Latest / Auf Schritt und Tritt / Krise im Schweinestall - Landwirte sterben leise
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- 0:00Speaker 1: Als Landwirt verwette ich ein Stück weit Haus und Hof, kann man so sagen.
- 0:03Speaker 1: Weil auch meine Kreditwürdigkeit bei einer Bank hängt letztendlich davon ab wie viel Fläche, Grundstückgebäude was gehört da alles so zu?
- 0:14Speaker 0: Moin und herzlich willkommen zu Ihrem MK-Podcast.
- 0:18Speaker 0: auf Schritt und Dritt!
- 0:19Speaker 0: Ich bin Hagen Wolf und heute bin ich wieder mal unterwegs und zwar in der Nähe von Soolingen auf dem Schweinemastbetrieb bei Doktor Seuren Moorman.
- 0:33Speaker 0: Er hat acht studiert, promoviert.
- 0:37Speaker 0: Dr.
- 0:38Speaker 0: Herr Mormann, normalerweise in Ihrem Lebenslauf entwickelt man Mittel gegen Krebs?
- 0:43Speaker 0: Sie züchten Schweine!
- 0:45Speaker 0: Warum?
- 0:46Speaker 1: Ja erstmal Hallo zusammen, Söro Mormahn.
- 0:48Speaker 1: thirty-five Jahre wie sie es schon gesagt haben ja Landwirt durch und durch beantwortet schon fast ein Stück weit auch die Frage.
- 0:55Speaker 1: Ich bin seit Kindheitstage mit im Stall gewesen, auf dem Trecker gewesen, mit meinem Vater und meinen Großvater.
- 1:01Speaker 1: von daher stand für mich nach einem Abitur relativ schnell fest dass ich Landwirt werden muss.
- 1:07Speaker 1: deswegen auch erst die Ausbildung und anschließend eben Studium in Göttingen gemacht um mal so ein bisschen rauszukommen mein neuen Horizont dazu zu bekommen.
- 1:18Speaker 1: Ja, es hat dann noch nicht so weit losgelassen dass ich dann dachte.
- 1:21Speaker 1: Ich müsste denn auch nochmal frumovieren.
- 1:23Speaker 1: Hat relativ lange gedauert weil es eben auch berufsbegleitend gemacht wurde.
- 1:27Speaker 1: und ja wie gesagt für mich steckt das in den Wurzeln so drinnen Und hat selten Momente gegeben dass sich was ganz anderes machen möchte.
- 1:35Speaker 0: Kommen wir mal zum Schweinermassbetrieb oder saunen Betrieb haben sie glaube ich gesagt Genau Ende September Anfang Oktober die Schweinepreise für ein Kilo Fleisch Was man produziert als Führungschwein?
- 1:47Speaker 0: Die Kosten für pro Kilo zwei Euro.
- 1:50Speaker 0: Das heißt, man macht per Kilo sechzig Cent Verlust am Schwein.
- 1:53Speaker 0: Es sieht zurzeit nicht gut aus in diesem Bereich Schweine-Mast oder?
- 1:57Speaker 1: Ja kann man so sagen!
- 1:58Speaker 1: Ich meine unser Betrieb wir haben Saunhaltung, Ferkelerzeugung, Schweinemast.
- 2:02Speaker 1: aktuell sind es noch rund neunzig Muttertiere ziehen alles selber auf und verkaufen die letztendlich.
- 2:07Speaker 1: Die Sechzehnt kommt natürlich immer ein bisschen drauf an.
- 2:09Speaker 1: Verlust, die man da macht pro Betrieb bei uns ist relativ viel im Altgebäude.
- 2:13Speaker 1: Da kann man nochmal eher den Gürtel ein bisschen enger machen weil wir eben nicht ganz so viele Kredite letztendlich abtragen müssen wie die Betriebe, die jetzt neu investiert haben.
- 2:22Speaker 1: Aber nichtsdestotrotz ist das natürlich ein enormer Verluste weil wir es ja parallel erleben Das geht letztendlich auch mir so durch die hohen Dieselkosten.
- 2:31Speaker 1: Futter wird relativ teuer, alles was Logistik drumherum wird teuer.
- 2:35Speaker 1: also ich sage mal mir wird zum Beispiel beim Verkauf der Maschweine einen Dieselzuschlag abgerechnet zusätzlich zu den normalen Logistikkosten.
- 2:43Speaker 1: das kann man natürlich verstehen.
- 2:44Speaker 1: aber wenn wir fürs Produkt nachher nicht entsprechend mehr bekommen, können wir das natürlich auch nicht schultern.
- 2:49Speaker 1: Weil wir sind irgendwo der letzte in der Kette wie so häufig bei anderen landwirtschaftlichen Produkten und haben halt wenig Möglichkeiten andere Preise dann irgendwie auch einzufordern.
- 2:58Speaker 1: beziehungsweise gerade beim Schweinen muss ich ganz ehrlich sagen total.
- 3:02Speaker 1: für mich war es total kurios weil sonst war's immer so wenn die Agrarmerkte hochlaufen oder auf Kraftschirchhof läuft denn sind oftmals zumindest auch Milch und Fleisch zumindest auch ein bisschen mit hochgegangen und zumindest gefühlt.
- 3:13Speaker 1: Ich habe jetzt noch mal Nachrescher schiefen.
- 3:15Speaker 1: für mich was jetzt wirklich Das allererste Mal, das ist genau umgekehrt lief Schweine-Fleisch runter und alles andere hoch.
- 3:21Speaker 1: Und ich sag mal so auch die Monate im Wochen davor waren jetzt nicht davon geprägt dass man wahnsinnig viel Geld verdient oder es ging noch, so will ich's mal formulieren.
- 3:30Speaker 1: Warum
- 3:30Speaker 0: ist der Schweinepreis so am Boden?
- 3:31Speaker 0: Woran liegts?
- 3:32Speaker 0: muss er einen Grund geben Überangebot zu wenig gegrillt im Sommer schlechte Weltmeisterschaft?
- 3:38Speaker 1: Es ist eine gute Frage.
- 3:41Speaker 1: Grundsätzlich beobachtet man im Grunde schon länger, dass der Schweinefleischkonsum in Deutschland oder eigentlich Europa eher leicht rückläufig ist, Geflügel geht dafür eher ein bisschen hoch und hat verschiedene Gründe, Ernährung, Lifestyle, ob begründet oder nicht seien wir dahingestellt.
- 3:56Speaker 1: Es haben leider sehr viele Betriebe aufgehört.
- 4:01Speaker 1: Der Strukturwandel ist ja jetzt nicht erst seit gestern gerade in der Schweinerhaltung da und trotzdem ist der Preis relativ niedrig, das finde ich immer eher erschreckend.
- 4:08Speaker 1: Wir haben natürlich auch viel Druck aus dem europäischen Ausland, aus Spanien zum Beispiel, denn spielt der ganze Weltmarkt eine riesige Rolle weil letztendlich auch wenn China zum Beispiel aus Spaniens sag ich jetzt mal keine Produkte immer anwingen zum Beispiel der ASP, denn kommt dafür mehr spanische Ware auch zu uns.
- 4:24Speaker 1: Zum Beispiel nach Deutschland.
- 4:26Speaker 1: Dafür sind die Lieferketten extrem komplex und das baut immer ungehörig Druck auf, der uns dann hier vor Ort auch trifft.
- 4:31Speaker 1: also man kann das letztendlich gar nicht lokal sehen und es ist ja auch immer so.
- 4:35Speaker 1: ein Thema Selbstversorgungsschwein sind wir immer noch weit über hundert Prozent, ich glaube immer noch um die Hundertzwanzig.
- 4:42Speaker 1: Aber das ist ja nur die halbe Wahrheit weil bei Edelteilen Schinken Filets da importieren wir Ja und exportieren tun wir eben Eisbeine Fötchen Schwänze alles so was wir in Europa nicht mehr unbedingt essen wollen.
- 4:54Speaker 1: Das muss letztendlich exportiert werden oft in die asiatischen Märkte Und dass es letztendlichen immer so egal ob wir hier welches Tierwohl Programm wir dann haben an dem tier dem Auslandsmarkt ist es ja im Grunde ein Stück weit egal, ob das hier auf Stroh gelebt hat oder nicht.
- 5:08Speaker 1: Aber für unser inländischen Produkt ist das natürlich schon auch ein
- 5:10Speaker 1: Preisfaktor.".
- 5:11Speaker 0: Ich frage mal Stefan Mayer vom Landfolg Deepholz, Pressesprecher vom Landtag Deephols.
- 5:16Speaker 0: Wir haben gerade gehört, in Spanien wird produziert, Spaniens glaube ich Europas Schweine-Fleischhersteller Nummer eins?
- 5:22Speaker 0: Da scheint zu funktionieren – in Deutschland nicht!
- 5:24Speaker 0: Gibt's da eine Erklärung dafür?
- 5:25Speaker 2: Ja woran liegt das also... Stabilere Absatzmärkte als bei uns, das ist schon so.
- 5:32Speaker 2: Können billiger produzieren teilweise weil die Arbeitskosten niedriger sind also bei uns.
- 5:37Speaker 2: Weil auch die Auflagen niedrige sind was Tierschutz auflagen und sowas angeht.
- 5:41Speaker 2: Sie haben natürlich in ganz Europa ein relativ hohes Level zur weltweit gesehen aber trotzdem haben wir in Deutschland nochmal das höchste von allen in Europa oder fast das höhste von alle in Europa Und Spanien eben nicht.
- 5:50Speaker 2: Das heißt man kann pro Kilo Schwein dort billig produzieren.
- 5:53Speaker 1: Also es ist ja letztendlich immer verschiedene Fakten wie der Stefan schon gesagt hat.
- 5:59Speaker 1: Energiekosten spielen eine riesige Rolle, Arbeitskosten.
- 6:01Speaker 1: aber vor allem Stallbau ist viel günstiger in Spanien und das hat sich ja auch nicht von heute auf morgen so entwickelt sondern jetzt seit mehreren Jahren.
- 6:07Speaker 1: letztendlich ne?
- 6:08Speaker 1: Ich meine den Hollandbaum war ab.
- 6:09Speaker 1: in Deutschland bauen wir auch Erdtierbestände.
- 6:11Speaker 1: Ab.
- 6:11Speaker 1: Dänemark ist tatsächlich immer noch relativ stark.
- 6:14Speaker 1: dabei muss man tatsächlich sagen ist natürlich auch immer die Frage, wie groß ist die politische Unterstützung?
- 6:20Speaker 1: Ich sag mal in Deutschland.
- 6:20Speaker 1: Man hat es ja an den Umbau-Programmen vom Bund gesehen auf tiergerechtere Stelle.
- 6:25Speaker 1: erstmal hat sehr lange gedauert bis überhaupt was passiert ist und dann wird's wieder zurückgezogen, dann wirds wieder auf Länderebene verschoben.
- 6:31Speaker 1: also da ist ja keine klare Linie drinne.
- 6:33Speaker 1: und das liegt ja am Ende nicht unbedingt daran dass Landwirte nicht investieren wollen sondern Ich sage mal, so ein Steilbau muss ich auf zwanzig Jahre finanzieren.
- 6:42Speaker 1: Sonst kriege ich da in der Regel keine betriebswirtschaftliche Rechnung ran.
- 6:45Speaker 1: also ein industrieller würde damals im Grunde niemals investieren wenn man so will.
- 6:49Speaker 1: aber für zwanzich Jahre in der heutigen Zeit wo alles sehr schnelllebig ist und viele Investitionszyklen sehr kurz sind ist das super schwierig.
- 6:57Speaker 1: und gerade da muss es dann irgendwo auch politische Unterstützung geben.
- 7:00Speaker 1: und dass eben offen im Grund relativ langen Zeitraum.
- 7:03Speaker 2: Zu der Selbstversorgungsgrad, was schon richtig gesagt wurde mit dem Fleisch.
- 7:08Speaker 2: Was aber auch noch zusätzlich stimmt ist wenn Deutschland jetzt eine Insel wäre und ein Mauer in Deutschland bauen würden.
- 7:12Speaker 2: Das hoffentlich passiert.
- 7:14Speaker 2: Und wir können keine ausländische Ware gar nichts mehr bekommen.
- 7:16Speaker 2: Auch keine außerirdischen Ferkel mehr denn stenden hier mit vierzig Prozent aller Städte leer Pass die Hälfte aller Ferkel kommen mittlerweile aus dem Ausland.
- 7:23Speaker 2: Dänemark fiel, Niederlande fiel und das heißt auch das ist ja auch irgendwo importiert schon in der Kette.
- 7:30Speaker 2: Und gerade die Saunenhalter hören viel auf und da kommt kein deutsches Ferkel nach.
- 7:34Speaker 2: und wir sagen immer den Leuten kauft am besten ein Fünf-D-Fleisch also geboren, aufgewachsen, aufgezogen geschlachtet und verarbeitet in Deutschland.
- 7:42Speaker 2: fünfmal D, fünfmal Deutschland.
- 7:44Speaker 2: Das wird immer schwieriger weil es schon eines erstes schon fehlt Es ist gar nicht in Deutschland geboren sondern das D steht dafür Dänemark.
- 7:49Speaker 0: Man geht davon aus, dass in naher Zukunft fünfzig Prozent aller Schweinemassbetriebe in Deutschland schließen.
- 7:55Speaker 0: In Süddeutschland bis siebzig Prozent weil sich einfach nicht mehr lohnt.
- 7:59Speaker 0: Wie sieht es bei euch aus?
- 8:01Speaker 1: Ja für mein Betrieb ist tatsächlich auch so das wir im Grunde in den letzten fünf Jahren schon sukzessiv ein bisschen kleiner geworden sind.
- 8:09Speaker 0: Aber je kleiner, desto weniger lohnt es sich habe ich jetzt auch gehört.
- 8:13Speaker 1: Ja das kommt immer so ein bisschen drauf an.
- 8:15Speaker 1: Die Schwierigkeit ist natürlich wenn man jetzt nochmal wieder nach vorne investieren wollte wird's umso schwieriger weil ich unser Betrieb ist so aufgebaut.
- 8:22Speaker 1: wir hatten mal bis vor drei Jahren noch einen Mitarbeiter in Teilzeit der aber im Grunde schon relativ viel bei uns auf dem Betrieb war stundenweise Nachdem der dann aufgehörter, denn sind es eben noch Vater und Sohn.
- 8:36Speaker 1: Mein Vater ist auch fünfundsechzig.
- 8:37Speaker 1: Der wird sicherlich auch nicht jünger.
- 8:38Speaker 1: Und ich sage mal die Tiere wollen drehundertfünfundsechzig Tage im Jahr versorgt werden.
- 8:42Speaker 1: Ob Feiertag oder Wochenende.
- 8:45Speaker 1: Das bleibt am Ende irgendwo an zwei bzw vielleicht nur noch an einer Person hängen, die das dann bewerkstelligen kann.
- 8:52Speaker 0: Mein Vater hat letztes Wort zu mir gesagt, ihr wollt zumachen.
- 8:54Speaker 0: Hab ich die?
- 8:55Speaker 0: überraschig dich jetzt damit?
- 8:56Speaker 0: Hat er das ja auch schon gesagt?
- 8:58Speaker 1: Also ich sag mal so ist es tatsächlich alles offen.
- 9:00Speaker 1: also was für uns feststeht ist dass wir in der Saunhaltung aufhören werden weil da eben sehr viele Auflagen zukünftig neu zu erfüllen müssen aus dem Deckzentrum als auch im Abferkelbereich.
- 9:10Speaker 1: und da habe ich für mich schon die Entscheidung getroffen Im Grunde auch nicht erst seit gestern weil sonst hätte man viel früher vielleicht schon einmal größere Wachstumsschritte machen müssen.
- 9:18Speaker 1: dass ich da gesagt habe, das möchte ich nicht machen.
- 9:20Speaker 1: Weil ich für mich diese zwanzigjährige Perspektive nicht sehe und ich hätte auch höhere Millionenbeträge im Grunde reinsetzen müssen plus eine gewisse Größe in Ordnung damit ich dann eine gewissen Anzahl Mitarbeiter haben kann usw.
- 9:33Speaker 1: Das hab' ich für sich da nicht gesehen.
- 9:35Speaker 1: von daher ist der Schritt für uns eher, dass wir halt gucken ob wir vielleicht noch Scheine mass betreiben können.
- 9:40Speaker 1: Aktuell machen wir es in Haltungsform zwei, also sind bei der Initiative Tierwohl dabei.
- 9:44Speaker 1: Da schaue ich gerade auf Verhaltungsform drei was machen können, also einen Außenklimaanreiz würde ich sehr gerne.
- 9:50Speaker 1: Stand heute ist das aber so weil die Marktlage so schwierig ist dass sich gar keinen Vertrag bekommen vom Schlachthof dafür.
- 9:55Speaker 1: und dann ist natürlich die Entscheidung baue ich jetzt etwas um oder nicht?
- 9:58Speaker 1: Natürlich auch wieder recht schwierig!
- 10:00Speaker 1: Also ich habe das im Grunde im Auge.
- 10:01Speaker 1: Ich möchte absolut auch... Nicht gar nicht aufhören, aber es wird für uns eher so sein im kleineren Maßstab.
- 10:08Speaker 1: Vielleicht höre Haltungsstufe Aber Neubau-Stall zum Beispiel kommt für mich aktuell nicht in Frage muss ich ganz ehrlich sagen.
- 10:16Speaker 0: Mir nebenbei noch Landwirtschaft glaube ich meist Getreide baut er an.
- 10:19Speaker 0: Wie war's denn da dieses Jahr?
- 10:21Speaker 0: Also wenn wir weiter klagen oder gibt´s guten Nachrichten
- 10:25Speaker 1: Ja das ist ja immer... Das ist wahrscheinlich immer das Problem dass unser Landwirt das so unterstellt wird.
- 10:30Speaker 1: Dass wir ja immer stöhnen Ist vielleicht manchmal auch nicht unberechtigt, andererseits heißt es ja auch immer Landwirte sterben leise.
- 10:37Speaker 1: Das ist letztendlich auch so.
- 10:39Speaker 1: wenn ich jetzt für unseren Betrieb das zusammennehme Ackerbau und Schweinerhaltung dann ist das eigentlich zum Müssen wir eigentlich den Kopf in den Sand stecken, muss man ganz ehrlich sagen.
- 10:47Speaker 1: Weil Ackerbauch hat dieses Jahr gar nicht funktioniert.
- 10:49Speaker 1: Ich sag mal jetzt beim Mais haben wir gerade die Ernte ausgewertet da sind wir irgendwo bei vierzig bis teilweise fünfzig Prozent Ertragsverlust getreide.
- 10:57Speaker 1: gut unser Betrieb Wir haben Beregnungsmöglichkeiten was natürlich auch recht arbeitsintensiv ist.
- 11:02Speaker 1: aber konnten wir beim Getreide noch ein bisschen etwas ausgleichen.
- 11:05Speaker 1: Beim Mais haben das versucht aber in Summe auch nicht so geschafft sage ich mal weil ja das Wetter zeigt an den die Grenzen schon auf.
- 11:12Speaker 1: letztendlich Plus dann die hohen Anbaukosten, weil eben Dünger recht teuer ist für nächstes Jahr noch teurer wird.
- 11:19Speaker 1: Diesel ist sehr teuer wir bestellen ja gerade für nächstes Jahr.
- 11:22Speaker 1: also das ist so gesehen eigentlich eine Katastrophe und am Ende stehen einige Kosten eben auch fest.
- 11:27Speaker 1: ich sage mal die Maschinen die man hat oder die man auch noch abbezahlen muss Das ist ja eben auch so.
- 11:31Speaker 1: ein neuer Trecker der gehört eigentlich automatisch.
- 11:35Speaker 1: Also da steht oft auch einer Mann Krediter hinter der beglechen werden muss.
- 11:40Speaker 1: Kosten wie Pachten, die stehen natürlich trotzdem.
- 11:42Speaker 1: Egal ob uns das auf dem Acker vertrocknet oder nicht und das ist schon eine riesengroße Belastung natürlich.
- 11:48Speaker 1: Und da hofft man dass das nächste Jahr natürlich besser wird um das irgendwo wieder auszugleichen weil es fehlt natürlich auch Geld an allen Enken und Enden.
- 11:55Speaker 1: Das ist ein Riesenthema eigentlich bei allen Betrieben.
- 11:58Speaker 0: Stefan ist ja so, dass es viele Betrieben hier so geht.
- 12:01Speaker 0: also man geht ja das wissen die wenigsten als Landwirtjahr-und Vorleistungen.
- 12:04Speaker 0: Also wenn man kauft ihr erst Dünge und dann kann er Ernten oder saht gut.
- 12:07Speaker 0: Ist das so, dass es auch allgemein so eine... auch nicht gerade rosig aussieht.
- 12:12Speaker 2: Das ist so, wir haben im Landwerkvorstand auch darüber beraten noch zusammen mit der Kammer die ja auch Lampferschaftskammer, die auch Beratungssachen macht und viele Landwirte berät und die auch berichtet hat dass extremst viele neue Betriebe zudem gekommen sind und gesagt habe ich brauche jetzt mal eine Beratung weil mir sieht es echt finster aus.
- 12:28Speaker 2: teilweise solltet Banken sie auch geschickt haben und gesagt haben oh wir wissen nicht guck mal wie das aussieht bei dir der Kredit?
- 12:33Speaker 2: Wie lange kannst du ihn überhaupt bedienen?
- 12:36Speaker 2: War hier eben ein Schlepper auf dem Hofsteiger der Steil gebaut wurde irgendwas Und das ist dieses Jahr extrem geworden wirklich.
- 12:44Speaker 2: Man kann es immer nicht pauschal sagen, weil Betriebe sind unterschiedlich aufgestellt.
- 12:48Speaker 2: Viele haben viele Standbeine und manche haben gerade noch ein Polster als Reserve.
- 12:53Speaker 2: Manche eben auch nicht, weil sie gerade einen Stall gebaut oder das Plan oder das müssen.
- 12:59Speaker 2: haben die faktisch nur das was reinkommt und dass es dies ja extrem wenig zu witzig zudem, dass sehr viel rauskommt.
- 13:04Speaker 2: Also diesen Schweinezyklus gab's in der Lampenschaft schon immer.
- 13:06Speaker 2: Es gab schlechte Ernten, gute Ernten... Die Preise waren niedrig, die Preise war hoch.
- 13:09Speaker 2: Das ist so ein Welle- und Berg-und-Talspiel, so eine Wellenbewegung.
- 13:14Speaker 2: Besondere dieses Mal ist, dass wir durch die Kosten zusätzlich kommen zu den richtigen Preisen.
- 13:18Speaker 2: Das hatten wir so Jahre vorher eigentlich fast nie.
- 13:20Speaker 2: Dass es so eine extreme Kostenexplosion gab aber sind die Landwirte nicht die einzigen, die darüber zurechtklagen, dass alles teurer geworden ist Und zum anderen tut es sich deshalb nicht wieder ausgleichen.
- 13:31Speaker 2: Wir wissen nicht, wann der nächste Berg kommt und ob er reicht.
- 13:34Speaker 2: Gerade wenn es Investitionen sind die Bank im Nacken sitzt und sagt wir wollen das Geld jetzt auch mal sehen oder die Politik sagt ihr müsst den Stall jetzt aber bauen in den nächsten drei Jahren.
- 13:43Speaker 2: Sonst geht's, sonst müsst ihr aufhören.
- 13:45Speaker 2: Ist ja bei einem Saun halt dann z.B.
- 13:46Speaker 2: so... Dann wirds eng!
- 13:48Speaker 2: Dann werden wir Betriebe verlieren.
- 13:50Speaker 2: also wie gesagt ist es sehr unterschiedlich.
- 13:52Speaker 2: manche sind sehr gut aufgestellt Das ist teilweise auch die Lux-Frage, wie man die Ernte eingezogen hat.
- 13:57Speaker 2: Welche Felder man hat und welche Sorten man hat.
- 13:59Speaker 2: aber es ist schon schwer.
- 14:00Speaker 1: Ja vielleicht nur ganz kurz als Ergänzung was ja auch gerade hier bei uns im Nordwesten ist das ja schon so dass die Betriebe in der Regel halt Inhaber oder Familien geführt sind und am Ende ist es natürlich so, dass jeder Betrieb auch ganz unterschiedlich aufgestellt was er vielleicht noch an Nebeneinnahmequellen neben der Landwirtschaft hat.
- 14:16Speaker 1: Das ist natürlich hier und da auch etwas was ein Betrieb denn vielleicht über Wasser halten kann.
- 14:20Speaker 1: wer da halt nicht viel von hat also nur auf Ackerbau-Tierhaltung angewiesen ist den trifft dann natürlich oft nochmal eher und was auch ein Riesenthema ist wird für mich auch immer so ein bisschen unterschlagen.
- 14:31Speaker 1: Als Landwirt verwette ich ein Stück weit Haus und Hof, kann man so sagen.
- 14:34Speaker 1: Weil auch meine Kreditwürdigkeit bei einer Bank hängt letztendlich davon ab wie viel Fläche, Grundstück, Gebäude was gehört da alles zu?
- 14:42Speaker 1: Und am Ende ist es dann eine Entscheidung, wie weit gehe ich als Betriebsleiter?
- 14:45Speaker 1: Es ist mir das Wert dass sich im Zweifel wenn denn doch alles schief geht weil von uns kann ja keiner in die Glaskugel gucken wie nächstes Jahr die Preise sind.
- 14:52Speaker 1: Wie weit möchte ich noch gehen oder ziehe ich dann Schlussstrich?
- 14:55Speaker 1: also das ist glaube schon mittlerweile ein Thema bei dem einen oder anderen Betrieb das entweder andere die Entscheidungen abnehmen denn eben eine Bank sagt, tut mir leid.
- 15:03Speaker 1: Dein Grundboden ist schon so belastet mehr geht nicht und dann ist man in seiner Entscheidungsfreiheit hier und da auch ein Stück weit eingeschränkt hat.
- 15:11Speaker 1: Man sieht es im Moment auch relativ häufig das habe ich noch nie gesehen dass mir auch im Internet Werbung angezeigt wird für Aussaatfinanzierung von ganz neuen Finanzierern, sage ich mal.
- 15:22Speaker 1: Natürlich mit sehr hohen Zinsen hatte auch meine Hausbank auch mal zu angesprochen weil wir gerade die Hofübergabe hier gemacht haben und dann haben wir ein Bankgespräch gemacht und dann habe ich einfach nur einmal berichtet dass mir das aufgefallen ist und es ist auch so ein Thema was aus dieser begrenzten Liquidität bei vielen Betrieben jetzt irgendwie anscheinend herauswächst dass denn neue Geschätzmodelle entstehen weil der Explizit ja auch mit geworben wird Hausbank nicht notwendig usw.
- 15:48Speaker 1: Ich finde es alarmieren, weil im Grunde wenn man sowas in Anspruch nimmt oder nehmen muss.
- 15:52Speaker 1: Nehmen muss sag ich jetzt mal, weil manche ja wie soll ich das sagen?
- 15:55Speaker 1: Das heißt nicht wahrhaben wollen.
- 15:56Speaker 1: aber wenn man gerne irgendwie weitermachen möchte und sucht da denn den Weg und das klappt auch nicht ist im Grunde alles verloren.
- 16:04Speaker 1: Gibt
- 16:04Speaker 0: es da schon so was?
- 16:05Speaker 0: Ich will nicht sagen unseriös, aber zweifelhafter Anbieter!
- 16:09Speaker 2: Also die Angebote wird jetzt nicht bewerten dazu käme ich noch zu wenig aus, aber es ist schon was, sondern sagt alarmierend dass sowas überhaupt gibt das überhaupt dafür anscheinend ein Markt gesehen wird und ich vermute auch, dass der wohl da sein wird sonst würde sich die Angeboten gar nicht geben.
- 16:21Speaker 2: also was ich jetzt weiß, dass auch schon Landmaschinenhersteller jetzt durchaus seriöse jetzt schon damit werben, dass man bei ihnen die Ersatzteile auf Pump kriegen kann als nur mit Anzahlung.
- 16:32Speaker 2: Also große Treckerhersteller bewerben das manchmal, weil die halt ja auch sehen okay.
- 16:36Speaker 2: Die Leute haben das Geld jetzt einfach nicht.
- 16:38Speaker 2: Insofern ist das sogar eine Hilfe für die Betriebe muss man sagen.
- 16:41Speaker 2: Wenn der Trecker da liegt und ich muss den reparieren und ich kann es tatsächlich nicht leisten, weil das Getriebe ein paar Tausend Euro kostet, das können wir jetzt gar nicht leisten habe ich gerade nicht.
- 16:48Speaker 2: Denn das ist ja eine super Sache!
- 16:49Speaker 2: Das will ich jetzt eigentlich kritisieren aber das ist allein schon so was... Vorher nicht gab und jetzt gibt es ja das Alarmzeichen.
- 16:55Speaker 1: Wobei, ich finde das Beispiel Landmaschinen oder Landtechnik zeigt auch tatsächlich dass natürlich die ganze Kette da dran hängen.
- 17:01Speaker 1: Das ist ja auch immer so ein Thema was vielleicht unterschlagen wird, dass ja es nicht nur um die Landwirte selber geht sondern da hängt Landhändler, Landmaschinenschlosser am Ende vielleicht auch mein Elektriker vor Ort dran der in Anspruch genommen werden muss für Reparaturen Und das ist tatsächlich auch noch eine Beobachtung.
- 17:16Speaker 1: Das ist das erste Mal, also Null-Prozent-Finanzierung kennt jeder im Grunde nicht nur der Landwirtschaft bei PKWs.
- 17:23Speaker 1: So dass gab es in den Jahren wo die Zinsen bei der Bank auch nur bei ein bis zwei Prozent lagen und Im Moment ist es so in unseren landwirtschaftlichen Fachzeitschriften haben wir Null prozent Finanzierungsangebote obwohl ja der normale Zins bei der bank irgendwo.
- 17:36Speaker 1: mittlerweile sind wir bei vier Komma fünf Prozent?
- 17:39Speaker 1: Das ist mir völlig neu und zeigt ja irgendwo auch dass auch da der Druck da ist etwas verkauft werden muss, aber wo gerade irgendwie der Landwirt als Käufer eben sagt geht nicht oder möchte ich nicht.
- 17:50Speaker 1: Oder kommen denn auch da interessante Angebote aktuell?
- 17:54Speaker 0: Ja, du hast ja recht.
- 17:54Speaker 0: Also ohne Landwirte keine Firma die Landwirtschafts-Maschinen herstellt.
- 17:59Speaker 2: Die Anzahl der Treckerkäufer außerhalb der Landwirtschaft hält sich doch relativ in Grenzen.
- 18:03Speaker 2: also ein paar Bauhöfe noch und Straßenmeister rein aber jetzt brüchen hier Privatleute ob die jetzt dreieinfünfzigtausend Euro für einen Trecker ausgeben oder sagt das finde ich gut weiß ich nicht?
- 18:10Speaker 0: Der Wirtschaftlierspekt ist ja eine was nicht einfaches für euch zurzeit.
- 18:14Speaker 0: Der andere ist auch der exakt emotional.
- 18:16Speaker 0: Du hast es von deinem Vater übernommen Familienbetrieb.
- 18:20Speaker 0: Und jetzt zurückfahren und sagen, vielleicht müssen wir zumachen oder vielleicht machen was anderes?
- 18:24Speaker 0: Du das weh!
- 18:26Speaker 1: Doch also für mich beschäftigt es schon tatsächlich weil man natürlich auch im Freundes- und Bekanntenkreis ich habe auch viele Nichtlandwirt als Freunde die natürlich denn schon auch manchmal irgendwie sagen sag mal... Was machst du da eigentlich?
- 18:38Speaker 1: Du bist ja irgendwie abends auf dem Schlepper unterwegs, wo du noch deinen anderen Job sozusagen nebenbei hast am Wochenende bis zu arbeiten.
- 18:46Speaker 1: Wenn Urlaubzeit ist, bist du in der Ernte und dann kommt doch nicht mehr was bei rum.
- 18:50Speaker 1: Und das ist ja tatsächlich durchaus auch in einer Partnerschaft kann das mal ein Thema werden.
- 18:53Speaker 1: Da bin ich auch nicht alleine, da habe ich mit anderen Berufskollegen auch schon drüber gesprochen dass man sich natürlich irgendwie fragt wenn da wirklich gar nichts dabei rumkommt, sondern wirklich noch Geld dazugelegt wird.
- 19:02Speaker 1: Und das ist wie wir schon besprochen haben in diesem Jahr bei vielen der Fall dann ist es natürlich ein schon valider Punkt warum man das eigentlich noch macht und das ist ja genau der Punkt ohne die Leidenschaft oder immer das Gute denn auch zu sehen nächstes Jahr wird's wieder besser gehts wieder bergauf unter dem wird sowieso schon nicht funktionieren muss ich ganz ehrlich sagen und dass ist ja wie gesagt Ich kann mich überhaupt nicht mit anderen Freunden gar nichts mehr zu machen.
- 19:24Speaker 1: ich bin mittlerweile soweit dass sie sage okay Dann mache man vielleicht etwas weniger Das ist dann für mich auch okay und dann mache ich das, was ich mache.
- 19:31Speaker 1: Vielleicht dafür noch einen Tanken besser oder so?
- 19:33Speaker 1: Das ist ein Gedanke da kann ich mich noch mit anfreunden also gar nicht weitermachen kommt für mich stand heute noch nicht infrage muss ich ganz ehrlich sagen unterkämpfe hier auf fühle dass das so bleibt wenn es auch irgendwie in anderer Formen stattfindet.
- 19:45Speaker 0: Ich würde gerne fragen stellen was sich schon immer gerne Menschen fragen wollte die Schweinemass betreiben Sagen habt ihr Vegetarier bei euch eine Familie oder Veganer gibt's ja Ärger Oder akzeptiert ihr euch gegenseitig?
- 19:58Speaker 1: Doch, in der Familie oder auch im Freundeskreis.
- 20:01Speaker 1: Vegetarier sogar auch Veganer...
- 20:04Speaker 0: Schimpfen die
- 20:04Speaker 0: dich?!
- 20:04Speaker 1: Habe ich auch schon erlebt.
- 20:05Speaker 1: tatsächlich dass man da so ein bisschen Druck bekommt sage ich mal.
- 20:09Speaker 1: Dass das alles nicht richtig ist aus verschiedenen Aspekten T-Shirts Umwelt und so weiter Wobei ich immer sagen muss, mich berührt das persönlich nicht so stark.
- 20:18Speaker 1: Ich bin eigentlich immer sehr darin bemüht da einfach einen offenen Austausch zu gehen gerne auch.
- 20:22Speaker 1: Ich biete immer das Gespräch an oder erkläre da auch gerne was?
- 20:26Speaker 1: Jemanden hier gehabt, der vegetarisch ist und da auch Wert drauf legt.
- 20:30Speaker 1: Und dann aber gefragt hat ob er mal ein kleines Ferkel auf dem Arm nehmen kann und das dann auch tut.
- 20:34Speaker 1: Wie gesagt da habe ich überhaupt kein Problem mit und in der heutigen Welt.
- 20:37Speaker 1: Ich finde es ist denn auch wichtig.
- 20:38Speaker 1: also ich möchte nicht dass mir jemand sich vegan oder vegetarische ernährt.
- 20:42Speaker 1: Der soll mir halt nicht vorschreiben ob ich jetzt irgendwie Fleisch esse und umgekehrt werde.
- 20:48Speaker 1: nichts vorschreiben.
- 20:49Speaker 1: Von daher, wie gesagt, da bin ich total offen und im heutigen Zeitalter glaube ich muss man damit einfach leben und auch offen dem gegenüberstehen.
- 20:55Speaker 1: Und wichtig ist einfach dass man sich gegenseitig akzeptiert und respektiert und auch ein offenes Ohr dafür hat.
- 21:01Speaker 1: das ist nicht immer der Fall aber ich würde sagen oft klappt es eigentlich ganz gut
- 21:09Speaker 2: auf Schritt uns tritt.