Latest / MOMENTUM - kevinkellermazza / Mit 20 geschieden. Mit 40 im SP Gemeinderat. Was dazwischen passierte.
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- 0:00Herzlich willkommen zu einer weiteren Folge von Momentum. Deinem Podcast, der inspirierende Menschen inspirierende Geschichten erzählt. Mein Name ist Kevin Kellermazza und mein heutiger Gast ist eine Politikerin. Aber vor allem ist sie eins. Sie ist ein Mensch mit extrem vielen Erfahrungen. Sie ist ein Mensch, der sehr viele Sachen durchgemacht hat.
- 0:18Und das sind die Geschichten, die wir in diesem Podcast durchleuchtet haben. Ihre Ups und Downs und wie sie ihre Welt so erschaffen hat, wie sie heute ist. Wir reden natürlich über die 10 Millionen Initiativen der SVP. Das war ein fundamentales Thema. Wir durchleuchteten Pro und Kontras. Aber auch Fragen wie Demonstrationen und was dort genau passiert, sind Themen, die wir in diesem Podcast angeschaut haben.
- 0:42Auf jeden Fall lässt du diese Podcast nicht verpassen, wenn du dich nochmal informieren willst und nochmal an andere Seiten für oder gegen diese Initiativen nachschauen willst. Und darum an dieser Stelle heisst es nur noch Intro ab.
- 0:54Ich bin Gemeinderätin der Stadt Zürich aus Dresden. Diese Initiative will als einziges Land auf dieser riesen grossen Welt die Bevölkerung decken. Also bis 2050. Die Weiterwerke setzen sie an im Asylrecht. Also die Schwächsten, die am meisten Schutz brauchen. Oder gibt es andere Ansätze, die man verfolgen könnte? Die Initiative löst ja kein Problem. Ich bin in die Politik gegangen, um Probleme zu lösen. Und nicht, um Probleme zu schaffen.
- 1:16Du hast ein Thema angesprochen, das mich sehr wundernimmt, weil ich mich null damit auskenne. Und zwar das Thema Streiken. Wieso geht man streiken? Wieso macht man das? Ich habe dir ein Beispiel gegeben. Ich finde es sehr schön. Meine Eltern sind 50 Jahre in der Schweiz. Mhm. Und das Frauenstimmrecht ist auch sehr jung. Das ist auch erst 50 Jahre her. Stell dir vor, hätten Frauen damals nicht gestreikt, hätte das vielleicht noch 100 Jahre...
- 1:42dauert, bis wir Frauen eine Stimme hatten. Wir können es vielleicht auch mit der Gaza-Thematik verknüpfen. Was könnten die Leute dort machen? Nichts! Und was machen die Leute von aussen? Versuchen sie für sie zu streiken? Aber dann passieren so viele Sachen, wo man sagt, dass in der Theorie, wie du mir das erklärt hast, super. Leute gehen auf die Strasse, Plakate, Reden, Parolen, super.
- 2:07Aber es passiert leider immer noch ganz, ganz, ganz viel rundherum, wo... Schau mal, du kannst es im Fall auch so verraten. ...semi-positiv ist. In einer Nutshell. 32 Kinder. Ja, also mein Mann kommt aus Togo, aus Westafrika. Und ich habe ihn in Ghana kennengelernt. Und ich gehe jetzt nicht auf die Geschichte, wie ich auf Ghana gelandet bin. Jedes Mal, als ich nach Ghana gegangen bin, habe ich...
- 2:26Man merkt, wie nötig das ist. Ja, mega. Sorry, das ist normal. Nein, das ist mega herzig. Mega schön. Man merkt, dass du es aus Herz machst. Ist es dein erster Podcast? Es ist mein erster Podcast. Ich finde es super, dass es mit dir stattfindet. Danke. Darum, meine liebe Mary, herzlich willkommen zum Podcast Momentum. Es ist mir eine grosse Freude, dass du hier sitzt. Vor allem an einem Sonntag.
- 2:52Morgen, gell? Sonntagmorgen, aber Gippeli hat man gegessen, wir sind gestärkt, einen Kaffee hast du mir auch gebracht. Mega lieb, danke vielmals für das. Sehr gerne. Zu der ersten und wichtigsten Frage. Wie geht's dir?
- 3:04Mir geht es immer gut. Dir geht es immer gut? Ja, und heute sehr, weil ich eigentlich nur fünf Velominuten hierher fahren musste. Das fand ich mega cool. Ich hatte auch mega Freude, als Alban, ich möchte ihn gleich noch erwähnen, mich darauf hingewiesen hat. Er hat gesagt, das wäre doch etwas für dich. Und als ich dann einfach irgendein Video von dir gesehen habe und fand, du bist so mega positiv, mache ich mit.
- 3:28Danke vielmals, das bedeutet mir mega viel. Und an dieser Stelle auch danke Alban, dass du das möglich gemacht hast. In dieser kurzen Zeit vor allem. Und dass du dir auch in dieser kurzen Zeit das freimachen konntest. Dass wir sagten, wir können das noch nächste Woche raushauen. Nachher geht es an mich an die Arbeit, um alles fertigzuschneiden. Also ich freue mich riesig darauf. Und ich fange den Podcast immer sehr gerne mit einer Frage an, die ich mir bei meinen Gästen vorbereiten muss. Und zwar...
- 3:55habe ich mir für dich vorbereitet. Wann war der Moment in deinem Leben, wo du gesagt hast, ich möchte nicht einfach nur funktionieren, sondern ich möchte etwas verändern? In den Zwanzigern. Also vor zwei Jahren? Ja, sehr gerne. Ich bin ja zu kurz auf die Welt gekommen, in Graubünden. Und bin dort in dem Heididorf Meierfeld aufgewachsen, sehr behütet mit meinen Eltern. Und ich habe dann sehr früh
- 4:24Ja, vielleicht so das Gruppenzwang, weil alle um mich herum geheiratet haben und weil es halt ältere Cousiner waren, habe ich gefunden, also mit 18, das wäre auch eine gute Idee, die sich dann zwei Jahre später herausgestellt hat, das ist nicht das. Und das bin auch nicht ich. Und dort haben dann so meine Selbstfindungen angefangen stattzufinden und eben mit 20... Also nach der ersten Ehe hat es angefangen zu sagen, okay, ich möchte nicht einfach funktionieren, sondern ich möchte jetzt etwas verändern.
- 4:52Und ich will ich sein. Wer bin ich? Genau. Das ist ja oft so. In all den Storys, die ich höre, ist es wirklich so, dass du dich in einer schlechten Phase findest. Dort geht ja oft die Suche nach dem Ich. Die einen finden es in der Musik, die anderen in der Kreativität. Ich habe es jetzt im Glauben gefunden. Und das war für mich der Wandel, den ich gesagt habe. Es war wirklich so über Nacht.
- 5:16In drei Wochen sind gewisse Dinge passiert und ich habe gesagt, morgen bin ich Muslimin. Obwohl ich schon immer Muslimin war. Das war nach der Ehe aber schon? Das war nach der Ehe. Und dann innerhalb von drei Wochen sind Dinge passiert? Kannst du vielleicht kurz darüber reden? Genau, ich sage mal ganz kurz, nicht, dass ich stundenlang darüber reden könnte. Ich hatte eine ganz schwierige Ehe. Mit 18, was weisst du, man kann so, wo man 16 ist, was weiss man mit 16? Mit 18 weisst du nicht viel mehr.
- 5:45Er hatte sehr Schwierigkeiten, persönliche. Und gegen aussen haben wir immer funktioniert. Wir waren das perfekte Paar. Man könnte sagen, gewisse Leute, die man heute auf Social Media sieht, die nicht echt sind in der Echtheit. Hinter den vier Wänden war es wirklich eine Katastrophe. War er gleich alt? Nein, er war sieben Jahre älter.
- 6:07Meine Eltern waren dagegen, aber ich wollte eine Nacht- und Nebulaktion machen, abhauen und heiraten. Man konnte mir nichts weggestehen. So bin ich auch heute, aber etwas weiser. Ich habe mir in dieser schwierigen Phase überlegt, was ich machen soll.
- 6:27Ich bin dann zum Arzt, weil ich aufgrund der Situation Schlaftabletten genommen habe. Dann hat er gesagt, ich verschreibe das heute nochmals. Aber heute sage ich dir einfach eines, ich mache es nicht mehr. Wenn du jetzt nicht aufhörst und auf dich schaust, wirst du es morgen bereuen. Ich ging an diesem Tag wirklich nach Hause in die Küche, weil wir in dieser Kantine lebten.
- 6:53Ich bin zu Hause und habe gesagt, ich lasse mich scheiden. Wir haben im gleichen Haushalt gelebt wie meine Eltern. Und die Welt ist wie so für meine Eltern so, was ist jetzt los? Weil gegen aussen waren wir ja super. Und das war der Wendepunkt, wo ich mich entdeckt habe und gesagt habe, ich setze mich als Priorität.
- 7:10Und die haben nie etwas gemerkt, dass eure Ehe diese Probleme hatte? Ich bin auch eine Person, ich finde, ich habe ja selber entschieden, dass ich das mache. Also wieso muss ich anderen ein Leid zufügen? Also ich habe die Entscheidung getroffen, ich gehe dort durch. Ich hatte natürlich Betreuung vom Arzt etc.,
- 7:26Aber ich fand, es geht sich nichts an. Und ich wollte ihn auch ein bisschen schützen, weil er die Probleme hatte, dass man es nicht umtratscht. Wir waren eine Community, wo jeder alles über alle gewusst hat. Das habe ich...
- 7:42Also das war für mich klar, ich mache das nicht. Also nicht nur als Schutz von dir, sondern auch als Schutz für ihn, hast du das nicht nach aussen getragen? Genau. Und ich denke oft immer jemand, der über die anderen denkt, nicht über mich selber. Ich war immer schon authentisch. Also ich musste mich nie verstellen. Mit einer Differenzierung, dass du in der Ehe, also in der Ehe, vielleicht kommen wir später noch dazu, habe ich...
- 8:07schon gesehen hatte, dass ich mich immer angepasst habe. Aber das ist glaube ich, als erwachsen werde, reifer werde, das gehört dazu, dass du irgendwann sagst, so jetzt bin ich ich. Und jetzt mache ich alles, was ich möchte, in dem Rahmen, den ich finde. Ja. Ja. Okay. Und dann hast du gesagt, du hast dann zum Islam gefunden.
- 8:27Genau. Vor 20 Jahren, als ich mich dort entschieden hatte, einfach ganz kurz aus meiner Jugend, ich war wirklich jemand, der viel getrunken hatte. Ich habe zwar keine andere Droge konsumiert, für mich sind Alkohol schon eine Droge. Definitiv. Ich hatte wirklich so viel getrunken, dass ich auch schon im Spital gelandet bin. Und dieser Ex-Mann hatte auch sehr viel getrunken. Und dieser Wechsel, wo ich mich mit 20 scheiden lassen habe,
- 8:55Oft wird den Frauen, die zum Islam finden, vorgeworfen, du hast einen Mann geheiratet und hast dich dann... Und dann? Und ich hatte genau das Umgekehrte. Ich habe mich scheiden lassen. Also ich kann mit Stolz sagen, nein, ich habe nicht eine Scheidung zum Islam gefunden. Was eine sehr spannende Ansicht ist. Und...
- 9:11Dort fand ich für mich diesen Anker. Das ist das, was mich erfüllt hat und was ich gewusst hatte. Alle Menschen sind vergänglich. Das heisst, ich kann dir jetzt, Kevin, meine tiefste Sorge erzählen, aber du wirst nie verstehen, was ich meine, weil du nicht meine Perspektiven hast.
- 9:34Ich fand dort Gott, den ich gesagt habe. Ich bin ein sehr sorgenloser Mensch. Ich bete, bete meine Sorgen ab und bin im Flow. Ich sage mir, warum soll ich mir Sorgen machen, wenn dort oben jemand über mich wacht. Das ist so, wie ich lebe. Ich brauche keinen Psychologen in diesem Sinne. Das ist wie mein Psychologe, wo ich das alles ablasten kann.
- 10:00Das ist sehr, sehr erleichternd im Leben. Vor allem jetzt mit 22. Genau. Das heisst, du hast in diesem Islam, in diesem Glauben, im Vorgespräch hast du ja gesagt, es war nicht unbedingt so, dass du den Islam gesucht hast, sondern du hast einen Glauben, du hast jemanden gebraucht, der
- 10:21dich halten. Und das ist ja wie durch den Islam dein Anker geworden, wo du gesagt hast, da kann ich rausgehen, ich kann mich beruhigt fühlen, ich fühle mich safe und darum ist es mega schön, dass du jemanden gefunden hast oder etwas gefunden hast, was dich in dieser Situation unterstützt hat. Wie lange hat das gebraucht, bis du weggekommen bist vom Alkohol? Sofort. Sofort.
- 10:44Ich bin so ein Mensch, dass ich das ganze Jahr nicht mache. Und von diesem Tag an habe ich nichts mehr getrunken. Du hast eine Entscheidung getroffen. Du hast gesagt, jetzt ist es fertig. Es gibt gewisse Sachen. Ich könnte mich wahrscheinlich nie von Schokolade trennen. Das müsste ich durch einen Schmutz machen. Es gibt Sachen, die man sich nicht trennen muss. Und Schokolade gehört definitiv dazu.
- 11:08Ich hatte früher viel mehr Gewicht. Das ist auch nicht so gut. Aber das ist etwas, das mir am einfachsten gefällt. Ich brauche es nicht, um Fan zu sein, um lachen zu können, um in einer Community zu sein. Es war sehr erleichternd. Ich komme ursprünglich aus Bosnien, meine Eltern.
- 11:33Und schon kulturell dort. Du stehst, also mein Mann jetzt, wenn wir auf die Bosnien gehen, zuerst am Morgen, um morgens ist schon der Schlewowitz. Also schon, hey, willst du anstoßen? Das ist dort ein kultureller Teil. Eben, das gibt es auch in Italien. In Italien, mein Grossvater hat zum Kaffee am Morgen gesagt, «Gorla Medicina», mit Medizin, das ist einfach Sambuga im Kaffee. Also wenn schon Zucker ist, Sambuga drin und das ist so... Ja, ja. Und das finde ich so, wenn ich jetzt Retro-Perspektiven schaue,
- 12:00Das war so einfach. Gut, dann hast du nach deiner ersten Ehe zum Islam gefunden und hast du auf das auch zu dir wiedergefunden. Das war auch die Entscheidung, wo du gesagt hast, ich möchte nicht einfach funktionieren, sondern ich möchte etwas verändern. Und die erste Veränderung war bei dir. Das ist das, was du am besten verändern kannst.
- 12:24Genau. Ich habe wieder eine Bälle in mir entdeckt. Meine Eltern, ich habe ja dann nicht sofort das Kopftuch angezogen. Ich habe zuerst angefangen zu beten. Ich hatte keine Ahnung von nichts, wirklich von nichts. Du kannst dir vorstellen, ich weiss nicht, ob du das islamische Gebet schon gesehen hast, da gehst du ja hoch und runter. Ich hatte so eine Karteikarte, wo man früher Sprache gelernt hat, so Vokabular. Und ich habe dort aufgeschrieben, wenn ich jetzt oben stehe, musst du das sagen. Und ich habe dann mit denen...
- 12:51Dinge habe ich so besser gelernt. Also wirklich völlig. Und alles, was ich mir leicht fand. Vor 20 Jahren hattest du keine Internet-Kadern-App. YouTube. Nichts. Also ich habe sehr viel Handarbeit gemacht. Und so habe ich das gemacht. Und ich glaube, das ist wie eine Meditation, die du machst. Das war einfach Hammer. Aber du musst ja immer aufwachsen.
- 13:13Meine Eltern kommen aus der Tito-Zeit, aus dem Kommunismus. Ich sage immer, wir sind traditionell aufgewachsen. Ich wusste, wenn zum Beispiel Beirahm kommt, sei es jetzt vom Ramadan oder Opferfest, musst du immer an den Grossvater die Hand küssen, dann bekommst du Geld.
- 13:29Also ich bin nie in die Moschee gegangen. Oder ich wusste nicht, was eine Moschee ist oder was man dort macht. Weil ich bin in der Jugendzeit in Meierfeld in den reformierten Unterricht gegangen. Dort hatten wir ja unseren Dorfpfarrer. Und ich hatte halt keine Moschee in der Nähe. Nein, nichts. Und wir waren ja eine von zwei, drei Jugendfamilien zu dieser Zeit in den 80er Jahren. Und was ich natürlich gemacht habe, als ich diesen Weg gefunden habe, ich meine, der Pfarrer ist Überzugsperson.
- 13:58Bei der Konfirmation wurde ich zwar ausgeschlossen, was ich auch sehr perfid fand zu dieser Zeit, aber ich ging dann auch zu ihm hin, als ich auf diesem Weg war, auf der Suche nach dem Ich und nach dem Glauben. Ich hatte dann mit ihm ein Gespräch, wo ich dann fand, dass das nicht so war.
- 14:15Ohne jetzt zu werten. Und dann habe ich über Buddhismus gelesen. Und da bin ich wirklich zu sauer. Wer vielleicht sauer kennt, bin ich die Bahnhofstrasse runtergelaufen. Ich habe dort meine Lehre gemacht. Und bin vorbeigelaufen, ex libris. Und ich musste nach rechts schauen und wirklich im Schaufenster den Koran.
- 14:32Ich hatte kein Koran zu Hause, keine Ahnung. Da bin ich dann nicht rein, als ob es das letzte Exemplar ist. Ich habe einfach gesagt, es hat hinten noch ganz viel. Ich bin völlig aufgeregt und dachte, ich muss den haben. Ich habe den in einem Zug gelesen und ich habe nichts verstanden. Wenn du einfach ein Buch liest, musst du das anders lesen.
- 14:54Aber wirklich die Entstehungsgeschichte vom Menschen im Koran, wie sie beschrieben ist, das hat mich so überzeugt. Es hat mir so viel Ruhe gegeben, dass ich gesagt habe, ich brauche nichts anderes. Und es ist etwas Privates. Ich habe das niemandem aufgezwingt. Du warst mein Kollege, ich habe mit dir nicht über das gesprochen. Das war etwas völlig Privates. Klar, du hast es an mir gesehen, weil ich habe mich gegen Aussen extrem verändert. Das heisst, von einer sehr offenen Person bin ich einfach...
- 15:23geschlossen worden im Sinne der Kleidung. Also ich bin komplett schwarz rumgelaufen. Alles lang, Himar mit ganz langen Hijabs. Was man heute auch nicht erwarten würde. Genau, das ist auch ein Wandel. Und das ist eine Veränderung. Also die Relationships zu Menschen, so wie du sie hast, so verändern sich die auch zu Gott. Also die werden gestärkt, die verändern sich. Und das macht man. Also das ist wie natürlich. Und natürlich vor 20 Jahren, wenn wir diesen Podcast gemacht hätten,
- 15:49Das wäre dann wahrscheinlich eher krass gewesen, als du danach rausgelaufen wärst und gedacht hast, «Oh mein Gott, was ist denn mit dieser Frau los?» Ich glaube, ich habe das extrem gebraucht, um mich zu erden, um mich zu finden, um zu wissen, wer ich bin und dass ich mir keinen Bären aufbinden lasse. Wie lange ist das, wie du sagst, «extrem» gegangen? Ja, das ist, glaube ich,
- 16:14Ich kann es dir nicht in diesen Jahren sagen, aber ich glaube, es ist mit meinem zweitletzten Mann. Also jetzt bin ich das fünfte Mal verheiratet. Dort habe ich die Veränderung durchgemacht. Wieso? Ich habe immer gemeint, all die Leute, die gläubig sind, sind auch gute Menschen. Das ist ja die Annahme, die du als Mensch hast. Du denkst, der geht in die Kirche, in die Moschee, in die Synagoge oder was auch immer. Der muss super sein und gut.
- 16:41Ich wurde vom absoluten Gegenteil überzogen, und das innerhalb meiner Ehen. Und dort muss ich einfach sagen, ich bin sehr froh, dass meine Eltern, vor allem meine Mutter, mich extrem offen erzogen haben. Das heisst, ich hatte immer meine Stimme. Meine Mutter war immer jemand, der ihre Stimme hatte. Sie kam sehr jung in die Schweiz, ich glaube knapp 18 Jahre alt.
- 17:03Sie hat sich nie unterdrücken lassen. Das habe ich schon von ihr gesehen, von ihrem Arbeitsgeist. Ich war auch in der Struktur der Arbeiterklasse. Als Jugendliche, 14, 15 Jahre, musste ich in der Kantine arbeiten, die sie hatten.
- 17:19Und das hat mir extrem dabei geholfen. Und ich bin dann wirklich zack, ich glaube, in zwei Jahren hatte ich die Ehe. Und ich habe wirklich beim einen... Und diese Story muss ich erzählen. Ja, sehr gerne. Man muss diese negativen Sachen auch ansprechen. Ja, unbedingt. Und nicht immer...
- 17:40Ich habe immer gearbeitet. Seit meiner Lehre arbeite ich immer 100%. Ich war noch nie auf dem Raff oder was auch immer. Und er kam dann in die Schweiz. Ich habe ihn aus Bosnien geheiratet. Er war ein konvertierter Orthodox. Er ist zum Islam konvertiert.
- 17:56Also von orthodox zum Islam? Zum Islam, genau. Und der war dann da. Wie es so ist, geht man zu den temporären Büros, also Temporary, und fragt, gibt es Stellen und so. Und dann hatte der eigentlich eine super Stellenaussicht, ist geschnuppert.
- 18:11Darum sage ich immer, es gibt einen Gott, es gibt etwas, das auf uns schaut und wenn du einen guten Karm hast, dann kommt das wieder zurück. Dann kam ich nach Hause und sagte, dass das mit dem Job nicht geklappt hätte und ich so, ah so schade. Ich bin immer eine sehr ermunternde Person, dann habe ich gesagt, mach dir keine Sorgen, es kommt gut. Dann ging der in die Moschee, weil er immer so viel in die Moschee ging, betete. Ich natürlich immer am Arbeiten.
- 18:36Ich bin zuhause und habe das Telefon geläutet. Ich nehme es ab, dort hatte es noch ein Haustelefon. Kein Handy. Dann steht der Typ vom Temporärbüro am Telefon. Dann sage ich ihm, ich habe ein Kind, es sei schade, dass er diese Arbeit nicht bekommen hätte. Es hätte ihm sehr gefallen. Er sagt mir, das sei ein Missverständnis. Ich frage, wieso? Er hätte diesen Job bekommen. Aber er hat dankend abgelehnt, weil der Ramadan kommt und er fasten muss.
- 19:02Weisst du, was ich gemacht habe? Als er nach Hause kam, habe ich alle seine Sachen gepackt, in die Hand genommen, bin ich zu meiner Mutter und habe gesagt, ich will heute scheidig. Was? Ich war wirklich so krass unterwegs und hätte ich das aber nicht gehabt, das Ich-Bezogene oder den Egoismus, wenn ich sage, das ist doch absolut falsch.
- 19:25Wir beide müssen dazu beitragen, in einer Relationship, wenn du bist, wenn du eine Ehe aufbaust, eine Familie willst, das ist ein No-Go. So als Beispiel. Das hat mich natürlich auch gestärkt. Ich bin dann ausgelassen zu sagen, jetzt weiss ich, was ich nicht will. Verstehe ich. Das ist so die Geschichte. Das ist total. Ui, nein. Ja. Okay, gut. Das ist dein...
- 19:47Das muss ich gleich studieren. Das ist mein dritter Ehemann. Der zweite haben wir übersprungen. Das ist eher so ein... Ich nenne ihn so... Er ist der Ehemann, der mich in dieser islamischen Welt angenommen hat. Okay. Der zweite. Genau. Und ich verdanke ihm aber sehr viel, weil... Er kommt aus Ägypten. Er ist ein Ägypter. Und er hat mich nie... Auch wenn ich Kopfdurchanziehen wollte, hat er immer gesagt, mach das nicht.
- 20:16Weil in Europa willst du nur Probleme haben. Okay. Also er wollte mich davon abnehmen. Er wollte nicht in die Schweiz kommen. Er sagte, wenn wir auf den Gipfel gehen, kannst du das dort machen, dort hast du weniger Probleme. Er wollte mich schützen. Aber er war mein Mentor. Ich nenne ihn Mentor in dieser islamischen Zeit. Dass ich eine gute Bindung mit dieser ... Es ist wie ein Andocken angekommen.
- 20:38Das war mega schön. Und dort hatte ich, weil meine Eltern ihn nicht akzeptiert hatten, also das sind so strubige Geschichten in dieser Relationship mit ihm, dass, ich habe dir doch vorhin ein Foto vom Audi TT gezeigt, mit 18 habe ich meinen ersten Kredit aufgenommen, weil ich das Gefühl hatte, wenn wir jetzt ein schönes Auto haben, wird der Mann, den ich damals hatte, sich verändern.
- 21:02Ich wusste ja nicht, dass das Material nicht hilft. Aber ich bin aufgrund dieses Auto-Extremes, der Skiflage, geltend geraten. Und im Islam ist es schön, der Bezug von Kredit, die Kreditorientierung, sind Zinsen eigentlich nicht erlaubt. Die islamische Community, die ich kennengelernt habe, hat mich aus dem herausgenommen. Sie gab mir zu dieser Zeit ein Darlehen, und ich konnte dann meine Schulden in zehn Monaten abzahlen.
- 21:31Ich war über zwei Jahre am Kredit abzahlen an der Bank. Das war der Anker in diesem Ankommen. Dann habe ich meine Eltern respektiert und gesagt, ich verlasse ihn, weil ich kann meine Eltern in der Schweiz nicht verlassen und einfach weggehen. Das war für mich keine Option. Dann trennte ich mich im Guten mit ihm. Dann ist der dritte, den ich abrupt...
- 21:58Nach diesem Call. Vielleicht können wir ja auf die anderen sprechen, auf die weiteren dann, vor allem auf deinen letzten. Auf deinen aktuellen Mann, wo du auch Familie hast etc. Aber eine Sache nimmt mich jetzt an Wunder und zwar deine Eltern sind vor 50 Jahren. Vor 50 Jahren in die Schweiz gekommen. Aus Bosnien. Ist das damals wegen... Aus Jugoslawien. Damals war es Jugoslawien. Wieso? Und wieso die Schweiz?
- 22:29Also dieses Thema passt super zu diesen 10 Millionen. Absolut, darum kommt meine Rüstschale. Ich nehme an, also unter Tito Zitta war die Situation nicht schlecht. Es war ein Arbeiterfolg, jeder für jeden. Und ich kann mich erinnern, in diesen kleinen, jungen Jahren, als du runtergegangen bist, zum Beispiel, du hast zusammen heulen gehen, es gab keine Differenz zwischen Mann und Frau. Es war einfach arbeiten. Wir mussten arbeiten, und er musste arbeiten.
- 22:57Einer meiner Brüder, meiner Mutter, ist schon vorher ausgewandert, also in die Schweiz gekommen. Und alle meine Enkeln und mein Vater selbst haben ja auf der Baustelle gearbeitet. Und das war damals durch diesen Saisonierstatus möglich. Das heisst, sie waren neun Monate im Land und dann musste man ja für drei Monate rausgehen.
- 23:19Neun Monate im Land? Genau. Da hast du neun Monate im Land sein können und dann musstest du ausreisen, um zurückzugehen. Und das haben vor allem meine Onkel sehr lange mitgemacht. Weil meine Cousins, die ich habe, sind viel später in die Schweiz gekommen. Und ich bin die erste von dieser Generation, die in der Schweiz geboren worden ist.
- 23:38Ich nehme an, es ist mein Mami zu verdanken, weil ich gestern wirklich erfahren habe, und das finde ich eine coole Story, sie sagte, sie kam 1978, ich bin 1981 gegangen, und dann blieben sie neun Monate, gingen. Sie arbeitete in einem Restaurant als Serviertachter, und mein Vater arbeitete auf der Baustelle im Störibau. Nach neun Monaten sind sie zurückgekommen. Ich fragte sie, wie sie das gemacht haben. Sie sagte, sie nahmen Wohnungen für neun Monate,
- 24:07Da war ich einfach weg. Da sagte ich, wie haben die das gemacht, als sie wieder kamen? Sie hatten ja wieder eine Anstellung in dieser Firma. Oder wo sie waren. Da sagte sie, wir haben immer so geschaut, dass sie versetzt sind. Also alle Familien, also alle meine Onkel sind ja auch in Graubünden sesshaft. Und die sind dann immer, wenn die zurückgekommen sind, sind sie dann bei ihnen untergekommen, bis sie wieder eine Wohnung gefunden haben.
- 24:31Das ist ein riesiger Zusatzaufwand, den sie hatten, weil sie als Mensch zweite Klasse angeschaut worden sind. Das ist das, was mich so brutal stört. Ich dachte, irgendwann würde das vorbeigehen. Jetzt bin ich schon über 40 Jahre auf dieser Welt und es ist immer noch nicht so.
- 24:49Vor allem in der Schweiz. Und die Schweiz ist mein Zuhause. Ich bin hier aufgewachsen, ich bin hier geboren. Und aufgrund dieser vielen, das kennst du auch, mit diesen Backgrounds, du hast Menschen und einen Elternteil, der Schweizer ist. Ich habe das nicht. Aber du identifizierst dich dort, wo du lebst. Aber ich muss mich nicht entscheiden wollen, dort oder dort. Und mein Mann kommt ja aus Togo. Meine Familie hat afrikanische Wurzeln. Und ich habe einfach gesagt,
- 25:18Meine Welt ist mein Zuhause. Und dann wird mir niemand sagen, was ich wie machen muss. Dann hat meine Mutter gesagt, sie ist dann schwanger geworden mit mir. Sie hat dann eine Stelle gefunden in einem Betagtenheim. Und dort, aufgrund dieser Anstellung, hat sie die Aufenthaltsbewilligung B bekommen. Dann sagt sie zu der fremden Polizei, das hatte ja fremde Polizei damals, dass sie das nicht machen kann.
- 25:44Das hatte fremde Polizei? Das heisst fremde Polizei. Das ist das Büro, wo du als Fremder dorthin gegangen bist, wegen deiner Papiere. Die Mutter sagte, sie sei im fünften Monat schwanger gewesen, weil sie ihre Dokumente wechseln musste. Dann hat der nette Mann, ich bin ihm sehr dankbar, meine Mutter gefragt, wo denn ihr Mann sei. Dann hat sie gesagt, aufgrund des Saisonierstatus musste er wieder rausreisen.
- 26:09Die haben ja immer noch, weil der Familiennachzug nicht möglich war. Und dann hat er ihr gesagt, wenn ihr ein Baby auf die Welt gekommen ist, kommen sie wieder zurück, dann geben wir ihrem Mann das Visum, also die Aufenthaltsbewilligung B. Was? Und dann habe ich meinem Vater gestern gesagt, ich habe gesagt, Papi, ich habe nicht nur gewissen Männer verholfen, um Papier in die Schweiz zu bekommen, sondern dir selber auch.
- 26:33Schon im Bauch drin? Ja, das ist so eine Parodie vom Leben. Und so ist dann entstanden, dass sie quasi die Ersten waren, die den Aufenthaltsbewilligung B-Status hatten. Und ich meine, zu dieser Zeit weiss ich, ich bin ja mit diesen Bauarbeiten gross geworden, meine Eltern hatten eine Kantine geführt.
- 26:52Und ich kann mich an diese Baracken, ich kann mich an all das erinnern. Damals war es für mich nicht negativ, weil ich so viele Leute um mich herum hatte. Weil das war ja wie eine kleine Familie. Vielleicht können wir an das Foto einblenden, das du mir gezeigt hast, wenn dir das recht ist. Sehr gerne, kein Problem.
- 27:12Es sind Leute, die auch... Es gab Ex-Jugoslawier, dann waren es Bosnier, wir hatten Slowenen, wir hatten Portugiesen. Da wir alle so jung waren, ich und mein Bruder, wir waren so 10, 11, 12, er war noch jünger, 8. Ihre Familien waren ja zurück in all diesen Ländern. Sie hatten auch alle Kinder. Wir waren wie Ersatzkinder. Also eigentlich sehr tragisch.
- 27:42einfach weil sie wie Menschen zweiter Klasse behandelt worden sind. Und heute haben gewisse Leute in diesem Land nichts anderes im Kopf, als das wieder hochzubeschwören. Wo ich einfach finde, ist das lösungsorientiert? Ist das menschlich? Weil das heisst, du willst wieder in das zurück und ich wünsche das niemandem. Weil wir in der Kantine haben ein Telefon gehabt.
- 28:05Stell dir vor, wir waren da etwa 200 Leute. Und du hattest immer so Telefonseiten. Und wenn es geläutet hat, bin ich, weil ich als Kind immer diese Telefonanwälte abnehmen wollte, bin immer dort hin gerannt. Dann hast du Kinder gehört, du hast Familiendramen miterlebt, dann ist der gestorben. Du bist einfach in einem fremden Land, weil du dankbar bist, dass du Geld verdienen kannst.
- 28:27du baust das Land mit auf, hast du aber nicht das gleiche Recht wie alle anderen. Und mit dieser Initiative, 10 Millionen Schweiz oder auch Chaos-Initiative, beschwört man das ja wieder auf. Und ich wünsche mir das wirklich nicht. Also ich wünsche mir wirklich eine andere und vor allem, diese Initiative löst ja kein Problem, das wir momentan haben. Jetzt rein aus der politischen Sicht, diese Initiative, wenn du das in Worte kennst, um was es genau geht, kannst du es kurz erklären?
- 28:57Ja, also diese Initiative sagt ja, sie will als einziges Land auf dieser riesen grossen Welt die Bevölkerung decken.
- 29:11Und wenn, also bis 2050. Gibt es das sonst nirgends? Nein. Wir wären das erste Land, das das machen würde. Genau. Und das hat ja im Ministerium gezeigt, wenn es nach so und so viel muss, die Massnahmen ergreifen. Und Massnahmen wären, wir haben ja heute die Freiheit, die Bilaterale. Genau. Wir haben verschiedene Mechanismen,
- 29:36dass die Ökonomie dieser Schweiz so gut ist. Und ich frage mich immer, wenn ich jetzt zurückblicke, schau dir das alles an, wer das mit aufgebaut hat. Und wenn du prozentual anschaust, ich meine, die Schweizer Bevölkerung hat 40% von der Schweizer Bevölkerung einen Migrationshintergrund.
- 29:56Vor 20 Jahren, wenn du auf Bosnien oder Jugoslawien fahren wolltest, konntest du nur mit dem Auto fahren. Du bist stundenlang unterwegs, das bist du heute auch. Aber heute hast du das Flugzeug. Du kannst gewisse Dinge gar nicht mehr aufhalten. Und die sagen eben, wenn der Hebel anstösst, wo setzt es an? Im Asylrecht.
- 30:16Also die Schwächsten, die eigentlich den meisten Schutz brauchen, sind dann ausgelassen. Wo der kleinste Part von dem Ganzen ist. Genau. Aber die dürfen dann auch nicht mehr einreisen. Weil wenn du die 10 Millionen erreichst, musst du den Hebel noch ansetzen. Dann fängst du mal dort an. Und dann geht es wieder zurück in den Saisonierstatus. Also du wirst wieder Leute haben, die ihre Familie nicht mehr anziehen können. Ich meine, KMUs, die aufgrund von einem bilateralen Abkommen einen Absatzmarkt haben, werden das auch nicht mehr haben.
- 30:44Es sind so viele Sachen und dann sage ich mir immer, okay, was ist jetzt die Verbesserung? Es ist ja einfach zu tecklen, dass wir nachher nur noch 10 Millionen sind. Was ist die Verbesserung von dieser Initiative? Und das ist eigentlich so im Nutshell das, was die Initiative sagt.
- 31:03gibt es eine andere Lösung? Oder gibt es andere Ansätze, die wir verfolgen können? Oder wäre die Lösung, wir lassen einfach die Initiative komplett weg und wir denken gar nicht daran und die Bevölkerung wird immer grösser, grösser, grösser?
- 31:16Das Problem ist, diese Initiative löst ja kein Problem. Und wir müssen, also ich bin in die Politik gegangen, um Probleme zu lösen. Ja. Und nicht um Probleme zu schaffen. Mhm. Das heisst, wenn wir sehen, dass wir, es gibt ja, ich habe dir ja im Vorgang schon gesagt, heutzutage ist es ja super, versus vor 20 Jahren, du kannst heute dein Handy nehmen,
- 31:37Wenn man zum Zahlen geht, kannst du in der KI eine Frage stellen und sagen, wer hat das Recht der Partei, was Zahlen anbelangt. Du kannst selber recherchieren, was stimmt und was nicht. Und Vorhersagen, zum Beispiel von der UNO, ich habe mich gestern Abend mit damit auseinandergefasst,
- 31:53gesagt, dass wir das wahrscheinlich nie erreichen werden, wird die Geburtenrate und die Mortalitätsrate wieder rückwirkend gehen. Und das wird ja auch ein Problem sein. Und ich bin ja aufgrund dieser Initiative sehr viel auf der Standaktion im Schwammendingerplatz und rede mit ganz vielen Schwammendingern über ihre Probleme. Weil
- 32:14Und eben, dafür bin ich auch in der Politik, um mit den Leuten zu reden, was ist jetzt das Problem. Und gestern hatte ich einen chinesischen Student, der gesagt hat, was hat uns diese Deckelung von den Kindern? Die haben ja in China nicht mehr Kinder haben dürfen. Maximal zwei pro... Ich weiss es nicht mehr. Aber er hat gesagt, das ist uns jetzt zum Verhängnis geworden. Und eben, darum, ich bin...
- 32:37Probleme, um ganz anders zu angehen. Und allgemein mit Verboten. Und die SVP hat halt diesen Touch mit diesen Verboten. Burka-Verbot, Minarett-Verbot, das sind immer Verboten. Und für was? Mit Verboten löst man gewisse Sachen. Oder wenn es um Gewalt geht. Ich meine, wenn du jetzt, weisst du auch nicht, nehmen wir zum Beispiel die Kopftuchdebatte.
- 33:04Wenn du jetzt die Kopftücher verbieten würdest, schon aus dem kleinen...
- 33:12Das heisst nicht, dass du zu Hause ... Oft gibt es ja, wenn du zu Hause Gewalt erlebst ... Es gibt nicht jede Welt frei wie ich das Kopftuch. Aber mit Verbot bekämpfst du das nicht. Du musst mit Aufklärung diesen Kindern, diesen Jugendlichen, diesen Erwachsenen Möglichkeiten geben, dass sie irgendwann herkommen können, dass sie sich ausreden können und sagen, ich habe ein Problem zu Hause, helft mir.
- 33:41Im Allgemeinen löst du nichts. Auch nicht in Verträgen. Ich meine, ich bin in der Gewerkschaft. Wenn du Verträge verhandeln kannst, verhandelst du Rahmenbedingungen. Und nicht Verbote. Verbote sind einfach immer... Und eine Deckelung ist ja etwas Maximales. Du kannst einfach nicht darüber hinaus. Und dann musst du Massnahmen ergreifen. Für was?
- 34:01Okay. Jetzt deine grösste Gegenargumentation für diese 10 Millionen Schicksale. Wenn du jemandem rechnest und sagst, wieso sie nein stimmen sollten, was wären die Gründe?
- 34:15Es ist einfach extrem menschenverletzend. Okay. Was für mich ist, ich habe dir ja gesagt, ich wollte nicht mit Zahlen kommen. Ja. Und es geht einfach gegen eine Gruppierung von Menschen. Und wenn man sich auch, ich meine, ich habe so einen diversen Background, ich habe so viele verschiedene Lebensrealitäten gehört. Ich weiss, dass Leute geflüchtet sind von zu Hause. Und ich sage immer, stell dir eine Frage.
- 34:44Wenn du die zehnmillionteste Person wärst und dich diese Initiative betreffen würde und du direkt davon betroffen wärst, wie würdest du dich entscheiden? Wie würdest du dich entscheiden? Also vielleicht du als Familienvater, nimm jetzt an, du hast zum Beispiel ein Kind, deine Frau ist noch in Italien und du bist der zehnmillionteste Schweizer. Also quasi die Person, die da ist.
- 35:11Würdest du dich für diese Initiative entscheiden oder gegen diese Initiative? Also ich wäre ganz sicher gegen diese Initiative, weil du deine Familie bei dir anwesend hast. Und wieso solltest du nicht die gleichen Rechte haben? Du arbeitest in diesem Land, du trägst dazu bei, dass die Ökonomie funktioniert. Wieso solltest du nicht die gleichen Rechte haben wie jeder andere?
- 35:32Und ich habe wirklich gesagt, aus dieser Perspektive, schau dich selber an. Jeder, egal in welchem Trichter du bist, links oder rechts, Ausländer, kein Ausländer. Überlege dir, wenn du die 10-Millionenste Person wärst. Wie würdest du dich entscheiden?
- 35:46Und in dieser Initiative geht es genau um das. Du bist auf jeden Fall viel tiefer in dieser Materie als ich. Jetzt bei 10 Millionen. Ich werde jetzt der 10-millionste Schweizer. Und wir nehmen jetzt mal das Beispiel von dir und deinen Eltern. Jetzt ist dein Vater in der Schweiz, er arbeitet als Saisonnier mit deiner Mutter. Genau, zusammen. Und sie werden jetzt die 10-millionsten.
- 36:11Dann hat es dich und deine ganze Generation gar nicht mehr gegeben.
- 36:18Ja, was wäre denn passiert? Es hätte uns schon gegeben. Aber halt nicht. Wir hätten dann auf Buss nicht zurückgegangen. Und das wäre mit dieser Deckelung, würde das passieren? Das wäre... Und vor allem, wenn der Hebel kommt, hast du ja schon gewisse Leute. Und wo fährst du dann an? Was ist denn Priorität? Nimmst du dann keine Geflüchteten mehr auf? Weisst du, es sind ja... Die Rahmenbedingungen stehen dort nicht drin. Aber du musst ja aufhören. Bilaterale werden können.
- 36:43Es wird wie ein Schneeballsystem. Der Bundesrat muss ja dann einen Hebel setzen. Er muss einen Hebel setzen und sagen, nein, den tun wir jetzt nicht, die Frau darf wieder zurück. Du kannst ja zum Beispiel den zweiten Tag gearbeitet haben, wie jetzt meine Eltern. Dann würde es heissen von der fremden Polizei, die es ja heute Gott sei Dank nicht mehr gibt, aber du müsst dann vielleicht einen Brief bekommen und sagen, du und deine Familie, deine Kinder müssen ausgeschafft werden.
- 37:09Stell dir vor, ich bin ja in der Schweiz geboren. Und dann musst du jetzt in ein anderes Land gehen, das du nur von den Ferien kennst. Wie absurd ist das? Das ist eigentlich, wenn wir jetzt einfach ein Beispiel nehmen würden.
- 37:23Das ist das Risiko von der Guillotine, heisst das? Das Guillotine-Risiko, das sind ja die sieben Ähm, ähm, vom Abkommen der EU. Das ist Freizügigkeitsabkommen, das ist, ähm, Landwirtschaft, das sind die sieben Abkommen und
- 37:42oder diese Parameter und entweder gibt es einen oder keinen. Entweder gibt es alle oder keinen. Und wenn wir das Freizügigkeitsabkommen müssten, weil wir dann mehr wären als 10 Millionen, dann...
- 37:57dann würden ja alle anderen auch wegfallen. Und ich sehe, ich selber sehe, das ist das grösste Risiko. Ich sehe das grösste Risiko, dass man sagt, okay, wir schwächen damit auch die Wirtschaft. Wenn man sagt, wenn man die Deckel überschreitet und es geht drüber und man muss anfangen, das Freizügigkeitsabkommen zu beschenken, dass man die weiteren Sachen auch verliert. Ich sehe dort das Risiko. Aber ich meine, stell dir vor,
- 38:29Eine Gesamtarbeitsvertragsverhandlung aus der Arbeitnehmergebersicht dauert vielleicht drei Monate. So Abkommen verhandeln dauert über Jahre. Und wenn du dann als Einzelfirma im KMU-Bereich, der eigentlich die Rahmenbedingungen hatte, jetzt einzeln... Stell dir das doch mal vor. Das ist einfach sinnlos. Und vor allem, ich frage mich immer, in Krisenzeiten wie jetzt, mit allem, was in dieser Welt
- 38:58Ich muss jetzt nicht in Italien gehen. Aber stell dir vor, wir sind ja so klein. Was würden wir ohne die Allianz machen? Was kann die Schweiz machen?
- 39:11Ich weiss nicht, ob du dich an den Muslim erinnerst. Er war sehr präsent. Doch, doch, doch. Er war in Messereff unterwegs. Ich werde nie vergessen, er war mal in einer Kaserne. Wenn du in eine Kaserne gehst und die Namensschilder anschaust, hast du auch viele migrantische Personen, die Verdienst machen. Dann weiss ich, er sass mit einem am Tisch. Ich glaube, einer war ein Kosovoer.
- 39:38Der andere vielleicht sogar aus Serbien, ich weiss es nicht mehr. Und dann hat er ihnen die Frage gestellt, «Du, was würdet ihr machen, wenn jetzt Deutschland die Schweiz angreift?» Dann hat er gesagt, «Ah, ganz klar wegrennen.» Weil, was willst du machen? Das heisst, diese Allianz, all das, was man aufgebaut hat,
- 39:58Das ist wie wenn du das Handy, die ganze Industrialisierung, alles was ein Fortschritt war, cutten würdest. Wieder zurück, Papierrechnungen, selber rein, also verschicken, also du würdest wieder zurückgehen. Das macht einfach keinen Sinn. Was hörst du selber in der Politik und als Politikerin als die grössten Pro-Argumente, die immer wieder auf dich zutreffen? Mit was wirst du konfrontiert?
- 40:25Von der rechten Seite? Genau, dass man sagt, man sollte die Initiative erhören. Im Schwammendinger Platz gehörst du ja alles. Und ich rede ja mit allen Leuten. Und ich finde es immer wieder spannend, ähm,
- 40:39Letztens hatte ich einen älteren Herrn, der auf mich zukam. Die SVP hat den Stand immer auf der anderen Seite, wir sind da mitten drin auf dem Ding. Und er hat gemeint, wir sind der SVP-Stand. Vielleicht noch zur Erläuterung, zu welcher Partei du angehörst. Das haben wir gar nicht gesagt. Ich bin Gemeinderätin der Stadt Zürich aus der SP.
- 41:00Ich bin jemand, der mit allen auskommt. Das heisst, ich liebe es, wenn ich an die Standaktionen gehe, gehe ich auch zum SVP-Zelt rüber, begrüsse, das sind ja Menschen und ich komme mit ihnen auch raus und mit den Meinungen. Und wir haben die totalsten Diskussionen. Teilweise auch sinnlose, aber gehören auch zum Leben. Und der hat mich dann...
- 41:20Er kam dann her und meinte, wir seien die SVP gestanden. Ich sagte, ob er schon abgestimmt hat. Wir erinnern uns einfach an das Abstimmen. Jeder soll eine Meinung haben und du versuchst deine Argumente zu bringen. Dann sagte ich ihm, das seien alle Parolen der SP. Er schaute mich an und fragte, ob ich von der SP sei. Ich sagte, ja. Er sagte, ich habe natürlich die SVP abgestimmt. Ich sagte, okay. Er sagte, ja. Die sind einfach die, die zu viele sind.
- 41:51Wer sind die? Und ich höre das mega viel, dass die... Ja, ja, ja. Darum sage ich Menschenfragen, die, was ist... Also wenn du noch eine Handbewegung machst, dann schaue ich ihn an und sage so, ich bin im Fall Bosnierin, backgroundtechnisch, und komme aus Graubünden, lebe in Zürich, bin ich auch die? Nein, nein, das habe ich nicht so gemeint. Und... Wer glaubst du, hat er gemeint mit «die»?
- 42:18Ich nehme, also ich meine, das ist auch das, was ich im Unterton höre. Es sind für mich, wenn ich vielleicht Anna Rosenwasser zitieren darf, sie sagt, für sie kommt es so über, alles, was weniger christlich ist, weniger weiss, weniger reich, das sind die. Das fühlt sich oft so an. Mein Mann ist Afrikaner, meine Kinder sind halb-halb. Das geht für mich gar nicht. Ich bin Muslimin, mein Mann ist katholisch. Also wir haben alles. Eure Kinder übrigens?
- 42:48Das hat mich letztens mein Neffe gefragt. Er hat gesagt, du Tante, was sind Sie? Sind Sie jetzt auch Muslim? Ich habe gesagt, das dürfen Sie dann selber für sich entscheiden. Ich kann es auch selber entscheiden. Was wir einfach im Haushalt machen, ist, mein Mann gibt es mit und ich gebe es mir mit. Also jeder darf frei wählen, was er dann macht, ob er es hat oder nicht.
- 43:07Und so Taufi und so, das ist etwas Christliches, das gibt es im Taufi? Doch, wir haben dann, ich habe dir ja gesagt, ich habe in Afrika, also neben dem, dass ich jetzt das fünfte Mal in meinem Endstatus mit dem Mann zusammen bin, wo ich mein ganzes Leben verbringen möchte,
- 43:25Er ist der Einzige, den ich in meiner Hochzeit hatte. Ja. Also das ist wirklich... Und in Afrika ist das so schön, du kannst interreligiöse Heirate organisieren. Und wir hatten einen Pastor, der uns das gemacht hat. Und du kannst dir vorstellen, du bekommst so einen Text, den du ablesen kannst, den wirst du wahrscheinlich auch sehen. Und dann ist einfach mein Teil, weil ich einfach an Jesus als Prophet denke, mein Teil war einfach angepasst. Also man hat mich respektiert.
- 43:54Und dort hatten wir gleichzeitig auch die Taufe des Kleinen. Und du hast gesagt, dass du in Afrika einfach interreligiös heiraten kannst. Oder geht das in Europa? Ich weiss nicht. Nein. Ich weiss nicht, in Italien geht das nicht. Du kannst dich ja nicht einmal scheiden lassen als Katholischer.
- 44:12«Jaisigriff» war es auf Deutsch gesagt, so kann das Leben sein. Happens. Dass du quasi eine riesige Prozedur durchgehen musst. Das gibt es im Islam nicht. Ich habe ja gesagt, ich habe meinen Ex-Mann an der Hand genommen, bin in die Moschee und habe gesagt, ich will scheidig. Weil im Islam musst du nur der Überzeugung sein, dass du diesen Menschen nicht mehr liebst, kannst du dich scheiden lassen. Das ist nicht so ein Prozedere, dass der Gott dir nicht verzeiht und was auch immer. Aber du musst natürlich schon immer alles geben, dass das Heilige...
- 44:41Dass es bleiben kann, genau. Aber das Leben ist ja nicht immer so. Und dann hast du dann solche Argumentationen gehabt mit dem Mann am SP-Stand. Und das ist wirklich oft die. Und ich glaube, der Schlüssel dazu, ich und mein Mann sind sehr, sehr offen. Und wir sagen alle, «Ja, Mary, weisst du, du bist halt anders.»
- 45:06Und das ist teilweise auch den Kulturen geschuldet, die so verschlossen sind. Aber ich will nicht der Kultur schuld geben. Oft ist es ja auch so, dass die Schweizer oder die anderen, von ihrer Sicht, sie, nicht die Tür öffnen, dass man mal einen Dialog haben kann. Und ich glaube einfach, wenn wir mehr miteinander reden und mehr auch ins Leben des anderen schauen, die anders sind ...
- 45:34Darum suche ich das auch offen. Ich gehe auf Afrika. Ich gehe wirklich Leute sehen und versuche, wie kann ich vor allem Kinder, also wenn ich an ein Kind denke, Brühele, ich bin so nah am Wasser gebaut,
- 45:49Du hast auch sehr viele Kinder, das kann ich nochmals sprechen. Ich habe über 32 Kinder. Ich bin die Bonusmama von über 30 Kindern. Ich habe immer gesagt, ich möchte gerne eine Organisation haben. Die ist eben nahe am Wasser gebaut.
- 46:05Ich würde gerne Kinder kennen und ihre Lebenslage kennen. Und weil wir beide in der ICT-Branche arbeiten, in der IT, wissen wir, dass natürlich die Berufe, vor allem bei Mädchen,
- 46:22sehr weit entfernt sind. Und das ist auch ein Fokus, den wir dort haben, wo wir ihnen sagen, du kannst alles werden. Also wir begleiten sie, und wir sagen, Ingenieure, also all diese männlichen prägten Berufe, dass die Mädchen das auch machen können. Und ja.
- 46:39Du hast vor einem Vorflug gesagt, wir kennen ja diese Brennpunkte rund um uns. Und was mich jetzt wundernimmt, ist, wieso hast du das Gefühl, ist überhaupt eine Initiative wie die von der SVP mit den 10 Millionen entstanden? Ja.
- 46:56Wenn ich das wüsste, wie so etwas entsteht. Was jetzt für mich sehr... Ich habe letztens im Social Media gelesen, ich wünsche mir die alte SVP zurück. Wieso? Aufgrund der Kampagne, die sie haben. Es heisst ja die Nachhaltigkeitsinitiative. Ja.
- 47:13Es ist nicht das, was die SHP sonst macht auf den Plakaten. Früher nannten sie es ja. Dort sah man oft Ausländer raus. Was war es da mit den Kosovaren? Die waren doch Aufschlitzer. Minarettverbot, alles. Schwarzer Schaf. Genau. Jetzt habe ich den Faden verloren.
- 47:36Du hättest gerne die alte SVP zurück. Ja genau, aufgrund des... Nein, du hast mich gefragt, wie es noch auf so etwas kommt. Ja, genau. Ich weiss es nicht. Ich nehme an, das sind Menschen, die zusammenkommen, die sich an etwas stören. Und ich glaube einfach, die Perspektive ist falsch, die sie dann haben. Ich wäre mega offen, wenn jemand so eine Idee hat, in so ein Komitee mit einzusteigen. Vielleicht nicht einmal als SP-Mary,
- 48:05sondern uns mehr hier muss sagen, hey,
- 48:08Hast du dir diese Ansicht auch schon mal überlegt? Es ist nicht einfach alles schwarz und weiss. Und ich glaube eben, es entsteht unter, ich meine, wenn du die SPA anschaust, wir sind so divers. Wir haben alles Mögliche. Wir haben, ich habe den Islam Ali einbegleitet, als er Nationalrat geworden ist. Also wir haben so viele Facetten und mit so vielen Leuten kannst du, bringst du so viele Meinungen zusammen. Und wenn du immer Mainstream, vielleicht kennst du es auch aus dem Kollegenkreis, wenn du immer mit den Gleichen zusammen bist,
- 48:38Tentierst du zu werden, so wie du bist? Und ich habe das Gefühl, wenn dort ein bisschen mehr so ein Wandel stattfindet in diesen Gruppen, wo sie dann zusammenarbeiten, so Ideen, dass das auch eine Lösung sein könnte. Ja, man sagt, du bist der Durchschnitt von deinen fünf Leuten, die am meisten Zeit verbringst. Ich habe diese Frage gestellt aus einem Grund, und zwar, wenn ich jetzt einfach so... Und ich stelle dir die Frage...
- 49:01Weil ich das Gefühl habe und weil ich merke, du bist mega offen und ich kann mit dir reden. Schon mal ein bisschen schuldig, sorry. Ich kann mit dir reden und ich glaube, wenn ich jetzt einfach so weltpolitisch so ein bisschen links und rechts schaue, wir müssen nicht einmal so weit schauen, gehen wir mal auf Deutschland rüber. Was in Deutschland passiert, politisch, gesellschaftlich,
- 49:21habe ich selber schon meine Bedenken. Also wenn ich sage, ich möchte Kinder auf die Welt setzen und ich bin ja gerade in einem, weiss ich was, für einen sehr guten Viertel, dann muss ich dann Angst haben, dass meine Kinder bedroht werden in der Nacht, dass meine Kinder, wenn man hört in Deutschland, von den ganzen Massenvergewaltigungen, man hört ganz viele schlimme Sachen.
- 49:44Und dass die Politik in Deutschland am Failen ist, ist glaube ich kein Geheimnis mehr. Also was dort am passieren ist, in meinen Augen, finde ich sehr bedenklich. Und das sieht man auch in den ganzen Auswanderungen der Leute, die in die Schweiz kommen. Ich habe da ganz viele persönliche Fälle, die nicht nur im Podcast, aber auch sonst mit mir zwischenmenschlich gesprochen haben.
- 50:10Und ich habe dann das Gefühl, okay, ist die Initiative eigentlich aus solchen Gründen passiert, dass man sagt, hey, wir wollen gar nicht, dass es so weit kommt jetzt in Deutschland, dass es dann irgendwann kippt. Ich bin im zweiten Grund... Ich kann nicht die Hypothese ausschreiben, wofür die SVP das macht. Aber ich kann dir ja sagen, ich wohne in Schwammerdingen. Ja.
- 50:33Und der Durchschnitt von Schweizer in der Schulklasse von meinem Sohn, die sind in der Minderheit. Ja. Also du musst ja nicht auf Deutschland schauen, du kannst ja sagen, komm wir starten hier in Schwamendingen. Aber es gibt kein cooleres Quartier als Schwamendingen, weil dort kommt alles zusammen. Das heisst, die Kinder, all die Jugendlichen jetzt, ich habe die ja alle begleitet über die ganzen Jahre,
- 50:59Vor allem in Zürich, du lernst alles, glaubendstechnisch. Du gehst Buddhismus ansehen. Ich glaube, diese Aufklärung, diese Art und Weise, wie wir es machen, in dieser offenen Gesellschaft, so speziell, ich kenne jetzt nicht andere Kantone, ich kenne, wie ich war, bei mir gab es nur den reformierten Unterricht, ich kannte den katholischen. Niemand hat sich eine Wand darum geschert, was Islam ist.
- 51:23Aber das ist hier anders. Ich glaube, diese Aufklärung, sich damit zu beschäftigen und dort zu schauen, wo die Probleme entstehen. Das heisst, die Leute, die flüchten ...
- 51:36Leute, ist die Struktur, die wir in der Schweiz haben, wirklich gut so? Das heisst, die, die kommen, die dann gar nicht arbeiten dürfen, die zu Hause sitzen müssen, ist das klug? Und ich weiss jetzt nicht, ich kann zu wenig über Deutschland reden, wie die Strukturen im Deutschen sind, aber ich habe ein paar Familien, die in der Asylstruktur waren, begleitet gehabt.
- 51:59Die hat von Anfang an sehr gerne etwas Sinnvolles gemacht. Du bist immer noch beschäftigt mit dem, von wo das herkommt. Ich habe das Gefühl, dass die das Gefühl haben, dass Leute, wenn sie flüchten, das machen. Am Morgen stehst du auf und denkst, ich habe die Schnauze voll, ich nehme jetzt den Rucksack und gehe auf diesen riesigen Weg, der mega gefährlich ist, wo du sterben kannst. Du musst desperate sein, um so etwas zu machen. Ich würde jedem empfehlen, in den verschiedenen Zentren, die du hast, dich anzumelden und vorbeigehen.
- 52:28mal die Wände von diesen Kindern lesen. Kinder, die kommen, die geschickt werden von ihren Eltern. Ich bin Mutter. Ich will nicht wissen, was in dieser Mutter vorgeht, wenn sie ihr Kind auf so eine Reise schickt, weil es so desperat ist in ihrem Land. Und dann liest man die Sätze an der Wand, wo dann die Sehnsucht drinsteht, herzzerbrechend. Und
- 52:51Und ich glaube wirklich, der Schlüssel ist in diesem Zusammen. Dass zusammen Sachen angehen. Du kannst dich ja auch fragen, tue ich aus Angst etwas machen oder aus einem positiven Mindset? Was meinst du, was ist besser? Immer aus dem Positiven. Also das ist deine Antwort. Das heisst, wenn ich Sachen sehe...
- 53:11Ich erkläre es mal etwas niederschwelliger. Nehmen wir an, Gesamtarbeitsverträge. Das ist etwas, das jeder versteht. Das heisst, das sind bessere Rahmenbedingungen für Arbeitnehmende. Und dann gehst du zum Beispiel... Ich arbeite in der ICT-Branche, also in einem Telekom-Unternehmen. Dann gehst du immer abgüchseln von denen, die etwas Besseres haben.
- 53:32Du gehst ja in die Verbesserung hinein und du hast dir nicht im Voraus überlegt, ich habe jetzt Angst, das zu fragen. Sondern du siehst den Sinn darin und gehst aus einer Perspektive, mit der Perspektive, was könnte besser sein. Das heisst, wenn ich anstatt 40 Stunden, Arbeitsstunden im Gesamtarbeitsvertrag, 38 hinein habe,
- 53:54Was meinst du, was ist der erste Effekt bei den Mitarbeitenden? So cool. Endlich zwei Stunden weniger. Du musst dir zwar über die Rahmenbedingungen klar werden, was zwei Stunden weniger bedeutet, gleich viel Arbeit leisten, aber das meine ich, aus dem Mindset der Verbesserung und nicht aus dem Mindset, oh mein Gott, aus der Angst raus, machen wir jetzt das. Und ich glaube, wenn du jetzt schon siehst, dass...
- 54:19Die Wohnpolitik mit dieser Initiative. Haben wir nachher mehr Wohnungen? Haben wir das Problem, das wir jetzt schon haben, gelöst? Nein. Und was in
- 54:30Das ist meine Schwierigkeit in diesen Situationen. Mit dem Pflegepersonal, mit all diesen... Sorry, ich komme aus Bosnien, aus einem Dorf, in dem früher ganz viele junge Leute gelebt haben. Mittlerweile besteht das Dorf nur noch aus Pensionierten. Und wo sind die hin?
- 54:50die wirtschaften hier in Europa für ein besseres Europa, obwohl sie noch nicht Teil der EU sind. Das heisst, Bosnien geht den Berg ab. Aufgrund von was? Weil wir, man könnte es überspitzt sagen, die ausnehmen. Weil sie ein besseres Leben hier gefunden haben, weil in Bosnien nichts dafür gemacht wird. Mein Mann sagt auch gerne oft,
- 55:12Vor allem die Schweiz, die ja so gute Schokolade herstellt. Ihr stellt unsere Bohnen. Und wie geben ihr die Bohnen? Gebt ihr dort Millionen, Milliarden aus, dass ihr die bekommt?
- 55:27Nein, wir bieten diese Länder teilweise aus. Und diesen Ländern geht es schlecht. Wegen der Korruption im eigenen Land. Aber du kannst ja ein Mindset sagen und sagen, wenn ich das mache, gehe ich zu Bauern, die wirklich etwas haben. Stell dir vor, so eine Schokoriegelung, da hast du ja 5, 6, 7 Stutze drauf. Wenn du noch Dubai-Style nimmst, hast du 10 Stutze. Und was bekommen die da unten? Vielleicht ein paar Dinge 10 Rappen.
- 55:50Also man muss immer so einen Rundumblick haben. Und was wäre die andere Perspektive, wenn man würde sagen, wenn die Schweiz nicht so bekannt wäre für Schokoladenproduktion, weil jedes Land kann Schokolade produzieren, aber die Schweiz macht es auf eine Art und Weise, wo halt...
- 56:06dass es dann gar keine Arbeit mehr gäbe dort. Weil es gäbe weniger Bauern, die abpflanzen könnten. Also das andere wäre ja, es gibt Arbeit. Also es gibt auch dort Arbeit. Es gibt... Das ist schon so. Aber für was gibt es Gewerkschaften in der Schweiz?
- 56:24Also nochmal, ein Exit aus der Bilateralen. Wir haben jetzt die, was ich nicht hoffe, ich sage jetzt extra Inschallah, was ich nicht hoffe, dass die angenommen wird, aber was wird die auslösen? Das heisst, all das, was Gewerkschaften erwirtschaftet haben, mit den Mindestlöhnen, mit all denen, nachher kann der freie Markt machen, was er will.
- 56:48Und das heisst, ist es ein Fortschritt? Es wird kein Fortschritt sein. Das heisst, machen wir lieber, wir sitzen zusammen und schauen, was könnten wir in 2050 besser machen? Nicht menschenverachtend, sondern einfach die Perspektive wechseln. Und das ist etwas, wo ich wirklich vielleicht ein wenig wegkomme von der Initiative, wieso ich überhaupt in die Politik gegangen bin. Weil ich bin eine Person, ich beschwere mich nicht gerne über Sachen, sondern ich gestalte lieber mit.
- 57:17und ich möchte wirklich jeden, der deinen Podcast hört, animieren. Egal, was für ein Background du hast, ich habe einfach eine Lehre gemacht. Ich bin nicht studiert, ich bin lebensstudiert. Jeder kann seinen Beitrag an der Gesellschaft leisten, wo er wohnt. Und das habe ich mit 20 nicht gewusst, weil ich so fokussiert und so beschäftigt war mit meinen eigenen Problemen. Das Leben. Genau. Und
- 57:47Du musst keine Voraussetzungen haben. Also wirklich, der Islam Ali, ich weiss nicht, ob du ihn kennst, er hat ja auch eine Sprachbehinderung, und dieser Mensch kann in wenig so viel mehr sagen, als wenn ich z.B. eine Stunde reden kann, und er in 10 Minuten das sagen kann, und das noch so übereinbringen, dass du verstehst, was er meint. Das heisst, jeder, und vor allem Frauen, ihr könnt alle euren Beitrag leisten. Konnektiert euch,
- 58:15findet eure Stärke auf, macht nur das, was ihr stark drin seid, nicht noch etwas, das ihr neu lernen müsst, dass ihr stark werdet. Das ist in meinen Augen nicht zielführend. Aber jeder von uns hat eine Stärke und das kann man überall in der Politik einbringen. Und das ist mega wichtig. Und ich sage auch, es braucht in jeder Partei verschiedene Leute. Und es ist ja gut, dass wir nicht alle...
- 58:39Es hat ja einen Sinn, wieso die Schweiz so aufgebaut ist, auch in der politischen Struktur. Das heisst, ich bin ja im Gemeinderat, bin in der Geschäftsleitung des Gemeinderats und bin im Sozialdepartement, in der Kommission. Und dort hast du ja verschiedene ...
- 58:55Parteien, die Einsätze haben. Und dann geht es zum Beispiel um eine Weisung, die du dann daran arbeiten musst. Dann kommen all diese Köpfe zusammen. Und dann lest du dir diese Argumente an, dann lest du das durch und dann entscheidest du aus dem die Richter zusammen, was gut ist. Und immer im Blick, es geht jetzt bei mir um die Bevölkerung von Zürich.
- 59:15Ja, das hast du vorhin schön gesagt. Auch wenn all diese Köpfe zusammenkommen, heisst das ja nicht, dass alle der gleichen Meinung sind, sondern da gibt es Meinungsverschiedenheiten und ihr versucht dann wie einen Konsens zu finden und zu sagen, was kann man daraus herausziehen und gemeinsam etwas schaffen.
- 59:33Das ist wie in einer Familie. Ich meine, ich habe eine Letztin mit einem... Er ist ein... Ich kenne ihn, er ist aus der SVP. Und er hat mir erzählt, ich habe acht Geschwister. Ich und meine Brüder sind mehr SVP, die Geschwister sind alle SP. Jetzt kannst du dir mal vorstellen, wenn die jetzt 10. Die Diskussionen. Aber das ist wie natürlich. Also ich sage, eine Familienstruktur ist genau gleich. Oder Diskussionen, die ich jetzt mit meinem 16-Jährigen habe, wo wir letztens diskutiert haben, früher war es so,
- 1:00:00Vielleicht hat der Pfarrer gesagt oder der Nachbar. Und heute ist ja, nein, Mami, das Internet sagt. Also du hast so, als Eltern bist du wie, du hast eh keine Ahnung. Und ich bin aber jemand, der sagt, das ist doch in jeder Generation. Jede Generation meint, es ist die coolste Generation. Immer, immer. Und das ist einfach so, das ist auch natürlich.
- 1:00:21Gut, ich bin dir mega dankbar für deine Sicht auf die 10 Millionen Schweiz, auf die Initiativen, dass du das erklären und zeigen konntest, um was es geht, wie deine Meinung dazu steht, was die Gefahren sind von dem Ganzen. Und dass du politisch sehr aktiv bist, hat man gehört. Jetzt, du bist ja nicht voll, also vollblut, doch, du bist Politikerin, aber du bist nicht vollzeit Politikerin, du arbeitest nebenbei. Wo bist du in der Arbeitswelt tätig?
- 1:00:49Ich arbeite in einem Telekom-Unternehmen, seit über 20 Jahren. Ich habe früher bei Swisscom gearbeitet. Vielleicht eine Sidekick, eine funny Note zu erzählen. Als ich damals das Kopftuch angelegt hatte, haben meine Eltern und ich in Swisscom gearbeitet. Spannend war, ich habe meinem Chef damals gesagt, ich komme morgen mit dem Kopftuch. Das Erste, was er mir damals gesagt hat, «Meri, du brauchst jetzt, weil ich am Callcenter gearbeitet habe, du brauchst ein neues Kopfhörer, wir organisieren alles.» Der Arbeitgeber ging sehr positiv mit meinem Wandel um.
- 1:01:19Aber dein Tübedorf war es? Nein, nein, das war in Chur.
- 1:01:22Und dann habe ich meinen Eltern gesagt, «Du hast Glück, du hast einen Arbeitgeber. Wer würde dich mit einem Kopftuch einstellen? Vergiss es!» Und ich so «Ich zeige es! Sorry, Mami, Papi.» Ich hatte einen Kinderumschick. Dann habe ich gesagt, «So, jetzt habe ich Kinder.» Meine erste Bewerbung damals auf Zürich geschickt. An die damalige Cablecom, hat sie geheissen.
- 1:01:51Stell dir vor, ich hatte keine Ahnung von Zürich. Ich bin mit dem Auto von Graubünden auf Zürich an die Vorliefer-Vörlibug-Strasse und bin dort auch für einen Callcenter-Job rein. Dann hat er mich gefragt, ob ich das Zehnfingersystem kenne. Ich so, sorry, ich habe KV-Lehr gemacht. Was ist das für eine Frage?
- 1:02:10Und immer im Hinterkopf meine Eltern, oh mein Gott, und ich so, nein, nein, ich zeige es denen schon. Und am gleichen Tag, als ich zurückgefahren bin, hat er mich angerufen und gesagt, aber dann kannst du anfangen. Und das ist mein Wegzug aus Graubünden. Und wann ist das so? Jahre kann ich dir nicht sagen. Es ist, aha, mal wahrscheinlich 2004. Genau, ich schaffe es in 2004 bei der damaligen Cablecom.
- 1:02:34Das sind jetzt über 20 Jahre. Okay, nein. Ja, weil ich lustigerweise... Hast du auch irgendwo gearbeitet? Oder was? Ja, ich war zehn Jahre lang bei Apple. Und ich habe unter anderem das Swisscom Callcenter ausgebildet von der Apple-Seite.
- 1:02:51Nein, Apple kannte ich nicht zu dieser Zeit. Nein, weil du erst später kamst. Wir hatten noch Sony Ericsson, Nokia. Und nachher hast du das Gleiche gemacht wie der Sunrise. Nein. Und da warst du im Pristina. Nein, ich bin eben nicht zu der Sunrise, sondern die Sunrise gab es ja immer. Und Cablecom. Wir waren eigentlich Kabelnetzbetreiber zu dieser Zeit. Und ich habe wirklich auch... Spannend war es, ich bin die Einzige im... Also ich habe mich am TV abgesagt, als ich den Islam angenommen habe, habe ich kein Fernsehen mehr geschaut.
- 1:03:19Ich bin die Einzige, die Fernsehthemen betreut hat, obwohl ich kein Fernsehen zu Hause hatte. Das war wirklich spannend. Ich bin dann zurückgefahren und meine Eltern sagten mir, dass ich diesen Job eh nie bekommen würde. Ich bin zurückgefahren und kam nach Hause und sagte, dass ich einen Job hatte und auf Zürich ziehe. So zog ich zuerst auf Schlieren. Das war mein Werdegang in das eigenständige, rebellische Man-Level.
- 1:03:42Aufschlieren. Aus dem Heididorf bin ich ja... In der Lehre wohnte ich in Chur. Ehrlich, das Chur-Gegenteil. Und ich bin zuerst drei Monate gependelt. Und ich habe fast so viele Leute dort kennengelernt. Ich habe die Waffösinnen kennengelernt, die über zehn Jahre gependelt haben,
- 1:03:57Was? Und ich bin nach drei Monaten im Zug eingeschlafen. Und dann kam der Schaffner, weil er... Du kennst ja die Leute, die täglich pendeln. Ja. Dann kam er und sagte so, «Sie, müssen Sie nicht hier raussteigen?» Und ich so, mein Gott, wo sind wir? In Basel? Und er so, «Nein, wir sind in Zürich.» «Sie müssen ja sonst nicht...» Ich so, «Ja, ja.» Und ich weiss noch, an dem Tag hatte ich Geburtstag und habe eigentlich die Kuh gelassen. Ich habe alles liegen lassen im Zug, weil ich so rausgegangen bin.
- 1:04:19Hast du Geburtstag? Bald, am 14. Juni. Am 14. Juni? Nein, am 14. Juni? Letzten Sonntag. Sicher nicht? Genau. Ui, das wäre ein Wiesn-Geschenk. Das ist wirklich... Ich muss mich jedes Jahr entscheiden, ob ich an den Streik gehe. Du bist zu wenig. Das ist auch am 14. Juni. Das letzte Jahr habe ich meinen Geburtstag gefeiert. Dieses Jahr feiere ich am Samstag, damit ich am Sonntag streiken kann.
- 1:04:42Mein Mann macht immer so einen Witz, er sagt immer, ich gehe dann auch am 14. Juni, mache mein eigenes Plakat und gehe raus und sage, wo ist meine Frau? Sie hat heute Geburtstag. Sie ist immer irgendwo unterwegs, weil ich halt viel unterwegs bin. Dank dem... Also ich bin keine Vollzeit... Du hast es gut gesagt, ich bin keine Vollzeit-Politikerin, aber ich bin eine Vollzeit-Menschenaktivistin. Also, du hast ja das Thema angesprochen, das mich selbst mega fest wundernimmt, einfach weil ich mich null damit auskenne. Und zwar...
- 1:05:13Thema Streiken. Wieso geht man streiken? Wieso macht man das? Was ist der Grundgedanke dafür? Ich weiss, wenn ich damals reisen gehe und das letzte Mal ist es vor x Jahren passiert und dann ist es so, Italien streikt. Du kommst nachher nicht weiter. Dann denke ich so, wieso dann? Das ist mega schade. Wieso macht man das? Was ist der Grundgedanke?
- 1:05:34Also, ich habe da vielleicht einfach ein Beispiel, ich finde es jetzt mega schön. Meine Eltern sind ja 50 Jahre in der Schweiz und das Frauenstimmrecht ist ja auch sehr jung, ist auch erst 50 Jahre her. Und stell dir vor, hätten Frauen damals nicht gestreikt, hätte das vielleicht noch 100 Jahre gedauert, bis wir Frauen eine Stimme hatten. Meine Mutter hat immer gesagt, weil in Jugoslawien war das nicht so, also sie sind eigentlich in einem
- 1:06:05zurückentwickelt zu lange, hier zu kommen, in die Schweiz. In Jugoslawien haben Frauen auch verstanden. Du bist Frauen, Mann, es war gleich. Und das ist auch so, mein Vater in meinem Haushalt
- 1:06:18hat man alles gemacht. Es gab kein «Der Mann macht das, die Frau macht das». Sondern der komplette Haushalt musste aufteilt werden. Und wir haben ja alle gearbeitet. Und wenn immer nur die Mutter gekocht hätte, wenn immer nur die Mutter geputzt hätte, wären wir nirgends hergekommen. Und aus dieser Perspektive sind die Frauen oft auf die Strasse gegangen, weil sie ja ausgeschlossen worden sind aus der Gesellschaft.
- 1:06:41Ja. Und das ist eigentlich, kannst du dir so vorstellen, hätte dieser Streik, diese Mobilisierung, hätte die nicht stattgefunden, wäre das nicht passiert. Oder ich habe dir zum Beispiel, es gibt ja auch
- 1:06:56Ein kleinerer Streik, den du nicht siehst, vor allem aus der Gewerkschaftsperspektive, wir stehen ja ein für bessere, fortschrittlichere Arbeitsbedingungen für Mitarbeitende. Stell dir vor, wir sind hier in dem Glattauer, das gehört dir, all die Mitarbeitenden, die hier sind, nimmst du aus. Was machen die Mitarbeitenden? Was ist das Effektivste zu machen? Sie haben mit dir schon das 100. Mal gesprochen und du hast einfach gesagt, nein, weiter in 80 Stunden arbeiten.
- 1:07:26Was macht die Gewerkschaft? Mobilisiert und sagt, hey, wir verstehen deine Mitarbeitenden, wir unterstützen sie. In was? Im Streik. Was macht ein Streik? Er erweckt Aufmerksamkeit. Nicht nur der Streik beschäftigt sich damit, sondern dann alle.
- 1:07:44Und die Arbeitgebenden, oder wer auch immer der Streikgegner ist, wenn er nicht Gegner ist, muss sich damit auseinandersetzen. Weil oft ist es ja, ich meine, wir können es vielleicht auch mit der Gaza-Thematik verknüpfen.
- 1:08:00Was können die Leute dort machen? Nichts. Und was versuchen die Leute von aussen für sie zu streiken? Weil einfach alle Weltmächte... Wer bin ich? Ich bin ja niemand. Aber was kannst du dazu beizutragen, dass man auf Elend aufmerksam macht? Ich gehe nicht ins «Ist das jetzt recht? Ist das Unrecht?» Sondern ich sage, ich bin ein Menschenaktivist.
- 1:08:26Also jede Art von Unterdrückung, in jeder Form, in jedem Land auf dieser Welt, ist bei mir einfach das No-Go. Und wenn du diese Stimme nicht hast, das ist ja wie mit meinen weissen Kindern, die haben niemanden mehr. Das heisst, ich gebe das zurück, weil sonst könnten sie ja auch auf die Strasse gehen und streiken und sagen, hey, es kümmert sich niemand um uns. Aber da kann man halt wieder sagen, Afrika, von einem Ökosystem her,
- 1:08:54die funktionieren ganz anders. Dort würde nie ein Kind hungrig bleiben. Das heisst, du machst deine Nachbarschaft ausharren. Also weisst du, mein Mann, sein bestes Beispiel ist, als er auf Ghana ausgewandert ist. Mein Mann ist mit 5 Dollar im Pocket von Togo auf Ghana, weil er gesagt hat, ich will ein besseres Leben, ich will IT studieren. Und in Togo hast du das nicht können. Und dort ist er auch in eine Community reingekommen. Was heisst, streiken ist immer eine Art
- 1:09:22für jemanden die Schwächere einsetzen. Und wenn du alleine streikst, hast du ja Angst, du wirst das nicht machen. Es ist immer so eine Hürde. Aber wenn ganz viele streiken, ist das eine Gemeinsamkeit, eine Community, die entsteht, die dann für diesen Sinn das macht.
- 1:09:43Ich bin mega froh, dass du sagst, du sprichst gerne darüber, weil du dich sehr gut mit dem auskennst. Und darum hoffe ich, dass jetzt meine Frage nicht irgendwie angreifend ist. Weil ich habe einen Streik in meinem Kopf, es ist immer so, okay, jetzt passiert irgendwas Schlimmes. Also ich denke an 1. Mai und ich weiss so,
- 1:10:00All diese Arbeitgeber haben nachher massive Kosten, weil ihre Schaufenster am Arsch sind, weil die Sachen kaputt gegangen sind, Leute verletzt worden sind, mit Steine geworden sind. All diese Sachen, mega schlimm. Frauenstreik. Vor ein paar Wochen gab es einen Frauenstreik. Am 14. Kannst du mit mir gerne am Sonntag nach Zürich gehen. Gibt es einen feministischen Streik? Gut, okay. Der findet immer an meinem Geburtstag statt. Das war aber nicht vor einem Jahr.
- 1:10:27Am 8. März hat es ja auch den internationalen Frauen-Tag. Ah genau, wahrscheinlich dort. Ja, genau, richtig. Mein Mann sagt, ihr Frauen habt so viele Tage. Wirklich? Und sagt ja. Aber dann passieren so viele Sachen, wo man sagt, dass in der Theorie, wie du mir das erklärt hast, super. Leute gehen auf die Strasse, Plakate, Reden, Parolen, super. Aber es passiert leider immer noch ganz, ganz, ganz viel rundherum, wo...
- 1:10:55Du kannst es auch so vergeben. Semi-positiv ist. Nimm doch mal, ich gehe jetzt wieder auf die Frage zurück. Ja. Juden, Jüdinnen, Muslime, Christen, die in diesem Land leben. Was wollen die? Die wollen Frieden. Jeder will doch normal leben. Und dann gibt es immer diese, jetzt komme ich wieder wie die SVP, die,
- 1:11:21die vielleicht Macht wollen, die Geld wollen. Und so entsteht das, dass auch in einer Gruppe von Demonstrierenden, also ich war in ganz vielen Demos, ich war noch nie in einem Zug drin, wo irgendetwas kaputt gemacht worden ist.
- 1:11:39Es gibt ja so Theorien, die sagen, die werden dort reinpflanzt, dass sie das nachher machen. Aber es gibt sicher, ich weiss nicht, was für Frustrationen bei diesen Leuten zu solchen Sachen führen. Ich als Person würde so etwas nie machen. Also ich gehe nicht an eine Demonstration oder einen Streik, dass ich anderes kaputt mache.
- 1:11:57Weil das gehört nicht zu meinen Values. Aber ich kann nicht für alle reden. Und das entsteht halt in der... Ich war ja viel aus dem Europäischen Übertriebsrat in Europa unterwegs und habe europäische Entrepreneurs aus den Firmen kennengelernt. Und dann habe ich auch verschiedene Mitarbeitende kennengelernt, die im Gremium waren. Und dann hat einer gesagt, du bist nicht bei einer Gewerkschaft, sagt er, oh.
- 1:12:17In Holland, wenn du Gewerkschaftszeit hast, ist das so negativ behaftet. Die wollen ja einfach nur streiken und etwas Negatives haben. Und als ich ihm dann aber nochmals gezeigt habe, was das für mich bedeutet, oder wie du ein Teil davon sein kannst, im positiven Sinn, hat er gesagt, das kommt daher, weil wenn ich den Fernseher einschalte,
- 1:12:43Und immer nur das sehen und mich nie mit diesen Leuten austauschen zu haben, weiss ich nicht, was das ist. Also du tust dich heute mit mir austauschen, ich gebe dir meine Ansicht und du machst etwas mit dieser Ansicht. Entweder hat es einen Aha-Effekt, das hast du ja getan, vielmals vor dem Austausch mit Mary, aber das ist nichts für mich.
- 1:13:00Aber das ist für mich das Eingestehen für die Schwächeren. Was auch immer die Schwächeren sind. Also es geht immer um Menschen. Und neben den Menschen haben wir ja auch Tiere und alles auf dieser Welt. Und es geht auch um den Planet. Und das ist halt die einzige Funktion oder Möglichkeit, die du machen kannst. Oder du kannst auch sagen, ich kaufe jetzt nicht mehr das Mineralwasser, weil das Mineralwasser versücht ist. Und dann streichst du in dem, dass du das nicht mehr kaufst.
- 1:13:30Vielleicht hast du jemanden, der das macht, aber dann in die Firma geht und die Firma demoliert.
- 1:13:36das wirst du immer haben. Und für mich ist es so, dass du dort Sanktionen machen müsstest. Dass du sagst, wenn jemand das macht, ist das gemäss Strafregister oder was auch immer, gehört er mit dem bestraft, so und so. Das ist wirklich klar. Du sollst ja in Frieden gehen. Und wenn du dich streichst, musst du in der Stadt alles anmelden, damit der Polizeiaufwand ist ja dort und du das alles überwachst. Ja, genau. Es gibt immer die...
- 1:14:05Genau, du musst ein Befugnis haben, dass du streiken kannst. Also zum Beispiel am 14. Juni, dieser Streik ist bewilligt. Und das ist der feministische Streik, also die Frauen gehen für ihre Rechte. Und schau da, also wie komme ich mit über, wenn ein Streik... Online! Wo? Social Media. Ich meine, ich bin doch auch so... Ich habe noch nie gesehen... Und ich meine, auf meiner Revolve erteile ich ziemlich alles. Aber ich habe noch nie gesehen so... Hey, 14. Juni, wir treffen uns, Frauenstreik. Let's go.
- 1:14:34Das sind natürlich die Frauenorganisationen, die du hast. Wenn man zurückgeht, im 2021 war das mein Kick-off für die politischen Aktivitäten. Das heisst, ich habe online gelesen, dass man in Bern an die Frauensession kann. Das heisst, ich bin eine, ich weiss nicht, wie viele Sitzungen sie dort hatten, 250. Eine aus der Schweiz, die ausgewählt wurde, die durfte an die Frauensession.
- 1:14:59Wir sind dort angenommen und hatten so Kommissionsgruppen. Ich durfte am Einwohnerstimmrecht arbeiten. Am Anfang hiess es «Ausländerstimmrecht». Aber in der Gruppe, die Frauen, wir kamen dann zusammen, Schweizerinnen, Nicht-Schweizerinnen, Grüne, Linke, alles. Wir hatten alles.
- 1:15:19haben aber zusammen an diesem Thema gesprochen. Dann hat eine aus der Gruppe gesagt, Ausländer sind so negativ behaftet. Wieso muss das Ausländerstimmrecht heissen? Wir nehmen es um. Dann haben sich alle Frauen zusammen gesagt, jetzt nehmen wir das Einwohnerstimmrecht, weil dann ist es neutral.
- 1:15:34Auch dort macht die Sprache etwas. Und du gehst aufgrund von solchen Sachen in Netzwerke. Ich nehme an, du bist nicht im Frauennetzwerk. Als Frau verbündest du dich auch. Und dann gibt es verschiedene Vereine. In der SP haben wir ja auch SP-Frauen. Und die mobilisieren sich selbst. In der Gewerkschaft hast du auch einen Frauentrichter, der sich auch mobilisiert. Und in der Frauensession habe ich wirklich gelernt,
- 1:16:02Oft ist es bei der Frau so, dass wir eigentlich immer die gleichen Probleme haben. Alle zusammen. Die werden? Jetzt zum Beispiel aus Chancengleichheitssicht. Also nehmen wir jetzt, wenn wir wieder auf den Job zurückgehen, für die gleiche Arbeit bekommen wir weniger Lohn.
- 1:16:18Ist das ein Fakt in der Schweiz? Ja. Wirklich? Das kannst du nachher, wenn ich den Gang habe, fragen. Ja, ja. Das ist wirklich so. Und das ist, jede Firma, also ich arbeite ja in der Firma, wo ich arbeite, bin ich im Firmenvorstand der Gewerkschaft und arbeite daran, dass es das eben nicht gibt. Und es gibt ja eigentlich ein Gesetz in der Schweiz, das sagt, dass das nicht passieren darf. Aber das gibt es. Wieso? Weil das nicht kontrolliert wird.
- 1:16:45Also, ich hatte das Thema mit einer, dass sie Feministin ist. Und wir haben das Thema schon durchgespielt. Und wir sind nicht zum Entschluss gekommen. Aber sie hat dann selber gesagt, ähm,
- 1:17:03Ich als Arbeitsgeber würde eigentlich nur noch Frauen einstellen wollen, weil die ja günstiger sind und die Arbeit machen sie ja super. Also wieso stelle ich nur noch Frauen ein, weil dann würde ich mir ja Löhne sparen. Und so würden ja alle grossen Firmen auch dann denken. Also muss es ja einen anderen... Ich glaube, ich würde nicht bei den grossen Firmen anfangen, weil die grossen Firmen sind oft gelabelt, die werden kontrolliert.
- 1:17:27Also in dieser Sparte, in der ich arbeite. Aber es gibt ja Lohnungleichheit. Das ist einfach so.
- 1:17:34Und wir sind eben auf ein Ding gekommen. Auf einen Männer. Auf einen Männer gekommen, genau. Und zwar ist es so, dass wenn sie z.B. einen Aufruf macht und sagt, «Hey, ich brauche einen Videograf. Oder Videografin, ich muss etwas aufnehmen.» Gut. Und dann bekommen sie Bewerbungen. Das sind Freelancer, die sich dann bewerben. Dann schicken ein paar Männer ihre Sachen, sagen «Okay, das ist mein Preis, das ist ein Price Tag, kostet dich 700 Franken.» Und dann hat es Frauen, die sagen «Hey, kostet 800 oder kostet auch 700 Franken.»
- 1:18:00Und dann geht sie aber in die Verhandlung, weil sie ist Unternehmerin, sie geht in die Verhandlung und sagt, hey, es ist zu teuer, wir müssen einen anderen Preis finden. Dann sagt sie, das kommt vielleicht, weil du mich das nächste Mal buchst, machen wir 500, machen wir eine Pauschale und gut ist. Und die Frauen sind, sie hat dann gemerkt, dass die Frauen dann sagen,
- 1:18:19«Ja, was wäre es dir dann wert?» und sagen dann «Ja, 300. Könnte ich dir zahlen für den Job?» Dann sagen oft Frauen «Okay, komm, für 300 mache ich es.» Heisst das, es ist nicht per se ein anderer Lohnband, sondern Frauen tun vielleicht weniger... Das ist nicht systematisch, sondern auch... Ja, aber das ist im Fall schon so. Ich meine, ich sehe ja, wenn Frauen ihre eigenen Löhne verhandeln...
- 1:18:43Ich nehme schwer an, dass es mit der Erziehung zu tun hat, mit der Gesellschaft, mit der du gross wirst, dass du entweder erziehst du deine Kinder mit «Du kannst alles» oder wenn du, also zum Beispiel in unserem Haushalt macht jeder alles, weil ich das von meinem Haus, also von meinen Eltern nicht anders kenne.
- 1:19:02Bei uns gibt es das gar nicht, dass etwas nur auf Frauen bezogen ist. Aber du hast zum Beispiel heute in vielen Haushalten, da kochen Frauen. Frauen putzen. Das war halt einfach so, dass Männer Frauenbild früher hatten. Und von ganz vielen Altnationalrätinnen, die mir erzählt hatten, in dieser Frauensession, wenn du sie fragst, wie bist du denn in den Nationalrat gekommen? «Ah ja, am Küchentisch.» Was war sie denn? Einfach Hausfrau.
- 1:19:29Das heisst, sie wären nie auf die Idee gekommen. Und ich glaube, wenn du von klein auf nicht weisst, dass das eine Möglichkeit ist. Ich habe von klein auf nie über die Schweizer Politik gesprochen. Man hat immer gesagt, die machen das. Wir haben uns immer mit dem Bosnischen Krieg beschäftigt. Das heisst, ich hatte keine Ahnung der Teilhabe in der Schweiz. Und das will ich ändern bei meinen Kindern, aber auch in diesen Netzwerken der Frauen. Ich habe es dir gesagt, jeder Mensch, ich will es jetzt nicht auf Frauen reduzieren,
- 1:19:58Aber Frauen haben oft eine Blockade im Kopf, die ihnen sagt. Das heisst, du würdest sagen, ich habe diesen Podcaster. Alban schreibt mir und sagt, ich habe den genau gewollt, ich kann es dir nachher zeigen. Also Mary, das wärst genau du. Und der ist so gut, ihr würdet super zusammenpassen, das wäre ein super Podcast.
- 1:20:20Das Erste, was ich ihm zurückgeschrieben habe, ja, bist du sicher? Meinst du? Ich habe nicht gesagt, yes, cool. Und das ist der Switch. Du hättest wahrscheinlich gesagt, geil, ich gehe. Dieser kleine Satz bedeutet so viel im Kopf.
- 1:20:37Aber können wir nicht genau dort ansetzen? Können wir nicht genau dort ansetzen und sagen, okay, es gibt Workshops, wo sich vor allem Frauen anmelden können, Frauenworkshops, wo beigebracht wird, Selbstvertrauen, Verhandlungsfähigkeiten, Ausbildungs-Skills, die dich weiterbringen im Leben, wo du vielleicht einen besseren Lohn bekommst, wo du besser verhandeln kannst. Du weisst nicht, wie viele Workshops ich schon besucht habe. Aber?
- 1:21:06Der einzige Workshop, der mir geholfen hat, war das Gesichterlesen bei Pietro Sassi.
- 1:21:12Ich kann dir nochmals etwas dazu sagen. Pietro, wenn du das siehst, kommst du hierher. Wieso sage ich das? Er hat mir gesagt, was ich kann, was meine Stärke ist. Und wenn du von dir überzeugt bist, er redet keine Sekunden von dem, was du nicht kannst. Wer sagt, Meri, das ist unwichtig? Das, was du nicht kannst, kannst du nicht.
- 1:21:36Dann ging er systematisch durch. Zum Beispiel, er sagt, es gibt Menschen, es hat verschiedene Strichter, die du gut bist. Das sind drei Sachen. Zum Beispiel, er hat gesagt, ich kann mich nicht mehr daran erinnern, er hat einfach mir gesagt, Mary, du hast von allen drei. Und du nimmst situativ heraus, was du in diesem Moment brauchst, du hast eine Mary-Systematik entwickelt. Das heisst, wenn du in einer Umgebung bist mit sehr höheren Leuten,
- 1:22:03Du musst dich anpassen, weisst ganz genau, wie sie wo hinführen. Und wenn du dann aber mit einer Schicht oder Kultur zusammenarbeitest, bei der du gar nicht damit einverstanden bist, musst du sie trotzdem als ebenbürtig anschauen, vertrittst aber nicht ihre Meinung, aber akzeptierst, was sie sagen.
- 1:22:22Und das hat mich befähigt. Also all die Kürs, die ich gemacht habe, wo es heisst, du musst eigentlich auch nichts machen, musst einfach sein, musst aber so sein, dass sich jeder dich merken kann, bin ich dann teilweise aus diesen Kürs rausgekommen und so, oh mein Gott, für was habe ich jetzt wieder die Stutzzahl? Aber das ist auch ein Learning. Hätte ich das nicht gesehen, hätte ich nicht gesehen, dass das Mist ist, auf Deutsch gesagt. Und ich glaube, dass sich beschäftigen mit sich
- 1:22:51Das ist das Wichtigste. Ando. Wirklich. Ultra wichtig. Und ja...
- 1:22:57Also an dieser Stelle sicher mal danke für die Erklärung gegen diese Demonstrationen, weil ich habe das wirklich nie verstanden, wieso man das macht, weil in meinem Kopf ist immer Chaos. Eine Demo ist für mich Chaos, weil wieso müssen dann irgendwelche Kästen wegen der Polizei dort sein, die Strasse absperren, dann kommen sie mit Gummischrott. Wenn es ja mega friedlich wäre, müsste es ja nicht sein. Darum danke für das. Danke aber auch für die ganzen Backgrounds zu...
- 1:23:26Frauen-Empowerment, wieso das entsteht und was da genau passiert. Ich finde das ultra, ultra spannend. Weil du mit sehr vielen Menschen redest und sehr offen bist, bekommst du die verschiedenen Perspektiven immer mit über. Und vor allem von dieser politischen Sparte finde ich es mega spannend, um mehr darüber zu erfahren.
- 1:23:47Und das ist ja wirklich sehr, sehr wertvoll. Vor allem auch in meiner politischen Arbeit. Weil wenn ich nur Gleichgesinnte hätte, wäre das noch gut. Dann sind wir wieder bei den fünf, die immer verkehrschen. Und ich habe mich dann wie... Also du musst dir ja irgendwann im Leben die Frage stellen. Das ist ja... Also erstens eine Herausforderung, aber es ist auch...
- 1:24:09Es ist nicht ein einfacher Entscheid, das zu machen. Du exponierst dich, du gehst gegen aussen, du bist eine Stimme für andere. Das ist eine Verantwortung. Das heisst, bevor ich das überhaupt gemacht habe, habe ich meinen 16-jährigen Sohn gefragt. Ich habe gesagt, schau Schatz,
- 1:24:27Bei den ersten Kantonsratswahlen, was passiert? Mein Plakat ist überall. Auch in Schwamendingen. Wirst du ein Problem damit haben? Also ich muss meine Ängste zuerst mit einbeziehen. Aber offen darüber reden. Ich hätte mich ja entscheiden können, gar nicht darüber zu reden.
- 1:24:44Ich glaube, darüber zu reden, in allem, im Streit, in was auch immer, das ist das Wichtigste. Absolut. Das ist wirklich so. Und ich habe diese Verantwortung, ich danke all denen, die mich gewählt haben in den Gemeinderaten. Ich nehme das nicht auf die Lichtschulter. Ich nehme es auch ernst. Ich bin nicht jemand, der etwas angeht. Aber ich kann dir auch dort vielleicht eine Anekdote erzählen.
- 1:25:10Du musst ja durch eine Findungskommission durch, damit du überhaupt in ein solches Amt gehen kannst. Ja. Und normalerweise, wenn du so Interviewfragen, eben jetzt wieder Mann-Frau-Chance-Gleichheit, in meiner Sektion oder in meiner Partei hat es ja auch muslimische Männer. Und im Gemeinderat, der Tafi Muharemi ist ja auch im Gemeinderat länger als ich, schon jetzt in der zweiten Legislatur.
- 1:25:36Er ist auch aus Kosovo, aus Nordmazedonien. Wir gingen durch diese Gespräche. Dann hatten wir eine Feedback-Runde. Dann bin ich zu ihm und habe gesagt, dass ich das schon recht grenzwertig fand. Man hat mich tatsächlich gefragt, «Mary, ich finde es super, dass du das Kreuz an hast, weil diese Person hat mir gesagt, dass ich das nicht tun kann.
- 1:26:01«Mary, ich würde gleich eine Frage einer Person stellen, wenn sie gegenüber von mir sitzen würde und ein solches Kreuz anhat.» Dann dachte ich so, oh mein Gott, was kommt jetzt für eine Frage? Dann sagt sie, «Stellst du den Islam über die Politik?» Ich war zuerst in einer Sekunde, Millisekunde verwirrt. Man sagt jetzt diese Frage mit dem. Dann sage ich dieser Person so, «Langt als Antwort, dass mein Mann katholisch ist?»
- 1:26:32Was ist das für eine Frage? Das ist eine Nonsens-Frage. Und so etwas darf nicht Platz haben, weil das etwas Privates ist. Dass man sieht, dass es nicht so ist, wenn man mit allem schwarz rumläuft, würde man es sehen. Ich trage es jetzt schön kreativ. Aber das ist für mich so. Dann fragte ich Daffy, ob er auch gefragt hätte, ob er den Islam über die Partei stellen würde. «Ah nein.»
- 1:26:57Als Beispiel. Wir Frauen sind teilweise auf Fragen ausgesetzt. Und dann kann ich wählen. Ich kann wählen. Ich kann dir vielleicht noch eine Anekdote aus der UPC-Zeit sagen. Ich war dort Fachverantwortliche und habe Trainings gemacht. Stell dir vor, ich habe alles schwarz getragen, alles lang.
- 1:27:15Ich habe eine Gruppe bekommen, um neu zu trainieren. Das war ein Raum mit PC und allem. Dann laufe ich rein. Das war ein italienischer Kollege. Aus dem hintersten Ecken steht er auf und sagt, «Sie, wir haben hier Schule. Kommen Sie später putzen.» So. Dann habe ich mir eine Sekunde gedacht, was mache ich jetzt? Nachher mache ich so.
- 1:27:41«Was haben Sie gesagt?» Ich habe dann mitgespielt. Und er «Ja, ja, eben, Sie müssen jetzt gehen, wir sind da.» Dann laufe ich raus und zu dieser Zeit habe ich noch geraucht. Bin heiss geraucht, habe die warten lassen. Und dann habe ich gedacht, okay. Und ich bin immer, ich hätte das ja jetzt voll können, ich hätte voll können zusammenschiessen und keine Ahnung was. Aber ich wähle immer, ich weiss, er hat das nicht böse gemeint. Mhm.
- 1:28:01Ich bin aneingegangen, er meinte das nicht böse. Dann ging ich wieder hinein. Da steht er schon wieder aus, ich sage, «Du darfst einfach wieder absitzen, ich bin eure Pachtrainerin heute.» Er lief so rot an. Ich ging zu ihm an und sagte, «Alles ist gut.» Er war so entschuldigt, er war einer meiner «best friends» zu dieser Zeit. Aber es ist die Entscheidung, die wir treffen, wie wir auf etwas eingehen, was das Resultat ist. Hätte ich ihn jetzt angeschraut,
- 1:28:28hätte er vielleicht gedacht, «Schau mal diese Muslimin an.» Obwohl er mich ja eigentlich als Putzfrau betitelt hat. Aber ich habe mich für den Menschen entschieden und habe entschieden, dass er einfach eine andere Sichtweise hat. Und habe dann einen Fun Fact, also ich versuche oft so über einen Fun Fact darauf zu hinweisen, wie... also dann wird das nie mehr im Leben machen. So Verurteilungen. Schubladisieren. Ja. Und das... aber weisst du, ich mache das auch, gell?
- 1:28:54Aber es ist ja menschlich, es ist ja normal. Genau, Mikroaggressionen, das Gleiche. Sicher. Das ist wirklich... Und ich glaube, es geht ja nur darum, dass man es merkt. Dass man es merkt, okay, in der Situation... Aber auch anspricht. Also oft, es gibt auch Situationen oft, wo... Ich habe das viel gesehen, viel gehört, wo gewisse Leute vielleicht auch aus dem Stress rauskommen
- 1:29:17sehr unromantisch sind, nennen wir es so. Und die in einem Arbeitsumfeld sind, die wissen damit nicht, was sie mit dem Menschen gegenüber machen können. Und oft gestandene Leute, auch ich war teilweise in einer Situation, dann habe ich nicht gewusst, was zu sagen.
- 1:29:34Und dann gehe ich nach Hause und blocke mich so die schlechten Büsse. Und dann rede ich mit meinem Mann und sage, wenn mein Mann mich wieder runterbringt und sagt, hey, keiner von uns ist Saints. Wir sind Menschen und Menschen irren sich, Menschen machen Fehler. Und dann finde ich wieder Ruhe in meinem Leben, versöhne mich mit Gott und gehe dann wieder weiter und sage, das nächste Mal finde ich den Mut. Das ist, glaube ich, das Wichtigste, dass man immer wieder aufsteht und macht.
- 1:30:03Ja, sehe ich total. Hey Mary, wir sind seit über eineinhalb Stunden am Reden. Wir haben noch nicht über deine 32 Kinder gesprochen. Ah ja, also gut. Jetzt gehen wir kurz streiten. Also komm, in einer Nutshell. Ja. 32 Kinder. Ja, also. Ähm.
- 1:30:24Mein Mann kommt aus Togo, Westafrika. Ich lernte ihn in Ghana kennen. Ich gehe jetzt nicht auf die Geschichte ein, wie ich auf Ghana gelandet bin. Jedes Mal, als ich nach Ghana ging, sammelte ich Geld in dieser Community. Oft kamen so 2-3'000 Franken zusammen. Dann ging ich dort hin und ging in verschiedene Organisationen. Christliche, muslimische, aber ich ging immer in Waisenheim.
- 1:30:47Ich hatte immer vor Ort etwas gemacht. Ich hatte meine coolsten Erlebnisse dort. Als ich meinen Mann kennengelernt habe, wie auch immer, vielleicht können wir das in einem anderen Podcast untersuchen, haben wir gesagt, wir arbeiten beide in diesen Berufen, in diesem Sektor.
- 1:31:03Wir möchten das gerne zurückgeben. Ich habe so viele Kinder gesehen, die leiden, weil mein Schwiegervater ist sogenannte Area Chief. Das sind so, nehmen wir an, wie ein Quartier Schwammendingen. Die sind noch nicht angeschlossen. Der ist im Busch. Die haben noch keinen Strom.
- 1:31:22Sondern er ist dafür verantwortlich, dass in diesem Kreis alles funktioniert. Und alle Leute, die Probleme haben, kommen zu ihm. Als ich das erste Mal dort hingegangen bin, hat mein Schwiger und meine Mutter, die ist vor langer Zeit gestorben, geheiratet und hat auf mich gewartet. Er war ein höherer Mensch, der dort dabei war. Dann habe ich mich gefragt, ob ich alles fragen darf, was ich will. Er sagte, dass ich dir das sagen darf.
- 1:31:45Dann fragte ich ihn, was erwartet er von der Jugend aus Togo. Dann sagte er, dass sie die Schule besuchen. Da dachte ich, was sagt er? Ich sagte, sorry, eure öffentlichen Schulen sind nicht gratis. Was heisst das? Kindtät?
- 1:32:02die Schulpflicht zahlen müssen. Ich sagte mir mal, die Eltern, die sich das leisten können, machen das. Ich möchte, das heisst Eduhelp, wir sind auch in der Schweiz registriert,
- 1:32:19Wir nehmen uns dem an, ich möchte kein Massenverein sein, ich möchte meine Kinder kennen, ich möchte wissen, was wirklich ihre Probleme sind und wir möchten nichts allozieren. Wir hatten zum Beispiel einen Jungen, der in der dritten Klasse nicht bestanden hat. Als mein grosser Sohn herunterging, führten wir Interviews,
- 1:32:38Alles fürs neue Jahr aushändigen, bestiften. Mittlerweile haben wir auch Laptops von Firmen bekommen, die wir aufarbeiten. Das hast du dort nicht. Du hast keinen Zugang zu nichts. Das ist der zweite Schritt, den wir in der Community machen möchten.
- 1:32:54Dann haben wir seinen Fall angeschaut und ich sagte ihm, dass mein Sohn Adnan heisst. Dann sagte ich ihm, was meinst du, was ist sein Problem? Er sagte, dass er keine Aufsicht hat. Das heisst, die Mutter ist gestorben, der Vater ist weg, die Grossmutter musste in die Stadt leben, damit sie überleben können. Und er ist nach der Schule nach Hause gekommen und hat einfach gespielt, nichts gemacht. Also er hatte keine Ahnung, dass er die Hausaufgabe machen muss. Aber einen Blitz gescheitert, Junge.
- 1:33:20Wir haben ihm eine Lehrkraft alloziert, die mit ihm lehrt. Heute ist er der «One Best Student». Dort haben wir gesagt, dass wir so viele Kinder aufnehmen, wie wir können, die wir betreuen können. Vor Ort haben wir den Schwiegervater. Wir haben einen unserer besten Schweizer Kollegen, der auch hier in der Gegend wohnt. Er ist einer der besten Geldgeber, der uns unterstützt. Es geht wirklich um banale Sachen wie die Schule.
- 1:33:48Und man merkt, wie nötig das ist. Ja, mega. Sorry, das ist normal. Nein, das ist mega herzig, mega schön. Man merkt, dass du es richtig aus Herz machst.
- 1:33:56Genau. Und mein Mann geht natürlich öfters, weil ich kann ihre lokale Sprache nicht. Wie heisst die lokale Sprache? Elue. Elue. Genau. Sie sind ja französische Kolonie, Sie sprechen französisch. Aber dummerweise habe ich im Französisch geschlafen. Ich war damals auch am schlafen, das ist auch ganz schlimm. Und in Grobünden haben wir mit Fremdsprachen erst in der zweiten Sek. angefangen, also weit weg von Zürich. Also stell dir vor, ich konnte kein Englisch.
- 1:34:24Aber wegen der Firma, mein erster Chef, den ich hatte, war ein Kanarer. Ich konnte mich entweder entscheiden, nicht Englisch zu sprechen, zu lernen oder einen anderen Job zu suchen. So habe ich eigentlich Englisch gelernt und Englisch hat mir alle Türen geöffnet. So betreuen wir die Kinder und sind auf Spenden angewiesen. Wo kann man spenden?
- 1:34:45Du kannst es ein- Ja, genau. Wir haben eine Homepage, sehr niederschwellig, wir sind auch sehr offen. Wir möchten auch, dass die Leute, auch wenn sie Lust haben, auf Togo zu gehen, das mal kennen zu lernen. Ich erde mich immer dort. Ich erde mich immer dort, wo du halt Leid siehst. So schade, wie das ist, aber das ist etwas, das wir zurückgeben wollen. Und wir legen uns auch, vor allem bei den Mädchen, auf die MINT-Prüfe, also alle technischen Prüfe,
- 1:35:14versuchen wir mit Gesprächen, es sind wirklich so banale Gespräche, wir sitzen an, z.B. mit einer Mädchen, also mit einem jungen Erwachsenen, der jetzt studiert. Und ich aus meiner Perspektive habe ja später Kinder bekommen. Dort ist es oft, dass sie früh Kinder bekommen,
- 1:35:34Und dann alles in die Hose geht. Weil du musst ja auch zu diesem Kind schauen und alles. Und wir appellieren wirklich dort, um dieses Verständnis zu schaffen, weil sie das ja zuhause nicht bekommen. Sie bekommen nicht die Erziehung. Dass man das einfach ausgleichen kann. Okay. Ja, und das ist unser Herz ins Herz gebracht. Megaschöne Arbeit. Danke vielmals für das. Sehr gerne. Vor allem den Personen, die solche Sachen machen, sollten wir ein grosses Dank aussprechen, weil ihr die Welt mit diesen Taten einfach ein bisschen besser macht.
- 1:36:00Ja, mit Unterstützung von allen unseren Unterstützern. Das ist auch ein grosser Teil davon. Und wir machen auch alles. All die Aufwände, die wir betreiben, die betreiben wir nicht, die zahlen wir selber aus unserem Sack. Wir haben gesagt, wie wir das machen, verbinden wir das mit Familienreisen. Wir möchten wirklich alles Geld, das zu uns ankommt, dass es auch wirklich an die Kinder geht.
- 1:36:22Vielleicht, wenn irgendjemand ein Projekt unterstützen würde, also ein Ziel habe ich wirklich, ein Safehouse für die Kinder zu bilden. Das heisst, dass diese banal Hausaufgaben machen können, spielen gehen, einen Ort haben, wo sie auch die digitalen Werte entdecken. Aber das braucht ein wenig mehr Spende und Geld. Und das ist das Fernsehen, das wir haben.
- 1:36:44Ja, ich kann zum Glück durch den Podcast ein paar Leute kennenlernen, die solche Projekte machen. Eine ist Sarah Aduse, die du schon mal von ihr gehört hast. Sie ist von Etopia und sie setzt sich ein gegen Frauenbeschneidungen. FGM, FMG, FGM. Ich weiss nicht, aber... Auf jeden Fall, sie ist sogar auf Etopia gezogen. Ah, mal den Podcast habe ich auch so an. Ja, sehr...
- 1:37:13Also eine crazy Story auch. Wie sie ja selber beschnitten worden ist als kleines Mädchen und die Schmerzen durchgemacht hat etc. Und sie geht jetzt wirklich so vor Ort, macht sie Aufklärungsarbeit. Und es ist so krass, dass die Männer dort unten, die wollen das ja gar nicht, aber durch Generationen, Großeltern, also Grossmütter, die dann das weitergeben, weil sie denken, hey, das ist...
- 1:37:36Wir müssen. Aber schau, stell dir mal vor, ich bin mit dem von der Regierung gehockt und ich war ja zuerst in diesem Büro, weil mein Schwiegervater verheiratet hat. Und dann bin ich in dieses Büro und habe gesehen, erstens klimatisiert, riesiges, und dann drei Kühlschränke.
- 1:37:58Dann sah ich meinen Mann und dachte mir, dass es super wäre, dass er zum Vater geht. Denn von diesem Zivildorf auf die Farm zu gehen, brauchst du einen Pick-up, damit du die Strasse nicht spürst. Das sind Strassen wie nach dem Krieg in Bosnien. Also wie... Also keine Strasse? Keine Strasse. Und ich dachte mir, Gott sei Dank kommt der. Vielleicht machen sie ja dann etwas. Dann hat mein Mann gelacht.
- 1:38:24Ich habe ihn aber nicht gefragt. Um nachher die Quintessenz zu sehen. Der ist mit dem Pick-up gekommen, mit dem Riesenkopf. Der hat doch nichts von einer Strasse gespürt. Aber der kommt in seinem Anzug und erwartet von der Jugend, von der neuen Generation, dass sie da super studiert sind. Aber sie unterstützen das ja gar nicht. Für mich ist das eine verkehrte Welt. Das ist Nonsens.
- 1:38:45Aber für mich sehr wertvolle Erfahrungen, die ich dann auch wieder zurücknehmen kann und mir sagen kann, hey, vielleicht hat es der auch nicht besser gelernt. Weil wenn du Korruption lernst, du musst ja einen Background haben, um dich dort rauszuziehen. Und ich habe dir ja erzählt, ich war immer in so einem Crime Ring, wo es um einen Love Scam ging. Ich habe wirklich drastisch ganz, ganz viele Sachen gesehen, die ich immer noch in den Kopf geschüttelt habe, was Menschen eigentlich einer Community antun können. Total.
- 1:39:16So, lieber Kevin. So, so spannend. Und ich hätte wirklich schon lange zuhören. Man merkt auch, dass du sehr viel Lebenserfahrung hast in deinem Wissensrucksack. Der ist pickelvoll. Also danke vielmals fürs Teilen von all diesen Geschichten. Wir sind aber noch nicht ganz fertig. Ich habe immer am Schluss so eine Schnellführrunde mit ein paar Fragen, die ich mir aufgeschrieben habe. Lass mich ganz kurz schauen, ob ich all die Sachen, die ich fragen wollte, gefragt habe, bevor wir zu dem kommen.
- 1:39:46Vielleicht noch eines, bevor wir zu der Feuernunde kommen. Politisch rechts-links. Kann ich richtig der Annahme, weil das ist das Gespür, das ich habe. Sobald man rechts ist,
- 1:40:02ist man gerade irgendwie so ein Rassist oder ein... Aber links kannst du so weit gehen wie du willst und es ist immer okay. Spürst du das? Ja, aber es ist ja auch... Man spricht ja vom Linksextremismus. Also es ist ja oft so, die jungen Parteien von der SVP und die von der SP sind ja immer so die Extremen in diesen...
- 1:40:24Ja, genau, absolut. Und ich bin schon der Meinung, dass es diese auch braucht, um dann wieder die Mitte zu finden. Weil das Schwierigste im allgemeinen Leben ist ja, die Mitte zu finden. Und
- 1:40:39Für mich aber, als Person, jetzt rede ich wirklich als Person, weil auch in der Partei hast du links und rechts, also du hast auch in der Mitte, also du hast dich auch dort teilweise, ich meine das beste Beispiel war jetzt Daniel Josic, weil er nicht mehr von den Delegierten nominiert worden ist. Und der hat sich ja zum rechten Flügel bekennt. Aber ich finde, so muss ich mich bekennen, zu etwasem.
- 1:41:03Ich kenne es nicht anders aus der Partei. Wir haben auch in der Partei ständig Diskussionen. Auch dort hast du ständig verschiedene Meinungen. Aber es ist schon so, gegen die Aussenwelt, alles was rechts ist, und ich sage jetzt nicht, wenn es jetzt ganz rechts ist, kannst du es mit den Nazis vergleichen. Weisst du, das ist der ganze... Und links, also du hörst halt immer wieder von diesem Linksextremismus. Letztes Jahr habe ich dir gesagt, ist das SVP-Zelt demoliert worden. Ich bin sofort aufgestanden als Mensch und habe gesagt, hey, wir müssen denen helfen.
- 1:41:31Ich weiss, das wird alles auf Eigeninitiative und freiwilliger Arbeit aufgebaut haben. Aber aus dieser Ecke kamen die Linksextremen. Das sind die Wörter, die zu dieser Politik gehören. Aber die tun noch mehr Spalten. Das ist so.
- 1:41:49Also, Anja, dann kommt jetzt... Weisst du, ich weiss jetzt nicht, wie du es in den letzten Wochen gespürt hast. Und aufgrund jetzt von dieser 10 Millionen Schweiz, habe ich vielleicht den versteckten Rassismus, weisst du, den...
- 1:42:03Diese Unterdrückung von Leuten, die eigentlich ihre Meinung sagen wollten, jetzt kommt die Zeit. Auch mit dem ganzen Trump-Wahnsinn, der hier im Umlauf ist. Und es macht mir schon ein bisschen den Bauch weh. Und ich sage, eigentlich müssten wir Sachen machen, die vereint sind und nicht spalten, die Probleme lösen, nicht Probleme schaffen. Die fortschrittlich sind, nicht rückständig. Das sind alles so die gegensätzlichen Wörter.
- 1:42:32Und ich kann die Welt nicht retten, aber ich kann meine, und ich will jetzt nicht sagen beeinflussen, ich kann mit meiner Umgebung arbeiten. Und darum habe ich den Weg der Politik gewählt, der Freiwilligkeit, der Jugend, Kinder zu haben. Das ist auch eine Entscheidung. Ich wollte mal mit 18 eigentlich Kinder haben. Zehn mindestens. Und zwei biologische habe ich, aber ich habe mehr, als ich mir in den Träumen lassen konnte. Ich habe jetzt über 30. Und das sind Sachen,
- 1:43:03Ich bin mega dankbar und froh, aber mit solchen Sachen werden wir wahrscheinlich in Zukunft einfach leben müssen. Ich meine, in 50 Jahren wird die Welt wieder anders aussehen als heute. Ja. Das ist so. Ich finde, das muss so lange gehen, ja.
- 1:43:18Nein, und ich meine, ich sehe es schon bei meinen Kindern. Mein Gross ist 16, leer. Der Kleine ist 5. Wenn du jetzt nur die digitale Smarthate anschaust, und das kannst du auch bei uns vergleichen mit kein Handy, dann Handy und dann das Internet. Und ich habe meiner Mama gesagt, weil wir immer wieder Diskussionen hatten, ich weiss noch, den Tag, wo mein Chef das Internet eingeführt hat,
- 1:43:38Was das für Diskussionen gab. Virus oder die 2000-Wende. Alle werden Computer, abstürzen. Das war ein Wahnsinn. Wir mussten im Büro sein bis um 12 Uhr am Abend, um zu schauen, ob der Computer am nächsten Tag läuft. Also, das ist halt der Wandel der Zeit. Und ich hoffe, dass wir beide die positive Energie schicken, dass unsere Zukunft blendend sein wird. Aber wir müssen uns dafür einsetzen, dass das gut wird. Das ist einfach so.
- 1:44:07Danke einfach für die Erklärung noch, bevor wir zu der Schnellführrunde kommen. Darum, meine liebe Mary, bist du ready für die Schnellführrunde? Auf jeden Fall. Die erste weiss ich jetzt schon, und zwar Kaffee oder Tee? Kaffee. Jetzt muss ich präzisieren, eigentlich bosnischer Kaffee. Ich habe keine Maschine zu Hause. Was ist ein bosnischer Kaffee?
- 1:44:30Da hast du Pulver, der sehr dünn ist als bei den Italienern. Dann gebe ich das in meine Jaiswa, das ist so eine Pfanne. Dann erhitze ich es zuerst und koche es mit heissem Wasser auf. Das ist wie Filterkaffee sozusagen? Nein, wir filteren nicht durch. Ah, das ist der ganze Satz? Dann kannst du den Kaffeesatz lesen. Das machen wir nicht. Aber der kickt wahrscheinlich grausam rein. Der kickt richtig rein, oder? Ja, aber ich bin eine, die nicht starken Kaffee trinkt, also viel Milch.
- 1:45:00Okay, super. Ähm, etwas, was die Schweiz dringend lernen muss? Miteinander reden. Und auf andere... Voll! Ja. Komm, da kann ich dir so zustimmen. Ich sage selber, wir haben verlernt, diskutieren, ein Streitgespräch zu führen, ohne sich schlussendlich den Kopf einschlagen zu müssen. Und das ist das Schöne in Afrika. Also ich ging in Kirchen Battles machen. Ja. Und ich habe ja meine islamische Seite verbettelt in diesem Sinne.
- 1:45:30Du bist drin, hast ein Streitgespräch, hast deine Ansichten gemacht, und danach warst du wieder «friends». Ja, dann kannst du zusammen nachher aus dem Gipfel... Und wenn ich nach Bosnien gehe und so ein Streitgespräch über etwas haben möchte, dann kann ich davon ausgehen, dass ich mit dem Gegenüber die nächsten zehn Jahre keinen Kontakt mehr habe. Ja, der Familiendrama. Und das ist wirklich das, miteinander zu reden. Mhm. Was hättest du gerne früher gewusst?
- 1:45:57Wie gut, dass ich bin. Nein. Nein? Wie viele Stärken habe ich? Meine Stärken, ja. Schön. Stärkste, was dir jemals jemand gesagt hat? Also es gibt nicht einen Moment,
- 1:46:21Aber es gibt diese Momente, ich unterstütze ja ganz viele Menschen. Und ich mache das, also mein Mann, wir sind der eisen Ansicht, mach alles ohne Erwartung. Das ist das Schlimmste. Und das ist etwas, was ich von ihm gelernt habe.
- 1:46:36Und wenn dann die Erwartung übertroffen wird und dann etwas zurückkommt, und jetzt etwas meine ich nicht in Sachen von etwas, sondern von Wörtern oder von einem Kärtchen, das sind dann Sachen, also ich kann zum Beispiel ein Beispiel von Anna Rosenwasser geben,
- 1:46:52An dem einen Mittwoch, als wir im Gemeinderat gestartet haben, hat sie mir eine Postkarte geschickt. Du kannst den Parlamentariern einen Brief schreiben. Sie hat mir eine Postkarte geschickt. Das hat mich absolut ermutigt. Das sind so die schönen Sachen, sich gegenseitig zu unterstützen. Und solche Sachen zu machen. Also nie vergessen.
- 1:47:14in einer Ehe, in einer Beziehung sagt dieser Person, dass sie gut ist, wie sie ist, dass sie schön ist, dass sie dir wichtig ist. Das sind diese Sachen. Chur oder Schwamendingen? Was fühlt sich nach Heimat an? Excuses, Schwamendingen. Also ich komme nicht von Chur. Ich komme aus Mayenfeld. Aus dem Heididorf. Und ich muss sagen, meine Eltern leben ja in Bad Ragaz. Das ist gerade auf der anderen Seite des Rheins.
- 1:47:44Und ich gehe immer wieder aufs Meierfeld. Letztes Mal war ich vor einer Woche, da habe ich eine Radtour gemacht, weil es sind gleich meine Wurzeln geschlagen worden. Aber ich bin in einem anderen Umfeld aufgewachsen und Schwammendingen fühlen sich halt aufgrund der Diversität viel mehr als zu Hause. Okay. Ja.
- 1:48:02Sehr schön. Diese Frage entscheidet, ob man die Schnellführrunde weiterführt oder nicht. Das ist eine ganz wichtige Frage für mich. Ich stelle sie jedem Podcast. Ananas auf der Pizza. Nein. Gut, danke vielmals. Wir können gerne weitermachen. Ich würde nicht verstehen, wieso man das macht. Ich habe es schon gegessen. Es ist falsch. Es ist wie ein Cappuccino nach dem Eis.
- 1:48:30Auch das geht nicht. Sorry, ich bin intervent. Okay. Was passiert bei einem Ja am 14. Juni? Ich glaube gleich, dass wir die Kurve kriegen werden. Okay. Und was passiert bei einem Nein am 14. Juni?
- 1:48:51Dann müssen wir gleich an Lösungen arbeiten. Aber ich meine, vielleicht gleich noch zurück zu gehen, die Schwarzenbach-Initiative, was ist dort passiert? Das war ja eine ähnliche Initiative, die abgelehnt worden ist. Die Schwarzenbach-Initiative? Ja, genau. Und dort ist
- 1:49:10eben der Nachgeschmack geblieben. Und das hoffe ich das mal wirklich nicht. Weil ich weiss nicht, ob du in gewissen Plakaten jetzt gesehen hast, im Winter die Reimmigration, also wirklich ganz böse Sachen. Also ich hoffe, dass das, ich hoffe, die Schweiz sollte ja, also immer der Neutralansatz, dass wir es miteinander hinbekommen ohne Nachgeschmack. Ja, okay. Was liebst du der Schweiz am meisten? Demokratie.
- 1:49:39Und was bringt dich regelmässig auf die Palme, wenn es um die Schweiz geht?
- 1:49:51Engstirnigkeit. Also so diese Engsicht. Es gibt einen Grund, wieso ich von Mayenfeld auf Zürich gezögert bin. Weil diese Engsicht in diesen Tälern ist Katastrophe. Und teilweise ist das in der ländlichen Area ein Problem. Und das ist glaube ich teilweise. Aber ich bin jemand, der sich eigentlich recht wenig aufregt. Okay, schön. Weisst du, das weckt mich nicht auf. Was? Also das hat mich gestern aufgeregt. Sag es.
- 1:50:22Vielleicht bist du gleich die Falsche, die ich jetzt anspreche. Am Montzern. Ich war gestern nach sehr, sehr, sehr langer Zeit wieder mal am Nachmittag draussen. Hast du vielleicht gesehen, ich habe ein paar Storys gemacht. Ja, genau. Passiert sehr selten, weil mega viel Arbeit und etc.
- 1:50:38Und ich bin noch nie, ich gebe mich zu, tut mir leid, ich war noch nie ein ÖV-Fahrer. Wirklich? Nein. Und ausgerechnet gestern war die Pumpe voll, oder was? Oder alles ausgefallen? Mami, dort wo das Abaddon ist, hat es doch so viele Parkplätze gehabt.
- 1:50:55Es hat keine Parkplätze mehr. Und dann... Weisst du, was mein Gedanke war? Mein Gedanke war so... Ja, aber... Aber du warst mit dem Auto unterwegs? Ja. Aha. Ja. Mein Gedanke war so, aber... Jetzt haben sie alle die Parkplätze weggegeben. Mhm. Alle die... Es sind alle weg. Jetzt muss ich einfach... ...sechs Mal rundherum fahren. Ist das dann ökonomisch intelligenter?
- 1:51:19Also da kann ich dir eine gute Antwort geben. Zunächst nehme ich das zweite Velo mit, das ich habe, das E-Velo, und dann fahren wir mit dem Velo. Also ich bin auch ein Autofahrer, ich komme ja vom Land. Und ich habe es nicht anders gekannt. Und du willst nicht wissen, wie lange ich von Förlibug in meinen ersten Jahren in Zürich nach Schwamendingen gefahren bin zu einer Kollegin. Ich habe zwei Stunden gebraucht, weil ich keine Ahnung von ÖV kannte.
- 1:51:41Und in der Stadt finde ich es, also ich gehe mit meinem E-Velo, und ich habe mir versprochen, ich mache alles mit dem Velo. Das heisst, wenn ich mit dem Tram muss gehen, um zu arbeiten, brauche ich eine halbe Stunde. Mit dem Velo bin ich in sieben Minuten dort. Das Auto oder der ganze Tag kostet mich zwölf Stutze. Und wenn ich dann die Umwelt noch mit einbeziehe, und das habe ich, glaube ich, du wirst es vielleicht noch sehen, wenn du Kinder hast, mit dem ÖV, mit dem Velo, du bist viel näher an der Natur, du verbindest dich viel mehr, und viele von diesen...
- 1:52:10Autofahrer haben die sich, also mein Mann ist ein brutaler Autofahrer. Jetzt aber, wenn er langsam immer mehr und mehr das Velo benutzt, findet er es doch noch cool. Vor allem in Zürich. Also es hat schon, also gewisse Sachen machen dann Sinn. Und vielleicht würde ich dir empfehlen, du wohnst ja in Wallisella, also ÖV,
- 1:52:31«Ja, aber ich habe doch alle Leute dabei und wir gehen immerhin mit einem Auto.» «Ja, okay, gut.» «Aber ich verstehe deinen Frust. Du bist nicht der Einzige, der sich darauf...» «Das glaube ich ja.» «Du hast ja immer die Diskussion im Gemeinderat.» «Es hat einen Park gehabt, wo ich gesehen habe, dass wir alle Parkplätze gesucht haben.» «Oder alternativ parkieren sie dich ausserhalb, wo es wirklich Parkplätze gibt.» «Also mit dem Uber gehen?» «Nein, nicht mit dem Uber, mit der ÖV auch. Oder mit diesen... Du kannst ja mieten, die...» «Irgendwie die...»
- 1:52:59Machst du ein Familienabo für die Velos? Ja, genau. Ah, das muss ich schauen, ob es das gibt. Das wäre ja noch eine Idee. Familienabos. Ich sage es dir. Dein Lieblingsort in Zürich? Also ich bin so viel in Schwamendingen unterwegs. Und ich liebe wirklich den Schwamendinger Platz, weil das alles zusammen entschichten kommt. Ähm...
- 1:53:29Ich sehe auch, dass es viele Alkoholabhängige gibt. Und ich bin ein Mensch, der die Leute sehr ebenbürtig behandelt. Und ich finde, wie die Leute dort zusammenkommen, mega schön. Also man tut sich auch... Ich habe schon meinen Sohn gefragt, zu einer Person, die dort ist, und sie sagt, «Ja Mama, das ist Mama...» Sie nennen sie schon Mama. Und die sind dann manchmal, wenn sie etwas posten gehen, gehen sie ihr auch noch das Brot posten, damit sie wenn schon etwas essen können. Und ich glaube, ich liebe Orte, wo Leute zusammenkommen.
- 1:53:57Ich habe keinen einen speziellen Ort, den ich nennen könnte. Okay, gut. Ein Buch, das dein Denken verändert hat? Puh. Ich habe auch eine düstere Zeit in meiner Kindheit. Ich habe das Buch von Philipp Gurt gelesen. Das ist ein Bündner Romanautor. Es heisst «Schattenkinder».
- 1:54:27Es geht um seine Familiengeschichte, aber es geht um die damalige Struktur, wo es um Kinder in Heimen ging, wo Vergewaltigungen stattgefunden haben.
- 1:54:44Mit diesem Buch hat er das verarbeitet. Und das hat mich, vor allem weil es im Bündnerland passiert ist, und mein Bündnerland mein Zuhause ist, hat mich das sehr tiefgründig bewegt. Weil das wirklich von einer Person ist, die ich auch kenne. Schattenkinder. Schattenkinder, genau.
- 1:55:09Ich habe noch zwei Fragen. Die zweitletzte wäre, wieso hast du zugesagt, um in den Podcast zu kommen? Wegen meinem Bauchgefühl. Weil du einfach so positiv überkommen bist. Ich habe es dir heute Morgen schon gesagt, ich habe ein paar Podcasts durchgehört, sequenztechnisch. Und ich finde, du begegnest jedem.
- 1:55:34gleich ebenbürtig. Egal, du bist bei weitem sicher nicht mit allen Meinungen einverstanden. Ich glaube, das macht es mega aus. Aber einfach deine Art, so wie du bist. Danke vielmals. Sehr gerne. Danke vielmals für das. Meine letzte Frage stelle ich auch jedes Mal und zwar, der Podcast heisst Momentum. Was heisst Momentum für dich?
- 1:55:58Momentum bedeutet für mich nicht einen grossen Moment. Sondern ganz viele kleine im Leben. Und die schönsten... Ich habe gerade heute Morgen darüber nachgeschaut. Ich arbeite ja so lange bei der Firma, bei der ich bin. Und ich habe mich bewusst dazu entschieden, auch die Momente, die schlecht sind, aufzuschreiben. Ich hatte zum Beispiel auch meine Fehlgeburten aufgeschrieben. Das sind auch Momente, die dich formen. Aber die schönsten Momente sind immer die menschlichen Momente.
- 1:56:26Meine Kinder, meine Familie, auch meine Ehen, die gescheitert sind, das waren auch Momente, die mich zu dem gemacht haben, wo ich heute bin. Und darum, vielleicht appelliere deine Community heraus, suche nicht diesen Moment, sondern all diese kleinen Momente. Auch wenn sie noch so klein sind.
- 1:56:48Keine Ahnung, wenn du heute Morgen aufstehen konntest, atmen konntest, die Steine drauflaufen konntest, dir einen Kaffee gemacht hast. Das heisst, dieser Moment ist tausendmal, und du hast tausendmal mehr als andere auf dieser Welt. Also auch dieser Moment, dass man alles zelebriert und nicht auf diese grossen Momente wartet, eben Hochzeiten, Geburt, also wirklich so eins, sondern geniesst alles und wahrnimmt es.
- 1:57:18Und vielleicht, und das habe ich jetzt angefangen, wieso ich mit dem Velo, also ich habe gesagt, alles, was ich mit dem Gemeinderat mache, fahre ich mit dem Velo ab. Also ich mache ganz viele Kilometer. Und ich bin weniger connected online. Also ich nehme meine Umgebung wahr. Und vielleicht eben das Wahrnehmen und Reden und nicht das isolierte Konsumieren, das kann einen grossen Unterschied machen. Sehr schön.
- 1:57:48Ja, und heute, das ist auch ein Moment. Du bist mein erster öffentlicher Moment. Ist es dein erster Podcast? Es ist mein erster Podcast. Es ist überhaupt der erste. Ja, und ich finde es super, dass das mit dir stattgefunden hat. Merci vielmals. Finde ich auch wunderschön. Danke vielmals für das, Henry. Danke vielmals. Auch, dass du mir die Chance gegeben hast, dass du gut zu mir gekommen bist. Ich freue mich wirklich sehr.
- 1:58:06Bevor ich zu meiner Dankesrede komme, dass du da bist, ist deine Kamera. Wenn du jetzt noch etwas an die Community sagen möchtest, direkt in die Augen, vielleicht für die nächsten Wahlen, etwas, das dir wichtig ist, etwas, das dir auf dem Herzen liegt, dann ist jetzt der Moment dafür. Vielleicht nimmst du das Mikrofon. Mhm. Hier hoch. Ein bisschen weiter zu dir, dass es genau zu deinen Rädern ist. Genau, perfekt. Das ist so. Super. Super, ja. Das hättest du mir irgendwie vorher sagen können.
- 1:58:35Denke ich mir nie vor. Also, ich... Gemäss dem Gesichterleser eine von meinen Stärken ist, dass ich schnurren kann. Das hat er mir so gesagt. Ich will wirklich...
- 1:58:51Community aussen Folgendes sagen. Jeden Tag, wenn ihr rausgeht, macht ihr einen Ausdruck. Das heisst, ihr geht in die Welt raus und nehmt einen Ausdruck mit. Der Ausdruck, den ihr mitnehmt, kommt als Eindruck raus.
- 1:59:08bei mir an. Das heisst, bei der Welt. Egal, wo du hinfährst, kommt der an. Und überlege dir, wie du diesen Ausdruck machst, weil dieser Eindruck beim anderen ist nachher wegweisend. Der kann, wenn du vielleicht mal einen schlechten Tag gehabt hast, kann der auf den anderen auch einen negativen Einfluss haben. Das heisst, geht mit Achtsamkeit um mit eurem Umfeld. Zweitens, an all die,
- 1:59:38die das Gefühl haben, sie können nichts. Jeder von uns kann mindestens etwas. Aber ich bin davon überzeugt, jeder kann vieles. Schaut euch mit euch beschäftigen und findet jemanden, der euch über die Hemmschwelle bringt. Ihr könnt euch natürlich auch gerne mit mir connecten. Ich bin jemand, der sehr gerne Menschen auf den Weg mitnimmt, wenn sie mal ...
- 2:00:02schlechte Phasen haben, weil ich so viele schlechte Phasen in meinem Leben erlebt habe, glauben wir, die Sonne kommt immer, der Tunnel ist irgendwann immer vorbei. Aber es bedeutet auch, irgendwann kommt wieder ein Tunnel. Und wenn du schon ein paar Tunnel durchgemacht hast und weisst, dass die Helligkeit wieder kommt, gehst du anders auf das ein. Und als letzter Punkt ist,
- 2:00:25Ich finde Mitwirkung extrem wichtig. Das heisst, all ihr, die in der Schweiz leben, ob ihr jetzt den Schweizer Pass habt oder nicht, ist völlig egal. Ihr könnt mitwirken, indem ihr eure Vereine anschliesset. Und ich rede jetzt nicht nur über politische Vereine. Aber der politische Trichter ist der Trichter, der Wegweisungen macht. Das heisst, dort werden Entscheidungen gefällt.
- 2:00:54und engagiert euch, weil wenn eure Ansicht nicht in die Trichter kommt, seid ihr nicht vertreten. Vor allem die Frauen. Die Männer können das aus der Natur her einfach besser. Trauen euch mehr, beschäftigen euch mit euch und glauben auch in die Politik.
- 2:01:18Du musst nicht ein Doktor, Professor, whatever sein. Biss einfach du, heb den Willen und schliesse dich an. Und bei mir kann man sich immer anschliessen.
- 2:01:30Mega schönes Schlusswort. Danke vielmals für das. Und an dieser Stelle möchte ich mich bei dir ganz, ganz herzlichst bedanken für ein paar Sachen. Erstens mal möchte ich mich bedanken, dass du dir die Zeit gemacht hast, um hierher zu kommen. Ich finde, die Zeit ist das wertvollste, was wir auf dieser Welt haben. Und um diese Zeit mit jemandem zu teilen, vor allem zu meinem Podcast, um mit mir jetzt irgendwie über zwei Stunden ein Gespräch zu führen über...
- 2:01:54Über deine Welt, über deine, wie du aufgewachsen bist, über deine Struggles, über deine Ehe, über politische Ansichten bin ich sehr, sehr dankbar. Danke vielmals für das. Und ich möchte dir auf deinem weiteren Weg alles, alles Gute wünschen. Es hat mir sehr viel Spass gemacht und ich bin mir sicher, dass wir uns zukünftig sicher noch ein paar Mal hören werden. Darum danke vielmals für alles. Sehr gerne. Merci viel, vielmals für die Einladung.
- 2:02:20Und an dieser Stelle auch danke dir. Danke, dass du wieder eingeschaltet hast bei Momentum. Dein Podcast, der inspirierende Menschen inspirierende Geschichten erzählt. Und du weisst, wie das Game funktioniert. Aber ich erkläre es dir immer wieder gerne. Und zwar, da unten hat es ein paar Knöpfe. Einer heisst abonnieren. Wenn du diesen Knopf drückst, verpasst du nichts mehr, was auf diesem Kanal läuft. Nebenan hat es noch eine kleine Glocke. Die ist ganz wichtig. Und zwar, die ist wichtig, weil wenn du diese drückst,
- 2:02:43wirst du sogar noch informiert, wenn ein neuer Podcast aufgeschaltet wird, wie der von Mary. Also von daher unbedingt reinschalten, schenke ein bisschen Liebe mit einem Kommentar und einem Like. Alles Gute und bis zum nächsten Mal. Dein Kevin Keller, Momentum Podcast. Tschüss. It's a wrap. Super. Hey, danke vielmals.