Latest / KUS-Innovation-Friday / Innovative Unternehmen: Kempf GmbH
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- Kristina: Rohrbach. Heute zu Gast Guido Kempf, CEO der Kempf GmbH in Rohrbach. Marion Kühn: Herzlich willkommen zu Innovation Friday, ein Podcast für Menschen, neue Ideen schaffen. Mein Name ist Marion Kühn und ich freue mich auf meinen heutigen Gast Guido Kempf, innovativer Unternehmer aus dem Landkreis Pfaffenhofen. Heute spreche ich mit Guido Kempf darüber, wie man von einem Ostereierproduzenten zu einem Marktführer in Europa für Backbleche, Backformen und Anti-Haftbeschichtung wird. Danke, dass Sie sich die Zeit genommen haben. Guido: Sehr gerne, vielen Dank für die Einladung. Marion Kühn: Herr Kempf, würden Sie sich bitte kurz vorstellen, ich würde gern mehr über Ihren beruflichen Werdegang und Ihre Rolle im Unternehmen erfahren. Guido: Ja, sehr gerne. Vielleicht ganz kurz zu meinem Alter. bin 46 Jahre alt, bin verheiratet, habe vier Kinder. Ich glaube, das gehört auch immer dazu, das ein bisschen einordnen zu können. Ich wie das in so einem Familienunternehmen sehr häufig der Fall ist, dort eigentlich fließend mit rein gewachsen. Ich habe nach dem Abitur an der Damals noch Fachhochschule, jetzt hier in Ingolstadt Betriebswirtschaftslehre studiert. Mit Schwerpunkt Kapitalmarkttheorie. Dieser Schwerpunkt war eigentlich auch mein Berufsziel. wollte erst einmal irgendwo in die Finanzwelt vielleicht nach Frankfurt zu einer großen Bank. Aber dann hat sich während dem Studium das ergeben, dass ich mehr und mehr in unser damals noch relativ kleines Familienunternehmen. mit zehn Mitarbeitern reingeschnuppert habe und da auch dann die ersten Aufgaben gesehen habe, die ersten Erfolge speziell im internationalen Vertrieb erzielt habe und wie ich dann mit meinem Studium zu Ende fertig war, habe ich dann mich mit meinem Vater an einem Tisch gesetzt und dann haben wir darüber gesprochen, wie denn eine Zukunft aussehen könnte und für mich war klar, wenn ich ins Unternehmen komme, dann möchte ich mitgestalten, dann möchte ich Das heißt, neue Märkte erschließen, ganz neue Wege auch gehen. ich habe gesagt, ein Unternehmen mit zehn Mitarbeitern in der Größe, mein Vater war damals auch noch mitten im Berufsleben und auch viel zu jung für die Rente, da ist es zu klein. Da brauchen wir dann auch neue Visionen und Ziele. Und da hat er gesagt, ja, das können wir gerne machen. Er wird mir da auch freie Hand geben. Und dann bin ich mit 23 nach dem Ende meines Studiums ins Unternehmen eingestiegen und habe dann die letzten 23 Jahre sehr aktiv das Unternehmen mit meinem Vater die erste Zeit zusammen dorthin gestaltet, entwickelt, wo wir jetzt stehen als europaweiter Marktführer. mit mittlerweile drei Standorten, unserem Hauptstandort hier in Rohrbach im Landkreis Pfaffenhofen, aber auch zwei Standorte woanders, also einen in den Niederlanden und einen in Westdeutschland in der Nähe von Köln. Und wir sind europaweit Marktführer für professionelle Bikeware, wie man das im Englischen so schön sagt, das heißt Backbleche, Backformen für gewerbliche Anwender. Das fängt an beim Handwerksbäcker die Ecke, geht über die Tankstelle. bis hin zu den Industriebäckereien, wo industrielle Backbleche mittlerweile so groß sind wie Schreibtische. Und dann auch in die Supermarktketten, wo man diese Bake-off-Stationen in den Aldi, Lidl-Märkten etc. mittlerweile überall findet. Und wie gesagt, in Europa sind wir mittlerweile Marktführer, aber auch die internationalen Märkte beliefern wir regelmäßig in die USA oder nach Asien oder aktuell auch. haben wir Projekt in Mittel East, wo wir bisschen Probleme haben, die Ware zu liefern, weil die Straße von Hormus geschlossen ist. Das heißt, wenn Sie in der Früh eine Breze haben, dann ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass die, egal wo Sie die kaufen, auf einem Backblech der Firma Kempf gebacken wurde. Marion Kühn: Danke für diesen ersten Einblick. Das klingt ja schon total spannend. Ich glaube, so einen Betrieb von zehn auf deutlich mehr Mitarbeiter aufzubauen, geht wahrscheinlich nicht so ganz ohne Innovation. Von daher bin ich total gespannt, was Sie uns im Folgenden jetzt alles noch erzählen. Zuerst mal schön, dass Sie heute mein Gast Die Firma Kempf stellt ja seit über 50 Jahren Backbleche, Backformen und Anti-Haffbeschichtungen her. Und auf den ersten Blick fragt man sich dann schon, wo ist hier die Innovation? Und auf den zweiten stellt man sich dann die Frage, wie schafft man es, auf diesem Markt so lange zu bestehen und aus einem Standardprodukt etwas so Besonderes zu machen, dass man sogar Marktführer in Europa wird? Ich bin gespannt, was Sie uns über Ihre Firma erzählen und ich würde Sie als erstes bitten, ganz kurz die CAMF GmbH vorzustellen. Guido: Ja, gerne. Also wie vorher schon kurz angerissen, sind wir in dem Bereich der Professional Bikeware unterwegs und ein produzierendes Unternehmen, das Backbleche, Backformen, Anti-Haff-Beschichtungen eben für diese Kundengruppe herstellt. Seit dann, sag ich mal, jetzt muss ich gleich kurz überlegen, 1980. So Anfang der 2000er Jahre hat sich dann unser Wachstumspfad auch rasant beschleunigt. hatten dort auch mit einer Marktsituation konnten wir da sozusagen, konnten wir dort nutzen, als dieses Bake-off-Geschäft in den Supermärkten begann. Früher gab es den klassischen Bäcker die Ecke und dann kamen nach und nach diese Bake-off-Stationen. Und die führen dazu, dass Backwaren zweimal gebacken werden. Einmal in einem Industriebetrieb, wo wir das entsprechende Equipment liefern. Und dann zweitens dann auch noch mal vor Ort tief gefroren in einer Filiale der Discounter oder Supermarketten. Und da haben wir uns sehr, sehr früh darauf spezialisiert, diese Produkte zu fertigen. Und diese Produkte, was hier sehr wichtig ist, was man früher nicht gebraucht hätte, in diesen Umlaufluftöfen müssen die Bleche perforiert sein. Und da haben wir dann dementsprechend früh in Maschinen und Technik investiert und auch selbst entwickelt. Und Innovation zeigt sich bei uns im Unternehmen sehr oft, natürlich auch im Produkt, komme vielleicht später nochmal drauf, aber sehr oft in dem Verfahren, in dem Prozess, wie wir das Produkt herstellen. Das heißt, so ein Blech, wie wir das machen, kann wahrscheinlich ein guter Metallbaubetrieb, ein Spenglerbetrieb auch machen, aber natürlich nicht in der Qualität und nicht in dieser Stückzahl, Genauigkeit und auch zu diesen Kosten. Und das ist dann sehr, sehr wichtig. Wir sind nämlich hier, wie wir alle wissen, in einem Hochlohnstandort in Deutschland, in Oberbayern, wo wir einfach dementsprechend gute Löhne bezahlen müssen. Und da müssen wir einfach automatisieren. Und das Thema KI und Digitalisierung ist ja jetzt seit geraumer Zeit in aller Munde. Aber das Thema Automatisierung an sich ist für uns in der Firma KEMF nichts Neues. Das haben wir uns von vor 25 Jahren schon genauso angeschaut, wie wir uns das jetzt anschauen. Jeder Prozess wird bei uns regelmäßig überprüft. Was ist aktuell technisch möglich? Wie sind die Marktgegebenheiten? Welche Stückzahlen sind zu erwarten? Und dann kann es sein, dass man in einem Prozess alle zwei Jahre wieder ändert, weil man ihn einfach besser machen kann. Und das ist schon immer in unserer DNA gewesen und unsere Wettbewerber sitzen. Keiner sitzt mehr sozusagen in Westeuropa. Die sitzen in Ländern wie Polen, Rumänien oder Türkei. Aber wir sind dort in in unserer Branche sehr erfolgreich, weil wir schon immer extrem automatisiert waren und dort immer schon einen Schritt voraus waren. Und das Allerwichtigste ist, sich nie darauf auszuruhen, zu sagen, das ist jetzt der Stand, da sind wir, sondern immer wieder den nächsten Schritt zu gehen, den nächsten Schritt zu gehen, weil der Wettbewerb schläft auch nicht. Ein gutes Beispiel dafür, wo das vielleicht meiner Meinung nach verschlafen wurde, sieht man aktuell an der Automobilindustrie. Marion Kühn: Absolut, da kann ich Ihnen jetzt nur zustimmen. Sie haben ja jetzt gerade schon eigentlich relativ viel davon erzählt, wie wichtig letztendlich Innovation bei Kämpf ist und dass Sie das eigentlich fortlaufend auf den Prüfstand stellen, dass Sie gewisse Prozesse haben, die überprüft werden. Ich muss Sie jetzt eigentlich gar nicht mehr fragen, wie Innovation bei Kämpf entsteht. Ich glaube, das haben wir geklärt. Aber was mich viel mehr interessieren würde, gibt es denn eine Innovation, wo Sie sagen, auf die sind Sie besonders stolz? Und das ist etwas, was Sie wirklich vorangebracht haben oder wo Sie Ihren Wettbewerbern auch deutlich überlegen sind damit. Guido: Ja, also da möchte ich vielleicht noch einmal ganz kurz einhaken. Marion Kühn: Mhm! Guido: Ich habe ein bisschen über den Prozess gesprochen, was beim Produkt, also unsere Produkte, wenn die jemand anschaut, dann sagt er, das ist ja nur ein Backblech. Das sind, wie soll ich das sagen, ein sehr einfaches Produkt, wobei die Unterschiede oder die Innovationen liegen ja oft im Teil. Bei uns geht es zum Beispiel Antihaftbeschichtungen, umgangssprachlich eine Teflonbeschichtung. Die kennen sie von zu Hause. Wenn Sie eine hochwertige Teflonbeschichtung haben und damit 500 Mal braten können in der Pfanne, dann sagen Sie, wow, das Beste, was ich jemals gehabt habe. Wenn ich mit 500 Backzyklen zu meinen Kunden gehe, dann sagen Sie, Herr Kämpf, mit dem Mist brauchen Sie mir nicht mehr kommen. Wir reden hier dann von Backzyklen von 4 bis 5000 Backzyklen. Und was mir sehr, wichtig ist, Innovation funktioniert dann, wenn man das zusammen oder direkt mit den Kunden macht. man muss sehr stark da reinhören. Was wollen die Kunden? Welche Bedürfnisse haben die, welche Lösungsvorschläge kann man anbieten? Und dann daran arbeiten. Und auch mal mit einer Lösung rauszugehen, die vielleicht erst 90 Prozent marktreif ist, weil wenn man immer auf die 100 Prozent wartet, kommt man auch zu spät auf den Markt. Das ist sehr, sehr wichtig. Und so haben wir das auch immer gemacht. Was nicht funktioniert, im eigenen Käfig irgendetwas zu erfinden, wo man dann sagt, vielleicht braucht das irgendjemand. Da steckt man sehr, viel Energie rein und am Ende ist es nicht erfolgreich. Wichtig ist das immer Hand in Hand und die Impulse kommt eigentlich immer direkt vom Kunden und man muss diese Bälle dann aufnehmen und schauen, dass man das dann dementsprechend weiterentwickelt. Auf welche Innovationen sind wir hier bei der Firma Kempf sehr stolz. Wir haben für einen Discounter, der weltweit agiert, mit 12.000 Filialen vor vielen Jahren eine Lösung gefunden. Er hatte das Problem mit den Aluminiumblechen, die Mehrzahl der Backbleche sind aus Aluminium, weil Aluminium ein sehr guter Wärmeleiter ist, weil es leicht ist und dafür auch perfekt geeignet ist für so ein Backblech. Aber er hatte das Problem, dass er einen Kunden hatte, der an Aluminium sparen verschluckt hatte und dann dort diesen Kunden, also unseren Kunden den Discounter verklagt hatte, dass das sozusagen gesundheitsgefährdend ist. Und dann hat man sich auf Vorstandsebene dieses Discounters entschieden, von diesen Aluminiumblechen loszukommen und Alternativen zu suchen. Alle anderen Alternativen, Edelstahlbleche etc., die es gibt, haben viele, viele Nachteile. Und Wir haben dann und das hat dann federführend mein Vater, der bei uns der Tüftler ist, für solche Lösungen, mein Vater hat dann federführend eine Lösung gefunden, dass man weiter ein Aluminiumblech hat, aber an sag ich mal, neuralgischen Stellen eine spezielle Edelstahl-Umwandlung mit einer speziellen Verfügbetechnik zusammenbringt. Wenn man das Produkt jetzt anschaut, dann schaut das nicht so spektakulär aus. Wir haben uns das damals auch Gebrauchsmuster schützen lassen. Aber bis man zu diesem Produkt gekommen ist, das hat wirklich auch längere Zeit gedauert. Und bis zum Stand heute liefert diesen Artikel kein anderer unserer Wettbewerber, sondern nur die Firma Chemf in den Markt, nicht nur an diesen einen Discounter, mittlerweile auch an andere Kunden. Und das zeigt so, wie wir hier vorgehen. Der Kunde hat ein Problem, der sucht nach einer Lösung und wir finden dann eine nochmal schaut es einfach aus, aber es ist es nicht. die Spezialität liegt im Detail. Marion Kühn: vielen Dank für die jetzt nochmal vertiefte Erklärung. ich finde es total spannend, was Sie jetzt beschrieben haben und wie Sie Ihren Innovationsprozess gestalten. Ich glaube, als wenn ich auch so bisschen jetzt vergleiche mit dem, was mir andere Gäste erzählt haben. Es ist glaube ich schon auch so bisschen branchenabhängig, wer was macht. Also ich glaube bei Ihnen macht es jetzt weniger Sinn mit Hochschulen große Kooperationen einzugehen und Forschungsprojekte anzustoßen. Bei Ihnen geht es eher zuerst mal darum, was braucht der Kunde eigentlich und wie kann ich dessen Nachfrage bedienen. Was ja auch ein ganz toller Ansatz ist und ich glaube für viele gerade mittelständische Unternehmen auch ein gutes Vorbild sein kann letztendlich. Und deshalb würde ich auch gerne noch mal fragen, Sie sagen, Innovation in den mittelständischen Unternehmen, so wie jetzt bei Ihnen, ist einfacher umzusetzen als in einem großen Konzern oder ist es vielleicht sogar schwieriger, weil man eventuell nicht eine große Forschungsabteilung hinter sich hat oder was auch immer? Guido: Gute Frage, weil das sicher nicht einfach mit Ja oder Nein zu beantworten ist. Ich glaube sowohl als auch. Zum einen ist es einfacher wie in großen Konzernen, weil wir natürlich das ist auch in unserer DNA, das wollen wir uns auch erhalten, auch mit wachsender Unternehmensgröße. Kurze Entscheidungswege, schnelle Lösungen, manchmal auch wirklich hemmsärmliche Lösungen zu erarbeiten. Das ist definitiv unsere Stärke und da können wir dann auch schnell reagieren. Der Nachteil im Vergleich zu Großunternehmen ist sicherlich, dass wir natürlich nicht diese Ressourcen personell wie auch mal von der Infrastruktur manchmal dann auch finanziell haben, wirklich große, groß angelegte Entwicklungsprojekte zu starten. Ich habe Ihnen vorher ein Beispiel gesagt, wie wir eine Innovation bei diesem Blech gemacht haben. wo wir auch keine externe Unterstützung brauchen. Wir arbeiten aber schon ab und an mit einer Hochschule oder zum Beispiel auch mit dem Fraunhofer-Institut zusammen, wenn es zum Beispiel in den Bereich der neuesten Beschichtungen geht. Das ist mittlerweile so hochtechnisch auch. Da braucht man Chemiker, braucht man Labore etc. Also in dem Bereich arbeiten wir schon mit externen Instituten zusammen. Unsere Aufgabe ist dann immer, sag ich mal, das Ohr ganz nah am Markt zu haben und dann auch zu schauen, welche neuen Varianten gibt es, die auch abzutesten, vielleicht auch mal ein bisschen zu modifizieren für unser Anwendungsgebiet. Und die Stärke, glaube ich, ist die Mischung aus beidem hinzubekommen, interne Forschung, Entwicklung und auch externe Ressourcen zu nutzen, wo es möglich ist. Und wir versuchen, die Nachteile, wir vielleicht gegenüber manchen Großkonzernen zu haben, mit so einem Mix dann dementsprechend abzufangen und mit unserer, sag ich mal, Erfahrung, mit unserer Nähe zum Markt, das ist sehr, wichtig, immer sehr nah am Markt zu sein, dann auch das Auszugleichen bzw. besser zu sein. Marion Kühn: Vielen Dank für Ihre Einschätzung hier. Jetzt haben wir relativ lang über das Thema Innovation geredet. Ich würde jetzt gerne quasi einen Schritt weiter springen und nochmal kurz ein bisschen die Digitalisierung reinschauen. Sie ja vor kurzem, nicht mal ganz so kurz mittlerweile, einen ganz tollen Betriebsstandort in Rohrbach gebaut und da auch eine sehr moderne Produktion etabliert. Können Sie uns Ihre Produktion bitte mal kurz beschreiben? vielleicht auch so bisschen den Fokus dann gleich auf das Thema Digitalisierung legen. Guido: Also das ist vielleicht sehr wichtig. Bei uns ist es so, dass Digitalisierung ein sehr, wichtiges Thema ist, aber auf der Produktseite eigentlich bis dato noch gar nicht. Es gibt ein paar so Track-and-Trace-Systeme, wo die Kunden, die Großbäckereien gewisse Umläufe mit unseren Blechen und Formen zählen oder tracken, wobei wir diese Systeme nicht liefern, sondern nur unsere Produkte so ausstatten, dass das möglich ist. Aber das ganze Thema Digitalisierung ist für uns ein sehr wichtiges Thema in unserer Produktion, in unserem Betrieb, von der Verwaltung über die Produktion bis zur Logistik und dem Versand. Weil, wie ich es vorher schon gesagt habe, wir müssen immer schauen, dass wir den nächsten Schritt in der Effizienz machen, in der Wirtschaftlichkeit machen. Auch in der Reproduzierbarkeit ist es sehr, wichtig, dass unsere Prozesse dementsprechend automatisiert sind, weil unsere Kunden von einer Spitzenqualität erwarten, wenn sie 2000 Backbleche kaufen, dass es vom Stückzahl Nummer eins bis Stückzahl Nummer 2000 dementsprechend in der gleichbleibenden Qualität innerhalb der Toleranzen, innerhalb der Oberflächenspezifikation geliefert wird. Und das ist unser Anspruch und das können wir nur dann, wenn wir dementsprechende Prozesse haben. Was wir im puncto Digitalisierung schon umgesetzt haben, in der Logistik arbeiten wir mittlerweile mit Fahrerlosen-Transportsystemen. Das heißt, in unserem Unternehmen werden in der internen Logistik die Transporte von den verschiedenen Bereichen, vom Lager in den Versand mit einem Fahrerlosen-Transportsystem erledigt, das dementsprechend 24 Stunden am Tag unterwegs ist und dort dann die verschiedenen Abteilungen dementsprechend mit Teile versorgt. Und die nächsten Schritte, ich meine, was wir natürlich mittlerweile alle machen, ist dieses KI-Thema in Office-Anwendungen. Ich meine, das ist ja mittlerweile auch ein Standort. Bei den anderen Themen, da sind wir jetzt gerade dran, weil ich glaube, dass auch bei manchen Themen die Euphorie ein bisschen zu groß war oder ist, zu sagen, ich muss jetzt alles sofort KI-like automatisieren, weil man muss auch schon bewusst sein, Zuerst müssen die Prozesse passen, dann, wenn man das richtig macht, dann muss man auch wirklich Geld und vor allem Zeit investieren. Und eine muss auch klar sein, okay, welchen Mehrwert erzielt ich dann? Und man muss nicht bei allen Bereichen, wo ich es nenne, jetzt mal ein Beispiel, Buchhaltung ist natürlich auch eine wichtige Abteilung bei uns im Unternehmen. Aber das ist nicht die Abteilung, mit der wir uns am Ende unterscheiden, ob wir erfolgreich am Markt sind oder nicht. Dann ist natürlich die Frage, ob ich der Erste sein muss, dort eine Lösung, die noch nicht markterprobt ist, dort umsätze oder ob ich sage, ich warte jetzt noch mal 12 oder 18 Monate, bis dementsprechend marktgängige Lösungen erhältlich sind und ich muss nicht die Fehler machen, die alle anderen dann so vorgemacht haben und vielleicht auch einen zu hohen Preis bezahlen. Da, glaube ich, ist es wichtig als Unternehmer, die richtige Einschätzung zu finden, wo ist es notwendig oder wo bringt es einen Mehrwert? sehr schnell darauf aufzuspringen oder in anderen Bereichen auch mal bisschen abzuwarten. Marion Kühn: Das fand ich jetzt eine sehr interessante Sicht und ich glaube auch wieder, dass sind hier Dinge, für andere Unternehmen durchaus eine Vorbildfunktion haben können. Jetzt hätte ich noch eine Frage, die glaube auch irgendwo mit der Digitalisierung zusammenhängt und zwar würde ich jetzt gerne noch über die Zukunftsfähigkeit an sich sprechen. Zum einen Was bedeutet Zukunftsfähigkeit für Sie und für Ihr Unternehmen, aber vielleicht auch bisschen größer gedacht für den Wirtschaftsstandort Landkreis Pfaffenhofen? Sie haben mir ja auch im Vorgespräch erzählt, Sie sind ja auch international sehr gut vernetzt und viel unterwegs. Waren jetzt auch in China vor kurzem und haben natürlich auch einen tollen Blick von außen auf unseren Standort. Also einfach gerne mal Zukunftsfähigkeit. Was kann das bedeuten? Was beinhaltet das? Guido: Ja, also das ist eine sehr gute Frage bzw. ein sehr wichtiges Thema, weil in meiner Meinung das etwas ist, mit was sich ein Unternehmer immer auseinandersetzen muss. Man muss sich die Zeit nehmen, dem Tagesgeschäft auch sich diese wirklich großen strategischen Themen Gedanken zu machen und auch Lösungen zu haben. Und man muss das auch nochmal, glaube ich, differenziert sehen, zum einen Zukunftsfähigkeit für unser Unternehmen. Ja. Ich wiederhole das, was ich vorher gesagt habe, immer einen Schritt voraus sein, sich nie ausruhen, immer zu schauen, wo kann ich meine Prozesse verbessern. Da es sehr, wichtig ist, man muss sich die Prozesse alle immer wieder anschauen. Manche Prozesse macht man aber dann trotzdem wieder genauso weiter, weil die Analyse bringt, okay, so wie wir das machen, aktuell das Bestmögliche für unser Unternehmen. Aber man muss sich das regelmäßig anschauen und man sieht das immer wieder, auch an negativ Beispielen. Unternehmen, jeder kennt dieses Beispiel Nokia, die sich dann irgendwann mal ausgeruht haben und gesagt, wir sind Weltmarktführer, wir haben das beste Produkt und dann geht das ratzfatz und schnell werden sie überholt und schnell sind die Unternehmen dann auch Geschichte. Wie auch vorher schon erwähnt, sehe ich das ähnlich aktuell gerade bei der Automobilindustrie und wir müssen dort unsere Hausaufgabe machen. Das ist unsere tägliche Aufgabe, immer besser zu werden. Wichtiger, ganz ein wichtiger Bestandteil. Mit der wichtigste sind die Mitarbeiter. Ich alleine kann das nicht lösen. Ich kann nur die Richtung vorgeben. Ich kann nur gewisse Anreize schaffen, gewisse Impulse geben, umsetzen, tun das dann bei einer Unternehmenskrise, wie wir das haben, tut das die ganze Belegschaft. Und da habe ich Gott sei Dank einen sehr, guten Mitarbeiterstamm mit Leistungsfähigen, mit Willigen, mit einer schönen Mischung aus Jung und Alt, mit Erfahrung und auch mit, sage ich mal, Motivation, dort voranzugehen. Wir legen da auch sehr, viel Wert auf die Ausbildung im eigenen Unternehmen. Da haben wir die letzten Jahre sehr, gute Erfahrungen gemacht mit jungen Führungskräften, die wir uns selbst nachziehen. Das kann ich nur jedem anderen Unternehmer raten, wenn das auch am Anfang mal mit viel Aufwand, vielleicht auch mit einigen Rückschlägen, wenn man die ersten Azubis hat und die dann nach der Lehrzeit gleich das Unternehmen verlassen. Rückschläge wird es geben, aber langfristig zahlt sich das aus. Und nochmal, wenn wir über Digitalisierung, KI, etc. in Zukunft, Dark Factories oder was alles kommt, sprechen, dann funktioniert das wahrscheinlich in Zukunft mit weniger Mitarbeitern. Aber die Mitarbeiter, die man hat, die brauchen die beste Ausbildung, die brauchen die Skills, solche Sachen auch umzusetzen. Und in das müssen Unternehmer investieren. Und wenn Sie jetzt das Thema internationale Wettbewerbsfähigkeit des Landkreises Pfaffenhofen ansprechen. Ich ist Pfaffenhofen dort sehr, gut aufgestellt. Das liegt an dem, sag ich mal, Unternehmensmix, den wir hier haben, der vor zehn Jahren hätte noch jemand gesagt, er hat ein bisschen langweilig hier im Landkreis Pfaffenhofen, da geht nicht so viel voran. Aktuell ist man froh, dass man von, sag ich jetzt mal, Airbus über Sankt Joffama über HIP im Pfaffenhofen Unternehmen in den verschiedensten Branchen hat, einen starken Mittelstand hat, der Gott sei Dank nicht so automobillastig ist. Da ist Pfaffenhofen sehr, gut aufgestellt, auch von der Infrastruktur aufgestellt, auch mit der ganzen Organisationen. Ich muss das immer wieder sagen, dass so etwas wie das Kuss in Pfaffenhofen kenne ich nirgendwo anders. Wenn ich mit anderen Unternehmen aus anderen Landkreisen spreche, welche Möglichkeiten es mit diesem Kuss gibt an Fortbildungen, auch an Unterstützung, die wir erfahren haben, wie wir unseren Neubau hier umgesetzt haben. Das ist sicher ein Standortfaktor, wo wir hier ein sehr großes Plus haben. Aber das muss ich jetzt auch dazu sagen, wenn wir wirklich die internationale Wettbewerbsfähigkeit sehen und das heißt international, speziell wenn wir außerhalb Europa rausschauen. meine, jeder kennt die Themen, die uns gerade in der Weltpolitik umtreiben. Dann haben wir dort einfach riesige, ich sage jetzt mal Schwierigkeiten, denen wir zu kämpfen haben, hohe Energiepreise, chinesische Markte nach und nach immer mehr, wie soll ich das sagen, die Weltmärkte mit guten oder vernünftigen Produkten attackiert. Also dort sind sicher einige Risikofaktoren, die wir haben oder auch die Schwäche mit der Überregulierung, Überbürokratisierung in Deutschland, speziell auch in der EU. Ich meine, das sind diese Themen, die jeder kennt. Und das Schwierige an der Sache ist eigentlich, dass wir weder ich als Unternehmer, aber auch jetzt auf Landkreisebene dort wenig Einfluss darauf haben. Wir müssen einfach bestmöglichst damit umgehen. Und dann kommen wir wieder zu den Punkten, die ich vorher schon immer aufgezählt habe, aus diesen Rahmenbedingungen das Bestmöglichste zu machen. Und es gibt eben einige Rahmenbedingungen, wo wir aktuell international einfach einen Nachteil haben. Aber die Aufgabe jedes einzelnen Unternehmers ist nicht zu jammern und zu lamentieren, sondern die bestmögliche Lösung zu finden. Marion Kühn: Vielen herzlichen Dank für die Einschätzung zur Zukunftsfähigkeit. wir sind leider jetzt schon fast am Ende unseres Podcasts angekommen, aber wie immer gibt es noch eine letzte Frage, nämlich den Innotipp. Das heißt ganz konkret, Herr Kempf, haben Sie besondere Hinweise, Ideen oder Gedanken zum Thema Innovation, die Sie unseren Hörern und Hörern mitgeben können? Also letztendlich gibt es irgendwelche Learnings, oder wünsche, wo sie sagen, wenn sie das befolgen, kann Innovation vor allem auch bei uns in der Region ganz gut funktionieren. Guido: Also vielleicht ein bisschen abstrakt in dem Sinne und auch vielleicht ein bisschen hemmsemmelig, in dem ich glaube, dass Innovation jeder Unternehmer hat in gewisser Weise mit Innovationen zu tun. Und wie ich das vorher schon geschildert habe, ist sehr, wichtig, nah am Markt zu sein, auf den Kunden zu hören, auf die Marktbedürfnisse zu hören. Aber den wichtigsten Tipp, den ich gebe, ist zu sagen, natürlich muss die Lösung, die man dann präsentiert, ausgereift sein. Aber Man kann nicht immer darauf warten, bis man die 100 Prozent Lösung hat. Im Amerikanischen heißt es so schön Fake it until you make it. Die sind da immer risikobereiter wie wir und ein Unternehmer muss auch eine gewisse Risikobereitschaft haben. Und auch zu sagen, hör mal zu, das ist jetzt zu 95 Prozent ausgereift. Es gibt keine Gesundheitsrisiken. kann sich dort keiner dementsprechend schwer verletzen. Aber solche Sachen muss man natürlich abprüfen. Und dann gehen wir jetzt auf den Markt und ein gewisses Risiko übernehmen wir jetzt einfach. Natürlich immer in der Abwägung, darf natürlich nicht existenzgefährdend für das Unternehmen sein, aber auch mal rauszugehen und sagen so, ja, das trauen wir uns jetzt und da schauen wir, wie wir dort am Markt ankommen. Und dann kann man ja immer mal nach nachbessern nach einem Jahr und sagen so und jetzt kommt die Version 2.0 und da haben wir noch mal ein paar Sachen mit eingebaut. Das glaube ich, fehlt in Deutschland sehr oft mit unserer Ingenieurkunst, für die wir auch berühmt sind. Aber ich glaube, dass wir uns manchmal auch zu weit im Detail verlieren und dort einfach ein bisschen ein pragmatischer, auch risikofreudigerer Ansatz zu mehr Erfolg führen würde. Marion Kühn: Danke für Ihren InnoTip. Ich finde, sollten unsere Hörerinnen und Hörer unbedingt berücksichtigen. Und das ist tatsächlich auch mal eine ganz neue Sicht auf das Thema und ein Tipp, den wir so noch gar nicht hatten. Also wirklich. Vielen Dank dafür. Auch vielen Dank, dass Sie uns Ihren wirklich beeindruckenden Weg als Unternehmer geschildert haben natürlich auch noch eine ganz herzliche Gratulation zum Unternehmerpreis 2026, den Sie ja vom Landkreis Pfaffenhofen im Oktober verliehen bekommen haben. Und jetzt bleibt mir eigentlich nur noch, liebe Hörerinnen und Hörer, mich fürs zuhören zu bedanken. dass Sie heute wieder dabei waren. Ich würde sagen wie immer bis zum nächsten letzten Freitag im Monat und vielen Dank Herr Kämpf, dass Sie mein Gast waren. Guido: Vielen Dank Frau Kühn, das war eine Freude, hat mir Spaß gemacht.