Latest / Gin And Talk / Ansa Sauermann über Empörung, Demokratie und die Kunst des Widerspruchs
Transcript
- 0:00Speaker 0: Also ich muss mich da natürlich auch bremsen und mir fällt es auch schwer.
- 0:04Speaker 0: Ich maße mir ja nicht an, dass ich der Problemlöser bin.
- 0:09Speaker 0: Kunst soll ja keine Probleme lösen, das soll lieber den Fingern die Wunde legen!
- 0:14Speaker 0: Ich finde auch kein Politiker, ich mache ja auch Kunst aber... Und dann sind wir wieder beim Anfang.
- 0:19Speaker 0: Kunst und Kultur muss politisch sein und wie oft auch vor allem von den Rechten irgendwo gefordert wird Politik in der Kunst und in der Kultur nichts zu suchen halt.
- 0:31Speaker 0: Also was Falscheres, und was Schlimmeres habe ich ja noch nie gehört.
- 0:36Speaker 0: im Grunde Man muss sich nicht immer zu allem verhalten Und weiter auch dadurch dann immer noch mit Öl ins Feuer gießen.
- 0:43Speaker 0: also man kann auch mal Zuirren und sich zurücknehmen.
- 0:48Speaker 1: Herzlich willkommen mein Name ist Daniel Fürg und Ich freue mich sehr euch heute zu einer neuen Episode Gen & Talk begrüßen zu dürfen.
- 0:55Speaker 1: Mein heutiger Gast ist Ansar Sauermann.
- 0:58Speaker 1: Der Singer und Songwriter gehört seit vielen Jahren zu den markanten Stimmen der Deutschsprachigen Indie-und Popmusik.
- 1:04Speaker 1: Seine Songs bewegen sich zwischen persönlicher Beobachtung, gesellschaftlicher Analyse und poetischer Verdichtung.
- 1:11Speaker 1: Mit seinem neuen Album Geht's Noch legt er nun ein Werk vor das vielleicht politischer ist als alles was er bisher veröffentlicht hat – ohne dabei die Ambivalenz und Offenheit zu verlieren, die seine Musik auszeichnen!
- 1:22Speaker 1: In seinen Songs geht es um gesellschaftliche Spaltung, um die Dauerempehrung unserer Zeit, um den Ton politischer Debatten und um die Frage welche Rolle Kunst- und Musik in solchen Momenten spielen können.
- 1:35Speaker 1: Gleichzeitig erzählt das Album auch von persönlichen Erfahrungen, von Entfremdung im eigenen Umfeld, der Suche nach Dialog und davon wie schwierig es geworden ist überhaupt noch miteinander zu sprechen.
- 1:46Speaker 1: Ich wollte von ihm wissen wie solche Songs entstehen Warum Protest-Songs sich nicht einfach auf Bestellung schreiben lassen, wie sich politische Themen in Musik übersetzen lassen und weshalb es manchmal gerade die unperfekten Momente sind, die eine Aufnahme besonders ehrlich machen.
- 2:02Speaker 1: Wenn dir diese Episode von Genantalk gefällt folge uns bei Spotify, Apple Podcasts oder wo auch immer du gerne Podcasts hörst und hinterlasse uns eine gute Bewertung.
- 2:11Speaker 1: Diese und viele weitere Episoden findest du auch als Videopodcast.
- 2:17Speaker 1: Jetzt aber viel Spaß beim Zuhören, schön dass ihr alle wieder mit dabei seid.
- 2:44Speaker 1: Düstere Atmosphäre unserer Studio-Bahn.
- 2:55Speaker 1: Lieber Ansage, freue mich sehr dass wir uns heute hier in München bei uns im Studio treffen können
- 3:00Speaker 0: um
- 3:00Speaker 1: über Musik zu sprechen, über deine Musik zu sprechen, über dein Album Geht's noch zu sprechen und ja wie es dazu kam herzlich willkommen!
- 3:09Speaker 0: Danke.
- 3:09Speaker 0: auch danke für die Einladung.
- 3:11Speaker 0: schön hier zu sein.
- 3:12Speaker 1: der Titel von dem Album trifft ganz gut So ein Lebensgefühl von mir, was ich irgendwie seit ein paar Jahren durchzieht.
- 3:19Speaker 1: Weil ich mir in ganz vielen Situationen immer wieder denke so geht es eigentlich noch?
- 3:22Speaker 1: Wo soll der ganze Wahnsinn noch hin?
- 3:25Speaker 1: und du sprichst ja auch viele von den Themen im Album an.
- 3:27Speaker 1: Du hast gesagt auch dein politisches Album wahrscheinlich bisher... Was hat dich denn da getrieben sage ich jetzt mal als du angefangen hast dieses An diesem Album zu arbeiten?
- 3:41Speaker 0: Also zum einen ist natürlich, wollte ich mal sagen weil mir immer Irgendwie seit dem letzten Album wird immer an meiner Zeichensetzung kritisiert, weil du kriegst was du brauchst.
- 3:52Speaker 0: Da wurde gesagt die Leute es fehlt ein Komma.
- 3:54Speaker 0: Du kriegste Komma was du braust.
- 3:56Speaker 0: so gut okay ich kann in der Kunstkasse machen dein Titel wie du lustig bist und bei geht's noch bemerkt man alle das ist ein Fragezeichen fehlt aber Es ist bewusst natürlich gewählt.
- 4:05Speaker 0: also Weil es kann eine frage sein geht es nur und es kann auch eine reaktion einer antwort sein auf das kaus und was auch immer da gerade alles passiert.
- 4:13Speaker 0: Also geht eigentlich noch dass kann deine Es konnte auch eine Aussage sein.
- 4:16Speaker 0: Deswegen das fehlende Fragezeichen zum Titel, weil du das angesprochen hast.
- 4:21Speaker 0: Ja und ... Das politische Album, das war jetzt im Weil keine Entscheidung die ich getroffen hatte in Sinne von Ich möchte jetzt wieder politische Musik machen sondern es war eine logische Konsequenz einer Notwendigkeit im Grunde.
- 4:39Speaker 0: Also da hat sich einfach bei mir über die Jahre so viel angestaut was dann sich wie Bahn gebrochen hat im Grunde.
- 4:48Speaker 0: Dementsprechend verstehe ich das Album zum Teil als Ausbruch und als Abgrenzungsversuch, also als Abgrenzungs- versuche von eben auch in meinem Umfeld, in meiner Heimat Dresden von Strömungen die einfach über die Jahre nicht locker gelassen hatten mir enge und wichtige Beziehungen sehr drunter gelitten haben, ist... weiß ich nicht.
- 5:17Speaker 0: Ich habe sehr viele Briefe zum Beispiel geschrieben in dieser Zeit die ich nie abgeschickt hatte weil sie so eskalativer Natur waren dass ich damit wahrscheinlich also das wäre ja kontraproduktiv gewesen um jetzt sagen wir mal eine Beziehung wieder zu retten oder im Gespräch zu bleiben.
- 5:34Speaker 0: Und all diese Sachen die sich da angestaut haben sind jetzt raus gekommen.
- 5:38Speaker 0: Also ich hätte das Album nicht verhindern können wenn ich's versucht hätte.
- 5:42Speaker 0: Und gleichzeitig aber fällt einem natürlich schon auf, dass in der Pop- und Eurorokmusik die immer eigentlich sehr politisch war und sein sollte.
- 5:53Speaker 0: Sie aber nicht mehr ist!
- 5:55Speaker 0: Also das ist ja schon seit einer Weile so, dass ich irgendwie mal abseits von einer so bisschen Country-for-Protest-Songkultur, die es immer gab und auch immerhin irgendwie weitergeben wird... Hip-Hop und Rap sich die Politik und die Gesellschaftskritik geschnappt hat.
- 6:12Speaker 0: Und die Popmusik, das sind immer diese UNI Texte oder irgendwie... Ich weiß nicht ich will ja mich selbst auch nicht davon ausnehmen.
- 6:20Speaker 0: also auch ich habe natürlich jetzt zum Beispiel das Album davor in der Corona Zeit sind natürlich die Themen auch auf dem Tisch gelandet, die bei mir präsent waren.
- 6:30Speaker 0: Und genauso sind es jetzt eben die politischen Themen, weil ich im eigenen Umfeld sehr Das ist auch mal zum Leidwesen aller erfahren musste.
- 6:41Speaker 1: Du sprichst da gerade was an, aber ich hatte erst letzte Woche wieder so eine Situation.
- 6:46Speaker 1: Man denkt ja immer dass die Leute, die man in seinem engeren Umfeld haben irgendwie auszudenken wie man selbst.
- 6:53Speaker 1: Also was Politik?
- 6:55Speaker 1: Was Lebenseinstellung?
- 6:56Speaker 1: Was irgendwie so Überzeugungen angeht für...
- 6:59Speaker 0: Man hat ja auch seine Babel.
- 7:01Speaker 1: Genau!
- 7:03Speaker 1: Die letzten Jahre und immer wieder so Momente gehabt, wo ich mir wirklich dachte, oh Mist!
- 7:10Speaker 1: Ich sitze jetzt hier mit einer Person die vielleicht seit einem halben Jahr nicht mehr gesehen habe.
- 7:15Speaker 1: Und merke sie ist irgendwie in irgendeinem Punkt komplett abgedriftet in irgeren Richtung, die ich überhaupt nicht für möglich gehalten hab.
- 7:23Speaker 1: Also natürlich gibt es Trigger-Themen wie Impfung, Pandemie, Migration all solche Dinge... wo Menschen dann irgendwo wirklich auf irgendeinen Gleis falsch abgebogen sind, also zumindest was meine Überzeugungen angeht, falsch abgewogen sind und wo man da sitzt und sich denkt oh fuck irgendwie hätte ich damit jetzt heute Abend nicht gerechnet bei einem Glas Wein.
- 7:49Speaker 0: Ist die Frage wie man damit umgeht?
- 7:51Speaker 1: Genau!
- 7:52Speaker 1: Hast du dein gutes Rezept?
- 7:53Speaker 1: Weil ich verzweifle da immer so ein bisschen.
- 7:55Speaker 1: Ich bin dann immer zwischen okay, ich höre jetzt mal zu und sage dann meine Meinung aber wenn nicht die große Diskussion anfangen... Das
- 8:00Speaker 0: ist schon mal eine Menge Welt!
- 8:00Speaker 0: ...vom
- 8:00Speaker 1: ich meistens nicht weiter.
- 8:02Speaker 0: Ja also schau, ich glaube es ist einfach wichtig für jede Gesellschaft ob im Großen oder im Kleinen, also im Freundeskreis in der Familie oder im Land oder auf der Welt.
- 8:14Speaker 0: das ist doch irgendwie wichtig im Gespräch zu bleiben.
- 8:17Speaker 0: Das fing doch schon, als ich meine ... Wann war das in den Sechzigern zur Kuba-Krise?
- 8:21Speaker 0: Als der heiße Draht eingeführt wurde zwischen den Amis und den Russen.
- 8:25Speaker 0: Es ist essenziell wichtig, dass man irgendwie im Dialog bleibt.
- 8:29Speaker 0: Und genau so ist es auch ein Freundeskreis.
- 8:31Speaker 0: oder wenn du einen Glas Wein trinkst zuhören miteinander reden und nicht direkt abkänzeln und dann sagen wir Vollidiot und das können ja alle Seiten sehr gut!
- 8:42Speaker 0: Mir ist ein wichtiges Anliegen und auch ein Thema auf diesem Album dieser Dauerempehrung daraus, über alles und jedes Thema.
- 8:53Speaker 0: Und alle sind sich immer so sicher und alle nehmen alles sehr ernst und alles ist immer so überzeugt von ihren Ansichten.
- 9:01Speaker 0: Ich würde gerne auch diese Dauerempörung ein bisschen den Schaum vom Mund wischen weil es... Was ist das denn?
- 9:08Speaker 0: Also wie kann man da noch miteinander ins Gespräch kommen?
- 9:12Speaker 0: ich will damit gar nicht sagen dass ich irgendwelche extremistischen Meinungen und Personen und Standpunkte irgendwo relativieren will, um Gottes Willen.
- 9:24Speaker 0: Da muss ganz klar müssen Grenzen aufgezeigt werden und auch eingehalten werden und benannt werden und danach so.
- 9:32Speaker 0: aber es ist ja nicht so dass hier Achtzig oder Vierzig Millionen Extremisten aus Land rennen.
- 9:37Speaker 0: also Ich glaube, es ist einfach wichtig, dass man ein bisschen im Gespräch bleibt.
- 9:41Speaker 0: Und gerade bei den Corona-Themen habe ich in meinem Umfeld extrem erlebt wie in einem eigentlich sehr homogen Linken Umfeld es aber sehr viele verschiedene und teilweise sehr harsche Meinungen auch gab.
- 10:00Speaker 0: Du merkst ja die Linken können das sehr gut sich gegenseitig auf die Fresse holen.
- 10:05Speaker 0: Das habe ich ja schon in Dresden gemerkt bei den Anti-Pegida-Demonstrationen.
- 10:09Speaker 0: Dann gab es sieben Gegendemonstration, Dressen ist bunt, Dresten bleibt bunt und Dressten wird bunt.
- 10:15Speaker 0: Es kam einfach sieben die alle auf sieben verschiedenen Routen unterwegs waren und sich nicht grün geworden sind.
- 10:20Speaker 0: Und die rechten sind irgendwie keine Ahnung.
- 10:23Speaker 0: Die haben so irgendwie geschafft ihre Sicht da irgendwie einheitlich zu präsentieren was natürlich ein fatales Signal nach außen gesendet hat.
- 10:31Speaker 0: dann irgendwie Ich meine, Dresden hat dann später auch aufgeholt.
- 10:34Speaker 0: Es hat funktioniert aber die Anfangsjahre waren nicht leicht für einen Dresdner.
- 10:38Speaker 0: Auf jeden Fall wenn man seine Heimatstadt in New York Times oder so gelesen hat.
- 10:45Speaker 0: Also ich glaube es ist wichtig dass man im Dialog bleibt und sich zuhört und gerade... Achso das wollte ich sagen!
- 10:52Speaker 0: Im Freundeskreis bei uns.
- 10:54Speaker 0: Auch der Corona, da gab's ein, der hat sehr rigoros gesagt ihr müsst alle die sich nicht impfen lassen Gefährden das allgemein wohl und die befeuern die Pandemie.
- 11:03Speaker 0: Und Impfpflicht, Impflicht, Impfpflicht... Das ist überhaupt eine Schande!
- 11:08Speaker 0: Du bist ein Schwein wenn du dich nicht impfen lässt.
- 11:10Speaker 0: Ein anderer Freund aus unserem Umfeld hat sich nicht impfeln lassen.
- 11:15Speaker 0: Ich finde und fand es auch damals und dann bin ich ja auch ein bisschen zur Zielscheibe geworden als ich war geimpft und habe aber gleichzeitig gesagt also ich bin strikt gegen eine Impfpflicht weil das Recht auf Die körperliche Unversehrtheit ist ein Grundrecht, was jetzt auch im Angesicht der großen globalen Gefahr trotzdem irgendwo bestehen bleiben muss.
- 11:36Speaker 0: Weil genauso könntest du argumentieren dass die Bevölkerung die Geburtenrate so niedrig ist das jetzt Abtreibungen verboten werden weil die Frau muss sich jetzt dem
- 11:44Speaker 1: Volk
- 11:45Speaker 0: in Dienst stellen und es ist Bullshit!
- 11:47Speaker 0: Und genau so war ich damals dafür und habe auch wurde angefeindet dafür.
- 11:54Speaker 0: Man kann doch über alles diskutieren, man kann über alles reden und man sollte auf jeden Fall auch.
- 11:59Speaker 0: Aber was heutzutage in den sozialen Medien und auch in den etablierten großen Medien Leute abgeurteilt und gecancelt werden?
- 12:10Speaker 0: Niemand nimmt sich mehr Zeit wirklich über eine Antwort nachzudenken.
- 12:13Speaker 0: Man liest, dass es getippt wird und der Shitstorm rennt los.
- 12:16Speaker 0: Und niemand nimmt sich mir irgendwie Zeit und die Ruhe und niemand ist auch mehr tolerant gegenüber anderen Meinungen.
- 12:21Speaker 0: hört sich das an?
- 12:23Speaker 0: Es ist einfach, es gibt keine debatten Kultur mehr.
- 12:25Speaker 0: Keine gesunde mehr!
- 12:26Speaker 0: Es gibt nur noch auf die Fresse und da leidet doch.
- 12:30Speaker 0: jeder leidet darunter alle leiden darunter aber trotzdem feuern alle mit also auch die rechten die sagen immer irgendwie diese woken themen sind nur dafür da um vor den echten problem abzulenken nämlich dass irgendwie die da oben Und die reiten uns in die Scheiße und Giftspritze... ...und Enteignung, Finanzkrise.
- 12:55Speaker 0: Aber sie reiten ja auch auf diesen Themen rum!
- 12:57Speaker 0: Alle reiten immer auf irgendwelchen Themen rum.
- 12:58Speaker 0: Auch wenn Sie damit behaupten, dass es um diese Themen eigentlich nicht gehen würde.
- 13:01Speaker 0: Und trotzdem ist das immer omnipräsent.
- 13:03Speaker 0: Fucking Regenbogen fahren an der Allianz Arena wird zum Politikum.
- 13:07Speaker 0: Was soll der scheiß?
- 13:08Speaker 0: Wem hat denn eine Regenburg von einer Wege
- 13:09Speaker 0: getan?!
- 13:10Speaker 0: Ach Gott.
- 13:10Speaker 0: also ich muss mich da natürlich auch bremsen und mir fällt es auch schwer.
- 13:15Speaker 0: Ich maße mir auch nicht an, dass ich der Problemlöser bin.
- 13:20Speaker 0: Kunst soll ja keine Probleme lösen!
- 13:23Speaker 0: Das soll lieber den Fingern die Wunde legen... ...ich bin kein Politiker und da sind wir wieder beim Anfang.
- 13:30Speaker 0: Kunst und Kultur muss politisch sein und wie oft auch vor allem von den Rechten irgendwo gefordert wird das Politik in der Kunst und der Kultur nichts zu suchen.
- 13:42Speaker 0: halt also Was Falscheres und was Schlimmeres habe ich ja noch nie gehört im Grunde.
- 13:47Speaker 0: Das ist ja absurd, seit wann... also Kunst war nie unpolitisch!
- 13:53Speaker 0: Und Gott überhabe vor dem Tag wo es das wird.
- 13:55Speaker 1: Und Kunst kann ja verbinden, Menschen verbinden über Generationen hinweg, über Länderstädte, Regionen hinweg.
- 14:04Speaker 1: Ich hab nur manchmal das Gefühl dass gerade unsere Generation So schlecht daran ist, also du hast gerade schon über Empörung gesprochen und dass wir uns über alles ständig empören.
- 14:14Speaker 1: Aber ich habe immer das Gefühl, dass die in Anführungsstrichen vielleicht jetzt aus unserer Beidersicht gegenseite viel besser darin ist sich nachhaltig zu empören und zu organisieren, während wir dann irgendwie mal kurz einen Aufschrei haben weil wieder irgendwas irgendwo eskaliert ist.
- 14:29Speaker 1: Und dann gehen wir vielleicht mal kurz auf die Straße und dann gehen alle wieder nach Hause und haben ein gutes Gefühl dass wir ja was getan haben und dann ist auch wieder gut bis zur nächsten Megaeskalation.
- 14:40Speaker 1: aber wir starten jetzt keine richtige organisierte Gegenbewegung für Demokratie, für Freiheit, für Vielfalt.
- 14:50Speaker 1: Das ist alles immer nur so, also es gibt und ich weiß, ich pauschalisiere sehr.
- 14:54Speaker 1: Es gibt Menschen die machen genau das aber wenn ich mir anschaue was da für eine Masse auf der anderen Seite irgendwie sich formiert und wie die Stetik wächst sehe ich irgendwie unsere Seite ein bisschen schwach.
- 15:06Speaker 0: Ja das ist ja auch in den USA immer das große Problem jetzt gewesen dass es irgendwie dem Demokrat nicht wirklich geschafft haben sich irgendwie da Also dass sie fast Ohnmächtige agiert haben Aber das ist schon.
- 15:19Speaker 0: Also das ist ja so alt wie die Probleme selbst, dass die Rechten schaffen es sehr gut für komplexe Problemen einfache Lösungen aufzuzeigen.
- 15:28Speaker 0: Polemische Lösungen und dann gibt's irgendwie Ausländerschuld oder das Windratenschuld oder was weiß ich was?
- 15:36Speaker 0: Und die Linken versuchen eher angemessene komplexer Lösungen für komplekte Probleme zu suchen, die komplex sind.
- 15:44Speaker 0: So!
- 15:44Speaker 0: In einer parlamentarischen Demokratie ist es natürlich noch komplizierter als als es jetzt in irgendwie anderen Formen möglich wäre, dann irgendwie schnell was durchzusetzen.
- 15:57Speaker 0: Und in der Schweiz hast du ja auch die Probleme, obwohl du eine direkte Demokratie hast und die Leute relativ schnell Sachen zur Abstimmung bringen können wenn genug Unterschriften gesammelt werden und dann kommt's zur Abstimmung und dann wird das umgesetzt.
- 16:12Speaker 0: aber auch da.
- 16:14Speaker 0: also wenn ich damit den Leuten rede und da hört man ja auch nur Das System ist ja gut und schön, aber da muss eben auch das Bildungssystem hinterherkommen.
- 16:23Speaker 0: Damit diese Abstimmungen Sinn machen.
- 16:25Speaker 0: Du bekommst dann in der Schweiz zu jeder Abstimmung eine kleine Broschüre... ...und dann stehen da die Prokontrapunkte drauf!
- 16:34Speaker 0: Aber ja, da hast du auf so einem A-Fünf Flyer auch wieder relativ komplexe Probleme in Stichpunkten zusammengefasst.
- 16:42Speaker 0: Und dann ist auch die Frage wer liest sich diesen Flyer durch?
- 16:46Speaker 0: bekommt wieder seine Informationen über den TikTok-Kanal oder Telegram.
- 16:50Speaker 0: Auch nicht immer alles Gold, was da glänzt?
- 16:55Speaker 0: Ich weiß es nicht!
- 16:55Speaker 0: Es ist kompliziert.
- 16:57Speaker 0: aber ich glaube... ...es ist Zeit auch dass die... ich filme gar nichts in diesen links rechts also es gibt.. ich glaube es ist Zeit das die Guten kann man so sagen Das die die Nicht.
- 17:16Speaker 0: Und jetzt will ich eben schon sagen, was ich von der AfD höre ist so ein antiquierter Scheiß.
- 17:22Speaker 0: Wenn ich dieses Frauenbild das Gesellschaftsbild, das Familienbild auch mit Homosexualität im Sinne von Männer dürfen sich ja küssen aber doch bitte zu Hause und hinter dem zugezogenen Vorhang und nicht auf der Straße und schon gar nicht irgendwie an der Fassade der Allianz Arena.
- 17:40Speaker 0: oder diese Gesellschafts-Bilder die so rückwärts gewann sind Das ist wie, das zieht sich ja durch in eine USA.
- 17:49Speaker 0: Make America Great again!
- 17:50Speaker 0: Ja wann war denn Amerika Great?
- 17:52Speaker 0: Da gab es auch so nette Umfragen irgendwie wo Leute interviewt wurden.
- 17:55Speaker 0: Wann war Amerika
- 17:56Speaker 0: Great?!
- 17:56Speaker 0: Da gibt's zehn verschiedene Antworten aus zehn verschiedenen Epochen und wenn du dann die diese Epochenein schaust was da los war zu dieser Zeit eh...da gehts uns heute aber echt besser.
- 18:06Speaker 0: oder zumindest Frauen oder anderen Minderheiten Homosexuellen und Transsexuellen oder was auch immer.
- 18:14Speaker 0: Gibt da eine Million Beispiele von Menschen, die in den Fünfzigern und Sechzigern arg unterdrückt wurden oder überhaupt keine Rechte hatten?
- 18:20Speaker 0: Ich meine das Frauenwahlrecht in der Schweiz ist jünger als es gab.
- 18:24Speaker 0: Ikea früher in der Schweiz heißt dass es Frauenwahrerecht gab.
- 18:28Speaker 0: ja also insofern ich glaube Es wird schon Zeit dass man diesen rückwärts gewandten Denkstrukturen Auch ein bisschen strukturierte die Stürmen bietet weil sonst wären wir hier überrannt und finden uns in einer Welt wieder, wo der weiße heterosexuelle Mann ganz happy ist.
- 18:50Speaker 0: Aber Solomon Burke hat mal... Da ging es um die Sklaverei, dass sich wir jetzt hier nicht die Themen miteinander vermischen.
- 18:56Speaker 0: aber dieser Slogan None of Us Are Free One Of Us Is Chained None of us are free Der ist ja universell gültig.
- 19:05Speaker 0: also ich glaube du sprichst da einen guten Punkt an.
- 19:09Speaker 0: Wir müssen da irgendwie gebündeter auftreten und irgendwie zielstrebiger oder ich weiß auch nicht, aber... Welche Beitrag kann man leisten?
- 19:18Speaker 0: Du machst ein Podcast.
- 19:19Speaker 0: Ich mache Musik.
- 19:19Speaker 0: Ich versuche da auch irgendwie... Aber ja!
- 19:24Speaker 0: Man könnte mehr tun auf jeden Fall als einen Instagram-Post zu reposten Und dann glaube man hat sich demokratisch engagiert.
- 19:33Speaker 1: Ja ich glaub' ich hab letzte Woche mit einem Politikprofessor darüber diskutiert habe auch gesagt, dass was du auch ansprichst.
- 19:41Speaker 1: Ich glaube wenn wir nur in links und rechts denken kommen wir eh nicht weiter.
- 19:46Speaker 1: Die große Aufgabe die wir haben ist glaub ich das wir wieder so ein Wir finden Also dass wir uns alle als einen.
- 19:53Speaker 1: Wir verstehen In diesem Land auf diesem Kontinent wie auch immer Und wir von dort aus starten weil wenn wir mal aufhören werden immer nur ich Mein engster Umkreis, meine kleinste Bubble zu sehen und zu schauen wie es denen gut geht.
- 20:10Speaker 1: Sondern wir darüber nachdenken wie sonst allen besser gehen kann.
- 20:13Speaker 1: Und wir auch nicht immer uns so abstrahieren würden von Politik und allem was da an Entscheidungsprozessen abläuft sondern mal verstehen würden das in einer funktionierenden Demokratie wie wir sie in diesem Land ja haben.
- 20:25Speaker 1: Das muss man ja auch immer wieder den Leuten in Erinnerung rufen Dass wir da mitgestalten können und dass wir diejenigen sind, die dafür sorgen wer im Bundestag sitzt zum Beispiel oder im Landtag.
- 20:35Speaker 1: Und wenn wir die Rolle mal wieder wahrnehmen würden auch mental wahrnehmen würde und verstehen würden das wir Diejenigen sind die dieses wir gestalten und die damit auch da Das gestalten was wir in diesem land gemeinsam voran bringen kann dann werden wir schon Mal irgendwie lichtjahre weiter.
- 20:51Speaker 1: aber davon sind wir momentan ganz ganz weit weg Weil wir uns nur die Köpfe einhauen, wenn Menschen unterschiedliche Meinungen haben.
- 20:59Speaker 0: Ja absolut kann ich nicht zustimmen!
- 21:01Speaker 0: Die Kompromissbereitschaft aller Orts ist... Wo ist sie?
- 21:08Speaker 0: Also das hast du ja auch in der Ampelkoalition gemerkt.
- 21:11Speaker 0: also da ist es ja auch nicht so weit her gewesen mit der Kompromisse Bereitschaft und mit der gemeinsamen Lösungen finden und dann irgendwo umsetzen.
- 21:20Speaker 0: Da sind die Politikverdrossenheit groß Und dann wird der Ruf nach dem starken Mann wieder laut, der einfach etwas umsetzt und da passiert wenigstens was.
- 21:36Speaker 0: Am Ende fängt er nicht bei den Wahlen an und da hört es auch nicht auf, sondern man kann sich ja anderweitig gesellschaftlich engagieren.
- 21:48Speaker 0: Ich weiß noch wir haben damals, also in den Flüchtlingen, Welle kam und hat Adrian Röbisch, unser Gitarist in meiner Band Thomas, der hat Interessen dieses Shampoo-Shows ins Leben gerufen.
- 22:03Speaker 0: Und da haben wir in verschiedenen kleinen Clubs dann immer Konzerte mit Dresdner oder lokalen Künstlern und Musikern veranstaltet gegen freie Spende und haben Gelber gesammelt von diesen Geldern.
- 22:13Speaker 0: Da haben wir diese Dinge gekauft die in den Flüchtlingslagern Mangelware waren.
- 22:19Speaker 0: Das hieß Shampoo-Schoß, weil da ging es eben um so Hygieneartikel wie Tampons, Darmbinden, Rasierapparate.
- 22:26Speaker 0: Also all das was es da irgendwie, ich meine gemangelt hat an allem.
- 22:30Speaker 0: Dann haben wir das gesammelt und dann wurde das hingefahren.
- 22:32Speaker 0: Ich habe einmal, hab ich denn ... das wurde so aufgeteilt die Konzerte organisieren, die Konzerte spielen, das Zeug einkaufen, das Verpacken in Päckchenmannfrau und dann auch verschiedene Größen usw.
- 22:48Speaker 0: Und einmal habe ich das in die Flüchtlingsunterkunft gefahren.
- 22:53Speaker 0: Ich war am Tor, hab geklingelt, das Tor ging auf und bin reingefahren.
- 22:58Speaker 0: Dann kamen aus allen Richtungen sie angerannt und haben dann diese Kerpakete da quasi aus den Händen, aus dem Kofferraum rausgerissen und sich untereinander noch weggenommen.
- 23:09Speaker 0: Da herrschte ein Bedarf ... Das Ding konnte man so weit weg davon üben.
- 23:18Speaker 0: zu decken, aber das sind einfache... Also was heißt einfacher?
- 23:23Speaker 0: Es ist natürlich nicht so einfach da irgendwie die Konzerte zu organisieren.
- 23:26Speaker 0: Ich will mich da auch rausnehmen!
- 23:26Speaker 0: Ich hing dann nicht in der Organisation mit drin.
- 23:30Speaker 0: Das ist für Adrian Mist gewachsen.
- 23:33Speaker 0: er hat sich da sehr stark engagiert.
- 23:36Speaker 0: ich habe dann einfach mitgemacht ein bisschen.
- 23:38Speaker 0: Aber es gab da sehr viele Menschen die dann einfach auch mit geholfen haben.
- 23:43Speaker 0: und genauso gibt's ja auch politische Natur Diskussionsrunden, die da irgendwo engagiert werden.
- 23:50Speaker 0: Ich habe das in Wien wieder gesehen im Café.
- 23:53Speaker 0: Hier ist es schon wieder am ersten Mal zur Cork, Café Cork glaube ich.
- 23:57Speaker 0: Da gibt's irgendwie jeden Mittwoch eine Diskussionsrunde, wie so eine Philosophenrunde.
- 24:02Speaker 0: Wie früher.
- 24:02Speaker 0: Da trifft man sich einfach zum diskutieren.
- 24:04Speaker 0: tagesaktor erlaubt politischer Themen finde ich mega spannend.
- 24:09Speaker 0: Einfach mal hingen Sie an irgendeiner öffentlichen Diskussion beteiligen und dann auch mal quasi andere Meinungen zu hören, andere Blickwinkel zu hören als immer nur in der eigenen Bubble.
- 24:19Speaker 0: Ich merke das ja auch wie bei, ich weiß nicht ob du den Influencer kennst, markant, der online dann immer irgendwie zu den Gegendemonstraten ist diesen Anti-CSD-Demos geht und zu den AfD Parteitagen
- 24:29Speaker 0: usw.,
- 24:30Speaker 0: Der bewegt sich eben auch außerhalb seiner Bubble.
- 24:33Speaker 0: Es ist natürlich leicht sich zu Böhmermann zu setzen und dann irgendwie zu sagen so und so ist es und alle applaudieren Aber damit erreißt du auch nichts wirklich, weil du erreichst ja eh noch die, die sowieso dabei sind.
- 24:44Speaker 0: Also ich glaube dahin zu gehen wo es wehtut ist auch wichtig und da gibt's mehr Möglichkeiten als... Ich hab ja auch diese sozialen Medien irgendwie auf dem Kieker, weil viele glauben ja sie sind irgendwo engagiert, weil sie irgendwo was reposten oder irgendwann eine verscheuerte Story ablassen Und dann haben wir unsere politische Bürgerpflicht erledigt Oder aber auch gleichzeitig irgendwelche Shitstorms mitbefeuern und lostreten, weil irgendwo unrefliktiert und undurchdacht irgendwo kommentiert wird.
- 25:17Speaker 0: Aber ja wir reden noch gar nicht über Musik.
- 25:19Speaker 0: also das sind alle.
- 25:21Speaker 0: die Themen finden sich ohne Teigelfinger in meinen Songs wieder!
- 25:26Speaker 1: Da wollte ich nämlich gerade drauf kommen, aber ein kurzer Gedanke noch dazu.
- 25:30Speaker 1: Ich habe vor zwei drei Wochen mit Wolf Biermann darüber gesprochen Und wir sind so ein bisschen zu dem Schluss gekommen oder haben darüber philosophiert, ob es vielleicht auch einfach an diesem Überfluss an... Also gerade in unserer Generation sind wir nicht weit auseinander.
- 25:47Speaker 1: Ich bin ausnahmsweise mal zwei Jahre älter glaube ich als du.
- 25:50Speaker 1: Aber gerade in unsere Generationen wo wir diese Flut an Informationen haben und gleichzeitig auch so eine gewisse Informationsüberforderung weil wir damit ja auch nicht aufgewachsen sind das kann man dann irgendwie erst als wir langsam erwachsen wurden, dass wir mit der Verarbeitung von all den Sachen die da da und rein pressen ohnehin schon so leicht überfordert sind.
- 26:12Speaker 1: Dann uns zu all dem auch noch irgendwie verhalten wollen das aber dann wiederum irgendwie nur in unserem absolut direktsten Umfeld kommunizieren Und sich das dann für uns schon so anfühlt, also uns zwei nehme ich jetzt mal aus weil wir tausend Dinge machen darüber hinaus aber für viele.
- 26:30Speaker 1: Sich dann schon so an fühlt als würden sie ja schon so viel machen und sich dazu verhalten und da zu positionieren dass einfach ist auch irgendwie ein energie fehlt was man ja auch vielen menschen gar nicht übernehmen kann weil jeder steckt in einem stressigen job hat tausende dinge zu tun.
- 26:44Speaker 1: aber es ist so eine so ne Leichte Entschuldigung zu sagen naja aber ich habe ja eine Meinung und ich hab doch das an meine drei ängsten Freunde gesagt.
- 26:53Speaker 1: Hab dann was geliked und was gepostet und dann ist auch mein Job eigentlich auch schon getan?
- 26:59Speaker 0: Ja also ich will mich da gar nicht so sehr mit rausnehmen weil ich hab, ich hatte auch meine Trägenphasenzeiten bin es auch immer noch und ich kümmere mich ja auch um meinen Meinzeug Ich weiß auch nicht.
- 27:12Speaker 0: Also ich will, ich würde mich jetzt hier nicht mit einem heiligen Schein hinstellen.
- 27:16Speaker 0: Aber ich glaube auch, weil du bist gerade angesprochen hast jeder hat eine Meinung.
- 27:18Speaker 0: das ist auch ein zentrales Problem meiner Meinung nach.
- 27:21Speaker 0: Es muss nicht jeder immer eine scheiß Meinung zu allem haben.
- 27:25Speaker 0: also erstens glaube ich kursiert da auch viel halbwissen irgendwo oft und dann wird es aber ständig wenn werden meinungen geteilt und werden man kann doch mal die schnauze halten man muss sich nicht so immer zu allem verhalten und weiter auch dadurch dann immer noch mit öl ins feuer gießen.
- 27:42Speaker 0: also man kann auch mal zuhören und sich zurücknehmen.
- 27:46Speaker 0: Und man muss nicht überall noch irgendwo, ja ich habe es gesagt so.
- 27:51Speaker 0: also das ist glaube ich auch ein Punkt.
- 27:53Speaker 0: natürlich ist es gut sich zu äußern, sich zu beteiligen an Debatten aber zuhörend ist genauso eine Beteiligung.
- 28:02Speaker 0: und ja auch mal sich selbst hinterfragen und sich selbst The Man in the Mirror.
- 28:10Speaker 1: und zuhören kann man zum Beispiel dir ganz gut.
- 28:13Speaker 1: Und was du ja machst, ist... Du hast ja im Endeffekt deinen ganz eigenen Weg gefunden.
- 28:17Speaker 1: Wie du solche Themen dann auch platzierst und jetzt nicht nur politische Kritik sondern generell gesellschaftliche Themen unser Verhalten wie wir so mit unserem Leben umgehen?
- 28:28Speaker 1: Wie gehst du denn daran?
- 28:29Speaker 1: also du willst ja nicht den klassischen Protest Song machen wie man ihn ja auch kennt vor allem aber auch aus früheren Krisenjahrzehnten kennt wo das noch viel offensiver und viel direkter war wenn man mal die ganze Protestmusikbewegung rund in Vietnam kriegt, zum Beispiel sich anschaut oder so.
- 28:47Speaker 1: Aber du hast ja einen subtileren Weg für dich gefunden wie du in deiner Musik solche Themen dann auch platzierst, sodass es jetzt nicht einfach nur diesen Stempel bekommt hier ich meine jetzt irgendwie protestmusik sondern das ist ja irgendwie auch Kunst und es soll ja auch Musik sein und Musik soll ja irgendwo noch den Leuten auch Spaß beim Zuhören machen und es sollen irgendwie bewegen und auch Emotionen transportieren
- 29:08Speaker 0: Ja?
- 29:09Speaker 0: Ja und nein.
- 29:09Speaker 0: also Ich versuch das, aber bei dem Telegram ist glaube ich schon relativ klassischer Protestsong.
- 29:17Speaker 0: Aber es ist eben auch nicht so leicht ein deutschsprachigen Protestsong zu schreiben der dann eben schnell... Es klingt da noch schnell plat und pathetisch und es hat doch schnell diesen gefürchteten Zeigefinger oder den ich Partu nicht drin haben will und dieses du-du-du und das macht man aber nicht oder das sagt man so nicht oder dass darf man aber.
- 29:39Speaker 0: Also, davor hatte ich am meisten Angst.
- 29:41Speaker 0: Das habe ich partout vermieden und das passiert halt schnell.
- 29:46Speaker 0: Es gibt ja oft Protestsong-Konteste auch in den Österreichern.
- 29:51Speaker 0: Ich guck mich das mit!
- 29:52Speaker 0: Und ich finde es super ist wichtig.
- 29:54Speaker 0: die Ergebnisse finde ich nicht immer gut, sagen wir mal so.
- 29:59Speaker 0: Die Message?
- 30:00Speaker 0: Ja, die Umsetzung ist halt nicht jeder.
- 30:03Speaker 0: Bob Dylan oder Woody Guthrie oder wie auch immer Ich weiß noch damals Masters of War von Bob Dylan war ein Song, der mich lange sehr fasziniert hat.
- 30:12Speaker 0: Und ich wollte das auch.
- 30:13Speaker 0: Ich wollte auch so'n Song schreiben und ich kann sagen seit ... Ich bin seit fünfzehn Jahren immer noch dabei, dass zu probieren bzw nicht weil es dann irgendwann aufgegeben hab zum meinem eigenen Wohl!
- 30:25Speaker 0: Weil's natürlich Quatsch ist, weil niemand ist Bob Dylan außer Bob Dylan Und das muss man auch irgendwie akzeptieren.
- 30:32Speaker 0: Man muss dann einfach seinen eigenen Weg finden, also sich hinzusetzen und zu sagen ich möchte jetzt ein Protestsong schreiben.
- 30:37Speaker 0: Ah worüber denn?
- 30:39Speaker 0: Lass mich mal überlegen!
- 30:41Speaker 0: So funktioniert es nicht.
- 30:42Speaker 0: Dann kommt noch scheiße bei raus.
- 30:44Speaker 0: Deswegen finde ich auch so Protestsong-Konteste.
- 30:48Speaker 0: Das ist eine Auftragsproduktion aber das verfehlt den Kern des Protests der meiner Meinung nach etwas ist was sich... will und was raus muss.
- 30:59Speaker 0: Es passt einfach zeitlich gut zusammen.
- 31:03Speaker 0: Und es gibt auch ein Gegenbeispiel, Fützmann Herwig Zamanik in Wien steht auf für die Wiener Festwochen so eine Hymne geschrieben.
- 31:13Speaker 0: Das war glaube ich für die Vienna Festwoche einer Auftragsproduktion.
- 31:15Speaker 0: Das ist ein fantastisches Song geworden, muss man sagen.
- 31:18Speaker 0: Man klingt aber auch als ob das irgendwie einen Song aus den... Keine Ahnung irgendwie Siebziger, sechziger Jahren wäre irgendwie der in irgendwo den irgendwelcher Arbeiter in Italien irgendwo gesungen hätte und er hat ihn jetzt verdeutzt.
- 31:32Speaker 0: Das ist eine fantastische Hymne hat er da geschrieben.
- 31:35Speaker 0: aber in aller Regel oder weiß ich in aller regel oft sie merke ist das es dann... Und so ist auch bei mir gewesen.
- 31:42Speaker 0: Ich habe ganz viel geschrieben und wieder weggeschmissen weil es einfach nicht gut genug ist Oder weil's nicht poetisch genug ist und weils zu sehr mit dem Nagel auf dem Kopf ist und dann finde ich keinen Spaß daran.
- 31:54Speaker 0: Und deswegen ist das bei mir auch jetzt das politische Album gekommen oder das gesellschaftskritische und nicht schon die drei Alben vorher.
- 32:03Speaker 0: Da gab es auch einzelne Songs, aber dass sich so durch das Album zieht, ist jetzt so weil es jetzt raus musste.
- 32:11Speaker 0: Weil jetzt sich es so verdichtet hat über die letzten Jahre und über die Entwicklungen auch seit Corona was ja noch mal ein krasser Katalysator war in der Gesellschaft und in der Radikalisierung der vieler Menschen und der Spaltung der Gesellschaft usw.
- 32:28Speaker 0: Da hat sich eben, da hat sie soviel verdichtet und angestaut dass jetzt ausgebrochen ist und deswegen ist das so passiert.
- 32:34Speaker 0: Es war kein Konzeptalbum was ich mir vorgenommen hatte.
- 32:38Speaker 0: es ist jetzt an der Zeit mal im politisches Album zu schreiben.
- 32:41Speaker 0: Und ja... Ich will natürlich immer, dass man sich in den Songs auch wiederfinden kann Dass ich nicht ein Song für mich oder die Person, die ich adressiere.
- 32:54Speaker 0: Sondern dass sich viele Menschen dringend wiederfinden.
- 32:56Speaker 0: Deswegen bin ich auch nie entfernt davon zu erzählen und zu erklären was ich mir dabei gedacht habe wenn ich ein Song schreibe weil ich finde ja das schönste dass ich bei so vielen Songs zum Beispiel... Ich glaube nicht mehr daran.
- 33:08Speaker 0: auf dem neuen Album ist er ein Song wo es um diese Entfremdung auch in sehr intim persönlichen familiären privaten Umfeld geht.
- 33:19Speaker 0: Aber was ich alles gehört habe, worum es in diesem Lied geht von gescheiterten Beziehungen, also romantischen Beziehung hin zu eben.
- 33:30Speaker 0: Ich will gar nicht sagen... Es gibt so viele, ich hab schon zu vielen Liedern so viele Interpretationen gehört wo ich mir dacht,
- 33:35Speaker 1: wow
- 33:35Speaker 0: geil top!
- 33:36Speaker 0: Hätte ich vorher erzählt, was ich mir gedacht hätte, wäre das ja gar nicht möglich gewesen weil dann hätten die Leute irischer Blone und wissen was sie denken und fühlen müssen und können sich vielleicht gar nicht damit identifizieren Nicht annähernd das aus in den Menschen, was es tut wenn ich dich nicht nachzuhalte.
- 33:51Speaker 0: Deswegen halt ich mich nicht nachzu.
- 33:54Speaker 1: Und genau in dieser Identifikation liegt ja auch irgendwie die Kunst dass man eine Brücke baut zu denen Menschen die gerade zuhören weil sich die Leute dann irgendwie jeder hat das irgendwie schon mal erlebt oder irgendwo schon mal eine ähnliche Geschichte gehabt und zwar ist jetzt ab einer gewissen Uhrzeit kein Frühstück mehr bekommen.
- 34:13Speaker 1: zumindest das was man eigentlich haben wollte Wobei du es ja dann doch bekommen hast, habe ich gehört.
- 34:18Speaker 0: Ich hab's doch bekommen und ist ja auch so dass schon Redakteure in Radios gesagt haben ein Song über eine Mahlzeit weiß ich nicht interessiert uns nicht sehr.
- 34:27Speaker 0: Auch das is ja nur ein Bild für dieses.
- 34:29Speaker 0: egal was du tust kannst dich anstrengen wie du willst am Ende wirst du scheit und dir werden wieder Steine in den Weg gelegt Und das ist ja eine Antibürokratie-Hymne im Grunde auch ein Protestsong in gewissen Sinne aber natürlich das Bild was ich gewählt habe.
- 34:44Speaker 0: So ist es auch entstanden, dass ich im Café sitze und die Uhr zeigt eine Minute nach zehn.
- 34:51Speaker 0: Also bekomme ich das frisch durch nicht weil der Koch sagt, das ist aber jetzt eins nach und hat mich natürlich enorm aufgeregt und erschoffiert.
- 35:01Speaker 1: Vor allem hatten wir solche Situationen ja alle mal Und das meine ich eben, dass er so einfach dann da irgendwie einen Bezug auch herzustellen.
- 35:09Speaker 1: Weil genau diese Bürokratie im Kleinen manchmal so unnötig ist aber irgendwie dann durchgezogen wird weil irgendjemand gesagt hat wir machen das jetzt so
- 35:18Speaker 0: Ja es ist ja auch eine... Ich finde ja Europa ist so ein tolles Konstrukt und hat so viel So viel starke und tolle Seiten, das ist so wichtig.
- 35:28Speaker 0: Das ist etwas was wir unbedingt mit aller Kraft verteidigen und fortführen und stärken müssen.
- 35:35Speaker 0: Und er hat natürlich aber auch seine überregulierenden Seiten.
- 35:41Speaker 0: Aber so ist es nicht perfekt und dabei muss man arbeiten!
- 35:44Speaker 0: Aber diese Überregulierung überall, die dann auch vielen Menschen einfach Sachen erschwert... Und wenn ich nur daran denke, wie man irgendwo Sachen verkauft oder nicht verkauft werden dürfen von irgendwelchen Flow-Märkten.
- 35:59Speaker 0: Weil es dann wieder irgendwelche steuerlichen Probleme gibt oder was weiß ich nicht irgendwie.
- 36:04Speaker 0: Es gibt genug Grund sich aufzuregen.
- 36:06Speaker 0: Es gibt immer genug Grund Sachen zu verbessern.
- 36:09Speaker 0: Es gib genug Kritikpunkte auch an... Also auf jeden Fall gerade an unserer Regierung und an allen Regierungen.
- 36:16Speaker 0: Und es gibt sehr viele berechtigte Probleme, aber die Frage ist dann immer was ist eine legitime Antwort und was sind seine vernünftige Antworten?
- 36:23Speaker 0: Die AfD ist meiner Meinung nach auf jeden Fall die schlechteste aller Antworten auf all die Probleme, die wir haben.
- 36:29Speaker 1: Absolut!
- 36:30Speaker 1: Vor allem das steht uns ja auch vollkommen frei ums in politischen Parteien zu engagieren oder zumindest eben in die Debatte zu gehen.
- 36:39Speaker 1: Dann muss ich ja nicht gleich irgendwie die AfD wählen.
- 36:44Speaker 1: CDU CSU oder SPD, oder Grünen oder linken Versammlung und sonst wohin gehen.
- 36:49Speaker 1: Und da einfach mal mit diskutieren und dann meine Themen mitnehmen oder in Bürgersprechstunden gehen mit Bundestags- oder Landtagsabgeordneten?
- 36:57Speaker 1: Also ich kann ja diesen Dialog auch suchen oder ich drücke ihn online aus aber... ...dann einfach in so einen puren Protest zu gehen und quasi mitteinzukaufen was die AfD sonst noch alles im Gepäck hat Was dann eben teilweise maximal Demokratie und menschenfeindlich ist Ja, das verstehe ich immer nicht ganz wie Menschen, dass dann einfach weg ignorieren können.
- 37:22Speaker 0: Ich weiß es auch nicht... Aber ich glaube in meinem Song Tim Telekom geht's ja gerade um dieses, was du offenbar angesprochen hast mit diesem Internet und so.
- 37:30Speaker 0: Manchmal wäre auch ein Führerschein fürs Internet nicht schlecht, dass man da irgendwie ... Ich bekomme da eben auch ... Ich habe Nachrichten bekommen immer natürlich mit ungefähr dreiundzwanzig Ausrufezeichen Und alles groß geschrieben, das ist ja irgendwie der neue Style.
- 37:45Speaker 0: Dann hat es natürlich auch wie Trump macht's ja genauso und dann immer noch mit diesen Attributen noch mit so unfassbar und kann zu glauben und krass!
- 37:55Speaker 0: Und eine reißerische Schlagzeile.
- 37:59Speaker 0: und dann sitzt immer ein halb verlotterter Typ vor irgendeinem Bücherregal mit seiner verpixelten Webcam und erzählt irgendwas Als der Experte dargestellt, hast du das schon gesehen?
- 38:10Speaker 0: und der sagt wie es ist.
- 38:11Speaker 0: Du musst hinter den Vorhang schauen... Und ja ich meine klar müssen wir hin zu den Vorhangen schauen.
- 38:15Speaker 0: Klar müssen wir das Geldes folgen.
- 38:17Speaker 0: Das sind die realen Probleme, die unsere Gesellschaft oder die Welt hat.
- 38:21Speaker 0: dass die reichen und mächtigen Leute auch mittlerweile überhaupt keinen Hehl mehr daraus machen was sie vorhaben mit Peter Thiel und auch mit Maske und dass da der normale Mensch nur noch als Währung Arbeitsbiene irgendwo betrachtet wird.
- 38:36Speaker 0: Und als Versuchs- oder Testobjekt macht er keiner mein Held raus, nur eben was Schlussvorgolmann daraus?
- 38:44Speaker 0: und wo führt das denn hin?
- 38:46Speaker 0: Ja könnt ihr hören in meiner Song Tim Telegrahm.
- 38:50Speaker 1: Bei dem Album
- 38:51Speaker 0: muss man Spaß haben am Leben.
- 38:53Speaker 0: Absolut!
- 38:53Speaker 0: Nicht nur immer irgendwie die... uns geht es nicht so verdammt schlecht wie wir mal alle sagen und dann heißt es immer ja aber damit das so bleibt müssen wir jetzt laut werden und so, ja klar.
- 39:03Speaker 0: Aber wer doch laut gegen die Dinge, die uns gerade wirklich irgendwo in unserem freien Leben auch bedrohen?
- 39:11Speaker 0: Und immer diese Schwarzmalerei gerade bei den Deutschen... Ich war letztes Jahr vorletztes Jahr schon, war ich ein Monat im Palermo und habe angefangen Italienisch zu lernen.
- 39:20Speaker 0: War der einzige Deutsche in einer Runde... Ne!
- 39:22Speaker 0: Es waren noch eine ältere deutsche Frau und ein älterer deutscher Mann eben aber die waren schon so siebzig was ich gut fand dass sie noch neue Sprache lernen wollen.
- 39:30Speaker 0: Aber dann ging es darum in einer Runde mit Brasilianern.
- 39:35Speaker 0: Wirklich aus der ganzen Welt waren wir eine Klasse von zehn Leuten, allen Altersschichten die über ihre Heimat gesprochen hatten.
- 39:43Speaker 0: Weil wir hatten an irgendeinem Punkt einen italienischen Film geschaut über die Verhältnisse auf Sizilien und was auch den Müll betrifft.
- 39:52Speaker 0: Und der Film hat sehr witzig karikiert, was die Probleme Palermos und Sizilians sind So, die gesellschaftlichen und auch strukturellen Probleme.
- 40:02Speaker 0: Und dann wurde danach diskutiert auf Italienisch natürlich was denn in unseren Heimatländern eigentlich los ist?
- 40:09Speaker 0: Und dann ging es natürlich los bei den beiden Deutschen.
- 40:13Speaker 0: Was da alles lamentiert wurde!
- 40:16Speaker 0: Man hat in allen Gesichtern von Brasilianern, zwei Mal irgendwo aus Südafrika war einer Leute dabei.
- 40:24Speaker 0: Es waren Asianten dabei... Die Deutschen haben da lamentiert und sich über Sachen aufgeregt, ich sage es auch nur daran.
- 40:32Speaker 0: Wenn das die wirklich großen Probleme unseres Daseins sind ... Herzlichen Glückwunsch zu deinem glücklichen Leben!
- 40:41Speaker 0: Natürlich gibt's ernsthafte Probleme mit Altersarmut und es gibt viele, viele Probleme in Deutschland, die gelöst werden müssen und Unterbesetzungen in den Pflegeberufen und im ganzen Gesundheitsjahr.
- 40:53Speaker 0: Es gibt tausend ernstzunehmende Probleme.
- 40:57Speaker 0: Aber es ist schon manchmal auch auffällig, wie der Stereotyp Deutsche worüber er sich aufregen kann.
- 41:04Speaker 0: Und im Vergleich, im weltweiten oder auch im europäischen Vergleich geht's das schon sehr gut und das wird auch schnell vergessen.
- 41:11Speaker 0: wenn man dann nur mit so einer Fresse durch die Welt läuft und keinen Spaß mehr am Leben hat habe ich eben auch den Leuten immer gesagt, die mich versucht haben für ihre Sachen zu gewinnen was denn die Antwort?
- 41:19Speaker 0: also mein Album ist jetzt die Antwort auf diese ganzen Versuche.
- 41:23Speaker 0: was ich auch immer gesagt habe, selbst wenn du mit allem Recht hättest.
- 41:27Speaker 0: Dieses Leben kann ich noch nicht führen!
- 41:29Speaker 0: Ich kann doch nicht so durch mein Leben gehen wie du das gerade tust weil du bist doppelt alt wie ich meine Dwingen.
- 41:36Speaker 0: aber ich möchte noch Spaß haben in meinem Leben, ich möchte nur etwas erleben.
- 41:40Speaker 0: Ich will noch irgendwie teilhaben an der Welt und auch mitgestalten.
- 41:46Speaker 0: Wenn ich die Welt so betrachte wie du dann da kann ich mir einen Strick nehmen.
- 41:51Speaker 0: Und ja, also ich sehe die Leute auch selten lachen ehrlich gesagt.
- 41:56Speaker 0: Es wird geschimpft, geschimpfet und wenn man fertig ist mit Schimpfen dann... ...wird geschimpftert und es ist ermüdend!
- 42:04Speaker 1: Wir sind alle so verbittert geworden und haben gleichzeitig aber auch den Spaß an einer sachlichen Debatte verloren.
- 42:12Speaker 1: Also das kann ja auch Spaß machen sachlich zu debattieren Hier.
- 42:16Speaker 1: einer unserer ehemaligen Gäste, Michel Friedmann könnte da ganze Tage füllen mit Vorträgen darüber wie Spaß so einen Streit machen kann wenn er sachlich ist und irgendwie man sich nicht die Köpfe einhaut sondern Argumente austauscht.
- 42:28Speaker 1: Und das haben wir völlig verloren also spätestens seit der Pandemie weil da sowieso jeder nur noch auf den anderen einkloppt statt dass man sich mal hinsetzt und sagt du hast eine Meinung ich habe ne Meinung lass doch mal drüber reden ohne ...unsachliche Emotionen, sondern einfach mal sagen okay, gib mir deine Argumente, gib ma meine.
- 42:45Speaker 1: Vielleicht finden wir irgendwas was uns verbindet?
- 42:47Speaker 0: Ja und ich will da die linke Szene... Also die ist ja genauso fucking mitschuldig!
- 42:53Speaker 0: Da is einer Radikalität am Start und da wird einem nichts also nichts gegönnt es wird auch nicht toleriert dann wird auch direkt losgeprügelt.
- 43:01Speaker 0: wenn man da Wenn ich mich schon hinsetze und irgendwas von Brückenbauen erzähle Dann weiß ich jetzt schon Es gibt direkt wieder auf die Fresse.
- 43:07Speaker 0: aber mit Faschesen redet man nicht Ich seh ja Natürlich.
- 43:10Speaker 0: Also klar, man muss natürlich ganz klare Grenzen haben.
- 43:13Speaker 0: aber es ist nicht jeder ein Faschist der da draußen rumläuft, der nicht wie du irgendwie denkt.
- 43:18Speaker 0: also Da ist auch eine Null Toleranz auch im linken Spektrum drin.
- 43:22Speaker 0: und ich muss auch sagen auch dieser der der Vokismus Der in den USA ja zum vor allem dann die diese konservative und ärztkonservative rechts wieder so stark gemacht hat er hat das bestimmt auch in paar punkten übertrieben Geform weil irgendwo Sachen zu schnell und zu radikal irgendwie will ja gar nicht so rein, aber ganz viele sehr wichtige Punkte wurden vielleicht irgendwo... hat man sich verstolpert und ist mal zu schnell gerannt irgendwie.
- 43:49Speaker 0: So dass eine sehr harsche Gegenbewegung da jetzt wieder entstanden ist die natürlich mit aller Brutalität jetzt dagegen schlägt.
- 43:56Speaker 0: Aber was ich nur sagen will also Ich will nicht da sitzen und immer noch auf den auf den Rechten herum prügeln Mit aller Berechtigung sondern auch Auf den auch auf vielen Linken, die das ja manchmal sehr, sie können sehr intolerant sein.
- 44:13Speaker 1: Du hast bei dem Album ja in der Produktion aus ein paar Sachen anders gemacht nämlich vieles schon zu Hause auch vorproduziert.
- 44:20Speaker 1: hat das vielleicht auch geholfen mit den Themen so ein bisschen einfacher umzugehen und da so Ja vielleicht erst mal mit dir auszumachen und wie du da rangehst bevor du gleich irgendwie Mit einem Riesenteam da sitzt und das ganze direkt produzierst?
- 44:36Speaker 0: Ja, ist absolut.
- 44:37Speaker 0: Ich konnte natürlich viel mehr Sachen mir erarbeiten und ich konnte viel intuitiver arbeiten weil niemand neben mir sitzt der auf die Uhr schaut oder ein Studietag der Geld kostet.
- 44:50Speaker 0: sprich ich konnte mir ganz viel Zeit lassen hab das auch getan.
- 44:53Speaker 0: und dann sind zum einen sind Sachen wo ich eine ganze Nacht lang fünfzig takes gebraucht habe um es so klingen zu lassen dass aber ich mir keine Mühe gegeben hätte ... oder andersrum, dass sich Sachen eine Idee die ich hatte innerhalb von zehn Sekunden... ...hatte ich die Idee und hab es direkt... also undurchdacht aufgenommen.
- 45:13Speaker 0: Und eingespült, dadurch ist das ein sehr nahbarer und intuitives Ding geworden.
- 45:19Speaker 0: Untergehend zum Beispiel ist so ein Song den ich geschrieben und sofort aufgenommen habe.
- 45:24Speaker 0: Ohne dass da... ohne dass da irgendwie sehr viel Zeit war um Sachen zu zerdenken was in der Musik schon einen... ein ernstzunehmendes Problem ist, Sachen zerdenken.
- 45:34Speaker 0: Und je länger man an einem Album arbeitet, desto länger... Man wird ja nie fertig!
- 45:38Speaker 0: Man hört nur irgendwann auf und man macht es nicht immer besser so.
- 45:43Speaker 0: Wenn ich den ersten Album hab ich jeder zu geneigt, Sachen überzu produzieren im Sinne von, da könnte man aber noch das machen, dann könnte man auch das machen.
- 45:50Speaker 0: Am Ende ist so viel Zeug drin, sodass wenn ich mir jetzt irgendwie Stones platten oder Beatles-Sachen von früher auch anhöre wieviel Luft Da herrscht oder auch in modernen Produktionen wieder bei Billy Eilish, da gibt es teilweise so viel Luft und das ist wichtig.
- 46:04Speaker 0: Und dann muss man auch sehr aktiv Platz lassen.
- 46:08Speaker 0: Weil man könnte alles füllen mit tausend Ideen.
- 46:12Speaker 0: Für mich war das eine ganz neue Erfahrung, dass zu Hause alle allein machen zu können ohne dass ich Stress- und Zeitdruck hatte.
- 46:21Speaker 0: Aber es war eben auch das erste Mal weil ich jetzt erst durch Matt Leiner der Software und dem Programm und dem Home Recording beschäftigt hat.
- 46:29Speaker 0: Und sie mir Sachen gezeigt hat, die ich vorher einfach noch nicht konnte.
- 46:33Speaker 0: Sprich man hatte ja auch ein Problem wenn ich eine Idee habe... ...und dann setze ich mich an den Rechner oder sitze vor einem Programm das ich nicht verstehe.. ..und da bin ich eine halbe Stunde lang mit der technischen Seite beschäftigt.
- 46:45Speaker 0: Da ist die Idee weg!
- 46:47Speaker 0: Der Arbeitsfluss ist weg.
- 46:48Speaker 0: also man braucht es schon in gewisses Handling dass man flüssig arbeiten kann damit man die Ideen auch fließen lassen kann.
- 46:56Speaker 0: Und das war bei mir jetzt zum ersten Mal der Fall und ich habe es sehr genossen, und konnte dann eben auch Sachen ausarbeiten.
- 47:03Speaker 0: Das war früher, das war ein anderer Herangehensweise hat mega Spaß gemacht, dass sich einfach mit einer Akustik-Gitarre eine Gesangsline und einem Text bin ich ins Studio und haben wir uns das im Studio angehört.
- 47:14Speaker 0: Ich hab' das vorgespielt und wir haben uns mit den Produzenten Gedanken gemacht Es könnte man machen, ja spülen wir doch mal ein Bass oder einen Schlagzeug und hast du da eine Idee?
- 47:23Speaker 0: Ich sog nö eigentlich nicht.
- 47:25Speaker 0: Aber ich hätte gern so vielleicht und so hat sich das dann alles irgendwie hingeworschtet.
- 47:30Speaker 0: Und es war super!
- 47:33Speaker 0: Der Herr Futzmann hat immer gesagt lassen wir ein Fisch fangen und entschuppen und putzen und ausnehmen können wir ihn später aber erstmal muss der Fisch gefangen werden.
- 47:45Speaker 0: für mich, der auch gar keine Ahnung hatte was ich so damals so richtig wo ich hin wollte und der das auch nicht umsetzen konnte zu Hause jetzt an einem Home Recording einen einzelnen Instrumenten Spuren zu arbeiten.
- 47:58Speaker 0: Für mich war es perfekt aber jetzt bei diesem Album war ich am Punkt wo ich das konnte und wo ich sehr viel Spaß daran gefunden habe Sachen mal zur Ende zu denken und dann ins Studio zu gehen oder in Proberaum erst mitzugehen wie meiner Band Kommen.
- 48:14Speaker 0: wir probieren das jetzt.
- 48:14Speaker 0: Der Bass könnte das machen, das Schlagzeug.
- 48:16Speaker 0: Das habt ihr noch Ideen?
- 48:17Speaker 0: Lass uns das noch verfeinern und dann gehen wir ins Studio und wissen im Studio aber ganz genau was wir machen wollen.
- 48:22Speaker 0: Zum Grunde wie es früher auch war.
- 48:24Speaker 0: Sprich ich gehe nicht mehr drei Monate ins Studio sondern ich geh zwei Wochen ins Studio.
- 48:29Speaker 0: unter Nachts ist Album fertig.
- 48:31Speaker 1: Hat mich übrigens ein bisschen an die Entstehungsgeschichte von Nebraska von Bruce Springsteen erinnert der ja auch irgendwie nicht happy erstmal war mit der idee das im studio aufzunehmen sondern der es zu hause erst mal alles irgendwie rekordet hat und es im studio partout nicht so hinbekommen hat wie er's eigentlich haben wollte und am ende ja dann so durchgesetzt hat dass wirklich die die aufnahmen, die er zuhause gemacht hat dann gemastert werden und irgendwie verwendet werden was eine riesige diskussion war.
- 49:02Speaker 0: ist bei mich genau das gleiche.
- 49:07Speaker 0: Da sind die Gesangsspuren, die ich zu Hause aufgenommen habe.
- 49:10Speaker 0: Mit einem Mikrofon was wirklich ein Debruchteil von dem gekostet hat... Also das ist ja nicht nur das Mikrophone.
- 49:19Speaker 0: Allein die Kabel in dem Studio kosten doppelt so viel wie mein Mikrofone gefühlt.
- 49:25Speaker 0: Plus die ganzen Vorverstärker, die Kompressoren, diese ganze Hardware.
- 49:30Speaker 0: Das ist ja ein unfassbares Geld und Arbeit.
- 49:35Speaker 0: nur auch was in so einem professionellen Tone Studio steckt.
- 49:38Speaker 0: Bei mir rauscht alles und alle irgendwie, also... Aber am Ende gewinnt immer der beste Take, gewinnte immer gegen die bessere Qualität, also gegen die Soundqualität.
- 49:50Speaker 0: Und es gibt einiges, ich will nicht sagen welche weil dann kann sich ja hier überlegen ob man das hört oder nicht.
- 49:56Speaker 0: Wir haben das schon ganz gut hinbekommen.
- 49:57Speaker 0: am Ende aber die Diskussion hatte ich mit dem Produzenten sehr lange mit Alex Prave.
- 50:02Speaker 0: Er war nämlich strikt dagegen, dass ich die Spuren von mir zu Hause nehme.
- 50:06Speaker 0: Gibt ein paar getan Spuren und Gesangspuren von zuhause.
- 50:10Speaker 0: War ein Riesendrama!
- 50:11Speaker 0: Weil es stimmt auch.
- 50:13Speaker 0: Alles was ich im Studio gemacht habe klingt feiner.
- 50:18Speaker 0: Ob das aber jetzt... Audio viele Leute hören das dann vielleicht?
- 50:21Speaker 0: Ob das jetzt jeder sofort hört oder geht ja auch um Nuancen und so.
- 50:27Speaker 0: Und ist klar, dass der Produzent will, dass sich noch einen Studiedag buche.
- 50:31Speaker 0: Aber mein Geld war alle.
- 50:34Speaker 0: Und ich habe es bei einem Song, ich hab's zehnmal probiert.
- 50:37Speaker 0: Aber ich habe ist nicht mehr so gut gesungen wie zu Hause und ich habe das damals Zuhause müde oder auch irgendwie... Ich weiß nicht mehr wie ich drauf war aber Es war spät in der Nacht und ich hab das Nicht laut aber irgendwie richtig gesungen!
- 50:53Speaker 0: Ich habe irgendwie den Ton getroffen, ich weiß nicht Im Studio habe ich mir Mühe gegeben und es klang danach als ob ich mir Mühle gebe.
- 51:04Speaker 0: eine Liveatmosphäre auch.
- 51:06Speaker 0: Wir wollten ja immer, und das ist... man will ja mit den Instrumenten will mehr noch ein Live-Drive einfangen die Energie von live, dass es nicht so ne, weil sich nicht klinisch setzierte Studieaufnahme ist sondern Man will ja die Energie eines Livekonzerts versucht man auch im Studio einzufangen.
- 51:24Speaker 0: Bei der Stimme allerdings neigt man dann schnell dazu etwas zu überpowern und zu überpressen.
- 51:30Speaker 0: Und bei einem Song hat er gemeint Das war dann auch gut vom Coaching her.
- 51:34Speaker 0: Also ich kann jetzt eh sagen, weil es tut mir leid.
- 51:36Speaker 0: Habe ich das endlich im Studio gesungen?
- 51:39Speaker 0: Aber bei diesem Song war's für mich sehr wichtig, weil.
- 51:42Speaker 0: er hat dann auch gemeint der Produzent Alex meinte Du du du pressst so sehr!
- 51:47Speaker 0: Du gibst dir zu viel Mühe!
- 51:48Speaker 0: Stell dir doch mal vor wenn du jemanden ist tut mir Leid sagst da schreist du doch eben nicht ins Gesicht Sondern das sagste doch irgendwie kleinen lauter und weniger weniger angespannt Und Ich habe mich auf der Bühne vorbestellt wie ich irgendwie.
- 52:01Speaker 0: Es war wieder falsche Weg.
- 52:04Speaker 0: Und dann hat er mich da so ein bisschen auch beim Vocal Coaching-mäßig geerdet und sowas ist dann Gold wert gewesen, aber bei manchen Songs hat das nicht funktioniert.
- 52:13Speaker 0: Da war es am Ende... Aber das ist auf jedem meiner vier Alben gibt es Songs wo meine Demospuren am Ende drauf gelandet sind weil ich's nie wieder so gut gesungen habe wie zu Hause.
- 52:25Speaker 1: Ja manchmal braucht man ja auch vielleicht einen gewissen Grad an Imperfektion, um auch die Emotionen rüberzubringen und vielleicht muss es dann irgendwie spät nachts wenn man total müde ist und eigentlich keine Energie mehr hat.
- 52:39Speaker 1: Vielleicht dass das genau der State quasi in dem du genau diese Geschichte so erzählen kannst wie sie angehört werden müssen?
- 52:46Speaker 0: Ja!
- 52:46Speaker 0: Und deine Stimme klingt wirklich jeden Tag anders.
- 52:49Speaker 0: also... Die Stimme ist wirklich das krasseste Instrument weil du kannst es nicht stimmen Es ist halt wie es ist, wenn du am Vortag gesoffen oder geraucht hast.
- 52:59Speaker 0: Das ist nochmal das krasseste Beispiel!
- 53:00Speaker 0: Wenn du viel- oder wenig geschlafen hast, wenn Du aufgeregt bist und gestresst bist... ...wenn Du in einem Hotel zusammen mit einer trockenen Heizung gestartet hast.
- 53:08Speaker 0: Also es geht einfach eine Million Faktoren die Deine Stimme beeinflussen.
- 53:12Speaker 0: Und ich weiß noch, ich war einmal, wir waren letztes Jahr die ganze Zeit auf Tour dann wieder im Studio, dann wieder Tour, dann Wieder Studio.
- 53:19Speaker 0: also kommen mal nach fünf Live-Konzerten ins Studio und dann stelle ich hin und singe ein Lied.
- 53:23Speaker 0: Da klinkst du wie eine Reipeisen, also das funktioniert ja so nicht.
- 53:28Speaker 0: Also man will das!
- 53:29Speaker 0: Geht schon aber... Habt mich auch gemacht, aber das sind eher Körre gewesen oder irgendwas.
- 53:35Speaker 1: Aber ja, ich mein selbst ich als in der Rolle als Podcast merkt es ja.
- 53:40Speaker 1: Wenn ich über Weihnachten neuer drei Wochen in irgendwelchen sehr trockenen Hotelzimmern unterwegs... Das hat mich drei Wochen gekostet bis sich das alles wieder so ein bisschen regeneriert hat und mit meiner eigenen Stimme wieder einigermaßen happy.
- 53:58Speaker 1: war, was ja ohnehin schon immer super schwierig ist.
- 54:01Speaker 1: Überhaupt sich selber Hörnzug.
- 54:02Speaker 0: Du steigst mal bei Element of Crime oder bei Faber, steigt da mal in den Nightliner und in den Turbusein im Sommer... Da sind so wie siebzehn Grad da drin!
- 54:12Speaker 0: Und die Klimaanlage ballert und das ist eine trockene kalte Luft.
- 54:16Speaker 0: Ich bin bei Fabern habe ich nur die Österreich-Termine-Support gespielt und ich bin in Graz dazugestiegen Und wir haben Kassematten gespielt und der Tubus stand bei den Kassematten in Graz.
- 54:30Speaker 0: Es ist auf so einem Berg oben, wo die Burg ist und da kann der Nightliner noch nicht hoch.
- 54:34Speaker 0: Der Stand also unten und dann wird man hoch geschattelt.
- 54:37Speaker 0: Ich kam später an und bin direkt zur Venue hoch und dann nachts nach Alm drüben dran sind wir wieder runter gefahren und in den Nightliner gestiegen und losgefangen.
- 54:46Speaker 0: Das einzigfreie Bett war ganz hinten, ganz oben... Ne ja genau!
- 54:52Speaker 0: Ganz hinten, ganze oben.
- 54:54Speaker 0: Die Verkleidung des Buses war ein bisschen verzogen.
- 54:59Speaker 0: Also es gibt ja da so diese Lüftungsschlitze, da kann man das wie im Auto ab und zu drehen.
- 55:04Speaker 0: Kannst aber drehen was du willst?
- 55:05Speaker 0: Aus allen Ritzen
- 55:06Speaker 1: kamen
- 55:07Speaker 0: die Klimaanlagenluft und ballerte mir ins Gesicht!
- 55:11Speaker 0: Und dann hast Du Deine Kohle... Du kannst ja nicht irgendwie umdrehen.
- 55:15Speaker 0: Du darfst nicht mit dem Kopf nach vorn liegen weil wenn du etwas bremst bist du das Genick und also du musst dann da liegen.
- 55:22Speaker 0: Wirklich, ich hab am zweiten Tag hab' ich dann mit Gaffa alles... Ich wollte grad
- 55:25Speaker 1: sagen.
- 55:26Speaker 0: Aber das hast du ja auch nicht zur Hand?
- 55:27Speaker 0: Ja klar!
- 55:28Speaker 0: Und also ... Dann schon!
- 55:30Speaker 0: Aber das war noch nicht so ein Neidlander erfahren.
- 55:33Speaker 0: Das ist nicht meine Preiskategorie und kann mich nicht leisten.
- 55:36Speaker 0: Es war aufregend aber ich bin am nächsten Morgen in Innsbruck aufgewacht.
- 55:40Speaker 0: Also der Bus fährte dann noch nicht den Fall mehr.
- 55:42Speaker 0: Du bist doch nicht so lang, aber dann steht er ewig da und du schläfst dann.
- 55:45Speaker 0: Da haben wir ihn aufgewagt und ich hatte es so einen Hals Und ich war froh, dass ich nur Support singe.
- 55:51Speaker 0: Mit einer halben Stunde das kriege ich schon irgendwie untergerockt aber... Wie machen die das?
- 56:00Speaker 0: Ich bin da einfach sehr empfindlich und es ist jeden Sommer auch bei Festivals gibt's immer im Tourbus bei uns auch und wenn damit einem Sprinter unterwegs sind.
- 56:08Speaker 0: Die große Diskussion Klimaanlage ja oder nein?
- 56:13Speaker 0: Aber ich muss da einfach hart sein und zum Leid will in meiner Band Dann sagen, wenn wir hier Klimaanlage anmachen ist morgen die Tour wahrscheinlich beendet.
- 56:24Speaker 0: Und dann brauchen wir gar nicht mehr fahren.
- 56:26Speaker 0: Sprich, wir müssen hier leider durch den Nummer jetzt durch und naja so ist das.
- 56:31Speaker 0: Es ist wirklich auch am Abend, weißt du?
- 56:34Speaker 0: After...aftershowparty.
- 56:36Speaker 0: es gibt Leute wie Julian also für die Farber der mir auch ermerkt ist.
- 56:40Speaker 0: Der kann trinken und rauchen und dann spürst du deine Stimme.
- 56:44Speaker 0: aber da geht's.
- 56:46Speaker 0: Menschen sind verschieden und ich bin da immer sehr fühlig und empfindlich gewesen mit der Stimme.
- 56:50Speaker 0: Also, ich habe das schon sehr gemerkt wenn ich da in der Nacht zuvor über die Stränge geschlagen hab dann hat mich das meine Stimme am nächsten Tag in der nächsten Stadt wissen lassen und an irgendeinem Punkt ist es ja noch unfair den Leuten gegenüber dass man irgendwie das nicht mehr richtig hinkriegt.
- 57:09Speaker 0: also so meine Anfangszeiten wo ich gesagt hab scheiß drauf Da bin ich jetzt schon ein bisschen mehr auf meine Stimme.
- 57:19Speaker 0: Wenn wir einen Offday haben am nächsten Tag, dann gib ihm!
- 57:25Speaker 1: Du startest jetzt wieder mit deiner Tour und wirst in verschiedenen Städten unterwegs sein.
- 57:30Speaker 1: Insofern bin ich gespannt ob man es an deiner Stimme hören wird, ob die Klimaanlage an war oder nicht.
- 57:37Speaker 1: Auf jeden Fall habe ich auch die wildesten Nightliner-Geschichten von Freunden gehört.
- 57:43Speaker 1: Ich stelle mir das mal so ein bisschen vor, wie eine Mischung aus Schulantheim und WG gemischt mit jeden Tagen woanders aufwachen.
- 57:50Speaker 1: Insofern ja...
- 57:51Speaker 0: Gerade im Nightliner verliert man komplett den Bezug zur Realität.
- 57:55Speaker 0: weil also wenn du in einem... Wenn ich auf Tour bin dann stehen wir morgens irgendwann im Hotel auf und gehen raus und gehen in den Bus und dann fahren wir in die nächste Stadt und du siehst irgendwelche Autobahnschilder und weiß der Teufel?
- 58:08Speaker 0: Also weißt ihr schon wo du bist?
- 58:09Speaker 0: Wenn du nachts in den Nightliner steigst, siehst du überhaupt gar nichts!
- 58:13Speaker 0: Und dann bist du, wachst du irgendwo auf und da dauert es nicht lang.
- 58:17Speaker 0: Wo sind wir?
- 58:18Speaker 0: Aber es ist ja eh im Nightliner man darf auch nicht aufs Klo gehen also nur pinkeln da drin und Dann ist morgens wenn der dann oft einfach so Es ist einer für jemanden das nicht kennt und er noch nie gemacht hat wie ich dann diesen Sommer schon eine logistische Herausforderung zu schauen Wann mache ich wie was?
- 58:36Speaker 0: und dann wird als allererstes mal wo sie die Toilette Ist die schon offen gibt ja auch location.
- 58:41Speaker 0: Da steht an dem sheet irgendwie Google's, du wachst auch Google auf dem Handy.
- 58:45Speaker 0: Ab wann kann ich ... Duschen gehen?
- 58:47Speaker 0: Ab wann können wir aufs Klo gehen?
- 58:48Speaker 0: und wo ist das Catering überhaupt?
- 58:51Speaker 0: Wo ist Café?
- 58:53Speaker 0: Und dann eimerst du in deinem Pyjama oder was auch immer du da anhast.
- 58:56Speaker 0: Eimerst über irgendeinem wildfremdes Gelände.
- 58:59Speaker 0: Ich weiß nicht mehr, wer einmal in Luxemburg doch in Luxenburg... Es war ein Schloss, wo ich bin rumgeeimert und dachte, wozu hell sind wir hier und wo sind die anderen alle?
- 59:13Speaker 0: Und ich bin da lang geschlaft und habe nichts gefunden.
- 59:18Speaker 0: Der Bus hat irgendwo Abseits geparkt, weil irgendwas zu eng war... ...und ich musste aufs Klo.
- 59:22Speaker 0: Ich hatte Dorsen, es war alles irgendwie, ich hatte Kopfschmerzen.
- 59:25Speaker 0: Natürlich hatte ich wieder meine Stimme!
- 59:27Speaker 0: Und dann habe ich mich so, oh, bitte wo muss ich hin?
- 59:31Speaker 0: So ist das.
- 59:32Speaker 0: Das sind die tollen Probleme aber man hat Zeit.
- 59:36Speaker 0: Man hat auf einmal Zeit auch die Städte zu sehen.
- 59:37Speaker 0: Weil man nicht den ganzen Tag auf der Autobahn verbringt sondern eben die Nacht.
- 59:41Speaker 0: Und das hatte schon Vorteile.
- 59:42Speaker 0: Also ich hab das schon auch genossen.
- 59:44Speaker 1: Aber ich kann dir sagen, es gibt noch herausfordernde Toilettensituationen.
- 59:48Speaker 1: Ich war jetzt gerade erst bei Freunden in Finnland außerhalb der Stadt in so einem Sommerhäuschen eigentlich und wenn du dann mal frühmorgens aufstehst in so Shorts und Shirt aus dem Bett kommst... ...und ihr denkst so...
- 1:00:01Speaker 0: Musst doch nie tiefe Schnee!
- 1:00:03Speaker 1: Und dann gehst du raus weil im Haus gibts keine Toilette und da stehst du draußen bei minus fünfzehn Grad im Schnee Barfuß in deinen Schlafklamotten und ja, also es geht immer noch ein Ticken schlimmer.
- 1:00:15Speaker 0: Du hättest dir ein paar Schummiletten mitnehmen sollen!
- 1:00:20Speaker 1: Zum Abschluss wenn ich dein Album reinhör und habe mir natürlich die Songs alle angehört gab's denn irgend einen bei dem du total überrascht über die Reaktion warst weil du damit nicht gerechnet hättet?
- 1:00:34Speaker 1: Also es gibt ja bestimmt so Songs, da war dir relativ klar der Konflikt.
- 1:00:37Speaker 1: Dieses Feedback oder jenes Feedback der Konfekt dann doch mal wieder was in Ausrufezeichen in deine Inbox rein oder so.
- 1:00:43Speaker 1: Aber gab's irgendwas wo du überrascht warst?
- 1:00:46Speaker 0: Naja also erstmal muss ich sagen ist das erst ein paar Tagen draußen.
- 1:00:50Speaker 0: Es gibt schon... Ich habe viele Reaktionen bekommen und auch oft zu den Songs wo ich mir gedacht hab.
- 1:00:55Speaker 0: aber das große Feedback glaube ich bekomme ich dann live weil da schaue ich in die Gesichter Da sehe ich halt direkt, was die Songs auslösen und wie schon mitgegangen wird.
- 1:01:07Speaker 0: Mitgesungen oder mitgetanzt wird.
- 1:01:09Speaker 0: Also live ist dann immer ein guter Gradmesser.
- 1:01:13Speaker 0: Aber allein von der Entstehung... Mir war jetzt schon länger klar, dass das insgeheim eine Single- und auch ein kleiner Hit auf diesem Album ist.
- 1:01:22Speaker 0: Auch wenn er nicht in der Single-Auswahl war.
- 1:01:24Speaker 0: aber das war eben nicht so in der Entdehung sondern hat sich zufällig dahin entwickelt das Schlüssel zur Stadt der jetzt hochgeladen wurde als Schüssel zur Stadt.
- 1:01:34Speaker 0: anscheinend, da gab es wohl einen Tippfehler.
- 1:01:36Speaker 0: Das wird aber wohl hoffentlich irgendwie... ich find's auch ein bisschen lustig.
- 1:01:40Speaker 0: Schüssel zum Stadt.
- 1:01:41Speaker 0: Eigentlich müsste das dann heißen Schüssel DER Stadt vielleicht?
- 1:01:44Speaker 0: Passt
- 1:01:44Speaker 1: doch irgendwie zu dem Thema, dass wir gerade hatten!
- 1:01:46Speaker 1: Naja
- 1:01:46Speaker 0: naja ja und diese Song ist halt so ein Undoed mit Matt Leiner von Stein und Matt Leina und da haben wir... Ich hatte den Song geschrieben und er war gar nicht als Duet gedacht.
- 1:02:00Speaker 0: Und dann hat sie, aber ich war auf Tour und sie hat irgendwie an diesem Detail auf dem Rechner gefunden.
- 1:02:06Speaker 0: Hat dann irgendwie daran umexperimentiert... ...und ich kam wieder und dann habe ich das gehört und es klang fantastisch!
- 1:02:12Speaker 0: Dann hat sich dieser Song auf einmal eine neue Welt geöffnet und da hat er einen Riesensprung für mich nach vorn gemacht.. ..und ist jetzt auch einer meiner Favoriten auf diesen Album mit geworden weil ihre Stimme und ihre Partie hat den Refron kopiert und doppelt so lang gemacht, dann ihre Stimme mit rein genommen.
- 1:02:32Speaker 0: Das ist unverhofft hat sich dieser Song noch mal in eine ganz andere Richtung entwickelt und dementsprechend freue ich mich dass jetzt auch in den ersten Reaktionen die jetzt schon gekommen sind sehr oft dieser Song genannt wird als einer der Favoriten auf einem Album und wir überlegen eh ob wir ihn nachträglich nochmal als Single auskoppeln.
- 1:02:51Speaker 0: aber auch junge dumme Hunde Zum Beispiel der Lieblingssong von Jakob, dem Element of Crime-Gitaristen auf dem Album.
- 1:02:57Speaker 0: Und der herkommt... Da haben wir auch mit dem Julius Zeitelmann, mit dem ich jetzt das letzte Video gedreht hab zu.
- 1:03:04Speaker 0: Es Tut Mir Leid Der kam zu mir und hat gesagt Ich würde so gern zur Junge Dumme Hunde ein Video drehen weil da habe ich die Idee und Vision schon feuerfrei.
- 1:03:15Speaker 0: Das ist auch etwas was für mich unverhofft kommt aber mich sehr freut.
- 1:03:22Speaker 0: Schüssel zur Stadt und Junge Dumme Hunde sind einer meiner beiden jetzt unhoffen Favoriten, weil sie nicht in der Singer-Auswahl waren.
- 1:03:29Speaker 0: Weil Junge Dume Hunde ist ein Song den Addi geschrieben hat unser Gitarist und Text und Musik also die Akkorde.
- 1:03:36Speaker 0: aber bei ihm war es halt eine eine solige fast bisschen mit einem jazzigen Honky Ton Klavier gespielte Saloon Nummer so ein bisschen.
- 1:03:47Speaker 0: Und ich habe dann halt dieses Rock mit E-Gitarren und Schlagzeug, und Synthi ist da draus gemacht.
- 1:03:56Speaker 0: Und das war für mich mega spannend!
- 1:03:58Speaker 0: Weil ich konnte... Wenn ich was schreibe, ist mein noch mal anders involviert als Ich bekomme etwas und bin ihm sehr dankbar dem Adrian dass er mir auch mich hat machen lassen, hat gesagt, mach einfach, hätte ja auch sein können, dass er sagt dieses Klavier will ich drinnen.
- 1:04:15Speaker 0: aber wenn dieser Song zum Album passen soll dann musst du mich ein bisschen machen lassen Und ich hab mich sehr ausgetobt und bin mega happy.
- 1:04:23Speaker 0: Ich bin noch eh klar, dass der Gitarist von Element of Crime das sein Lieblingssong ist, weil es ein ungewöhnlicher Song ist.
- 1:04:32Speaker 0: Ja den mag ich sehr.
- 1:04:33Speaker 1: Also wer jetzt immer noch keine Lust hat ins Album reinzuhören dem können wir irgendwie glaube ich auch nicht mehr helfen.
- 1:04:39Speaker 1: Ansonsten wie gesagt der Natur startet...
- 1:04:41Speaker 0: Weil wir kommen auch nach München und Nürnberg und... Genau.
- 1:04:44Speaker 1: Es gibt wahrscheinlich noch ein paar Tickets.
- 1:04:46Speaker 0: Zehnte April ist München.
- 1:04:49Speaker 0: Nürnenberg isst Ich weiß es leider nicht mehr.
- 1:04:53Speaker 0: Das
- 1:04:53Speaker 1: findet man
- 1:04:54Speaker 0: überall auf meiner Homepage ansauraumandee.
- 1:04:57Speaker 1: Perfekt!
- 1:04:58Speaker 1: Ich danke dir sehr, danke dass du hier warst und dir die Zeit genommen hast.
- 1:05:01Speaker 0: Vielen Dank auch.
- 1:05:02Speaker 0: Ich bin gefreut.
- 1:05:04Speaker 1: das wars leider schon.
- 1:05:06Speaker 1: Die letzte Runde ist ausgetrunken.
- 1:05:08Speaker 1: das Gespräch zu Ende.
- 1:05:10Speaker 1: vielen dank fürs Zuhören.
- 1:05:13Speaker 1: bitten im rücksicht auf die Nachbarn und sei leise
- 1:05:16Speaker 0: wenn du die
- 1:05:16Speaker 1: bar verlässt Aber vergiss auf keinen Fall, den abonnieren Button zu klicken.