Latest / Holger ruft an / Holger ruft an ... wegen Sachsen-Anhalt
Transcript
- 0:00Speaker 0: Was ich mich ja jetzt schon gefragt habe, müssen nicht einfach so Leute aus der Rente zurückkommen und die Demokratie verteidigen.
- 0:08Speaker 0: Die quasi keine Zukunft mehr im Opportunismus zu verlieren haben?
- 0:17Speaker 1: Hallo Johannes hier ist Holger.
- 0:19Speaker 1: Ich ruf an wegen der Berichterstattung zur Sachsen-Anhaltwahl.
- 0:23Speaker 1: Du bist Redakteur in politischem Föton der Zeit Und du hast einen schönen Rand geschrieben über unser Thema Vorab.
- 0:29Speaker 1: was ist eigentlich politisches Fötong?
- 0:32Speaker 0: Das ist... Das, was passiert wenn jetzt im Fall der Zeit – es gibt ja durchaus auch noch andere Formate die den Ausdruck benutzen.
- 0:42Speaker 0: Im Fall derzeit ist es glaube ich, wenn im Rahmen der diversen Krisenklimakrise Corona-Krise Föhrtonisten und Kulturjournalisten irgendwann anfangen auch politischere Texte zu schreiben und ihr Werkzeug auf Dinge anzuwenden, die eben nicht nur Kulturkultur sind so eine Textform oder auch ein ganzes Genre und irgendwann, wenn man damit dann erfolgreich ist sagen hohe Herrschaften jetzt gründen war ein Ressort.
- 1:15Speaker 0: Und so kam es und ich glaube alle die diesen Ressorts angehören dürfen sind sehr glücklich damit.
- 1:20Speaker 1: Das heißt du bist eigentlich Kulturjournalist?
- 1:23Speaker 0: Ursprünglich mal gewesen habe das sogar studiert und habe aber tatsächlich aus aus der Kulturredaktion, aus dem Föhe-Ton raus schon immer eher gesellschaftliche Texte geschrieben.
- 1:35Speaker 0: Also das kann man jetzt als Markel oder als Chance sehen... Ich hatte nie so den, also ich habe ein verstärktes Literatur und Theaterinteresse, ich hab mich auch eben viel mit Medien beschäftigt aber ich hatte nie diesen einen Themenfokus und ich glaube so als Generalist im FöHe-Tón landet man dann eher bei den politischen und gesellschaftspolitischen Themen.
- 1:55Speaker 1: So, und als politischer Fotonist hast du dir am Wahlabend das deutsche Fernsehen gegeben.
- 2:01Speaker 1: Ich gebe zu ich persönlich halte diese Nachwahlberichterstattungsinterview-Sendung schon sehr lange nicht mehr aus und gucke die darum auch gar nicht erst.
- 2:10Speaker 1: Hätte ich mir zum Beispiel diese fünfeinhalb Stunden im Mitteldeutschen Rundfunk gegeben unterbrochen durch Sandmännchen was hätte ich gesehen?
- 2:17Speaker 0: Was du gesehen hättest hängt glaube ich ein bisschen davon ab wie deine Vorerwartungen politisch mediale Bildung ist.
- 2:24Speaker 0: Ich glaube, was du nicht gesehen hättest, wären jetzt so Szenen gewesen wie es sie gegeben hat als die AfD noch relativ jung war.
- 2:33Speaker 0: also du hättess jetzt nicht gesehen.
- 2:35Speaker 0: ModeratorInnen, die jetzt eine härte Performance machen und ständig Leuten über den Mund fahren um zu zeigen nein!
- 2:42Speaker 0: Also die Extremisten die nehmen wir besonders hart ran und gleichzeitig aber inhaltlich keine kritische Frage stellen sondern du hattest eine relativ gut schnorrende Sendungsmaschine gesehen, die sich aber auch eben vielleicht sogar noch mehr als ohnehin schon immer an diesen Wahlabenden in diesem rein strategischen verliert.
- 3:03Speaker 0: Also ich glaube das ist auch so ein bisschen eine erste Antwort der Sender jetzt auf die neue Präsenz und neue Stärke der AfD dass man gerade an so Wahlabend über die Dinge redet, die halt impolitischen apolitisch sind.
- 3:19Speaker 0: Nämlich sie sind so und so stark geworden.
- 3:22Speaker 0: können Sie sich jetzt Koalitionen vorstellen?
- 3:24Speaker 0: was sind Ihre Machtoptionen?
- 3:26Speaker 0: darüber kann man halt auch mit Rechtsextremisten reden als wären sie normale Player im politischen Betrieb.
- 3:32Speaker 0: Und das ist dann gleichzeitig der Eindruck der eben entsteht sie sind ganz normal.
- 3:37Speaker 0: also es war letztendlich wahrenes Sendungen Kann man sagen ohne Jetzt schuldige zu benennen, in denen die AfD sehr stark normalisiert wurde.
- 3:46Speaker 0: Und ich hätte aber lieber an verschiedenen Stellen ein widerständigeres Fernsehen gesehen auch eins das sich in die Gefahr begibt von diesen rhetorisch ja inzwischen einfach sehr gut geschulten und im Fall gerade von Ulrich Siegmund einfach auch sehr charismatischen Persönlichkeiten aus Konterns zu lassen.
- 4:03Speaker 0: Aber die Kolleginnen und Kollegen sind aus meiner Sicht sehr in der Deckung geblieben eben in der Deckung dieser Metathemen irgendwie, wie steht es denn um die Machtoptionen?
- 4:14Speaker 0: Statt mal zu fragen.
- 4:15Speaker 0: Wer sind sie denn überhaupt?
- 4:16Speaker 0: Vielleicht gehört das auch nicht an Wahlabend aber Das ist dann doch der Eindruck, der sich stark vermittelt.
- 4:22Speaker 1: Du schreibst dass politische Journalisten bestens befähigt sein demokratischen Politikern Gefasel bei einer konkreten Frage nicht durchgehen zu lassen Dass Sie dem Sermon der Extremisten Aber relativ schutzlos ausgeliefert seien.
- 4:35Speaker 1: hast du super Beispiele?
- 4:37Speaker 0: Ja, also ich finde ja immer das bezog sich jetzt eben auf die Berliner Runde mit den GeneralsekretärInnen von CDU und SPD.
- 4:48Speaker 0: Dann Tino Coppola als Vorsitzender der AfD und genau Luigi Pantisano als linken Vorsitzende war auch dabei moderiert von Markus Preis Und ich fand da konnte man das sehr schön beobachten Dass es immer sehr alert wird, wenn halt gerade Regierungspolitiker versuchen irgendwie abzubiegen auf so grundsätzliche Ebenen.
- 5:10Speaker 0: Also es gab dann zum Beispiel diesen Punkt.
- 5:12Speaker 0: die Diskussion ging dann hoch her.
- 5:14Speaker 0: Pantisano hat Kropalla sehr wüst
- 5:17Speaker 1: auch
- 5:17Speaker 0: nicht unbedingt klug also taktisch nicht unbedingt Klug angegriffen.
- 5:22Speaker 1: War das die Flachzangen-Sache?
- 5:24Speaker 1: Genau,
- 5:24Speaker 0: die Flachtsangestelle wo er sich natürlich auch letztendlich eigentlich nur eine AfD wording entlehnt und es zurückwendet.
- 5:31Speaker 0: Also da muss man dann als Moderator vielleicht auch nicht unbedingt sagen ich möchte sie bitten die Form zu warnen sondern kann man auch eventuell mal stehen lassen als letztendling die eigene Medizin.
- 5:42Speaker 0: aber auf jeden Fall worauf ich eigentlich hinaus will Tim Klüssendorf den ich in solchen Runden generell in so Nachwahlrunden inhaltlich häufig eher stark finde, sage ich jetzt als jemand der kein SPD-Parteigänger ist definitiv nicht.
- 5:59Speaker 0: Der wollte sein Unbehaken zum Ausdruck bringen über diese Konfrontation und eben auch dieser Aufschaukelung – das es hektisch durcheinander ging – und wurde dann aber sowas von hier nicht abschweifen, kein Statement über Diskussionskultur Und so weiter, sondern bitte reden Sie jetzt nur zur Sache.
- 6:18Speaker 0: Irgendwie Rente mit dreiundsechzig hat sich die SPD da über ein Tisch ziehen lassen und das ist natürlich diese Härte is an dieser Stelle auch richtig.
- 6:27Speaker 0: sie wird aber dann fraglich wenn danach dann halt der AfD-Mensch kommt.
- 6:31Speaker 0: Hanebüchenden wirklich übergriffig ja Unsinn will ich gar nicht sagen weil es ja eine Coherenz hat ne?
- 6:39Speaker 0: Aber dann halt.
- 6:40Speaker 0: Kropalla war in der Sendung halt sehr Präsent mit dieser ganzen Anti-NGO Schiene und irgendwie diese ganzen Leute, die da jetzt irgendwie nur Hass und Hetze betreiben gefördert von Staatsgeldern.
- 6:53Speaker 0: Denen werden wir den Geldhahn zudrehen.
- 6:55Speaker 0: Und das ging halt so durch weil man dann gemerkt hat ist meine Deutung dass du als klassischer Innenpolitiker und Hauptstadtjournalist bist du glaube ich gar nicht so geschult darin dich diesem Quatsch auszusetzen, weil das glaube ich immer noch vielleicht ändert sich das jetzt so ein bisschen unter dem Radar der realpolitisch sich auskennenden Leute fliegt.
- 7:19Speaker 0: Und dann war es am Ende halt Klüssendorf, der sagen musste diese Behauptung dass diese Geldvergaben intransparent sind die stimmt halt überhaupt nicht.
- 7:27Speaker 0: Da musste dann letztendlich der zuvor gescholtene den Job der Moderation machen im Die Banken und Fact Check'n des AfD-Sermons.
- 7:38Speaker 0: Da drehte sich dann alles im Kreis und man dachte, nee das läuft hier nicht gut.
- 7:41Speaker 0: Also es schnurrt zwar aber es läuft nicht gut!
- 7:44Speaker 1: Kann es vielleicht auch sein dass politische Journalisten in Wahrheit gar nicht wirklich so gut befähigt sind Gefasel nicht durchgehen zu lassen wie wir uns das wünschen würden?
- 7:52Speaker 1: Und dass das Gefasl der Rechtsextremen das einfach nur sichtbar macht?
- 7:57Speaker 1: oder anders gefragt brauchen politische journalisten möglicherweise ein ganz ganz anderes Handwerkszeug als in den letzten was weiß ich, achzig Jahren
- 8:06Speaker 0: Bin mir da immer unsicher.
- 8:09Speaker 0: Also, das muss man glaube ich ganz klar sagen irgendwie so die Positionen.
- 8:14Speaker 0: Das kennst du wahrscheinlich auch des Medienkritikers ist natürlich ein bisschen bequem auch weil... Ja durchaus!
- 8:23Speaker 0: Du hast Hörpunkt gemacht und machst Podcast.
- 8:26Speaker 0: Ich bin eigentlich reinschreibender Journalist.
- 8:28Speaker 0: Ich habe vielleicht drei vier mal in meinem Leben Versucht so eine Panel-Diskussion bei irgendwelchen Veranstaltungen zu moderieren und es ist einfach wahnsinnig schwer.
- 8:37Speaker 0: Also das muss man mal voraus schicken, überhaupt verschiedene Fäden in der Hand zu behalten – is'n ein Monsterjob!
- 8:44Speaker 0: Und gleichwohl sehe ich halt dass es noch keine richtige Antwort darauf gibt mit Kräften umzugehen die quasi diese Form der Auseinandersetzung ja wirklich angreifen und gefährden wollen.
- 9:00Speaker 0: Es gibt, wie gesagt, diese Performance von Härte.
- 9:03Speaker 0: Dass man wirklich so an jeder ... dass man einfach aus Prinzip so Alice Weidel muss nur anfangen zu reden dann so eine ... Fährt
- 9:11Speaker 1: man ja erst mal über den Mund?
- 9:12Speaker 0: Genau!
- 9:12Speaker 0: Dann fährt man dir erst mal... Das war jetzt gar nicht.
- 9:14Speaker 0: meine Frage wo man dann so denkt.
- 9:16Speaker 0: sie hat bisher nur gesagt ich glaube Komma und auf der anderen Seite und das war jetzt an dem Wahlabend fand ich so schlagend lässt man das einfach so über sich abregnen da geht man überhaupt nicht rein.
- 9:30Speaker 0: Wo man eben bei der Berliner Koalitionspolitik an sofort reingeht und sagt, ihr verbockt es ja aber gerade auch ganz schön.
- 9:39Speaker 0: Eure Reformpakete haben die Bevölkerung.
- 9:42Speaker 0: Und was sagen sie jetzt dazu?
- 9:43Speaker 0: Dass alle so enttäuscht von der SPD sind.
- 9:45Speaker 0: Dann steht daneben einer behauptet, dass irgendwie Demokratieprojekte der erste Schritt in die totalitäre Überwachungsgesellschaft sind weil das halt ihm nicht passt Und niemand spricht dagegen und da ist halt ein Missverhältnis.
- 10:01Speaker 1: Aber das kann doch eigentlich nicht sein, dass die politischen Journalistinnen – zumindest die, die wir da gesehen haben -, dass sie das nicht hinbekommen.
- 10:10Speaker 1: Also dieses Problem mit der extremen Rechten und der Kommunikation der extreamen Rechten.
- 10:15Speaker 1: Das existiert ja nicht erst seit gestern.
- 10:17Speaker 1: Das ist ja mindestens zehn Jahre alt!
- 10:19Speaker 1: Warum benutzen die denn ihre Werkzeuge nicht wenn die die schon haben?
- 10:26Speaker 0: Ich glaube wirklich, dass es einfach extrem schwer ist.
- 10:30Speaker 0: Leuten die halt ein komplett anderes Welt- und Menschenbild haben in deren Gedanken zu folgen weil es gibt ja nur zwei Möglichkeiten entweder man sagt ich halte das von Grund auf Quatsch für quatsch das Leute halt an der allgemeinen Gleichheit an den Allgemeinen Menschenrechten mindestens mal performativ zweifeln und alles andere Remigration, Ethnopluralismus.
- 10:54Speaker 0: Diese ganzen schrecklichen Wörter die sich dann da so das halte ich jetzt für etwas was auch als neutraler oder moderator ist quasi etwas dass es so gesellschaftsfeindlich.
- 11:08Speaker 0: dem muss ich persönlich widersprechen und deshalb meine moderationsrolle über verlassen wenn nicht aber nur moderiere nachfrage entfaltet sich diese Parallel Realität unwidersprochen, weil sie halt eine komplette Parallellwelt ist.
- 11:22Speaker 0: Also ich weiß nicht hast du mal versucht ne Nazi zu interviewen?
- 11:25Speaker 0: Ja also ich weiß ich wir haben das war noch im Rahmen der Ausbildung dass wir damals noch im Schweriner Landtag ein Gespräch mit Udo Pasteur von der NPD geführt haben.
- 11:37Speaker 0: und das is ja eben wirklich als würdest du versuchen wenn du halt versuchst dich dafür zu interessieren das es ja wie wie so ein Fisch, der dir immer wieder weglitscht.
- 11:46Speaker 0: Weil dann geht es in noch einen Kontext... Dann gibt es auch immer dieses So-Sie kennen hier die... keine Ahnung ...die Landkriegsverordnung von seventeenhundert achtundneinzig gar nicht.
- 11:57Speaker 0: ja!
- 11:57Speaker 0: Da müssen wir überhaupt nicht über europäische Geschichte und alles diskutieren Und ich glaube wirklich ist es total schwer.
- 12:07Speaker 0: Aber das ist halt kein Grund, es gar nicht erst zu versuchen.
- 12:10Speaker 1: Könnte man's mit anderen Formaten vielleicht
- 12:12Speaker 0: versuchen?
- 12:13Speaker 1: Ist vielleicht das gesamte Sendungskonzept veraltet?
- 12:18Speaker 0: Das ist ja immer die Frage.
- 12:19Speaker 0: Lädt man sie in die normalen Formate ein, wo man eben dann nur die Möglichkeit hat... Man behandelt sie als irgendwie Aussätzige oder man behandelt Sie halt als normale Gäste Beides was was in einer extrem polarisierten Öffentlichkeit halt problematisch ist.
- 12:38Speaker 0: Oder sagt man okay die sprechen auf anderen Kanälen anders zu uns.
- 12:44Speaker 0: Ich habe so ein bisschen das pessimistische Gefühl der Zug ist abgefahren, also wenn sie zu klein sind, sind Sie zu geringfügig auch für einen Verbotsverfahren.
- 12:53Speaker 0: Wenn sie zu groß sind dann ist man halt sofort Teil der gesellschaftlichen Spaltung.
- 12:59Speaker 0: Wenn man sie zum Ausdruck bringt... ich finde es wirklich schwierig!
- 13:02Speaker 0: Also es gab aber noch diesen einen Punkt wo ich so dachte Da wird es dann spätestens ein Punkt, wo man eigentlich was machen muss.
- 13:09Speaker 0: Es gab ja auch noch die Szene von Ulrich Siegmund in der ARD, in der Tagesschau ... Wo er halt sich mit Gunnar Breske heißt.
- 13:18Speaker 0: er glaub ich ne?
- 13:19Speaker 0: Der MDR-Moderator und er fängt an, Siegmond fängt dann an eine frontale Attacke auf den öffentlich rechtlichen Rundfunk zu reiten.
- 13:27Speaker 0: Zu sagen dass quasi die Polarisierung der Gesellschaft hat nur damit zu tun das der öffentlich rechtliche Rundfunken unter anderem so viele Fake News Unterstellungen über die AfD verbreitet und deshalb werden wir den jetzt auch schnellstmöglichen Rundfunkstaatsvertrag kündigen.
- 13:43Speaker 0: Und das alles abschaffen, ne?
- 13:45Speaker 0: Das ist so eine Stelle... Da kriegst du sogar die Einladung als Protagonist in Erscheinung zu treten weil spätestens dann bist du nicht mehr der neutrale Berichterstatter sondern da geht es an deiner Existenz.
- 14:00Speaker 0: Du wirst quasi.. Die andere Seite macht dir das Geschenk dich deiner Neutralität zu berauben und du könntest halt was damit machen.
- 14:08Speaker 0: Du könntest sagen ja aber Moment mal, was genau meinen Sie denn jetzt?
- 14:13Speaker 0: Was mache ich gerade falsch?
- 14:14Speaker 0: Was erleben sie das so problematisch ist?
- 14:17Speaker 0: oder man könnte auch sagen Ich weise diese Unterstellungen zurück.
- 14:22Speaker 0: Das ist haltlos und bitte respektieren Sie die Trennung von Statun-Medien.
- 14:27Speaker 0: Wer missliebige Sender abschaffen will, ist kein demokratisches Interview zu Ende.
- 14:31Speaker 0: Irgendwie hat man einen riesen Skandal und die Bildzeitung fällt überall näher.
- 14:35Speaker 0: aber es ist ein Statement.
- 14:38Speaker 0: Es gibt so viele Gradienten dazwischen wie man auch seine eigene Betroffenheit markieren kann.
- 14:43Speaker 0: Aber dann einfach zu sagen nochmal zum einer eventuellen Zusammenarbeit mit dem BSW Und dann sofort zurück auf diese Ebene zu gehen, ach wir sprechen lieber einfach nur über Koalitionsoptionen und über Duldungs- und Tolerierungsoption.
- 14:58Speaker 0: Da erschafft man willfähig wieder diese Normalität in der man sich aber gar nicht mehr befindet sondern man ist angegriffen und der Gegner macht es sogar deutlich Es ist ein Angriff und man sagt dann selber oh ich möchte aber lieber nicht dass das als Angriff erkennbar ist.
- 15:14Speaker 0: Ich tue mal lieber so wie hier alles normal.
- 15:17Speaker 1: Das würde bedeuten, dass nicht das Format, also die Sendung problematisch ist.
- 15:23Speaker 1: Sondern die Journalisten und Journalistinnen persönlich problematischen.
- 15:27Speaker 1: Also kein Formatversagen sondern ein persönliches Versagen.
- 15:31Speaker 0: Ich finde, wie gesagt, deshalb habe ich eben gesagt so, ich möchte nicht in deren Haut stecken.
- 15:36Speaker 0: Also hab' ich ja zumindest sinngemäß gesagt.
- 15:39Speaker 1: Also sind hier nicht in dieser Haut gezwungen worden?
- 15:41Speaker 0: Ich bin mir total unsicher was man daraus machen sollte was ich ganz interessant fand.
- 15:48Speaker 0: Vielleicht ist das auch eine Form von ganz abstrusem Ageism, den ich jetzt hier mal repituiere?
- 15:54Speaker 0: Ich bin ja selber Anfang vierzig und ich habe mir dann immer angeguckt wie alt die Moderatoren sind irgendwie, die ich da gerade beobachte am Wahlarbend.
- 16:01Speaker 0: Und die waren alle so ungefähr in meinem Alter.
- 16:03Speaker 0: Waren so Jahrgang, die in diesem Land und auch in diesem Rundfunkssystem, und auch im politischen System noch irgendwie weiter kommen müssen.
- 16:16Speaker 0: Was ich mich ja jetzt schon gefragt habe ist nicht so eine Zeit der Altauer gekommen.
- 16:22Speaker 0: Also müssen jetzt nicht einfach Leute aus der Rente zurückkommen und die Demokratie verteidigen, die quasi keine Zukunft mehr im Opportunismus zu verlieren
- 16:32Speaker 0: haben.".
- 16:33Speaker 1: Heute ist Dienstag der achte September.
- 16:35Speaker 1: Die Wahl ist zwei Tage her, die Nachberichterstattung läuft jetzt auf Hochtum und es geht wieder um Machtoption, Koalition so spekuliert was das Ergebnis für die Bundesregierung bedeuten könnte und solcher Dinge.
- 16:46Speaker 1: im Grunde ist das doch jetzt schon wieder ein ich zitiere dich selbst inhaltsentlehrter Diskurs rund um Macht Optionen und Brandmauern wie unmittelbar nach den Wahlen.
- 16:56Speaker 1: oder oder läuft's jetzt besser?
- 16:58Speaker 0: Also ich empfehle dir da natürlich irgendwie auf zeit.de zu gehen wo Also jetzt mal ohne Streit gesprochen.
- 17:07Speaker 0: Ich finde, wir haben alle durchaus schon was gelernt.
- 17:13Speaker 0: also wenn ich auch in die Medienlandschaft gucke... Die Frage ist dann halt immer noch wie viele erreicht werden?
- 17:18Speaker 0: Ich sehe durchaus viele Stücke Artikel und Podcasts, die diesen Korridor zumindest anpeilen der da ist zwischen dieser reinen Innenpolitikberichterstattung Was bedeutet das für Kanzler Merz?
- 17:33Speaker 0: Und eben nach völlig wachsweichen, gesellschaftlichen meistens Täter-Opfer umkehrenden Wohlfühlberichterstattungen für Rechte.
- 17:41Speaker 0: Dass man sagt, oh... Welche tiefen Verletzungen haben denn diesmal dazu geführt?
- 17:47Speaker 0: Also wehen müssen wir jetzt noch irgendwie beschmusen!
- 17:50Speaker 0: Sondern ich habe das Gefühl es gibt eine In-In-Redaktion und auch in ihrem Output Es gibt eine große Ernsthaftigkeit und es gibt auch einen großen Mut zur Ratlosigkeit.
- 18:00Speaker 0: Ich finde den kann man uns allen ganz gut empfehlen.
- 18:04Speaker 0: Weil es gibt.
- 18:04Speaker 0: im Moment, auch wenn wir über die KollegInnen im TV reden so ist gibt im moment kein Patentrezept.
- 18:11Speaker 0: Es gibt immer wieder nur eine offene Szene auf der Leute Dinge richtig und falsch machen können und manchmal sind die richtigen Dinger auch falsch weil sie dann aus dem Kontext gerissen uns skandalisiert werden können muss man ja auch immer sagen dass Leute gerade in Bewegtbildmedien immer mit der Gefahr operieren lebenslänglich als Meme oder Hassfigur da zu stehen.
- 18:32Speaker 0: Und ich glaube, auch das hemmt diese Berichterstattung und das hempt auch andere Berichterstattungen.
- 18:37Speaker 0: Man möchte jetzt nichts Blödes machen, man möchte nichts Übergriffiges, nichts Verkürztes machen... ...und gleichzeitig möchte man natürlich wirken!
- 18:45Speaker 0: Ich glaube was im Moment eher so ist, als dass sich jetzt sehe, dass natürlich wendet sich der Blick auf die Bundespolitik, aber ich habe nicht das Gefühl, dass alle wieder in eine Normalität von Koalitionsrechner und wie stark es März noch abbiegen, sondern irgendwie ... Der Schock ist da.
- 19:03Speaker 0: Sagen wir mal so?
- 19:05Speaker 0: Und die Antwort noch nicht!
- 19:07Speaker 0: Und ehrlich gesagt, das finde ich auch völlig richtig und okay, ne?
- 19:10Speaker 0: Und ich bin auch... hatten wir jetzt auch interne Debatten drüber so?
- 19:14Speaker 0: Da muss ich mich auch gleich halt vielleicht als ein bisschen Zynika markieren, wenn's jetzt immer darum geht wo kriegen wir Zuversicht her?
- 19:22Speaker 0: Ich will grad gar keine Zuversucht kriegen, ne, sondern ich will Ich will eine harte Auseinandersetzung kriegen, ich möchte mich wenn überhaupt aufgehoben fühlen in den klugen Gedanken anderer Leute.
- 19:32Speaker 0: Ich will neue Perspektiven kriegen, neue Deutungsvarianten aber ich brauche jetzt keine Lösungen!
- 19:39Speaker 0: Das ist glaube ich auch gar nicht unsere Aufgabe.
- 19:41Speaker 0: und große Kurve zu... Ich finde da machen viele Leute gerade eher einen ziemlich okayen Job.
- 19:48Speaker 1: Johannes Schneider vielen Dank!
- 19:50Speaker 0: Danke dir
- 19:50Speaker 1: Holger ruft an es ein Podcast von Übermedien, dem unabhängigen Werbefreien-Magazin für Medienkritik ausschließlich finanziert durch unsere Community.
- 19:58Speaker 1: Ein Abo gibt's ab sechs Euro monatlich und dafür gibts sofort Zugang zu allen Artikeln und obendrauf unseren wöchentlichen Newsletter!
- 20:05Speaker 1: Wer unabhängige Medienkritike ebenfalls unterstützen möchte findet alle Infos auf übermedien.de Und dort gibts auch reichlich über Medien zu lesen bis wir in der nächsten Folge auch wieder über Medien reden.
- 20:16Speaker 1: Ich bin Holger Klein und danke für die Aufmerksamkeit.