießen und dem Schützen müsse umgehend auch der Jagdschein und die Waffenbesitzkarte entzogen werden. Also das wird dann schon sehr groß aufgezogen, wenn sowas passiert. Und ich kenne das selber noch, gerade wenn es um Unfälle bei der Jagd geht, die, wie du gesagt hast, nicht super häufig vorkommen, aber schon ab und zu, dann sind sowohl Kritiker als auch Befürworter der Jagd immer super schnell da und äußern sich. Wie geht man denn damit um, wenn die Emotionen bei so einem Thema so schnell hochkochen? Das ist ja für euch dann auch irgendwie... Also wir stehen da erstmal, würde ich sagen, auf gar keiner Seite so richtig und beschäftigen uns in der Regel dann schon erstmal mit dem Fall an sich und jetzt nicht direkt mit einer politischen Debatte und stellen dann halt die kritischen Fragen eben so. Also wir gehen jetzt nicht daran und sagen, das wird schon richtig gewesen sein, sondern da ist dann der Reflex schon zu sagen, ja, wie konnte das passieren, was lässt sich da belegen und warum ist das jetzt hier genau umstritten. Und so eine Grundsatzdebatte über die Jagd, die kann dann vielleicht irgendwie später daraus entstehen, aber das ist jetzt nicht so der erste Reflex, dass wir jetzt versuchen, da irgendwie das ganz groß zu machen. Wir haben eben schon kurz darüber gesprochen, kommen solche Jagdunfälle denn häufig vor? Also ich meine, gibt es ja belastbare Zahlen, kann man das irgendwie beziffern? Also es gibt nicht so genaue Zahlen, die jetzt darauf deuten lassen, wie oft es passiert, dass jetzt, ja ich sag mal, das Haustier von jemandem, wie hier in dem Fall von Lara, bei so einem Vorfall stirbt. Es gibt ein paar hundert Jagdunfälle bundesweit pro Jahr, laut Statistik, aber da wird halt alles mögliche drunter aufgefasst. Also auch ein Schuss hat sich gelöst, irgendwie der Jäger hat sich am Hochsitz verletzt, irgendwas ganz anderes ist passiert, also das bedeutet jetzt nicht, dass hunderte Tiere da im Jahr erschossen werden, aber ja, also das ist jetzt…, Man findet diese Fälle schon, aber genaue Zahlen gibt es dazu nicht. Wie groß ist denn die Szene hier überhaupt? Also man assoziiert Jagd und Jägertum vielleicht eher mit ländlichen Gebieten als mit so dicht besiedelten Gegenden wie hier in Duisburg. Ja, man denkt das immer so, dass das ganze Ruhrgebiet irgendwie nur aus Städten und irgendwie ganz viel Bevölkerung besteht. Aber es gibt vor allem im Süden und im Norden schon dann auch viel Waldgebiete. Und jetzt, wo das hier in Oberhausen passiert ist, da gibt es im Norden gleich mehrere Wälder, die mehr als 100 Hektar groß sind und wo das dann auch so langsam zum Niederrhein überläuft. Und ja, man kann sagen, in Duisburg gibt es knapp 900 Personen, die so einen Jagdschein haben, in Oberhausen knapp 500. Das waren jetzt so die letzten Zahlen. Also das ist jetzt schon nicht wenig. Also es gibt schon einige Leute, die das regelmäßig machen. Schon mehr als man denkt. Was macht das auf? Vera, in eurer Anklage ist zu lesen, dass Daniel beschuldigt wird, ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund getötet zu haben. Was bedeutet das denn, ein vernünftiger Grund? Woher kommt diese Unterscheidung? Ja, eine Rechtfertigung der Tötung eines Wirbeltieres liegt zum Beispiel dann vor, wenn das Tier wild ist, wenn es sich also um ein Jagdtier handelt, was hier offensichtlich nicht der Fall war. Ferner beispielsweise, wenn wir es mit der Seuchenbekämpfung oder der Schädlingsbekämpfung zu tun haben oder bei Heimtieren, wenn diese erheblichen Leiden oder Schmerzen ausgesetzt sind oder an unheilbaren Krankheiten leiden, dann können diese vom Tierarzt organisiert werden. Das heißt, diese Unterscheidung, ein vernünftiger Grund, schließt diese Dinge ein, die wir als Gesellschaft quasi akzeptieren, dass Tiere getötet werden müssen. Genau. In eurem Vermerk zum Fall ist außerdem vom Eventualvorsatz die Rede. Also das bedeutet, unterbricht mich, falls das nicht stimmt, dass der Angeschuldigte erkannt habe, dass es sich möglicherweise nicht um ein Wildschwein handelte und trotzdem geschossen hat. Kannst du ein bisschen erklären, was dieser Eventualvorsatz bedeutet und wie ihr zu dieser Einschätzung dann am Ende gekommen seid? § 17 des Tierschutzgesetzes, über den wir hier sprechen, stellt unter Strafe, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet. Oder ihm Länge an dauerndes Schmerzen oder Leiden zufügt. Eine Fahrlässigkeitsstrafbarkeit gibt es hier nicht. Das bedeutet, der Täter muss vorsätzlich handeln. Wir brauchen also zumindest den sogenannten bedingten Vorsatz oder Eventualvorsatz. Das heißt, der Täter muss es nicht unbedingt wollen im Sinne einer Absicht, sondern es reicht aus, wenn er in dem Fall den Tod des Tieres zumindest billigend in Kauf nimmt. Insbesondere mit Blick auf das Gutachten sowie den Umstand, dass die Sichtverhältnisse klar waren an dem Abend, Und haben wir hier den hinreichenden Tatverdacht, den wir für die Anklageerhebung brauchen, bejaht. Das heißt, ihr seid zu dem Entschluss gekommen, dass er das hätte merken können, dass er hier gerade nicht auf ein Wildschwein zielt. Genau. Die Kreisjägerschaft in Oberhausen, die hat sich damals ja dagegen entschieden, eine konkrete Beurteilung des Falls vorzunehmen. Aber sie hat sich geäußert insofern, dass sie betonte, dass ein Jäger sich sicher sein müsse, auf welches Tier er schieße. Das ist ja ein bisschen das, was wir hier gerade festgehalten haben. Also dieser Teil der Pflicht, die ihm eventuell Vorsatz festgehalten ist, richtig? Ja, genau. Das war der entscheidende Punkt in diesem Fall. Ein Jäger muss, bevor er einen Schuss abgibt, sicher sein, worauf er schießt. Wenn er das nicht ist und einfach simpel gesprochen drauf los schießt, dann lässt sich auch mit guten Argumenten vertreten, dass er es eben billigend in Kauf nimmt, etwas anderes zu treffen. Wie oft habt ihr es denn so mit Unfällen bei der Jagd zu tun? Ist das für dich ein neues Feld gewesen oder hattest du schon mal mit zu tun? Ja, im Bereich der Jagd haben wir es in erster Linie mit Ordnungswidrigkeiten zu tun. Zu Ermittlungsverfahren wegen Straftaten kommt das eher selten. Für mich persönlich war das das erste Strafverfahren gegen einen Jäger. Und worunter fallen solche Unfälle meistens? Also Alex hat es gerade schon gesagt, bei der Zahl wird ja alles quasi drunter gefasst, von sich Verletzten am Hochsitz bis hin zu einem Tier, das zu Schaden kommt, im schlimmsten Fall vielleicht sogar einem Menschen. Wie würdest du das aufteilen? Also mir ist zumindest kein Fall in unserem Zuständigkeitsbereich bekannt, wo auch Menschen zu Schaden gekommen sind. Wie gesagt, meistens haben wir es hier im Bereich der Jagd mit Ordnungswidrigkeitenverfahren zu tun und dieses Verfahren war für mich das erste Strafverfahren gegen einen Jäger. Würdest du denn sagen, dass durch solche Unfälle oder Vorfälle manchmal auch Fehlannahmen in der Öffentlichkeit über Jäger entstehen? Sind die gerechtfertigt? Es gibt sicherlich Jäger, die ihre Arbeit sehr gewissenhaft ausführen und sich an Regeln halten, aber dann gibt es natürlich auch die, die das vielleicht nicht ganz so tun und die beschädigen natürlich auch ein Stück weit den Ruf der gesamten Jägerschaft. Das heißt, wie so oft, ein paar wenige schlechte Beispiele können einen ganzen Berufsstand in Verruf ziehen. So kann man es sagen, ja. Ja. Alex, wie erlebst du denn so die Rückmeldung der Leser, wenn es um getötete oder verletzte Tiere geht? Hast du das Gefühl, dass da die Sachlichkeit manchmal sehr schnell verloren geht? Ja, auf jeden Fall. Also wir erleben das immer wieder, dass diese Fälle dann schon stark hochkochen, was wahrscheinlich so ein bisschen daran liegt, dass Tiere ja so als wehrlos gelten und dann im Prinzip eigentlich, ja, damit ja nichts zu tun haben, da einfach irgendwie Opfer von solchen Sachen werden. Und ja, das passiert die ganze Zeit. Ich glaube, der krasseste Fall, der mir da in Erinnerung ist, das war vor ein paar Jahren dieser Hund Chico in Hannover, der seinen Besitzer und die Mutter totgebissen hat. Und er dann später eingeschläfert wurde und da gab es ja Mahnwachen, Petitionen, fast schon so eine ganze soziale Bewegung, dass dieser Hund nicht sterben darf, weil er quasi schlecht erzogen war und für alles nichts konnte. Und dann wurde da das Tierheim bedroht und die Ermittler und ja, also das ist schon manchmal irgendwie krass, was das für Wellen schlägt. Also kann man sagen, dass das fast wie so ein seltsamer gesellschaftlicher Trend ist, dass Menschen scheinbar auf Tierleid fast sensibler reagieren als auf das von anderen Menschen? Ja, ich glaube schon. Also das hat wirklich so ein bisschen was damit zu tun, dass so Tiere so als unschuldig gelten und dass die ja irgendwie nie, man kann ja nicht sagen, das Tier ist böse, sondern dann sind es irgendwie die Umstände gewesen, dass da irgendwas passiert ist und die tragen ja im Grunde auch gar keine Verantwortung. Und wir sind manchmal, glaube ich, so ein bisschen abgestumpft gegen so News, bei denen halt Menschen ums Leben kommen. Also weil wir das irgendwie den ganzen Tag damit konfrontiert werden, ob das irgendwie kriminalfällig in Deutschland sind, ob das irgendwie, weiß ich nicht, der Krieg in der Ukraine ist oder was im Iran passiert. Und ständig prasselt das alles so auf uns ein und diese Fälle mit Tieren sind halt viel, viel seltener. Und wenn das dann passiert, dann schreckt man so ein bisschen auf und denkt so, okay, jetzt ist da einfach ein Pferd gestorben und ja, ich glaube, er findet das dann irgendwie viel krasser plötzlich. In manchen Kommentaren zu diesem ganzen Fall war auch von Jägern, die unter Generalverdacht gestellt werden, die Rede. Würdest du dem zustimmen? Ein bisschen anschließend an die Frage, die ich eben schon an Vera gestellt hatte. Also es gibt sicherlich manche Kommentatoren, die da in so eine Richtung gehen, aber ich würde schon sagen, das haben wir ja jetzt auch gerade gehört, meistens geht ja alles gut. Also es ist ja jetzt wirklich super, super selten, dass sowas passiert. Ich glaube, die Leute haben da manchmal so ein bisschen, wie soll man das sagen, also es gibt ja diese Hobbyjäger, deren eigentlicher Job das gar nicht ist, dass wir quasi da in Wäldern jagen und dass die Leute dann so ein bisschen diese Vorurteile haben, okay, da macht jetzt jemand so einen Jagdschein und dann darf der einfach mit einer Waffe in den Wald gehen und da natürlich alles mit regeln, aber da einfach ein Wildschwein erschießen. So töten zum Spaß. Genau, und dass die Leute das manchmal so ein bisschen merkwürdig finden, Aber so aus journalistischer Sicht, wir machen da jetzt nicht irgendwie eine Pauschalverurteilung und würden aber schon jetzt anfangen, da mal irgendwie das unter Umständen zum Anlass zu nehmen, jetzt Regeln oder die Ausbildung oder die Kontrolle von solchen Jagdscheinen zu hinterfragen. Aber das war jetzt eigentlich in dem Fall nicht so. Berichtet ihr denn eigentlich jetzt abseits solcher Unfälle viel über die Jagdsehne? Also ist das ein Teil, der in der öffentlichen Berichterstattung öfter mal vorkommt? Eigentlich nicht so häufig. Das ist jetzt so mein Eindruck. Das ist dann eher bezogen auf andere Themen, die damit so ein bisschen was zu tun haben. Also hier in NRW ist ja so der Wolf, so das Riesenthema, dass der Wolf wieder zurückkommt, der jetzt auch nicht mehr streng geschützt ist, sondern nur noch geschützt, weil es eben so viele Wölfe wieder gibt. Und die Debatte ist halt super präsent, weil man irgendwie sagt, naja, der Wolf muss irgendwie geschützt werden, weil es halt so ein seltenes Tier ist und jetzt wieder da ist. Aber andererseits greift der Wolf auch andere Tiere an. Und dann ist die Frage, darf da gejagt werden oder nicht? Also da gab es dann schon Berührungspunkte. Aber sonst, ja, also wie über jedes andere Thema auch. Also das ist jetzt nicht irgendwie, dass es da jetzt besonders viel Berichterstattung gibt. Ja, nicht jeden Tag in den News, die ja gesehen. Wie geht es aus? Vera, kannst du uns denn da ein bisschen aufklären? Wurde Daniel denn am Ende verurteilt? Daniel wurde nicht verurteilt, er wurde aber auch nicht freigesprochen. Das Verfahren ist gemäß § 153a der Strafprozessordnung eingestellt worden, gegen die Auflage 3.000 Euro an die Geschädigten zu zahlen. Also an die Besitzerin von Edda. Genau. Wie kommt es denn dazu, dass so ein Prozess eingestellt wird? Also passiert das aus Mangel an Beweisen oder was passiert da vorher? Ja, zu dieser Verfahrenseinstellung nach § 153a kam es, weil es am Ende des Tages sehr schwer war, diesen bedingten Vorsatz, über den wir eben gesprochen haben, festzustellen. Der Angeklagte hat sich während der Hauptverhandlung dahingehend eingelassen, dass er zunächst auf ein Wildschwein gezielt habe, den Schuss dann aber wegen eines Hustenreizes verzogen habe und das war im Ergebnis sehr schwer zu widerlegen. Es gab diverse Zeugenaussagen, die diese Einlassung eher gestützt haben. Beispielsweise haben alle Zeugen, die am Tatort waren, wie die Polizeibeamten ausgesagt, dass Daniel völlig aufgelöst war, am Tatort und unter Tränen stand. Was im Ergebnis tatsächlich eher dafür sprach, dass es ein Unfall war. Verstehe. Was ist denn so formal dafür nötig, dass ihr als Staatsanwälte diesen Paragrafen 153a zum Tragen kommen lassen könnt? Hier war es so, dass nach Durchführung der doch sehr umfangreichen Hauptverhandlungen alle Verfahrensbeteiligten, das heißt, das Gericht, der Angeklagte und sein Verteidiger und ich, zu dem Schluss gekommen sind, dass es sachgerecht ist, dieses Verfahren gegen eine Geldauflage in Höhe von 3.000 Euro einzustellen. Der Grund dafür war in erster Linie, dass die Feststellung der Schuld einen weiteren erheblichen Ermittlungsaufwand hier mit sich gebracht hätte, der im vorliegenden Fall eher unverhältnismäßig war. Im Einzelnen wäre es erforderlich gewesen, hier noch ein sogenanntes ballistisches Gutachten zum Einschusswinkel einzuholen. Des Weiteren hätte noch ein Sachverständiger für das Jagdrecht gehört werden müssen, zu der Frage, ob es plausibel ist, dass dieser Schuss verzogen worden ist, so wie Daniel es ausgesagt hat. Und im Ergebnis wären wir ohnehin mit Blick auf die Strafzumessung hier im Bereich einer Geldstrafe gewesen, sodass eben diese Verfahrenseinstellung gegen Geldauflage sachgerecht war. Das wäre jetzt meine nächste Frage gewesen. Wäre der Fall nicht eingestellt worden, sondern wirklich zu einer Verurteilung gekommen, was für eine Strafe hätte denn da im Raum gestanden? Wäre das wesentlich mehr gewesen als das, was er jetzt als Auflage zahlen musste? Nein, wahrscheinlich nicht. Wir wären hier wahrscheinlich so im Bereich zwischen, ich schätze, 40 und 80 Tagessätzen gewesen. Und das Geld geht ja an Lara, an die Besitzerin von Edda. Gibt es denn da irgendwelche Einschränkungen, was sie mit diesem Geld zu tun hat? Oder ist das quasi, kann sie das nutzen, wie sie möchte? Nee, über das Geld kann sie dann frei verfügen. Würdest du sagen, das war in dem Falle gut, dass ihr euch auf so eine Einstellung des Verfahrens einigen könntet? Oder hättest du es als Staatsanwältin lieber zu einem Urteil kommen lassen? Ich fand, dass es aus den eben genannten Gründen hier eine sachgerechte Lösung war, so zu verfahren, ja. Und wie sieht Lara das? Beziehungsweise wenn sie es anders sieht, hat sie da irgendwie ein Mitspracherecht? Kann sie dagegen vorgehen, dass dieser Prozess eingestellt wurde? Nein, Lara kann gegen diese Verfahrenseinstellung nach 153a StPO nicht vorgehen und hat kein Rechtsmittel. Abgesehen davon ist auch die Nebenklage bei Verstößen gegen das Tierschutzgesetz nicht möglich, sodass Lara hier ohnehin kein Rechtsmittel zur Verfügung stand. Ziemlich zentral in dieser ganzen Entscheidung, ob dieser Fall jetzt eingestellt wird und was da quasi auf dem Spiel steht für Daniel, war ja dieser Eventualvorsatz, über den wir jetzt schon gesprochen haben. Wie gehst du als Staatsanwältin damit um, wenn sowas, was du quasi vorher bejaht hast, dann vor Gericht nochmal infrage gestellt wird? Ja, das Gericht hat es anders gesehen. Wir hatten aber auch hier die Besonderheit, dass wir im Ermittlungsverfahren keinerlei Einlassung von Daniel gehört haben. Dass es also zu einem Verziehen des Schusses gekommen ist, wie er in der Hauptverhandlung gesagt hat, haben wir zum ersten Mal gehört. Und das war im Ergebnis, wie gesagt, nur sehr, sehr schwer zu widerlegen. Heißt das denn dann im Umkehrschluss, wenn er sich vor dem Prozess schon eingelassen hätte und das gesagt hätte, dass die ganze Sache vielleicht anders ausgegangen wäre? Wenn Daniel sich schon im Ermittlungsverfahren eingelassen hätte, wäre das sicherlich von Vorteil gewesen und wäre auch berücksichtigt worden. Und unter Umständen wäre das Verfahren auch schon im Ermittlungsverfahren danach 153a eingestellt worden. Das ist natürlich alles hypothetisch, wir können nicht in die Glaskugel schauen, aber... Ich will noch auf ein weiteres Thema kommen, was, glaube ich, Menschen, die von diesem Fall gelesen haben, sofort in den Kopf kommt. Daniels Jagdschein. Im Urteil wurde nicht klargestellt, ob er ihn behalten darf oder nicht. Wieso ist das denn so und was ist mit seinem Jagdschein? Bei der hier gewählten Verfahrenseinstellung war es nicht möglich, den Jagdschein zu entziehen. Wäre das Verfahren durch Urteil abgeschlossen worden, wäre es möglich gewesen, dann ja den Jagdschein im Urteil zu entziehen. Das konnten wir hier nicht wegen der gewählten Verfahrenseinstellung. Ob der Jagdschein entzogen wird, darüber wird dann die Jagdbehörde entscheiden. Weil er ja offiziell nicht schuldig gesprochen wurde. Genau. Alex, weiß man was darüber, wie denn die Beteiligten, vor allem Lara, auf dieses, naja, nicht Urteil, sondern diese Einstellung reagiert haben? Also die waren da natürlich verständlicherweise überhaupt nicht mehr zufrieden und es war nicht nur Lara bei dem Prozess anwesend, sondern auch ihre Familie. Und die waren fassungslos, wollten das so nicht akzeptieren und da fiel auch die Aussage, ja das würde jetzt so weitergehen, bis quasi irgendwann mal auch ein… ein Mensch bei so einem Fall stirbt und kein Pferd. Und ja, ist ja logisch. Also man kann sich ja vorstellen, wenn man jetzt ein Pferd hatte und sich den ganzen Tag darum gekümmert hat und dann passiert sowas, dann geht man ja auch in dieses Verfahren rein und will jetzt nicht irgendwie 3000 Euro haben, sondern irgendwie das Gefühl von Gerechtigkeit. Und das hatten die auf gar keinen Fall. Vor allem, weil Lara ja auch sehr emotional an diesem Tier hing. Also das ist vorhin schon erwähnt, war ja irgendwie schon sehr lange bei ihr und sie hatte eine große emotionale Bindung zu dem Tier. Weiß man denn was, wie es ihr heute geht? Nicht so ganz genau. Also nach der Tat und auch nach dem Prozess ging es ihr auf jeden Fall nicht so gut. Sie hatte dieses Pferd auch mal ursprünglich gehabt, weil es ihr geholfen hat, über den Tod ihres Vaters hinwegzukommen. Und ja, die musste danach in der Klinik behandelt werden, war in psychiatrischer Behandlung, hat auch ihren Job verloren. Also damals ging es ihr auf jeden Fall sehr, sehr schlecht. Bleibt zu hoffen, dass es ihr heute wieder besser geht. Was sich vielleicht auch noch einige Leute fragen, wenn sie von so einem Fall hören. Ist mein Pferd denn sicher, wenn es irgendwo auf einer Koppel steht? Also es gibt ja schon Weiden oder irgendwelche Koppeln, die halt in der Nähe von einem Waldgebiet sind, wo vielleicht auch gejagt wird. Passiert da viel? Ist das eine berechtigte Angst? Müssen wir jetzt alle Pferdehalter irgendwie den Standort überdenken? Also ich weiß jetzt, dass so dieser Fall macht jetzt den Eindruck, als wäre das auf keinen Fall so, als wären Pferde nicht sicher. Aber wie eben schon gesagt, passieren diese Fälle extrem selten und die meisten Koppeln sind auch so gesichert, dass es eben Zäune gibt, dass die Tiere nachts, wenn ja meistens wird ja nachts gejagt, weil das Wild in der Nacht aktiv ist, dass dann viele Pferde auch im Stall sind und das gar nicht passieren kann oder irgendwie das so beleuchtet ist, dass das eher ausgeschlossen ist. Also es kann natürlich alles Mögliche passieren, nicht nur sowas. Es kann auch irgendwie bei einem Verkehrsunfall irgendwas sein. Es kann irgendwelche anderen Raubtiere geben, die da irgendwie sich auf einem Hof verirren. Aber ich finde, man kann schon abschließend irgendwie sagen, das hilft natürlich jetzt der Lara überhaupt nicht weiter. Aber generell sind diese Fälle die totale Ausnahme. Und das müssen nicht alle Pferdehalter jetzt in Angst geraten. Nein, auf keinen Fall. Ich danke euch beiden für die Einblicke in diesen ganz besonderen Fall und auch ein Dankeschön an unsere Zuhörer. Danke für eure Aufmerksamkeit. Wenn ihr Gedanken habt zu unseren Podcasts, wenn ihr Kritik habt, wenn ihr Lob habt, dann schreibt uns gerne an podcast.reinische-post.de oder hier in den Kommentaren auf der Podcast-App eurer Wahl. In zwei Wochen machen wir eine kleine Pause und setzen quasi zum Ende unserer Staffel einmal aus und sind dann Anfang März wieder zurück mit einer neuen Folge von Hinreichend Verdächtig. Ich bin die Lili Stegner und ich freue mich, wenn ihr dann auch wieder dabei seid, wenn wir neue Fälle aufklären. Bis dahin. Tschüss. Hinreichend verdächtig.