Latest / LebensWert - das Jetzt versichern / Ergotherapie - erste Hilfe für die Psyche
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- 0:00Speaker 0: Das heißt, wir befähigen sozusagen die Menschen wieder ins Tun, ins Handeln zu kommen.
- 0:05Speaker 0: Ihre Rollen ihre Gewohnheiten wieder aufzugreifen auch das zu tun was vielleicht von ihnen erwartet oder verlangt wird und dass sie ihren Alltag eben wieder selbstbestimmt gestalten können und eben aber auch eine Gesellschaft teilhaben können.
- 0:18Speaker 0: Und das ist ein finde ich einen ganz ganz wichtiger Aspekt gerade auch bei psychischen Erkrankungen weil das ja auch häufig mit sozialer Isolation und der Rückzug einhergeht oder wie Sie auch schon gesagt haben, mit einer Berufsunfähigkeit.
- 0:32Speaker 0: Und das ist für die Menschen, die aber zu uns kommen, ja war ein ganz wichtiger Aspekt.
- 0:36Speaker 0: also viele beschreiben eben mir fehlt der Arbeit, mir fehlt die Routine dieser Alltag diese Struktur und da versuchen wir sozusagen anzusetzen und versuchen da wie gesagt Dinge wieder herzustellen zu verbessern oder eben zu erhalten Und schauen da eben ganzheitlich auf den Klienten, weil wir einfach von ausgehen oder die Ergotherapie von ausgeht.
- 0:58Speaker 0: Dass wenn ich tätig bin und Teil haben kann an der Gesellschaft – das ist ein ganz, ganz wichtigen und wertvoller Einfluss auf die Gesundheit hat!
- 1:11Speaker 1: Hallo und herzlich willkommen bei Lebenswert Das Jetzt Versichern.
- 1:15Speaker 1: Mein Name ist Shilu Könke und Ich Bin Host in diesem Podcast.
- 1:20Speaker 1: Ich freue mich gemeinsam mit meinen Gästen Themen aus der Gesellschaft aufzugreifen, die direkten Einfluss auf unser Leben und die Lebensqualität haben.
- 1:28Speaker 1: Wir sprechen über Fragen rund um mögliche Lebensrisiken den Lebenswandel an sich aber auch ganz persönliche Lebensgeschichten Und darüber uns das jetzt bewusst zu machen.
- 1:38Speaker 1: Das Jetzt also genau diesen Moment in dem sich alles gut und richtig anfühlt.
- 1:43Speaker 1: Viel Spaß beim Zuhören.
- 1:50Speaker 1: Wir haben in unserem Podcast schon häufig über psychische Erkrankungen gesprochen, insbesondere über die Depression der wir auch eine eigene Miniserie gewidmet haben.
- 1:59Speaker 1: Denn psychische erkrankungen sind die Hauptursache für Ausfälle durch Berufsunfähigkeit und insofern nicht nur aus dem Grund für uns natürlich besprechenswert sondern auch weil sie sich zunehmend in der Gesellschaft ausbreiten.
- 2:16Speaker 1: Und diese große Ausbreitung steht Indirekt im Gegensatz zu der Verfügbarkeit von Therapieplätzen für Psychotherapie.
- 2:24Speaker 1: Das haben uns unsere Gäste, die wir im Rahmen der Miniserie auch befragt haben immer wieder bestätigt das Patienten mit Monate langen Wartezeiten auf Therapie-Plätze für Psychotherapie belastet sind.
- 2:41Speaker 1: Doch es gibt sinnvolle alternative Behandlungsmethoden und über eine davon wollen wir heute sprechen, nämlich über die Ergotherapie.
- 2:49Speaker 1: Und zu diesem Zweck begrüße ich ganz herzlich meinen heutigen Gast Julia Müller!
- 2:54Speaker 1: Liebe Frau Müller, herzlich willkommen bei uns im Podcast.
- 2:57Speaker 1: Schön dass Sie sich Zeit nehmen und meine Fragen beantworten wollen.
- 3:00Speaker 0: Ja, vielen lieben Dank für die Einladung und für das Interesse an der Ergotherapie.
- 3:06Speaker 1: Sie haben uns dankenswerterweise darauf aufmerksam gemacht, liebe Frau Müller, dass die Ergotherapie eine alternative Behandlungsmethode sein kann auch für psychisch erkrankte und in vielen Fällen eben eine hilfreiche Ergänzung oder Behandlungsmethode sein kann.
- 3:24Speaker 1: Sie sind Leiterin einer ergo-therapeutischen Praxis, Herausgeberin des Fachmagazins Ergopraxis und sie sind natürlich selber auch ausgebildete Ergoterepoiten.
- 3:34Speaker 1: von daher meine allererste Frage die sich erst mal stellt mir so wie vielen anderen bestimmt auch was ist eigentlich die Ergoterapie?
- 3:44Speaker 1: also was zeichnet diese Behandlung mit Tode aus?
- 3:48Speaker 1: Und wie ist dieses Berufsbild eigentlich ursprünglich entstanden?
- 3:52Speaker 0: Ja, da sagen Sie glaube ich was ganz Wichtiges.
- 3:54Speaker 0: Das fragen sich ganz viele, was Ergotherapie eigentlich macht?
- 3:57Speaker 0: Ich glaube die Definitionen, die wir haben oder das zu erklären ist tatsächlich sehr schwierig weil der Begriff oder wie die Ergotherapie sehr umfassend ist.
- 4:06Speaker 0: Ich versuche es mal klar zu verdeutlichen.
- 4:09Speaker 0: Grob gesagt kann man erst einmal sagen dass die Ergotherapien Menschen erstmal unabhängig von der Diagnose wachstende Kinder ältere Personen dabei unterstützt, dass sie wieder das tun können was sie tun möchten in ihrem Alltag, was für sie bedeutungsvoll ist und das trotz Krankheit oder Mitkrankheit um dann eben wieder ein lebenswertes Leben zu erlangen.
- 4:31Speaker 0: Das heißt, wir befähigen sozusagen die Menschen wieder ins Tun, in das Handeln zu kommen.
- 4:36Speaker 0: Ihre Rollen ihre Gewohnheiten wieder aufzugreifen auch das zu tun was vielleicht von ihnen erwartet oder verlangt wird und dass sie ihren Alltag eben wieder selbstbestimmt gestalten können und eben aber auch einer Gesellschaft teilhaben können.
- 4:50Speaker 0: Und das ist ein finde ich einen ganz ganz wichtiger Aspekt gerade auch bei psychischen Erkrankungen weil er es ja auch häufig mit sozialer Isolation und der Rückzug eine hergeht oder wie Sie auch schon gesagt haben, mit einer Berufsunfähigkeit.
- 5:03Speaker 0: Und das ist für die Menschen, die aber zu uns kommen, ja war ein ganz wichtiger Aspekt.
- 5:08Speaker 0: also viele beschreiben eben mir fehlt die Arbeit, mir fehlte Routine dieser Alltag diese Struktur und da versuchen wir sozusagen anzusetzen und versuchen da wie gesagt Dinge wieder herzustellen zu verbessern oder eben zu erhalten Und schauen da eben ganzheitlich auf den Klienten, weil wir einfach von ausgehen oder die Ergotherapie von ausgeht.
- 5:30Speaker 0: Dass wenn ich tätig bin und Teil haben kann an der Gesellschaft, dass das ein ganz, ganz wichtigen und wertvollen Einfluss auf die Gesundheit hat.
- 5:38Speaker 0: Das wissen wir glaube ich alle was zum Beispiel schon die Struktur, wenn ich auf Arbeit gehe einfach schon für eine Hilfe ist.
- 5:45Speaker 0: Da achten wir sozusagen immer die Betätigung also des was ich tue.
- 5:49Speaker 0: Die Person es ist ganz wichtig mit ihren Werten, mit ihren Interessen, dass was sie geprägt hat wo sie herkommt und aber eben auch die Umwelt in der ich das tue.
- 5:58Speaker 0: Das heißt, die Ergotherapie schaut wie gesagt auf ganz viele Aspekte und die Entwicklung der Ergotherapie ist tatsächlich so, dass es am Anfang so losging, dass Sie sozusagen in der Nervenheilanstalt, wie es früher gab, tätig waren uns so der Grundgedanke war wir müssen uns erst mal überhaupt betätigen.
- 6:17Speaker 0: also das war schon diese Grundannahme Wir müssen etwas tun Und so ist auch die Beschäftigungs- und Arbeitstherapie ein bisschen entstanden.
- 6:25Speaker 0: Da hatten wir sozusagen noch einen anderen Namen wie Ergotherapeuten.
- 6:29Speaker 0: Durch die Weltkriege ist das Ganze funktioneller geworden,
- 6:32Speaker 0: d.h.,
- 6:32Speaker 0: da sind wir auf diesen biomedizinisches Modell gekommen.
- 6:36Speaker 0: D.h.
- 6:36Speaker 0: wenn man guckt, okay in dem Körper sind Defizite dann müssen wir was reparieren damit der Mensch sozusagen wieder funktioniert und haben dann aber festgestellt, die ganze Medizin ja das ganze Wissen was sozusagen hinzukommt dass es zu kurz gedacht ist.
- 6:50Speaker 0: Das heißt wir haben jetzt dieses biopsychosoziale Modell wo wir einfach wissen Wir schauen auf mehr als nur auf den Körper.
- 7:00Speaker 0: Wo bin ich aktiv?
- 7:01Speaker 0: Mit wem bin ich aktiv.
- 7:02Speaker 0: Wie geht es meiner Seele, wie bin ich sozial eingebunden aber natürlich auch trotzdem immer noch den Körper zu sehen?
- 7:09Speaker 0: und da sprechen wir in der Ergotherapie von verschiedenen Paradigmen.
- 7:13Speaker 0: das heißt früher haben wir sehr auf die Körperfunktion geschaut und jetzt richtet sich der Blick hin eben mehr auf diese Betätigung auf das tun was der Klient macht und im besten Fall Ist das sozusagen der zentrale Ausgangspunkt in der Ergotherapie?
- 7:28Speaker 0: Was aber nicht heißt, dass wir die Körper funktionen.
- 7:30Speaker 0: Also was dahinter steckt zum Beispiel der Antrieb, die Konzentration und die Stimmungslage, dass wie die komplett außen vorlassen.
- 7:38Speaker 0: Aber der Schwerpunkt der Ergoterapie ist immer das, was tue ich und was will ich wieder tun.
- 7:43Speaker 0: Was es für mich als Mensch lebenswert etwas führt zu einer gewissen Lebensqualität und zumindest ein Wohlbefinden.
- 7:51Speaker 1: Das heißt, Sie haben jetzt erstmal einen ganzheitlichen Ansatz beschrieben der ergo-therapeutischen Behandlung aus der Entwicklung der Nervenheilanstalten.
- 8:01Speaker 1: Wie sie es geschildert haben hin auch natürlich zu diesem individuellen Blick auf den Patienten.
- 8:09Speaker 1: was braucht jemand um am Leben wieder vollständig teilnehmen zu können sowohl sagen wir mal, von der mentalen Fähigkeit her oder kognitiven Fähigkeiten her als auch körperlich bedingt.
- 8:23Speaker 1: Wenn wir jetzt nochmal ganz konkret auf psychische Erkrankungen schauen beziehungsweise am Beispiel der Depression und dem mal widmen wie könnten da Ansätze aussehen wenn Patienten zu ihnen kommen natürlich auch je nach Grad der Erkankung immer abhängig von dem individuellen Fall?
- 8:43Speaker 1: Wie können Behandlungsmethoden aussehen bei einer Depression?
- 8:47Speaker 1: oder wie gehen sie davor?
- 8:49Speaker 0: Genau.
- 8:50Speaker 0: Also wichtig ist, glaube ich, was sich noch mal so voranstellen würde.
- 8:55Speaker 0: Wie gesagt der Körper, der ist immer mit dabei und wir als Ergotherapeuten schauen aber wie sich diese psychischen Erkrankungen jetzt zum Beispiel im Fall dieser Depression sozusagen im Alltag zeigen.
- 9:05Speaker 0: das heißt Nicht nur, was man hat das für Auswirkungen im Körper.
- 9:09Speaker 0: Sondern wie sehen wir?
- 9:10Speaker 0: Wie ist dieser Erkrankung spürbar für den Klienten?
- 9:13Speaker 0: und mit diesem Anliegen kommt der Klient ja am besten Fall zur Ergotherapie.
- 9:18Speaker 0: Das heißt, der Kliente sitzt bei seinem Hausarzt oder sein Psychiater und äußert seine Symptome und der muss dann ein Ergoterapierezept ausstellen.
- 9:28Speaker 0: Und dann ruft der Klien bei uns an vereinbarten Erstgespräch oder einen Termin.
- 9:34Speaker 0: und in diesem Erstgesprech geht es erstmal darum sozusagen zu erfassen, was macht denn diese Depression mit diesen Klienten?
- 9:41Speaker 0: Mit seinem Alltag.
- 9:42Speaker 0: In seinem Alltag.
- 9:44Speaker 0: Wo bringt das Einschränkung?
- 9:45Speaker 0: Was kann er nicht mehr?
- 9:46Speaker 0: Was würde aber gern wieder machen?
- 9:48Speaker 0: Wo sind vielleicht trotzdem noch Ressourcendinge an denen man zähren kann?
- 9:51Speaker 0: also ich sage immer so Man versucht erst mal so ist erste Mal sich kennenzulernen und so eine Idee davon zu haben.
- 9:57Speaker 0: Was möchte derjenige eigentlich und ist das tatsächlich etwas für die Erbotherapie da sein?
- 10:02Speaker 0: können wir da ansetzen?
- 10:03Speaker 0: Oder ist es was, wo wir sagen nein.
- 10:05Speaker 0: Das ist eher ein psychotherapeutischer Ansatz oder einen Anliegen, das wie vielleicht auch gerne einfach weitergeben wird.
- 10:11Speaker 1: Also das liegt sozusagen immer am Grad oder an der Schwere der Erkrankung?
- 10:15Speaker 1: Ich
- 10:15Speaker 0: glaube ich so allgemein nicht sagen, weil Ego-Therapeuten arbeiten ja auch in Kliniken, wo's eben um akute psychische Erkranken geht.
- 10:23Speaker 0: Natürlich glaube ich, dass es grundsätzlich immer gut wenn man sich rechtzeitig genug bei einer psychischen Erkrankung Hilfe ruht.
- 10:29Speaker 0: also kann ich zumindest so in meinem beruflichen Alltag feststellen, dass wenn sich eine Depression schon sehr chronifiziert hat und die Klienten erst nach Jahrzehnten vielleicht auch das erste Mal zur Ergotherapie kommen.
- 10:42Speaker 0: Dass es dann natürlich deutlich schwieriger ist, ja, ein Level zu erreichen, womit der
- 10:47Speaker 1: Klient
- 10:47Speaker 0: vielleicht auch zufrieden ist oder...
- 10:50Speaker 1: Wenn man eingefahrene Strukturen nicht mehr so leicht aufbrechen kann wahrscheinlich?
- 10:54Speaker 0: Genau!
- 10:56Speaker 0: Also wie gesagt Ziel ist immer Anliegen sollte immer sein, dass wir sozusagen irgendeinen Anhaltspunkt im Alltag haben.
- 11:02Speaker 0: Also nur zu sagen ich merke mein Selbstwert ist nicht gut aber eigentlich kriege ich alles hin.
- 11:07Speaker 0: das wäre jetzt sage ich mal schwer da vielleicht jetzt in der Ergotherapie anzusetzen.
- 11:12Speaker 0: Aber wenn ich sage, was ich durch meinen verringertes Selbstwert merke, dass sie mich zurückziehe und in sozialen Gruppen nicht so auftrete wie ich gerne möchte also irgendwie einen Teilhabebezug hat ein Alltagsbezug das wäre so oder so ein ganz ganz wichtiger Aspekt für die Ergotherapien.
- 11:27Speaker 0: Gerade bei psychischen Erkrankungen ist es eben gar nicht so leicht es auch herauszufinden Was will ich denn in meinem Alltag eigentlich?
- 11:33Speaker 0: Weil es eben auch viel ist.
- 11:36Speaker 0: Es fällt mir vielleicht schon schwer große Selbstzweifel antriebs Minderung, habt das Gefühl es geht irgendwie nicht.
- 11:41Speaker 0: Gerade Menschen mit Depressionen beschreiben das sehr häufig dass sie von dieser Krankheit so übermandt werden und irgendwie das Gefühl haben Sie können nichts mehr.
- 11:48Speaker 0: Sie können wieder irgendwie das eine noch das andere beeinflussen.
- 11:52Speaker 0: Und da geht's dann zum zweiten Schritt in der Ergoterapie wenn man das Gefühl hat ja wir brauchen jetzt noch mehr Informationen.
- 11:58Speaker 0: ich muss den Alltag des Lebens, des Klientens besser verstehen.
- 12:03Speaker 0: Dann haben wir verschiedene Assessments Interviews Checklisten Je nachdem was wir das sozusagen das Gefühl haben, was für den Klienten richtig ist.
- 12:11Speaker 0: Um sozusagen den Alltag noch genauer zu analysieren und zu schauen okay auf welcher Ebene müssen wir dann ansetzen?
- 12:18Speaker 0: Wo sehe ich die Hauptbeeinträchtigung?
- 12:21Speaker 0: Was tut er vielleicht überhaupt noch?
- 12:23Speaker 0: Wo kommt der vielleicht her?
- 12:25Speaker 0: Wie war früher der Alltag?
- 12:26Speaker 0: Das auch so ein ganz wichtiger Aspekt.
- 12:28Speaker 0: Will ich wieder da hin wo ich war oder sage ich ne ich merke So kann ich nicht weitermachen.
- 12:33Speaker 0: Hatte zum Beispiel eine Klientin, die erst burnout und dann eine Depression hatte und gesagt hat, ich merke... Ich habe überhaupt nicht auf mich geachtet!
- 12:43Speaker 0: Mein Leben war eigentlich nur Arbeit und daraufhin bin ich dann sozusagen in die Depression gerutscht.
- 12:48Speaker 0: Und sie hat gesagt so war ich aber da will ich nicht mehr.
- 12:50Speaker 0: auch das ist ja auch so ne ganz wichtige Erkenntnis.
- 12:53Speaker 0: Und mithilfe dieser Assessments oder Interviews, wie gesagt machen wir dieses Bild noch klarer und diese Assessements helfen uns Ergotherapeuten sozusagen eben immer durch die ergo-therapeutische Brille zu schauen.
- 13:04Speaker 0: Und so sagen okay wo ist Ergotherapie?
- 13:06Speaker 0: Wo muss vielleicht eine andere Fachdisziplin mit rein?
- 13:09Speaker 0: Und wenn wir das dann gemeinsam bearbeitet haben und auch so ein Bild unterarbeitet haben, wo die Ressourcen aber auch die Schwierigkeiten liegen.
- 13:17Speaker 0: Dann arbeiten wir mit dem Klienten gemeinsam eben auch Ziele.
- 13:20Speaker 0: Das heißt was konkret will ich denn in meinem Alltag schaffen?
- 13:23Speaker 0: Ein Beispiel war dass eine Kliente mit einer Depression bei mir gesagt hatte Ich will einfach mal wieder zehn Minuten lesen können um den Inhalten werden können von einem Buch oder ich will nach Haushaltsaufgabe ausführen ohne dass sich Gefühle Ich verzettle mich wieder und bin nach zwei Minuten schon wieder ganz woanders.
- 13:41Speaker 0: Das heißt, einfach auch fokussiert bei einer Ausgabe sein können aber auch so Dinge sein wie ich schaffe es ruhig aufzustehen oder mir regelmäßig Mahlzeiten zuzubereiten.
- 13:51Speaker 0: also das ist je nach Schweregrad der Depression eben ganz ganz unterschiedlich.
- 13:56Speaker 0: Wenn jemand ist ja schon stabiler kann es sein ich will wieder arbeiten gehen So, also da kommen die Klienten sozusagen mit ihren Anliegen und darauf gehen wir dann ein.
- 14:05Speaker 0: Und wenn wir die Ziele dann zusammen festgelegt und definiert haben, dann schauen wir okay aus den Erkenntnissen.
- 14:11Speaker 0: was für eine Intervention wäre denn jetzt sinnvoll?
- 14:15Speaker 0: Das heißt wie gehen wir davor?
- 14:16Speaker 0: Wie können wir diese Ziele erreichen?
- 14:18Speaker 0: Und da versuchen wir in der Ergotherapie immer eben diesen Klientinnen abzuholen.
- 14:22Speaker 0: weil Also, als ich angefangen habe – ich bin jetzt siebzehn Jahre in der Ergotherapie – weiß ich noch.
- 14:26Speaker 0: Habe ich eben auch sehr funktionsorientiert gedacht und habe immer versucht so wie müssen wir die Funktionen?
- 14:31Speaker 0: Und ich muss als Therapeut sozusagen ... Ja, das Ruder in die Hand nehmen und wissen was und wie.
- 14:37Speaker 0: Und der Klient führt einfach nur aus.
- 14:39Speaker 0: Mit dieser Entwicklung in diese Betätigungsklienten zentrierte Ergotherapie ist es tatsächlich eher ein partnerschaftliches Miteinander.
- 14:46Speaker 0: Ich merke dass es viel nachhaltiger und wertvoller ist weil ich meine ergotherapeutische Expertise mitbringe den Klienten aber als Experten für sein Leben sehe Wir dann eben gemeinsam schauen, okay was ist denn für deinen Alltag tatsächlich umsetzbar?
- 15:01Speaker 0: Ich kann ja gute Ideen haben.
- 15:02Speaker 0: wenn er aber sagt nee das können sie mir vorschlagen.
- 15:05Speaker 0: Aber ich weiß dass es nicht umsetzt hat, dann hat es keinen Effekt.
- 15:08Speaker 0: und wenn wir dann sozusagen die passende Möglichkeit gefunden haben oder die persönlichen Interventionen sind ja nicht nur eine sondern immer mehrere Wie man Ziele erreichen kann, dann versuchen wir sozusagen zu erarbeiten.
- 15:20Speaker 0: Wir können erklären das bestenfalls umsetzen.
- 15:22Speaker 0: Wir begleiten da, wir beraten da und unterstützen.
- 15:25Speaker 0: Was sind realistische Ziele?
- 15:27Speaker 0: Auch kleine Ziele damit es Ganze auch machbar und umsitzbar ist.
- 15:31Speaker 0: Genau!
- 15:31Speaker 0: Und wenn sozusagen dann das Rezept ja beendet ist.
- 15:35Speaker 0: also ein Rezept hat meistens so die zehn Einheiten oder zwanzig Einheiten, dann evaluieren wir und gucken okay Was haben wir denn erreicht?
- 15:42Speaker 0: Und das machen wir zum Beispiel uns in der Praxis tatsächlich auch mit Zahlen, dass damit das Ganze messbar ist.
- 15:48Speaker 0: Das heißt am Anfang der Behandlung bewertet der Klient sein Ziel wie er es aktuell ausführt und wie zufrieden er damit ist auf einer Skala von eins bis zehn und am Ende der Be Handlung sozusagen wiederum zu gucken.
- 16:00Speaker 0: hat sich dann für mich subjektiv irgendwas verändert?
- 16:02Speaker 0: habe ich denn was erreicht?
- 16:05Speaker 1: Für mich schließt sich jetzt eine Frage an, wenn ich zurückdenke an die Gespräche, die wir bisher hier hatten mit Gästen, die entweder betroffen waren von Depressionen oder auch deren Angehörigen.
- 16:17Speaker 1: Die ich wichtig finde aus Sicht der Betroffenen.
- 16:22Speaker 1: Wenn ich jetzt wirklich eine richtige Depression habe dann ist es ja oftmals so dass die Betroffen in einen letharischen Zustand verfallen und auch oftmals das Haus gar nicht mehr verlassen können.
- 16:33Speaker 1: wie schaffen es, also dann die Erkrankten den Kontakt mit ihnen aufzunehmen und in die Behandlung überhaupt erstmal einzutreten.
- 16:42Speaker 1: Mit Ihnen?
- 16:43Speaker 1: Wie gehen Sie davor?
- 16:44Speaker 1: Machen sie Hausbesuche oder ist die erste Anforderung dass die Patienten auch zu ihnen in die Praxis kommen?
- 16:51Speaker 0: Genau!
- 16:51Speaker 0: Also das muss es nicht unbedingt.
- 16:53Speaker 0: Der Arzt kann auch im Haus Besuch ausstellen.
- 16:57Speaker 0: Viele bei uns in der Praxis kommen tatsächlich in die Praxis.
- 17:00Speaker 0: Das heißt, sie sind dann nicht so akut, dass sie nicht aus dem Haus kommen oder haben eben einen großen Leidensdruck, dass Sie sagen, den einen Termin mache ich.
- 17:06Speaker 0: Wir haben seit Corona auch die Möglichkeit der Teletherapie, das heißt noch über Teletherapie arbeiten.
- 17:13Speaker 0: Aber wenn man das macht, muss der erste Termin immer in der praxe stattfinden und der Rest dann sozusagen... kann dann online stattfinden.
- 17:21Speaker 0: Aber der Hausbesuch ist auf jeden Fall möglich, das ist grundsätzlich glaube ich ein Aspekt, der für die Ergotherapie wichtig wäre weil wir diesen Umweltbezug sozusagen haben bei mir oder bei uns in der Praxis tatsächlich so dass sehr wenige Klienten einen haus Besuch verordnet bekommen.
- 17:38Speaker 0: Aussage der ärztes offen muss ein bisschen raus und tut ganz gut fertig machen sicherlich auch eine Begründung Wir in der Ergotherapie haben zum Beispiel aber im Regelfall, also in einem Rezept sozusagen auch die Möglichkeit zu Hause zu beraten.
- 17:53Speaker 0: Das heißt, die Klienten sagten mir aufgrund der Depression sie kommt nicht zurecht mit dem Haushalt oder was auch immer das stapelt sich alles mehr Sie weiß nicht wo sie anfangen soll oder die Angehörigen kommen nicht zu Recht.
- 18:04Speaker 0: dann besteht schon die Möglichkeit sozusagen auch nach Hause zu gehen und eine Beratungseinheit zu machen.
- 18:10Speaker 0: Dafür haben wir dann ein gewisses Zeitfenster und können sozusagen in das Umfeld des Klienten gehen.
- 18:16Speaker 0: Und da beraten.
- 18:19Speaker 1: Okay, jetzt haben Sie auch von dem Rezept gesprochen was Ärzte ausstellen können für die ergotherapeutische Behandlung?
- 18:26Speaker 1: Und daran anschließend die Frage wie informiert sind Ärzten an der Stelle um dieses Spektrum dann auch empfehlen zu können.
- 18:38Speaker 1: Oder tendieren Ärzte häufig dazu, auch gleich zu sagen hier hilft nur eine Psychotherapie?
- 18:45Speaker 0: Ich glaube das hängt so ein bisschen vom Arzt ab was für Erfahrungen auch mit der Erbotherapie in der Nähe gemacht hat.
- 18:52Speaker 0: und seit muss ich lügen.
- 18:55Speaker 0: letztes Jahr gibt es ja die Blankenverordnung und das ist zum Beispiel auch sowas.
- 19:01Speaker 0: also kann ich jetzt nur für meine oder unsere Praxis so wiedergeben.
- 19:05Speaker 0: Da besteht zum Beispiel auch die Möglichkeit, dass die Ärzte die Blancoverordnung bei einer psychischen Erkrankung und bei der Depression ausstellen.
- 19:11Speaker 0: Das heißt, die Blanko-Verordnung hat den Effekt... dass wir als Erbotherapeuten mit dem Klienten selber festlegen können, wie oft kommst du die Woche?
- 19:19Speaker 0: Was machen wir inhaltlich und wie lange ist eine Therapie einheit?
- 19:22Speaker 0: Sonst ist es festgeschrieben.
- 19:24Speaker 0: Wenn der Klient ne psychisch funktionelle Behandlung hat, das sind sechzig Minuten.
- 19:27Speaker 0: Und wenn er Hör- und Leistungstraining hat also aufmerksamkeit Konzentration geht dann sind's dreißig Minuten an Klientinnen beziehungsweise vormundvierzig mit Vor- und Nachbereitung.
- 19:36Speaker 0: Und durch diese Blancoverordnung sind wir eben flexibler geworden.
- 19:40Speaker 0: Der Gedanke dahinter ist dadurch, dass wir flexiblar mit den Klientern arbeiten können Sind wir auch effizienter?
- 19:46Speaker 0: Weil, wir gucken was braucht der Klient.
- 19:48Speaker 0: Vielleicht am Anfang eine sehr hochfrequente Erbotherapie und können das dann im Nachhinein mehr auslaufen lassen und sagen, wir treffen uns vielleicht nur noch alle zwei oder drei Wochen.
- 19:57Speaker 0: Also da können wir sozusagen individuell festlegen.
- 19:59Speaker 1: Interessant!
- 20:01Speaker 1: Zum Zugangsweg noch eine weitere Frage.
- 20:04Speaker 1: es muss aber nicht unbedingt ein Rezept vorliegen.
- 20:07Speaker 1: also Patienten könnten auch den Weg direkt zu ihnen wählen Und das Privatbezahlen.
- 20:12Speaker 1: ist das möglich oder gibt es diese Option gar nicht?
- 20:17Speaker 0: Wenn eine akute Erkrankung vorliegt, dann brauchen wir ein Rezept.
- 20:23Speaker 1: Sie haben jetzt viel gesprochen über die Behandlungsmethoden an Hand von Aufgaben oder Übungen, die sie mit den Patienten machen.
- 20:31Speaker 1: Die den Alltag betreffen.
- 20:32Speaker 1: also beispielsweise man möchte sich wieder konzentrieren können auf zehn Minuten am Stück lesen oder man möchte seinen Haushalt wieder organisiert bekommen oder irgendwelche andere Merkmale des Alltags wieder besser in den Griff bekommen.
- 20:47Speaker 1: Aber ist es auch so, dass sie... Diese Vorstellung hatte ich ehrlich gesagt bislang immer.
- 20:51Speaker 1: Ist das auch so?
- 20:52Speaker 1: Dass die physische Übungen mit den Patienten machen gerade auch im Hinblick auf psychische Erkrankungen oder sind das andere Krankheitsbilder, mit denen sich dann Patienten an Sie wenden?
- 21:07Speaker 0: Ja, das ist glaube ich ganz wichtig was man für ein Ziel verfolgt.
- 21:11Speaker 0: Das was Sie beschreiben so dieses körperliche machen, ich glaube das ist typisch in der Ergotherapie vor allen Dingen in der Handtherapie.
- 21:19Speaker 0: Das heißt wenn ich einen gebrochenen Finger habe oder eine Radiosfraktur oder Narbe da wird eher vielleicht noch der Fokus auf die Funktion gelegt.
- 21:28Speaker 0: In der psychotherapeutischen Behandlung psychisch funktionellen Behandlung kann das natürlich auch an Wendung finden.
- 21:35Speaker 0: Das heißt, wenn ich einen Klienten habe mit chronischen Schmerzen, hab' ich beispielsweise gerade eine Kliente mit Rücken-Schmerzen die war schon ganz oft zur Physiotherapie.
- 21:44Speaker 0: und da hat jetzt die Ärzte gesagt runter Blanke Verordnung okay verschreiben wir mal in Ergotherapie und gucken Mal was die da machen können.
- 21:53Speaker 0: Und da ist uns zum Beispiel aufgefallen, haben wir erst mal analysiert wie bewegt sie sich denn im Alltag?
- 21:58Speaker 0: Was macht sie denn überhaupt?
- 21:59Speaker 0: Ist sie körperlich aktiv?
- 22:00Speaker 0: Dann haben wir das analysiert und dann habe ich eben gesehen dass sie schon alleine vor der Bewegung ganz viel langs hat sich zu bewegen.
- 22:07Speaker 0: Das heißt sich da schon verspannt und Muskelverspannung wissen wir führt eher zur noch mehr Verspannungen.
- 22:11Speaker 0: auch mehr Schmerz ist eher kontraproduktiv und mit der hab' ich tatsächlich schon erstmal angefangen so leichte Yoga-Übungen zu machen oder überhaupt zu bewegen, zu schauen.
- 22:20Speaker 0: Wie kann sie sich anders die Schuhe anziehen?
- 22:22Speaker 0: Das heißt wir machen schon auch körperbezogene Übungen aber immer mit dem Aspekt... ...die Handlungsfähigkeit und den Alltag wiederherzustellen.
- 22:31Speaker 0: Was mache ich jetzt damit in meinem Alltag?
- 22:33Speaker 0: Und bei der Klientin ging es tatsächlich eben darum, ja wieder auch so ein gesundes Bewusstsein zu führen.
- 22:39Speaker 0: Nicht jede Bewegung führt zu einem Schmerz auf so'n Körpergefühl wieder zu erlangen oder ich hatte auch mal eine junge Kliente mit Magersucht.
- 22:47Speaker 0: da geht man dann auch in diese körperorientierten Übungen, wie fühle ich mich denn?
- 22:51Speaker 0: Wie nehme ich meinen Körper wahr?
- 22:52Speaker 0: das kann man auf jeden Fall oder findet natürlich auch Anwendung häufig aber so als Vorbereitung oder vor Gedanke, um dann sozusagen wieder in den Alltag und in die Tätigung zu gehen.
- 23:02Speaker 0: Gibt
- 23:03Speaker 1: es weitere typische Krankheitsbilder bei denen die Ergotherapie als Behandlungsmethode helfen kann?
- 23:11Speaker 1: Oder eine sinnvolle Alternative sein können?
- 23:14Speaker 0: Genau!
- 23:14Speaker 0: Also wie gesagt, die Depression hatten wir ja schon erwähnt.
- 23:18Speaker 1: Die haben Sie auch gerade gesagt beispielsweise
- 23:21Speaker 0: Schizophrenie psychosomatische Erkrankungen, also alles was mit Schmerzen hat.
- 23:25Speaker 0: Migräne hatten wir schon andere Erkränkungen.
- 23:28Speaker 0: Aber herr ist es auch so ein Thema nach dadurch dass es ja auch bei Erwachsenen mehr diagnostiziert wird.
- 23:33Speaker 0: Anspannungsstörungen, Burnout Angststörung.
- 23:37Speaker 0: Also das sind alle diese typischen Erkrankungen die in der Ergotherapie Anwendung finden.
- 23:43Speaker 1: Wie schätzen Sie das ein?
- 23:44Speaker 1: Wie verbreitet das Wissen darüber is, was die Ergoterapie leisten kann?
- 23:48Speaker 1: erleben sie dies häufig?
- 23:50Speaker 1: Patientinnen und Patienten erstaunt sind, dass sie jetzt ergotherapeutische Behandlung verschrieben bekommen?
- 23:57Speaker 0: Also einmal das.
- 23:58Speaker 0: Das hören wir schon.
- 23:59Speaker 0: Wieso ich jetzt Ergotherapie bekomme weiß ich nicht.
- 24:02Speaker 0: Dann auch ganz oft der Satz was ist Ergoterapie eigentlich und es tatsächlich durch alle Fachbereiche durch.
- 24:07Speaker 0: Das heißt da sind wir schon immer in der Aufklärung und mich glaube das hängt schon damit zusammen.
- 24:13Speaker 0: Dass wir Ergoterepoiten lange nicht selbstbewusst genug waren und ja sicher waren, dass das was wir tun einfach auch einen großen und wichtigen Stellenwert für die Klienten hat.
- 24:26Speaker 0: Und ich glaube auch aufgrund der fehlenden Ausbildungsreform es gibt immer mehr Ergotherapeuten, die jetzt studieren und das hat natürlich auch etwas damit zu tun wenn wir wissen, dass was funktioniert wie aber keine Forschung haben berufen können, keine wissenschaftlichen Argumente.
- 24:48Speaker 0: Die kommen jetzt wie gesagt.
- 24:49Speaker 0: also ich finde das hat sich in den letzten Jahren sehr gewandelt und auch wenn ich sehe die Ergotherapeuten sich immer mehr nach außen präsentieren was wir alles machen, Erfolgsgeschichten nach außentragen ganz viele Podcasts über Ergotherapie wo ich denke so ich glaube da passiert ganz viel.
- 25:05Speaker 0: aber ich glaube halt auch wir haben im Gesundheitswesen glaube ich einfach nicht diesen diesen Stand so, also auch in der Politik.
- 25:12Speaker 0: Wenn man da guckt wie viel wir da auch immer kämpfen müssen um Reformen anzustoßen und was es sich vielleicht auch einfach nur das Berufsgesetz zu verändern oder zu erneuern.
- 25:21Speaker 0: Das braucht einfach sehr sehr sehr viel Kraft und sehr viel Energie und dann müssen wir uns immer wieder auch Gehör verschaffen.
- 25:27Speaker 0: und wie gesagt, da glaube ich sind wir Ergottirepoiten immer mehr auf den Vormarsch dass wir das versuchen von uns aus zu machen.
- 25:34Speaker 0: aber ich glaube es wäre halt auch notwendig, dass das eben auch aus dem Gesundheitswesen kommt.
- 25:40Speaker 0: Und der DVE fand ich, er hat es ganz schön beschrieben ist der Deutsche Verband für Ergotherapie.
- 25:45Speaker 0: Der hat jetzt eine neue Begriffsbestimmung rausgebracht und er zum Beispiel eben auch dort drin benannt, dass wir als Profession nicht mehr nur im Gesundheitswesendakteur sind sondern auch Bildungs- und Sozialwesen.
- 25:58Speaker 0: Das ist glaube ich ein ganz wichtiger Aspekt wie als Ergotherapeuten sehen, dass Gesundheit eben nicht nur in der Praxis stattfindet im Leben, wo die Klienten sind.
- 26:07Speaker 0: Wenn wir da aber eben nicht hindürfen weil wir eigentlich eben Gesundheitswesen angesiedelt sind und das andere nicht finanziert wird dann ist es ganz ganz schwierig unter unsere Potenziale sozusagen auszuschöpfen dass wir in Betriebe können, dass wir Beratung stellen können wo auch immer.
- 26:21Speaker 0: also
- 26:22Speaker 1: ein ganzheitlicher Ansatz ist auf jeden Fall Voraussetzung wie wir jetzt ja festgestellt haben.
- 26:28Speaker 0: Ja genau
- 26:31Speaker 1: Können Sie vielleicht einen anonymisiertes Beispiel schildern, indem die ergotherapeutische Behandlung einen eindeutigen Behandlungserfolg erzielt hat.
- 26:43Speaker 1: Vielleicht aus dem Bereich Depression aber auch gerne aus einem anderen Bereich, je nachdem was ihnen gerade in den Kopf kommt?
- 26:50Speaker 0: Ja wenn das okay ist würde ich einfach so mehr aus mehreren Bereichen.
- 26:54Speaker 1: Ja gerne auch.
- 26:55Speaker 0: Weil ich glaube dass es vielleicht noch mal greifbarer ist wie so eines.
- 27:00Speaker 0: Genau.
- 27:01Speaker 0: Ich würde einmal noch mal auf die Klientin zurückgehen, die meinte dass sie sich immer so verzettelt im Alltag und gesagt hat, das sieht es so unheimlich viel Energie kostet weil sie eben merkt, dass sie nie eine Aufgabe beendet sondern zwei drei anfängt und dann hat sie aber keine Energie mehr und dann ist gar nichts beendete.
- 27:18Speaker 0: Wir haben so ne Betätigungsanalyse durchgeführt Ganz genau beschreiben, was mache ich?
- 27:24Speaker 0: Wie mache ich es?
- 27:25Speaker 0: Was fällt
- 27:25Speaker 0: auf?".
- 27:26Speaker 0: Und sie fingen an.
- 27:27Speaker 0: Okay also ich räume die Spülmaschine auf, fange an und da ist jetzt ein Geschirrstück, das vielleicht in den Abstellraum muss.
- 27:35Speaker 0: Dann ist im Abstellraum Steter und merkt, ah, da sehe ich ja noch die nächste Aufgabe!
- 27:39Speaker 0: Das heißt ihre Aufmerksamkeit wird... Irgendwie überall und nirgends, aber sie war eigentlich... Sie hat immer abgelenkt.
- 27:44Speaker 0: Und dann haben wir eben tatsächlich Strategien erarbeitet wie sie das für sich umsetzen kann.
- 27:49Speaker 0: Da haben gesagt okay was hilft mir denn?
- 27:51Speaker 0: Dann habe ich eben so auf die Idee gebracht wenn wir uns zu fokussieren oder schwerfokusieren können hilft eben diese verbale Selbstinstruktion.
- 27:57Speaker 0: Ich nenne das auch mal so selbst Gespräche mit sich selbst.
- 27:59Speaker 0: Die machen wir intuitiv schon ganz häufig.
- 28:02Speaker 0: Da habe ich gesagt, was halten Sie denn davon?
- 28:03Speaker 0: Wenn sie das einfach machen.
- 28:04Speaker 0: Ich bräume jetzt die Spülmaschine aus und nehme den Teller dann mache ich
- 28:07Speaker 0: das.".
- 28:08Speaker 0: Und tatsächlich haben so kleine Dinge eben geholfen, dass sie dabei geblieben ist, Dinge auch zu beenden.
- 28:16Speaker 0: Dadurch, dass sich eine Aufgabe beendet hat, hat sie natürlich mehr davon gezährt und mehr Energie gehabt weil sie gemerkt hat ja, ich kann noch wieder etwas beenden, es funktioniert!
- 28:25Speaker 0: Oder eine andere Klientin, die hatte das Ziel, dass sie ein bisschen mehr auf sich achtet und sich auch körperlich betätigt.
- 28:31Speaker 0: Und hat es erst mal versucht im Sommer mit der Garten arbeiten.
- 28:33Speaker 0: Das ging ganz gut!
- 28:34Speaker 0: Dann kam der Herbst unter Winter und gesagt ich mach wieder nichts.
- 28:37Speaker 0: Ich komme einfach nicht, bin nicht aktiv... ...und hatte aber immer noch gar keine Ideen.
- 28:41Speaker 0: und da zum Beispiel auch ganz... Ja?
- 28:43Speaker 0: Ganz einfach erstmal gemeinsam zu schauen okay was gibt's denn für Angebot hier bei uns in der Region?
- 28:49Speaker 0: Wo muss ich mich melden?
- 28:50Speaker 0: Gemeinsam Telefonnummern raus suchen also schon die ersten Hürden eigentlich sozusagen mit dem Klienten abnehmen.
- 28:55Speaker 0: Und tatsächlich hat sie es dann geschafft, in der Jugend eine Chigong-Gruppe zu gehen und hat gesagt ja das war gut weil ich weiß ich habe jetzt diesen Termin aber alleine hätte ich mir das eben nicht rausgesucht.
- 29:04Speaker 0: Dann hatte sich noch mal ein ADHS Patient in der Erwachsenen.
- 29:07Speaker 0: Es war auch eine Kombination mit Depression und die hatte so ganz Schwierigkeiten mit dem Aufschieben pro Kastination und die mussten Zahnärzterminen machen.
- 29:16Speaker 0: Ich hab gesagt ich schiebe schon einen Monat vor mich hin.
- 29:18Speaker 0: Ich kann dort einfach nicht anrufen!
- 29:19Speaker 0: Das geht nicht.
- 29:21Speaker 0: Und dann haben wir eben geschaut, okay, woran liegt sie?
- 29:25Speaker 0: Ich kann es einfach nicht.
- 29:26Speaker 0: Dann haben wir die Strategie angewendet.
- 29:28Speaker 0: Wir machen die Aufgabe kleiner und da hat sie gesagt Erstens müsste ich schon hoch ins Zimmer die Telefonnummer holen.
- 29:37Speaker 0: Das wäre schon der erste Aspekt, wo ich weiß, ich bleibe wieder oben in meinem Büro und komme gar nicht runter und werde nicht anrufen.
- 29:42Speaker 0: Dann haben wir eben Strategien erarbeitet.
- 29:43Speaker 0: okay wie kriegen wir das denn hin?
- 29:45Speaker 0: Ich nehme das Handy halt mit hoch.
- 29:46Speaker 0: da, wo die Telefonnummer ist geht dahin dann wähle ich die Nummer also wirklich sozusagen ganz klein schrittlich gemacht und nach jedem Schritt sollte sie einen Haken hinter die Teilaufgabe machen und so hat sie sich jedes mal das Gefühl ok, Telefon nummer rausgesucht erster Schritt geschafft und häufig ist es ja dieses wenn ich dann anfange dann läuft es auch.
- 30:05Speaker 0: Und gerade bei ADS-Patienten ist das so, dass die ja Schwierigkeiten haben eben mit Aufgaben anzufangen weil sich das so riesengroß anfühlt für sie.
- 30:13Speaker 0: Ich
- 30:14Speaker 1: habe so eine Gefühl,
- 30:16Speaker 0: wo soll ich anfangen?
- 30:17Speaker 0: und wenn man das wie gesagt in kleinemachbare Schritte macht nur mental, dann gelingt es leichter.
- 30:25Speaker 0: Also häufig sagen die Klienten Ja, das ist so einfach.
- 30:29Speaker 0: Warum haben wir die selber draufgekommen?
- 30:30Speaker 0: Da sage ich immer ja es ist Ergothera.
- 30:32Speaker 0: Wie ist der Alltag?
- 30:32Speaker 0: Der ist nicht kompliziert aber man muss halt auf das Schauen was da ist und das machen wir Ergotherapäuten.
- 30:39Speaker 0: Aber ich glaube genau dass ist das was Menschen mit einer psychischen Erkrankung dann brauchen.
- 30:44Speaker 0: sie brauchen diese ersten Kleinschritte im Alltag die wieder funktionieren um Hoffnung Um Zuversicht zu bekommen dieses Ich merke, ich habe eine Idee.
- 30:53Speaker 0: Ich will was?
- 30:54Speaker 0: Ich will mein Alltag wieder an der Strukturieren und da gibt es eine Möglichkeit wie wir das im Alltag umsetzen können.
- 30:59Speaker 0: Und wenn nicht dann merkt es funktioniert, dann steigt die Hoffnung Stück für Stück meinen Ziel wieder zu erreichen, wieder dahin zu kommen wo ich will.
- 31:06Speaker 0: und ich glaube dass ist so dieses ganz wichtige ja was was wir immer wieder auch als Feedback bekommen.
- 31:12Speaker 0: Ja und das kann ich mitnehmen und ich merke da passiert ein Alltag Das benennen wir in der Ergotherapie ganz oft als Selbstwirksamkeit.
- 31:20Speaker 0: Ich kann wieder was bewirken und das ist ja häufig dieses Problem bei der Depression, dass ich das Gefühl habe.
- 31:25Speaker 0: Die hat nicht so ein Griff!
- 31:26Speaker 0: Ich kann nichts mehr!
- 31:27Speaker 0: Egal was ich mache mir fehlt die Energie, mir fehlt der Antrieb... ...ich schaffe es nicht mehr aber dann zu merken doch ich kann doch etwas bewirten in meinem Alltag in mir mit mir.
- 31:36Speaker 0: Das ist glaube ich sowas ganz ganz wichtiges.
- 31:39Speaker 1: Ja da haben sie glaube ich vielen Menschen jetzt Mut machen können Dass man einfach auch weiß man hat andere Wege Man also ich finde auch die Psychotherapie das klingt immer so Einschüchternd natürlich irgendwie auf viele Menschen, weil man entweder weiß der Zugang ist nicht so leicht oder man muss sich dann auch selber eingestehen.
- 31:59Speaker 1: Man isst ernsthaft krank und ich glaube die Hürde diesen Zugangsweg zu nutzen zur Ergotherapie, die ist geringer kann ich mir vorstellen?
- 32:11Speaker 0: Genau!
- 32:11Speaker 0: Ich glaube wichtig ist es halt trotzdem... Die Ergoterapie ersetzt keine Psychotherapie.
- 32:16Speaker 0: Es gibt Klienten wo man sagt Ist das in Ordnung?
- 32:18Speaker 0: Wer geht's auch ohne eine Psychotherapie.
- 32:21Speaker 0: Aber es gibt eben auch die, wo man merkt ... Nee!
- 32:23Speaker 0: Die müssen da noch mal irgendwie was aufarbeiten oder die brauchen einfach tiefgründigere Hilfe.
- 32:28Speaker 0: Da habe ich aber so das Gefühl dass das auch im ergotherapeutischen Prozess manchmal helfen kann.
- 32:33Speaker 0: Das heißt sie kommen erst einmal weil die Hürde eben kleiner ist und dann merken wir gemeinsam irgendwo ist eben ja auch hier unsere Grenze.
- 32:40Speaker 0: Hier komme ich als Ergotherapeut nicht weiter Dadurch, dass man dann aber schon ein gewisses Vertrauen aufgebaut hat zu sagen, das schaffen Sie.
- 32:49Speaker 0: Versuchen sie da jetzt nochmal Kontakt aufzunehmen?
- 32:52Speaker 0: Das ist glaube ich ein ganz wichtiger Aspekt.
- 32:55Speaker 1: Ich glaube wir haben jetzt sehr eindeutig gehört wie vielfältig die Möglichkeiten der Agotherapie sind und wie hilfreich eben dieser ganzheitliche Ansatz gerade im Hinblick auf den vermeintlich einfachen Alltag ist, der aber eben so viele von uns immer wieder vor diverse Herausforderungen stellt.
- 33:13Speaker 1: und auch wenn sie noch so klein vielleicht erscheinen mögen, aber Sie haben glaube ich sehr eindrücklich gezeigt wie Sie Wege aufzeigen können.
- 33:24Speaker 1: Wie Menschen daraus finden können und Lösungen einfach anbieten können für diese Betroffenen.
- 33:30Speaker 1: von daher war das glaube ich es sehr hilfreich für uns als Learnings die wir mitnehmen können dass wir einfach wissen Es muss nicht immer eine psychotherapeutische Behandlung sein.
- 33:40Speaker 1: Es kann auch eine ergotherapeutliche Behandlungen in vielen Fällen helfen, Struktur zu erlangen und sich selbst wieder besser zu reflektieren den Alltag in den Griff zu kriegen oder welche Aufgabe man auch immer bewältigen möchte.
- 33:56Speaker 1: Vielen Dank für Ihre Ausführungen und dass Sie da vor allen Dingen die Bereitschaft hatten, uns hier aufzuklären über Ihre sehr wertvolle Arbeit an der Stelle.
- 34:06Speaker 1: Frau Müller vielen Dank!
- 34:08Speaker 0: Ja ich danke wie gesagt schon für die Möglichkeit.