Latest / Die Zeitgenossen / Die Zeitgenossen 25: Sizilien, Unerträgliche Leichtigkeit, Hustle, Handtasche, Manifestieren
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- speaker-0: Hör speaker-1: Zeit! speaker-0: Willkommen, es ist wieder so weit. Ihr habt zwei Wochen darauf gewartet oder wie auch immer lange. Vielleicht habt ihr die letzte Folge erst vor fünf Minuten beendet. Die 25. Folge der Zeitgenossen und Stefanie hat natürlich auch schon gleich bemerkt, 25 ist doch eine Silberhochzeit oder ein Silberpodcast, was auch immer. Wahnsinn, ja, 25 Folgen, das ist ein Vierteljahrhundert. Das ist eine so magische Zahl und da sind wir jetzt angelangt. wir sind beide auf Reisen. Ich ein bisschen weiter, darüber wird später noch zu reden sein. Stephanie ein bisschen näher, sitzt in einem Wohnzimmer, das nicht ihres ist, wie man im Video gleich sieht. wir haben gerade eben über die Themen für dieses Mal und das nächste Mal gesprochen und haben da wieder so ein paar Sachen, die wir total gemeinsam haben, aber auch das eine oder andere, wo wir tatsächlich komplett gegenseitiger Auffassung sind. Und das erste davon, damit legen wir gleich los, denn eines von Stefanies Lieblingsbüchern ist speaker-1: Das hab ich nicht gesagt, dass es mein Lieblingsbuch ist. speaker-0: Eines habe ich gesagt, also ich meine, wenn du eins dreimal liest, kann man schon sagen... Ja, Thema ist das gleiche. Also eines von Stefanis vielleicht Lieblingsbüchern ist eines, was glaube ich in den 80ern und 90ern absolut jeder gelesen hat. Damals war es ja eine totale Sensation. Milan Kundera, Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, das schlug ja auf dem Literaturmarkt ein wie eine Granate und hat Stephanie offensichtlich total mitgerissen. Aber im Laufe der Zeit hat sich das auch bisschen verändert. Erzähl mal die Geschichte von dir und Milan Kundera und der unerträglichen Leichtigkeit. speaker-1: Ja, also wie gesagt, es war wirklich ein absoluter Hit. Es kam 1984 raus. Milan Kundera vielleicht ganz kurz noch was zum Autor, kommt aus der Schechei, ist ein, würde ich sagen, herausragender Schriftsteller auf jeden Fall. Sehr beeinflusst von der Musik. Sein Vater war Pianist und auch er selbst hätte eigentlich gerne fast auch Musik studiert. Und man merkt das schon so bisschen, wie er die unterschiedlichen Bücher aufbaut. Und es hat immer so einen sehr spannenden Rhythmus. Und es gibt auch Wiederholungen in den Büchern. Und man hat das Gefühl, es gibt dann halt wirklich so unterschiedlich wie in einem Song dann auch Momente, die wiederkehren, dass es auch eine Bedeutung gibt halt. Und da sind wir auch gleich schon beim Titel, die unerträgliche Leichtigkeit des Seins. Es geht eigentlich in diesem Satz darum zu sagen, naja, alles, was irgendwie sich nicht wiederholt hat, eigentlich in diesem Kontext von der Hauptfigur betitelt keine Bedeutung. Also es ist so leicht, aber es ist deswegen auch unerträglich, weil es nichts gibt, an das man sich eigentlich festhalten kann, weil es davon keine Wiederholung gibt. Und das Leben an sich ist ja eigentlich kurz und sehr, sagen wir mal, leicht und ist deswegen auch eine ganz krasse Gegenlage zu dem, was aber eigentlich die Sehnsucht von vielen ist. Also was Beständiges zu haben, was man sich festhalten kann, was sich wiederholt. Und es ist sehr spannend, es ist eine Liebesgeschichte und ich habe sie in den 90ern das erste Mal gelesen und war wirklich sehr fasziniert von diesem Leid der zweiten Hauptfigur. Und es ist einfach so, dass hier Thomas und Theresa sich ineinander verlieben. Es ist eigentlich eine Zufallsverliebtheit. Sie arbeitet in einer Kleinstadt in einem Café und bedient dort. Er ist Chirurg und ein Frauenheld, der in dieser Kleinstadt zu Besuch ist und reißt sie da eigentlich aus ihrem Kleinstadtleben heraus und bringt sie nach Prag in die Großstadt. und dort zelebrieren sie ihre Liebe. Aber der Thomas ist halt nicht treu, der hat noch unterschiedliche, ja, Gespielinnen, auch besonders eine, mit der eine sehr intensive Affäre pflegt und das ist natürlich für Theresa eigentlich wirklich im wahrsten Sinne des Wortes ein Nightmare halt. Also sie wird von schrecklichen Albträumen geplagt und sie kann eigentlich diese Unbeständigkeit ihres Geliebten halt kaum ertragen. und fühlt sich eigentlich auch ihren eigenen Sehnsüchten betrogen. Und sie sucht eigentlich nach etwas, was sie sich festhalten kann, jemanden, den sie eigentlich Anführungszeichen auch besitzen kann. Jemanden, der sie vollkommen eigentlich liebt. Und das ist ein interessantes Thema, glaube ich, auch für Frauen, die in ihren Zwanzigern sind, dann auch später. Und zu sagen, na ja, es ist diese Phase, wo man doch auch in Großstädten häufig Frauenhelden trifft. und sich eigentlich immer diese Sehnsucht verspürt, jetzt will ich den eigentlich für mich umdrehen. Also ich bin so toll, dass er jetzt eigentlich bei mir anders wird und dann wir bis in die Unendlichkeit zusammen irgendwie bleiben. Und ich fand es ganz spannend, ich habe das Buch, weil es aber auch sehr politisches und auch sehr schön geschrieben ist, war ich davon sehr fasziniert und habe das dann auch wirklich noch zweimal weitergelesen. und habe das dann aber vor 20 Jahren dann ins Regal gestellt und nie wieder angefasst. Also es war eine Zeit lang so bisschen mein Referenzbuch für meine eigene Entwicklung und wo identifiziere ich mich und wo stehe ich denn gerade. Und das letzte Mal, als ich es gelesen habe, war das in interessanter Weise, als ich meinen Mann kennengelernt habe und irgendwo habe ich dann mit dem Buch irgendwo abgeschlossen, wo ich gemerkt habe so, Jetzt nervt mich die Theresa mit ihrem Geweine. Jetzt soll sie den Typ doch endlich mal jetzt mal stehen lassen, sich einen sucht, der sich auch wirklich für sie entscheidet. Obwohl man ja sagen muss, Tommaso am Ende sich ja auch für Theresa entscheidet. Sie dann ja auch glücklich zusammen sind, bis dann, es auch immer passiert, da will ich jetzt keinen großen Spoiler-Alarm machen. Aber es ist doch so, dass diese zwei Persönlichkeiten sehr weit voneinander entfernt sind und man das Gefühl hat, das ist ja fast so bisschen wie so eine toxische Beziehung. Und warum macht man eigentlich diesen ganzen Kram wirklich mit? Was ich gemacht habe, ist, weil ich es ja 20 Jahre lang nicht gelesen habe, wollte ich natürlich wissen, wie ist das mit so einem Buch, das du dreimal gelesen hast? Eigentlich müsste man das ja fast auswendig kennen. Und da habe ich gemerkt, im Verhältnis zu meinem cineastischen Dasein, das ist ja bei mir bis heute noch so, ich sehe einen Film, ich sehe den drei Sekunden und kann mich den ganzen Film erinnern, kann dir den wiedergeben, ich weiß genau... Also es ist schon fast das Color-Coding halt. Ich sehe ein Bild und ich weiß, das der Film und das passiert. Das ist bei Büchern aber nicht so. Ich finde das total spannend. Also ich habe jetzt gemerkt, ich habe eine Liste gemacht, an was ich mich noch erinnern konnte und habe das dann von Claude überprüfen lassen. Ist das jetzt richtig oder ist das falsch, Stephanie? Und da ist mir aufgefallen, ich habe ganz schön viel miteinander verbrezelt. Also ich habe da wirklich so mein eigenes Buch irgendwie in meiner Erinnerung zusammen geträumt. Und ich hatte eine 70-prozentige Trefferquote zwar, aber 30 Prozent habe ich mir einfach zusammengeträumt. Also ich habe wirklich das Buch nicht richtig memoriert und das hat mich natürlich der absoluten Frage gestellt und das passt natürlich sehr gut zum Buch. Was bleibt denn eigentlich übrig vom Tag? Selbst wenn man es mehrfach wiederholt, nämlich nicht mehr viel, nur noch das, was einem eigentlich gefallen hat oder wie man es gerne gelesen hätte. Also das fand ich ganz schön. Zwei Sachen, die da eigentlich für mich hängen bleiben, habt ihr eigentlich so ein Referenzbuch oder Christoph, hast du so ein Referenzbuch, was du immer wieder liest? Und überprüfst du dann manchmal auch, ob du das, was du eigentlich dann im Kopf behalten hast von einem Buch, auch eigentlich wirklich das Buch war, was du mal gelesen hast. speaker-0: würde instinktiv sagen, nein, es gibt schon Bücher, die ich mehrfach gelesen habe, aber das ist tatsächlich auch ziemlich lange her und die Motivation war auch eine andere. Ich habe ja so begeistert vor einigen Folgen davon erzählt von Yes Minister und den Büchern, die Yes Minister zugrunde liegen. Und die beiden Bücher sind einfach so unfassbar unterhaltsam und die sind halt... Kurzgeschichtensammlung, man so will. heißt, die einzelnen Episoden der Serie, die werden mit noch mehr Episoden in diesen Büchern dargestellt. Das heißt, man kann diese Bücher einfach in der Mitte irgendwo aufschlagen, mit irgendeiner Geschichte anfangen. Und sie ist immer super lustig. Und man vergisst die im Einzelnen auch. Also sogar ich vergess die dann. Das heißt, es ist immer wieder neu. Und ich glaub, das Buch so, also die beiden Bücher, die beiden Bücher sind so zerlesen, dass ich die, glaub ich, schon x-mal angefasst hab. Oder Tucholsky. Ich hab die Gesamtausgabe von Kurt Tucholsky zu Hause und die nehm ich auch manchmal aus dem Schrank. und fangen einfach an mittendrin wieder zu lesen, weil Tucholsky einfach immer so großartig ist. Und das ändert sich auch nicht. Aber so was wie du das beschreibst, dass das halt eben auch zu einem Abschnitt im Leben passt, zu einem Beziehungsabschnitt oder Studium oder was man, ich weiß nicht, wie man speaker-1: Ich finde es total interessant, weswegen wir jetzt jetzt wahrscheinlich wirklich einfach normalisieren, dass dadurch, dass man sich selbst ja verändert, man wirklich eine andere Perspektive auf die Hauptfigur bekommt oder halt auch plötzlich anfängt, Sympathien für die andere Hauptfigur zu entwickeln, die man vorher verachtet hat. Und das finde ich halt so interessant, dass man daran halt so bisschen bemessen kann, wie eigentlich die eigene Lebensentwicklung passiert ist. speaker-0: Ich hab ja schon speaker-1: So eine Essenz von dem Buch, das fand ich jetzt ganz schön, wo ich mich mit Kloot intensiv über das Buch unterhalten habe, ist ja auch schön, dass jemand mal mit einem drüber reflektiert, war dieses Thema über Liebe. Also dass eigentlich Kundera es auch so sieht, dass Liebe ist halt nicht dieser Schicksalsmoment. Das wird halt darüber reflektiert, dass Thomas das so sieht, er eigentlich, Theresa eigentlich, das war ein absoluter Zufall. Er hätte jetzt auch irgendein anderer Mann sein können, der da im Café sitzt. Und es ging gar nicht so herum, dass er er war. Also diese Liebe auf den ersten Blick wird damit so total entromantisiert. Aber auf der anderen Seite sagt es halt, dass die Liebe, die zwischen den beiden entsteht, das Wichtige ist. Also sie sich dann immer wieder füreinander entschieden haben und dass die Liebe, in diesem Buch beschrieben wird, eigentlich die ist, die für die man sich entscheidet und in der man arbeitet. Das wäre schön. speaker-0: Ich habe dir vorher schon erzählt, dass ich an dem Buch gescheitert bin und zwar schon relativ früh und zwar deswegen zum einen, weil mir die Hauptfigur Thomas so unglaublich unsympathisch war. Und er gibt auch wirklich den Frauen in seinem Leben keinen Grund, ihn zu mögen. Das muss man wirklich mal so sagen. Der Typ ist ja nicht nur ein Frauenheld, sondern ich finde den auch unglaublich langweilig, eingebildet, er ist nicht lustig, er ist nicht besonders scharfsinnig. Ich glaube, er wird so beschrieben, dass er ziemlich gut aussieht. Das heißt, er ist eigentlich der Inbegriff von so einem, finde ich, Lackaffen, der trotzdem unglaublich Schlag bei den Frauen hat. das will ich eigentlich, also, weißt in meinem Leben will ich sowas nicht. Ich will in meinem Leben, weißt du, keine Typen, die unverdient, die Blöde, auch, weißt du, die nicht beschränkt sind. Ich hab das nicht weit gelesen, deswegen weiß ich auch nicht, wie es ausgeht. Aber ich glaube, es wird nirgendwo gesagt, dass dieser Thomas überhaupt Freunde hat. dass ihnen überhaupt irgendjemand leiden kann, der ist beruflich erfolgreich, sieht gut aus und lebt in der Überzeugung, dass er alle Frauen haben kann. Und das stimmt auch. Und den Frauen ist halt völlig egal, ob der lustig oder interessant ist. Der ist halt irgendwie weltmännisch und sieht halbwegs gut aus. Und ich habe das dann eine Weile lang gelesen, 30, 40 Seiten, und habe gehofft, dass da irgendwie noch was anderes kommt, irgendein dramatisches Ereignis. Der Zweite Weltkrieg bricht aus. alle müssen ins Konzentrationslager und das Ganze wird irgendwie so verdichtet. Aber wird es nicht. Es bleibt zumindest so lange wie ich es gelesen habe die Geschichte von diesem mega Unsympathen und diesen meiner Ansicht nach etwas unterbelichteten Frauen, die auf ihn reinfallen. Das will ich nicht. speaker-1: Das willst du nicht. Natürlich hat das Buch natürlich, du hast ja noch einiges verpasst. Natürlich der Prager Flöeling setzt ein. Es wird natürlich hochdramatisch. Theresa entscheidet sich dann wirklich zu sagen, du kannst mich mal, ich ertrag dich nicht mehr. Er verlässt dann die Großstadt und geht dann mit ihr aufs Dorf und hat sich dann wirklich sie für sie entschieden halt. Und lässt dann, und das ist auch so eins der zwei großen Themen. Also wir hatten ja das eine halt über Liebe und wie Liebe entsteht und das zweite ist halt auch das Thema Mitgefühl halt und Mitleid. Also er differenziert da sehr viel, dass Thomas wirklich Mitgefühl für Theresa hat. Also er fühlt wirklich mit, wie sie leidet unter seinen Schabernack, den er halt gar nicht so empfunden hat, aber halt empfinden kann durch sie und dann halt wirklich durch sein Mitgefühl sich ändert und dann nicht mitleidig auf sie herunterblickt, sondern halt ... durch das Mitgefühl sein Leben ändert. Und das Interessante ist, dass er wirklich durch diesen Bruch mit seinem alten Leben und der Oberflächlichkeit dann in die Kleinstadt mit ihr sein Glück findet. Und dass er dann auch so mit ihr halt dann auch teilt. Aber ich finde das ganz spannend. Er hat wirklich auch nur einen Freund, der Hund. Also sehr gute Beziehungen zu seinem Hund. Das ist auch spannend, aber es ist ein anderes Thema. Aber es wird natürlich ganz viel das Thema Männer und Frauen in diesem Alter in Großstädten thematisiert. Und wenn du dir mal Berlin anguckst, ganz ehrlich, das ist halt so, dass da warum auch immer, warum findet man eigentlich diese Idioten so gut, wenn man jung ist? Das hat ja mit deinem eigenen Ego was zu tun halt. Also man will halt gesehen werden von dem, der am meisten gerade begehrt wird halt. Das hat ja aber ganz viel mit Begehrlichkeit zu tun. Und das ist natürlich was ja total bescheuert ist, aber da sind wir halt in den 20ern halt. Und da muss man sich halt auch selbst, also da habe ich mir dann auch in die Nase gefasst und gesagt, also wenn ich überlege, in was für Idioten ich mich da verknallt habe, die das wirklich nicht verdient hatten, und warum ist das eigentlich so gewesen? Und dann ist es dann vielleicht auch wirklich mehr Verknalltheit, also diese, dass man diese eigene Begehrlichkeit eigentlich im Auge hatte, als eigentlich ein tiefes Liebesgefühl halt, weil man das noch gar nicht für sich eigentlich erkannt hat, was das eigentlich ist. Aber ich finde das, deswegen finde ich das Buch immer noch super spannend und ich werde es jetzt noch mal lesen. speaker-0: Und dann... speaker-1: Mal sehen, was passiert ist. Was sehr spannend ist vielleicht noch zum Schluss, so als Fakt ist, dass Milan Kundera, das Buch wurde ja dann auch in den 90ern verfilmt. was war das denn gewesen, dieser Superschauspieler, also das war ja dieser Superschauspieler-Papier, da ich mir das irgendwo aufgeschrieben. Aber der Kundera fand das richtig fürchterlich, Film. Der war auch eigentlich sogar erfolgreich hier. Daniel Day-Lewis und Juliette Binoche haben in den Raubhaulen gespielt. Und es fehlt aber die Erzählerstimme. Und Kundera fand das so einen oberflächlichen Scheiß, dass er das letzte Mal war, dass er eines seiner Bücher zum Verfilm freigegeben hat. Deswegen gibt es keine weiteren Kundera-Filme und wird es wahrscheinlich auch nicht mehr geben. speaker-0: Ich glaub, ich hab auch von dem Film nur zehn Minuten gesehen, weil auch da war es mir einfach so klar, der Typ ist so unsympathisch, diese Geschichte. speaker-1: Ich dich besser empfehlen. speaker-0: Wird da nicht besser. Daniel Day-Lewis macht's nicht besser. Ja, okay, interessant. Ich bin gespannt zu hören, ob du vielleicht im Alter dann doch auch jetzt dahinter kommst, dass diese Art von Geschichte, dass die ... Ich weiß nicht, dass die vielleicht zu unschön ist. Für mich ist das zu unschön. will solche Beziehungen nicht, aber ich hab Für die nächste Folge habe ich ja auch ein Buch, in dem wir jetzt auch mit zwei Liebesgeschichten gehen. Das heißt, es geht nicht nur, also ich habe nichts gegen Liebesgeschichten, sie müssen bloß anders sein. Und das bringt uns zu der heutigen Serial Monogamy-Empfehlung. Eine Serie, also es gibt ja immer so zwei Sachen, auf die man acht geben will. Das eine ist, was kommt gerade neu raus? Und da gibt es ja so viel, so viel ist davon schlecht, aber man will natürlich auch am Ball bleiben. Und dann gibt es aber diesen riesen Corpus von Serien, vielleicht so 10, 20, 25 Jahre alt sind. Seitdem eigentlich die Serie in den 90ern. Für mich ist die X-Files da ja ganz wichtig. Die zum ersten Mal wirklich so ein episches Universum, was auch richtig geil war, geschaffen haben und da auch eine neue Messlatte angelegt haben. Und diesen 2000ern, ich glaube das letzte oder vorletzte Mal, habe ich aus der Zeit schon eine Serie mitgebracht, nämlich The Shield. Diesmal gibt es was anderes, was aber auch was mit Krimi zu tun hat, nämlich Hustle. Und Hustle, kommen zwei Sachen zusammen, also Hustle, wie so ein Hustler, da kommen zwei Sachen zusammen, von denen ich ja immer schwärme, nämlich erstens englische Serien. Hustle ist eine durch und durch englische Serie, die liefert von 2004 bis 2012 acht Staffeln immerhin, aber jeweils glaube ich nur acht Folgen, acht oder neun Folgen, also eigentlich so Anthologie-Serien und eine totale Ensemble-Serie und es geht Trickbetrüger. Jede einzelne Folge ist ein in sich abgeschlossener Trickbetrugsfall, wo eine Gruppe von fünf Leuten, von denen jeder einzelne so ein besonderer Charakter ist, einer ist bisschen älter, einer ist ein super-smarter Schwarzer, einer ist so ein bisschen grober englischer Fixer, der hat seinen Händen alles bauen kann, eine ist eine wunderschöne Frau, die die Opfer immer so bisschen verführt, sie dann reinzulegen. Und jede einzelne Folge ist so ein richtiges Kammerspiel. Es spielt immer in London, das heißt, es ist eine totale totale London-Serie. Jeder, London liebt, muss eigentlich Hustle sehen, weil man erkennt so viele Orte wieder und man hat diesen London-Basis eigentlich die ganze Zeit im Hintergrund. Das ist alles sehr englisch. Und die ist sehr meisterhaft erzählt, weil eigentlich jeder filmische Trick, unter anderem auch Breaking of the Fourth Wall, wird da eigentlich die ganze Zeit zelebriert. Es wird häufig eine Szene, es geht los mit einer Action-Szene. speaker-1: Fosswald. speaker-0: The Force Wall ist, wenn Schauspieler zum Zuschauer sprechen. Ich mein's, ja, okay. Also so nach dem Motto, wir wissen, was sie jetzt denken, aber es ist Wirklichkeit speaker-1: Okay, Brecht hat das ja erfunden eigentlich, ne? Hat er das? speaker-0: Also da wird es relativ häufig gemacht. zwar Halt. Also häufig folgen diese Folgen einer, also erzählen mehrere Geschichten. Eine Geschichte, von der man glaubt, dass sie passiert. Und dann so nach 20 Minuten erfährt man, wie sie wirklich passiert ist. Es passiert irgendeine Action Szene und man denkt sich, Wahnsinn, wie kann das alles so aufeinander kommen? Und dann wird zu sagen, aus der Rückperspektive erzählt, was da eigentlich wirklich passiert ist. Das ist eigentlich nichts von dem, was da geschehen ist. Ein Zufall ist, dass alles teilweise Wochen und Monate vorher von dieser Truppe an Trickbetrüger. vorbereitet wurde und das ganze ist rundum gut, denn Betrogen werden nur Gauner. Also es wird kein ehrlicher Mensch betrogen, die suchen sich immer nur solche Gangsterbosse aus und internationale Menschenschmuggler und korrupte Politiker und finden ganz erstaunliche Arten, sie ihr Vermögen erleichtert werden. Und das ganze ist irgendwo, ich habe schon gesagt, Kammerspiel, man könnte es aber fast ein Ballett nennen. Weil die einzelnen Schauspieler und ihre Rollen, die ganze Zeit so schnell und geschmeidig tanzen und sich diesen Stab dieses Betruges, es muss haargenau das jetzt passieren, in einer Stunde genau jenes ineinandergreift, eigentlich so bisschen wie die Olsenbande auf Turbo. Also, und die Schauspieler sind dabei, da einen unglaublichen Spaß bei. Ich hab damals mit einem Freund von mir, Jan, der war auch ein großer Fan davon, und das war die Zeit, der auch eine andere ziemlich geile Serie lief, nämlich Entourage, wenn du mich daran noch erinnern kannst. Und Jan hat damals den Spruch gebracht, wenn Entourage crack ist, dann ist Hustle Champagner. Wenn es spritzt, es sprüht, es hat unglaubliches Tempo. Im Gegensatz zu Bei Milan Funderer gibt es eigentlich nur, also unter den Helden gibt es eigentlich nur sympathische Menschen, auch wenn die vielleicht bisschen grob sind und wenn die Geschichten auch manchmal zu gut sind, wahr zu sein. Das ist eine Serie, nach jeder einzelnen Folge fühlst du dich besser als vorher. Und du kannst dich über so viele Sachen freuen, kannst dich über die Sprüche freuen, über das Tempo, über das Englisch sein, über das London sein, auch über die Erfolge, dass diesen bösen Menschen immer wieder etwas ausgewischt wird. Du kannst dich darüber freuen, dass die Ziele erreicht werden, du freust dich, weil die Charaktere so sympathisch sind, du freust dich, weil... Und das meine ich wirklich nicht banal, weil die Guten am Ende eigentlich immer gewinnen. Und weil am Ende der ganzen Serie, du da rausgehst mit so einem leichten Champagner-Schwips... und einem Lächeln auf den Lippen und einfach nur richtig, richtig gut und auf sehr englische und coole Art Weise unterhalten worden ist. das heißt, also wenn, ich weiß nicht, wenn du irgendjemandem mal was Gutes tun willst, ich weiß nicht, wo man das jetzt noch bekommt, ich weiß nicht, wo es gestreamt wird, aber da sind wir vielleicht wieder beim Thema DVD. Wenn du jemanden mal eine richtige Freude machen willst, der vielleicht irgendwie schlecht drauf ist, eine schwierige Phase, der einfach so 48 Folgen lang, 48 mal, glaube ich, eine Stunde jedes Mal mit einem Lächeln da rausgehen will, dann musst du Hasse. dir selber gönnen oder es halt verschenken. Das ist wie so ein Lieblingsbuch, was man dann auch selber gerne verschenkt, nachher mit den Leuten drüber reden zu können. Genauso funktioniert Hustle. Und jetzt, wo ich drüber rede, kann ich nicht glauben, dass das wirklich schon 14 Jahre her ist, dass die letzte Folge lief. Ich kann mich echt noch erinnern, wie die letzte Folge, wie es mir da speaker-1: gucken. speaker-0: wehtat, dass ich die nie wiedersehen würde. Und in dieser letzten Folge verabschieden sich dann sozusagen auch die Schauspieler und die Charaktere von den Zuschauern. Ich glaube, ich weiß nicht, ob es wirklich passiert ist, sie verbeugen sich und sagen, es war für uns eine herrliche Zeit und diese Geschichten und in diesen Charakteren, jeder von denen hat am Ende... speaker-1: Wann war das, ist hier rausgekommen? speaker-0: 2004 bis 2012. speaker-1: Wow, das aber lange, das ist kleines, ne? speaker-0: Ach, Staffeln jedes Jahr eine neue. Also das ist wirklich halt so richtiger Seelenschmeichler. Und jedem zu gönnen, der sich einfach mal es leicht machen will im Leben, hast du. speaker-1: Okay, also das ist ja eigentlich schon fast was für Shelfed. Also wir haben ja jetzt diese Woche, also dann ist es ja schon vorbei, das Shelfed Meetup, das erste Treffen. Online. Ja, für alle, die noch nicht wissen, was Shelfed ist, ist es eine Online-Community, wo es darum geht, eigentlich alles zum Thema streamen. Wo findet man die tollen Schätze? Wie stream ich eigentlich und warum? Und da findet man solche Tipps wie als der Christoph, also dieses Wohlfühlhassel. finde ich mega, finde ich auch total spannend. Und das gibt es bei Prime Video übrigens halt. Prime Video werde ich mir jetzt auch sofort... speaker-0: Muss man das sofort... speaker-1: Wahnsinn! Punkt, 2 Punkte von 10 war AMB und ist natürlich auch ein lustiger Cast. Also vor allem Robert... Robert Vaughan. Vaughan, ja. speaker-0: Der ist so ein bekannter Schauspieler. Als ich den da drin gesehen hab, das ist eigentlich so ein kantiger Amerikaner, den man irgendwie aus Kriminal- und Westernfilmen kennt. Ich war auch total überrascht, da zu sehen. Der hat ja wohl in der Zeit Theater gespielt in London und dann haben sie ihn irgendwie gecastet. Der ist Grand-Sénieur, der so ein bisschen, immer wenn sie jemanden seriösen brauchen, der in die Vorstandssitzungen reingeht und da dann halt irgendwie so bisschen diese, dass er diese Lunden legt. Ist toll, ist wirklich toll. speaker-1: Okay, also ich werde mir auf jeden Fall jetzt mal da ein paar Folgen reinziehen und werde dir Feedback geben. Aber das ist natürlich echt, das ist total meine Kragenwalte. Ich habe ja damals auch immer Remington Steel gerne geguckt mit Piers Brosman. Warum auch immer mich das jetzt daran Aber das hat wahrscheinlich diese Detektiv-Stories, die auch immer was damit zu tun haben, dass es gut endet. Aber voll cooler Vorschlag, würde ich jetzt sagen, sofort auf meine Liste. Und dann werden wir eigentlich schon bei dem Thema, warum denn nur. speaker-0: Ganz richtig. Und das ist ja wieder mal ein Thema, das hättest eigentlich auch du vorschlagen können. Das ist eigentlich irgendwie unwahrscheinlicher, dass ich das vorschlage, weil wir haben jetzt schon im Vorgespräch ja gemerkt, dass du dem inhaltlich noch näher stehst. Aber ich sag's wenigstens kurz. In meinem Leben gibt es eine erstaunliche Anzahl von Frauen, und zwar ausschließlich Frauen, für die das Thema Manifestieren wichtig ist. Und ich habe Von diesem ganzen Thema bis vor, ich weiß nicht, vielleicht vor fünf Jahren, hatte ich dort noch nie etwas gehört. Ich musste das Wort vor fünf Jahren erst mal nachschlagen. Und seitdem begegnen mir immer mehr, und zwar halt auch so, also nicht nur begegnen neue Frauen, sondern auch Freundinnen, die ich teilweise schon lange kenne, du auch, wie wir jetzt gerade herausgefunden haben, erzählen so ganz beiläufig, dass sie schon lange manifestieren, dass das auch eine Bedeutung für die hat. Und warum ich jetzt unmittelbar darauf komme? Bevor ich direkt an dich dann auch weitergebe, weil du darüber wahrscheinlich viel mehr sagen kannst, ist, ich war vor vier Wochen auf so einer Party und habe da eine Frau kennengelernt und die hat mir ganz beiläufig erzählt, als wir gegangen sind und mussten in dieselbe Richtung, dass sie sich einen Parkplatz direkt vor der Tür manifestiert hatte. bei Manifestieren geht es ja darum, ich würde ja sagen, das ist eigentlich die neue oder das neue Form fürs Gebet, fürs Beten etwas herbeige- speaker-1: Ne, so sehe ich das überhaupt speaker-0: Ich das tatsächlich, aber du sollst auch gerne erzählen wie das- Und gerade dieses Alltägliche, dass es nicht darum geht, einen Gott zu beten, sondern an so ganz konkrete Sachen, einen Parkplatz finden, direkt wo es keine Parkplätze gibt. Und dass das dann auch in dem Moment funktioniert hat. Wir sind rausgekommen aus dieser Wohnung, beide, wo die Party war, und direkt vor dem Haus stand das Auto. Das heißt, sie konnte es mir auch gleich beweisen, dass das Manifestieren funktioniert hatte. Und das war natürlich ein weiterer Beweis für etwas, was ich eigentlich gar nie bezweifelt habe, nämlich, dass wenn man sich Dinge dringend wünscht oder auch halt herbeibeetet, da gibt es ja tausende von Jahren von Beweis für, dass das Menschen wichtig ist und dass es auch zu funktionieren scheint, dass Dinge dann aus Gründen, die keiner richtig erklären kann, auch wirklich passieren. Manifestieren scheint ein riesen Ding zu sein, viel größer als ich es jemals verstanden habe und du machst das auch nicht. Warum? Was ist da der Deal? speaker-1: Also ich glaube, erst mal am Anfang kommt der Gedanke, ne? Am Anfang kommt der Gedanke, bevor das Wort kommt. Und wenn das Wort folgt, dann kommt die Tat und dann kommt die Realität, ne? Und das ist, glaube ich, was viele unterschätzen, ist, wenn du dir keine Ziele setzt, kannst du sie auch nicht erreichen. Stimmt. Also das heißt eigentlich, was ist das Zielorientiertes Denken halt, ne? Also erst mal macht man sich klar, was man eigentlich will im Leben halt, ne? Das ist jetzt mal der Parkplatz mal hinten angestellt oder der... auch der kurzfristige Wunsch, sondern ich glaube, wo das in meinem Leben eine Rolle gespielt hat, dass ich sehr determined bin, dass ich sehr langen Atem habe auch, wenn ich irgendwas wirklich will, dann gehe ich da sehr zielstrebig drauf zu und dann habe ich einen sehr großen Optimismus auch dahin, dass das auch wirklich passieren kann. Und dann breche ich das wirklich in ganz viele kleine Schritte runter und dann mache ich das Realität. Und da hat das Also, dass man positiv dem gegenüber gestellt ist, dass man da Energie reinsteckt, dass man da Taten folgen lässt. Das hat alles damit natürlich was zu tun und dass man halt das ziemlich aus dem Auge verliert, auch wenn es manchmal ganz schön weit weg ausschaut, dass man da das dann auch passiert. Was hat ganz viel damit zu tun, sich dann auch zu programmieren halt. Dass man einfach das, was die Realität einem erstmal entgegenspült, was ja oft Ablehnung sein kann, was erstmal, Gott, ist das ja unmöglich, das geht ja überhaupt nicht. Dass man das komplett außen vor lässt und ignoriert eigentlich, das kann dann auch ein Stück Neuromität manchmal mit sich bringen. Und dann wirklich einfach mit einem hundertprozentigen Überzeugung, nein, ich kann das, das kann passieren und was brauche ich dafür? Okay, dann bringe ich mir das halt bei, dann ist das so, dann passiert das. Also sich gar nicht von irgendwelchen Hürden da auch einfach so aus der, sondern die Mut nehmen lassen, sondern einfach halt drauf abzielt und Let's do this halt. Und ich glaube, man braucht dafür eine gewisse Leichtigkeit. Gerade bei schwierigen Themen ist es eigentlich gut, dass man gar nicht weiß, wie schwierig es ist, wenn man es anfängt, sondern auch einfach mal da ran geht und dann das für sich auseinanderlegt und wenn es einem Spaß macht, dann halt auch weitermacht. Und dann diese positiven Gedanken. Ich glaube, das ist wie beim Placeboeffekt. Unser Gehirn hat halt viel mehr Leistungsfähigkeit, als wir uns dessen bewusst sind. Deswegen glaube ich, positiven Gedanken oder auch dieses Wiederholen von positiven Gedanken sich selbst gegenüber auch, wie eigentlich das Form vom Eigenprogrammierung ist. Wenn ich mir jeden Morgen aufstehe und sage, ich finde total cool und jeder mag mich, glaube ich wirklich daran, dass einen Leute mehr mögen, als wenn man morgens aufsteht und sagt, ich bin so scheiße und jeder findet mich richtig scheiße. Und das hat was ... Ganz wichtig ist, wenn wir Computerprogramme programmieren können, können wir uns auch selbst programmieren. Wir müssen das aber halt sehr konsequent machen und auch die schlechten Gedanken halt auch wegräumen können. Also da kommt dann Meditieren halt ins Spiel und da kommt es halt, das mache ich auch super gerne, zu sagen, wie schaffe ich das, meine Emotionen zu regulieren, damit dann halt mehr Raum für positive Gedanken und auch Selbstprogrammierung schaffen zu können. Und auch in schwierigen Situationen nicht von Angst oder anderen Emotionen so getrieben zu sein. speaker-0: Würdest du auch sagen, also zwei Fragen, würdest du so wie ich, also bei mir ist das ja nur eine zufällige Beobachtung, aber auch sagen, dass es häufiger Frauen machen als Männer, also ich kenne nämlich zufällig niemanden, keinen Mann, der mir das jemals erzählt hätte. speaker-1: Mir Mann erzählt. Ich bin auf den Trichter gekommen, weil ich hatte einen argentinischen Boyfriend und das ist das erste Mal, ich das gehört habe in Spanisch, Manifesta Fionz. Und der das in irgendeinem indischen Guru Buch gelesen hat und da mich mit zugetextet hat. ich kippe das erste Mal. speaker-0: Das muss dann schon bisschen länger her sein, nicht wahr? Wenn ich eine Beziehungsgeschichte so langsam... Ja, bist speaker-1: Ja, das ist schon mal... speaker-0: ja allein schon seit 15 Jahren verheiratet. das ist natürlich für mich... mich ist das Thema noch sehr neu. Mir, glaube ich, habe ich erzählt, vor fünf Jahren, glaube ich, das erste Mal jemand davon... Du hast davon zum ersten Mal vor 20 Jahren gehört oder vor 25. Und das andere, was aber deswegen ich damit auch angefangen habe, also ich glaube, die Effekte, die du gerade geschrieben hast, das sind schon Effekte, die früher oder vielleicht auch andere Menschen auch wirklich mit Beten erreichen. Nämlich mit dem... Also die Gewissheit, dass Gott auf deiner Seite steht. Dass du Probleme lösen kannst, dass Dinge positiv ausfallen werden, weil Gott auf deiner Seite ist. Und dass man eben diese Unterstützung vom christlichen Gott oder vielleicht auch schon von den griechischen und römischen Göttern seinerzeit, dass man, wenn man sich derer sicher war oder etwas getan hatte, was die Wahrscheinlichkeit erhöhte, dass die Götter auf deiner Seite stehen, dass du dann auch selbstbewusster in das Leben reingehst. Ich finde das schon ziemlich nah beieinander. speaker-1: Also die Frauen scheitern auch? meine das Ding ist halt, ich bin ja Agnostiker, also ich finde das gut für alle, sowas dann auch glauben können, dass es ihnen auch hilft. Super, also alles was hilft, ist willkommen. Aber ich bin leider nicht in der glücklichen Lage, dass ich mich innerlich dieses Gefühl habe, da draus Aber ich habe halt im Prinzip gelernt, dass ich durch mein eigenes Verhalten halt Realitäten verändern kann und habe diese Selbstsicherheit in mir selbst gefunden halt. Und ich glaube, das gibt mir halt das Vertrauen, dass ich halt Dinge auch schaffen kann, die erstmal vielleicht sehr schwierig aussehen oder halt, wie zum Beispiel halt Auswandern nach Spanien oder ich habe meine Ausbildung im Verlag gemacht und wusste sofort, also wenn ich eine Stelle im Verlag haben will, dann ist die im Marketing, dann habe ich die Stelle im Marketing bekommen. Dann habe ich gedacht, okay, was ich machen will, ich will eine Firma gründen. Was habe ich dann, was dann genau drei Jahre oder nicht will, in Berlin studieren gehen halt, unmöglich da einen Studienplatz zu bekommen. Ich war aber so penetrant, dass ich mich da halt auch wirklich tausendmal beworben habe, bis ich diesen Platz hatte. Dann habe ich gedacht, ja, Firma gründen unbedingt zwei Jahre später die erste Firma gegründet halt. Und also war das in meinem Leben eine sehr lange Reihenfolge von Themen, ich will eine Wohnung haben, ich mir eine Wohnung gekauft, ich will die in Spanien haben, habe ich mir eine Wohnung in Spanien gekauft. Und passiert auch schon. speaker-0: Hast du da irgendeine Form oder Ritus? ich kann's mir... Also, wenn du etwas manifestierst, tust du das auf eine bestimmte Art. weiß, das eine Bekannte von mir, schreibt es immer auf. Das ist halt sozusagen ihre Formalisierung des Manifestierens. Ich hab aber auch schon mal gehört, das ist halt eben schon auch so ein bisschen... Wie soll ich sagen, es Wege, selber das zu sagen, auch zu bestimmten Uhrzeiten, also das Menschen rund dieses Manifestieren, dass das nicht irgendwas ist, was sie morgens von Zähneputzen machen und manchmal eben auch nicht, sondern durchaus auch so bisschen im Leben formalisieren. speaker-1: Ja, also es gibt ja die unterschiedlichen Ebenen. Also was ich, ich habe ja auch viele Leute gecoacht zum Thema Pitchen und Pitchtraining. Und was ich da auch jedem empfohlen hat, wenn du einen Bühnenauftritt hast, auch gerade in der Covid-Zeit, digital irgendwie präsent bist, dass du wirklich fast zwei Wochen vorher damit anfängst, morgens halt so Affirmations zu sagen, die deinen quasi Auftritt auch verbessern. Und das funktioniert wirklich wahnsinnig gut. Und dann ist das ein Ritual morgens beim Schwiegel. dass du halt wirklich dir diese fünf bis zehn Sachen morgens sagst. Und wenn ich der Leute gekutscht habe, ich die das auch wirklich aufschreiben lassen. Das mit dem Aufschreiben hat bei mir wirklich wahnsinnig gut funktioniert, weil ich habe wirklich so meinen Mann manifestiert. Ich habe wirklich eine Liste gemacht. Und das war wirklich lustig. Da hatte ich da mit meinen Freundinnen und ich bin nicht die Einzige, dass das dann passiert ist. Wir hatten wirklich so Pechstränen mit Männern und haben dann, wie bei Milan Kundera festgestellt, sind ganz schöne Arschlöcher dabei gewesen. Wie konnte uns das noch passieren? Und dann haben wir halt gesagt, okay, dann lass uns doch einfach mal hinsetzen und überlegen, wen hätten wir eigentlich gern, was wollen wir denn eigentlich wirklich, und da hab ich eine Liste gemacht. Und dann habe ich wirklich meinen Mann kennengelernt und ich finde das total lustig. Also der hat auch die Liste gut abgearbeitet. aber wenn man einfach mal weiß, was man eigentlich will, ist es auch viel einfacher, das zu finden. Deswegen hat das bei mir insgesamt mit einer totalen Klarheit zu tun. Und das hat ja auch was mit einer inneren Resonanz. Also... Zum Beispiel, als ich mich interessiert habe, studieren zu gehen, und ich habe ja in einem Fachbuchverlag gearbeitet und war deswegen viel in Universitäten unterwegs und habe ja auch gesehen, ich habe viele Studiengänge kennengelernt, für die wir auch Bücher rausgebracht haben oder Zeitschriften. Und da habe ich wirklich intensiv damit beschäftigt, okay, was willst du eigentlich? Und dann war ich in Berlin an der UDK, war am Tag der offenen Tür. Also ich meine, ich mache dann Sachen richtig ernst, Und dann fand ich das so. dass ich 100 % wusste, das ist genau das, was ich will. Oder ich hab hier in Spanien, weil ich wusste, ich will hier was kaufen, dann hab ich wirklich Zeit verbracht in den unterschiedlichen kleinen Orten. Dann hab ich überlegt, will ich lieber so oder will ich hier so wohnen? Will ich lieber ein kleines Haus oder will ich lieber ein Apartment? Will ich lieber das ein oder das andere? Dann hab ich versucht, wirklich ganz tief in mich hinein zu hören, was resoniert von mir, was ist das? speaker-0: und ist danach aufgeschrieben. speaker-1: Dann ist dann auch aufgeschrieben und dann aber auch. Also ich muss mich immer aufschreiben. Manche Sachen sind dann so klar, so crystal clear, dass du dann wirklich dieses Gefühl hast von, genau das ist jetzt das Richtige. Das ist genau das, du jetzt willst. speaker-0: Stichwort dafür. gibt nämlich noch etwas anderes, was du unbedingt willst oder wolltest und zwar eine bestimmte Tasche. Das ist jetzt so der Moment, wo ich mich glaube ich kurz ausschalten werde, denn meine Beziehung zu Handtaschen ist nicht existent bis grundsätzlich skeptisch. Also ich habe schon tatsächlich männliche Freunde so bisschen beleidigt und verspottet, wenn sie so Männerhandtäschchen getragen. speaker-1: So gemein speaker-0: So gemein bin ich. Ja, warum denn nur? Das sag ich lieber gleich von vorne rein, dir zu sagen... speaker-1: Da sollten wir nächstes Mal sprechen. Warum denn nur ist der Christoph speaker-0: sein Männerhandtäschchen kragenden Freunden. Aber das heißt nicht, dass ich dir deine Wahnsinnshandtasche, die du gestern zum Geburtstag bekommen hast, nicht gönne. Zeig her, warum ist die Geist? speaker-1: Die wird den ganzen Bildschirm füllen, das ist halt schon erstmal richtig krass. Also ich weiß nicht, sie sehen mich selbst nicht mehr. speaker-0: Nee, ich dich auch nicht. speaker-1: Ich sieh mich auch nicht mehr. Das ist eine riesige Münzbeutel. speaker-0: Ein Portemonnaie eigentlich, ein gigantisches Portemonnaie. speaker-1: Das ist ein gigantisches Portemonnaie, wo auch mein Laptop reinpasst. Es hat auch eine Tragetäsche. Und natürlich das Allerkurse daran, für alle, die zuhören und es nicht sehen können, ist dieses Klickgeräusch. Jetzt mache ich es einmal. hoffe, dass man das auch hört. Warte. speaker-0: Ja, ooooh, Alter ist das ein Klick! speaker-1: Warte mal, zumachen ist fast noch besser. Geil, Also das ist schon echt cool. speaker-0: Ding hat aber auch so einen Resonanzkörper. Weißt du, das ist ein Nachhalt. speaker-1: Und das ist ganz lustig, weil ich bin ja so ein Design-Nerd und ich mag so ein paar Designprinzipien total gerne. Und es gibt so ein paar Marken, die das halt zelebrieren, also zum Beispiel Mochino, die machen so die absolut absurdesten Taschen eigentlich. Also ich hab auch so ein paar auf meiner Liste stehen, es gibt so eine Baguette-Tasche. Und die ist dann auch wirklich, aus wie ein Baguette, ist so lang wie ein Baguette und ist auch eigentlich nur ein Baguette. Das ist aber auch so eine Klappe. Tasche und da kannst du auch eigentlich, weiß nicht, so aneinander gereiht Lippenstifte vielleicht reinlegen. Und die ist dann auch wirklich so absurd, dass sie ein reales Objekt eigentlich einfach in ein was anderes verwandelt und dann kann man das durch die Gegend tragen. Also die Baguette Tasche hätte ich auch super gerne und ich kann mir nur vorstellen, wie ich mit so Baguette unterm Arm durch die Straße laufe halt, das ist einfach voll cool. Und genauso ist halt dieses Ding, wo ich sage, okay, so eine kleine Münzportnonee. Das dann halt in so eine absurde Übergröße umkappt. Ein Quadratmeter. Und das gibt natürlich unterschiedlich aus der Kunst auch so Künstler, die das natürlich in ganz großem Umfang gemacht haben, wie Clés Oldenburg zum Beispiel, der wirklich so wahnsinnig große Wächeklammer, so hoch wie ein Haus, Löffel riesig groß und dann eigentlich auch nochmal so Realitätswahrnehmung so in Frage stellen. Und das finde ich dann halt immer cool. wenn so was passiert und man eigentlich irritiert. Also auch im Straßenbild irritiert. Und ich finde das aber auch wunderschönes Designobjekt und mit diesen Metallkugeln und wie das schließt, das sind so ganz viele Sachen, die mir Spaß machen. Wenn das so eine Haptik hat und auch so ein Geräusch macht, dann bin ich halt total, bin ich voll angetunt. Und was passiert? Ich meine, man kann auch sagen, sie ist ein bisschen obsessive, wenn ich irgendwas will. fange ich an, Ding Ding so unglaublich intensiv zu beschäftigen. Die arme Inga Bergen, muss jetzt auch die letzten Wochen mitleiden. Ich habe wirklich eine Powerpoint gemacht, die mir Klot erstellt hat, mit den Top-Taschen, wo ein Mac 13 in Lübburg reinpasst. Weil dann so mal, weiß ich, wenn ich dann mich für sowas entscheide, das bleibt ja dann ganz lange bei mir und dann trage ich auch ganz viel Verantwortung. Deswegen muss ich jetzt wirklich wissen, ist das das, was du wirklich willst. Dann habe ich mich auch mit der Firma Coach auseinandergeschafft, das ist eine Coach-Tasche. Und was eigentlich ganz lustig ist, Coach kommt aus Amerika, aus New York, wurde 1941 gegründet aus einer Familienwerkstatt, die eigentlich festgestellt haben, die haben so Lederhandwerks, also Studio war das gewesen, das Brieftaschen und Geldbörsen damals schon erstellt hat. Und die haben halt festgestellt, dass so Baseballhandschuhe, wie die sich verhalten, wenn man sie so ganz lange trägt, dass sie so ganz weich und geschmeidig werden. Und haben dann versucht, Verfahren zu entwickeln, wie man halt das in Taschen umwandelt. ist halt dieses sehr, ja, also diese Coach-Lederqualität, das ist das, wo sie eigentlich mit bekannt geworden sind. Und diese Coach-Kiss-Lock ist eine Persiflage auf eine Kiss-Lock, die es in den, ich glaube, 70ern schon mal gab. nee, in den 60ern. Und zwar gab es eine bekannte Designerin, Bonnie Cashin. hat 1962 bei Coach angefangen und die hat dann in der Mitte der 60er Jahren die KISSLOCK das erste Mal aufgelegt. Und sie war im Prinzip so ein bisschen die Freiheit 60er Jahre Taschenfrau, wo dann die Taschen plötzlich Farben hatten, die dann auch so ein bisschen nach Aufmerksamkeit und nach Freiheit geschrien haben. Und jetzt wurde die Kisslog von dem jetzigen Designer Stuart Webbers wieder aufgelegt in dieser großen Format und hat damit auch klar, war sie eigentlich für mich auch coach das erste Mal überhaupt im Design-Welt akzeptierbar gemacht. Also ich fand Coach vorher wirklich schrecklich, muss ich echt sagen. Ich fand da so wirklich hässliche Taschen zum Teil und dann die Coach Kisslog plötzlich, ich gedacht habe, the hell halt, Also die ist dann auch... Bradshaw hat die getragen in... Natürlich. Und dann das Bild natürlich Sex in the City, das ist aber nicht... And Just Like That, also in der neuen Sex in the City-Welle, ist die Tasche aufgetragen worden und sie war auch sofort ausverkauft. Also das war so ein richtiger Hit und damit hat er eigentlich auch Coach wieder zurück in den designten Kosmos katapultiert. Also Erfolgsgeschichte. speaker-0: Die Geschenk wurde dir, ja, wenn ich das richtig verstanden habe, von deinem Mann. Wie deutlich hast du ihm manifestiert, dass es genau diese Tasche sein muss? speaker-1: Ich glaube, das war sehr klar. Und das Lustige ist, das war so lustig, weil er mich jetzt eine Woche lang eigentlich veräppelt hat, dass er diese Tasche nicht bestellt hat. Also er hat eine ganze Woche lang gesagt, er hätte da jetzt keinen Coupon-Code für gefunden und deswegen ist er so, nee, so will er das nicht kaufen und ob das jetzt wirklich sicher bin, dass ich die will. Und vielleicht gehen wir doch, nee, die waren nicht so teuer Gottes Willen. Aber vielleicht gehen wir jetzt doch mal eher in die Stadt und dann kann ich mir was aussuchen. speaker-0: So Plastiktüte. Jutebeutel. speaker-1: Oder Jutebeutel. Jutebeutel, genau. Und das fand ich ganz lustig, weil was passiert ist, ist, dass wir über die Woche verteilt über Geschenksachen gesprochen haben. Und das ist wirklich so, dass ich auch als Kind schon da wohl sehr klar war, was ich will und dann aber auch sehr Snoopy war und so durch das Haus gesnoopt bin, wo dann meine Geschenke sich versteckt haben halt. Und ich bin am Kochen, erzähle so meinem Mann davon, dass ich immer die Geschenke überall gefunden habe und das absurde daran war. Halbe Stunde vorher hat es an der Tür geklingelt. Ich war aber so beschäftigt mit der Arbeit, dass es alles an mir vorbei gegangen ist. Die Tasche stand am Eingang in einer Kiste. Ich habe die nicht gesehen. Ich habe gekocht, darüber gesprochen, dass ich immer die Geschenke finde. Ich habe sie nicht gesehen. Und er hat das geschafft, dass sie vor meiner Nase stand, diese riesige Kiste, die ich nicht wahrgenommen habe. Wahnsinn! Das ist wirklich lustig! speaker-0: Der größte Erfolg der kürzlichen Manifestierungsgeschichte, gestern eingetroffen bei Stefanis Geburtstag, eine gigantische speaker-1: Happy God! speaker-0: I'm your happy girl. And speaking of happy girls, wobei das ist jetzt nicht nur für Girls, aber letztes Thema für heute. Zum ersten Mal berichte ich ja live über ein Gewusst Wo über einen Ort, an dem man unbedingt reisen muss, während ich an diesem Ort bin. Und niemanden, der die letzten Folgen von den Zeitgenossen gehört hat, kann jetzt überraschen, worüber ich rede, nämlich ich rede über Sizilien. Während ich hier sitze und spreche, bin ich gerade angekommen in Katania. Katania, Hauptstadt eigentlich von Ost-Sizilien, der zweitgrößten Stadt Sizilien. Ich habe hinter mir bereits zwei Wochen, bisschen mehr als zwei Wochen der Sizilienrundreise und es haben sich mehrere Sachen bereits super positiv bestätigt. Ich habe ja das letzte Mal davon erzählt, dass ich mich zur Vorbereitung literarisch eingelesen habe mit dem Leoparden, Il Gattoparto, der große italienische Roman des 20. Jahrhunderts, der ja in Sizilien spielt. Und genau was ich mir gewünscht habe, ist eingetreten, der Leopard hat mir Türen und Herzen geöffnet. Weil so häufig habe ich natürlich die Leute, die ich getroffen habe, habe ich danach Ich habe gesagt, ich habe den Leoparden gelesen. Was gibt es hier vom Leoparden? Und habe an vielen Stellen tatsächlich, wo ich auch gar nicht gesucht hatte, auf einmal so eine Rückmeldung bekommen. war zum Beispiel jetzt gerade letzte Woche, vor vier, fünf Tagen, in einem Schloss namens Donnerfugata. Und Donnerfugata ist ein ganz wichtiger Ort in diesem Roman. Allerdings, das Städtchen Donnerfugata ist nicht das aus dem Buch. Es gibt ein Städtchen, ist aber, wie auch immer, aber dieses Städtchen, weil es in einem Buch vorkommt, obwohl es eigentlich gar nicht das richtige Donnerfugata ist, melkt natürlich seine Rolle in diesem Buch. Es gibt dann auch eine Trattoria, Il Gattopardo gibt es dann natürlich. Und da steht ein Schloss. Dieses Schloss ist nicht das, in dem der Gattopardo mal gespielt haben könnte, aber es sieht sehr ähnlich aus. Und eine ältere Dame führt einen da, ist es so eine Museumswächterin eigentlich, so diese älteren Damen, im Museum eher so auf die Nerven gehen, weil die folgen einem und wollen aufpassen, dass man auch nichts anfasst oder sich nirgends wohin setzt. Und die habe ich natürlich total entwaffnet, als ich sie direkt angesprochen habe und gesagt habe, ich habe den Leoparden gelesen. Ja, und sie war natürlich begeistert. Ich habe sie gefragt, ob sie die Netflix-Serie schon gesehen hat von Leoparden. Nein, aber alle ihre Freunde hätten mir davon erzählt. Also ein sehr positiver italienischer Dialog in diesem Schloss. Und dann haben wir uns darüber unterhalten, wie nah dieses Schloss dann doch an dem gewesen ist, was der Leopard erlebt haben könnte. ist auch ein Schloss. großen Teil in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts eingerichtet mit einem superschönen Garten, auch mit so einem Adligen, der dann in den Senat übernommen wurde. dieser Wandel vom alten zum neuen Italien, der ist auch in diesem Schloss vor sich gegangen. Das heißt, an vielen Orten habe ich wirklich diese Verbindung zwischen der literarischen Welt und der wirklichen Welt erlebt. Das ist also das eine, was sich unglaublich bewahrheitet hat. Das zweite ist, ich gehe ja in Italien durchaus komparativ ran. Italien ist ja grundsätzlich immer schön. Aber warum ist es an manchen Orten schöner als anderswo? Das ist ja das, was man selten erfährt. Und ich weiß, du wirst gleich noch über Rom sprechen, das passt da ja ganz gut rein. Mein unmittelbarer Vergleich, auch das weiß jeder treue Zeitgenossen-Hörer, ist ja Apulien. Ich bin ja so gerne in Apulien und war auch letztes Jahr in Apulien, beides in Süditalien, jetzt in Sizilien. Und ich kann also sagen, was kann Sizilien, das Apulien nicht kann? Sizilien hat tatsächlich noch mehr richtig schöne, prachtvolle, romantische Städte. Catania ist, wie ich jetzt festgestellt habe, total elegant. Es gibt sieben Städte, die komplett im Sizilianischen Barock erbaut wurden, weil die nämlich alle gemeinsam im Jahr 1693 von einem Erdbeben zerstört wurden. Und dann in den ersten Jahren des 18. Jahrhunderts gemeinsam mit unglaublich viel Geld und Kunst, aber nach einem einheitlichen Bauplan. wieder aufgeborgt wurden. Zwei von denen habe ich jetzt gesehen, Noto und Catania. Wunderschön. Das heißt also diese Dichte nicht nur an guter Küche und natürlich tollen Stränden und gutem Wetter und schöner Landschaft, sondern auch wirklich an vielen Orten und Städten, das städtische, romantische, schöne Italien richtig die Ohren hauen, die Piazzas und die Cafés an jeder Ecke und die Bäume und die Parks. Davon gibt es in Sizilien tatsächlich mal besonders viele und auch mehr, muss ich sagen, als in Napoleon. Die Küche ist natürlich ein ganz wichtiger Punkt. Da würde ich sagen, Sizilien, also Sizilien, was Sizilien besonders macht und auch anders als Italien, ist, dass die Sarazänen, als sie die Insel erobert haben, also ähnlich wie Andalusien und Spanien, war ja in Sizilien auch lange mehrere Jahrhunderte von den Sarazänen erobert. Und die Sarazänen haben da eine ganze Menge Früchte nach Sizilien gebracht, die da eigentlich nicht herkommen. Die Pistazie, die Limone, also die Zitrone, die Zitrusfrüchte generell, die Feige, die Mandel. Das heißt also hier hat man ganz viele Gerichte, die sich auf den ersten Blick so anhören wie das, was man anders so bekommt, Pasta, Backwahn. Und dann wird da aber auch noch zum Beispiel über die Caponata werden dann zum Beispiel Mandeln geraspelt. Oder du hast ein Eiscreme, heißt Sapori di Sicilia, das ist Pistazieneiscreme mit Bohnen und Feigenstückchen. Das heißt, du hast diese eher arabischen, südländischen, orientalischen Geschmäcker auf einmal mit noch in der italienischen Küche. Das ist wirklich ganz was Besonderes. dann, was es nicht gibt wie in Napoleon, halt, also in Napoleon, wisst, ich hab so davon geschwärmt, der Schinken, ja, also der Capocollo di Martina Franca und die Frizzella und solche Sachen. Also es gibt nicht so viele Sizilien-Oni-Gerichte. Dafür werden aber alle Dinge auf eine leicht andere Art und Weise gewürzt oder gesüßt, nämlich mit diesen originären, sizilianischen Zutaten. Es gibt eine Eisspezialität hier, die es nur hier gibt, die Granita, und zwar ist das nämlich ein Sorbet. Anstelle von so Milcheis wird hier ganz häufig Sorbet gegessen, und zwar im Mittelalter, auch das kommt von den Arabern. Die haben wirklich vom Eisblock das Eis heruntergeschabt und dann darüber diese Fruchtsirup von Zitrusfrüchten zum Beispiel. Das gibt es auch mit Pistazie, das gibt es mit Creme, das gibt es mit Schokolade, das gibt es mit Granatapfel. Das heißt also, man findet an ganz vielen Orten, und das findet man meiner Ansicht nach sonst nirgendwo in Italien, nicht nur Eisstände, sondern fast alle Eisstände haben auch Granita. Und ganz viele Restaurants haben bei den Nachschweißen nicht nur Eis oder Tiramisu, sondern halt auch eine speaker-1: Ich sprechen, wenn ich über Rom spreche nächste Folge. Auch über die Granita, ja? Ja, weil es ist nämlich ganz interessant, weil nämlich der älteste Eisladen in Rom hat so nämlich angefangen, Eisblöcke zu verkaufen. Aber da kommen wir gleich, da kommen wir später zu. speaker-0: Hör vor, zwei Sachen, die mich überrascht haben, obwohl sie einen wahrscheinlich nicht überraschen sollten, wenn man sich ein bisschen besser informiert ist. Erstens, wie gebirgig Sizilien ist. Das heißt, du hast wirklich ganz viele so steile Steilküsten, so Felsküsten, Felsformationen, die direkt ins Wasser, ins Meer stürzen. Und das ist natürlich spektakulär und schön. Das heißt, rumfahren über die Insel, das macht wirklich Spaß. Also in Italien ist das ansonsten ja so, dass halt eben der Apendin sehr gebirgig ist, aber dann zu den Küsten wird es ja halt eben eher flach. Apulien ist auch eigentlich eher flach und Sizilien, also da durchs Landesinnere zu fahren, da binden sich die Straßen eigentlich ständig und eine Felsnadel steigt dort empor und eine Felswand stößt, fällt da ins Wasser ab. Also das ist toll. Das zweite, was ich halt toll fand ist oder was mich überrascht hat, ist, dass es viel grüner ist, als ich es mir vorgestellt hatte. Ich hatte viel Karreger, namentlich jetzt am Ende des Sommers mir vorgestellt. Es ist wirklich sehr, grün. Und das dritte, wo halt Sie zielen auch leider oder wie auch immer mehr kann als Apulien ist die klassischen griechischen und römischen Städten. Und da geht mir natürlich das Herz auf. Also ich war in Silimund, ich war ein Aggregant im Tal der Tempel, ich war jetzt gerade in der Villa Casale, wo es die weltgrößten erhaltenen Musaiken aus dem dritten Jahrhundert gibt. Ich war gerade vorhin in Syrakus. Heute bin ich Syrakus gekommen und Syrakus war ja eine der ersten Megastädte. des Mittelmeerraums, also so 300 vor Christus, hatte Syrakus über 300.000 Einwohner. Und du siehst halt eben da immer noch in der Neapolis diese riesigen Ausgaben. Das heißt, die Dichte an Kulturstätten, Kulturschätzen aus alter Zeit, die sucht wirklich ihresgleichen. Und wenn du das alles zusammennimmst, also die Küsten und die Landschaft, diese verfeinerte Küche, die ganz speaker-1: Das könnte so das Endziel werden für den Rücklauf. speaker-0: Also das ist schon einfach verdammt gut und jetzt gerade Katania, ich bin hier nur kurz zum Mittagessen durch die Stadt gelaufen, das ist so elegant und schön. Also Katania ist so bisschen das Lecce, wenn man das so vergleichen will. Lecce ist ja so die elegante Hauptstadt des Salintos in Apulien und genauso ist es hier auch. Das sieht so aus, als hätten die Leute Geld und Stil und schöne Architektur und Platz, Bäume zu pflanzen und Parks und und Barock. Also alles ist halt eben total harmonisch und Und dann halt eben aber auch noch sauber, ist anderswo auf Sicilie nicht so, das ist hier schon auch bisschen ruppiger. speaker-1: Ja, Apple wollen wir gar nicht drüber sprechen. speaker-0: Das liegt ja auch nicht auf Sizilien. Aber, äh, das ist so. Richtig, richtig, Und also, so frisch aus Sizilien, also ich kann wirklich nur sagen, verdammt noch mal, ich hab jetzt schon angefangen, Orte auszulassen, sie beim nächsten Mal zu verweisen. aha, Also Sizilien ist möglicherweise gerade auf so einer Überholspur für mich an die Spitze Italiens. Kaum zu fassen, ich dachte eigentlich immer, die Toskana steht da alleine da oben und dann vielleicht Apulien, aber Sizilien ist schon echt Richtig, richtig geil. speaker-1: Aber damit hast du mir total Lust auf Sizilien gemacht und ich muss mir nur noch einen kleinen Kurzerlaub dieses Jahr machen, bevor es nach Indien wieder geht. Das könnte ja was werden. speaker-0: Wolltest du nicht nach... nach Tschechien? speaker-1: Ich wollte natürlich hin, aber es ist jetzt zu kalt. Und wir rennen so bisschen aus der Zeit raus. Also es wird wahrscheinlich so einen kleinen Andorratrip noch geben und ich hab noch so paar Tage. speaker-0: Das war heute. speaker-1: Jetzt muss ich mal gucken. Naja, schauen wir mal. speaker-0: Ich würde tatsächlich entgegen allem, was du sonst liest, Palermo eher auslassen. speaker-1: Okay. Ja, dann brauch ich sowieso nochmal ein Speziale. Da wir dann nochmal drüber. Also wenn jetzt die Zeit sich fügt, komm ich auf dich zu zum Reiseplan. speaker-0: Alles klar. Das war die 25. Folge von den Zeitgenossen. Ich hoffe, es hat euch Spaß gemacht. Uns hat es auch Spaß gemacht. Bis zum nächsten Mal und alles Gute. speaker-1: Macht's gut, bye bye.