Latest / Augstein & Blome / Nach dem Kontrollverlust in Ceuta: War die EU in Panik?
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- 0:03Nach langer Zeit endlich wieder vereint. Augstein und Blume in einem Raum.
- 0:09Wie ist das für euch? Habt ihr euch vermisst? Ich habe ihn. Fünf Minuten.
- 0:13Als ich kam, habe ich gedacht, ich habe ihn vermisst. Dann habe ich ihn in fünf
- 0:15Minuten gesehen. Jetzt geht es schon wieder. Geht es wieder.
- 0:19Augstein, Sie hätten...
- 0:21You missed the opportunity, was Nettes zu sagen. Ich bin nicht gut im Nettsein.
- 0:28Lieber Kollege Augstein. Aber das wird jetzt wahrscheinlich auch eine harte
- 0:31Nummer werden, weil wir ganz harte, schwere Themen haben.
- 0:34Darf ich, bevor ihr zu den harten, schweren Themen kommt, noch einmal einen kleinen Hinweis geben?
- 0:39Ihr habt mit Lorraine auch schon immer drüber gesprochen und jetzt ist ja das
- 0:41Urteil verkündet worden.
- 0:43Im Prozess gegen die letzte Verteidigungswelle wurden sieben Haftstrafen ausgesprochen.
- 0:48Und an dieser Stelle, falls ihr euch noch mehr mit dem Thema befassen wollt,
- 0:52wir haben da einen fantastischen Podcast zu gemacht, Braune Kinderzimmer,
- 0:56findet ihr überall, wo es Podcasts gibt.
- 0:57Von der fantastischen Kollegin, mit der fantastischen Kollegin Angelique Geray,
- 1:02die sich damals da eingeschleust hat und den Laden hat hochgehen lassen,
- 1:07auffliegen lassen und das jetzt eben zu diesen doch drastischen Urteilen geführt hat.
- 1:12Ja, sehr zu empfehlen. Unbedingt reinhören, anhören, durchhören.
- 1:16Und jetzt das Intro, ne? Und jetzt das Intro. Ja, mach ich.
- 1:38Jetzt aber herzlich willkommen, lieber Ivy, lieber Blome, zu einer neuen Folge
- 1:41von unserem fantastischen Podcast.
- 1:43Und ich muss gleich mit einem gewissen, ich möchte sagen, Überdruck einsteigen.
- 1:46Denn nachdem am Donnerstag und Freitag der vergangenen Woche,
- 1:52Zehntausende von Menschen, die Zahlen über die reden wir sicherlich gleich,
- 1:56von Marokko in die spanische Exclavis Ceuta,
- 2:00eindringen wollten und es ein Riesending war, habe ich sofort aus meinen Ferien
- 2:05den Kollegen Blome angerufen, habe gesagt, Blome, wir müssen einen Sonderpodcast
- 2:08machen, da passiert ein Riesending.
- 2:10Und dann hat Blome so reagiert, wie manchmal professionelle Hauptstadtjournalisten reagieren.
- 2:16So, ja, das ist jetzt dann aber gar nicht mehr aktuell. Und da müssen wir auch
- 2:19mal die weiteren Entwicklungen abwarten. Und darüber haben wir auch schon unheimlich
- 2:22viel berichtet. Und so hat sozusagen den ganzen Elan, den ich da ferienbedingt
- 2:26hatte, mir rausgenommen. Und deshalb bin ich jetzt froh, dass wir jetzt darüber reden können.
- 2:30Das war ein Riesenereignis. Und die Art und Weise, wie die EU darauf reagiert
- 2:34hat, war schändlich und schlimm.
- 2:37Und am liebsten wäre ich heute zur spanischen Botschaft gefahren und hätte da
- 2:40eine rote Nelke ans Gitter geklemmt. Jawohl.
- 2:43So bin ich jetzt gestimmt, Blume. Und Sie?
- 2:46Augstein, ich will Ihren Elan überhaupt nicht bremsen. Ich finde,
- 2:49dass die EU nicht so falsch und schändlich reagiert hat, wie Sie das gerade gesagt haben.
- 2:55Aber ein Riesenthema ist es natürlich und zwar nicht zuletzt deshalb des sehr,
- 2:58sehr traurigen Umstandes, dass mindestens 70 Menschen bei dem Versuch nach Ceuta
- 3:03einzudringen, ertrunken sind.
- 3:06Das ist wahrscheinlich einer der größeren, wenn nicht größten Flüchtlingskatastrophen
- 3:10an einem Ort zu einem Zeitpunkt der letzten Jahre.
- 3:14Und das wäre das Einzige, was ich akzeptiere von ihren ganzen Vorwürfen,
- 3:21dass die EU über die Toten vergleichsweise wenig gesprochen hat.
- 3:26Die anderen Staats- und Regierungschefs, die dann den spanischen Ministerpräsidenten,
- 3:31Haupt genommen haben und schwer kritisiert haben, die hatten für die Toten vergleichsweise
- 3:36wenig Worte. zumindest am Anfang war das so und das ist mir auch aufgefallen als misslich.
- 3:39Der Rest, die Kritik an Spanien, die Kritik an Marokko ist doch vollständig
- 3:44berechtigt gewesen. Stopp, natürlich die Kritik an Marokko war berechtigt,
- 3:48aber die an Spanien nicht.
- 3:49Ich meine, was da passiert ist, ist ja nicht ein isoliertes Ereignis.
- 3:52Das gab es vor ein paar Jahren schon mal, da war die Zahl der Leute sehr viel
- 3:56geringer, die gekommen ist.
- 3:58Spanien hat eben zwei Exklaven, sozusagen die zum spanischen Hoheitsgebiet gehören,
- 4:03aber nicht am spanischen Festland sozusagen angedockt, sind Ceuta und Melilla
- 4:07auf marokkanischem Gebiet.
- 4:09Um ganz kurz einmal nochmal einen Überblick zu geben, worüber wir hier überhaupt sprechen.
- 4:12Das ist ja wichtig zu wissen. Das heißt, die sind auf der einen Seite ist Meer
- 4:16und der ganze Rest ist umgeben von Marokko.
- 4:19Das bedeutet, diese Gebiete, die die Marokkaner gerne zurückhaben möchten,
- 4:24wo sie sagen, das ist ein Rest von Kolonialgeschichte, stehen unter einem großen Druck.
- 4:29Da sind riesige Grenzanlagen. Grenzanlagen, ich war da mal, das ist schon lange
- 4:32her, damals waren die Grenzanlagen
- 4:34schon imposant, die sind jetzt noch größer, das ist also im Grunde wie Stuttgart-Stammheim
- 4:39abgesichert da das Ding,
- 4:40weil sowohl die Marokkaner Druck ausüben auf diese Gebiete, als auch natürlich
- 4:45alle Migranten aus Marokko, aus dem Sub-Sahara-Raum und so weiter,
- 4:49also hochproblematische Gebiete.
- 4:52Die Spanier wissen ganz genau, dass sie diese Gebiete ohne die Mithilfe der
- 4:56Marokkaner gar nicht halten können. Das heißt, das ist sozusagen eine heikle
- 4:59Balance, die da ist, die ist jetzt aus bestimmten Gründen, über die wir gleich reden werden, gekippt.
- 5:04Aber die Europäer tun so, als sei es ein einseitiges Versagen der Spanier und
- 5:09als sei das europäische Festland die Sicherheit und so weiter irgendwie gesehen.
- 5:14Und dabei ist das überhaupt nicht der Fall, denn es hat das europäische Festland
- 5:17in keiner Weise betroffen, was dort passiert ist.
- 5:20Und trotzdem haben die Europäer so einen riesen Fass aufgemacht und mit dem
- 5:23Finger auf die Spanier gezeigt und das war einfach eine Sauerei.
- 5:25Augstein, Sie begreifen nicht, was da passiert ist.
- 5:29Mal unabhängig davon, wie viel Marokko daran wirklich Schuld hat,
- 5:32sicherlich einen Teil, in dem sie die Menschen nicht, wie es ihre Pflicht gewesen
- 5:37wäre, übrigens auch in Abkommen festgelegte Pflicht gewesen wäre,
- 5:39die Menschen zurückzuhalten.
- 5:43Aber was da passiert ist und was die Kritik ausgelöst hat, war der Kontrollverlust.
- 5:48Kontrollverlust, Migration, Asyl in einem Satz, das ist toxisch.
- 5:54Toxisch, das ist hochgefährlich für jede Innenpolitik, davor haben alle EU-Regierungen
- 6:00aus guten Gründen und mit Erfahrung Angst.
- 6:03Es war ein realer Kontrollverlust, auch noch perfekt bebildert,
- 6:08wenn Sie so wollen, in jeder Ausführlichkeit dargestellt.
- 6:11Und es ist halt, wie sagen Sie doch auch immer, under the watch der Spanier
- 6:17passiert. Die Spanier hatten das Kommando, die Spanier standen auf der Brücke, es ist ihnen passiert.
- 6:24Und darum haben sie die Kritik abgekriegt und zu Recht. Blume,
- 6:27was man den Spaniern konkret vorgeworfen hat, waren zwei Sachen.
- 6:30Eine, die man einer Regierung gar nicht vorwerfen kann, ein Gerichtsurteil.
- 6:33Zu dem komme ich gleich noch, denn auch in Spanien ist die Justiz unabhängig.
- 6:36Dafür kann die Regierung nichts, wenn ein Gericht irgendein Urteil fällt.
- 6:39Und das andere, eine Maßnahme zur Legalisierung von, ich weiß nicht,
- 6:43anderthalb Millionen bis dahin illegalen Einwanderern in Spanien.
- 6:49Weil man gesagt hat, wenn man so viele illegale Einwanderer in Spanien legalisiert,
- 6:54dann sendet das ein Pull, das ist ein Pullfaktor, so lautet ja dieses Wort,
- 6:57das zieht dann noch mehr Illegale an.
- 7:00Es ist aber so irre, es hat sich überall so rumgesprochen, die Spanier sind
- 7:04schuld, weil sie legalisieren und dann ist es für uns kein und so.
- 7:07Wenn man sich mal einmal mit der Sache beschäftigt und das würde ich ehrlich
- 7:09gesagt erwarten von europäischen Regierungschefs und von der EU-Führung und
- 7:14auch von deutschen Journalisten, dann merkt man,
- 7:17diese Legalisierung, um die es da geht, ist kein linkes Projekt,
- 7:20sondern ein gesamtgesellschaftliches gewesen.
- 7:22Die Leute, die da legalisiert wurden, waren vor allen Dingen Einwanderer aus
- 7:25Lateinamerika, also Leute, die sozusagen in Spanien einfach so reinblenden,
- 7:30ohne dass denen irgendeiner auffällt.
- 7:31Die sprechen alle Spanisch, die sind alle katholisch, die hatten auch alle schon Arbeit.
- 7:35Denen verdankt Spanien zum großen Teil sein Wirtschaftswachstum in der letzten
- 7:38Zeit. Übrigens das spanische Wirtschaftswachstum weit über dem Deutschen,
- 7:41auch wegen sozusagen dieser Form von Einwanderung.
- 7:45Ja, da macht der Blum ein komisches Gesicht, das passt ihm nicht in den Kram, stimmt aber leider.
- 7:48Und das bedeutet, dieses Legalisierungsargument ist ein speziell
- 7:53spanisches Phänomen, was sich vielleicht auf andere Länder so nicht übertragen
- 7:56lässt, aber aus spanischer Sicht war es komplett einleuchtend,
- 7:59richtig, menschlich und ökonomisch vernünftig diesen Leuten spanische Pässe anzubieten.
- 8:04Wenn jetzt Ausländerfeinde in Dänemark, in Österreich, in Ungarn,
- 8:10in Italien sagen, das ist ein Pull-Faktor für irgendwelche,
- 8:13Islamisten, ich weiß nicht was und so, dann ist das einfach gelogen und es ist
- 8:17eine AfD-mäßige Sauerei und ich verstehe nicht, warum sie da mitmachen.
- 8:21Ich mache da gar nicht mit, ob die Migration dieser Art, die Legalisierung dieser
- 8:26Menschen der Grund für das Wirtschaftswachstum ist. Das würde ich in Zweifel
- 8:30ziehen. Das Wirtschaftswachstum Spaniens ist besser.
- 8:32Es ist nämlich die verlängerte Niedriglohnwerkbank, die es in Deutschland eben
- 8:37nicht mehr gibt. Aber das ist ein anderes Thema und warum die spanische Wirtschaft dynamischer ist.
- 8:41Ich glaube, damit hat es am wenigsten zu tun. Es ist das verdammt gute Recht
- 8:44einer Regierung, die eine Mehrheit im Parlament hat, solche Dinge zu tun.
- 8:48Was mir nur fehlt und was ihnen auch fremd zu sein scheint, ist,
- 8:54dass wir in der Europäischen Union mit den 27 Mitgliedstaaten,
- 8:59Eine Art europäische Innenpolitik haben. Das heißt, was wir erleben,
- 9:03ist die, wie man so will, Skalierung einer spanischen innenpolitischen Debatte
- 9:08auf europäisches Niveau.
- 9:10Denn die Legalisierung und all das andere, was die Linke in Anführungsstrichen
- 9:13Regierung in Spanien tut, ist von der eigenen rechts der Mitte angesiedelten
- 9:18Opposition natürlich auch total umstritten. Fair enough, die haben eine Mehrheit,
- 9:22dann haben sie das durchgestimmt und dann haben sie es gemacht.
- 9:24Aber es ist eben auch Teil von einem gesamteuropäischen Debattenraum und in
- 9:30dem geht es dann mitunter so ruppig zu wie in einer nationalen Innenpolitik.
- 9:34Und nichts anderes erleben wir hier.
- 9:35Und das ist vollkommen normal, das ist vollkommen okay, das zeigt,
- 9:37wie eng wir zusammengewachsen sind in der EU.
- 9:41Okay, das ist jetzt nett, das ist lustig. So kann man das natürlich machen. Man kann sagen, wieso?
- 9:45Pakt schlägt sich, Pakt verträgt sich und wir sind jetzt in so einem innenpolitischen
- 9:48Raum. Klar geht man da auch mal ein bisschen härter miteinander um.
- 9:51Ich weiß nicht, ob die Spanier das so verstanden haben. Ich weiß auch nicht,
- 9:54ob sie es so verstanden haben als Donald Trump.
- 9:56Lieber Kollege Augsstein, dass sie es nicht verstanden haben.
- 9:58Ich weiß nicht, als Donald Trump über die Spanier hergefallen ist und Merz saß
- 10:03neben ihm und hat es schweigend mitbekommen, fanden die auch nicht so lustig.
- 10:07Das fand ich auch nicht gut.
- 10:08Da hätte ich gesagt, da hätte Merz mindestens mal was sagen müssen.
- 10:11Ich habe eher das Gefühl, dass die Spanier...
- 10:25Gewähren und öffentlich zeigen müssen. Vollkommen d'accord. Wir reden aber hier von was anderem.
- 10:29Wir reden hier aber davon, dass die Europäer können mit einem einzigen Blick
- 10:33ins Internet oder wenn sie mal vernünftige Zeitungen lesen und nicht irgendwelche
- 10:37Schrottpresse, hätten sich jeder einzelne Mensch informieren können, dass es hier,
- 10:42ein Problem ist zwischen Marokko und Spanien.
- 10:45Also ein sehr regionales Problem, was übrigens auch ein ernstes ist,
- 10:48weil man kann sich darüber Gedanken machen, welches Recht hat Spanien noch auf
- 10:51diese Exklaven oder braucht man sie in sicherheitspolitisch angespannten Zeiten,
- 10:56weil man damit die Straße von Gibraltar kontrolliert sozusagen.
- 11:00Keine Ahnung, ist ein anderes Thema jetzt sozusagen, aber es handelt sich um
- 11:02ein sehr lokales Problem, was aber plötzlich sozusagen Europa und geopolitisch
- 11:08aufgeblasen wird unter totaler Missachtung sozusagen der Situation.
- 11:12Warum hat man nicht sofort die Aufmerksamkeit auf Marokko gelenkt und sagt,
- 11:16ihr wollt doch ein gutes Verhältnis haben zur EU, ihr wollt eure Produkte exportieren,
- 11:20ihr wollt vielleicht Erleichterungen haben für den Visa-Verkehr,
- 11:23falls sie es wissen oder nicht wissen.
- 11:25Marokkaner kommen überhaupt gar nicht mehr nach Europa, weil sie gar keine Visa
- 11:28bekommen. Sie kriegen kein Touristenvisum mehr als normaler Marokkaner,
- 11:31wenn sie nach Europa wollen, weil die immer Angst haben, dass der Typ nicht mehr zurückgeht.
- 11:35Das heißt, Marokko müsste eigentlich ein massives Interesse daran haben.
- 11:38Mit Spanien zu einem guten Verhältnis zu kommen. Es gibt noch die spanische
- 11:42Sahara, wieder ein anderes Thema, wo auch die Marokkaner territoriale Ansprüche haben.
- 11:47All das kann man besprechen, muss man besprechen und da hätten die Europäer
- 11:51vereint auftreten müssen gegen Marokko und sagen müssen, wenn ihr 80.000 Leute
- 11:56auf Ceuta marschieren lässt, dann ist das euer Problem und eure Schuld.
- 11:59Das werden wir so schnell nicht vergessen. Stattdessen haben sie sich gegen Spanien gewendet.
- 12:02Das ist sozusagen, so können sie sehen, wie man von außen einen Spaltkeil treiben
- 12:07kann, Migration als Waffe,
- 12:09haben zuletzt die Weißrussen benutzt, Migration als Waffe und die Europäer zerfallen
- 12:14sofort und stehen eben nicht wie ein Mann oder eine Frau und das finde ich erbärmlich.
- 12:20Also ich kann nicht sehen, dass sie zerfallen sind und nie wieder zusammenfinden.
- 12:24Sie haben den Mann scharf kritisiert, also 22 EU-Staats- und Regierungschefs
- 12:29haben einen Brief geschrieben an Herrn Sanchez und gesagt, so geht das nicht,
- 12:32pass gefälligst auf die Grenze auf, denn das ist deine Pflicht.
- 12:37An der er jetzt aus Gründen, die man im Weiteren dann ja untersucht hat,
- 12:41erst einmal für einen Moment vor alle Augen gescheitert war.
- 12:46Inzwischen ist das ja schon längst weiter und man hat Druck auf die Marokkaner
- 12:49ausgübt und so weiter und so fort.
- 12:50Also ihnen geht es um den Moment der Nicht-Solidarität mit Spanien,
- 12:54wo sie alle von der ersten Sekunde an, geschlossen wie ein Mann,
- 12:58auf Marokko hätten losgehen sollen. Ja, meinetwegen vielleicht.
- 13:01Aber ich versuche nochmal mal, Ihr Verständnis, lieber Kollege Augstein,
- 13:06zu wecken für die Strahlkraft,
- 13:09europaweite Strahlkraft, dessen, was da passiert ist, das eben weit mehr als
- 13:13ein regionales kleines Problem oder großes Problem, aber regional gewesen ist.
- 13:18Denn der andere Faktor, der das wohl mit ausgelöst hat, wenn man zumindest allem,
- 13:23was man bislang weiß, trauen kann, war ein Urteil des obersten Spanischen Gerichtshofs.
- 13:30Der in meinen Worten jetzt mal gesagt hat, wenn wer schwimmend das Land,
- 13:35Ceuta, also spanischen Boden erreicht, bekommt ein einzelnes Verfahren.
- 13:41Damit muss man sagen, haben die
- 13:43offenkundig mehr oder minder das deutsche Asylrecht in Spanien eingeführt.
- 13:47Denn auch in Deutschland gilt, erreicht man deutschen Boden,
- 13:50kriegt man ein Verfahren.
- 13:52Mindestens ein Prüfverfahren, aber vielleicht sogar schon oft genug,
- 13:55bislang fast immer, ein komplettes Asylverfahren. Wobei man zur Präzisierung
- 13:59sagen muss, dass der Unterschied hier ist, dass die Richter gesagt haben,
- 14:03wer schwimmt, überwindet keine Barriere.
- 14:06Wenn sie über einen Zaun klettern, gilt das nicht. Auch wenn sie ihren Fuß schon,
- 14:09naja gut, deshalb ist es eben nicht, wenn sie den Boden erreicht haben.
- 14:11Das ist wichtig nochmal.
- 14:12Wenn sie über einen Zaun klettern, überwinden sie eine Barriere und auch nach
- 14:15spanischem Recht werden sie dann einfach zurückgeschickt, auch wenn sie vorher da waren.
- 14:18So wie ja übrigens auch diese ganzen Leute, wir reden gleich über die,
- 14:22die noch nicht zurück sind. Die aller, allermeisten sind ja schon wieder weg.
- 14:25Aber wer schwimmt, überwindet keine Barriere. Und das ist ein typisches Richterurteil.
- 14:30Das ist eine Justizfrage. Ganz kurz.
- 14:33Aber Sie können dem Premierminister von Spanien ja keine Vorwürfe machen für
- 14:38das Urteil seines Gerichts. Oder wollen Sie das jetzt tun? Nein.
- 14:40Das gibt es nur in diktatorischen Regimen, wo die Regierungen und die Gerichte
- 14:46sozusagen auf einer Linie liegen. Ja.
- 14:48Möchten Sie noch einen Allgemeinplatz loswerden? Möchten Sie noch durch eine offene Tür rennen?
- 14:53Naja, ich verstehe Sie nicht. Das war, das ist der böse Pullfaktor.
- 14:58Hatten Sie keinen Spaß in den Filmen?
- 15:00Doch, ich hatte viel Spaß. Aber das ist doch, mich hat mich echt geärgert.
- 15:04Moment, ich habe doch überhaupt nicht dem Ministerpräsidenten das Urteil vorgeworfen.
- 15:08Ich habe versucht, okay, ich bin gescheitert.
- 15:12Ich versuche es nochmal. Auf ganzer Linie, gescheitert sind Sie. Jawohl.
- 15:16Augstein, ich versuche es nochmal. Ihr Verständnis dafür zu wecken,
- 15:18warum zum Beispiel auch die Bundesregierung da so mit so großen Augen drauf
- 15:22geschaut hat, weil sie natürlich weiß, dass unser Asylrecht,
- 15:26man erreicht den Boden mit oder ohne Barriere des Landes und das führt zu einem Verfahren.
- 15:33Das kennt man von hier. Und die Folgen dieses Asylrechts, lange Verfahren und
- 15:39dann Schwierigkeiten, die Menschen auch wieder nach einem gescheiterten Asylbegehren
- 15:44in ihr Heimatland zurückzubringen, das kennen wir hier alles.
- 15:47Diese Assoziationskette hat das alles ausgelöst und das hat dann die Reaktion
- 15:52getriggert des Bundeskanzlers, zumindest die auch relativ scharf war,
- 15:55mindestens mal anfangs.
- 15:56Wenn die Menschen, die da schwimmend also das Land erreicht haben,
- 15:59tatsächlich ein Verfahren bekommen hätten, dann hätte das auf dem Festland stattfinden müssen.
- 16:04Das hätte Ceuta gar nicht lösen können. Das heißt, man hätte die Menschen rüber
- 16:06aufs Festland bringen müssen, nach Spanien und dann wären sie in einem grenzenlosen
- 16:11Schengen-Raum gewesen, ohne Binnengrenzen und davor hatten die anderen Staaten erst Rechtssorge.
- 16:16Deshalb hat auch Italien seine Grenzen zu Spanien geschlossen.
- 16:20Ich meine, wenn Ihnen noch irgendein Punkt fehlte, um zu zeigen,
- 16:24in welcher billigen und teils echt widerwärtigen Art und Weise die anderen europäischen
- 16:28Staatschefs hier ihr populistisches Süppchen.
- 16:30Eine, eine. Naja, Frau Meloni hat die Grenzen zu Spanien geschlossen,
- 16:33weil sie gesagt hat, man könne den spanischen Grenzkontrollen nicht mehr vertrauen.
- 16:37Kurzer Blick auf die Karte.
- 16:39Italien hat gar keine Grenze zu Spanien. Mich hat es an den peruanisch-russischen Grenzkrieg erinnert.
- 16:44Das heißt also, jetzt sind also illegale Migranten aus Marokko,
- 16:48die mit dem Flugzeug oder mit der Fähre sozusagen, das ist doch echt und das
- 16:53ist genau auf dem Niveau, wird diese Debatte geführt.
- 16:56Ich finde es auch so komisch, dass die Dänen, die Österreicher,
- 17:00die wirklich Lichtjahre von diesen ganzen Sachen entfernt sind,
- 17:02wo auch kein einziger Marokkaner irgendwie auf illegalem Weg würde jemals bis
- 17:06nach Dänemark kommen, weil es viel zu weit weg ist und weil die auch kein Smörrebröt
- 17:10wollen und ich verstehe es wirklich nicht.
- 17:13Ich verstehe auch gar nicht, warum sie sich da so kleinteilig jetzt hier geben.
- 17:15Sie wissen ganz genau, dass die das alle nur gemacht haben, weil sie jeweils
- 17:19vor den rechtspopulistischen Parteien in ihren Ländern Angst haben,
- 17:21beziehungsweise, und das ist noch viel schlimmer,
- 17:23weil sie inzwischen selber genauso rechtspopulistisch ticken.
- 17:27Die Dänen machen inzwischen eine...
- 17:29Anti-Ausländer, eine Anti-Migrationspolitik, die sich echt gewaschen hat und
- 17:34da brauchen sie gar keine AfD-Politiker mehr. Die haben da überall schon gewonnen.
- 17:37Und die Spanier, ich kann es nur nochmal sagen, die Spanier sind wirklich ein
- 17:40bisschen inzwischen das letzte anständige Land in Europa.
- 17:43Und dass die jetzt hier alle das Fingerpointing abbekommen, auch in den Zeitungen,
- 17:48ich musste bis heute warten, um in der FAZ einen Kommentar zu lesen,
- 17:52bis heute, heute ist Donnerstag, wenn wir hier sprechen und das aufnehmen,
- 17:57indem das sozusagen sachlich beschrieben wird, worum es da eigentlich geht,
- 18:00was da eigentlich los ist.
- 18:02Ich finde es wirklich, also sorry, deshalb habe ich auch den Kollegen Blume
- 18:05angerufen und gesagt, wir müssen einen Sonderpodcast machen und so und bin abgeperlt
- 18:09an seiner Hauptstadtjournalistischen Professionalität.
- 18:14Liebe Augstein, Sie machen es sich zu einfach, wenn Sie die politische Antwort,
- 18:18auf so einen Kontrollverlust abtun von, das ist ja schon AfD-Politik oder das
- 18:24ist ja schon AfD-Sprech.
- 18:25Nein, das ist der Sprech von Regierungen, die sich diese Bilder nicht oder nicht
- 18:32mehr leisten können oder nicht mehr leisten wollen,
- 18:36weil sie in einem europäischen Gesamtzusammenhang auch sie direkt betreffen
- 18:41und zwar ganz egal, ob sie 500, 800 oder 1000 Kilometer vom Ereignisort entfernt sind.
- 18:47Denn es gibt nach zehn Jahren Verhandeln und Umsetzen seit gar nicht mal so
- 18:52langer Zeit, seit einigen Monaten erst, ein neues gemeinsames europäisches Asyl-
- 18:58und Grenzsystem, das jetzt wirklich in Kraft getreten ist.
- 19:01Und dieses Ding muss funktionieren, begreifen Sie das nicht.
- 19:04Es muss vor aller Augen funktionieren, damit die Binnengrenzen zwischen den
- 19:10einzelnen EU-Mitgliedstaaten mehr oder minder offen bleiben können.
- 19:15Das ist nämlich eines der großen Versprechen dieser Europäischen Union,
- 19:18mit dem man noch punkten kann bei den Leuten.
- 19:21Das ist ja ein grenzenloser Raum, ihr müsst nicht überall den Passwort zeigen oder im Stau stehen.
- 19:26Das bringt so etwas in Gefahr. Ist doch längst vorbei, hören Sie doch auf.
- 19:30Jedes von diesen Ländern hat doch schon längst Grenzkontrollen eingeführt und
- 19:35wieder ausgeführt und abgeführt und ich weiß nicht was, so wie es gerade passt,
- 19:38so wie gerade die populistische Stimmung ist, unser deutscher Innenminister.
- 19:43Macht immer zu, sagt, nee wir müssen noch die Grenzen verlängern,
- 19:45Österreich super gefährlich und
- 19:46so, wir müssen ganz dringend hier noch die Kontrollen verlängern und so.
- 19:50Ich meine, wir haben jetzt, während wir hier reden, keinen freien Schengen-Raum,
- 19:53ganz ohne Marokkaner, weil die gesamte Stimmung, die öffentliche Stimmung schon
- 19:58so ist, dass man sagt, man kann niemandem vertrauen, von überall kommen die
- 20:01Migranten und überschwemmen uns und so.
- 20:03Und das Problem ist in der Art und Weise, wie Sie mit diesem Thema umgehen,
- 20:06nicht differenziert, nicht gucken, was sind die lokalen Besonderheiten dieser
- 20:11Situation, was sind eigentlich die Ursachen gewesen für diesen Ansturm.
- 20:15Darüber haben wir noch gar nicht geredet. Das ist im Internet entstanden.
- 20:18Hat irgendeiner geschrieben, die Grenzen sind offen. Alle haben es gelesen, alle sind hin.
- 20:21Jetzt können Sie sich mal fragen, woher kommt eigentlich diese Nachricht im
- 20:23Internet? Waren das die Russen? Waren es die Amerikaner?
- 20:26Waren es die Marokkaner? Es war das spanische Urteil, das dann ein bisschen
- 20:30drastisch zusammengefasst worden ist. Genau, whatever.
- 20:32Aber daran merkt man sozusagen, das sind die Realitäten, mit denen man es zu
- 20:36tun hat. Und Augstein, Sie sind doch auch fast so alt wie ich.
- 20:39Sie erinnern noch Grenzkontrollen, wie das war. Das ist natürlich kein Vergleich zu dem, was jetzt ist.
- 20:44Ich weiß nicht, wie Sie eingereist sind nach Frankreich in Ihr Feriendomizil,
- 20:48ob Sie da mit dem Fallschirm abgesprungen sind.
- 20:50Aber auf alle Fälle haben Sie nicht an der Grenze im Stau gestanden,
- 20:53weder mit dem Flugzeug noch mit dem Auto.
- 20:56Also es ist schon ein vergleichsweise fast komplett freier Raum.
- 21:00In dem wir uns da als Europäer bewegen dürfen.
- 21:03Und übrigens Frankreich, das einzige wirklich große Land, das nicht mit unterschrieben
- 21:08hatte bei diesem Schimpfbrief, war die Franzosen.
- 21:13Oder? Ja, genau. Das waren die Franzosen. Warum nicht? Weil sie sozusagen direkt
- 21:17eine Grenze zu Spanien haben und weil sie jetzt auch besser beurteilen können, wie es da funktioniert.
- 21:21Weil sie auch die großen Seehäfen haben, wo tatsächlich viele Marokkaner ankommen
- 21:25oder eben auch jetzt nicht mehr ankommen und so weiter. Sie sind einfach dichter
- 21:27dran und wissen besser Bescheid. Das wäre vielleicht ein Grund.
- 21:30Vielleicht hätten sich die Dänen da mal vorher mal im Élysée-Palast erkundigen
- 21:33sollen, wenn es in Dänemark jemanden gibt, der Französisch spricht. Bezweifle ich.
- 21:37Nichts gegen die Dänen. Doch, ich bin jetzt anti-dänisch. Dänen lügen nicht.
- 21:41Ja, genau. Aber damit muss man das jetzt mal zeigen.
- 21:50Okay, Blume, bevor wir jetzt hier in den Comic-Bereich abgleiten,
- 21:53beziehungsweise will ich auf dem Level mal weitermachen. Didi Indessant,
- 21:56also Dieter Haller von, großer Held meiner Jugend und frühen Kindheit. Palim Palam.
- 22:01Ja, fantastischer Film, Der Springteufel, kann ich jedem nur empfehlen.
- 22:0570er Jahre totaler Gaga-Wahnsinnsfilm mit Dieter Haller von, von ihm auch.
- 22:12Dieter Haller von macht Wahlkampf für die CDU in Sachsen-Anhalt.
- 22:16Das alleine ist schon eine merkwürdige Nachricht. Aber wenn man sich mal anliegt.
- 22:20Er kommt daher. Ich weiß.
- 22:21Gut, er kommt aus Dessau, das stimmt. Er ist 90 Jahre alt. Er hat aber in den
- 22:25letzten Jahren immer Sachen gesagt, die jetzt gar nicht so CDU-Programmen sind.
- 22:28Und darüber reden wir gleich.
- 22:30Jetzt in Dessau für die CDU, vor allen Dingen gegen die AfD,
- 22:33für die Meinungsfreiheit und für die Demokratie und so.
- 22:36Mit 90 Jahren, anderthalb Stunden auf der Bühne, praktisch cooler Typ.
- 22:40Also sehr widerstandsfähig, hart im Nehmen, echter Profi.
- 22:45Und hat lauter Sachen gesagt, die überhaupt nicht zum CDU-Parteiprogramm passen.
- 22:49Und darüber kann man jetzt dann in den Zeitungen lesen. War das eine gute Idee
- 22:52für den Kandidaten der CDU oder gerade nicht? Wie verhält sich Merz?
- 22:56Was sagt die neue Generalsekretärin? Wie fanden Sie es?
- 22:59Augstein, ich habe das tatsächlich gar nicht mitbekommen. Was hat er denn gesagt?
- 23:02Ah, echt? Also hast du es gar nicht mitbekommen? Das finde ich jetzt interessant.
- 23:06Augstein hat in den Ferien 24 Stunden im Fernsehen geguckt und Zeitungen gelesen.
- 23:10Darum hat er jetzt auch bis in die Haarspitzen Druckerschwärze. Das ist ja Wahnsinn.
- 23:14Nein, das finde ich aber interessant, weil ich habe es in den Medien,
- 23:17die ich verfolge, war das schon ein großes Thema.
- 23:19Ich habe versucht, das zu finden im Internet, den Auftritt von Dieter Hallervorden,
- 23:26mit dem Kandidaten der CDU, dem jetzigen Ministerpräsidenten Schulze in Dessau.
- 23:31Es gibt leider keinen Mitschnitt. Es war einfach so eine Veranstaltung unter
- 23:34dem Titel, es ging irgendwie um Meinungsfreiheit, Kulturfreiheit, was darf man noch sagen?
- 23:38Können Sie sich mal ausmehren? Also die Antwort lautet, darüber muss man lesen.
- 23:43Also man kann nur darüber lesen und alle waren irgendwie, zumindest was ich gesehen habe, angetan.
- 23:50Irgendwie angetan von der anfangs irgendwie leicht verstörenden Atmosphäre,
- 23:55dass Didi Haller vorne Dinge über den Gazastreifen sagt, über Israel, über Friedrich Merz.
- 23:59Hat er gar nicht gesagt. Sagt, die jetzt nicht so sehr mit der politischen Position
- 24:04eben der CDU oder Friedrich Merz übereinander passen.
- 24:09Und dann zu sehen, wie also der CDU-Spitzenkandidat, der weit zurückliegt in
- 24:13den Umfragen, zumindest hinter der AfD, damit umgeht.
- 24:18Und aus diesem Experiment, wie geht er damit um, hält er das aus und warum hält
- 24:21er das aus, widerspricht er oder widerspricht er nicht.
- 24:25Muss eine ganz spannende Atmosphäre natürlich mit der Hauptperson,
- 24:29Hauptrolle, Dietrich Didi Haller-Vorden, da vor das Publikum gebracht worden
- 24:35sein, das dann ziemlich begeistert war.
- 24:37Blume, das Interessante ist doch, dass die CDU jemanden in Wahlkampf einsetzt
- 24:42in Ostdeutschland, der in weiten Teilen keine CDU-Positionen vertritt, um es mal so zu sagen.
- 24:47Ich meine, er hat gesagt in Dessau, Herr Merz, wenn ihr glaubt,
- 24:50das Krieg sich lohnt, kämpft doch da, wo keiner wohnt, kämpft gefälligst auf dem Mond.
- 24:55Und Dieter Haller vor einem Gedicht, okay, gut.
- 24:58Zur neuen Generalsekretärin Hoppermann hat er gesagt, Frau Hoppermann,
- 25:01selbst wenn ich Pantomime machen würde, würde die bestimmt noch ein unzulässiges Wort entdecken.
- 25:06Weil Frau Hoppermann schon vorher gesagt hatte, die neue Generalsekretärin.
- 25:10Die ist gerade ganz frisch im Amt und ist auch gleich so blöd,
- 25:12über das kleinste Stöckchen zu stolpern, was es gibt.
- 25:14Sie hat bevor er noch aufgetreten ist, hat sie gesagt, ja, aber wenn der da
- 25:17auftritt, dann wird er auch Sachen sagen, die mit unserer Parteilinie gar nicht zusammenhängen.
- 25:21Und ja, ganz genau, das ist auch die Idee. Deshalb hat Herr Schulze,
- 25:25der offensichtlich deutlich mehr Gehirnzellen hat als Frau Hoppermann,
- 25:28ihn eingeladen, weil er nämlich bei den Wählern in Sachsen-Anhalt Punkte machen
- 25:32will und nicht bei Frau Hoppermann in der Kneipe in Wilmersdorf,
- 25:36wo die sich mit ihren anderen CDU-Frauen trifft.
- 25:38Also so, das heißt, die CDU ist klug genug, sich jemanden reinzuholen,
- 25:43der in Teilen keine CDU-Positionen vertritt.
- 25:45Ich finde das schlau und ehrlich gesagt auch typisch ostdeutsch,
- 25:50weil es ist nicht, es ist ein Ausbrechen aus den normalen Rastern.
- 25:54Und ehrlich gesagt auch ein bisschen verzweifelt, weil es vermutlich ihre einzige
- 25:58Chance ist, in Sachsen-Anhalt überhaupt noch was zu reißen. Deshalb finde ich
- 26:01es auch ein interessantes Thema.
- 26:02Es ist ein interessantes Thema, weil das zeigt, wie runtergerockt die CDU.
- 26:08Traditionellen politischen Parteien dann offenkundig schon sind.
- 26:12Denn wenn Didi Hallervorden keine Werbung macht für die Inhalte dessen,
- 26:19was Herr Schulze da so vorhat, also meinetwegen mehr Schulen zu bauen,
- 26:23weniger Lehrer einzustellen, mehr Polizisten, weiß der Geier.
- 26:26Also das, was er wirklich beeinflussen und steuern kann als Regierung, als Mehrheit.
- 26:33Wenn er dafür nicht Werbung macht, Didi Hallervorden, wofür macht er dann Werbung?
- 26:36Woran Herr Schulze interessiert sein könnte.
- 26:40Antwort, er macht gegen die AfD Wahlkampf.
- 26:44Nicht für die CDU, sondern gegen die AfD. Und das ist doch offenkundig das beherrschende
- 26:49Element inzwischen. Dass alle gegen die AfD.
- 26:52Und darauf können sie sich dann auch einigen. Da passen dann plötzlich auch
- 26:55Didi Hallerfond, der nichts mit der CDU zu tun hat, offenkundig,
- 26:59und der CDU-Ministerpräsident auf eine Bühne und können sich da unterhaken.
- 27:03Ich finde das verständlich. also taktisch kann ich das nachvollziehen,
- 27:07warum er das macht, aber ob das so klug ist, strategisch, von weiter Sicht ist,
- 27:13da habe ich meine ganz großen Zweifel.
- 27:16Naja, es zeigt, dass die CDU im Osten verstanden hat, dass sie anders operieren
- 27:20muss als die CDU im Westen, wenn sie überhaupt eine Chance haben will,
- 27:23weil der Osten anders tickt, weil Ostwählerinnen anders funktionieren als Westwählerinnen.
- 27:28Und deshalb hat ja sozusagen die westlich geprägten Medien, haben die westlich
- 27:35dominierten Parteiführungsgremien damit ja auch so ein großes Problem.
- 27:39Ich meine, es ist letztlich sozusagen Dieter Haller von genau das gleiche wie
- 27:44die Rentendebatte, wo ja auch CDU-Ministerpräsidenten sich gegen ihren eigenen Kanzler stellen.
- 27:51Kommen Sie mir nicht mit der Rente. Kommen Sie mir nicht mit diesem Rentenvorstoß,
- 27:54weil dann habe ich genau den Aggressionslevel, den Sie eben bei CDU da hatten. Und noch mehr.
- 27:59Worauf ich hinausfällt ist, dass die CDU-Ost-Politiker im Grunde links blinken,
- 28:05weil sie merken, dass das das Einzige ist, womit sie überhaupt quasi noch bei
- 28:09ihrer Wählerschaft irgendwie punkten können.
- 28:12Deshalb holen sie sich jemanden, der gegen den Krieg ist.
- 28:15Deshalb holen sie sich jemanden. Übrigens, er hat nichts von Völkermord und
- 28:19Gaza selber gesagt. Ich finde, da muss man immer vorsichtig sein.
- 28:21Sondern während er da war, war im Hintergrund irgendein Transparent.
- 28:25Da stand irgendwie so, es war so mit Video.
- 28:28Offenbar hatte er da dann die Kontrolle und nicht die CDU. Oder ich weiß nicht, wer das gemacht hat.
- 28:31Stoppt den Völkermord in Gaza
- 28:33und so. Also er hat das nicht als Zitat benutzt. Es stand nur hinter ihm.
- 28:37Naja, ich finde bei solchen Sachen ist super wichtig, dass man präzise bleibt.
- 28:40Weil man sonst immer eben in diese Twitter-Reritis irgendwie so abrutscht.
- 28:45Also im Osten muss die CDU einen Kurs vertreten, den die Bundes-CDU nicht vertritt,
- 28:53wenn sie gewählt werden will. Das ist doch die Lehre. Dieter Haller,
- 28:56Vorden, Rente, da kann man es lernen.
- 28:58Ja natürlich muss die CDU oder meinetwegen die CSU in Bayern immer auch sehr
- 29:02regional antreten, auch mit regionalen Akzenten arbeiten, ist doch klar.
- 29:08Aber hier hat man eigentlich in Wahrheit schon aufgegeben, auch die drei Ostministerpräsidenten,
- 29:15die jetzt versuchen, einen mühsam gefundenen, in sich geschlossenen,
- 29:19wie ich finde ziemlich klugen,
- 29:21Rentenpaketkompromiss wieder aufzuschnüren, nur um für fünf Minuten,
- 29:26in einem verzweifelten Wahlkampf dem Affen Zucker zu geben und zu sagen,
- 29:31ja ihr seid so viel schlechter behandelt worden und darum geht dieses Rentenpaket
- 29:34überhaupt nicht im Osten, Weil ihr habt ja viel weniger als alle anderen.
- 29:39Das finde ich wirklich, wirklich schwierig. Wenn das der Preis ist,
- 29:43um zu versuchen, statt 18 Prozent 23 Prozent zu machen, dann finde ich ehrlich
- 29:49gesagt diesen Preis zu hoch.
- 29:50Dieses Rentenpaket ist für Deutschland viel wichtiger, als die Frage,
- 29:55wer in Sachsen-Anhalt regiert.
- 29:57Gut, aber es ist ja nicht nur Sachsen-Anhalt. Es ist ja, Herr Vogt und Herr
- 30:01Kretschmer, also Thüringen und Sachsen sind ja auch gegen dieses Rentenpaket.
- 30:06Das heißt, sie können es jetzt nicht nur abtun auf die Vollprovinz sozusagen,
- 30:10sondern es sind einfach die drei CDU-Ministerpräsidenten im Osten.
- 30:14Das bringt natürlich Gewicht mit sich. Ich habe jetzt gelesen in der Zeit von
- 30:17Mariam Lau, das muss ich Ihnen vorlesen, weil ich weiß, dass Ihnen das Spaß machen wird.
- 30:21Sie hat geschrieben, im Auftakt der heißen Phase des Wahlkampfs im Osten bietet
- 30:26die CDU ein erschütterndes Bild. Es erinnert an die Piraten im Asterix-Comic,
- 30:30die angesichts eines drohenden Angriffs der Geier in Panik das eigene Schiff versenken.
- 30:35Und oben im Mast sitzt der Mitpirat und ruft Ua, Ua.
- 30:42Hurra, weil er kein R sprechen kann.
- 30:45Übrigens auch in den neuen kommt er nicht mehr, weil das ist nicht...
- 30:50Da hat man modernisiert, möchte ich sagen. Jedenfalls, ja, Okay,
- 30:55man kann das so sehen. Einerseits, ich verstehe, dass Sie das so sehen und dass
- 30:58Frau Lau das so sieht, aber ich fürchte...
- 31:01Wir sind da wieder an dem Punkt, der Osten tickt anders.
- 31:04Diese sogenannte Wiedervereinigung, ehrlich gesagt, ist keine Wiedervereinigung
- 31:09gewesen, sondern ein langsamer Annäherungsprozess von zwei vollkommen verschiedenen
- 31:14Kulturen, der vor 30 Jahren begonnen hat und noch längst nicht zu Ende ist.
- 31:18Und hier kann man es mal wieder sehen. Und ganz abgesehen davon ist es so,
- 31:22dass natürlich die Leute im Osten, und jetzt sind wir dann bei der Rente und
- 31:25nicht mehr bei die, die da auch einfach in einer anderen Situation sind.
- 31:29Ich meine, Politik ist auch das, was die Interessen der Menschen vertritt.
- 31:32Ich habe hier gerade nochmal nachgeguckt, für die.
- 31:362021 Median-Nettovermögen-Osthaushalt 43.000 Euro, im Westen bei 128.000.
- 31:44Der normale Westrentner bekommt ja das Geld nicht nur von der Rente,
- 31:47sondern auch von irgendwelchen betrieblichen Altersvorsorgen,
- 31:51Wertpapierbesitz, private Lebensversicherung und so.
- 31:54Und im Osten haben die Leute halt nur die Rente. Das heißt, wenn da dann einer
- 31:57an die Rente geht, und das ist de facto ja eine Kürzung sozusagen dessen,
- 32:01was die Leute an Rente bekommen. Nein, ist es nicht.
- 32:04Und da geht es doch schon los. Sie sind jetzt da genau...
- 32:07Dann wirkt das im Osten, haut das halt anders rein als im Westen.
- 32:09Die Rente mit 63, um die geht es ja jetzt hier. Das ist ja das,
- 32:12was die Leute, die drei Ministerpräsidenten, nicht abschaffen wollen,
- 32:17obwohl das jetzt in diesem Rentenkompromisspaket zur Abschaffung,
- 32:20wenn man so will, freigegeben worden ist.
- 32:23Diese Rente war als Ausnahme gedacht für Menschen, die nach 45 Jahren eine gegriffene Zahl,
- 32:31aber immerhin nach 45 Jahren also mit körperlicher Arbeit irgendwie Anfang 60
- 32:37nicht mehr können und diese 67 Jahren,
- 32:41Normales Regel, Renteneintrittsalter nicht erreichen und wenn sie früher raus
- 32:45müssen, dann zu früherer Gesetzeslage, früher raus mussten, dann Abschläge in Kauf nehmen müssen.
- 32:51So, im Osten stimmt es, Sonderfall, 45 Jahre hat man da, Versicherungsjahre
- 32:58hat man da häufiger auf der Uhr, als in Westdeutschland hängt damit zusammen,
- 33:02dass die Menschen früher angefangen haben zu arbeiten,
- 33:04dass sie zu DDR-Zeiten zumindest durchgehend beschäftigt waren und so weiter und so fort.
- 33:08Aber daraus geworden ist etwas, dass erstmal ganz andere Gruppen nehmen,
- 33:12nämlich nicht die hart körperlich Arbeitenden, sondern Menschen,
- 33:15die überwiegend im Büro gearbeitet haben und die auch nicht schlecht verdient
- 33:19haben, sondern eher gut verdient haben.
- 33:21Also die falsche Gruppe hat es genommen und jetzt behaupten diese drei Ministerpräsidenten
- 33:25und die AfD und alle anderen auch noch, 45 Jahre, das habt ihr uns aber garantiert.
- 33:30Nichts, nein, es war eine Ausnahmesondergeschichte. Ausnahmemama.
- 33:36Frau Schwesig in Mecklenburg-Vorpommern sieht es aber auch so,
- 33:39da sind sich ja SPD- und CDU-Ministerpräsidenten im Osten ganz einig.
- 33:42Daran merken sie übrigens, dass es sich hier um ein Ost-West-Problem handelt,
- 33:45dass es eben kein parteipolitisches mehr.
- 33:46Frau Schwesig hat gesagt, wenn 81 Prozent der Bürger sagen, die Reformen sind
- 33:50ungerecht, dann täuschen sich diese 81 Prozent nicht oder haben auch irgendwas
- 33:54falsch verstanden, sondern es gibt ein klares Gerechtigkeitsgefühl in der Bevölkerung.
- 33:58Was Sie zur Kenntnis nehmen sollten und was auch diese Bundesregierung zur Kenntnis
- 34:01nehmen sollte und auch dieser maßlos unbeliebte Bundeskanzler,
- 34:04die Reformen sind in der Bevölkerung nicht verstanden, nicht angekommen und
- 34:09nicht angenommen worden.
- 34:10Sie versuchen das jetzt hier auf Biegen und Brechen durchzudrücken und merken,
- 34:14dass es an allen Ecken kriselt und kraxelt, weil die Leute es in Wahrheit so
- 34:18nicht hinnehmen wollen.
- 34:20Und die Ostministerpräsidenten, denen die Düse geht, weil sie demnächst vor
- 34:23Wahlen stehen, halten da jetzt das Stoppschild hin und sagen,
- 34:25Leute, wenn ihr wollt, dass wir hier überhaupt noch eine Chance haben,
- 34:27gewählt zu werden, dann könnt ihr das nicht machen.
- 34:29Das nennt man alles Politik, lieber Politikchef von RTL.
- 34:34Mein lieber, mein lieber, lieber Augstein, das nennt man nicht Politik, das nennt man Feigheit.
- 34:42Wenn wir uns einig werden können, dass die Rente mit 63 abzuschaffen niemanden
- 34:49betrifft, der sie schon hat,
- 34:52sondern nur Leute betreffen würde, die sie noch bekommen könnten in absehbarer Zeit,
- 34:59dann können wir nicht von einer Rentenkürzung sprechen.
- 35:03Dann können wir höchstens von enttäuschten Erwartungen sprechen,
- 35:06von einer Gruppe, für die diese Rente nicht gedacht war.
- 35:09Das heißt, wir korrigieren ein Irrtum und schimpfen ist Kürzung.
- 35:14Und dann sagen sie mir, das ist jetzt aber Politik, dass die Leute Kürzung verstanden haben.
- 35:17Und wenn die keine Kürzung wollen, dann müssen wir da leider hinterherrudern.
- 35:21Gut, sie nehmen den Leuten etwas weg, was sie dachten. Das ist einfach anders.
- 35:24Wenn jemand dachte, er hat etwas, also er hat es, das ist schon hübsch jetzt.
- 35:28Er hat es noch nicht, aber er dachte, er bekommt es.
- 35:32Und dann nehmen sie ihm das weg. Dann ist das für die Menschen so,
- 35:35als hätten sie es ihm bereits weggenommen.
- 35:37Darüber können Sie heute Abend nochmal in Ruhe nachdenken. Genau, und wenn dieserjenige.
- 35:44Der gedacht hat, er kriegt etwas, was gar nicht für ihn gedacht war.
- 35:48Und dann sagen sie, naja, wir haben jetzt nochmal korrigiert,
- 35:51du kriegst es jetzt nicht mehr, weil es war ja eh nicht für dich gedacht.
- 35:55Dann kann sein, dass der sauer ist. Kann schon sein. Ist halt nur die Frage,
- 35:59ob sie diese Wut, diesen Ärger, diese Enttäuschung zur Grundlage einer Entscheidung machen, die
- 36:04zweistellig, dreistellige Milliardenbeträge bewegt, die übrigens irgendjemand
- 36:09zahlen muss. Sie können es ja auch lassen. Sie können es ja auch lassen.
- 36:12Sie missverstehen mich offensichtlich hier. Ich versuche Ihnen ja nur zu erklären,
- 36:16warum die Ost-CDU-Leute diesen Kurs fahren, weil sie wollen halt gewählt werden.
- 36:21Sie erklären mir jetzt hier gerade, was richtig und falsch ist,
- 36:23weil Sie so seine Klickerklacker sind, das allerklügste Mädchen von der ganzen Welt. Das ist auch okay.
- 36:28Aber das wird Ihnen dann an der Wahlurne in Sachsen-Anhalt gerade mal gar nichts nützen.
- 36:34Ivy, kennst du so seine Klickerklacken? Nee, aber das hat sich sehr witzig an. Echt nicht?
- 36:41Das ist die Kala-Kolumna. Nein, da nix da. Keine Kala-Kolumna.
- 36:45Therö, Bibi Blocksberg, wie das hieß.
- 36:48Nein, Sesamstraße. Aber ist auch egal. Also, nächste Woche mehr davon, oder?
- 36:54Moment mal, Augstein. So schnell kommen Sie jetzt aber hier nicht vom Hof.
- 36:56Erstens, jetzt haben Sie wochenlang geschwänzt. Jetzt wird hier mal ein bisschen nachgearbeitet.
- 37:01Und zweitens müssen wir eigentlich ja nochmal über diese Drohnenbombe.
- 37:05Also diese mit Semtex-Sprengstoff.
- 37:08Übrigens der Sprengstoff, der in Lockerbie damals einen Jumbo-Jet vom Himmel
- 37:12geholt hat, mit ich weiß nicht wie viel hundert Toten.
- 37:16Über diese Drohne, über diesen Angriff müssen wir auch noch mal ein bisschen
- 37:20reden, weil ich nehme an, dass sie jetzt nicht, also auch gar nicht in Erwägung
- 37:25ziehen wollen, dass das möglicherweise ganz eventuell vielleicht irgendwas mit Russland zu tun hat.
- 37:32Ich verstehe Sie nicht. Ich bin ja nicht bei der Kripo oder beim Geheimdienst oder beim LKA oder so.
- 37:36Keine Ahnung. Ich würde sagen, da ist eine Drohne gefunden worden mit Sprengstoff
- 37:40in der Nähe eines ukrainischen Flugzeuges.
- 37:43Dass das irgendwas mit Russland oder mit der Ukraine zu tun hat,
- 37:45das glaube ich schon. Ja, doch davon würde ich jetzt mal ausgehen.
- 37:48Also auch ohne jetzt besondere kriminalistische.
- 37:50Aber was wollen Sie mir jetzt sagen? Sie wollen jetzt sagen,
- 37:53es war ein Angriff der Russen und wir müssen uns stärker verteidigen, weil wir ein Ziel sind.
- 38:01Der russischen militärischen Aggression. Weil sonst würde es jetzt ja keinen Sinn machen.
- 38:05Ich möchte Ihnen einen Satz des vielgescholtenen Bundeskanzlers,
- 38:08von dem Sie gerade leider faktisch zu Recht gesagt haben, dass er so sturzunbeliebt
- 38:13sei, aber immerhin einen Satz hat er mal gesagt, den fand ich dann wirklich
- 38:16überzeugend, sinngemäß.
- 38:20Deutschland, wir in Deutschland leben nicht im Krieg, es ist kein Krieg,
- 38:25aber Frieden ist es auch nicht mehr.
- 38:27Und ich finde, darüber haben sich die Leute noch zu wenig Gedanken gemacht.
- 38:31Und wenn es irgendwas zwischen Krieg und Frieden ist, Hybriderkrieg sagen sie
- 38:35jetzt oder wie man es jetzt auch immer nennen mag, dann glaube ich,
- 38:38kommt der ja nun überwiegend aus einer bestimmten Ecke, aus einer bestimmten Himmelsrichtung.
- 38:44Und ich habe das Gefühl, dass diese Einzelteile... Sie machen keine Anspielung.
- 38:48Sie wollen sagen, das sind die Russen.
- 38:50Nein, faktisch weiß ich das natürlich nicht. Dann würde ich das aber auch nicht
- 38:54so insinuieren. Da sind sie bei mir in der falschen Interesse.
- 38:56Reden Sie doch einfach Klartext.
- 38:58Glauben Sie, dass es die Russen waren oder glauben Sie es nicht?
- 39:01Es spricht das eine oder andere dafür, dass es damit nicht bewiesen,
- 39:05schon gar nicht gerichtsfest bewiesen. Mir geht es mehr so um den...
- 39:10Status von Wachsamkeit, in was für einer Welt leben wir hier gerade,
- 39:15während Sie, ist mein Eindruck zumindest, sagen, solange nicht 100% bewiesen
- 39:18ist, wer und was das war, müssen wir uns nicht weiter drum kümmern.
- 39:21Sie missverstehen mich da komplett und das finde ich gut, dass wir das hier
- 39:23nochmal besprechen. Einfach auch vielleicht grundsätzlich eine Bemerkung deshalb von mir jetzt.
- 39:29Ich bin auch Ihrer Meinung, dass wir nicht im Frieden leben.
- 39:31Ich glaube, dass wir tatsächlich.
- 39:35Gegenstand hybrider Kriegsführung sind. Ja, aber aus Dänemark kommt sie nicht.
- 39:41Ich glaube auch nicht aus Luxemburg. Aus Frankreich wahrscheinlich auch nicht.
- 39:44Nein, aber aus der Ukraine kommt sie zum Beispiel, weil die Ukrainer haben die
- 39:46Pipeline gesprengt in der Ostsee.
- 39:48Die Ukrainer haben in Monaco eine Bombe gezündet, die einer Frau die Beine weggerissen
- 39:54hat, mitten in der Innenstadt.
- 39:55Darüber reden sie nicht, weil sie immer sagen, gut, das sind aber unsere Ukrainer,
- 39:59deshalb sind es auch unsere Bomben.
- 40:00Wenn die Russen das hier machen, sind es die Bösen, weil die Russen sind die
- 40:04Angreifer, was sie übrigens tatsächlich sind, deshalb sind die Bomben böse.
- 40:07Und da unterscheiden wir uns. Ich habe schon verstanden, dass völkerrechtlich
- 40:10die Russen diesen Krieg angefangen haben.
- 40:12Ich bin aber der Meinung, wir sollten diesen Krieg beenden. Und wenn sie beklagen,
- 40:15dass wir hier Opfer von hybrider Kriegsführung sind, dann sollten die Deutschen
- 40:19alles tun, was sie können, um diesen Krieg zu beenden. Und den Eindruck habe ich eben nicht.
- 40:24Und dass dieser Krieg eskaliert, halte ich für ein Riesenproblem.
- 40:27Sie haben mitbekommen, dass die Ukrainer in der Straße von Hormuz ein iranisches
- 40:31Schiff angegriffen haben. Ein iranisches Schiff in der Straße von Hormuz.
- 40:34Die Ukrainer, wo man sagt so...
- 40:36Was machen die denn da? Ach so, das Schiff war im Verdacht, Öl oder Sachen für
- 40:42die russische Kriegsführung zu transportieren.
- 40:44Die Ukrainer nehmen für sich in Anspruch, sozusagen diesen Krieg auf der ganzen Welt zu führen.
- 40:48Das ist ihnen schon klar. Und wenn jetzt sozusagen die Russen das dann auch
- 40:52machen, muss man sagen, das ist eine echte Eskalation, das ist gefährlich wegen
- 40:55der NATO und wegen des Beistands, aber das alles sind Gründe,
- 40:59um aus diesem Krieg auszusteigen.
- 41:01Und Sie erklären mir, und da ist unsere Logik sozusagen genau 180 Grad entgegen.
- 41:05Sie sagen, das zeigt, wie gefährlich die Russen sind und ich sage,
- 41:09das zeigt, wie gefährlich so ein Krieg ist, der dazu neigt, immer weiter zu
- 41:13eskalieren und jede Grenze sozusagen hinter sich zu lassen. Also lasst uns diesen
- 41:18Krieg einfach beenden, Leute.
- 41:20Ja, aber so weit sind wir gar nicht auseinander. Natürlich müsste dieser Krieg
- 41:23beendet werden. Es gibt sogar jemanden, der könnte ihn sofort beenden.
- 41:26Das sind aber nicht wir. Wir auch. Wir könnten den Krieg auch sofort beenden.
- 41:29Natürlich, wir könnten aufhören, den Ukrainern Waffen zu liefern für 30 Milliarden
- 41:33Euro im Jahr plus noch andere Kosten.
- 41:35Könnten das Geld dann übrigens in andere Sachen stecken, über die wir die ganze
- 41:38Zeit reden. Wir könnten den Krieg auch beenden. Die Russen können ihn beenden
- 41:41und wir können ihn beenden.
- 41:42Und sie setzen sich da hin und sagen seit vier Jahren, aber die Russen sollen
- 41:46aufhören. Und ich sage seit vier Jahren, wäre es nicht ganz günstig,
- 41:49wenn wir sozusagen den Ukrainern ein Zeichen machen, eure Unterstützungszeit endet jetzt langsam.
- 41:53Ich glaube, ihr solltet noch ein bisschen konzilianter auf die Russen zugehen.
- 41:57Dieses Thema müssen wir heute nicht mehr zu Ende machen, aber das ist das,
- 42:00was mir einfällt, wenn ich von diesem Drohnenfund höre.
- 42:04Krieg ist gefährlich und neigt dazu, immer gefährlicher zu werden.
- 42:08Deshalb lasst uns den Krieg beenden.
- 42:09Das hat übrigens auch Dieter Hallerforden gesagt in Dessau. Das ist gut,
- 42:12dass Dieter Hallerforden das gesagt hat in Dessau. Das macht es aber nicht richtig.
- 42:16Denn die Frage ist doch, wenn wir aufhören, die Ukraine zu unterstützen...
- 42:23Hört dann auch Russland auf, den Krieg zu führen? Und zwar gegen die Ukraine,
- 42:26die sich dann nicht mehr so gut wehren kann? Oder ist es vielleicht dann eher,
- 42:29wow, jetzt kriegen wir sie doch noch?
- 42:32Und hören sie auf, wenn sie es denn waren, uns mit dieser Art hybriden Krieg
- 42:38zu überziehen? Warum denn?
- 42:40Das ist absolut nicht logisch, was sie erzählen.
- 42:42Blume, ich finde wir beenden das jetzt an dieser Stelle ich beende jetzt diesen
- 42:46Krieg sozusagen einseitig und biete Ihnen hier ein,
- 42:50Himbeertörtchen an das können unsere Hörerinnen und Hörer nicht sehen aber es
- 42:53schmeckt sehr gut, es kommt von Butter Lindner wir bekommen kein Geld für Werbung,
- 42:56deshalb darf ich es sagen und in diesem Sinne, bis nächste Woche,
- 42:58tschüss Wo ist mein Törtchen? Hier, Mann.
- 43:04Es ist wirklich eins dabei, Hammer Ich dachte, sie hätten nicht betrogen Danke,
- 43:08beschuldige nicht, bin ehrlich Und was haben Sie, Ivy mitgebracht?
- 43:12Aber Ivy ist nicht da. Wenn Ivy kommt, kriegt sie auch ein Törtchen.
- 43:14Da freue ich mich schon drauf. Ja.