Latest / Felix Tierwelt / #18 Jagdhunde können das? Das hätte ich nie gedacht!
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- Felix Tierwelt: Erstmal herzlich willkommen zu dieser Folge. Heute geht es mal rund ⁓ das Thema Jagd und vor allem mit Hunden. Was das Besondere daran ist, worauf man vielleicht acht geben muss. Spannende Geschichten auch von dir, in dem Falle Susi. Danke, dass du dir Zeit genommen hast. Du heißt ja mit vollem Namen Susanne Gomola. Das war immer sehr interessant gewesen, weil man spricht ja meistens eher von Susanne oder sowas. Hat man ja gerade schon gehabt. Danke, dass du dir schon mal da die Zeit nimmst und für alle, gerade zuschauen. Wenn ihr Fragen habt, wenn ihr etwas interessant findet oder euren Kommentar gerne ablassen wollt, schreibt gerne mal was hier rein auf YouTube, Spotify und Co. Dann kann ja das machen. Ansonsten, legen einfach mal los. Susi, hast ja meistens auf Instagram bisschen immer so geschrieben und gesagt, Jagd ohne Hunde macht einfach keinen Sinn. Das ist jetzt wirklich eine Aussage, die viele auch irgendwo triggert. Was ist denn überhaupt der Grund dafür? Susan: Ja, erstmal vielen Dank, dass ich heute da sein darf in deinem Podcast. Das ist für mich tatsächlich auch der erste. Deswegen verzeiht es mir, wenn ich so ein bisschen stolpere. Aber ich versuche mal deine Fragen zu beantworten. genau, denn erste Frage war jetzt, warum es die Menschen triggert. Ich weiß nicht, warum es die Menschen triggert. Ich hatte bisher Gott sei Dank noch nicht die Erlebnisse mit Menschen, ja, die speziell was dagegen hatten oder dies gestört hat oder wie auch immer. Aber natürlich kann es mir vorstellen, dass es das gibt. Für mich ist einfach die Aussage Jagd ohne Hund ist schund, so sagt man ja immer. Also macht keinen Sinn quasi, weil ich ja auch rein rechtlich bin ich dazu verpflichtet, quasi Tierleid zu ersparen. Und das kann ich am besten, wenn ich meinen besten Kumpel dabei habe, der natürlich im Idealfall oder er sollte eine Ausbildung haben zur Nachsuche, so nennt sich das, auf Schweißarbeit. Und wenn ich im Revier bin und egal, ob das Tier quasi durch einen Unfall oder durch einen nicht so gut angetragenen Schuss verletzt ist, bin ich einfach dazu verpflichtet nachzusuchen. Und auch mein Gewissen sagt das natürlich. Dafür habe ich eben meinen Hund, weil es ist ganz oft so, dass ich das Wild gar nicht alleine finden würde. Das ist einfach manchmal unmöglich. Felix Tierwelt: Ich verstehe schon mal. Es geht wirklich ⁓ das Tierwohl, so blöd wie man es nennen möchte. Hab mich auch bisschen belesen. Susan: Genau, ist Tierschutz gerecht sozusagen. Also, Tierschutz gerecht und auch weitmännisch macht man das einfach. Das ist einfach ein geschriebenes Gesetz, dass man es macht. Felix Tierwelt: Das ist schon ziemlich spannend. Da werden wir nachher auch mal bisschen drauf eingehen, weil ich finde, das ist auch wichtig, einfach das ein bisschen nachvollziehen zu können und nicht einfach immer Sachen zu pauschalisieren. Ich habe auch letztens irgendwas auf Social Media wieder gesehen, wo ich dann auch ein Video dazu gemacht habe. Das kommt bald auch wahrscheinlich online. Das hat viele einfach so Sachen so pauschalisieren, wahrscheinlich auch zur Jagd und so was. Susan: Mhm. Ja. Felix Tierwelt: Mal eine generelle Frage oder was heißt generell, wie bist du Susi überhaupt jetzt zur Jagd gekommen? War das immer schon dein Plan, immer schon dein Wunsch fürs Leben oder wie kam es dazu? Susan: Nein, ich bin da tatsächlich nicht irgendwie reingeboren, wie manche Kollegen quasi. Ich habe in meiner frühen Jugend viele Menschen kennengelernt, die mit der Jagd zu tun hatten. Und ich fand das immer sehr interessant. Was ich aber an diesen Ganzen am interessantesten fand, waren immer die Jagdhunde. Also die Ausbildung, der Gehorsam, an sich die Liebe zum Tier. Das hat mich schon immer irgendwie fasziniert. Und damals konnte ich mir tatsächlich noch nicht vorstellen, ein Tier zu schießen. Also das war für mich so... Was? Nein. Also da war ich ganz weit weg von. Und irgendwann später habe ich dann den Wunsch geäußert, zu Hause in der Familie einen Hund zu haben. Das wurde erst mal abgelehnt. Und das hat mich echt viel Arbeit oder Überzeugungsarbeit gekostet. Und nach zehn Jahren war es dann endlich so weit. Und dann ging es ⁓ die Frage, was wird es denn für eine Rasse? Ja, und da mich der Deutsch-Straht-Harr schon immer irgendwie begleitet und geprägt hat, musste es eben dieser Hund werden. Genau, und dementsprechend musste man sich auch damit befassen, Jagdhund. braucht eine jagdliche Ausbildung? Was brauche ich für eine jagdliche Ausbildung? Ein Jagdschein. Ja, und so ist es dann alles mit sich gekommen. Also so sind wir dann quasi auch mein Mann und ich über den Hohen zur Jagd gekommen. Und auch die Einstellung hat sich geändert im Laufe der Zeit. Also ich bin zum Beispiel oder ich esse kein industriell gefertigtes Fleisch. Ich esse wirklich nur das von mir Erlegte. Und dabei bleibe ich auch. Und dafür mache ich es. Genau. Felix Tierwelt: auf jeden fall spannend diese einstellung was du gesagt hast darauf wollte ich jetzt mal eingehen wie kam es dazu also wie hast du zum beispiel vor der jagd gedacht und wie denkst du jetzt also du hast ja jetzt gesagt kein industriefleisch mehr sondern nur noch das eigen jagde wie hast du davor gedacht so lieber nicht und oder wie warst du da so drauf Susan: Ja? Ja? Ich hab das, glaube ich, so wie viele einfach, ich hab gar nicht gedacht. Ich hab das einfach... Ja, also... Ich hab da nicht drüber nachgedacht, was ich esse. Muss ich jetzt wirklich ehrlich mal gestehen. hab's einfach... Gut, war da auch noch sehr jung, muss ich dazu sagen. Ich hab's einfach aus der Tiefküttruhe genommen. Ja, so wie es jeder macht. Und gegessen. Und... Ja. Das wurde mir dann aber irgendwann bewusst und ich hatte dann damals auch einen Job, wo ich viel mit Tieren zu tun hatte, auch mit vielen Nutztieren. Und für mich war das einfach eine Sache, die ich nicht mehr unterstützen wollte. Ich glaube, wenn jeder Mensch mal sehen würde, wie Tiere gehalten werden bzw. wie die eigentlich ihr Leben verbringen. Ich weiß nicht, ob man das möchte. Ich möchte es nicht. Und ich weiß, bei der Erlegung des Wildes, was auch nicht jeder kann, das ist mir auch völlig bewusst, also von Anfang an quasi, ich, kenn ich diese Kette, vom Schuss bis auf den Teller, sagt man ja immer so schön, aber das ist tatsächlich so. Im besten Fall kommt das Wild, tritt es aus, merkt nichts. Ja. Felix Tierwelt: Ich denke mal vor allem deine Einstellung blöde Frage jetzt mal direkt noch wie lange machst du das jetzt schon mit der Jagd? Susan: Hm... Ich bin jetzt im siebten Jahr. Felix Tierwelt: Also jetzt nicht seit gestern machst du es. Ich finde es spannend, weil du das gesagt hast, dass der Sinneswandel kam, dass du dich deutlich mehr damit beschäftigt hast, auch zum Wohl der Tiere. Und ich verstehe dich vollkommen und heutzutage ist es hochinteressant, wir nehmen jetzt gerade hier Ende Januar die Folge hier auf, es gibt jetzt schon Forschungen auch im Bezug auf KI und sonstige Sachen, man wirklich, also die sind ja schon dabei, zum Beispiel Hühnerfleisch komplett nachzüchten kann, aber Susan: Ja, genau. Felix Tierwelt: nicht unter, dass halt Hühner sterben müssen oder halt sterben schon in dem Falle aber halt nicht unter dem großen Leid und man kann das dann irgendwie nachzüchten mit den Zellen keine Ahnung was fragt man nicht da bin ich nicht drin aber ich finde das halt hochspannend was man machen kann ⁓ nicht die Tiere extra leiden zu sehen in dieser Massenhaltung und das ist schon Punkt wo ich schon gut nachvollziehen kann auch in deinem Bereich dass man halt dann sagt wenn man schon selber das Tier erledigt Susan: Ja, ja. Mhm. Mhm, genau. Felix Tierwelt: Ja verschiedene Gründe gehen wir nachher noch drauf ein, irgendwo ein Tierwohl zu haben, aber auch gleichzeitig. Im Endeffekt muss man ja auch sagen, man hat ja eine deutlich höhere Qualität als das, was man dann im Supermarkt bekommt. Meistens. Susan: Also ja, das auf jeden Fall. Und ich finde auch, dass man anders damit umgeht. Also das ist ein qualitativ hochwertiges Lebensmittel. Ich töte es quasi nicht umsonst. Also das, was ich vom Tier sozusagen habe, das wird doch nicht weggeschmissen. das wird halt alles verarbeitet. Das, was ich nicht oder was wir nicht essen möchten. Das bekommen dann unsere Hunde beispielsweise, weil die müssen ja auch was abbekommen. Die leisten ja auch viel Arbeit für uns und kriegen dann quasi ihre Belohnung. Aber ich glaube, dass man auch irgendwie anders darüber denkt und das auch wirklich mit mehr Genuss essen kann und es mehr schätzt einfach. Das ist wirklich so. Felix Tierwelt: Das wollte ich gerade auch ansprechen. Du schätzt es halt viel, viel mehr und durst es nicht einfach wegschmeißen. Was heutzutage alles weggeschmissen wird, weil man nicht darauf achtet oder sowas. Und das ist halt schon so ein großer Punkt. Du hast es ja vorhin angesprochen. Du bist ja zur Jagd durch deinen Vierbeiner gekommen. hast ja, wir ja schon geschrieben gehabt, du hast ja zwei Fellraketen. Einerseits Tokio und einerseits Berta. Wie, ich sag mal ganz blöd. Susan: Ja. Mhm. Genau. Felix Tierwelt: Wie haben die beiden dein Leben so bisschen verändert? Oder sind die beide bei der Jagd mit dabei? Kannst du da ein bisschen was erzählen zu deinen Zweifelragäten da? Susan: Also erstmal haben die alles verändert. Also wirklich alles. Es dreht sich eigentlich nur ⁓ die Hunde. Man sagt ja immer so schön, das letzte Kind hat Fell. Genauso wird es auch behandelt. Ja, also es hat sich wirklich einiges geändert. Man denkt wirklich viel über den Hund nach und ob es dem gut geht. Und jetzt muss ich doch erstmal nach Hause gehen, weil der Hund wartet, wenn ich von der Arbeit komme. Und natürlich sind die in der Familie voll integriert, aber auch in der Jagd. Klar, wenn wir zur Jagd gehen oder wenn ich zur Jagd dann sind die immer mit dabei. Immer. Weil es könnte ja der Fall eintreten, dass ich den tatsächlich brauche. Oder auch ein Jagdkollege. Das ist ja nicht immer nur für einen selbst, sondern man hat ja... Man jagt ja in einem Revier, wo auch mehrere... Begeher, nennt sich das. Das sind Jagdscheininhaber, die in diesem Revier jagen dürfen. Und selbst wenn von denen mal irgendjemand eine Nachsuche hat, ja, die oder ich sag mal so, wenn er das Wild nicht selbst findet und es nicht gleich liegt nach dem Schuss, muss man ja mit dem Hund nachsuchen. Und nicht jeder Jäger hat einen Jagdhund. Und da kommen wir dann ins Spiel. Dann werden wir natürlich angerufen und dann düsen wir dahin, weil wir wollen ja auch, dass unsere Hunde ein bisschen ausgelastet sind und Spaß haben bei der Arbeit und natürlich im besten Fall das Tierleid eben zu... zu verhindern, zu verhindern, genau, und das Tier zu finden. Felix Tierwelt: Genau, wollte ich gerade sagen. Also ich merke schon, irgendwie hat sich dein Leben so ein bisschen um 360 Grad gedreht durch deine beiden Fellnasen so ein bisschen. Du hast es mir ja mal geschrieben gehabt, hauptsächlich bist du ja glaube ich mit Berta auf der Jagd, ist das richtig? Susan: Hmm. Es sind immer beide eigentlich dabei, aber Berta habe ich ausgebildet. Genau. Deswegen sind beide eigentlich meine Hunde, aber Berta ist in dem Sinne mein Hund, weil ich sie ausgebildet habe und sie natürlich auch überwiegend auf mich hört, ich jetzt nicht unbedingt sagen. Aber wir sind halt ein Team. Sagen wir es mal so. Felix Tierwelt: Mh. Das ist doch eine schönere Umschreibung, definitiv. Susan: Sie hört natürlich auf jeden, aber auf mich ganz besonders. Felix Tierwelt: Das schon sehr cool. Wir hatten es ja vorhin mal angesprochen oder besser gesagt du, warum ein Hund so wichtig ist bei der Jagd oder warum das so unersetzlich ist irgendwo oder warum die Jagd ohne Hund keinen Sinn macht. Der Aspekt ist dabei für mich zumindest auch ein bisschen mehr Einblick hier zu geben. Was macht denn jetzt Berta als Beispiel, als Jagdhund besonders aus? Wofür ist sie denn jetzt überhaupt genau da? Für welche Fälle? Was muss sie können? Vielleicht kannst du uns da ein Einblicke geben. Das wäre cool. Susan: Hmm... Ja, also Berta hat ja Prüfung absolviert und sie ist sozusagen ein Allrounder. Also sie kann apportieren, sie kann nachsuchen, sie kann Wasserarbeit, aber spezialisiert ist sie eigentlich auf den Nasengebrauch, also auf die Nachsuche. Und dafür brauche ich sie eigentlich auch nur. Ja, also ich jage ja in einem Revier. Wo wir quasi Hochwild haben, also Rotwild, Dammwild und so weiter. Also wenn wir da irgendwie einen Fehler machen und das krankschießen sollten oder auch, wie gesagt, wenn Wild verunfallt und die Polizei anruft und sagt, guckt mal, ob es irgendwo in der Nähe ist, dann ist natürlich der Jagdhund gefragt. Und da ist eben die feine Nase. die auch immer wieder trainiert werden muss. muss man auch dazu sagen. Es ist natürlich auch eine Anlage, aber es muss immer trainiert werden, dass man dann auch letzten Endes zum Stück findet. Felix Tierwelt: weil du es gerade ansprichst, wie trainiert man das ganze? Gibt man da irgendwie so einen Schnüffelbeutel und den tut man dann irgendwo verstecken und dann guckt man mal oder wie läuft das ab? Susan: Ja, nein, also wir trainieren es tatsächlich regelmäßig, also wirklich immer und zwar mit Blut, mit Rinderblut in dem Falle. Und wir ja, wir erzeugen eine künstliche Fährte. Also wir tun so, als wäre wild angeschossen worden. Das schleppt sich quasi über mehrere hundert Meter durch den Wald. Der Hund muss immer anzeigen, hier ist es lang und zum Schluss muss es uns natürlich zum hoffentlich verendeten Stück finden. Felix Tierwelt: Ich finde das hoch spannend, im Endeffekt passt das wieder perfekt zu einer anderen Podcast-Folge, weil da habe ich mit einer Tieraugenärztin gesprochen, der lieben Debbie, vielleicht sieht sie es gerade oder auch nicht. Sie hat auch das so total spannend gesagt. Susan: Mhm. Felix Tierwelt: Meistens ist es gar nicht mal so schlimm, wenn zum Beispiel Hunde erblinden, weil Hunde sehen ja gar nicht so gut, sondern es geht über die Nase und ums Gehör. Und deswegen fand ich das auch gerade so spannend, was du gesagt hast. Was ich mich mal fragen wollte, weil viele Leute dann immer wieder beim Hund, also nicht viele Leute, aber immer mal wieder, tun immer wieder auf der Nase so rumtatschen. Das ist ja eigentlich nicht so schlau, oder? Wie siehst du das? Susan: Mhm. Genau. Warum sollte man das tun? Also ich weiß nicht, wenn mir jeder auf der Nase rumtatschen würde, ob ich das auch generell so gut finden würde, ich glaube nicht. Also ich mach's nicht. und ja, sollte man einfach, glaube ich, Ist für den Hund auch nicht so angenehm. Die sind ja sehr empfindlich an der Nase. Felix Tierwelt: wollte ich gerade sagen. Das ist ja alles sehr hoch sensibel und so und wenn man es ja dann weiß, dass die Augen gar nicht mal so besonders wichtig sind für die Hunde, dann muss man das ja umso mehr schätzen, das mit den Ohren und mit der Nase und das ist schon so ein Punkt. Weil du das gerade angesprochen hattest mit der Berta, weil du sie ja ausgebildet hast, wie lange dauert eigentlich so eine Ausbildung und was muss sie da genau alles absolvieren? Hat sie dann am Ende so eine Prüfung oder wie wird das gehandhabt? Susan: Hmm. Ja. Es gibt unterschiedliche Prüfungen, nachdem, was man selber anstrebt. Wenn man jetzt beispielsweise einen Rassehund hat, so wie ich es mit einem Deutsch-Strahter, dann tritt man meistens auch in einen Verein ein. Das ist bei mir der Verein Deutsch-Strahter. Der Verein richtet auch rassespezifische Prüfungen aus. Da gibt es zum Beispiel die erste Prüfung, da sind die so knapp über ein Jahr. Da gibt es eine Anlagenprüfung. Da werden alle möglichen Anlagen vom Hund geprüft. Das ist noch gar nicht so schlimm. Da kann man aber auch durchfallen. Gibt es auch. Und dann gibt es in dem gleichen Jahr noch die Herbstzuchtprüfung, so nennt sich das. Das ist dann schon bisschen spezieller. Da werden verschiedene Fächer geprüft wie Wasserarbeit. Freie Suche, ob der Hund sich von einem lösen kann, ob ängstlich ist, ob er viel zu weit geht oder einfach nur wirklich das Weite sucht und gar nicht mehr wiederkommt. Also da spielen viele Sachen wie Gehorsam eine Rolle, wirklich. Schussfestigkeit, also der Hund darf natürlich nicht Angst vom Schuss haben. Und ja, also es gibt ganz viele verschiedene Themen da in dieser Prüfung, aber Das umfassende Thema ist eigentlich immer der Gehorsam, also egal in welcher Art von Fach. Also wenn das nicht funktioniert... Dann macht der Hund, was er möchte, und du hast keine Freude dran. Felix Tierwelt: und das ist vor allem wenn es dann schon richtig losgeht mit scharfem Schuss und sowas, ist dann kein Spaß. Susan: Ja, ist ja auch aus Sicherheitsgründen ganz wichtig. Das auf jeden Fall auch. Felix Tierwelt: ist schon krass. Es geht ja hier ein bisschen in dieser Folge auch ein bisschen ⁓ Mehrwert, dass viele Hundebesitzer einfach die hier gerade zuschauen oder zuhören einfach ein bisschen was mitnehmen. Es geht ja auch darum, weißt du viele haben ja auch, sind nicht auf der Jagd, nicht wie du, sondern haben halt einen Jagdhund oder eine Rasse, die halt sehr jagend ist oder halt einen Jagdhund hat, gerne bei sich zu Hause, das heißt Jack Russell, bis hin zu Richbecks, die sind ja auch sehr sehr jagend oder haben diesen Trieb. Susan: Mhm. Mhm. Felix Tierwelt: Aus deiner Sicht, was machen denn viele, ich sag mal, bei jagdlich motivierten Hunden komplett falsch, also Hundebesitzer, was könnte man da richtig falsch machen aus deiner Erfahrung heraus? Susan: Na ja, auch, klar, die Hunde haben einen Trieb. Das Schlimmste ist eigentlich, oder das, viele wollen, ist, diesen Trieb zu unterdrücken. Aber der ist ja da. Das heißt, ich muss dem Hund ja auch irgendwo gerecht werden. Ich muss mich vorher mit dem Thema beschäftigen, bevor ich mir diesen Hund, diese Rasse nach Hause hole. Und ich glaube, da sind viele überfordert, wenn sie erst mal merken, ⁓ so einfach ist das ja gar nicht. da ist es natürlich wieder, ja, da muss man sich mit befassen und da muss man auch wirklich wissen, wie kann ich bei den einzelnen Dingen oder wie kann ich da Angriff nehmen? Also ich brauche auf jeden Fall schon mal eine klare Struktur. Ich brauche auf jeden Fall eine Ausbildung, jemand, der mich vielleicht auch dabei unterstützt, weil Ich kenne es selber von meinem ersten Hund. Man hat so viele Fehler gemacht, weil man in dem Glauben war, dass man es richtig macht. Oder dass man es alleine schafft. Oder ich gucke mir einfach mal ein Video an und gucke und dann geht das alles. Aber der Hund macht das gar nicht so mit komisch, weil der hat nämlich seinen eigenen Kopf. Ja, also das glaube ich, ist wirklich immer wichtig, sich erstens damit zu beschäftigen, Struktur. nicht alles einfach irgendwie laufen lassen, weil man denkt, ach, das wird schon irgendwie, jetzt ist er klein und wenn er groß ist, dann macht er das schon alles von alleine. Und sich einfach Hilfe suchen. Jemand, der sich damit auskennt. Felix Tierwelt: Ich fasse mal alles zusammen, weil das war echt viel mehr, wer du da rausgehauen hast. Ich glaube, im Endeffekt geht es darum, sich mit dem Thema zu befassen. Bevor man einen Vierbeiner sich holt, der Jagdtrieb hat, dass man weiß, okay, da muss man noch ein bisschen mehr hinklotzen und vor allem, ich denke mal, wenn man vor allem nicht in der Stadt selbst wohnt, sondern im Umland oder Richtung Wald, da ist es ja meistens eher so, dann geht es halt richtig rund. Gleichzeitig dementsprechend Susan: Hmm. Felix Tierwelt: Hilfe sich zu holen, sich mit Leuten auszutauschen, die wirklich Ahnung haben und nicht Jeje Biti fragen oder weiß Gott was, weil da kommt man relativ nicht so weit und halt einfach auch den Punkt vielleicht auch klare Grenzen ziehen. Wie siehst denn du das eigentlich? Wie geht man denn am besten mit Jagdtrieb Susan: Mhm. Felix Tierwelt: ohne den Hund jetzt zu unterdrücken. Also gehst du da vor, man so, also ich hatte auch mit einer Dame einen Podcast gehabt bei einer Hundepension, die hat sowas, die macht sehr viel Deckentraining und tut halt wirklich extrem trainieren, klare Grenzen aufzeigen oder wie würdest du da rangehen, weil Jagdhunde an sich oder jagdgetriebene Hunde sind ja natürlich nochmal deutlich anders. Wenn wirklich da mal ein Wild rumrennt, die haben da ganz anderes im Kopf, ich mal. Susan: Hmm... Also da ist es echt wichtig, kontrolliert auszulasten. Also da sind wir wieder beim Thema Gehorsam. Also Gehorsam ist eigentlich das A und O. Wenn der nicht stimmt, dann kannst du auch nicht aufbauen auf verschiedene andere Dinge, die du mit dem Hund machen möchtest. Wie gesagt, es ist rasseabhängig. Also es gibt ja Hunde, zum Beispiel Dackel, die sind ja für die Bauarbeit zuständig. Die sollen ja einen Bau sprengen. Natürlich hat man dann auch keine Freude, wenn man dann mit dem Dackel im Wald verschwindet, bzw. der Dackel alleine und der sich dann in so einen Bau eingrebt. Weil meistens hat man ja auch keinen Minibagger dabei, wenn man einen Waldspaziergang vorhat. Ja, und an sich, wie gesagt... Man soll den Trieb ja nicht brechen, aber man muss ihn halt kontrollieren. Und das kann man nur wirklich, wenn man sich mit dem Hund beschäftigt und ja, auch die... Ja, wie soll ich sagen? Man muss ihn wirklich auslassen in der Nasenarbeit. Ja, beispielsweise. Also, dass es für den Hund übelst anstrengend. Also, das ist immer so wie so ein 20 Minuten Spaziergehen. Ja, wenn ich dem Hund irgendwas gebe, zum Beispiel Ich verstecke irgendwas, ich mache eine Fährte, wie ich es vorhin schon erklärt habe, dass er wirklich konzentriert arbeiten muss. Also diese Konzentration und wirklich diese Nasenarbeit ist sehr, gut für einen Hund. Ich kann, wenn es ein Apportierhund ist, Beispiel ein Labrador, dann kann ich mit dem ans Wasser gehen, kann mit dem tausend Sachen veranstalten, kann tausend Dinge reinschmeißen und der bringt es mir. Also da gibt es unterschiedliche Dinge, aber ich glaube, das A und O ist wirklich Auslasten. Und nicht zu Hause hocken und denken, ja der Hund wird es schon irgendwie so annehmen. Das kann man mal machen, das macht auch ein Jagdhund mit, aber nicht auf Dauer. Dann wird er auch unzufrieden. Felix Tierwelt: Wollte gerade sagen, der braucht dir das. Der muss ja ausgelastet werden, weil ansonsten springt er dir auf der Nase rum oder tanzt dir auf Nase rum. rum muss man das erwähnen. Wir haben es jetzt bisschen gerade drum gehabt, was sollte man besser machen, worauf sollte man acht geben und sonst was. Was sind denn überhaupt jagdlich motivierte Hunde aus deiner Sicht? Also welche Rassen gibt es da? Wir haben ja schon ein paar genannt. Vielleicht kannst du ein paar raushauen, sodass man weiß, wenn man hier das gerade hier anschaut oder zuhört. Susan: Hmm... Ja. Hmm... Felix Tierwelt: Jo, vielleicht ist ja doch mein Hund ein teilweise jagdlich motivierter Vierbeiner. Woran erkennt man das oder besser gesagt, welche Rassen sind es denn überhaupt? Susan: Also die jagdlichen Rassen, da gibt es wirklich viele. Also der Deutsch-Tratan natürlich, dann gibt es noch den Deutsch-Lanka, dann gibt es noch den Wachtelhund, den deutschen Jagdterrier, den Parassen-Russell, den Jack-Russell, dann gibt es den Weimarana, den Münsterländer. Das sind so die typischen Jagdrassen, die man auch immer wieder sieht. Also der Dacke ist auch ganz groß im Kommen. Also das wirklich wird wieder absolut beliebt, weil dann natürlich der ist klein, den kann man in eine Tasche stecken, den kann man überall mitnehmen. Aber ich sage immer, der ist nicht zu unterschätzen. Gerade der braucht Gehorsam. Nur weil er klein ist und so süß, muss man trotzdem konsequent sein, auf jeden Fall. Aber trotzdem gibt es natürlich auch andere Hunderassen, die jetzt nicht zu den typischen Jagdhunderassen zielen. die trotzdem einen Trieb haben können. Also die, sie einen Reh sehen, dann einfach mal eine Stunde weg sind. Das gibt's. Ja klar. Felix Tierwelt: Ich denke vor allem, umso größer der der Vierbeiner, umso heftiger wird es. Ich bin halt aufgewachsen. Meine Oma war eine sehr bekannte Züchterin für Rhodesian Ridgebacks. Die haben ja auch einen guten Jagdtrieb und wenn du dann merkst, ja, der Hund will und du stemmst den Hund nicht mehr, wenn der 50-60 Kilo wiegt, dann hast du verkackt. Das ist vorbei. Und da ist halt der Punkt Auslauf, Auslastung, das ist halt so ganz ganz wichtig. Und jetzt haben wir schon einige Rassen benannt. Susan: ⁓ ja! Nein, nein. Felix Tierwelt: Jetzt drehen wir das Spiel hier mal ⁓ Ich sag mal, wir sprechen jetzt nicht nur ⁓ den Vierbeiner, sondern ⁓ den Menschen selbst. Was können denn normale Hundebesitzer, ich sag jetzt nicht Hundebesitzer wie dich, wie du auf der Jagd unterwegs bist, sondern ganz normale Hundebesitzer von Jagdhunden überhaupt lernen? Gibt es da was Besonderes, wo man lernen kann oder wo man selber etwas dazulernt oder ist das ganz stumpf, ganz normal? Susan: Ja, also in allererster Linie ist das, glaube ich, so eine klare Führung. Also Gehorsam ist ja ein sehr großes, weitreichendes Fach. das eigentlich geht ja alles in den Gehorsam über. Muss man jetzt wirklich mal so sagen. Und man sieht ja auch viele, wo das gar nicht funktioniert. Also ich bitte den Hund ständig. Also bitten geht gar nicht. Also ein Kommando und das zählt. Und das heißt nicht, dass ich den Hund anschreien muss oder schlagen muss oder sonst irgendwas. Er muss einfach verstehen, dass ich, wenn ich was sage, dass ich das auch so meine. Ja. Was gehört noch dazu? Fähr zu sein, auch zu dem Hund. Also, kann nicht davon ausgehen, nur weil ich heute mir überlege, dass der Hund morgen gehorsam sein muss, dass ich dann irgendwie alles versuche, in ihn reinzuprügeln. Das funktioniert nicht und das ist auch nicht fair dem Hund gegenüber. Das kann man, das macht man einfach nicht. Also, man muss ja auch, es kann ja auch zudem die Bindung zerstören. Also, das ist ja das Allerwichtigste, dass ich als Hundeführer Im Optimalfall eine richtig gute Bindung zu meinem Hund habe. Das sieht man bei vielen auch nicht. Es ist immer ganz einfach zu sehen, ob der Hund auf den Hundeführer oder Hundeführerin achtet. Felix Tierwelt: Es ist schon sehr spannend, du sagst. Das bemerke ich auch immer bei meinen Klienten, die dann immer wieder auch immer kleiner wauziehen und sowas, vor bei kleineren Hunden. Kleine Hunde sind ja sehr schnell stur, auch der Dackel. sehr schnell den Kopf auf und dass man dann den Vierbeiner so... Susan: ⁓ Ja, richtig. Felix Tierwelt: beliebt müttelt sage ich mal so oder halt es ist ja ein familienmitglied das ist ein sehr emotionales thema aber da muss man halt auch irgendwo klare grenzen aufzeigen das finde ich gut dass du das sagst weil man muss auch nicht schimpfen oder den hund schlagen auf gar keinen fall davon tun wir uns alle hier distanzieren aber im endeffekt geht es halt darum auch wie in der erziehung von einem kind wenn das kind so dumm wie es klingt das abendessen nicht ist Susan: Ja! Mhm. Felix Tierwelt: soll es danach nicht noch den Nachtisch oder die Stokoriegel bekommen. Dann ist die Erziehung auch für den Arsch. Das muss man auch beim Hund machen. Wenn der Hund sein Futter nicht isst oder verweigert, dann sollte man an der Ursache suchen. Aber auch klare Grenzen aufzeigen und nicht danach, dass man es leckerer Das sind so Punkte, ich mitgeben kann. Oder mein Senf in Bezug auf die Ernährung und die Gesundheit. Ich glaube, bei allem ist es, wenn man mit Hunden arbeitet, diese klare Grenze nicht zu übertreiben, Susan: Genau. Ja, ja genau. Richtig, richtig. Felix Tierwelt: Manche machen wo der Hund dann komplett verstrahlt wird, wenn es laut wird. Hunde haben ein sehr gutes Gehör. Es ist halt dämlich. Und man muss auch immer wieder sagen, deswegen habe ich auch eine sehr interessante Folge. glaube ich, die allererste Folge von diesem Podcast hier mit einer Tierkommunikatorin. Hundes ist ja der Spiegel von einem selbst oder der eigene Kuhbeiner. Und da muss man sich selber mal an der eigenen Nase fassen. Susan: Mhm. Genau. Felix Tierwelt: und selber einfach mal darauf achten, was man da draußen macht. Wir hatten es ganz am Anfang mal oder du hast es glaube ich ein bisschen angeteasert. Viele sind ja ein bisschen von der Jagd getriggert oder nicht getriggert, sondern haben unterschiedliche Meinungen, was das Thema angeht. Was würdest du den Menschen da draußen sagen, die die Jagd grundsätzlich ablehnen, die dir sagen, sowas brauchen wir nicht, alles Blödsinn, das schadet nur den Tieren. Was würdest du dazu sagen oder was ist deine Meinung überhaupt dazu? Susan: Mhm. Ja, also erstmal ist es so, dass man immer Respekt haben sollte vor dem Gegenüber. Das ist immer ganz doll wichtig. bei mir ist es zum Beispiel so, ich hör mir immer erstmal an, was der Mensch zu sagen hat und verurteile das nicht von vornherein, weil ich einfach auch über bestimmte Themen gar nicht Bescheid weiß oder da gar nicht in der Materie bin. Und da kann ich mich auch gar nicht dazu äußern. Klar kann ich hier und da mal was hören und mir dann eine Meinung bilden. Das machen ja auch viele. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, auch im Revier hatte ich das auch schon oder auch im Freundes- und Bekanntenkreis, dass ich immer das offene Gespräch einfach suche und frage, ob sie Fragen haben, ob sie irgendwas wissen wollen, was sie denn nicht verstehen oder ich versuche... auch das auch natürlich aus meiner Richtung oder aus meiner Perspektive zu erklären, was für mich die Jagd halt ausmacht und warum ich das mache. Und dass es nicht die Freude eben am Töten ist, sondern dass es dieses ganze Drumherum ist. Bei mir ist es zum Beispiel so, ich mag das unheimlich im Wald zu sein und in der Natur und auch zu beobachten. man stellt sich das glaube ich immer so vor. der Jäger oder die Jägerin, die steigen in Hochsitz und dann müssen sie sofort irgendwas schießen. Ich kann das immer nur aus meiner Perspektive sagen oder für mich sprechen. Bei mir ist es nicht so. Ich genieße ganz viel, ich kann wunderbar abschalten. Ich habe meine Hunde dabei. Ich muss auch viel tun im Revier. Ich betreibe auch Hege und Pflege. Ich fülle Salzlecken auf für die Tiere. Ich schaue, wo ein Baum umgefallen ist. Was man vielleicht noch verbessern kann fürs Wild und auch für die Natur. Ich bin auch in einer Rehkitzrettung zum Beispiel. So eine Sache mache ich auch. Das ist ja auch das, was die ganze Jagd ausmacht. Das ist ja nicht nur das Schießen. Ich glaube, das wissen viele nicht. Und da muss man wirklich Aufklärungsarbeit betreiben. Und wenn einer gar nichts darüber wissen möchte, ich glaube, dann braucht man auch gar nicht, dass man wirklich mal so sagen muss, auch gar nicht sich drüber unterhalten. Weil dann merke ich schon, ob derjenige das wirklich wissen möchte oder nicht. Felix Tierwelt: Das ist cool, weil es gibt halt immer so Leute, die immer gegen irgendwas dagegen sind. Aber deswegen machen wir auch hier diese Folge, weil es geht ⁓ Aufklärung. Viele Leute denken das, mein Papa war früher auch immer so als Hobbyjäger, der hat ja Jagdschirme gemacht und viel gemacht. Der Punkt ist, das fand ich so schön, weil du das gesagt hast, es geht nicht nur darum, ab auf den Hochsitz und Peng Peng. Das ist ja gar nicht der Sinn dahinter, sondern Susan: Aber die meisten sind aufgeschlossen. Ja. Ja? Mhm. Felix Tierwelt: Es geht ja ⁓ viel, viel mehr, also auch dementsprechend ⁓ den Wald selbst. Wie du gesagt hast, da ist ein Baum umgefallen oder dass man einfach nach dem Rechten sieht. Es geht ja hauptsächlich ⁓ das Wohl der Tiere vor Ort, obwohl man selber nicht glaubt, also manche, und gleichzeitig aber auch ⁓ die Landschaft an sich, weil du hast ja dein Gebiet. Und das ist ja auch so ein Punkt, glaube ich. Man schießt ja nicht einfach so auf irgendwelche Tiere, sondern dass man ... Susan: Mhm. Felix Tierwelt: Man nennt das, glaube ich, Überpopulation oder ich weiß nicht, wie man das genau nennt, dass man gewisse Sachen eindämmt, weil sonst wird es halt irgendwann zu viel Tier in einem Gebiet, glaube ich. Oder wie ist das genau? Susan: Mhm. Ja, genau. Es gibt ja auch Gesetze und gibt ja auch Jagdzeiten, vorschreiben, wann ich welche Tierart überhaupt nehmen darf. Also ich kann da jetzt nicht einfach in Wald gehen und sagen, so heute möchte ich mal das und das. Also das ist ja sowieso immer so eine Sache. Heute möchte ich mal was schießen. Bei mir zum Beispiel, als ich gehe, klar, gehe ich auch mit dem Gedanken raus, gut, wenn heute was kommt und es passt alles für mich. Also für mich muss immer alles passen. Also es ist schon eigentlich schlimm, dass ich mich immer so zu 110 Prozent vergewissere, ob alles wirklich passt. Da müssen manche auch schon schmunzeln, weil ich oft auch den Finger gerade lasse, weil ich einfach denke, ach, heute ist es so süß und heute steht es nicht richtig. ja, ich glaube, da spielen ja auch viele Emotionen eine Rolle. Und wenn die Emotionen nicht mehr da wären. Also ich glaube, dann würde ich auch nicht mehr zur Jagd gehen, weil dann wäre ich einfach abgestumpft und dann wäre das gar nicht das Richtige. Und ja, wie gesagt, es gehört viel dazu. Es ist auch viel Brauchtum dabei. Das Wild auch noch mal zu ehren mit seinem letzten Bissen und auch noch mal mit dem Jagdton zu verblasen. Das machen wir auch alles. Ja, und das ist halt das, was die Jagd umfasst, nicht nur das Schießen. Felix Tierwelt: Es gehört halt viel, viel mehr dazu. Du hast ja gerade ein bisschen so einen ganz kleinen Teaser oder so einen Einblick gegeben in deinen Alltag. Aber wie sieht denn dein Alltag normalerweise aus als Jägerin? Was wird überhaupt gejagt? Susan: Ja. Felix Tierwelt: Was machst du da überhaupt? Du hast vorhin schon angesprochen, bevor wir die Folge gestartet haben. Ich habe hast ganz viel ⁓ die Ohren. Wir nehmen heute sogar einen Sonntag auf und du da sogar mal Zeit. Deswegen danke, dass du dir die Zeit nimmst überhaupt. Aber wie ist denn das normalerweise bei dir? Wie sieht so ein Alltag aus? Wie darf man sich das vorstellen? Susan: Genau. Ja, also als erstes überlege ich mir natürlich, habe ich überhaupt Lust auf Jagd zu gehen. Genau, und wenn ich mich dafür entschieden habe, ja, dann packe ich meine sieben Sachen zusammen, meine Hunde ins Auto. Dann plane ich sozusagen den Ansitz. Also wo setze ich mich hin, auf welchen Sitz spielt der Wind? Da spielt der Wind eine Rolle, dass mich das Wild natürlich nicht gleich mitbekommt. Ja, was darf ich überhaupt heute jagen? Also welche Wildart? Ist überhaupt laut Gesetz offen? Also was darf ich jetzt schießen? Und was dürfte ich nicht schießen? Und dann setze ich mich eigentlich hin und denke erstmal an gar nichts, sondern gucke die ganze Zeit in der Weltgeschichte rum und gucke und beobachte. Und im besten Fall tritt natürlich auch wild aus. Und je nachdem, zu welcher Jahreszeit man sitzt, hat man natürlich immer auch wunderschöne Bilder. Also wenn jetzt das Frühjahr bis in den Sommer reinkommt, wieder die Kitze und die Kälber. Und das macht dann richtig Spaß. Und dann lässt man natürlich den Finger gerade. Also das guckt man sich gerne an. wenn man dann halt auch wirklich mal was geschossen hat, dann ist man natürlich froh, wenn es dann auch gleich wirklich an Ort und Stelle liegt. Dass es immer, man noch mal so aufatmet und denkt, gut, also hat alles gut geklappt und hat alles funktioniert und man muss sich natürlich auch immer im Vorfeld Gedanken machen, wo sitze ich, habe ich hier ein freies Schussfeld, ist alles wirklich sicher. Also sind es auch so Aspekte, die wirklich eine wesentliche Rolle spielen. Das muss man sich auch immer wieder sagen, dass ich natürlich eine Waffe führe und damit auch ganz viel Verantwortung anderen gegenüber habe, nicht nur dem Wild gegenüber. Felix Tierwelt: wollte ich gerade sagen, allem da kann es ja immer mal passieren, dass du auf einmal irgendwelche Wanderer in deinem Gebiet hast und dann ja, Prost Mahlzeit und das ist schon nicht ohne und vor allem weil du das gesagt hast, ich habe das halt immer von meinem Vater gehört, bei gewissem Wetter hat er gesagt, er hat keinen Bock, weil das ist wirklich so ein Punkt, auch wenn es vor allem sehr windig ist und sowas, weil dann ist es halt so, das Projektil wird halt geschossen. Susan: Ja, natürlich. Ja? Ja? Ja, genau. Felix Tierwelt: Und dann ist es glaube ich das größte Problem, wenn du das Tier nicht richtig erwischt oder so einen Streifschuss hast, dann hast du ja deine beiden Hunde und musst ja da hinterher gehen und deswegen sind die ja so wichtig. Weil ich glaube, das habe ich ein bisschen immer mitbekommen, es ist ja eigentlich richtig schlimm, wenn so ein Tier angeschossen ist oder verletzt ist und sich herumschleppt. Das hat ja auch mit Krankheiten zu tun, oder? Oder was könnte da passieren, wenn du jetzt nicht hinterher gehst zum Beispiel, mit deinen beiden Hunden und das Tier dann findest? Susan: Mhm. Hm. ⁓ Im schlimmsten Fall verendet das wirklich elendig. Also wenn es dann verendet. Manchmal ist es ja auch ein Schuss, angetragen wurde, der jetzt vielleicht nicht tödlich ist, wo sich das Wild in der Form dann noch rumschleppt. Also im wahrsten Sinne des Wortes. Ich glaube viele... wissen auch nicht oder haben das vielleicht auch nicht im Kopf, dass Wild genauso leidet wie wir auch. Es hat genauso Ängste, hat genauso Schmerzen und ich könnte auch gar nicht nach Hause gehen, wenn ich wissen würde oder ich sage mal wissentlich, dass Wild nicht nachgesucht zu haben und alles dafür getan zu haben, dass ich es finde. das ist einfach das A und O und Das muss, glaube ich, auch jeder mit seinem Gewissen vereinbaren. ... also, ich könnt's nicht. Weil es wirklich ... Man möchte es einfach finden, um Leid zu ersparen. ... ja, und da hab ich eben ... meinen besten Kumpel, Jagdhund dabei. Weil viele Sachen kann ich einfach nicht alleine. Ich kann's manchmal gar nicht aufspüren, weil ich die feine Nase nicht hab. Ich kann's nicht stellen. Also, der Hund stellt ja auch wild. Ja? Wenn Also der weiß ja auch, wenn es gefährlich wird, zum Beispiel beim Wildschwein, halte ich dann lieber ein bisschen Abstand oder bin ich ein Hund, der da gleich ein bisschen manialer macht. es ist auch immer, also es ist immer Sicherheit geht vor. Ich muss immer wissen vor einer Nachsuche, was mache ich jetzt, womit fange ich jetzt an, was habe ich alles dabei? Ist mein Hund geschützt? Bin ich geschützt? Ist der Mitjäger oder Mitjägerin geschützt? Da muss man sich Gedanken darüber machen. kann da nicht einfach wild losstiefeln und sagen, so jetzt fangen wir da mal an. Die Fehler macht man natürlich zum Anfang. Felix Tierwelt: Und folgen wir... Weil du gerade gesagt hast, vor Wildschweine sind ja auch nicht ganz ohne. Aber was wird denn genau gejagt? hattest vorhin das ein bisschen gesagt, Dammwild und sowas, für jemanden, der mit diesen Begriffen gar nichts zu tun hat oder gar nicht zurechtkommt. Also wir Wildschwein, wahrscheinlich Reh. Oder was wird überhaupt gejagt? Susan: Hm? Genau, Wildschwein, Reh. Dammwild ist so eine spezielle Art, die kommt auch nicht überall vor. Die sieht, ja, die ist so von der Größe her zwischen Reh und Rotwild. wo man den quasi, viele kennen es nicht als Rotwild, sondern als der Hirsch. Da gibt es ja auch weibliche Formen. Genau, also das Dammwild, das Rotwild. Dann haben wir noch natürlich den Fuchs und den Hasen. den Waschbären, den Dachs, Marderhund gibt es auch noch. Genau, da sind wir schon. Felix Tierwelt: Wie siehst du denn das dann im Bezug auf das Thema Wolf? Weil das kommt ja jetzt immer mehr auf in Deutschland, also dass die immer größer werden, aber glaube ich auch gejagt werden sollen, ich in Zukunft. Vielleicht weiß ich es gar nicht. Hast du da was mitbekommen? Susan: Hm. Ja, es ist immer noch so sehr heikles Thema. Der Wolf ist ja unglaublich geschützt, aber das soll ja jetzt auch alles irgendwie aufgelockert werden. Es gab ja auch schon Problem, Wölfe, die ja nicht nur sich an Wild vergehen, sondern natürlich auch an den Nutztieren zu Hause. Und das findet man natürlich dann auch irgendwann nicht mehr lustig, weil das ist ja auch ein unschöner Anblick. Ja, also wir haben tatsächlich auch Wölfe bei uns. Die lassen uns aber eigentlich noch in Ruhe. Ich weiß es nur von den Mitjägerinnen und Jägern in den Nachbarrevier, da ist schon ordentlich Betrieb. Also da sieht man anhand der Wildarten schon, dass der Wolf da ordentlich eingreift. Was ja auch klar normal ist. Er hat natürlich genau wie jedes andere Lebewesen auch Hunger und muss sich da auch bedienen. Und wenn er da einen reich gedeckten Tisch bekommt, dann ist es natürlich toll für ihn. Felix Tierwelt: glaube aber da spielt es dann auch wieder eine richtig wichtige Rolle, dass du deine Hunde immer mit dabei hast oder halt, dass du sie hast, weil so ein Wildtier, was dann angefallen wurde vom Wolf, der Wolf frisst ja nicht alles auf, dann bleibt dir immer was übrig und das muss man ja auch irgendwo aus dem Verkehr ziehen oder halt einfach finden in dem Falle, weil das ist glaube ich auch so ein Thema, wo man Acht geben muss oder vor allem wenn du auf Jagd bist und auf einmal kommt dann der Wolf ⁓ die Ecke und will auch noch ran an die Beute. Susan: Ja. Ja, Felix Tierwelt: Äh, hier wird ein bisschen heikel, ne? Susan: Ja, da sollte man sich eigentlich bisschen aus dem Staub machen. Also ich hatte letztens auch meine erste Wolfsbegegnung, die aber völlig harmlos verlief. Also wir haben uns beide eigentlich nur angeguckt und ich glaube, der war einfach nur neugierig. Ich war nicht so neugierig. Ich war dann froh, dass ich weg war. Also es macht schon ein bisschen ungutes Gefühl, obwohl es so eine schönen Tiere eigentlich sind. Aber gut, man muss sich dem jetzt nicht unbedingt aussetzen. ja, du hast schon recht. Also das hat sich auch was geändert, dass man die Hunde oder viele ihre Hunde auch gar nicht mehr von alleine lassen. Also man soll ja generell im Wald den Hund nicht von alleine lassen. Bei den Jagdhunden ist es natürlich was anderes im Revier. Dann darf man das. Ja, gerade wenn die natürlich auch dementsprechend Gehorsam haben, aber mit den Wölfen oder der Wolfsproblematik jetzt mittlerweile lassen viele auch ihre Hunde nicht mehr freilaufen, weil es da auch schon Begegnungen gab, die auch ein bisschen unschöner ausgegangen sind. Und jeder will ja seinen Hund wieder mit nach Hause nehmen. Felix Tierwelt: wollte ich gerade sagen. ist da Vorsicht immer geboten als Nachsicht. Weil es gibt halt kleinere Wölfe, die sind dann nicht so groß, aber es gibt dann auch die ganz großen und die sind natürlich auch leider schneller und dementsprechend haben die einen ordentlichen Trieb und dann ist halt Nachsicht geboten und das ist halt gar nicht so schön und dann tut es dann schon dolle wehe und deswegen ich glaube das ist das beste wie du es auch sagst, wenn man in den Wald geht, lieber den Vierbeiner anschneiden, so blöd wie es klingt. Susan: Hmm... Ja. Mhm. Ja. Felix Tierwelt: bevor es dann doch irgendwo mal dann einen Schuss gibt, weil das will man nicht. Wir haben jetzt ganz viel gequatscht im Endeffekt ⁓ das Thema Jagd und wie du das machst und sowas. Wenn jetzt jemand sagt, boah, ich finde das voll geil, ich finde das total interessant, wie kommt dann so eine Person zum Beispiel dazu, ein Jäger oder eine Jägerin zu werden? wie... Wie ist so die Schrittfolge? Kann das jeder machen? Wie lange dauert das überhaupt oder was braucht man dazu überhaupt? Was ist denn deine Meinung dazu? Susan: Na, erst mal gehört die eigene Einstellung dazu. Hab ich überhaupt Themen, die mich ansprechen? Hab ich mich damit schon mal auseinandergesetzt? Weiß ich, was das bedeutet? Hab ich vielleicht jemand in meinem Umfeld, der mir bisschen was darüber erzählen kann oder mit dem ich vielleicht auch mal mit zur Jagd gehen kann? Also, so kommen ja die meisten irgendwie zur Jagd. Natürlich gibt es auch Menschen, die einfach den Jagdschein machen, ⁓ einen Jagdschein zu haben. Das gibt's auch. Also die bezeichne ich auch nicht als Jäger. Das sind einfach Jagdscheininhaber. Aber im Normalfall ist es einfach so, dass wenn man den Jagdschein machen möchte, dass man sich bei einer örtlichen Jagdschule anmeldet. Da gibt es dann verschiedene Kurse. Also da kann man beispielsweise Wochenendkurse machen über 12 Wochen oder man macht einen Kompaktkurs. Das sind glaube ich immer zweimal neun Tage, die aber dann wirklich sehr intensiv sind, von morgens bis abends. Und da muss man sich dann natürlich auch alles raufladen. Also es heißt auch nicht umsonst das grüne Abitur, also die Themen, die man da bearbeitet, beziehungsweise den Lerninhalt, den man da vermittelt bekommt, der ist schon ordentlich. Also das ist von Wildtierkrankheiten. bisrechtliche Sachen, über Waffenkunde. Also da sind so viele Dinge, die man sich raufladen muss. Das ist wirklich, das ist schon eine Nummer auf jeden Fall. Also das muss man auch wollen. ja, wenn man das aber alles will, dann macht man dann im besten Fall diesen Kurs, der besteht aus Theorie und aus Praxis. Ja, und wenn man dann die Prüfung bestanden hat, Dann ist man Jagdscheininhaber, aber noch längst kein Jäger oder keine Jägerin, weil das fängt eigentlich aus Erfahrung erst danach an. Felix Tierwelt: Ich denke mal auch vor allem die Praxis macht es halt aus. Ich denke mal in dieser Zeit wo du, klar du lernst das Schießen und alles mögliche, aber es gehört ja viel mehr dazu. Meistens ist es ja eher so, wenn du dann richtig auf dem hoch sitzt und hast gerade das Wild im Visier. Susan: Ja, ja. Felix Tierwelt: dann ist ja eine gewisse Spannung da. Der Puls geht hoch und du hast den Finger auf dem Abzug und vielleicht dusst den Finger weg, weil es sieht dann doch ganz schön aus und man lässt es dann doch nochmal gehen. Das ist glaube ich noch etwas ganz ganz anderes. Wenn jetzt jemand zum Beispiel sagt, ich habe jetzt Sommerkurs, oder Sommerkurs, bin auch schon blöd, diesen Kompaktkurs durch, Susan: Genau. Gibt's auch einen Sommerkurs? Hast du richtig gesagt? Felix Tierwelt: Man hat jetzt das alles durch, man hat jetzt sozusagen die Prüfung geschafft. Wie geht es dann weiter? Schließt man sich dann den Verein an oder wie wird das genau gehandhabt? Weil man kann ja nicht einfach irgendwie dann mal in die Natur reingehen und sagen, ich bin jetzt da und los geht's, sondern wahrscheinlich muss man sich da auch irgendwo in der Region dann, wo man dann wohnt, anmelden oder wie läuft das ab? Susan: Genau. Du musst dich sozusagen schlau machen, welcher Pächter einen Jagendscheininhaber oder einen Begeher sucht. Das ist gar nicht so einfach hier bei uns in der Region. ich bin ja in einer Schorfheide quasi in Brandenburg. Da ist es schon ziemlich begehrt auch. Auch schon wegen der Wildarten. ja, da ist es so ein bisschen... Beziehungen, Bekannte, Freunde, dass man da irgendwie reinrutscht. Also es ist manchmal schwer, dann was mit dem Jagdschein anfangen zu können. Also es gibt ja auch mittlerweile viele, die einen Jagdschein machen und ja, dass die alle irgendwo unterkommen, das wird schon schwierig, weil du kannst ja auch auf einen bestimmten Revierteil oder eine Reviergröße nicht 100 Jäger irgendwie in deinem Revier haben. schießen sich ja alle über den Haufen, muss man jetzt wirklich mal so sagen. Nee, soll ja auch vernünftig sein. Und ja, da muss man sich halt selber kümmern. Man kann natürlich auch in einen Jagdverband eintreten in den örtlichen. Da hat man auch noch mal so ein paar Sachen, wo man unterstützt wird. Aber letzten Endes muss man sich wirklich selber darum kümmern. Also es ist wirklich durch Freunde Bekannte oder man hat gerade irgendwie Glück da rein zu kommen. Felix Tierwelt: auch. Vielleicht ist es auch gar nicht so verkehrt, wenn man jetzt nicht wirklich mitten in der Stadt wohnt, weil dann macht das jetzt nicht so viel Sinn, außer man möchte halt irgendwo dann draußen schießen. Ich glaube, regional einfach mal bei den Gemeinden anzufragen, in dem Rathaus vor Ort oder sonst was, glaube ich da einfach, sich mal schlau zu machen. Wie siehst du das eigentlich? Das hatte ich jetzt einfach nur im Kopf, weil du gesagt hast, viele machen jetzt den Jagdschein. Geht es dann hauptsächlich darum, dass man auf die Jagd geht oder ist es bei manchen einfach nur so, so ein Ding so, ich habe jetzt einen Jagdschein, ich habe meine Waffe zu Hause, wenn irgendwas wäre? Susan: Ja. Hmm. Felix Tierwelt: Hast du da Erfahrungen sammeln dürfen, wo viele das nicht nur explizit wegen der Jagd machen oder wie ist das? Susan: Ja, leider ist es so. Das muss man jetzt wirklich mal so sagen. sind wirklich viele, die brennen dafür, die leben das. Und die sind auch wirklich vernünftige, anständige Jägerinnen und Jäger. Und jagen auch wirklich weitgerecht und tiergerecht. Bei manchen geht es aber, wie du schon sagst, leider auch nur darum, glaube ich, in Besitz einer Waffe zu kommen. Oder einfach auch zu sagen, ich habe einen Jagdschein. Felix Tierwelt: Ich finde das ein bisschen traurig, weil in Deutschland haben wir eigentlich noch den großen Schutz gegenüber Amerika, da trägt ja gefühlt jeder eine Waffe und man sieht ja auch wo es ausarten kann und das ist so ein Punkt wo ich manchmal sage manches muss nicht unbedingt sein. Wie sieht denn für dich Susi eigentlich so eine verantwortungsvolle Jagd aus? Was macht das ganze besonders oder wichtig? Susan: Es ist wirklich so, Ja, ne, ja. Ja. Felix Tierwelt: dass man nicht irgendwie rumballert oder was würdest du da antworten? Susan: Hmm. Na ja, in erster Linie ist es erst mal, mich überhaupt vorzubereiten. Wie ich vorhin schon gesagt hab, wenn ich zur Jad gehe, dann hab ich ja einen Plan. Was möchte ich heute eigentlich machen? Wo bin ich, auf welchem Sitz lässt es heute das Wetter zu? Ist die Sicherheit gegeben? Ist es eine Wildart, die ich überhaupt bejagen darf, jetzt gerade im Moment meine eigenen Grenzen zu kennen? Ja. Und auch mal nein zu sagen, wenn es wirklich nicht passt. Und auch wenn bei vielen dann doch der Drang größer ist oder das Kribbeln im Finger, dann auch einfach mal zu sich selber zu sagen, macht es denn jetzt wirklich Sinn? Also würde es jetzt wirklich zum tödlichen Schuss kommen? Oder... Ich hatte es zum Beispiel auch öfter schon, muss ich sagen, dass ich auf dem Hochsitz gesessen habe und... eine Bildart vor mir hatte und ich mich dazu entschieden habe zu schießen. Und ich gemerkt habe, wie mein Puls am Anschlag war und ich gezittert habe, sodass meine Waffe quasi auf dem Bild gezirkelt ist. Und ich dachte, ich mache das jetzt nicht. Ich stelle die Waffe jetzt einfach beiseite, weil ich weiß, wenn ich jetzt in dem Moment schießen würde, der Schuss würde da nicht landen, ich ziele. Auf keinen Fall. Und das ist, glaube ich, so diese Verantwortung auch dem Wild gegenüber dann auch einfach mal zu sagen, heute ist es einfach so und es muss halt nicht sein. Und wenn, dann hatte ich auf jeden Fall einen schönen Ansitz. Felix Tierwelt: Genau, oder man kann schöne Bilder machen von der Aussicht oder sowas. Ja, aber das ist schon... Susan: Genau. Ich mach auch so viele schöne Bilder. Das darf mein Pächter gar nicht wissen alles. Der sagt schon immer, seitdem ich im Revier bin, ist das eher ein Streichel-Zoo als alles andere. Felix Tierwelt: Ich glaube man sollte auf jeden Fall mit Respekt das ganze angehen und nicht einfach so drauf los oder du hast es vorhin echt schön beschrieben, glaube ich, wenn du dann gar nicht mehr diese Emotionen oder die Leidenschaft hast, sondern einfach nur noch stumpf darum gurgst und dann irgendwas machst, dann ist es glaube ich auch nicht mehr das Richtige in dem Falle. Wir hatten es ein bisschen drüber gehabt auch ⁓ deine Berta. In dieser gesamten Zeit, du hast es jetzt sieben Jahre, was hat denn Berta Susan: was ja nicht negativ ist, ne? Ja, genau. Hm, richtig. Mhm. Ja. Hahahaha Felix Tierwelt: sozusagen dir überhaupt beigebracht in dieser ganzen Zeit? Irgendwas zum Learning, wo du sagst, boah, das war super, super wichtig? Oder wie darf ich mir das da vorstellen? Susan: ⁓ Berta hat mir ganz viel beigebracht, vor allem Geduld. Geduld, ruhig bleiben, einfach auch mal Sachen zu nehmen, so wie sie sind. Ja, aber auch in der Ausbildung hat sie mir sehr viel gezeigt. Also ich bin ja auch manchmal über meine Grenzen gegangen und ja, auch wenn es nicht so funktioniert hat, wie ich das eben... so wollte oder gedacht habe, dass ich einfach, dass sie mich da auch so bisschen wieder geerdet hat und, ja, einfach, dass es nicht ein Zwang sein soll, sondern wirklich Spaß. Immer Spaß, Freude und einfach immer wirklich die Freude daran, mit seinem Hund irgendwas zu arbeiten und als Team zu arbeiten und auch Team zu werden. Also es gibt nichts Schöneres, als irgendwann zu merken, dass man jetzt ein eingespieltes Team ist. das ist wirklich... Ach, da kriegt man richtig Gänsehaut, wenn man das irgendwann merkt und denkt so, ach ja, hat ja doch funktioniert. Felix Tierwelt: Du sprichst da mehr ein bisschen aus der Seele, weil der Punkt ist, man kennt es ja aufgrund von Handy, Social Media und sonst was, höher, schneller, weiter, dieses ganze Wischen. Ich mache ja auch sehr viel Social Media oder allgemein benutzt das ja jeder. Der Aspekt ist aber halt dabei, man wird ja immer ungeduldiger. Was ich manchmal sehe bei meinen Videos, durchschnittliche Wiedergabezeit, sieben Sekunden und ich denke mir, Holla, die Waldfine. Susan: Genau. Jaja, genau. Richtig, richtig. Felix Tierwelt: Manche haben ja gar keine Geduld mehr. Klar, interessanten Themen geht es natürlich viel länger. Aber das ist halt auch so der Punkt, man sich an die Nase fassen muss. Man hört das immer wieder, weil man setzt es nicht ⁓ Vielleicht mal Handy weg und mal wirklich die Geduld haben und einfach runterfahren. Und das ist halt die Schwierigkeit heutzutage, weil alles so schnell ist. Schneller, höher, weiter. Der Neid geht immer höher. Dieser Zusammenhalt, das hast du geil beschrieben, das mit diesem Team. Man kann ja nicht nur... Susan: Ja. Ja. Hm. Felix Tierwelt: das Hundeteam oder du mit deinem Vierbeiner, mit Berta, sondern auch Mensch zu Mensch, dass man einfach zusammenhält, das kennt man heutzutage gar nicht mehr. Vor allem wenn der eine ein bisschen weiter ist als man anders, dann ist es immer so Konkurrenzkampf, das ist alles quatschig und das ist glaube ich eine ganz schöne Sache, was Hunde uns sagen, indirekt, weil die können ja nicht sprechen, noch nicht, vielleicht kommt es ja irgendwann, weiß man nicht, aber das ist so ein Punkt, man sich so, wollte ich ja sagen, Susan: Hmm. Kanal. Schön wär's manchmal. ⁓ Felix Tierwelt: wo man einfach ein bisschen reflektieren sollte, was das ganze Thema angeht. Da wollte ich ja auch mal drauf hin. In dem Falle nehme ich, was wünscht du dir denn, was sozusagen oder das Menschen über Jagdhunde endlich verstehen sollten oder über die Jagd an sich? Gibt es da irgendwas, was du loswerden möchtest emotional gesehen, irgendwas, was dich schon die ganze Zeit beschäftigt, wo du sagst, haltet endlich euer Maul mal? Susan: Haltet euer Maul. Nein, Quatsch. Also generell möchte ich einfach auch nur, dass die Leute verstehen, dass ein Jagdhund kein Werkzeug ist. Also es ist wirklich immer ein Freund, ein Partner, überwiegend Familienhund, muss man dazu sagen. Eigentlich zu über 90 Prozent ist es ein Familienhund und da muss es auch funktionieren, gerade die Sozialebene. Also mir ist es auch wichtig, dass mein Hund zum Beispiel gut mit anderen Hunden kann, egal ob das jetzt andere Rassen sind. Dass sie halt eben auch ihre Triebe haben, die rassespezifisch sind. Aber dass man die auch fördern kann oder eindämmen kann. Genau. Ja, zur Jagd hab ich ja schon einiges gesagt. Ich bin da immer fürs offene Gespräch und hör mir da auch immer die Meinung von anderen an. Und umso schöner ist es dann immer, wenn man dann vielleicht doch mit so einem Gespräch den ein oder anderen in eine andere Richtung lenken kann, dass er vielleicht nachher bisschen positiver denkt über die Jagd, wenn er es vorher nicht getan hat. Felix Tierwelt: finde ich ganz ganz wichtig. Das werden wir auch mal machen, wir quatschen nachher nochmal. Wir werden nämlich noch ein paar Infos zu dir dalassen in der Videobeschreibung, vielleicht Instagram oder sowas. Wenn jetzt jemand wirklich sich angesprochen fühlt und möchte mehr zu dem Thema wissen oder erfahren oder seine Meinung austauschen, gerne in die Kommentare oder ansonsten bei dir Susi, einfach mal auf Instagram ist es am besten vorbei schauen, einfach mal antigern. Bitte immer mit einem gewissen Susan: Mhm. Gerne. Felix Tierwelt: Horizont oder Respekt, so muss man das nennen, nicht unter der Gültelinie. Jeder hat seine Meinung, das ist normal, aber wenn man das vernünftig kommunizieren kann, dann hat man auch Spaß, sich dann auszutauschen. Das ist, glaube ich, das Wichtigste. Wie geht es jetzt eigentlich bei dir in Zukunft weiter? Bleibt alles beim Alten? Hast du geheime Projekte vor, irgendwas Besonderes oder bleibt alles 0815? Susan: Eigentlich bleibt alles so, was auch gut ist, weil eigentlich ist es gut so wie es ist. Ich habe mit meiner Bärter vielleicht noch eine Prüfung vor, eine Verbandsprüfung. Also da würde ich sie noch mal gerne auf Schweiß, so nennt man ja quasi das Blut vom Bild, auf eine bestimmte Schweißprüfung führen. Das wäre noch mal so mein Ziel und ansonsten... bin ich mit ihr eigentlich immer beim Training. Wir haben so eine ganz tolle Hundegruppe, wo wir uns regelmäßig treffen und wo man viele Fellnasen hat und auch viele Gleichgesinnte. Und das macht eben total Spaß. Also wenn man wirklich auch den Austausch dann immer hat beim gemeinsamen Frühstück in einer schönen Jagdhütte mit ein bisschen Feuer. Das gehört auch noch dazu. Also das ist wirklich, wenn man sagt, ja, das macht es irgendwie aus und da Ist auch kein Jagdneid oder sonst irgendwas. Das einfach geht es nur ⁓ die Hunde. Und da muss man sich auch nicht messen. Das habe ich mir auch abgewöhnt. Mich messen zu müssen oder zu denken, ich muss das jetzt genauso gut können oder besser als andere. Das habe ich mir völlig abgewöhnt. Und seitdem bin ich da auch total locker. Felix Tierwelt: ist eine gute Eigenschaft, weil man gerne mit anderen Ich sage mal so, man sollte sich Vorbilder suchen, das positiv sehen, nicht negativ. Susan: Ja, genau. Mhm, genau. Felix Tierwelt: dahin zu streben, selbst immer besser zu werden, aber in einem gesunden Maß, weil sonst zu viel des Guten ist, aber manchmal nicht gut, weil man sich dann, du hast es ja von angesprochen, unter Druck setzt und ich glaube, ist auch was Schönes, was man in allen Facetten, egal ob es Hunde, ⁓ Jagd oder sonst was geht oder ⁓ einen selber, bisschen einfach anstreben sollte, ein bisschen sich zu konzentrieren aufs Positive. Deswegen Noch mal vielen herzlichen Dank, dass du dir Zeit genommen hast. Du hast ja sehr, sehr viel ⁓ die Ohren. Wir hatten es ja vorhin schon drüber. Deswegen vielen, vielen herzlichen Dank für dich als Info. Bei meinen Folgen ist es so, am Schluss hat immer der Gast das Schlusswort. Hast du irgendwas auf dem Herzen, gerade irgendwas im Kopf, was du all den Hundebesitzern, die gerade noch zuschauen und zuhören, loswerden möchtest? Hau mal raus. Susan: Bisschen. Mhm. Nimm deinen Hund ernst, dann nimmt er auch dich ernst. Felix Tierwelt: Das finde ich richtig gut, das ist ein schönes Schlusswort. An alle die noch gerade zuschauen und zuhören, ich hoffe es hat euch Spaß gemacht, hinterlasst gerne mal einen Kommentar. Ansonsten wünsche ich ganz weiter viel Spaß mit den anderen Folgen und bis demnächst mal wieder. Tschüss! Susan: Vielen Dank, tschüss!