Latest / ntv Wirtschaft / Preiskampf, E-Autos, neue Rivalen – verliert Deutschland in Peking?
Transcript
- Die deutschen Autobauer kämpfen in China um den Anschluss. Und das nächste Rennen hat längst begonnen. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft kippt spürbar. Der Iran-Krieg drückt auf Erwartungen und Wachstum. Und beim Fliegen zeigt sich, wie teuer Deutschland geworden ist. Airlines streichen Verbindungen und sparen an Leistungen. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Wir schauen nach China, genauer gesagt nach Peking, zur Automesse. Der Markt wächst kaum noch, eher Stillstand. Gleichzeitig liefern sich die Hersteller einen harten Preiskampf. Die Preise gehen runter und die Margen gleich mit. Viele verkaufen inzwischen so günstig, dass kaum noch etwas übrig bleibt. Und mittendrin die deutschen Autobauer. Früher war ihre Rolle klar. Premium, Status, gesetzt. Heute sieht das anders aus. In Peking haben die Wolfsburger den ID Aura T6 und zwei weitere E-Autos vorgestellt. VWs Verkaufszahlen in China schwächeln. Minus 8 Prozent im vergangenen Jahr auf unter 2,7 Millionen Fahrzeuge. 2026 wird VW den Trend wohl noch nicht umkehren. Es soll ein Übergangsjahr werden. Aber ab 2027, so die Wolfsburger, soll die jetzt gestartete E-Auto-Offensive ihre volle Wirkung entfalten. Die Zukunft von VW auf dem chinesischen Markt ist ein Thema, das Etienne Bell mit dem Autoexperten Ferdinand Dudenhöfer besprochen hat. Wird dann alles besser ab 2027 für Volkswagen? Kommt drauf an, wie man die Sache sieht. Also was wir wissen ist, dass man einen völlig neuen Ansatz für China braucht. Einfach ein neues Modell oder zwei neue Modelle nach China zu schicken, wie in der Vergangenheit, die in München oder irgendwo in Deutschland, in Stuttgart oder in Wolfsburg entwickelt worden sind und dann in China gebaut werden oder nachgebaut werden. Meistens ein halbes oder ein dreiviertel Jahr länger, indem der Radstand so ein bisschen vergrößert wird. Mit dem Geschäftsmodell hat man vor 5, 6, 7, 8, 10, 15 Jahren viel Geld verdient. Aber dieses Geschäftsmodell ist am Ende. Deshalb braucht man ein neues Geschäftsmodell. Also einfach die Fahrzeuge, die in Deutschland entwickelt worden sind, in einer chinesischen Fabrik bauen zu lassen mit minimalen Änderungen. Was heute noch bei zum Beispiel BMW gemacht wird oder zum Beispiel bei Porsche gemacht wird, wird nicht die Zukunft sein. Um den Trend zu drehen, muss man an der Kostenstruktur arbeiten und muss deutlich schneller werden als die Entwicklungen, die in Deutschland sind. Und deshalb ist das, was VW macht, hochinteressant. Ähnliches gilt für Audi, dass man dort große Entwicklungsabteilungen aufgebaut hat und das Auto zusammen mit chinesischen Zulieferern und chinesischen Autobauern wie zum Beispiel Xiaobong gemeinsam Stück für Stück schneller, kostengünstiger und für die Chinesen besser auf die Straße bringt. Ähnliches gilt übrigens auch für Mercedes. Also Mercedes ist nach unserer Einschätzung auch in dem Thema sehr weit. Die anderen Deutschen, VW, Audi, Mercedes, die anderen Deutschen sind eher langsamer unterwegs nach unserer Einschätzung. Und jetzt hat VW ein 10.000 Euro Auto angekündigt für den chinesischen Markt. Wird das denn die Trendwende bringen können? Es ist ein wichtiges Element. Wichtig ist, dass man es schafft, diese großen Preisunterschiede, die man bisher hatte, zu überbrücken. Auf der einen Seite die Preisunterschiede und auf der zweiten Seite die Technologie. Gerade für dieses Smart-Cockpit, wo also Entertainment-Funktionen drin sind oder teilautonomes Fahren oder autonomes Fahren reinzubringen. Das ist für die Chinesen äußerst wichtig und das Spektrum in China ist natürlich so, dass auch viele kleine Fahrzeuge verkauft werden. Von daher ist es wichtig, Frau Wehweiler, langer Marktführer in China. Wieder zurückzukommen Stück für Stück und dazu braucht man Eintrittsautos. Und die Chinesen bei uns in Europa? Ich sehe bisher selten BYD auf der Straße. Viele sagen, weil es hier noch keine großen Händlerketten gibt und damit auch keinen technischen Support. Gehen Sie da mit? Ich glaube, da muss man noch so ein bisschen zuwarten und schauen, wie sie sich positionieren. Bei BYD sieht man, dass man sehr schnell vorgehen will und viele Fahrzeuge in den Markt schiebt. Damit leiden dann die Restwerte, also die Gebrauchtwagenwerte nach drei, vier Jahren. sondern dann kann ihnen das ganze Wertsystem im Automobilbereich der Marke zusammenbrechen. Das ist riskant, das ist gefährlich. Was man machen muss, ist, man muss mit Dingen kommen, die stabil sind und Stück für Stück auch das europäische Umfeld mit beeindrucken. Wir glauben, 2027 wird extrem spannend, denn dann kommt Xiaomi nach Deutschland. Xiaomi ist das Fahrzeug, was von dem Handyhersteller in den Markt gebracht worden ist, der vor 18 Monaten und mittlerweile zu 600.000 Fahrzeugen nur in China verkauft worden ist, weil Technik und Preis ein ganz besonderes Paket sind. Das passt zusammen, die kommen nach Deutschland und da, glaube ich, hat man eher die Chance, neue Marken im Markt zu sehen, die sehr... Und während sich die Autobauer in China neu sortieren müssen, zeigt sich auch hierzulande, die wirtschaftliche Lage wird spürbar schwieriger. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft ist im April deutlich gekippt. Der IFO-Geschäftsklimaindex fällt stärker als erwartet. Jetzt liegt er bei 84,4 Punkten. Und das zeigt ziemlich klar, die Hoffnung auf eine schnelle Erholung bekommt einen Dämpfer. Unternehmen schauen kritischer auf ihre Lage und auch auf die nächsten Monate. Der Hauptgrund? Der Iran-Krieg. Denn der Konflikt treibt die Energiepreise hoch. Öl und Gas werden teurer, Lieferketten geraten unter Druck. Und genau das trifft Deutschland besonders hart. Wir haben dazu mit dem IFO-Präsidenten Clemens Fust gesprochen. Das Gespräch führte Etienne Bell. Das ist der niedrigste Wert seit Anfang 2020. Da ging es ja gerade los mit Corona. Haben Sie erwartet, dass die Stimmung so schlecht ist? Es ist sicher überraschend, dass es so stark runtergegangen ist. Das war ja an den Finanzmärkten nicht erwartet worden. Gleichzeitig wissen wir alle, die Iran-Krise trifft eben die deutsche Wirtschaft sehr hart. Das sind eigentlich drei Probleme. Steigende Energiekosten, Sorge vor steigender Inflation und Zinsen. Und jetzt, wie wir sehen, auch schon zunehmend Lieferprobleme. Also Vorprodukte kommen nicht mehr an. Und das erklärt diesen starken Rückgang. Wie ist denn diese Entkopplung vom Aktienmarkt eigentlich zu erklären aus Ihrer Sicht? Ja, der Aktienmarkt hat ja schon durchaus reagiert auf die Krise. Aber der Aktienmarkt hat natürlich eine längerfristige Perspektive. Und da kommt es auch nicht nur auf die deutsche Wirtschaft an. Die DAX-Unternehmen sind ja zu ganz erheblichem Anteil weltweit unterwegs. Und die deutsche Wirtschaft ist sicherlich stärker getroffen, weil sie eben immer noch relativ energieintensiv ist. Die deutsche Wirtschaft ist stärker getroffen als die Weltwirtschaft insgesamt. Ich denke, das erklärt diese Entwicklung der Aktien. Bei Iran bleibt die Unsicherheit. Und die Unklarheit, was Trump jetzt vorhat, wie wird das weitergehen? Womit rechnen Sie da in den kommenden Tagen und Wochen? Ja, was wir derzeit eben sehen, auch das sehen wir in den Daten, ist, dass auch die Unternehmen sagen, die Unsicherheit ist einfach nochmal gewaltig angestiegen. Und dann hält man sich ja mit weiteren Ausgaben, Investitionen zurück. Es ist sehr schwer, vorherzusagen, wie das Ganze weitergeht. Es kann eben sein, dass wir in ein paar Wochen eine Einigung bekommen. Das würde dann bedeuten, dass die Störungen an den Energiemärkten und in den Lieferketten vielleicht in zwei, drei Monaten überwunden sind. Natürlich muss auch viel Infrastruktur wieder aufgebaut werden. Es kann aber auch sein, dass es nochmal zu einer Eskalation kommt und der ganze Konflikt länger dauert. Das ist derzeit auch in Konjunkturprognosen noch nicht eingepreist. Also auch die Prognosen, die wir derzeit sehen, wie die der Bundesregierung gestern, da steckt immer noch die Erwartung drin, dass im Sommer dieser Konflikt sich auflöst. Wir wissen nicht, ob das passiert. Was heißt das für die Unternehmen? Wie können die mit dieser unklaren Situation umgehen oder planen? Die Unternehmen müssen sich anpassen. Die energieintensiven Unternehmen reduzieren teilweise ihre Produktion. Sie müssen sehen, dass sie das Geld zusammenhalten, die Liquidität zusammenhalten. Das wird dazu führen, dass sie bei großen Ausgaben, bei Investitionen jetzt erstmal vorsichtig sein werden und abwarten werden, wenn sie können. Und das hat dann natürlich Folgen. Man wird auch darüber sprechen müssen, ob man vielleicht bestimmte Services einstellt. Wir sehen das in der Logistik. Wir sehen das bei den Fluggesellschaften derzeit. Also im Moment heißt es für die Unternehmen das Geld zusammenhalten und die Aktivitäten herunterfahren. Wir bleiben noch bei der Luftfahrtbranche. Ryanair hat heute weitere Sparmaßnahmen für Deutschland verkündet. Also, in der deutschen Luftfahrt, da ist gerade richtig Bewegung. Lufthansa hat in den letzten Tagen Sparmaßnahmen angekündigt. 20.000 Inlandsflüge fallen weg und bei einigen Tarifen gibt es sogar das kostenlose Handgepäck nicht mehr. Und dann kommt schon der nächste Einschnitt. Ryanair fährt sein Angebot in Deutschland deutlich zurück. In Berlin soll im Winter etwa jeder zweite Flug wegfallen. Und die Flugzeuge, die werden komplett abgezogen. Und zwar in Länder, wo der Betrieb günstiger ist. Grund? Der Berliner Flughafen BER will seine Gebühren ab 2027 um 10 Prozent erhöhen. Dabei wollte die Politik doch das Fliegen günstiger machen. Haben sie auch. Denn die Luftverkehrssteuer soll ab dem Sommer sinken. Wenn jedoch die Flughäfen dann die Gebühren erhöhen, ist das kontraproduktiv. Aber auch beim Thema Kerosin ist noch keine Entspannung in Sicht für Airlines und Touristikanbieter. Darüber hat Ulrich von der Osten mit dem Luftfahrtexperten Gerhard Wissel von Airborne Consulting gesprochen. Der TUI-Reisekonzern verkündet ja schon stolz, man habe beim Kerosineinkauf gut vorgesorgt. Schon im Voraus feste Ölverträge vereinbart, das sorge für Kostensicherheit. Also wird ökonomischer Weitblick belohnt. Das ist eine gute Frage. Also man kann natürlich im Voraus bestimmte Verträge machen, ob sie nachher eingehalten werden. Also sprich, ob letztendlich wirklich das, was man vertraglich sich abgesichert hat, dann tatsächlich geliefert wird. Das ist eben nochmal eine andere Sache. Das Gleiche gilt ja auch für das sogenannte Fuel-Hedging, also die Absicherung von Fuel-Preisen. Das ist allerdings rollierend und hat natürlich jetzt, wenn ich heute schon wieder neue Verträge abschließe, natürlich ganz andere Kosten an der Seite. Also im Grunde ist es die Frage erst einmal, wie lange wird diese Krise noch dauern? Momentan, das sehen wir ja auch in den Beiträgen, rechnen eigentlich alle Experten damit, dass sich das noch weiter hinziehen wird über die nächsten Monate. Damit werden wir definitiv in eine Knappheit von Rohöl bekommen und damit auch von Kerosin. Also mal unabhängig davon, welche Verträge ich jetzt abgeschlossen habe, es wird einfach ab Mitte Mai, Ende Mai aus meiner Sicht eben wirklich zu einem Mangel kommen. Ganz gleich, was momentan eben noch an positiven Kundtun sozusagen gesagt würde, weil man kann sich ja relativ leicht ausrechnen, was letztendlich noch verfügbar ist. Und man muss sich ja vor allen Dingen auch angucken, dass Reserven, die wir zweifelsohne haben, ist die Frage, die Bundeswehr beispielsweise braucht einen gehörigen Teil an Reserve zur Aufrechterhaltung der Verteidigungsbereitschaft. Das Rohöl in den Raffinerien geht ja nicht nur in das Kerosin, sondern auch ins Diesel. Also die Landwirte, die Spediteure und so weiter, die werden natürlich auch sehr stark dann schreien und sagen, wir wollen bevorrechtigt sein. Also ich gehe lange Rede kurzer Sinn damit aus, dass wir tatsächlich Mitte, Ende Mai tatsächlich in eine Krise bzw. An einen Engpass geraten werden, was dann auch zu massiveren Flugausfällen, zu Groundings kommen wird. Und dann wird sich eben zeigen, wie lange das sich tatsächlich anhalten wird. Das, was Sie sagen, verringert eben gewiss nicht die Sorge um den nächsten Sommerurlaub und wer schon seine Reise per Flugzeug gebucht hat zum aktuellen Preis, muss der sich dann auch noch Sorgen machen, dass die Maschine im Juli oder August gar nicht betankt werden kann. Die Gefahr besteht. Also das kann man auch nicht wegdiskutieren, weil, wie gesagt, diese Knappheit wird eintreten und es wird zu wenig Benzin, Kerosin eben für diese Flugzeuge zur Verfügung stehen. Jetzt kann man noch ein bisschen unterscheiden zwischen dem Europaverkehr, dass wir sagen, wir sind in Europa noch ein Stück weit weniger abhängig, beziehungsweise werden wir vielleicht die ein oder andere Woche noch Kerosin in ausreichenden Mengen zur Verfügung haben. Aber was bringt Ihnen der Flug, wenn Sie jetzt zum Beispiel nach Asien in Urlaub fliegen? Und in Asien kann ja Rückflug nicht mehr betankt werden. Das heißt, die Crew und die Flugzeuge würden dort gestrandet oder auch die Urlauber. Also da wird man sich das schon sehr genau überlegen. Das sehen wir ja jetzt auch schon an Teilen von Flughäfen, die jetzt schon kundtun, dass sie eben nicht mehr genügend Kerosin haben, um eben den Rückflug zu gewährleisten. Also ganz offengestanden, was die Sommerferien angeht, wäre ich persönlich durchaus ein bisschen vorsichtig, was obdurch jetzt diese Flüge stattfinden. Und wir sehen das ja auch, dass momentan eben sehr, sehr kurzfristig gebucht wird. Das geht natürlich auch noch mal zulasten der Airlines. Es ist ja nicht nur so, dass sie sozusagen steigende Kosten zu rechnen haben. Wir sehen, dass die Ticketpreise jetzt schon steigen und zwar massiv, was ebenfalls zu einer Nachfrage geht. Aber auch das Thema Vorausbuchung, das Geld fehlt den Airlines am Ende, dass die Menschen eben kurzfristiger eher buchen oder eben momentan nicht so langfristig oder eben auch durchaus schon stornieren und gucken, ob sie eben dann Urlaub vielleicht sogar im eigenen Land machen.