Latest / Raumrauschen / Die Kraft der Kerzen
Transcript
- Hallo und herzlich willkommen bei Raumrauschen, dem Podcast, bei dem wir uns ums digitale Lagerfeuer versammeln. In jeder Folge wird eine andere Geschichte des gleichnamigen Blogs uns begleiten. Wir sprechen direkt mit den AutorInnen über ihre Geschichten. Lassen Sie auf uns wirken und uns inspirieren. Mein Name ist Rafał Londo, ich bin Referent für Berufungspastoral im Bistum Aachen und ich lade dich ein, mit mir und unseren AutorInnen zusammen am digitalen Lagerfeuer zu verweilen. Und in diesem Sinne, herzlich willkommen zum Raumrauschen-Podcast. Heute habe ich wieder den Raphael zu Gast. Raphael, schön, dass du heute wieder dabei bist. Hi, Rafał. Du hast wieder mal eine Geschichte mitgebracht, wie sollte es auch anders sein. Und wie sollte es auch anders sein, habe ich hier wieder meine Check-In-Karten, mit denen wir ganz standardmäßig anfangen. Da lade ich dich ein, eine Karte zu ziehen. Ich hatte bis jetzt ja immer ein gutes Händchen. Das stimmt. Nenne ein Funfact, den die anderen noch nicht von dir wissen. Oh Gott. Lass mich überlegen. Mit die anderen sind wahrscheinlich auch deine Frau gemeint, oder? Wird sie das hier dann zum ersten Mal im Podcast machen? Das ist aber schwierig. Nee, sonst erzähl einfach mal ein Funfact. Es ist immer die Schwierigkeit, jetzt irgendwie krampfhaft was zu suchen, was lustig ist. was vielleicht gar nicht lustig ist. Ich bin ziemlich verfroren tatsächlich. Also ich trage jetzt im Winter irgendwie sowohl ein Unterhemd, aber gut, das weiß meine Frau, also ein Unterhemd, ich habe ein T-Shirt, ich habe einen Pulli, drüber nochmal eine Jacke und meine Füße sind immer noch kalt. Deswegen, ob das jetzt so lustig ist, darüber kann man, da kann man streiten, aber genau, ich gehe nicht ohne Unterhemd aus dem Haus. Das ist vielleicht der lustige Part bei dieser ganzen Sache. Also wenn man dir etwas schenken muss, dann bist du mit Unterhemden auf jeden Fall. Socken oder Unterhemden. Sehr zufrieden. Da freut sich ja jede Schwiegermutter drüber, wenn man Socken schenken kann. Schön, dass wir so locker flockig anfangen können. Ich hoffe, so können wir auch weitermachen. Denn du hast eine Geschichte mitgebracht. Wie heißt sie denn? "Die Kraft der Kerzen". Vielleicht auch passend zum Einstieg. Ein bisschen wärmend. Hören wir einmal in diese Geschichte rein. Music. Die Kraft der Kerzen Der letzte Advent war spannend. Meine Frau war hochschwanger und kurz vor der Geburt unseres Sohnes, der Mitte Januar das Licht der Welt erblicken sollte. Zugleich wurde bei ihr einige Monate zuvor Schwangerschaftsdiabetes diagnostiziert. Von nah an konnte sie so gut wie keine Kohlenhydrate, geschweige den Zucker, mehr zu sich nehmen, ohne dass ihr Blutzuckerspiegel durch die Decke ging. Kurz vor Weihnachten war das einmal mehr herausfordernd. Zugleich mehrerten sich mit dem Herannahen des Entbindungstermins die Sorgen darüber, dass das Kind wegen des Diabetes zu groß wird. Sollte die Geburt eingeleitet werden oder nicht, würde alles gut gehen? Die Fragen blieben und die Ungewissheit konnte uns von niemandem genommen werden. So warteten wir im letzten Advent nicht nur auf die alljährliche Ankunft des Herrn, sondern ersehnten auch die Geburt unseres Sohnes. Bestenfalls nicht im Stall zwischen Ochs und Esel, sondern im Kreißsaal. Und bitte ohne Komplikation. Für mich war das Neue. Bis dahin verband ich mit dem adventlichen Warten vor allem Vorfreude. Diese steigerte sich mit jedem geöffneten Türchen des Adventskalenders bis zum Heiligabend hin. Vorfreude zelebriert man, Sehnsucht will man überwinden. Und so sehnte ich mich letztes Jahr nach Entlastung von Sorgen, die existenzieller waren, als der ganze Vorweihnachtsstress, mit dem ich mich bis dahin im Advent immer herumgeschlagen hatte. Dieser trübe Hintergrund war auch weder durch die Türchen des Adventskalenders noch durch einen Besuch auf dem Weihnachtsmarkt richtig aufzuhellen. Zumal es für mich auch nicht damit getan war, diese Sorgen im Glanz der Lichterketten zu überstrahlen, gar auszublenden. Die Situation war nun einmal, wie sie war, und es galt sie anzunehmen. In dieser Zeit tat es mir gut, abends den Adventskranz anzuzünden. Ich schaltete dafür alle Lichter aus, hockte mich auf den Boden und schaute auf die flackernden Kerzen. Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier. Da saß ich, wie das Volk, das im Dunkeln ein Licht aufgehen sieht, und war beruhigt. Einfach, weil das Dunkel, die Sorgen und die Ungerechtigkeit in dieser Szene vorkamen und ich mich darin wiederfand. Das war eben noch nicht Weihnachten. Es war noch nicht die Geburt des Erlösers. Es war noch nicht alles hell und unser Kind noch nicht heilgeboren. Es war noch Advent. Es war noch das Jammertal mit der leise wachsenden Hoffnung, dass man aus diesem auch mal wieder herausfindet. Mehr Licht wollte ich auch erst einmal gar nicht, weil es nicht realistisch gewesen wäre und nur geblendet hätte. Die ganze Kraft und Tiefe, die von den flackernden Kerzen im Dunkeln ausging, sie wäre dahin gewesen. Dieser Advent ist zum Glück nicht mehr ganz so spannend. Unser Sohn wird bald ein Jahr und meine Frau muss dieses Jahr nicht wieder auf Plätzchen verzichten. Die Tiefe und Kraft der Adventskerzen will ich mir trotzdem erhalten. Ich muss mir dafür nicht das Dunkel herbeisehnen, um dieses helle Licht aufgehend zu sehen. Volk, das im Dunkeln leben muss, gibt es zuhauf, sei es im eigenen Viertel oder in den Krisengebieten dieser Welt. An diesen Menschen Anteil zu nehmen und sich auf ihre Schicksale aktiv einzulassen, strengt an. Man wird dabei mit Dingen konfrontiert, die im eigenen Leben Schatten werfen. Um die Kraft der flackernden Adventskerzen zu erfahren, reicht mir in diesem Jahr ein realistischer Blick auf die Welt. Bei dem ich jene nicht ausblende, die nicht funkeln und glänzen, gerade im Advent. Music. Die Kraft der Kerzen. Vielen Dank erstmal fürs Vorlesen deiner Geschichte. Und sie hat für mich persönlich zwei Ebenen, nämlich einmal die kirchlich-adventliche Ebene, in der wir immer von der Vorfreude oder auch vom Warten reden und gleichzeitig spüre ich darin auch eine tiefe Dimension, die du verbindest mit der Zeit, bevor du Vater wurdest. Also wo ich bin ja selber Vater wo das ganze leben einfach komplett sich wandelt, Meine erste Frage an dich ist, wie geht es dir, nachdem du diesen Text aufgeschrieben hattest? Gar nicht jetzt vorgelesen, sondern als du den Text fertig geschrieben hattest. Ich konnte da viel irgendwie mit verarbeiten, mit diesem Text und auch mit dem Schreibeprozess. Auch vieles nochmal ins Wort bringen, was man davor gefühlt hat, aber nicht ausgesprochen hat vielleicht auch. Und das wurde mir während dem Schreiben auch nochmal klar. Ja, deswegen, wenn ich Texte schreibe, ist es meistens eigentlich, tut es gut. Man schreibt sich da ein bisschen was, vielleicht auch von der Seele weg. Und du hast hier ja so eine vorväterliche Ebene mit reingebracht. Magst du uns da nochmal mit hineinnehmen in diese Zeit des Wartens auch? Also wo du ja auch ganz konkret die Sorgen und Nöte deiner Frau mit im Boot hattest. Was dich ja auch als werdender Vater, als Ehemann in erster Linie und dann aber auch als werdender Vater sicherlich auch mitgenommen hat. Ja, auf jeden Fall. Also vorweg, das Kind ist auf die Welt gekommen und es hat irgendwie dann auch alles gepasst. Aber so eine Schwangerschaft, das ist nicht ohne. Also vor allem natürlich irgendwie für meine Frau, mit dem Körper passiert da wahnsinnig viel. Und was da halt dazu kam, war eine Schwangerschaftsdiabetes. Ist, die isst nur während der Schwangerschaft und danach hört die auch in den meisten Fällen wieder auf und das war bei uns auch der Fall. Aber das Ganze ist halt recht kompliziert, weil man wirklich auf seine Ernährung stark achten muss, weil das Kind halt davon betroffen ist auch nochmal. Also es war die erste Geburt, ihre erste Geburt und das Kind wird dann im Ultraschall, wie man es kennt, ja dann irgendwie abgemessen und so weiter und so fort. Und die Sorge war einfach, dass es zu groß wird. Und wir haben uns vielleicht auch wirklich einen Stress gemacht, weil es das erste Kind war. Und man malt sich dann irgendwie Szenarien aus. Und entsprechend hat Anna das auch echt ernst genommen mit der Schwangerschaftsdiabetes. Die hat komplett auf Kohlenhydrate verzichtet. Und das fand ich schon krass, wie sie das durchgezogen hat, aber was sie dann auch gegessen hat. Also gerade im Advent, ich weiß nicht, ihre Mutter hat einmal einen Stollen gebacken. Der war aus Mandelmehl und der war echt, also wirklich furztrocken. Das darf ich gar nicht so laut sagen, weil sie den wahrscheinlich nochmal essen muss. Wenn es nochmal zu einer Schwangerschaft kommt, ist es so, dass Schwangerschaftsdiabetes was ist, was dann wahrscheinlich auch wieder auftritt. Deswegen sagt sie dann immer, mach mir den Stollen nicht so malig, ich muss den wahrscheinlich nochmal essen. Aber ich habe damit mitgelitten auch ein bisschen. Ja. Man braucht ja irgendwie auch, Essen hat ja nicht nur irgendwie was mit Nahrungsaufnahme zu tun, man kompensiert ja auch durchs Essen und gerade im Advent nochmal schwerer und auch gerade, wenn man in der Schwangerschaft ist. Eine Einschränkung, die euch wahrscheinlich auch in der Beziehung letztendlich elementar auch getroffen hat. Also weil du ja auch einen Blick, so wie ich es jetzt rauslese, dass du auch einen Blick dafür hattest und die Sorge eben geteilt hast, dass ja gerade mit dem ersten Kind, was zur Welt kommen soll und will, dass da eben auch alles gut läuft. Jetzt war diese Schwangerschaft ja in der Adventszeit sehr hoch und sehr akut. Und das liest sich so, ja, es passt zeitlich gesehen auch diese Vorbereitung. Jetzt, du hast den Transfer geleistet für dich, als du das von der Seele runtergeschrieben hast. Nimm uns nochmal mit, bau uns mal die Brücke von deiner vorväterlichen Zeit zur Adventszeit nochmal. Ja, den Text habe ich deswegen auch geschrieben, weil ich für mich den Advent nochmal neu entdeckt habe. Irgendwie das Warten ist ja spielt ja in Religion immer auch eine Rolle das ganze Leben als Wartestation irgendwie zur Ewigkeit oder was weiß ich, aber wir haben halt auch bei uns in der Kirche bestimmte Zeiten wo man wartet, auf die entsprechenden Ereignisse die dann folgen, irgendwie auch eine Fastenzeit ist das ja auch, aber gerade im Advent, im Advent geht es voll ums Warten, es geben ja auch die biblischen Texte dann auch wieder her, die dann vorgelesen werden, das heißt der Jesaja Ich habe jetzt ja oftmals irgendwie auf Jesaja verwiesen mit dem Volk, das im Dunkeln sitzt. Und da wird dieses Warten aufgegriffen. Und wir haben das ja auch schön in unserer Tradition dann. Also ich habe da auch erstmal wieder richtig drüber nachgedacht. So ein Adventskranz ist ja auch fast schon eine Strichliste, die man führt. Also wie gesagt, in der Gefängniszelle, wenn man da irgendwie jeden Tag dann irgendwie mit einem Strich markiert und dann irgendwann durchstreicht und so, hat so ein Adventskranz ja auch was. Also man hat die vier Kerzen und so und es steigert sich dann, genau, und es hat viel mit Warten zu tun. Und mir ging es um die zwei Dimensionen von Warten. Ich habe es bisher immer vor allem mit Vorfreude verknüpft, vor allem auch als Kind. Und da ist natürlich irgendwie das Symbol, das mir sofort gekommen ist, war der Adventskalender. Also da ist ja... Das ist ja, ich, meistens kommen dann 24, sind dann auch was krasseres raus irgendwie als beim dritten oder so. Oder die Schokolade ist größer. Ja, genau. Bei dem klassischen Schokoladen-Adventskalender. Genau, ja. Aber du weißt schon, dass der Adventskranz auch genau deswegen so konzipiert worden ist, ne? Also, dass die Kinder waren immer ein bisschen, die haben immer gefragt, wann ist Weihnachten? Also, ich habe die Geschichte nicht ganz im Kopf. Vielleicht verlinke ich sie auch nochmal in der Beschreibung. Aber da ging es darum, dass, ich glaube, der kommt aus einem evangelischen Kirchenhaus, dass die Kinder so neugierig waren und gefragt haben, wann Weihnachten sei und dann gab es den klassischen, also nicht nur die vier Kerzen für die Sonntage, sondern eben auch die Tage dazwischen. Also eigentlich hat der Adventskranz auch wesentlich mehr Kerzen und in gewissen evangelischen Kirchen, ich komme aus einem ökumenischen Gemeindezentrum, da habe ich das auch schon gesehen, dass eben zwischen den großen Kerzen auch kleine Kerzen und die jeden Tag entzündet worden sind. Also du bist gar nicht so weit weg von dem Gedanken. Ich finde es auf jeden Fall rein dramaturgisch genial gemacht. Also es wird immer ein bisschen heller. Das ist schon von der Symbolik her toll. Und da konnte ich dann in dieser Zeit eben mehr mit anfangen. Weil für mich der Adventskranz eben durch diese Hell-Dunkel-Thematik bringt er eher einen Aspekt von Sehnsucht zum Tragen, kommt er eher als Vorfreude. Also die Szene war für mich dann irgendwie dieses ich setze mich bei uns im Kinderzimmer auf den Teppichboden und mache den Adventskranz an und es ist komplett dunkel, also wie bei einer Roratemesse und. Für mich ist das Wichtige irgendwo auch und dafür oder das fand ich das Schöne am Advent dass es eben noch nicht Weihnachten ist und dass es eben noch nicht komplett hell ist, sondern dass es sich leise steigert, sondern dass dass auch die Ungereimtheiten, das Negative, das Dunkel, wie ich es beschrieben habe, irgendwo auch noch Platz findet. Es ist nicht komplett, wie wenn man einen Schalter anmacht und es strahlt einen hell an, sondern es ist sehr, das merkt man ja auch bei den, es gibt auch einen Unterschied zwischen Advents- und Weihnachtsliedern. Also Adventslieder sind teilweise auch sehr dramatisch und sehr drastisch, eben weil halt noch diese Sehnsucht im Warten irgendwo auch zum Tragen kommt, die nicht immer nur schön ist, sondern die man irgendwie auch vorbei haben will. Und so ging es mir in der Zeit auch. Ich wollte auch, dass es irgendwann mal rum ist und dass das Kind auf der Welt ist. Und da habe ich im Advent... Einen Raum gefunden oder eine Zeit, Rituale, die das irgendwie auch nochmal aufgreifen, wo ich drin vorkomme in meiner aktuellen Situation. Und trotzdem hast du dir in der Geschichte noch die Zeit genommen, über deinen Tellerrand hinaus zu gucken. Also im letzten Absatz wird mir deutlich, da geht es ja nicht nur um deine innere Sorge, sondern du hast den großen Wurf gemacht, auch nochmal über die Dunkelheiten der Welt zu sprechen. Wie ist das für dich dazugekommen? Ich habe mir die Frage gestellt, eben weil dieser Advent war besonders für mich, weil es mir irgendwie, das heißt nicht so gut ging, aber weil die Situation eine sehr angespannte war. Und da kann man sich natürlich fragen, so okay, um jetzt irgendwie spirituelle Tiefe zu erfahren, muss man dabei irgendwie eine Hochschwangere neben sich haben, die aktuell Schwangerschafts-Diabetes hat und muss es immer schlecht sein. Ich würde mir das nicht herbeisehen nochmal. Das muss nicht sein. Aber gleichzeitig habe ich gemerkt, die Adventszeit hatte dadurch eine andere Tiefe oder wie ich dann auch in der Situation damit umgegangen bin. Ja und da war dann dieses, es gibt Leute, die haben sehr viel größere und mehr Probleme als eine Schwangerschaftsdiabetes, kann man etliche Beispiels wahrscheinlich aufzählen so und wenn man sich in der Welt umschaut, dann weiß man was so abgeht und mit was Leute zu kämpfen haben, und ja, Für mich war dann der Appell auch in der Adventszeit, wir haben hier in Aachen, fängt der Weihnachtsmarkt, eben nicht der Adventsmarkt, sondern der Weihnachtsmarkt fängt halt noch vorm Advent an und es ist der Weihnachtsmarkt. Und ich will da nicht in Kulturpessimismus verfallen. Weihnachten ist heute ein Fest, das feiern auch Menschen, die nicht religiös sind und das ist gut so. Und es hat sich zu einem Familienfest entwickelt und alles gut und recht. Aber ich habe für mich noch mal gemerkt, als religiösen, als gläubigen Menschen, welche Kraft auch in dem Advent steckt. Darin, dass es eben noch nicht Weihnachten ist. Dass das Potenzial auch hat und dass man das eher hochhalten sollte. Dass man nicht gleich in der Kirche die Weihnachtsbeleuchtung anschaltet, sondern den Advent auch zelebriert und dem auch eine Eigenständigkeit lässt. Weil der ist ziemlich realistisch auch. Und gerade dieses zu viel Licht, finde ich, kann dann auch die Leute, die halt, ich habe es so ausgedrückt, die nicht glänzen und funkeln, kann die Leute ins Abseits stellen. Leute, die an Weihnachten unter den Tisch fallen beispielsweise, die keine Familie haben, mit der sie feiern und so weiter und so fort. Wenn wir Weihnachten irgendwie auf zwei Monate ausdehnen, macht das denen bestimmt auch nicht mehr Spaß. Und da finde ich es unsere Aufgabe als Kirche, sowas im Blick zu behalten. Und wenn wir mit der Adventszeit eigentlich eine Vorweihnachtszeit haben, die genau sowas zum Thema macht, das Dunkel auch, das Dunkel und das Licht, dann finde ich das erstmal wunderbar und eine total große Chance auch. Raphael, was ist denn in dieser Geschichte die Kraft der Kerzen, der Raumrauschen-Moment? Der Moment, wo du sagst, deswegen teile ich diese Geschichte. Ja, es war dieser Moment mit den Kerzen auf dem Boden im Dunkeln. Das war der Raumrauschen-Moment. Und diesen Trost, den ich da fand. Dass es dunkel ist und ein bisschen hell. Und bitte nicht zu hell. Das war genau das, wo ich mir gedacht habe, in dem Bild finde ich mich gerade wieder. Und das passt. Und ja, deswegen wollte ich die Geschichte auch teilen, weil das hat mich spirituell in dieser Zeit irgendwie berührt. Das war eine wichtige Erfahrung, die ich dann gemacht habe. Und für mich auch tolle Tradition, die ich nochmal für mich neu entdeckt habe, zu dem, wie ich es auch davor gelebt habe. Es ist ja auch, man feiert Advents, seit man klein ist so und hört dann immer viel vom Warten und so. Und vielleicht muss man es dann manchmal irgendwie auch anders erleben, um nochmal einen anderen Zugang zu bekommen, aber den habe ich da bekommen. Danke dir. Danke nochmal für die Ergänzungen in dieser Geschichte. Und bevor du dich wieder auf den Weg machst, haben wir wieder die sogenannten Checkout-Karten. Muss ich wieder ein Funfact teilen? Na, ich glaube, der Funfact ist im Einchecken. Jetzt mal gucken, was dich jetzt erwartet. Okay. Diesen Gedanken nehme ich heute mit. Ist ja fast das Gleiche wie meine Schlussfrage, aber du darfst gerne was anderes noch sagen. Das ist eine echte Gefahr, dass man sich wiederholt. Ich habe beim Sprechen irgendwo noch mal gemerkt, dass der Advent eine Eigenständigkeit hat und ein eigenes Potenzial. Dass ich das auch in Zukunft weiter ausschöpfen will für mich. Das ist vielleicht der Schlussgedanken, der mir am Ende noch kommt, wo ich selber im Gespräch noch mal mehr entdeckt habe für mich. Sehr schön. Vielen lieben Dank dir für deine Geschichte, für deine Gedanken, für deine Ausführungen. Und ich bin schon gespannt, was wir als nächstes von dir hören. Bis dahin wünsche ich dir alles Gute und bis zum nächsten Mal, Raphael. Danke, Rafał. Music. Den Blog und die Geschichte zum Nachlesen findest du unter www.raumrauschen.de. Folge uns auf Instagram unter raumrauschen_ac. Raumrauschen ist ein Angebot der Berufungspastoral im Bistum Aachen. Musik Robert Niegel, Schnitt und Ton Jonas Hütten.