Latest / BZ am Ohr / SC Freiburg in Schruns: Wer hat im Trainingslager auf sich aufmerksam gemacht? Das große Fazit
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- Allein von der Stabilität und allem gehört der SC sicher zu den Mannschaften, die zwischen Position 5 und 10 einlaufen können. Das ist alles weiterhin realistisch, im Gegenteil vielleicht noch realistischer, auch wenn die Europa League als Zusatzbelastung dazukommt. Aber sie haben jetzt auch den entsprechenden Kader. Das sagt BZ-Sportchef René Kübler. Er war für die Badische Zeitung 10 Tage lang in Schrons, um von vor Ort über das Trainingslager des SC Freiburg zu berichten. Nun ist er mit jeder Menge frischen Eindrücken und vielen Gesprächen im Gepäck wieder zurück in Freiburg und ist direkt ins Podcaststudio gekommen. Denn in dieser Folge von BZ am Ohr wollen wir das große Trainingslager-Fazit ziehen. Wo steht der SC Freiburg nach den 10 Tagen in Österreich? Wie gut sind die 6 Neuzugänge schon integriert? Wo würde es den größten Konkurrenzkampf im Kader geben? Und wie ist der Stand bei den möglichen Abgängen von Doğan und Gregoritsch? Doğan wird gehen, das steht fest. Die einzige Chance auf den Verbleib wäre gewesen, dass am letzten Spieltag dieses Spiel gegen Frankfurt anders gelaufen wäre. Wäre Freiburg in die Champions League gekommen, ist mein persönliches Gefühl, hätte es schon eine Chance gegeben, dass er bleibt, weil er fühlt sich extrem wohl beim SC Freiburg. Und in Kombination mit Champions League wäre das sicher für ihn attraktiv gewesen. Es ist anders gekommen, von daher ist klar, dass er gehen wird. Und wie gesagt, mittlerweile ist es so, dass Eintracht Frankfurt der wahrscheinliche neue Arbeitgeber für ihn sein wird. Und dann haben wir natürlich auch noch einen kleinen Ausblick auf die neue Saison gewagt. Und so viel darf ich glaube ich schon verraten, René Kübler ist recht optimistisch. Mein Name ist Christoph Giese, ich bin Redakteur der Badischen Zeitung. Viel Spaß beim Zuhören. Werbung. Adrenalinkick gefällig? Das ist deine Chance auf ein Familienticket für den Europapark. 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Der Trainer sagt nein, die Spieler sagen nein, von daher sollte man ihnen zunächst mal glauben. Aber natürlich ist es anders, man muss anders damit umgehen. Man muss das Training ein Stück weit anpassen an die hohe Zahl an Spielern. Und in den Testspielen kommen dann auch natürlich nicht alle Spieler in Frage. Wobei man es ja ein Stück weit relativieren kann. Es sind ja einige Transfers abgangsseitig noch angedacht. Litz Dohan, das ist klar, der wird gehen. Die Tendenz Richtung Eintracht Frankfurt wird jetzt immer klarer. Von daher geht man davon aus, dass er demnächst den Verein verlassen wird. Bei Michael Gregoritsch sind die Zeichen eigentlich auch so, dass es wenig Sinn ergeben würde, für ihn persönlich in Freiburg zu bleiben. In Igor Matanovic wurde Nachfolger für ihn bereits verpflichtet. Er will und braucht Spielzeit, um mit Österreich an der WM teilnehmen zu können. Das heißt, er muss irgendwo hingehen, wo er eine etwas größere Garantie auf Spielzeit hat als in Freiburg. Da kann und wird sich wohl auch noch was tun. Und dann geht es noch um Spieler wie Florent Muslia. Da ist es ähnlich, Spielzeitaussichten nicht so groß. Was ich höre, wünscht er sich natürlich ein Bundesliga-Engagement, was nicht ganz so einfach ist. In der zweiten Liga gibt es wohl einige Interessenten und für ihn. Von daher wird sich da mit der Zeit auch noch was tun. Und dann ist der Kader auch schon wieder ein Stück weit kleiner. Bevor wir jetzt noch ganz genau auf die einzelnen Spieler eingehen, mal so eine grundsätzliche Frage, was macht man eigentlich im Trainingslager zehn Tage lang? Als Spieler. Ja. Darfst du dann auch gerne erzählen, was man als Reporter macht? Aber fangen wir mal mit den Spielern an. Das ist natürlich unser Geheimnis. Ja, als Spieler, ganz klar, es geht letzten Endes nicht mehr ganz so viel wie früher darum, eine körperliche Fitness zu erlangen. Das spielt auch noch eine Rolle, aber das ist längst nicht mehr der zentrale Punkt. Es geht viel darum, sich kennenzulernen, auch abseits des Platzes, die neuen Spieler zu integrieren und dann einfach auch Abläufe, die ja schon teilweise bekannt sind, zumindest den Spielern, die schon da waren, Abläufe zu verfestigen und die neuen Spieler auch da einzubinden. Also es geht um taktische Dinge dann hauptsächlich, wobei natürlich auch gelaufen wird, Krafttraining findet statt, also das alles findet statt, aber, das muss man auch sagen, nicht mehr in einem Maße wie früher. Früher war es eigentlich schon so, dass man zweimal am Tag trainiert hat. Mittlerweile beschränkt sich das eigentlich auf einmal am Tag auf dem Platz. Und es geht da schlichtweg darum, dass man die individuellen Bedürfnisse der Spieler auch berücksichtigt. Das schöne Wort Belastungssteuerung spielt da eine große Rolle. Das ist alles abgestimmt auf die einzelnen Spieler. Und man merkt auch deutlich, dass so muskuläre Probleme oder gar Verletzungen, deutlich weniger auftreten als in früheren Jahren. Ich war ja auch ein paar Tage in Schrunz und so wie du habe ich mich auch mit ein paar Spielern unterhalten können und die haben alle auch gesagt, dass man den ganzen Tag miteinander verbringt und so zusammen abhängt irgendwie, das stellen eigentlich alle so ein bisschen in den Vordergrund. Das heißt, und das hast ja du jetzt auch gesagt, es geht darum, dass die Mannschaft sich besser kennenlernt, Ist so dieses Thema Teambuilding also eigentlich das, was da im Trainingslager im Zentrum steht? Im Zentrum nicht nur. Also wie gesagt, taktische Abläufe und Vereinerungen spielen schon auch eine große Rolle. Aber Teambuilding ist sicher ein wesentlicher Punkt. Früher hat man dafür immer spezielle Aktionen noch gemacht, Ausflüge oder irgendwelche Abenteuerdinge als Mannschaft zusammen. Das muss man gar nicht mehr so. Einfach das Zusammensein bringt das schon so mit sich. Einen Ausflug haben sie ja doch gemacht. Einen kleinen Ausflug machen sie schon manchmal, natürlich. Aber früher hat man dann wirklich so Wildwasser-Rafting oder Klettergarten und solche Dinge gemacht, um da speziell den Zusammenhalt zu fördern. Und ich glaube, das braucht es jetzt gar nicht mehr so. Konntest du herausfinden, was sie auf der Berghütte gemacht haben am Samstagabend? Nein, das ist dann letzten Endes schon... Das ist ein kleines Geheimnis, also das behalten sich die Spieler und das Trainerteam dann schon für sich. Du hast ja viele Spieler vor Ort gesprochen. Was würdest du sagen, wie war so deren Gefühl im Laufe des Trainingslagers? Mit was für einer Erhaltung gehen die jetzt Richtung neue Saison? Naja, also im Trainingslager sprechen wir oder ich dann auch hauptsächlich mit neuen Spielern, also mit Neuzugängen. und das klingt immer alles schon sehr ähnlich, muss man sagen. Zum einen loben sie das hohe Niveau im Training. Viele kommen aus der zweiten Liga, aus ausländischen Ligen oder haben auch möglicherweise gar nicht so viele Spielzeiten gehabt. Da sagen alle, das Trainingsniveau ist enorm hoch und der interne Konkurrenzkampf ist enorm hoch, was alle als Herausforderung sehen und auch als Vorteil, um das Leistungsniveau anzuheben. Und ansonsten, typisch SC Freiburg, alle loben die familiäre Atmosphäre, das Miteinander, die Neuzugänge sagen, ganz viele Spieler kommen auf sie zu, sagen, komm, wenn du was brauchst, melde dich bei mir. Jederzeit, auch schon bevor im Trainingslager war das so, der Rischeehahn hat erzählt, der wurde angerufen von Christian Günther, schon bevor er in Freiburg war. Und Günther hat ihm gesagt, wie er sich freut, dass er kommt und auch da das Angebot, wenn du was brauchst, melde dich bei mir. Der SC hat jetzt in Österreich auch zwei Testspiele absolviert, einmal gegen Alltag und einmal gegen Dresden. Was kann man aus den zwei Spielen mitnehmen? Ja, also der SC ist auf Mannschaften getroffen, die beide eine Woche vor Saisonstart standen. Alltag in Österreich und Dresden hier in der zweiten Liga in Deutschland. Von daher hat man im physischen Bereich schon Unterschiede teilweise gemerkt. Also besonders im ersten Spiel gegen Alltag hatten manche Freiburger schon noch ein bisschen Probleme mit Dynamik, mit Spritzigkeit, auch natürlich mit Abläufen, weil es war schon bunt gemischt, was da auf dem Platz war, die einzelnen Formationen, die Neuzugänge mit etablierten Spielern. Da war noch nicht zu erkennen, dass irgendwas in Richtung einer bestimmten Formation geht. Von daher Problem Fitnessdynamik, Spritzigkeit, Problemabläufe, das war da deutlich zu sehen gegen Alltag noch. Trotzdem hat es gereicht von der individuellen Klasse her auch gegen den österreichischen Bundesligisten, der aber eher in der unteren Tabellenhälfte zu erwarten ist. Gegen Dresden war es schon eine deutliche Steigerung, das muss man sagen. Also es war immer noch bunt gemischt, was die Formationen anging, aber man hat bei den einzelnen Spielern schon eine deutliche, deutliche Steigerung gemerkt. Gegentore waren individuellen Fehlern teilweise auch geschuldet. Sowas kann in so einer Phase immer noch passieren. Passiert ja auch in der Bundesliga immer wieder mal, sonst würden weniger Tore fallen. Von daher war das gegen Dresden eine deutliche Steigerung und schon ein sehr guter Test. Und gerade bei einzelnen Spielern, auch bei den neuen, hat man eine deutliche Entwicklung gesehen. Das heißt, da hatte das Trainingslager schon so einen Effekt gezeigt? Absolut. Also diese Steigerung, die war klar zu erkennen. Das waren ja beides Testspiele, die nicht wie ein normales Fußballspiel einfach 90 Minuten mit 2x45 gegangen sind, sondern es waren quasi vier Viertel und insgesamt 120 Minuten. Und ich durfte ja auch das Spiel gegen Alltag sehen. Und man kann ja, glaube ich, sagen, das ist jetzt wirklich kein fußballerischer Leckerbissen, sondern 120-Minuten-Spiel mit den durchgemischten Mannschaften, wie du es gerade beschrieben hast. Warum machen die das so und was kann man daraus ablesen? Das ist relativ einfach. Es geht darum, dass alle Spieler in dieser Phase der Saison oder der Saisonvorbereitung, Saison hat ja noch nicht begonnen, möglichst viel Spielzeit bekommen. Früher war das so, wenn du zweimal 45 Minuten spielst, dann spielt eine Mannschaft 45 Minuten, manche vielleicht sogar eine Stunde und für den Rest bleibt eine halbe Stunde. Und so hast du eigentlich im Grunde die Möglichkeit, jedem Spieler mindestens eine Stunde Spielzeit zu geben. Und je größer der Kader, desto wichtiger, also desto mehr brauchst du eigentlich diese Option, Spieler länger einsetzen zu können, um dann auch beurteilen zu können, wie entwickeln sie sich, was passiert da bei jedem Einzelnen, wenn da einer nur mal 30 Minuten oder 20 Minuten oder vielleicht auch nur 15 Minuten auf dem Platz steht, dann kann man da eigentlich wenig erkennen. Also geht es ein bisschen darum, so möglichst vielen Spielern viel Spielzeit zu geben. Genau, darum geht es. Das ist der Hintergrund. Dann lass uns nochmal konkret auf einzelne Spieler schauen. Fangen wir vielleicht mit den Neuzugängen an. Du hast ja gesagt, das sind die auf die dann auch dein Fokus so ein bisschen liegt im Trainingslager, die ein bisschen kennenzulernen ähm, Sechs Spiele hat der SC verpflichtet schon. Ich würde sagen, wir gehen hier einfach mal so nacheinander durch. Als erstes vielleicht Derry Scherhand. Was kannst du über ihn sagen? Ich fand ihn gegen Alltag war ziemlich auffällig. Wie nah ist er schon an der Mannschaft dran? Nah hat es gut gemacht. Auch gegen Dresden dann gezeigt, weshalb man ihn geholt hat. Er ist ein Spieler, der sich das 1 gegen 1 zutraut. Er hat Dynamik, Schnelligkeit, auch eine gewisse Robustheit, muss man sagen. Was bei ihm einfach noch besser werden kann, ist dann schlicht die Entscheidungsfindung. Wann gehe ich ins Eins gegen Eins, wann spiele ich lieber ab und gehe dann ohne Ball? So diese kleinen Dinge, das so vereinheiten. Und er muss sich natürlich an seine Mitspieler noch gewöhnen. Was machen die neben mir? Aber insgesamt hat er einen guten Eindruck hinterlassen. Syriac Irié ist auch Flügelspieler wie Derichère Hunt der ist aus Frankreich gekommen, aus der zweiten Liga. Er hat jetzt in beiden Spielen nicht so sehr viel gespielt Was ist dein Eindruck von ihm? Also dass er nicht viel gespielt hat schlicht damit zu tun, dass man ihn langsam an die Belastung ranführen will. Es ist ein sehr muskulöser Spieler sehr dynamischer Spieler auch einer, der sich viel Eins gegen Eins zutraut, aber er ist ein junger Spieler, ein unerfahrener Spieler und ihn muss man einfach ein bisschen steuern. Dass er nicht einfach rennt, rennt, rennt, rennt und dann in die muskuläre Verletzung reinrennt, die bei jemand wie ihm, der so ein muskulöser Typ ist auch, da ist die Gefahr einfach einen Tick größer und von daher muss man da ganz sensibel damit umgehen. Insgesamt, finde ich, hat man gesehen, was der SC Freiburg in ihm sieht. Er hat ein bisschen was Wildes auch. Er traut sich das, Ball vorbeilegen, hinterhergehen, Einzelaktionen. Speziell gegen Alltag war aber auch zu erkennen, dass er ein sehr guter Fußballer ist. Hat auch auf engem Raum ein paar Dinge sehr gut gelöst. Also das Gesamtpaket, das er grundsätzlich hat, ist gut. Aber auch da, es muss in Bahnen gelenkt werden in jeder Hinsicht und das kann sicher noch ein bisschen dauern bei so einem jungen Spieler. Das heißt, man sollte jetzt nicht erwarten, dass er am ersten Spieltag in der Stadion steht? Nee, das Problem ist ja immer, er hat ja eine gewisse Ablöse gekostet, im Bereich 8 Millionen Euro, soweit ich weiß. Von daher, daran darf man ihn jetzt nicht messen, sondern man muss ihn schon daran messen, welches Potenzial er hat. Und das ist groß. Und jetzt geht es darum, kriegen die Freiburger das hin, dieses Potenzial dann auch abrufbar zu gestalten bei ihm. Und da sind sie zuversichtlich. Und deswegen haben sie auch einen gewissen Preis für ein Talent bezahlt. Bei Derich Scherhand, über den wir vorher gesprochen haben, ist das ja ein bisschen anders. Also der ist ja dann doch schon deutlich näher dran, auch direkt zu spielen, oder? Ja, ja, klar. Ich meine, der hat zweite Liga-Erfahrung, hat da schon gespielt. Ich glaube, er hat auch ein paar Bundesliga-Einsätze. Von daher, der ist ein Tick weiter, heißt aber nichts. Also bei jungen Spielern, es kann schnell gehen, es kann Zeit brauchen. Das ist auch in dem Trainingslager noch nicht zu erkennen, wer da wie lange Zeit benötigt, um tatsächlich dann als Bundesligaspieler infrage zu kommen. Auch neu dabei ist Yuito Suzuki. Das ist einer, der vielleicht schon eher für die erste Elf direkt infrage kommt, oder? Absolut. Also das hat man im Alltag noch nicht gesehen. Da hat er tatsächlich so ein bisschen körperliche Anpassungsprobleme auch gehabt. Gegen Dresden hat er jetzt tatsächlich zentral gespielt hinter den Spitzen und hat wirklich eine auffällig gute Leistung gebracht. Also man hat da total gesehen, dass er den SC Freiburg richtig weiterbringen kann. Spieler, der im Zentrum sich auch mal fallen lässt, der dann auftritt mit dem Ball, sofort das Spiel nach vorne im Blick hat, sei es mit einem Pass, sei es aber auch mit Solo-Aktionen. Er hat gegen Dresden wirklich alles gezeigt. Also das ist ein Spieler von der Qualität her, der sollte dem SC sofort weiterhelfen, definitiv. Vorne drin noch neu ist Igor Martanovic, Mittelstürmer. Hat er ein Tor geschossen? Ja, gegen Dresden sogar ein ziemlich aussehenerregendes, finde ich. Seine Stärke ist tatsächlich, lange Bälle, Pässe nach vorne in die Spitze festzumachen. Festzumachen heißt, zu kontrollieren und entweder weiterzuspielen oder gefoult zu werden. Gegen Dresden wurde gefoult, hat dann von dem Freistoß selber profitiert, Er hat sich den Ball wiedererobert, ist energisch am Mann vorbei und hat eine ziemlich beeindruckende Abschlussqualität gezeigt. Und genau das ist ja das, was sie von ihm erhoffen. Und er hat einfach für einen zentralen Stürmer und von seiner Größe auch einen relativ großen Bewegungsradius. Er ist viel unterwegs und hilft sicher auch im Spiel gegen den Ball, das heißt im Pressing. Von daher auch ein spannendes Gesamtpaket und speziell die Abschlussqualität, die hat überzeugt. Und bei ihm war es auch ein bisschen wie bei Suzuki so, oder? Gegen Alltag relativ unauffällig, aber jetzt gegen Dresden schon deutlich besser. Deutliche Steigerung auf jeden Fall. Aber gegen Alltag hat er, glaube ich, auch nur 30 Minuten gespielt, wenn ich es richtig in Erinnerung habe. Jetzt hat er ja länger gespielt, von daher das spielt immer auch eine Rolle. Er hat diesmal begonnen. Und von daher es war auch da eine deutliche Steigerung zu erkennen. Anthony Jung ist neu in der Innenverteidigung. Ja, Anthony Jung hat mal genau das bekommen, was man erwartet. Ein guter, erfahrener, ruhiger, vor allem Abwehrspieler, der genau weiß, was er tut auf dem Platz. Ist ja, glaube ich, auch als Backup einfach vorgesehen. Die Stamm-Innenverteidiger werden zunächst Matthias Ginter und Philipp Linhardt sein. Max Rosenfelder ist noch da. Aber sie haben jemanden, auf den sie sich verlassen können, wenn mal verletzungsbedingt Not ist. Das hat man auch absolut sehen können. Also hat sich auch schon gut eingefügt. Absolut. Also da gibt es überhaupt keine Probleme. Der kann spielen, wenn er muss. Und dann haben wir als Nummer sechs noch Philipp Treu, Rechtsverteidiger oder Linksverteidiger, je nachdem. Er war schon beim SC, ist jetzt wieder zurückgekehrt nach starken Saisons bei St. Pauli. Er ist auch ein Kandidat, der vielleicht direkt in die Startelf drängt, oder? Absolut, ja. Er bringt was mit, was für Außenverteidiger jetzt nicht so typisch ist. Er ist einer, der auch gerne mal ins Mittelfeld, ins Zentrum zieht und dort anspielbar ist und auch von dort aus nochmal Bälle verteilen kann. Also ein Stück weit variabler als ein reiner Außenverteidiger, dessen zu Hause einfach die Linie ist, hoch und runter. Von daher bringt er da einiges mit. Muss man jetzt einfach schauen, wie das auch ins SC-Spiel passt, weil wir sowas in dem Maße bislang nicht hatten. Das kann auch ein bisschen dauern, aber von den Grundvoraussetzungen, Philipp Treu bringt alles mit, um auch ein Stammspieler zu sein. Aber, man darf nie vergessen, da ist Lukas Kübler. Und an dem hat sich phasenweise auch Kilian Zidia die Zähne ausgebissen. Und Lukas Kübler, mit dem ist eigentlich immer zu rechnen, Genau wie mit dem anderen Lukas, Lukas Höhler, der gegen Dresden einen hervorragenden Eindruck gemacht hat. Nicht nur, weil er zwei Tore geschossen hat. Einfach immer präsent, immer da, auch da im Sturm oder dahinter. Lukas Höhler wird auch in der kommenden Saison wieder eine absolute Alternative sein. Wo wir schon so ein bisschen beim Kern des Konkurrenzkampfes sind. Wir haben ja gesagt, der Kader ist gerade recht groß. Es gibt viele Duelle, wo es eng ist und vielleicht nicht so klar, wie es mal war. Also man könnte auch zum Beispiel über Christian Günther und Jordi McHenger auf der Linksverteidigerposition sprechen. Es gibt viele neue auf den Flügeln. Was würdest du denn sagen, wer konnte das Trainingslager da so für sich nutzen und wäre es positiv aufgefallen? Ja, zwei habe ich genannt. Lukas Kübler, Lukas Höhler. Ich denke an Maximilian Eggestein, wird dem zentralen Mittelfeld keinen Weg vorbeiführen. Er hat einfach eine besondere Stabilität. Und dann muss man so ein bisschen schauen, was daneben ist. Patrick Osterhage kann das sicher spielen, aber man hat natürlich auch ein Stück weit die offensiveren Varianten. Darf man nicht vergessen mit dem jungen Jean Mansambi, der, als er dann gesund im Trainingslager angekommen ist, auch einen guten Eindruck hinterlassen hat. Der einfach Zug hat, auch nach vorne und auch ein bisschen unberechenbar ist. Und dann ist da noch Merlin Röhl, der auch im zentralen Mittelfeld spielen kann. Ein toller Umschaltspieler mit richtig viel Tempo. Bei ihm wird ganz viel davon abhängen, wie er gesundheitlich durchkommt. Der muss jetzt gegen Dresden wegen Nackenproblemen leider schon wieder passen. Ist wohl nichts Größeres, aber halt wieder ein Spiel weniger. Und da kann man nur die Daumen drücken, dass der mal gesund durch eine Saison kommt. Dann ist auch von Merlin Röhl garantiert viel zu erwarten. Gibt es einen Spieler, für den es nicht so gut lief in Schruens? Ne, also man muss sagen, abgefallen ist jetzt keiner wirklich. Ich finde, Niklas Beste hatte ein bisschen Pech, dass er dann auch mit muskulären Problemen nochmal raus musste. Dann hat Ehren Dingci oft auch rechts gespielt, weil Irje eben ein bisschen geschont wurde zum Teil noch. Und Dingci hat es auch sehr gut gemacht, muss man sagen. Das ist auch eine Alternative für die rechte Seite. Also, sagen wir mal, die Positionen vor allem offensiv rechts, da kann einiges passieren. Und man hat im zentralen Mittelfeld, auch hinter den Spitzen, ist man jetzt variabler, weil ein Lukas Höhler kann auch dort spielen, ein Merlin Röhl kann dort spielen, ein Sambi kann dort spielen, Yuito, also so will er genannt werden, Suzuki. Yuito ist da wahrscheinlich erstmal erste Wahl und auch zu Recht erste Wahl, aber da gibt es ganz viele Variationsmöglichkeiten und sie haben ja in der kommenden Saison einen Wettbewerb mehr, von daher ist das auch gut so. Verlassen hat den SC bisher nur Kilian Sildidia, also von den Spielern, die zum Kreis der Startelfkandidaten zählen. Der Kader ist noch recht groß, das haben wir besprochen. Und es gibt noch weitere Kandidaten vor Abgänge, die hast du am Anfang schon so ein bisschen skizziert. Litz Dohan ist quasi weg, oder? Dohan wird gehen, das steht fest. Die einzige Chance auf den Verbleib wäre gewesen, dass am letzten Spieltag dieses Spiel gegen Frankfurt anders gelaufen wäre. Wäre Freiburg in die Champions League gekommen, ist mein persönliches Gefühl, hätte es schon eine Chance gegeben, dass er bleibt, weil er fühlt sich extrem wohl beim SC Freiburg und in Kombination mit Champions League wäre das sicher für ihn attraktiv gewesen. Es ist anders gekommen, von daher ist klar, dass er gehen wird. Und wie gesagt, mittlerweile ist so, dass Eintracht Frankfurt der wahrscheinliche neue Arbeitgeber für ihn sein wird. Denkst du, das ist etwas, was ich noch bis kurz vor Ende des Transferfensters ziehen kann? Also dass er sogar an den ersten Spieltagen noch theoretisch im Kader stehen könnte beim SC? Oder wird er jetzt schnell wechseln? Davon gehe ich nicht aus, weil Frankfurt EGTK nach Liverpool verkauft hat für richtig viel Geld. Und ich gehe jetzt davon aus, dass da zeitnah eine Einigung geben wird. Michael Gregoritsch, das hast du auch schon angesprochen, der will spielen, in Freiburg wird es schwer. Ist da irgendwas in Sicht für ihn? Es ist schwierig, tatsächlich. Weil er wird den Anspruch haben, bei einem neuen Verein auf jeden Fall ähm. Ja, also im Idealfall Stürmer Nummer 1 zu sein, um einfach Spielzeit zu bekommen. Im besten als Alternative vielleicht Stürmer Nummer 2, aber mit ganz vielen Optionen auch zum Zug zu kommen. Und sonst kommt für ihn ja nichts in Frage. Und da in der Bundesliga einen Verein zu finden, bei dem er Stürmer Nummer 1 ist, ist ganz, ganz schwierig. Gladbach war ja mal ein Thema. Die haben jetzt inzwischen Tabakowitsch von Hoffenheim und Maschino von Kiel verpflichtet. Also das hat sich, denke ich, erledigt. Und so viel bleibt dann nicht. Und er ist ja auch ein spezieller Stürmertyp, der dann reinpassen muss. Von daher muss man mal schauen. Kann auch durchaus dann eine Geschichte Richtung Ausland werden. Das ist, so ist meine Einschätzung, wahrscheinlicher als Bundesliga. Aber ja, momentan zeichnet sich da noch nichts ab. Aber es kann dann schnell gehen. Maximilian Philipp? Da tut sich gar nichts. Hat man auch nichts gehört. Von daher Stand heute wird er bleiben. Hat jetzt in den Testspielen immer im Mittelfeld gespielt? Also eigentlich nicht seine Position. Ist das jetzt so notgedrungen gewesen? Oder ist das eine Veränderung, die sich vielleicht zeigen könnte auch so für die Saison? Ich glaube nicht zwingend. Also es wird ganz schwer für ihn einfach irgendwo einen Platz in der Startelf sowieso, aber vermutlich häufig auch im Kader zu finden. Von daher muss man sehen, wie das weitergeht, aber ich glaube jetzt nicht, dass er für das zentrale Mittelfeld in der kommenden Saison vorgesehen ist. Und Florent Musliar ist auch auf der Suche nach einem Verein. Ja, der hätte sicher Möglichkeiten schon jetzt. Ich glaube, er will einfach gerne weiter Bundesliga spielen, was natürlich schwierig ist mit den Einsatzzeiten, die er vergangene Saison beim SC Freiburg hatte. Aber da würde ich stark davon ausgehen, dass es noch zu einem Wechsel kommt. Haben wir noch jemanden vergessen jetzt in der Liste der möglichen Kandidaten, die noch den SC verlassen könnten? Nein, momentan deutet sich nichts an. Aber wie gesagt, sie brauchen ja auch eine gewisse Anzahl an Spielern, weil sie mit drei Wettbewerben in die Saison starten. Mal gucken, wie lang. Aber so ist es jetzt mal und allein die Europa League wird schon Kräfte und Energie kosten und von daher braucht man auch einen etwas größeren Kader als vergangene Saison. und man hat ja nicht nur einen größeren, sondern auch einen qualitativ breiteren Kader jetzt. Also da ist schon ganz viel Qualität auch nochmal dazugekommen und das wird ein großes Plus sein in der Saison für den SC Freiburg. Besteht denn die Gefahr, dass einer der, sag ich mal, so wichtigsten Spieler, also Startelf-Potenzial-Kandidaten, dass da noch jemand relativ kurzfristig den SC verlässt? Da deutet sich momentan überhaupt nichts an, also davon gehe ich nicht aus. Und kommt noch jemand oder sind die Transferaktivitäten jetzt beendet? Zugangseitig ist alles erledigt. Das heißt, der Transfersauer ist für den SC eigentlich gelaufen, mit Ausnahme der Abgänge? Genau, mit Ausnahme der Abgänge. Es werden auch Abgänge geben, aber sonst wird sich da nichts mehr tun. Dann lasst uns mal auf die nächste Saison noch gucken zum Schluss. Zuallererst im Trainingslager gab es ja nochmal eine Vertragsverlängerung, nämlich von Trainer Julian Schuster. Was bedeutet diese Verlängerung für den Sportclub? Naja, im Grunde gar nicht so viel. Das ist etwas, was man natürlich erwartet hat. Sie haben ihm vor der Saison viel zugetraut. Er hat es bestätigt mit seinem Trainerteam, mit seiner Arbeitsweise auch viel einzubinden. Die ganzen Leute um ihn herum, seine Assistenten. Das hat hervorragend funktioniert, die Mannschaft ist ihm gefolgt. Also von daher war das erwartbar und kann sich jetzt nur noch positiver auswirken, als es ohnehin schon ist. Sie können jetzt noch tiefer in Details eintauchen, weil der Kern der Mannschaft ist ja zusammengeblieben, wurde qualitativ noch ergänzt. Klar ist, Lidstoren tut weh. Das war eigentlich der Spieler der vergangenen Saison, offensiv auf jeden Fall der wichtigste Spieler, mit Toren und Torbeteiligungen. Den zu ersetzen, das wird nicht einfach, aber qualitativ nochmal hat der SC in der Breite dazugewonnen und das Trainerteam um Julian Schuster kann jetzt noch detaillierter arbeiten. Und das größte Plus ist wie immer die Mannschaft, die schon wirklich jetzt in großen Teilen seit Langem zusammen ist, die funktioniert einfach. Das ist ein intaktes Gebilde und das wird auch weiterhin so sein. Und was für eine Saison erwartet dieses intakte Gebilde? Ja, das ist immer spannend. Also ich meine, vergangene Saison hat man gesehen, sie haben jetzt nicht immer überzeugt, aber sie haben dann doch ganz viele enge Spiele für sich entschieden. Enge Spiele können aber eben auch mal in die andere Richtung kippen und dann hätte am Ende realistischerweise auch Platz 9 oder 10 stehen können. Es wurde dann Platz 5, das war hervorragend, weil sie diese engen Spiele eben tatsächlich für sich entschieden haben. Aber man muss abwarten, vieles hängt auch von der Konkurrenz ab. Gerade Mannschaften wie Leipzig haben vergangene Saison richtig Probleme gehabt, deutlich unter ihren Möglichkeiten abgeschnitten und gespielt. Da muss man schauen, was da dieses Jahr passiert. Aber allein von der Stabilität und allem gehört der SC sicher zu den Mannschaften, die zwischen Position 5 und 10 einlaufen können. Das ist alles weiterhin realistisch, im Gegenteil vielleicht noch realistischer, auch wenn die Europa League als Zusatzbelastung dazukommt. Aber sie haben jetzt auch den entsprechenden Kader. Das heißt, du traust ihn zu, wieder ums europäische Geschäft mitzuspielen? Auf jeden Fall. Also das Potenzial hat die Mannschaft auch mit dem, was sie dazubekommen hat an Qualität. Das sollte möglich sein. Die Zusatzbelastung Europa League ist ja dieses Mal für den SC sogar noch ein bisschen größer, weil es mit der neuen Liga-Phase jetzt acht Spiele sind, nicht mehr so wie vorher sechs Spiele. Also war letztes Jahr auch schon so, aber der SC hat ja nicht mitgespielt letztes Jahr. Wird man das irgendwie merken, dass es nochmal zwei Spiele mehr sind? Also ich glaube jetzt von der rein körperlichen Belastung nicht, weil der Kader entsprechend ist. Ein Punkt ist sicher, man wird viel weniger auf dem Trainingsplatz stehen. Das heißt, viel weniger Dinge einstudieren, üben können. Aber das spielt jetzt in der zweiten Saison Schuster eigentlich eine kleinere Rolle. Das wäre in der ersten Saison Schuster möglicherweise ein Problem gewesen, weil man sich aneinander gewöhnen muss, weil man sich verstehen muss. Und wenn du dann nur ganz wenig auf dem Trainingsplatz bist, dann ist das kompliziert. Sie haben jetzt eine Saison zusammengearbeitet, sie wissen, was sie voneinander zu erwarten haben, Spieler und Trainerteam. Von daher sollte das funktionieren und dann fällt es auch nicht mehr so stark ins Gewicht, dass weniger Trainingseinheiten zur Verfügung stehen. Gibt es, also das habe ich auch schon Vincenzo Grifo und Christian Günther im Podcast gefragt, jetzt frage ich dich auch noch, hast du einen Wunsch los für den SCM Freiburg, wo willst du als Reporter mit hinfahren? Naja, also ich habe wahrscheinlich weniger Wünsche als die Spieler selbst. Die haben auch nicht so richtig was geäußert. Also Vincenzo Grifo wird sich natürlich über Italien freuen, hat er gesagt. Und Christian Günther hätte auch Lust auf ein großes Fußballland, also Spanien, England oder so. Aber so richtig, ihr habt es nicht eine Stadt oder so genannt. Naja, also Ja, aus nostalgischen Gründen könnte ich jetzt sagen, ich würde vielleicht dann doch gern nach Portugal. Portugal habe ich 2004 von meiner ersten EM berichtet und das war ein tolles Erlebnis, tolles Land, tolle Leute, tolle Stimmung. Also ich glaube, Porto ist eine Möglichkeit, da würde ich nicht Nein sagen. Sehr schön, dann schauen wir mal, Ende August wird, glaube ich, ausgelost, ob du dann im Herbst nach Porto fahren darfst. Jetzt geht es am 16. August im DFB-Pokal los für den SC Freiburg. Was passiert noch bis dahin? Was machen die jetzt noch? Die steigen jetzt langsam in den normalen Trainingsrhythmus ein, den sie in einer normalen Bundesliga-Saison haben. Es wird jetzt noch Testspiele geben an den Wochenenden vor dem Start jeweils. Von daher geht es jetzt einfach darum, den Rhythmus zu finden. Das, was sie sich erarbeitet haben, zu stabilisieren, das Körperliche zu stabilisieren und dann einfach in den Rhythmus für die Saison kommen. Das ist jetzt das, was auf dem Programm steht. Alles klar, dann sind wir gespannt, was der SC da macht im DFB-Bokal und dann in der Bundesliga. Vielen Dank für deine Zeit, René, und für die Einschätzung und bis demnächst wieder. Ja, danke, gerne. Das war BZ am Ohr, der Podcast der Badischen Zeitung. Jede Woche ein Thema, das Südbaden bewegt.