Latest / RENEWA Sanierungsnavigator / Was ist eigentlich die Bio-Treppe – und wie teuer kann sie werden?
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- RENEWA GmbH: Was ist eigentlich die sogenannte Bio-Treppe und wie teuer kann die werden? Die bisherige 65 %-Regel für neue Heizung soll durch ein neues Modell ersetzt werden und das ist diese sogenannte Bio-Treppe. Der Begriff, der klingt etwas abstrakt, das Prinzip dahinter ist aber relativ einfach. Auch künftig dürfen Eigentümer eine neue Gas- oder Ölheizung einbauen. Wer sich dafür entscheidet, muss diese Heizung allerdings schrittweise mit einem immer höheren Anteil klimafreundlicher Brennstoffe betreiben. Bei einer Gasheizung kann das dann zum Beispiel Biomethan oder ein wasserstoffbasierter Brennstoff sein. Bei einer Öleheizung kommen unter anderem Bioöl oder andere biogene Flüssigbrennstoffe in Frage. Wo immer man die dann auch herbekommt, ist nochmal ein anderes Problem, denn so viel Angebot gibt es da gerade nochmal nicht. das kommt ja auch erst noch so richtig. Die vorgeschriebenen Anteile steigen in mehreren Stufen bei dieser Biotreppe. Ab dem 1. Januar 2020 müssen mindestens 10 % des eingesetzten Brennstoffs klimaneutral sein. Jahr später, also ab 2030, steigt der Anteil auf mindestens 15 Prozent. Ab 2035 sind es 30 Prozent, 2040 mindestens 60 Prozent des Brennstoffs müssen dann die gesetzlichen Anforderungen für Biobrennstoffe erfüllen. Diese Biotreppe betrifft vor allem Gas, Öl und Flüssiggasheizung, die nach Inkrafttreten der neuen Regelung in einem bestehenden Gebäude neu eingebaut werden. Eigentümer müssen den Bioanteil dabei normalerweise nicht selbst mischen, das wäre jetzt auch bisschen seltsam. Stattdessen schließt du einen entsprechenden Tarif bei Gas- oder Brennstofflieferanten ab. Der Lieferant weiß danach, welcher Anteil des gelieferten Brennstoffs die gesetzlichen Anforderungen erfüllt. Eine für alle Brennstoffe geltende feste Preisangabe gibt es dabei natürlich nicht, denn die tatsächlichen Kosten hängen dann davon ab, wie sich die Preise für Biomethan, Bioöl, Wasserstoff oder synthetische Brennstoffe in den kommenden Jahren entwickeln. Und ehrlich gesagt liegt da also das größere finanzielle Risiko, denn Biomethan und andere klimafreundliche Brennstoffe sind derzeit schon deutlich teurer als konventionelles Erdgas oder Halsöl. Gleichzeitig sind sie nur begrenzt verfügbar und werden noch in der Industrie, im Verkehr oder in der Energieversorgung benötigt. Und je höher der vorgeschriebene Bioanteil steigt, desto stärker können deshalb auch die laufenden Halskosten steigen. Das sieht man auch in allen Prognosen zu dem Thema. Eine Beispielrechnung geht im Einfamilienhaus davon aus, dass ein Biomethananteil von 10 % die monatlichen Gaskosten ⁓ ungefähr 7 bis 8 Euro erhöht. Also beim Anteil von 40 % wären das 30 Euro im Monat. Bei 60 % wären das 44€ im Monat. Bei einer vollständigen Versorgung mit Biomethanen wären das in dem Modell 74 bis 80€ im Monat. Das sind aber nur Modellwerte. Die tatsächlichen Preise können später auch noch deutlich höher ausfallen. Zusätzlich zur Biotreppe müssen Eigentümer bei Gas oder Ölheizung weitere Kostenrisiken berücksichtigen. Dazu gehört der steigende CO2-Preis. Möglicherweise höhere Gasnetzentgelte. Das ist auch sehr wahrscheinlich, weil wenn man sich da vorstellt, dass die Zahl der Gaskunden auch immer weiter sinkt, müssen die bestehenden Gasnetzentgelte eigentlich durch alle anderen, die noch verbleiben in dem System, aufgefangen werden. Also pro Kopf wird es dann einfach höher. Wechseln nämlich immer mehr Haushalte zur Wärmepumpe oder zur Fernwärme, müssen die verbleibenden Kunden die Kosten des Gasnetzes irgendwie weitertragen und untereinander aufteilen. Eine Untersuchung des Fraunhofer Instituts für Solarenergiesysteme kommt deshalb zum Ergebnis, dass eine Gasheizung mit Biotreppe über einen Betrachtungszeitraum von 20 Jahren einfach deutlich teurer wird als eine Wärmepumpe oder einen Fernwärmeanschluss. Für ein beispielhaftes Einfamilienhaus wurden für die Gasheizung Jahresgesamtkosten von etwa 60 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche errechnet. Bei einer Wärmepumpe lagen die Werte dabei ungefähr bei 30 Euro pro Quadratmeter, also so ungefähr bei der Hälfte. Je nach Gebäude, Energiepreis, Entwicklung und gewählter Technik kann sich der Kostenunterschied über 20 Jahre auf Richtung 50.000 Euro summieren. Und für vermietete Immobilien kommt noch ein weiterer Punkt hinzu. Die Mehrkosten können nicht unbegrenzt auf Mieter umgelegt werden. Bei neu eingebauten fossilen Heizungen müssen sich Vermieter ab 2029 grundsätzlich an bestimmten laufenden Kosten beteiligen. Das ja auch fair. Man hat ja die Wahl. Man entscheidet sich für dieses System. Man weiß, dieses System wird teurer. Warum soll man die Kosten komplett umlegen können? Für die ersten Stufen der Biotreppe ist eine hälftige Aufteilung der Mehrkosten vorgesehen. Ab der 30 %-Stufe kann noch größerer Kostenanteil beim Vermieter bleiben. Das bedeutet eine neue Gasheizung kann bei der Anschaffung zunächst günstiger sein als der Wärmepumpe, aber wirklich das trügt. Die langfristigen Betriebskosten sind einfach deutlich schwerer kalkulierbar. Und Eigentümer sollten sich deshalb nicht nur fragen, was kostet eine Heizung heute, sondern wirklich viel mehr entscheidend. Was kostet das gesamte Heizsystem in den nächsten 15 bis 20 Jahren, einschließlich Brennstoff, CO2 Preis, netzentgelten, Wartung und der vorgeschriebenen Bio Treppe? Denn die neue Wahlfreiheit, bedeutet nicht automatisch, dass eine Gas- oder Ölherzung auch wirklich eine wirtschaftliche Lösung ist. Spoiler Alarm von mir, das ist sie in der Regel nicht, wenn man es vernünftig durchrechnet. Und auch bei vermieteten Immobilien sollte man nicht nur überlegen, was man an den Kosten umlegen kann, sondern auch, was die steigenden Kosten dann am Ende dafür bedeuten, dass man vielleicht die Kaltmiete nicht so entwickeln kann, wie man das gerne entwickeln würde. Unterm Strich noch mal ganz deutlich, auch eine günstige Entscheidung bei der Anschaffung. Keine über die Nutzungsdauer schnell zur teuersten Variante werden. Das ist sogar sehr wahrscheinlich. Deshalb wirklich mal gerne ausrechnen, was kostet das denn wirklich über 15 bis 20 Jahre.