Latest / Gin And Talk / Stefan Sagmeister über Design, Funktion und Kreativität
Transcript
- 0:00Speaker 0: Die Designer, die immer sagen sie sind Problemlöser.
- 0:03Speaker 0: Ich finde das idiotisch!
- 0:05Speaker 0: Also weil die Probleme, die wir normalerweise zu lösen haben, sind sowas von einfach... Das ist ein Scheißberuf-Problemlösern, weil es so was von einfach ist.
- 0:19Speaker 0: Ich glaube aber auch dass der Grund ist wieso sich viele Designer in die Funktion retten?
- 0:26Speaker 0: Weil das so kinderleicht ist.
- 0:29Speaker 0: Ich finde, dass Fehler machen überbewertet.
- 0:31Speaker 0: Aber das ist natürlich nur deshalb, weil ich es dem meisten nicht abnehme.
- 0:36Speaker 0: Ebenfalls ein Modewort geworden ist.
- 0:40Speaker 0: Die Designer die sich wirklich trauen richtige Fehler zu machen reden meistens nicht drüber, weil das ja wirklich schlimm ist.
- 0:51Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 0:52Speaker 1: Mein Name ist Daniel Fürg und bevor wir gleich in das Gespräch starten möchte ich euch kurz unseren heutigen Gast vorstellen.
- 0:58Speaker 1: Stefan Sackmeister ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten Designer unserer Zeit.
- 1:03Speaker 1: Der gebürtige Österreicher- und Wahlen New Yorker gestaltete Plattencover unter anderem für die Rolling Stones, für Lou Reed, The Talking Hearts & Jay Zee – und wurde dafür sogar mit zwei Grammys ausgezeichnet.
- 1:14Speaker 1: Später verabschiedete er sich von den Plattencoverns und setzte unzählige Projekte für verschiedenste Kunden um.
- 1:20Speaker 1: Doch was macht gutes Design eigentlich wirklich aus?
- 1:23Speaker 1: Was ist der Unterschied zwischen Kunst und Design?
- 1:26Speaker 1: Und wie klappt das mit der Kreativität nach so vielen Jahren?
- 1:29Speaker 1: Diese und viele weitere Fragen hat Stefan mir in einem ausführlichen Gespräch an unserer Bar beantwortet.
- 1:35Speaker 1: Bevor wir aber gleich in das Gespräch starten, noch ein Hinweis und eine Einladung für euch!
- 1:40Speaker 1: Am fünften und sechsten Juli findet in München nach zwei Jahren Pandemiepause endlich wieder unser Forty Eight Forward Festival statt.
- 1:47Speaker 1: An zwei Tagen geht es hier um unsere Zukunft – um die großen Themen unserer Zeit Und ihr habt die Möglichkeit, bei einigen Podcast-Aufzeichnungen live dabei zu sein.
- 1:56Speaker 1: Darunter auch eine Episode Djinn and Talk mit Jan Weiler am ersten Festivalabend.
- 2:01Speaker 1: Meldet euch an und seid dabei!
- 2:03Speaker 1: Alle Infos findet ihr unter www.aunter-achtundvierzigf.de.
- 2:06Speaker 1: slash festival.
- 2:07Speaker 1: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören – schön dass ihr alle wieder mit dabei seid.
- 2:21Speaker 0: Herzlich willkommen an unseren Bartresen.
- 2:24Speaker 0: Herzlich Willkommen zu einer neuen Folge Gin and Talk!
- 2:29Speaker 0: Mach es dir gemütlich, lehne dich zurück
- 2:32Speaker 1: und
- 2:33Speaker 0: tauche ein in die verrucht düstere Atmosphäre
- 2:37Speaker 1: unserer Studio-Bar.
- 2:46Speaker 1: Lieber Stefan ich freue mich sehr dass wir uns hier heute während deines München Besuchs zur DLD treffen können und herzlich willkommen hier bei uns an der Bar.
- 2:54Speaker 0: Danke für deine Einladung.
- 2:55Speaker 0: bin gerne hier
- 2:56Speaker 1: bis hier zur DLD.
- 2:58Speaker 1: Wie ist es für dich, in diesem ganzen Pandemie-Trubel auch mal wieder auf Veranstaltungen zu gehen?
- 3:04Speaker 0: Also ich muss sagen... Ich bin froh dass das sich jetzt doch zumindest einmal derzeit gelegt hat weil ich an sich schon sehr gerne wie glaube ich alle Leute persönlich mit den Leuten rede Und ich auch gerne reise, also es hat mich auch wirklich schon wieder gefreut nur schon mit dem Taxi wieder zum JFK zu fahren.
- 3:32Speaker 0: Das ist so ein altes schönes Gefühl und eben irgendwo an das hinzugehen.
- 3:36Speaker 0: Ich war heute früh noch oder gestern in Hamburg und gehe dann nach Wien weiter als eine Trainkombination von sehr verschiedenen Dingen.
- 3:45Speaker 0: Das macht mich jetzt schon wieder an!
- 3:47Speaker 0: Also das war bei mir Auch schon vor der Pandemie würde ich sagen, auch einmal zu viel.
- 3:53Speaker 0: Und mich hat dieser Stopp in der Pandemie eigentlich überhaupt nicht gestört.
- 3:59Speaker 0: selber also da mal eine zwei Jahre Pause von der Reiserei und die Möglichkeit wirklich konzentriert arbeiten zu können ohne ein Zepetikel einlegen zu müssen.
- 4:12Speaker 0: Hat bei mir selber sehr gut funktioniert und natürlich als Designer bist du ja da sehr privilegiert, weil ich brauche ja kaum große Maschinen oder Dinge wo ich an einem bestimmten Ort sein müsste.
- 4:27Speaker 0: Also von dem her ist das sehr einfach gegangen bin jetzt aber wirklich wieder sehr froh dass man oder dass ich die Leute persönlich treffen kann.
- 4:36Speaker 1: Jetzt lebt ja deine Arbeit auch so ein bisschen von Inspiration.
- 4:40Speaker 1: Könnte ich mir vorstellen und ich könnte mir auch vorstellen, dass während der Pandemie viele Inspirationsquellen in deinem Leben so ein Stück weit weggefallen sind?
- 4:50Speaker 1: Du hast es gerade schon angedeutet eigentlich lebst du in New York.
- 4:53Speaker 1: In New York wurde ja auch sehr hart getroffen von der Pandemie.
- 4:58Speaker 1: Wie hast du diese Zeit für deine Arbeit erlebt?
- 5:01Speaker 1: also hat sich was für dich verändert in der Art wie du Inspiration gefunden hast, wie du Ideen gefunden hast.
- 5:10Speaker 1: Gab es da Alternativen dann für dich?
- 5:12Speaker 0: Ich würde sagen ich war in einer sehr idealen Position weil die ... über acht Jahre lang eine Partnerin, die Jessica Wollsch.
- 5:20Speaker 0: Wir hatten schon weit vor der Pandemie, ich glaube ein Jahr vor der Pandemie gesagt wir trennen das also die Jessica macht weiter mit den mehr kommerziellen Arbeiten und ich mache weiter mit denn würde ich mal sagen mehr unkommerziellen arbeiten.
- 5:36Speaker 0: und von dem her war ich wieder so wie es mir immer schon am besten gefallen hat in sehr kleinen Teams, je nach je nach Job sind das so zwischen drei und sieben in etwa.
- 5:50Speaker 0: Und war schon, als die Pandemie dann gekommen ist, war ich schon in diesem System, dass da natürlich auch für die Pandemie absolut ideal war – die eigenartigerweise also die Jobs an denen wir gearbeitet haben, die für Kunden waren, da wurde nicht ein einziges gestrichen?
- 6:13Speaker 0: Unsere Ausstellungsstätigkeit Die hat gelitten, also die läuft jetzt wieder eine Show über die Schönheit.
- 6:22Speaker 0: Die ist jetzt wieder in Österreich.
- 6:24Speaker 0: Hätte aber zum Beispiel nach Düsseldorf kommen sollen.
- 6:27Speaker 0: das wurde gestrichen und ich glaube der Show oder dieser Großausstimmung wird es auch in Folge nicht so weit weiterreisen wie das gewesen wäre ohne der Pandemie weil Diese Art von Riesenaustellung, einfach für die Museen jetzt sehr schwierig ist finanziell.
- 6:52Speaker 0: Aber ich glaube das ist auf relativ hoher Ebene sich zu beklagen.
- 7:01Speaker 0: Ich habe in der Zwischenzeit eine viel kleinere, viel einfachere Ausstellung gestaltet Indirekt auch etwas mit der Pandemie zu tun hat, aber eher mit positiven Nachrichten und der geht es wieder ausgezeichnet.
- 7:22Speaker 0: Also das ist ein paar glaube ich im Zuge einer ganz normalen Umstellung wenn man sich das als Designer täglich macht also auf die neue Situationen einstellen.
- 7:34Speaker 0: Aber vom Studium selber muss ich sagen war ich nicht aus kluger Vorberechnung sondern aus reinen Glück schon in eine relativ idealen Situation.
- 7:43Speaker 1: Jetzt saßen auf dem Stuhl, auf dem du gerade sitzt auch schon ganz viele Schriftsteller und Autoren.
- 7:49Speaker 1: Und wir haben viel über Schreibblockaden gesprochen und über Disziplin und wie wichtig es ist in der Übung zu bleiben und ständig dran zu sein.
- 7:59Speaker 1: Was machst Du denn in Deinem Beruf?
- 8:02Speaker 1: Also gibt's sowas wie eine Schreib Blockade im übertragenen Sinne als quasi Kreativitätsblockade in deinem Job auch?
- 8:10Speaker 1: Und was machst du damit und wie gehst du da mit um?
- 8:13Speaker 0: Also ich glaube bei mir, ich komme so ein bisschen in Wellen und das lässt sich in etwa so hin.
- 8:21Speaker 0: Es kommt so in zwei Monate Rhythmien oder so also wo ich zwei Monate lang eindeutig produktiver bin und dann zwei Monate weniger produktiv.
- 8:34Speaker 0: Das hat mich irgendwann einmal früher gestört, ist jetzt aber weiß ich irgendwie und weiß es auch zu schätzen.
- 8:41Speaker 0: Also da kann ich in den weniger produktiven Monaten auch immer einen Tag vertrödeln ohne dass sich gleich ein Anfraß auf mich selber haben muss.
- 8:51Speaker 0: Und in den produktiveren Monaten würde ich sagen geht's mir dann aber auch besser weil es einfach ein gutes Gefühl ist produktiv zu sein.
- 9:01Speaker 0: das war auch während der Pandemie so.
- 9:03Speaker 0: Ich habe natürlich als jemand, der professionell produktiv sein sollte.
- 9:11Speaker 0: Über die vielen Jahre hinweg einige Techniken mir angeeignet wie ich aus einem Schreibblock herauskomme.
- 9:22Speaker 0: Das einfachste ist das im Prinzip bei fast allen unserer Projekten gibt es eine Deadline.
- 9:30Speaker 0: Das ist so bei den Kundenprojekten, die wir am Anfang ausgemacht.
- 9:33Speaker 0: Aber das ist auch bei den eigenen Projekten so weil ich natürlich auch wenn ich ein Buch mache oder eine Ausstellung gestalte oder organisierende Idee für eine Ausstellung habe, gibt es irgendwo einen Punkt wo ich mit dem Museum verhandeln muss und zeigen muss.
- 9:49Speaker 0: Das ist der Anfang Termin!
- 9:51Speaker 0: Und dann sind da so viele Leute beschäftigt damit und ich kann den Museum noch nicht zeigen.
- 9:56Speaker 0: du können aber das nochmal am Monat verschieben weil das ist auf diese Zeit hin gebucht oft zwei drei vier fünf Jahre im Vorhinein.
- 10:05Speaker 0: Das wird nicht mehr verschoben.
- 10:07Speaker 0: also die wird dann... Ich kann sie absagen Aber also da bist du schon gebunden und das tut mir sehr gut.
- 10:14Speaker 1: Bist du so jemand, der dann wirklich auch unter Druck erst richtig loslegt?
- 10:18Speaker 1: Also ich muss mich da ein bisschen selbst bekennen, selbst kritisch dass ich schon immer jemand bin, der kurz vor der Deadline erst so richtig aktiv wird und so ein bisschen diesen Stress braucht.
- 10:31Speaker 1: oder bist du jemanden, der auch ganz gemütlich davor sich die Zeit zu einteilt?
- 10:35Speaker 0: Das Zweitere!
- 10:38Speaker 0: prokrastiniert, also ich fange dann auch wirklich sofort an.
- 10:42Speaker 0: Brauche aber die Deadline!
- 10:44Speaker 0: Also wir hatten einen Dokumentarfilm gemachten Happyfilm der aus eigenartigen, von unserem Finanzierungsmodell keine Deadline hatte und das war schrecklich.
- 10:59Speaker 0: Also der wurde dann, das ging nach acht Jahren so dahin bis er fertig war und das würde ich nicht mehr so machen.
- 11:08Speaker 0: Das ist mir aber auch nur deshalb passiert, weil es ansonsten immer automatisch eine gibt.
- 11:14Speaker 0: Auch bei den Projekten die von uns kommen.
- 11:19Speaker 0: Ansonsten ist es so dass als Designer ich automatisch immer an sechs bis acht Projekte arbeite.
- 11:33Speaker 0: Wenn ich irgendwo stecken bleibe gehe ich zum nächsten über Und vielleicht hat das, wo ich... Hat das nächste Projekt, obwohl es mit dem Stecken gebliebenen überhaupt nichts zu tun hat.
- 11:45Speaker 0: Irgendwas kommt irgendein Einfall in der ganz anderen Richtung die dort wieder weiter hilft.
- 11:52Speaker 0: also das passiert häufig wöchentlich würde ich sagen Das ist so das einfachste.
- 11:59Speaker 0: und dann gibt's doch einige auch Techniken.
- 12:04Speaker 0: Eine, die ich sehr häufig anwende ist eine, die vom etwa Debono kommt.
- 12:08Speaker 0: Der viel über's Denken geschrieben hat das im Prinzip dass sich über etwas anfangen... ...dass ich über ein Projekt anfange nachzudenken mit einem Gegenstand der mit dem Projekt nichts zu tun hat.
- 12:24Speaker 0: also ich weiß nicht sage mal Ich müsste eine neue Mineralflasche gestalten weil ich jetzt da gerade eine von mir habe Und anstatt der sich mir anschauen, wie schauen die anderen Flaschen aus?
- 12:38Speaker 0: und ich hinterview Mineral-Wasser-Tränker fange ich über das Projekt an nachzudenken mit einem Stück Leinen.
- 12:49Speaker 0: Weil er es hier gerade herum legt.
- 12:50Speaker 0: Und denk mal, Leinen könnte das... Könnte das Leinen überzeugen sein?
- 12:57Speaker 0: Nein!
- 12:58Speaker 0: Könnt sie sich das zafranzen?
- 13:02Speaker 0: Könnte man Einen weichen, könnte man eine Flasche machen?
- 13:13Speaker 0: Das wäre vielleicht interessant.
- 13:14Speaker 0: Könnte man eine Flasche machen die unten hartplastik ist und oben also beim Verschluss weiches Plastik, also die eher in Gummi übergeht dass sie beim Trinken viel angenehmer ist weil das harte ist ja nicht so angenehm.
- 13:28Speaker 0: Das wird dann.
- 13:29Speaker 0: zwar müsste man schauen ob es einen recycelbaren.
- 13:32Speaker 0: ob das recycelbar geht Obwohl es wird schon mal gar nicht so dumm, hat zehn Sekunden gedauert.
- 13:39Speaker 0: Eine Mineralwasserflasche aus recycelten Plastik die übergangslos aus Hartplastik in Weichplastika geht und jetzt beim Trinken viel angenehmer ist.
- 13:51Speaker 1: Ist das für dich eigentlich so eine Denksportübung?
- 13:56Speaker 1: Die dir richtig Spaß macht also dass du dir ab und zu... Also ich habe das in ein paar Interviews auch mit dir gehört sowas machst Du ja ganz gerne mal Plötzlich so ein Beispiel nimmst und man merkt richtig, dass du richtig Spaß dabei hast drüber nachzudenken.
- 14:09Speaker 1: Wie könnte man jetzt daraus aus einem vielleicht völlig spontanen Einfall wie könnte man daraus was machen?
- 14:16Speaker 1: Ist das auch etwas, was du gerne machst um so ein bisschen dein Kopf zu trainieren?
- 14:21Speaker 0: Dass ich also sage immer so wenn ich es für mich selber mache ist es meistens ein bisschen schwieriger weil's kein Publikum gibt Und da ist eindeutig der Druck vom Publikum gut.
- 14:37Speaker 0: Also, wenn ich es auf eine Konferenz mache oder jetzt beim Interview... Ich bescheiß's auch nicht als ich erzähle dann keine alte Idee die ich hier schon kenne aber da muss sich ja wirklich mit irgendwas daherkommen funktioniert auch praktisch immer und ich glaube das hat was mit der Improvisation zu tun.
- 14:56Speaker 0: Ich habe beobachtet, dass der Keith Jarrett den du kennen wirst nehm ich an oder Chaspian ist.
- 15:05Speaker 0: Wenn der in der Karne geholt spielt, dann kommt davor das Sprecher ja nicht husten.
- 15:11Speaker 0: Ja nichts irgendwelche Sachen.
- 15:15Speaker 0: Also irgendwelchen Bombons aufmachen oder zumachen und da habe ich mich gefragt wieso spielte?
- 15:21Speaker 0: also wenn es so wichtig ist mit der Aufnahme?
- 15:25Speaker 0: Dann soll er doch ins Studio gehen!
- 15:26Speaker 0: Da muss man ja nicht in der karne geholters machen.
- 15:29Speaker 0: Aber dann wurde mir klar, der braucht natürlich auch den Druck des Publikums.
- 15:34Speaker 0: Weil im Studio selber – ich nehme an, er hat ein Heimstudio und da ist jetzt schon länger dabei – ist der Druck halt nicht da.
- 15:43Speaker 0: Da wird wahrscheinlich lange herumgeklempert wenn es dann nichts sein muss.
- 15:48Speaker 0: So stelle ich mal das vor.
- 15:50Speaker 1: Machst du für dich selbst eigentlich eine Unterscheidung zwischen Kunst-und Job?
- 15:57Speaker 0: Also ich sehe mich selber als Designer, also nicht als Künstler.
- 16:02Speaker 0: Unsere Arbeit geht zwar ab und zu in diese Richtung, das heißt dass wir die Arbeiten ausgestellt werden im Museum die Kunst heißen.
- 16:13Speaker 0: Ab und zu ist es auch ein Museum für angewandte Kunst aber ab und zur auch... Wir haben einen ICA, wir haben einen MOCA ausgestellt, also ICA heißt Institute for Contemporary Art.
- 16:24Speaker 0: Das sage ich immer dazu Gut, das bin ich super.
- 16:29Speaker 0: Aber was wir machen hier oder was ist Design?
- 16:33Speaker 0: Und den Unterschied, obwohl ja... Den Unterschied sehe ich in der Funktion.
- 16:39Speaker 0: also weil die Dinge, die wir machen da habe ich auch immer noch den Anspruch dass sie auch funktionieren.
- 16:46Speaker 0: Wir machen zwar häufig Richtungen, die sagen wir mal so In der Welt des Kommunikationsdesigns auf einer sehr niedrigen Funktionstufe stehen.
- 17:00Speaker 0: oder wenn man sagt, ich weiß nicht.
- 17:03Speaker 0: Ein Steuerformular hätte eine sehr hohe Funktion und einen sehr kleinen künstlerischen Wert während ein Plattencover einen höheren künstlerschen Wert und eine sehr niedrige Funktion hat.
- 17:14Speaker 0: Und da ist mal das Plattencarver immer viel lieber gewesen wie der Steuerformula vom Gestaltung her obwohl ich die Gestaltung eines Steuerformulas wahnsinnig wichtig empfinde.
- 17:26Speaker 0: Und da wäre es ausgezeichnet, wenn da viel bessere Leute diese Dinge gestalten würden.
- 17:34Speaker 0: Da muss man aber auch die Kraft haben sich jahrelang durch Institutionen zu kämpfen und sich durchzusetzen.
- 17:43Speaker 0: Aber das hätte ja einen hohen Wert!
- 17:47Speaker 0: Ich bin lieber auf den einfacheren Dingen mit niedriger Funktion.
- 17:56Speaker 0: Ich habe den Anspruch der Funktion auf die Dinge, die wir machen.
- 17:59Speaker 0: Also wenn ich jetzt ein Ding gestalte das an der Wand hängt vielleicht sogar aus Leinwand ist und von vielen Leuten als Anführungszeichen Kunst missverstanden werden könnte dann glaube ich es ist das Design weil ich hoffe oder mir von dem Ding erwarte dass er etwas kommuniziert während Kunst, also vor allem Kunst wie sie im einundzwanzigsten Jahrhundert verstanden wird muss einfach nur sein.
- 18:33Speaker 0: Die muss nichts
- 18:34Speaker 1: tun!
- 18:35Speaker 1: Was ist denn bei dir zuerst da Zweck oder Format?
- 18:40Speaker 0: Also ich würde sagen dass die beiden... das ich hoffe, dass die so auf einer ähnlichen Ebene funktionieren.
- 18:50Speaker 0: Ich würd'so sagen Der einfachste Weg, wie ich beschreiben kann was gutes Design ist.
- 18:59Speaker 0: Würde ich sagen das Design, dass irgendeinem hilft und Design was irgendwen erfreut.
- 19:06Speaker 0: Das Helfen ist die Funktion.
- 19:09Speaker 0: also man soll einen Nutzen davon haben.
- 19:11Speaker 0: Das ist weiß nicht dieser Bierdeckel.
- 19:14Speaker 0: auf den kann ich mein Glas stellen und der hat die Funktion, dass er den Tisch schützt und wenn ich irgendwas ausschüttel saugt er das auf.
- 19:25Speaker 0: und dann, wenn jetzt der auch noch ausgezeichnet gestaltet wäre oder ein... ich weiß nicht.
- 19:37Speaker 0: Ein Visual, eine visuelle Sache drauf hätte die mich zum Schmunzeln bringt oder so, mich auch nur ein wenig erfreut?
- 19:45Speaker 0: Dann ist es ein guter Bierdeckel!
- 19:48Speaker 0: Und wenn er das nicht macht, weil er jetzt nur die Funktion hat also er macht eigentlich nur dass dann ist er okay.
- 19:56Speaker 0: Ich glaube, alles was wirklich gutes Design ist sollte beides können und das ist natürlich bei gewissen Sachen steht da manchmal das eine mehr im Vordergrund wie das andere.
- 20:07Speaker 0: weil sage ich aber mal wenn ich einen Stuhl gestalte dann solltet es so sein dass sich drauf sitzen kann und zwar hoffentlich sehr gemütlich draufsitzen kann.
- 20:20Speaker 0: Wenn das alles ist was er kann würde ich sogar sagen, ist ein schlechter Stuhl.
- 20:25Speaker 0: Weil die funktionalen Elemente des Stuhles im Jahre zwanzig-zwundzwanzig sind so klar ideale Höhe, ideale Sitzlehnen, Winkelmaterialien wie die Art der Beine befestigt werden können dass ein Stuhlt ja nur bequem ist würde ich sagen, ist eigentlich ein schlechter Stuhl und von den könnte ich hundert am Tag machen.
- 20:56Speaker 0: Also das ist sowas von einfach.
- 20:58Speaker 0: Darum sehe ich auch die Designer, die immer sagen sie sind Problemlöser.
- 21:04Speaker 0: Ich finde es idiotisch.
- 21:05Speaker 0: also weil die Probleme, die wir normalerweise zu lösen haben, sind so was von einfach dass... Das ist ein Scheißberuf-Problemlösern, weil das ist... Das is sowas vom einfach.
- 21:20Speaker 0: Ich glaube aber auch, dass es das der Grund ist wieso sich so viele Designer in die Funktion retten.
- 21:27Speaker 0: Weil das so kinderleicht ist!
- 21:29Speaker 0: Das ist bei Webseiten nicht anders oder das ist bei Posters oder Stühlen.
- 21:38Speaker 0: eine rein funktionale Lösung zu liefern ist wahnsinnig einfach.
- 21:42Speaker 0: also wenn man das gelernt hat und gelernt haben wir's ja alle schwierig wirds wenn das Ding schön sein muss Oder wenn es jemanden Freude machen muss, weil dann muss der Stuhl sich gegen fünftausend Jahre Stuhligeschichte behaupten.
- 22:01Speaker 0: Dann kann er natürlich nicht mehr eine Art Dekoepigone sein oder... Sondern also ich muss ... Wenn der schön und in unserer Zeit relevant sein muss, dann wird's sehr schwer!
- 22:14Speaker 0: Und dann kann ich auf einmal nicht mehr hundert am Tag gestalten, sondern dann kommt vielleicht wenn ich Glück habe einer im Jahr heraus.
- 22:24Speaker 0: Das ist wirklich schwer weil da kommt dann sofort mal die Frage braucht es einen neuen Stuhl?
- 22:31Speaker 0: und wie schaut ein Stuhlaus der im Jahre zwanzig-zwundzwanzig ein Recht hat zu existieren?
- 22:40Speaker 0: Aus welchen Materialien ist er gemacht?
- 22:43Speaker 0: Ich würde sagen sicher nicht aus Buchholz aber Also da fangt es natürlich auch ein Spannern dazu werden.
- 22:51Speaker 1: Wie ist denn deine Beziehung zu deinen, ich nenn sie jetzt mal Werken und Projekten?
- 22:59Speaker 1: Ich habe vor zwei drei Wochen Bernat Vignet in Frankreich besucht und Bildhauer und Künstler Und wir haben lang drüber gesprochen, wie er so zu seinen ganzen Werken steht die irgendwie auf der ganzen Welt verteilt sind.
- 23:15Speaker 1: Der hat dann was gesagt womit ich eigentlich nicht gerechnet hatte weil er meinte naja Ich mache etwas fertig Dann steht das irgendwo und dann habe ich es eigentlich schon wieder vergessen.
- 23:26Speaker 1: Und dann geht er schon wieder ans nächste weil er sagt Er hat gar keine Zeit um sich mit mit vergangenem aufzuhalten.
- 23:32Speaker 1: Ist das bei dir auch ein Stück weit so Mit deiner Arbeit dass du wenn was fertig ist sagst Gut passt, ist gut und auf zum nächsten.
- 23:42Speaker 0: Nein ich glaube das ist schon ein bisschen anders.
- 23:45Speaker 0: also... Ich mag es wahnsinnig gern wenn ich Feedback bekomme über Sachen die ich vor dreißig Jahren gemacht habe.
- 23:59Speaker 0: Also ich bekomme immer noch hier und da einen Brief wo irgendwer jetzt gerade Mediolook entdeckt hat.
- 24:08Speaker 0: Das erste Buch von uns, das vor, ich glaube, sieben Jahre, zweitausend erschienen.
- 24:14Speaker 0: Also dass es jetzt zwar zwanzig Jahre alt ist im Bereich des Designbuches, zweihundert Jahre alt.
- 24:21Speaker 0: also das ist im Prinzip ein Wunder, dass das Ding in Druck ist.
- 24:25Speaker 0: und noch ein größeres Wunder ,dass die Leute heute noch entdecken und davon so angetan sind, dass sie sich denken dem muss ich jetzt einen Brief schreiben Und ich finde das super.
- 24:38Speaker 0: Also, ich freue mich da sehr drüber wenn Dinge die vor ewigen Zeiten einmal gemacht worden sind Ich würde sagen mir heute noch Dividenden zahlen in irgendeiner Art und Weise.
- 24:53Speaker 0: Es ist jetzt nicht so dass ich in mein Nachief gehe und mich über die alten Dinge freue.
- 25:00Speaker 0: also Das ist nicht so.
- 25:03Speaker 0: Aber es ist ab und zu dass ich einen Grund habe, irgendwas nachzuschauen und dann vielleicht in einem alten Buch blättere und irgendwo was sehe.
- 25:17Speaker 0: Und man denkt ach das hab' ich wieder vergessen!
- 25:20Speaker 0: Das war aber ganz gut so gemacht.
- 25:22Speaker 0: jetzt, nachdem ich's zwanzig Jahre nicht mehr gesehen habe oder so.
- 25:25Speaker 0: Dass mich das freut.
- 25:27Speaker 0: Da gibt es einfach Dinge die das machen und Dinge die sie nicht machen.
- 25:32Speaker 0: also ich hab natürlich auch wahnsinnige Gefühle gemacht.
- 25:36Speaker 0: Ich selber vergessen habe, dass auch zu vergessen ist wirklich.
- 25:43Speaker 0: Also weil es mittelmäßig ist oder einfach nicht wert wäre sich daran erinnert zu werden und das sehe ich heute eher als verschwendete Zeit an.
- 25:56Speaker 0: also außer es gab irgendwas es gab natürlich Dinge wo ich große Fehler gemacht hab was denen ich lernen konnte dann was nicht verschwendet aber wenn so etwas Mittelmäßiges war das mal irgendwann für irgendeinen Kunden gemacht hat.
- 26:11Speaker 0: Also ich würde so sagen, ich vermeide solche Dinge heute!
- 26:16Speaker 0: Ich hoffe nicht dass sich da meine Zeit besser verwenden.
- 26:22Speaker 1: Wie funktioniert der Filter?
- 26:24Speaker 1: Ich kann mir vorstellen du bekommst wahrscheinlich unfassbar viele Anfragen für alle Arten von Projekten und Themen.
- 26:33Speaker 1: Wie filterst du da, um auch verschwendete Zeit für dich selbst am Ende zu vermeiden?
- 26:40Speaker 0: Dadurch dass wir im Studio nie gewachsen sind hatten wir relativ früh viel mehr Jobs als wir machen konnten.
- 26:49Speaker 0: Und ich musste dann relativ früh gut werden im Nein sagen und wollte das aber irgendwie freundlich machen, weil das ja für jemanden nicht angenehm ist.
- 27:02Speaker 0: Du überwindest dich da irgendwo an zu fragen ob diese Studie was macht für dich und der Studio sagt nein.
- 27:12Speaker 0: also das ist sehr unangenehm und ich habe es auch ungern gemacht.
- 27:18Speaker 0: Hat er dann aber über die Jahre schon irgendwie Technik heraus, wie das schneller und besser gemacht werden kann.
- 27:25Speaker 0: Weil wo ich am Anfang immer noch jeden persönlich getroffen habe und dann persönlich nein sagen musste war das irgendwie für mich eine wahnsinnige Zeit aufwendige Sache, die auch frustrierend war weil das... in der Woche zehn Leute getroffen, das zehnmal neigesagt und am Schluss warst bis ihr überhaupt nichts rausgekommen.
- 27:44Speaker 0: Und für die Leute war es unangenehm.
- 27:45Speaker 0: aber da bin ich viel besser geworden darin.
- 27:48Speaker 0: und jetzt ist es so dass wir eigentlich überhaupt keine kommerziellen Arbeiten mehr machen.
- 27:54Speaker 0: bei kommerziell meine ich dazu wir machen keine Dinge mehr die irgendwas bewerben oder irgendwas promoten.
- 28:00Speaker 0: nicht weil ich das schlimm finde überhaupt nicht.
- 28:03Speaker 0: Ich bin das ausgezeichnet dass gute leute an dieser Arbeit machen, weil es viel davon gibt und diese Arbeit die Welt sehr verändert oder beeindruckt.
- 28:17Speaker 0: Aber ich habe das Gefühl, ich hab genügend davon gemacht.
- 28:19Speaker 0: in einer ähnlichen Art und Weise wie ich, ich weiß nicht nach zehn Jahren Album Cover gesagt habe so mach mal was anderes, weil das Fuchtsigste ist halt nicht mehr so interessant als das
- 28:31Speaker 1: erste.
- 28:32Speaker 1: Wir haben vorhin schon darüber gesprochen du bist ja nach New York ausgewandert.
- 28:36Speaker 1: Was bedeutet diese Stadt für dich und warum gerade in New York?
- 28:41Speaker 1: damals gab es noch andere Städte, über die du nachgedacht hast?
- 28:46Speaker 0: Ich komme aus Bregenz.
- 28:47Speaker 0: Es ist am Boden sehr kleine schöne angenehme Stadt der sich sehr gut aufwechseln lässt.
- 28:53Speaker 0: Und hab von Anfang an wollte ich schon als ... Zwölfjähriger wollte ich, hat es mich in die großen Städte gezogen.
- 29:02Speaker 0: Das war dann.
- 29:03Speaker 0: Anfangs sind wir halt mit der Westbahn nach München gefahren und dann war's für mich zum Beispiel klar dass ich in Wien studiere nicht in Innsbruck bin dann aber halt flott drauf gekommen das Wien im Prinzip eher eine Ansammlung von dreiundzwanzig Kleinstätten ist mit den Bezirken also wirkliche Großstadt und war dann aber nach der Matura, also Nachdemabitur mit meinem Schwager auf Amerika-Reise.
- 29:27Speaker 0: Und da hat mich der Rest in Amerika nicht wahnsinnig interessiert, also wir sind da runtergekommen bis Miami und New Orleans.
- 29:37Speaker 0: aber New York hat mich total von Anfang an gefangen.
- 29:42Speaker 0: Ich war dann abends die Bände bekommen nach meiner Studie im Wien Und war dann drei Jahre dort und war total begeistert, musste aber wieder nach Haus wegen dem Stipendium.
- 29:54Speaker 0: Da gab es eine Home-Residency-Requirement und war dann ja zurück in Wien.
- 30:01Speaker 0: zwei Jahre in Hongkong und in Hong Kong hatte ich einen Job der mich in Asien sehr viel home reisen ließ also einen guten Vergleich gehabt von den asiatischen Großstädten und wusste von dem her, da ein hundertprozentig das es New York ist.
- 30:20Speaker 0: Und bin sobald ich nach zwei Jahren in Hongkong dann bewusst mit klarem Kopf und sicher New York wird sein – nach New York zurückgezogen.
- 30:31Speaker 0: Ja!
- 30:31Speaker 0: Ich bin auch während der Pandemie dort gewesen und bin heute noch begeisterter New Yorker weil Von dem her relativ viel herum kommen.
- 30:43Speaker 0: Also ich kenne viele, ich glaube die meisten großen Städte der Welt und da passt mir New York am besten.
- 30:51Speaker 0: Also New York hat von den Dingen, die mir wichtig sind in einer großen Stadt – die meisten Dinge!
- 31:00Speaker 0: Ich bin sehr zufrieden dort.
- 31:03Speaker 1: Gibt es Momente wo dir die Stadt auch mal soviel ist?
- 31:06Speaker 0: Nein, winzigerweise.
- 31:08Speaker 0: Ich habe viele Freunde denen die Stadt soviele ist dass ich mag die Energie.
- 31:13Speaker 0: Mir passt das sehr gut, also es passt mir mit meiner Persönlichkeit gut zusammen.
- 31:19Speaker 0: Ich habe auch nachdem ich von Hongkong zurückgekommen war das Glück gehabt in einer Zeit zurückzukommen wo New York sehr günstig war.
- 31:27Speaker 0: Also ich konnte dort ein Ding kaufen wo man unten wohnen konnte und oben arbeiten.
- 31:33Speaker 0: Das war damals in einem nicht besonderen Gegend ist heute in einer ausgezeichneten Gegend.
- 31:38Speaker 0: Also da gab's halt immer so Glücksfälle und ganz, ganz wichtig.
- 31:43Speaker 0: Ich bin, obwohl ich nur im sechzehnten Stock bin trotzdem in einer Gegend wo das das höchste ist oder mit am höchsten.
- 31:52Speaker 0: Also ich habe einen großen Blick über die Stadt und hab von dem her.
- 31:56Speaker 0: dieses Gefühl des Eingesperrten dass ich bei einigen Freunden kenne ganz wenig weil Gerade in der Pandemie natürlich wahnsinnig wichtig einen großen Weitblick über New York habe.
- 32:13Speaker 0: Das ist wahrscheinlich das Wichtigste Begebenheit meiner Studie aus.
- 32:22Speaker 0: Ich hatte das, wo wir dann größer waren lange nicht weil ich immer ein großer Spare froh war, der die laufenden Kosten niedrig halten wollte und das war im Rückblick ein Fehler.
- 32:36Speaker 0: Also wir hatten dann immer relativ günstige Studios, also das eine auf der Dreiundzwanzigsten Straße sehr.
- 32:43Speaker 0: Und als ich jetzt vor drei Jahren zurück in das sehr schöne Studio oder was ja viel kleiner ist gezogen bin war man klar okay das war ein Fehler.
- 32:54Speaker 0: da hätte ich mehr Zeit und Geld investieren sollen in eine schönere Arbeitsstätte v.a mit Weitblick weil das halt doch einen einen spürbaren Unterschied macht, wie es mir geht und das wiederum einen spurbaren Unterschied auf die Qualität der Arbeit macht.
- 33:20Speaker 1: Ist es für dich denn für einen bestimmten Zeitraum hinweg immer derselbe Platz an dem du gut arbeiten kannst oder bist du jemand die Situation oder die Arbeitssituation rein von den räumlichen Aspekten her für sich immer mal wieder ändern muss.
- 33:37Speaker 1: Also ich bin so jemand, ich spring hier und auch in unserem anderen Studio und hier im Erdgeschoss.
- 33:42Speaker 1: Ich springe die ganze Zeit jeden Tag, arbeite ich glaube über den Tag verteilt an sieben verschiedenen Plätzen weil ich immer mal diesen Break brauche.
- 33:50Speaker 1: Bist du jemand der wirklich konzentriert?
- 33:53Speaker 1: Über Tage wochen immer am gleichen Platz sitzt und dort gut arbeiten kann?
- 33:59Speaker 0: Ich glaube, ich kann das ein bisschen langweiliger antworten.
- 34:02Speaker 0: Ich glaube ich kann beides.
- 34:04Speaker 0: also ich mag das sehr gerne und so auch jetzt während der Pandemie an einem Schreibtisch ordentlich angezogen nicht im Pichama in Arbeitskleidung also oben Nicht mit dem Computer auf dem Sofa im Laptop, sondern ordentlich wirklich gearbeitet hat es sehr gut funktioniert.
- 34:27Speaker 0: Aber ich muss auch sagen dass ich wahnsinnig gerne in gerade neu bezogenen Hotelzimmern arbeite weil da halt ab und zu vielleicht die Gedanken ein bisschen freier sein können.
- 34:44Speaker 0: wenn ich nicht weiß wieso wie ich so was machen werde, das erlaube ich mir vielleicht in einem fremden Hotelzimmer noch mehr.
- 34:53Speaker 0: Wie ich es mal im Studio erlaub, wo dann die Selbstsensur schneller einsetzt oder so, ob das überhaupt geht oder wie das gehen könnte während in fremdlen Ländern ist Wie das dann umgesetzt wird, noch weiter weg.
- 35:14Speaker 0: Und das kann man einmal als Kizze festhalten und dann schauen ob das geht oder nicht.
- 35:19Speaker 1: Wie wichtig ist eigentlich Neugierde für deinen Job?
- 35:21Speaker 0: Ich meine es ist so... Also ich glaube an sich ist es wichtig was mir daran nicht gefällt, dass es ein bisschen in Mode geworden ist.
- 35:30Speaker 0: also so Curiosity Das ist so.
- 35:33Speaker 0: gemeinsam mit der Wichtigkeit des Fehlermachens wird das so oft gepredigt, dass es ein bisschen seinen Wert verloren hat.
- 35:44Speaker 0: Also gerade so auf Designkonferenzen gibt's viele Sprecher die von der Wichtigkeit der Curiosity oder der Wuchtigkeit des Fehlamachens sprechen.
- 35:54Speaker 0: Ich habe grad gestern eine arme Frau ein bisschen angeschnauzt, die eben gemeint hat, nimmt, um Fehler zu machen.
- 36:06Speaker 0: Und ich habe irgendwie gesagt, also... Ich finde das Fehlermachen überbewertet!
- 36:10Speaker 0: Aber das ist natürlich nur deshalb, weil ich es dem meisten halt nicht abnehme.
- 36:15Speaker 0: Ebenfalls ein Modewort geworden ist.
- 36:19Speaker 0: Die Designer die sich wirklich trauen richtige Fehler zu Machen Reden meistens nicht drüber Weil dass ja wirklich schlimm ist.
- 36:29Speaker 0: Also wenn du Wenn Du wirklich den Mut hast Dinge anzugehen, die voll in den Sand gehen können.
- 36:39Speaker 0: Und ich kenne ein paar!
- 36:42Speaker 0: Die sind wirklich gut und haben aber auch wirkliche Katastrophen mit.
- 36:49Speaker 0: Werden vom Kunden verklagt müssen fuchtsig Leute feuern.
- 36:53Speaker 0: also das sind keine... ...die erzählen diese Geschichten nicht auf Konferenzen weil das sind traurige Geschichten, mit denen man nicht angibt.
- 37:06Speaker 0: Aber die Dinge, die dann wirklich funktionieren, sind natürlich auch viel besser wie die der anderen, weil sie sich halt viel mehr trauen.
- 37:18Speaker 0: Ich bin da ein bisschen zu ängstlich.
- 37:21Speaker 0: Also ich überwind mich ab und zu Und vor allem in den Monaten, wo ich produktiver bin, gelingt es mir ab und zu die eigenen Ängste zu überwinden.
- 37:32Speaker 0: Und ich mache etwas, wo Ich mich ein bisschen mehr traue.
- 37:36Speaker 0: aber das sind dann doch meistens Dinge, Die noch funktionieren.
- 37:41Speaker 0: Aber ich weiß zum Beispiel Es gibt die wunderbare Geschichte vom Thomas Hederwig der die olympische Fakl für London gestaltet hat und die Geschichte läuft.
- 37:51Speaker 0: Ich müsste mal mit ihm überprüfen dass diese Fackel nie, nicht ein einziges Mal funktioniert hat vor... Also die hat auf der Probe, auf der Vorprobe, Auf der Generalprobe und auf der Supergeneralprobe nie funktioniert.
- 38:06Speaker 0: Die hat zum ersten mal funktioniert im Stadion vor, also auch immer X-Millionen Leuten Und da hätte ich nicht den Nerven dazu muss ich zugeben.
- 38:18Speaker 0: Das wäre nichts für mich!
- 38:19Speaker 0: Da bin ich ein zu nervöser Mensch für so was.
- 38:24Speaker 1: Was war denn so dein größter Fehler aus dieser Kategorie?
- 38:29Speaker 0: Also ich habe schon hier und da mal ein Ding in den Sand gesetzt, aber das ließ sich dann immer noch retten.
- 38:36Speaker 0: Also das war nie so okay... Das ist jetzt eine absolute Katastrophe!
- 38:40Speaker 0: Und es ist jetzt einfach gar nichts.
- 38:46Speaker 0: Es gibt zu Ende... Geschichte, wo ich noch bei M&Core gearbeitet habe.
- 38:51Speaker 0: Wo wir für die Schwuld- und Lesbenvereinigung meine Einladung gemacht haben mit einer richtigen Banane und einer richtigten Pflaume Und das ging ewige Zeiten hin und her weil das im Hochsommer in New York waren und die Pflaumen waren nicht in Saison.
- 39:10Speaker 0: Wo die Bananen da waren, konnten die Pflaumen nicht geliefert werden.
- 39:14Speaker 0: Und bis sie Pflaume kamen, waren die Bananan faul und das ging wirklich dreimal so hin und her, bis nachher am Schluss die ganzen Zwei-Tausend Einladungen von Hand gelieferten mussten weil wir schon spät dran waren mit diesem Hin und Her und es gab viele Tränen und Krämpfe aber... Die Einladungen wurden geliefert.
- 39:40Speaker 0: Der Event, also dieses Gala-Dinner wo die Organisation ihr ganzes Geld fürs Jahr aufstellt war ein Erfolg.
- 39:48Speaker 0: als es hat am Schluss dann noch funktioniert.
- 39:50Speaker 0: Also eben drum weil ich mich nicht so aus dem Fenster hänge und vielleicht auch Ich weiß nicht, als Westösterreicher drei Kilometer von der deutschen Grenze her geboren da vielleicht zu verantwortlich bin.
- 40:11Speaker 0: Also dass vielleicht im Kunden dann nicht antun würde das die Möglichkeit, dass das wirklich eine Katastrophe ist oder dass es einfach wirklich nicht funktioniert.
- 40:22Speaker 1: Vielleicht zum Abschluss wenn uns Junge Leute zuhören, die darüber nachdenken Designer zu werden oder die gerade im Begriff sind Designer zuwerden.
- 40:33Speaker 1: Oder es schon sind und sich grade noch wahnsinnig die Zähne ausbeißen was würdest du diesen diesen Menschen raten?
- 40:41Speaker 1: Und würdest Du wenn Du nochmal die Zeit bis dahin zurückdrehen könntest Würdest Du immer wieder sagen ich werd Designer oder würdest Was anderes machen?
- 40:50Speaker 0: Nein Ich würde also.
- 40:51Speaker 0: ich bin Design bin nicht ein ausgezeichneten Beruf der wahnsinnig viele Möglichkeiten offen lässt, also auch wie weit man das selber machen möchte.
- 41:04Speaker 0: Man kann sich auf irgendetwas Spezielles konzentrieren – ich hatte ja mal ausgezeichnet als Studentin -, deren Traum war Haare zu animieren und für die war die Veränderung von Hundehaaren auf Bärenhaare schon so groß dass das war ihr Ding.
- 41:23Speaker 0: oder Ich mache komplett herumsprengen von Plakaten zu Webseiten, zu Möbeln, zu Filmen.
- 41:33Speaker 0: Dinge die im Museum hängen also wo die Bandbreite wahnsinnig weit ist.
- 41:42Speaker 0: Ich glaube es wird in der Zukunft immer interessanter werden weil die Jobs die weniger interessant sind Mit Artificial Intelligence löstbar sind und die Jobs, die mehr interessant sind immer noch von Designer und Designern gemacht werden.
- 42:04Speaker 0: Ich glaube dass ich jetzt gerade meine Freundin arbeitet in VR, in Virtual Reality für eine ausgezeichnete Firma den ausgezeichnetes Produkt machen.
- 42:16Speaker 0: Ich glaube dadurch, dass in der Virtual Reality überhaupt einmal die komplette Welt gestaltet werden muss wird uns Designern in der nächsten Zukunft die Arbeit nicht ausgehen.
- 42:28Speaker 0: ich sehe das auch.
- 42:30Speaker 0: es ist zwar ab und zu schwer voraussehbar weil ich hätte zum Beispiel vor zwanzig Jahren wäre ich nicht der der das Voraus gesehen hätte dass es den Fotografen an den Hals gehen wird.
- 42:46Speaker 0: Überhaupt nicht!
- 42:48Speaker 0: Oder das hat vor zwanzig Jahren eher so ausgeschaut, dass Illustration irgendwie immer unwichtiger wird und die Fotografen waren die Chefs im Prinzip auch finanziell.
- 43:02Speaker 0: hunderttausend Dollar Tagesraten waren ich würde sagen nicht gerade üblich aber auf jeden Fall möglich dass die Technologie sich so entwickeln wird, dass das Fotografien einfach so einfach wird.
- 43:17Speaker 0: Dass es die professionellen Fotografen nicht mehr so braucht und gleichzeitig das Hauptbetätigungsfeld der professionellen teuren FotogRAFEN nämlich die Magazinseite, dass sie immer mehr an Saft und Kraft verlieren wird also Das habe ich auf schon mal gar keinen Fall gewusst, aber ich bin mir nicht immer sicher ob sie irgendwer gewusst hat.
- 43:45Speaker 0: Also ob das überhaupt voraussehbar war weil so gewisse Nebeneffekte die entwickeln sich organisch sind glaube ich nicht vorausehbar also in der gleichen Art und Weise wie die Wright Brothers die Flugzeug-Clubs-Memberships voraussehen konnten.
- 44:15Speaker 0: Also das könnte natürlich auch irgendwie sein, dass irgendeine Art von EI viele unserer Aufgaben erfüllen kann und ich glaube, dass wird irgendwann schon kommen.
- 44:34Speaker 0: Ich habe einen sehr klugen Bekannten der auch viel mit VR macht, der mal ein Assises geschrieben hat wie man die Maschine die Schönheit beibringt und das hat nicht so unmöglich geklungen.
- 44:55Speaker 0: Und ich kann mir vorstellen dass solche Dinge wie Webseiten in den nächsten Jahren oder sicher hundertprozentigen Jahrzehnten so sein werden sich sagen ok ich diktiere Ich brauche die fünf Funktionen, und ich hätte gerne gestaltet im Stil von achtzig Prozent mit amerikanischer Mid-Century Modernism und dreißig Prozent britischem siebziger Jahre Bank.
- 45:26Speaker 0: Und zehn Prozent Gabelgum von irgendwas hinein.
- 45:31Speaker 0: Und dann kriege ich fünf Vorschläge und ich suche mal eine von den fünf aus.
- 45:35Speaker 0: Es braucht keine Designerin dazu, um sowas zu gestalten in den fünf Funktionen.
- 45:41Speaker 0: Das glaube ich wird sicher kommen.
- 45:43Speaker 0: Nur da wird so viel Neues geben... ...in die Richtung das Gestalt werden muss,... ...dass sich da für unseren Beruf also und vor allem für die Leute,... ...die willens sind diese Veränderungen mitzumachen.
- 46:02Speaker 0: doch relativ rosige Aussichten sehe.
- 46:05Speaker 1: Damit hast du meine Abschlussfrage, ob du den Angst davor hättest wenn du nochmal dreißig Jahre jünger wärst eigentlich schon beantwortet?
- 46:12Speaker 0: Ja würde mich wahnsinnig anmachen.
- 46:14Speaker 0: also ich bin sehr gerne so alt wie ich bin.
- 46:17Speaker 0: Ich werde heuer noch sechzig aber ich bin überzeugt davon dass in den nächsten Jahrzehnten wo ich's dann wahrscheinlich doch auch schon ein bisschen ruhiger nehmen werde oder werde müssen, weil natürlich mein Hirn schrumpfen wird und so weiter.
- 46:36Speaker 0: Und sofort dass das wahnsinnig spannend wird.
- 46:39Speaker 0: also ich wäre... Ich bin sehr gerne sechzig aber ich glaube es ist Wahnsinnig spaßig heute zweiundzwanzig zu sein in einer Konstellation wo einem Design wirklich anmacht Weil die Möglichkeiten Werden super sein, unglaublich gut.
- 47:00Speaker 0: Ja also habe ich keine Zweifel.
- 47:02Speaker 1: Perfektes Schlusswort!
- 47:03Speaker 1: Ich danke dir sehr für deine Zeit.
- 47:05Speaker 1: Wunderbar.
- 47:06Speaker 0: Sehr fein Das war es leider schon.
- 47:09Speaker 0: Die letzte Runde ist ausgetrunken.
- 47:11Speaker 0: das Gespräch zu Ende.
- 47:13Speaker 0: Vielen Dank fürs Zuhören.
- 47:16Speaker 0: Bitten im Rücksicht auf die Nachbarn und sei leise wenn du die Bar verlässt Aber vergiss auf keinen Fall den abonnieren Button zu klicken.
- 47:30Speaker 0: Gin & Talk ist ein
- 47:31Speaker 1: Podcast von Forty-Eight
- 47:33Speaker 0: Forward,
- 47:34Speaker 1: produziert
- 47:34Speaker 0: in den Forty Eight Forward
- 47:36Speaker 1: Studios
- 47:36Speaker 0: in München.