Latest / Gin And Talk / Carolin Otto über Schuld, Verdrängung und Erinnerung
Transcript
- 0:00Speaker 0: Die Verdrängung fand ja auch Augenblicklich statt.
- 0:04Speaker 0: Aber gleichzeitig hatte man das natürlich schon zur Kenntnis genommen, so.
- 0:09Speaker 0: Man musste mit dem Gefühl und diesem untergründigen Gefühl von es gibt etwas was wir getan haben, was nicht wieder gut zu machen ist.
- 0:18Speaker 0: Das hat sich ja trotzdem weiter... Es hat sich einfach trotzdem fortgesetzt.
- 0:21Speaker 0: Ist ja nicht einfach verschwunden.
- 0:23Speaker 0: Opa war kein Nazi.
- 0:25Speaker 0: Ja, ist leider eine Illusion in den meisten Fällen.
- 0:30Speaker 0: Es gibt ja auch oft Mischbilder, es ist ja nicht alles eindeutig so oder so.
- 0:35Speaker 0: Aber vom Prinzip her haben so viele mitgemacht dass die Wahrscheinlichkeit schon groß ist.
- 0:40Speaker 0: das... ...dass die Großeltern da auch dabei
- 0:44Speaker 1: waren.
- 0:45Speaker 1: Herzlich willkommen!
- 0:46Speaker 1: Mein Name ist Daniel Fürg und ich freue mich sehr euch heute zu einer neuen Episode Gen & Talk begrüßen zu dürfen.
- 0:53Speaker 1: Mein heutiger Gast ist Caroline Otto.
- 0:56Speaker 1: Sie isst Schriftstellerin und vielfach ausgezeichnete Drehbuchautorinnen.
- 1:00Speaker 1: Mit ihrem Roman-Debüt Berchtesgaden erzählt sie die Geschichte eines Ortes, der wie kaum ein anderer für die Abgründe und Widersprüche der deutschen Geschichte steht.
- 1:09Speaker 1: In ihrem Buch geht es um Schuld, Verdrängung – Die schwierige Suche nach einem neuen Anfang nach den Grauen des Zweiten Weltkrieges und darum, wie die Vergangenheit in das heute hineinwirkt.
- 1:21Speaker 1: Ich wollte von ihr wissen, warum gerade Berth das Garten zu einem Symbol für die Nachkriegszeit wurde wie sich Verdrängung in Familiengeschichten fortsetzt und was wir aus den Erfahrungen jener Jahre für unsere Gegenwart lernen können.
- 1:34Speaker 1: Wenn dir diese Episode von Genetalk gefällt folge uns bei Spotify, Apple Podcast oder wo auch immer du gerne Podcasts hörst und hinterlasse uns eine gute Bewertung.
- 1:44Speaker 1: Diese und viele weitere Episoden findest du auch als Videopodcast auf unserem YouTube-Kanal.
- 1:49Speaker 1: An dieser Stelle auch noch eine weitere Hör-Impfehlung.
- 1:52Speaker 1: In unserem True Crime Podcast Machtergreifung wie Adolf Hitler die Demokratie zerstört, zeichnen wir die Jahre vor und während des zweiten Weltkriegs nach – also eine perfekte Ergänzung zum aktuellen Roman von Caroline Otto.
- 2:06Speaker 1: Den Link zu diesem Format findest du in den Show notes.
- 2:09Speaker 1: Jetzt dabei viel Spaß beim Zuhören?
- 2:10Speaker 1: Schön dass ihr alle wieder mit dabei seid!
- 2:17Speaker 0: und eine Menge Zeit für ein persönliches
- 2:20Speaker 1: Bargespräch.
- 2:22Speaker 0: Herzlich willkommen an unseren Bartresen!
- 2:25Speaker 1: Herzlich Willkommen
- 2:27Speaker 0: zu einer neuen Folge Gin &
- 2:29Speaker 1: Talk.
- 2:31Speaker 1: Mach es dir gemütlich, lehne dich zurück und tauche ein in die verrucht düstere
- 2:37Speaker 0: Atmosphäre unserer Studio-Bar.
- 2:39Speaker 1: Liebe Carolin ich freue mich sehr dass wir uns heute hier treffen können bei unserem Studio Um über Berchtesgaden zu sprechen, dein neues Buch.
- 2:56Speaker 1: Dein Roman den du geschrieben hast rund um die Zeit nach oder gerade am Ende des Zweiten Weltkriegs und den Übergang in die Zeit danach in Berchteshgaden.
- 3:08Speaker 1: Warum gerade da?
- 3:09Speaker 1: Und so weiter und sofort.
- 3:10Speaker 1: dabei sprechen wir gleich aber erst mal herzlich willkommen!
- 3:13Speaker 0: Danke Daniel ich freue mich dass ich hier sein darf.
- 3:16Speaker 0: sehr schön
- 3:16Speaker 1: Ich habe gerade schon gesagt, es geht um Berchtes Garten.
- 3:19Speaker 1: Es geht um die Zeit rund um das Kriegsende und danach erst mal... Wie kamst du denn eigentlich dazu zu sagen, dass ist ein Thema was mich jetzt irgendwie interessiert?
- 3:28Speaker 1: Und worüber ich dann auch noch einen Roman schreiben möchte?
- 3:32Speaker 1: Ich
- 3:32Speaker 0: bin ja eigentlich von Haus aus Drehbuchautorin und hab an der Filmhochschule studiert in München und habe in BerchtES Garten für eine ZDF-Heimatserie gearbeitet für Lena Lorenz Und das war schon im Jahr zweitausendfünfzehn.
- 3:47Speaker 0: und als ich dort war, habe ich dann mir auch die NS-Dokumentation angeguckt.
- 3:54Speaker 0: Ich hab mich für das Thema Deutschland im Dritten Reich und diese ganzen Sachen immer interessiert und deswegen musste ich da natürlich mal hingehen.
- 4:03Speaker 0: Ich war sogar vorher schon einmal mit dem Max Mannheimer über den ich ja ein Dokumentarfilm gemacht habe und während ich in dieser Dokumentation war dort ja auch konfrontiert wird mit der Tatsache, wer alles in Berchtesgaden gewohnt hat.
- 4:18Speaker 0: Rund um den Führer und was das eigentlich für ein wichtiges Zentrum war... Der war ziemlich früh schon da, in den zwanziger Jahren.
- 4:27Speaker 0: Und die Karriere und überhaupt den Feldzug Deutschlands gegen die Welt und den Aufstieg des Nationalsozialismus ist sehr viel dort geplant worden.
- 4:36Speaker 0: Auch sein Buch hatte er dort geschrieben.
- 4:39Speaker 0: Ich habe mich immer gefragt wie es eigentlich den Deutschen danach gegangen.
- 4:43Speaker 0: sagen wir mal, es wussten vielleicht nicht alle alles.
- 4:47Speaker 0: Aber spätestens nachdem man sozusagen damit konfrontiert wurde was im Namen aller Deutschen so passiert ist und dass man das natürlich auch... Dass die Nazis nicht alleine gemacht haben sondern dass er ein System war dem viele mitarbeiten mussten Und zum Beispiel wie schlimm das mit den Konzentrationslagern war?
- 5:07Speaker 0: Wie schlimm diese ganzen Vernichtungen in den Kriegsgebieten waren, die alle jenseits von jedem Kriegsrecht sind oder waren.
- 5:16Speaker 0: Und wenn man das dann realisiert, dann muss es ja von einer Art ... Kann es ja eigentlich nur, wenn man es tatsächlich betrachtet und nur mal kurz drüber nachdenkt zu eine Art von totaler Depression führen?
- 5:32Speaker 0: Wenn man sich denkt oh mein Gott wie sollen wir eigentlich jemals wieder irgendwo akzeptiert werden als ein Teil einer Völkergemeinschaft, in der man irgendwie nicht als Aussätziger behandelt wird.
- 5:44Speaker 0: Und dieser Moment, wenn man das realisiert – weil es haben ja viele Leute dann auf einmal, sie konnten's nicht mehr verleugnen aber die Verdrängung fand ihr auch Augenblicklich statt!
- 5:56Speaker 0: Aber gleichzeitig hatte man das natürlich schon zur Kenntnis genommen.
- 6:01Speaker 0: Man musste mit dem Gefühl und diesem untergründigen Gefühl von Es gibt etwas, was wir getan haben, das nicht wieder gut zu machen ist.
- 6:10Speaker 0: Das hat sich ja trotzdem weiter... es hat sich auch trotzdem fortgesetzt.
- 6:13Speaker 0: Ist ja nicht einfach verschwunden.
- 6:15Speaker 1: Vielleicht für diejenigen, die nicht so ganz tief im Thema sind.
- 6:19Speaker 1: Berthes Gaden war für Adolf Hitler ja ein bisschen Zufluchtsort, Lieblingsort, das Bergpanorama.
- 6:26Speaker 1: Man kann's ihm gar nicht übel nehmen, ist er wirklich sehr schön da und der hat sich da auch interessanterweise von den Einnahmen aus seinem Buch Mein Kampf, ein durchaus ansehnliches Anwesen hingestellt und hat da sehr viel Zeit verbracht.
- 6:41Speaker 1: Und deshalb macht es diesen Ort ja auch so gerade interessant weil auf der einen Seite ist es an sich erweit weg von den großen, sag ich jetzt mal Machtzentren, den großen Metropolen wie Berlin oder München und Nürnberg usw.. Auf der anderen Seite aber doch wieder sehr im Fokus, weil er eben so viel da war und natürlich sein ganzer Machtapparat drum herum dort auch sehr viel Zeit verbracht hat.
- 7:06Speaker 1: Und er das ja aus ein bisschen als Machtzentrale benutzt hat richtig?
- 7:10Speaker 0: Ja also Hitler ist eigentlich schon in den zwanziger Jahren als Tourist dort gewesen, hat sich da eingemietet.
- 7:16Speaker 0: es hat ihm gut gefallen.
- 7:17Speaker 0: Er hat erste Kontakte geknüpft, er hat eben Teil seines Buches dort geschrieben und dann wurde ja der Ober Salzberg nachdem er an der Macht in eine Art Sperrgebiet verwandelt.
- 7:27Speaker 0: Dort wurden die Leute enteignet und zu Beginn wurden danach okaye Preise bezahlt, aber am Ende, während er nicht weichen wollte wurde einfach verscheucht, Haus abgerissen und dann gab es keine Entschädigung mehr.
- 7:41Speaker 0: sondern wenn du dich noch beschwert hast hat das doch tatsächlich Probleme.
- 7:45Speaker 0: Und dort im Sperregebiet haben sich fast alle seine Minister irgendwie was angeschafft von Göring über Speer und sein Stadtteil, der Boermann.
- 7:58Speaker 0: Und so dierten alle ihre Häuser dort oder auch manche in Berchtesgaden oder im Königssee.
- 8:03Speaker 0: Und ab forty-vierzig war Hitler aber fast gar nicht mehr in Berchdesgaden weil da war die Lage schon so schlecht dass er sich da eine Erfolgschanze graben hat.
- 8:14Speaker 0: Aber Berchteshgaden hat dieses Erbe das es natürlich auch davon profitiert hat Dass dort viele Leute hin wollten und diese Art von Begeisterung für den Ort hat er auch sich sofort weiter fortgepflanzt.
- 8:28Speaker 0: Also nachdem die Amerikaner da waren, kamen ja wieder Leute hin, die sehen wollten wo der Führer gewohnt hat.
- 8:34Speaker 0: Jetzt ist er eben tot aber es war trotzdem so eine Art Wallfahrtstätte und damit gab's dann auch einige Probleme und Entscheidungen des Bayerischen Staates und der Amerikanern wie mit dem Gelände zu verfahren ist.
- 8:47Speaker 1: Wir schauen immer gerne auf die großen Städte ich hab sie gerade schon genannt und haben uns damit auch viel beschäftigt, in der Schule
- 8:54Speaker 1: usw.,
- 8:55Speaker 1: was da so alles passiert ist.
- 8:57Speaker 1: Und wie die Menschen vor Ort mit der ganzen Situation umgegangen sind, was sie alles mitbekommen haben... Wie war denn da diese Situation zu Kriegsende eigentlich in Berthesgaden?
- 9:08Speaker 1: Also wir sind weit weg von den großen Schauplätzen, relativ weit weg vom großen Kreueltaten.
- 9:20Speaker 1: Wie war denn da der Wissenstand sozusagen?
- 9:23Speaker 1: Also was hast du da in deiner Recherche auch herausgefunden, wie weit die Leute vor Ort tatsächlich im Thema waren.
- 9:30Speaker 1: Es ist ja immer so dieser beliebte Ausspruch von wegen wir haben gar nichts mitbekommen.
- 9:34Speaker 1: Wie war dann da die Lage in Berchtesgaden?
- 9:37Speaker 0: Also es gab ja einige Leute aus Berchteshgaden selber, die in Dachau gewesen sind ziemlich zu anfangen.
- 9:43Speaker 0: und zwar gab's damals diesen jungen Mann, der ein Fotokiosk hatte auf dem Obersalzberg, das er nicht verkaufen wollte und der wurde dann einfach gezwungen, dass er hat in Hitler einen Brief geschrieben.
- 9:56Speaker 0: Wer möchte sein Kiosk gerne behalten?
- 9:58Speaker 0: Er hat so Fotos selber gemacht als Postkarten verkauft und ist einfach nach Dachau geschickt worden, ist dann irgendwann da wiedergekommen und es dann ... Hat nie darüber geredet was passiert ist und weil das eigentlich unmöglich war das in Worte zu fassen und auch verboten Und der ist dann irgendwann auch an die Front geschickt worden und ist gestorben.
- 10:21Speaker 0: Es gab auch noch andere Leute, also man wusste Dachau war ja ein Begriff.
- 10:25Speaker 0: du machst so die Klappe auf kommst du nach Dachhaus.
- 10:29Speaker 0: Das Ausmaß der Judenvernichtung in Berchtesgaden gab es schon ein paar jüdische Einwohner.
- 10:34Speaker 0: die sind alle mehr oder weniger verschwunden.
- 10:37Speaker 0: da ist das irgendwie nicht ganz schön dargestellt in der Dokumentation Diese Art von Bereicherung.
- 10:46Speaker 0: Das Thema Plündern ist auch in meinem Roman ziemlich groß.
- 10:49Speaker 0: Es hat eigentlich zu jeder Zeit stattgefunden, wer gerade wen ausgeplündert und sich bereichert hat.
- 10:55Speaker 0: Und das war in Berchtesgaden ein großes Thema.
- 10:58Speaker 0: Ich denke, dass viele Leute schon was wussten.
- 11:00Speaker 0: Es wussten ja auch Leute, dass es Probleme gibt wenn du jetzt nicht verkaufen willst.
- 11:07Speaker 0: Da musstest du nicht jüdisch für sein aber du musst das Haus haben, dass irgendein Partei genostet haben wollte oder so.
- 11:14Speaker 0: Aber andererseits hat man eben auch profitiert, also man konnte halt ... hatte florierenden Handel.
- 11:21Speaker 0: Göring hat sich ja von einem Schneider da immer so Uniform machen lassen.
- 11:24Speaker 0: Die Letzte hat er nicht mehr bezahlt und es gab sehr viele... Also ich würde sagen das war wirklich eine gemischte Situation.
- 11:34Speaker 0: Ich kann es sehr schlecht einschätzen, wieviel die Leute wirklich von der Judenvernichtung oder so gewusst haben.
- 11:39Speaker 0: Aber da's eine politische Verfolgung von Leuten gibt.
- 11:42Speaker 0: und wie gesagt der Chris ist ja auch das von dem wusste man ja auch.
- 11:45Speaker 0: seine echte Figur.
- 11:46Speaker 0: also Rudolf Chris ist eine Figur aus dem Buch.
- 11:48Speaker 0: Das war tatsächlich der Bürgermeister in Berchtesgaden Der seine Meinung auch offen geäußert hat und denunziert wurde Und danach eben deswegen tritt er im buch überhaupt auf Von den Amerikanern als vertrauenswürdige Person zum Bürgemeister gemacht wurde Brauereibesitzer und Professor für religiöse Volkskunst.
- 12:08Speaker 0: Und so was alles, aber danach war er dann eben von den Amerikaner als Bürgermeister eingesetzt.
- 12:14Speaker 1: Du hast die Plünderungen gerade schon angesprochen?
- 12:16Speaker 1: Die gab es ja grade zu Kriegsende quasi in alle Richtungen.
- 12:19Speaker 1: also es kamen die Amerikanern, es kam die Franzosen Es gab die Einheimischen, die gemerkt haben okay da ist in dem und im Gebäude ist niemand mehr oder da war jemand der viel hatte oder jemand der Regierung angehörte, oder dem engsten Kreis und wo was zu holen war.
- 12:37Speaker 1: Und auf einmal ging das in alle Richtungen kreuz und quer vor-und zurück und auch den Befreiungsmächten gegenüber den Einheimischen tatsächlich auch zu großen Teilen, was ja auch ein Thema ist, was trotzdem moralisch natürlich nicht in Ordnung war.
- 12:56Speaker 1: Wenn du da mal so tief hereinschaust – gerade seitens Amerikaner und seitens der Franzosen usw.
- 13:04Speaker 1: Wie hat man sich das eigentlich irgendwie gerechtfertigt, dass das in Ordnung ist was man da gerade macht?
- 13:10Speaker 1: oder war es einfach dieser Modus von wegen ihr habt euch quasi alle Rechte sozusagen in der Hinsicht entledigt durch das was im Krieg passiert ist?
- 13:19Speaker 1: Und man erregt das dadurch so ein Stück weit.
- 13:23Speaker 0: Also zunächst wussten die ja schon dass die Deutschen überall wo sie waren alles mitgenommen haben, was nicht niedundagelfest war.
- 13:31Speaker 0: Und die haben Frankreich ausgeraubt, die haben Polen ausgerraubt und in Belgien die Niederlande.
- 13:36Speaker 0: also alles, was irgendwie interessant von Wert oder auch... Ich meine diese ganze Kriegswirtschaft hat ja nur deswegen funktioniert weil die ganzen Nahrungsmittel auch aus den besetzten Gebieten kamen.
- 13:45Speaker 0: Das heißt Deutschland hat sich überall sehr bereichert.
- 13:49Speaker 0: ich weiß nicht ob die da so eine Art private Wiedergutmachung gemacht haben.
- 13:54Speaker 0: das glaube ich eigentlich nicht.
- 13:55Speaker 0: aber Das ist halt im Krieg üblich.
- 13:58Speaker 0: Du gehst dahin und nimmst dir das, was dir
- 14:00Speaker 0: gefällt.".
- 14:01Speaker 0: Und so wie die eine Hauptfigur ja auch da aus Pommern weggegangen ist ... Dann lässt du das Haus offen und alles, was in diesem Haus ist, aufgegeben quasi.
- 14:11Speaker 0: Und ansonsten, dass was du nicht dabei hast, vergraben hast oder irgendwie anders geschützt hast, ist der Allgemeinheit preisgegeben.
- 14:19Speaker 0: Das weiß man sozusagen.
- 14:23Speaker 0: Bei den Amerikanern war das glaub ich auch so ne Art von.
- 14:26Speaker 0: Das gehört einem Nazi.
- 14:28Speaker 0: Und das nehme ich jetzt irgendwie mit, also zum Beispiel die ganzen Kunstraube oder auch z.B.
- 14:34Speaker 0: der Tick mit den Uhren, dass man immer Uhren haben wollte und diese Art von... Also es geht ja in meinem Buch los mit der Plünderung wie die Hauptfigur mit ihrer Freundin das Speerhaus plündern.
- 14:47Speaker 0: Sie ist noch völlig unbetretenes alles noch da und sie gehen als Erster da rein und haben auch erst mal gar nicht den Impuls da zu rauben oder sich Sachen mitzunehmen, sondern sie gucken sich das nur an.
- 14:59Speaker 0: Erst als die anderen auch ankommen und dann irgendwie das gierige Gewühle losgeht und man nimmt auch Sachen mit, die man überhaupt nicht brauchen kann, nur weil Sie gerade irgendwie da sind.
- 15:08Speaker 0: Das ist sozusagen dieser Prozess des Plünderns wie man sich eigentlich immer an dem gütlich hält wo grade keiner mehr drauf aufpasst deswegen weil er nicht da ist oder weil er keine Macht mehr hat.
- 15:20Speaker 0: also wenn die Soldaten reinkommen können sie ja auch jemandem der in seinem haus ist sagen jetzt will ich aber das haben.
- 15:27Speaker 1: Du beschreibst ja auch sehr schön dieses nennen wir es mal verdrängen oder augen zu machen auch innerhalb der familien, wo's dann darum geht dass der eine sagt ich muss jetzt aber weg hier ich war bei der ss ist natürlich nicht darf ich keine chance sozusagen durchzukommen und Ich frag mich dann immer Wie viel wussten denn die Familien tatsächlich, die Angehörigen?
- 15:51Speaker 1: Also gerade dann vielleicht auch die Eltern von dieser Person oder die auch die Ehefrau.
- 15:56Speaker 1: Vielleicht die Partner, die Kinder wie auch immer... Wie viele wussten die eigentlich tatsächlich davon was dann so jemand bei der SS am Ende getan hat?
- 16:05Speaker 1: Oder hat man da bewusst vielleicht gar nicht so genau nachgefragt und hat sich gedacht will ich vielleicht auch gar nicht wissen, wenn ich mitbekomme dass der heim kommt und eigentlich total traumatisiert vielleicht ist oder so.
- 16:18Speaker 1: Und dann will ich das vielleicht gar nicht ganz genau wissen und vielleicht auch daraus dann irgendwann entstanden ist, dass viele gesagt haben wir wussten ja gar nichts.
- 16:26Speaker 0: Ich glaube die meisten wollten einfach nicht darüber reden.
- 16:31Speaker 0: Aber es gibt immer wieder Leute die Briefe geschrieben haben die sogar durch die Zensur da durchgekommen sind Oder die zu Hause davon erzählt haben.
- 16:40Speaker 0: Aber das ist die Minderheit.
- 16:42Speaker 0: Und es hängt sicher auch davon ab, wie gut sich die Paare noch verstanden haben oder die Freunde mit denen man sich ausgetauscht hat.
- 16:49Speaker 0: Ich glaube dass es unter den Soldaten so etwas gab, wir wissen ja was da los ist aber wir reden da wenn jemand anders dabei ist nicht drüber.
- 16:59Speaker 0: Das hat's ja auch gegeben also diese Kameradenschaft wo man dann weiß Wir waren alle in derselben Situation so.
- 17:10Speaker 0: Und es gab ja auch Leute, die tatsächlich sich auch geweigert haben ganz wenige einfach solche Erschießungen durchzuführen aber immerhin die gab es so.
- 17:19Speaker 1: Standen die Befreiungsmächte an dem Punkt ja an der Situation dass sie Unterstützung ja auch gebraucht haben, also aus der Bevölkerung heraus um das ganze aufzuarbeiten und überhaupt herauszufinden was da eigentlich passiert.
- 17:32Speaker 1: Auch zu dokumentieren wie man da weiter vorgehen kann und wer auch welche Schuld an Wasser hatte am Ende des Tages.
- 17:39Speaker 1: Und man musste die richtigen Leute finden.
- 17:42Speaker 1: Jetzt waren die aber genau vor dem Dilemma, dass natürlich jeder gesagt hat ich war kein Nazi Ich hatte damit nichts zu tun Und gleichzeitig aber ja fast jeder in irgendeiner Art und Weise Angehörige hatte, die bei der SS waren.
- 17:54Speaker 1: Die irgendwie beim Mitglied der NSDAP waren oder auch in den diversen Jugendorganisationen irgendwann mal drin waren.
- 18:02Speaker 1: Also diese ganz unbefleckten Menschen sozusagen gab es ja eigentlich kaum, oder?
- 18:08Speaker 0: Nein!
- 18:09Speaker 0: Die gab's selten.
- 18:10Speaker 0: und die Amerikaner haben jetzt zum Beispiel diesen Fragebogen entwickelt, denn die Brieken hatten auch so einen Frageboggen dem man ausfüllen musste, wenn man irgendwie eine Arbeit aufnehmen wollte die ja wo man auch dann Marken für kriegt oder Geld oder so.
- 18:25Speaker 0: Das heißt das war schon gekoppelt an bestimmte Leistungen, die jeder auch brauchte und diese Fragebögen waren hundert ein... das waren hunderteißig Fragen bei den Amerikanern und die waren sehr, sehr detailliert.
- 18:38Speaker 0: und zum Beispiel diese Berufe.
- 18:39Speaker 0: Man konnte weder Jurist sein noch Lehrer noch Arzt Noch Schauspieler, noch Musiker.
- 18:45Speaker 0: Wenn man nicht in der entsprechenden Berufsorganisation der NSDAP gewesen war oder das Reich ist halt in dem Fall was da dann dasselbe war.
- 18:56Speaker 0: Das heißt diese ganzen Berufe sind eigentlich schon ausgeschieden gewesen und die anderen, die die Berufer auch ausgibt haben waren sind entweder in den Krieg geschickt worden ins KZ gekommen, emigriert gestorben.
- 19:08Speaker 0: Also mal oft sind er ja auch in der Zwischenzeit gestorbt manchmal auch einfach aus Altersgründen.
- 19:14Speaker 0: Und das heißt, man musste sich überlegen wie will man.
- 19:17Speaker 0: Was macht man mit diesem Land?
- 19:19Speaker 0: Wenn man es erhalten will brauchen wir all diese Leute.
- 19:23Speaker 0: Wir müssen ja die ganze Versorgung irgendwie stemmen und die Schule muss ... Schule Medizinismus alles wieder in Gang gebracht werden.
- 19:30Speaker 0: Gleichzeitig müssen wir auch gucken dass wir mit unseren Militärgerichten hinterher kommen weil wir müssen die ganz schlimmen natürlich als erstes rausziehen.
- 19:39Speaker 0: ist er nicht immer gelungen aber Man hat auf jeden Fall dann angefangen Das genauer zu untersuchen.
- 19:45Speaker 0: Und natürlich gab es Geheimdienste, die auch ziemlich genau Bescheid wussten und zum Beispiel die eine Figur dieser Frank-Rosenzweig aus meinem Buch ist ja ein emigrieter jüdischer Deutscher.
- 19:55Speaker 0: Und das war eben eine Kategorie von Spezialeinheiten, die die Amerikaner ausgebildet haben – die Ritchie Boys.
- 20:03Speaker 0: Das war eine Einheit aus österreichischen und deutschen emigrierten Juden sehr oft Schriftsteller, Journalisten.
- 20:11Speaker 0: Billy Wilder war auch einer davon, Alfred Düblin.
- 20:14Speaker 0: Und so die waren alle eben von den Amerikanern rekrutiert und eine militärische Ausbildung bekommen.
- 20:20Speaker 0: Die Amerikaner haben gesagt ihr kennt die Deutschen und wir möchten dass ihr da auf dem Busch klopft weil ihr seht da genauer hin.
- 20:30Speaker 0: Deswegen waren sie sehr wichtig für die erste Zeit wo eben die ersten Verhöre gemacht wurden.
- 20:37Speaker 0: Und deswegen die Amerikanen hatten ja wirklich viele Leute die Deutsch gesprochen haben Aus diesen Gründen.
- 20:42Speaker 0: Was
- 20:42Speaker 1: ich mir so wahnsinnig scher vorstelle, wir kommen da in ein vom Krieg teilweise zerstörtes aber in jedem Fall traumatisiertes Land in eine dramatisierte Gesellschaft rein also von außen die gerade die Amerikaner zum Beispiel und man muss dieses Land ja auch erst mal befreien.
- 20:59Speaker 1: das heißt es gab militärische Aktionen selbstverständlich Aber gerade den Schritt über den wird's grade gesprochen haben.
- 21:06Speaker 1: Das ist ja auch ne sehr stark psychologische Aufgabe wo man auch wirklich verstehen muss, okay.
- 21:13Speaker 1: Wo ist jetzt die Person, die vor mir sitzt quasi gebrainwascht worden?
- 21:19Speaker 1: Weil anders kann man sehr kaum nennen mit all der Propaganda und all dem was im dritten Reich damals passiert ist Und wo es echte Überzeugung da?
- 21:28Speaker 1: also wo ist einfach diese Anpassung über die Jahre, wo man gesagt hat ok Man fügt sich dem jetzt und das ist irgendwie dieses neue normal womit wir alle leben müssen und dass wird nicht mehr weggehen, also die Propaganda war ja sehr überzeugend und man musste sich dem ja irgendwie fügen oder man hat das Land verlassen.
- 21:46Speaker 1: Aber es war schwierig zu sagen ich bin dagegen und ich bleibe und ich mache trotzdem alles irgendwie weiter wie bisher.
- 21:52Speaker 1: Und dann gab's aber auch diejenigen die Feuer- und Flamme für dieses Regime waren, für die Botschaften darin und... Das herauszufinden kann ich ja mit einer klassischen militärischen Ausbildung erstmal nur sehr schwer machen weil der Fokus da ja ein ganz anderer ist.
- 22:08Speaker 1: Also gab's da auch dann wirklich psychologische Spezialisten sozusagen, die da Teil der Mannschaft waren um dann auch solche Gespräche mit einem psychologischen Background zu führen.
- 22:20Speaker 1: Um da irgendwie auch tiefer reinzukommen?
- 22:23Speaker 0: Das weiß ich nicht!
- 22:24Speaker 0: Ich glaube eher nicht weil das gab es sicher den einen oder anderen, der mehr Zugang zu hatte und das so gemacht hat.
- 22:32Speaker 0: aber ich glaub dass war noch ziemlich handfest.
- 22:34Speaker 0: also nach dem Prinzip erzähl mir kein Bullshit Weil die meisten, die haben den Sinn ja verzweifelt.
- 22:40Speaker 0: Die haben gesagt ich bin jetzt schon von Aachen bis hier runter.
- 22:44Speaker 0: Hier ist der letzte Zipfel.
- 22:45Speaker 0: Soll ich Ihnen was sagen?
- 22:46Speaker 0: Ich habe keine einzigen Nazi getroffen!
- 22:47Speaker 0: Die waren alle keine Nazis.
- 22:48Speaker 0: wo sind die alle hin?
- 22:49Speaker 0: und das hat die wahnsinnig Wüten gemacht auch irgendwann.
- 22:52Speaker 0: also anstatt zu sagen.
- 22:55Speaker 0: Mir ist doch viel lieber wenn jemand sagt Ja... Hab daran geglaubt und ich find's auch jetzt irgendwie immer noch gut.
- 23:01Speaker 0: Ist mir eigentlich lieber als jemand, der sagt Ich hab da nie und ich wollte nie.
- 23:05Speaker 0: Und auf einmal denkt man sich mein Gott wo sind die alle hin?
- 23:07Speaker 0: Ja diese haben sich alle über Nacht in luft aufgelöst und das stimmt natürlich nicht.
- 23:11Speaker 0: und dann ist es Natürlich dass ist ein viel schwierigerer Schritt wenn man leute die sagen ja ich war bin er nie so gewesen und ich habe auch Immer guten tag gesagt und mich halt hitler.
- 23:20Speaker 0: und zunächst sehr okay aber Das ist die verdrängung die sofort einsetzt und mit der man dann auch eben eigentlich diese diese vierzig Jahre gebraucht hat, bis das irgendwie sich langsam mal so auflöst oder sagen wir mal.
- 23:36Speaker 0: Hat schon vorher angefangen aber viele Leute wollten damit ja gar nichts zu tun haben.
- 23:40Speaker 0: und selbst heute ist es ja wie wir kurz besprochen haben da mit den Opa war kein Nazi.
- 23:46Speaker 0: Ja ist leider eine Illusion in den meisten Fällen.
- 23:50Speaker 0: Es gibt ja auch oft Mischbilder.
- 23:52Speaker 0: Das ist ja nicht alles eindeutig so oder so, aber vom Prinzip her haben so viele mitgemacht dass die Wahrscheinlichkeit schon groß ist.
- 24:01Speaker 0: das... Dass die Großeltern da auch dabei
- 24:04Speaker 1: waren Wie bring ich denn so einer traumatisierten Gesellschaft die über Jahre eingeimpft bekommen hat?
- 24:11Speaker 1: Dass der Weg ist der uns zu großen Heil führt und zu großen Wohlstand führt?
- 24:19Speaker 1: Wie bringe ich dann so einer Gesellschaft bei, dass eine funktionierende Demokratie und demokratische Werte und dieses ganze Fundament auf dem unsere Gesellschaft heute eigentlich fußt am Ende der bessere Weg ist?
- 24:34Speaker 0: Die haben ja sehr viel erstmal mit Konfrontation gearbeitet.
- 24:38Speaker 0: Einfach damit man sagt hier das es also die Leute selber waren kriegsmüde Krieg wollte auch wirklich glaube ich fast niemand mehr.
- 24:47Speaker 0: Und dann, wie geht man jetzt weiter danach?
- 24:49Speaker 0: Der Krieg ist vorbei und hätte natürlich gerne ... Man wurtelt sich gerade durch.
- 24:54Speaker 0: Macht weiter.
- 24:56Speaker 0: Baut sich wieder ein bisschen was auf.
- 24:58Speaker 0: Die Amerikaner haben aber zu Anfang ziemlich klar auf Konfrontation gesetzt.
- 25:02Speaker 0: Also hier die Besuche, wo sie die Leute nach Buchenwald konfrontiert haben.
- 25:11Speaker 0: Das waren ja nur Teile.
- 25:12Speaker 0: Es gab später auch Todesmühlen in diesem Film.
- 25:15Speaker 0: den der Billy Wilder auch geschnitten hat.
- 25:18Speaker 0: Den mussten die Leute sich ja auch angucken, also sozusagen die Konfrontation mit dem was tatsächlich passiert ist damit man nicht sagt Ja das war ja nicht so schlimm.
- 25:26Speaker 0: Also es gab als erstes glaube ich in dem solange es ging Schocktherapie einfach mal guck mal hin und danach glaube ich haben wir ja erstmal sich sehr lange auch überlegt was sie überhaupt mit diesem Deutschland machen sollen.
- 25:42Speaker 0: dann war dadurch dass die Russen und die Amerikaner sich auf anderen Feldern auch schon wieder sehr feindlich gegenüberstanden, war klar dass Deutschland das Bollwerk wurde.
- 25:54Speaker 0: Also Deutschland in der Mitte durchschneiden und dann die beiden Hälften zu den jeweiligen Systemen gehörend aneinander stoßen sozusagen der Kommunismus gegen die westliche Welt.
- 26:07Speaker 0: Und ich glaube mit der Demokratie haben sie ja noch so ein bisschen begleitete Demokratie gemacht eine ganze Weile wo man auch, wo die noch nicht so viel zu sagen hatten bis ... zu den ersten Wahlen Ende der Vierziger.
- 26:22Speaker 1: Es gibt eine Szene relativ am Anfang vom Buch auch.
- 26:26Speaker 1: Wo du beschreibst wie auch die Amerikaner dann merken ach das ist ja irgendwie gar nicht so dass hier alles nur irgendwie Bruchboden sind und kein Wohlstand da ist weil sie feststellen jedes Haus hat irgendwie fast jedes Haus Hat fließendes Wasser teilweise warmes Wasser Es sind massiv gebaute Steinhäuser, es ist schon irgendwie ein anderer Standard als zu der Zeit auch in den USA.
- 26:51Speaker 1: Als da viele Häuser eben noch nicht an die Kanalisationen angebunden waren oder es eben kein Fließendwasser gab und so weiter... Ist das eigentlich was, was vielleicht dann auch zu noch mehr ja vielleicht zu einer gewissen Wut auch gesorgt hat bei den Soldaten?
- 27:08Speaker 1: Die gemerkt haben okay kommen hier in Land wir haben da irgendwie alles Versucht zu befreien.
- 27:14Speaker 1: Es wurde bombardiert, es wurde viel kaputt gemacht aber... Wo haben die denn eigentlich diesen sozusagen überlegenden Wohlstands- Standard her im Vergleich zu uns?
- 27:26Speaker 0: Das glaube ich nicht!
- 27:26Speaker 0: Ich glaube das da einfach... Es war so viel kaput und die Städte waren wirklich nur Trümmerfelder.
- 27:33Speaker 0: Da war kein Nightmare oder so.
- 27:37Speaker 0: Ich glaube da war eher... Oh Gott jetzt ist er aber wirklich... Das ist jetzt wirklich armselig.
- 27:43Speaker 0: Es war eher, dass eben so halb auf dem Land und in den kleineren Stimmen, wenn man da diese ... die Häuser gesehen hat.
- 27:49Speaker 0: Und was es da gab?
- 27:49Speaker 0: Also das wird ja aus den Augen von den schwarzen GI erzählt, der natürlich einen ganz anderen Standard gewöhnt ist.
- 27:56Speaker 0: In Deutschland war vorschrittlich technisch gesehen damals also für wen das ganz extrem war waren halt für die ganzen russischen Soldaten, die ja irgendwie überhaupt keine Toilette kannten und dann eben einfach ein Loch in den ersten Stock gehackt haben kackt haben.
- 28:13Speaker 0: Und da war sozusagen der tatsächliche Schock.
- 28:17Speaker 0: und das andere war nur die es erstaunen darüber, dass man eigentlich so viel hat.
- 28:21Speaker 0: und warum was will man denn noch mehr?
- 28:24Speaker 0: Also als das ist.
- 28:25Speaker 0: natürlich sind jetzt durch bestimmte Zonen gekommen wo's nicht so arm war für vielleicht den anderen aber trotzdem also sagen wir mal so der Grundstandard.
- 28:37Speaker 0: alles miteinander war Deutschland relativ reich.
- 28:41Speaker 0: Und Deutschland hatte sich natürlich in den zwölf Jahren auch sehr bereichert, wie gesagt an den besetzten Gebieten.
- 28:48Speaker 1: Was man dann natürlich auch noch mal schlimmer sozusagen gesehen hat an den tatsächlichen Gebäuden von Adolf Hitler gerade in der Region wo man riesige Weinkeller gefunden hat, wo man edles Besteck und Geschirr und Gläser mit Initialen und Kunst und alles Mögliche gefunden hat was dann auch zu dem einen oder anderen aufgelage geführt hat, weil man da natürlich auch diese Überlegenheit oder diesen Sieg feiern wollte.
- 29:17Speaker 0: Das war ja mit der Einnahme von Berchtes Garten das letzte Stück Deutschland eingenommen und dann war der Krieg zu Ende.
- 29:25Speaker 0: Und dann war das, sagt ihr auch zum Beispiel, Klaus Mann war auch so ein Richie Boy Unisoner, dass die drei Tage alle besoffen waren dann im Berchtesgaden.
- 29:36Speaker 0: Und natürlich haben sie sich die ganzen Sachen aus den Kellern geholt von den ganzen Parteigenossen, die wiederum in Frankreich und überall da wo es gut als das war natürlich meistens Frankreich, wo es die guten Sachen zu trinken gab, die haben die halt mitgenommen.
- 29:52Speaker 1: was ich mir so schwer vorstelle wenn man dieses riesige Land sich anschaut also Gut im Vergleich zu anderen Ländern, nicht ganz so riesig.
- 29:59Speaker 1: Aber im Vergleich dann doch auch dicht besiedelte Land mit vielen Städten, Dörfern, Gemeinden.
- 30:07Speaker 1: und man muss das irgendwie alles unter Kontrolle bringen in Zeiten, in denen wir ja noch kein Internet hatten wo wir noch keine Smartphones hatten die ganze Medienlandschaft erst mal wieder aufgebaut werden musste und man überhaupt mal schauen musste, wie bekommt man denn jetzt wirklich die richtigen Informationen an die Menschen?
- 30:29Speaker 1: Das war doch eine Mammutaufgabe eigentlich.
- 30:32Speaker 1: Vor allem weil man ja auch keine funktionierende Presse in dem Sinne mehr gefunden hat, weil das ja über die Jahre alles eigentlich zerstört oder gleichgeschaltet wurde.
- 30:43Speaker 0: Ja es war ja erstmal... gab's ja gar nichts mehr dann Und ich glaube, es wurde alles so per Dekret-Mitteilung des amerikanischen Governors gemacht.
- 30:55Speaker 0: Also ich glaub da gab's trotzdem immer noch viele Zonen in denen man sich irgendwie solange man nichts brauchte.
- 31:02Speaker 0: also wenn man jetzt nicht irgendwie Blemismittelmarken braucht oder so dann musste man ja auch nicht in Erscheinungen treten, also könnte man sie ja noch ein bisschen verstecken wahrscheinlich.
- 31:10Speaker 0: aber insgesamt hat das relativ.
- 31:15Speaker 0: Der Zeitungsaufbau kam dann auch relativ zügig.
- 31:19Speaker 0: Es ist eine interessante Figur, die kommt in den Buch so nicht vor.
- 31:24Speaker 0: aber der, der die Süddeutsche Zeitung wieder mitgegründet hat Hans Habe war ja auch ein Richie Boy und er war schon Bestsellerautor in den Staaten und war ungarisch jüdischer Immigrant und hat hier aus dem Bly Setzen von Hitlers Mein Kampf wurde dann ja die erste Süddeutsche quasi gegossen und gedruckt.
- 31:51Speaker 0: Das war natürlich auch mit strengen Auflagen der Alliierten, wer da schreiben darf und wie oft es erscheint und worüber man nicht schreiben darf bis das dann irgendwann nach betreutem Schreiben und so weiter irgendwann freigegeben wurde.
- 32:06Speaker 1: Wenn wir noch mal uns... Konkret auch dein Buch anschauen.
- 32:10Speaker 1: Wie bist du da eigentlich vorgegangen?
- 32:12Speaker 1: Also, du hast natürlich eine fiktionale Geschichte aber mit ganz vielen realen Elementen die du recherchiert hast und es gibt ja auch einige echte Figuren die es wirklich so gab.
- 32:25Speaker 1: wie bist du bei der bei der Recherche vorgegang und welche Quellen hast du am Ende auch nutzen können um das dann auch ganz speziell für diese Region sozusagen dir die Informationen zu suchen.
- 32:38Speaker 0: Also erstmal war ich ja dort und habe mir dann auch in dem Doku-Zentrum alles mögliche angeguckt, dann gibt es da so einen kleinen Verlag.
- 32:47Speaker 0: Die haben Bücher, auch geschichtliche Bücher durchaus sehr interessante historische Sachen.
- 32:53Speaker 0: Die hab' ich mir alle gekauft, hab' die alle gelesen... Und dann ist das ja fast wie eine Art, kann man sagen, dass man wie ein Fisch durchs Wasser schwimmt und dann ist da noch was.
- 33:03Speaker 0: Und dann saugt man das alles ein, bearbeitet das und manches braucht man gar nicht direkt.
- 33:09Speaker 0: aber irgendwann wenn man weitergeht also auf diesem unglaublichen Berg von Sachen die man liest ohne zu wissen ob man sie benutzen wird können gibt es immer sowieso Punkte die sich einem einprägen und später... Da war irgendwas!
- 33:24Speaker 0: Da gehe ich nochmal kurz hin, das war doch da.
- 33:25Speaker 0: Dann guckt man das in meine.
- 33:27Speaker 0: Ah ja okay interessant genau das hatte ich.
- 33:29Speaker 0: irgendwie verbinden sich diese Elemente, die man eigentlich erst mal nur so liest oder bei der Recherche findet dann aber auch zu Möglichkeiten von Geschichten, die sich daraus ergeben.
- 33:39Speaker 0: Also wenn man das macht, findet man auch seine genaueren Geschichten und man fängt aber eigentlich eher an wie ein Sammler und Jäger und Sammler.
- 33:47Speaker 0: Und da gibt es in irgendeinem Buch einen Hinweis und dann geht man dem nach und ich meine das Internet ist einfach großartig.
- 33:53Speaker 0: Das hätte ja früher irgendwie, ich weiß nicht, hätte ich so viel Material nie zusammengekriegt Und ich habe schon lange recherchiert, auch mit Internet.
- 34:02Speaker 0: Man muss das ja irgendwie lesen und wirken lassen.
- 34:07Speaker 0: Dann gibt es viele Akten die man findet wie jetzt von dem Englischen Piloten der abgeschossen wurde, von den amerikanischen Piluten der ab geschossen wurde.
- 34:18Speaker 0: dann diese ganzen Sachen, die teilweise als Verhöre wiedergegeben sind auch oft auf Dokumenten, auch wenn ich sie angepasst habe.
- 34:30Speaker 0: Und das ist sehr ... ja... Manchmal sind es zu viele Sachen, die passen dann nicht, die sind sehr interessant.
- 34:38Speaker 0: Aber eine sehr interessante Geschichte zum Beispiel ist dieser Kunstraub, der da drin vorkommt und die Geschichte mit der, dass ein Journalist in einen Tag Berchtes Gaden regieren darf, die stimmt!
- 34:49Speaker 0: Da gab's eben direkt nach Ende des Krieges im Sommer ... wollten die Amerikaner gleich für den amerikanischen Steuerzahler klar sichtbar machen, warum es so wichtig ist dass sie sich in Deutschland engagieren und nicht irgendwie einfach sagen du uns doch egal.
- 35:06Speaker 0: Und deswegen wollen Sie auch menschliche Geschichten zeigen.
- 35:08Speaker 0: und da haben Journalisten gestattet dort hinzugehen und waren sogar wieder froh wenn eben jemand ausführlich berichtet hat.
- 35:15Speaker 0: und eines war eben eine Reporterin von einer Zeitschrift namens The Woman's Companion und das war eine gewisse Patricia Lockridge.
- 35:24Speaker 0: Die wurde eingeladen Anfang Juni, also wirklich kurz danach.
- 35:29Speaker 0: Einfach mal einen Tag die Entscheidungen des Governors dort zu treffen.
- 35:34Speaker 0: Der hatte natürlich jemanden bei sich der damit sie nicht total verloren ist.
- 35:37Speaker 0: aber trotzdem und das ist sehr interessant sind fast die Sachen die in dem Buch auch vorkommen was sie entscheiden musste wie mit dem Weisenhaus oder ob die frohen Leichnahmskanone abgeschossen werden darf dass sie unbedingt ins Medizinlager müssen und diese ganzen Sachen sind alles tatsächlich die Dinge gewesen, die fast alle bei ihr aufgetreten sind auch.
- 35:59Speaker 0: Und das war nur ein Tag, also die mussten ja jeden Tag solche Sachen erledigen.
- 36:03Speaker 0: Dass sie am Ende dann eben zu diesem Zug geht der von den Amerikanern bewacht wird wo die wettvollen Sachen alle drin sind und sich einen Bild aussuchen darf – das ist auch tatsächlich so gewesen!
- 36:14Speaker 0: Das hat die Frau in ihrem Bericht Eigervern Berchtesgaden natürlich nicht geschrieben, dass sie sich dort einen Kranach ausgesucht hat.
- 36:21Speaker 0: Den sie dann mitgenommen hat in die Staaten in ihrem Koffer und in ihrem Wohnzimmer hängen hatte bis das dann in den sechziger Jahren über eine Galerie verkauft wurde.
- 36:32Speaker 0: Und das ist etwas was man weiß und es sind aber so viele Sachen immer noch verschwunden.
- 36:36Speaker 0: also davon auszugehen Dass sich zuerst die Berchtestgardener was mitgenommen haben Dann die SS wahrscheinlich auch Und die ganzen, die da aufgepasst haben und natürlich die Amerikaner.
- 36:48Speaker 0: Also so... Manchmal ist es zurückgekommen aber vieles nicht.
- 36:54Speaker 1: Es gab ja gerade am Anfang eben, wir waren vorhin schon über die Plünderungen gesprochen, es gab aber auch Missbrauchsfälle, es gibt Grenzüberschreitungen in alle beliebigen Richtungen was Moral-und Ethik angeht.
- 37:07Speaker 1: Wie hat man da eigentlich ein normales Level?
- 37:10Speaker 1: wieder zurückgefunden und auch einen Respekt füreinander gefunden, weil aus einer Situation kommt wo beide Seiten ja irgendwo die einen diesen ganzen halben Kontinent befreit haben.
- 37:23Speaker 1: Und Elend gesehen haben das von den Deutschen verursacht wurde und die anderen die ja auch irgendwie unterjocht worden sind und viel miterlebt haben über die über die ganze Jahre wenn sie jetzt nicht gerade Flammende Anhänger des Regimes waren und wie man da dann auch so einen gegenseitigen Respekt dann irgendwann überhaupt wieder etablieren kann in der Gesellschaft.
- 37:46Speaker 0: Ja, also ich glaube dass das sehr lange gedauert hat Und dass vor allen Dingen natürlich auch innerhalb der Gesellschaft Also zum Beispiel die Leute die sich tatsächlich gegen die Herrschaft waren Die Dinge in Kauf genommen haben weil sie dem nicht zustimmen wollten Das waren eigentlich die, die am meisten gekniffen waren.
- 38:07Speaker 0: Weil am Ende gibt es vielleicht keine Dokumentation darüber oder keine ... Aber die sind sozusagen merken alles kommt wieder und die Leute, die vorher oben schwammen, schwimmen auch schon wieder oben weil das eine Charaktereigenschaft ist nicht nur eine Parteizugehörigkeit.
- 38:23Speaker 0: also vielleicht führt eine bestimmte Charakter-Eigenschaft zur Partei zu Gehörigkeiten aber vor allen Dingen die Fähigkeit sich anzupassen und auch wieder irgendwo hinzukommen.
- 38:33Speaker 0: Es hat sich ja überall.
- 38:35Speaker 0: Also man muss den Staat am Laufen halten, dann muss Ärzte wieder haben.
- 38:38Speaker 0: Man muss Juristen wiederhaben und natürlich hat man jetzt die ganz schlimmen Ausgesondert.
- 38:43Speaker 0: aber ehrlich gesagt das waren viel zu wenig Und alle anderen haben sich so ein bisschen ruhig verhalten.
- 38:48Speaker 0: Wer bis neunzehntundfünfzig durchgekommen ist musste mit nichts Schlimmem mehr rechnen.
- 38:53Speaker 0: Die haben sich natürlich auch gegenseitig geschützt.
- 38:56Speaker 0: also welcher Jurist will schon einen Juristen verklagen der aus seinem Internet?
- 39:00Speaker 0: die kennen sich ja auch irgendwie und wissen wie es war?
- 39:04Speaker 0: Na ja, dann sagen wir.
- 39:05Speaker 0: Ja gut!
- 39:06Speaker 1: Du hast ja vorhin schon gesagt eigentlich bist du Drehbuchautorin wenn du so einen Buch schreibst oder so einen Roman schreibest denkst du da eigentlich Bilder gleich ein Stück weit mitfüllen vielleicht auch für einen Film weil eigentlich ist der Stoff ja auch perfekt für eine Verfilmung geeignet.
- 39:24Speaker 0: Also genau dieser Stoff war er zuerst als Fernsehserie konzipiert und ich hatte dafür Filmförderung, also Drehbuchförderungen vom FFF Bayern.
- 39:36Speaker 0: Und dann sind wir aber mit den Vertragsverhandlungen mit der Produzentin später irgendwie nicht so zu einem Punkt gekommen wo ich gesagt hätte ja das möchte ich jetzt so machen und dann habe ich gesagt ne dann warte ich jetzt erstmal hat ich auch so viele andere Sachen zu tun und dann irgendwann hab ich gedacht nicht jetzt ist ein wieder Moment wo ich meinen ersten Roman schreiben will bei Belch des Garnis haben mein erster Roman überhaupt.
- 39:57Speaker 0: Ich wollte es schon immer machen und da habe ich jetzt viel recherchiert Und das ist so fett, da kann ich jetzt einfach mal anfangen.
- 40:06Speaker 0: Das habe ich dann gemacht und das war ein großer Schritt weil es ganz anders ist als Drehbuch schreiben.
- 40:11Speaker 0: aber mir hat natürlich geholfen dass sich schon sehr viel recherchiert habe, dass ich schon so ein erstes Gerüst hatte vom Film auch wenn man sich völlig davon lösen muss.
- 40:21Speaker 0: wieder und auch was wir gut können Drehbuchautoren ist eine gewisse Struktur.
- 40:28Speaker 0: Anfang Mitte Ende Meist können wir auch ganz schön Dialoge schreiben und wir beschreiben auch Bilder auf eine andere Weise als Romanautoren.
- 40:38Speaker 0: Aber was von uns eigentlich gar nicht verlangt wird, ist dass unsere Sprache wieder mehr eine größere Bedeutung bekommt.
- 40:49Speaker 0: und ja das man sozusagen sich wieder Dinge gestattet in der Sprache.
- 40:54Speaker 0: Man bleibt nicht so knapp also man gestattelt sich auch andere Zeiten Gedanken, Dinge die in der Vergangenheit passiert sind.
- 41:03Speaker 0: Träume... All das macht man im Drehbuch ja nicht.
- 41:06Speaker 0: Im Drehbuch ist es sehr alles ist Handlung und zwar wirklich alles ist handlung.
- 41:11Speaker 0: wenn die dir zu Anfang beim Roman schreiben sagen ja Alles muss Handlung sein.
- 41:15Speaker 0: Ja klar aber bei uns müssen wir's auch noch sehen.
- 41:18Speaker 0: Das heißt dass noch mehr Handlungen Wenn bei uns jemand am Schreibtisch sitzt im Film dann sitzt da einfach nur ein Mensch am Schreibtisch Und vielleicht schreibt er noch was.
- 41:25Speaker 0: Aber das kann eine Riesenzehn im Roman sein, dass jemand in welche Reisen diese Person unternimmt.
- 41:31Speaker 0: In Gedanken?
- 41:33Speaker 0: Das kann sehr spannend sein im Film.
- 41:35Speaker 0: Es ist erst mal nur jemand der am Tisch sitzt und denkt.
- 41:38Speaker 0: Und es ist sehr langweilig im Film!
- 41:40Speaker 1: Der Stoff den du da beschreibst, der ist ja gerade auch in der Zeit, in der wir gerade leben wahnsinnig relevant aus verschiedensten Punkten weil wir zum einen auch hier in Deutschland ne Gesellschaft erleben die zu einem Teil nach rechts driftet, wo wir wiedersehen wie so langsam aber sicher Zahlen der AfD hochgehen in den Umfragen.
- 42:02Speaker 1: Aktuell sogar stärkste Kraft sind eben in den umfragen.
- 42:08Speaker 1: und gleichzeitig leben wir in einer Zeit, in der wir in der Ukraine ein Krieg erleben auf großer Fläche, wo Wir irgendwann in eine Situation kommen werden dass auch dort wieder aufgebaut werden muss, das auch dort ein funktionierendes System aufgebaut wird.
- 42:28Speaker 1: Das Gleiche haben wir in Palästina im Gaserstreifen und so weiter.
- 42:34Speaker 1: Wir leben gerade wieder in der Zeit wo Situationen wie die in dem Buch wieder auftreten können, wo wir in ähnliche Momente hineinkommen können.
- 42:46Speaker 1: Was denkst du denn, was wir aus der Zeit von damals und vielleicht aus den Fehlern aber auch aus den Dingen die vielleicht gut gemacht worden sind?
- 42:54Speaker 1: Was können wir daraus lernen für künftige Situationen ähnliche Art.
- 43:00Speaker 0: Ich glaube das erste was wir lernen können ist dass es keine einfachen Antworten auf schwierige Fragen gibt!
- 43:08Speaker 0: Und wer immer das behauptet ist ein Lügner.
- 43:10Speaker 0: Das könnte man einfach mal festhalten weil Verdammt kompliziert alles und es wird anstrengend.
- 43:18Speaker 0: Wir müssen uns Mühe geben, wir müssen auch jeder selber was tun.
- 43:21Speaker 0: man kann nicht einfach immer nur vom Staat erwarten dass er die Dinge löst.
- 43:27Speaker 0: Man ist irgendwie selbst verantwortlich Und das ist auch irgendwie eine Gemeinschaft geben muss in der man irgendwie Das macht dass man sich verbindet mit anderen Menschen und dass man Dass man sieht dass Alles so zusammen gehört dass man das nicht trennen kann.
- 43:44Speaker 0: wenn man jetzt alle Migranten rausschmeißt, dann ist unser Problem gelöst.
- 43:48Speaker 0: Das ist so kurzsichtig und auch die Art dass man den Leuten immer zuspricht das sie so Sorgen und Angst haben.
- 43:56Speaker 0: Dann spricht doch mal über die Sorgen oder die Angst und mache nicht so eine Mickey-Mauslösung, so ne einfache.
- 44:03Speaker 0: Das is'nichtes Thema!
- 44:05Speaker 0: Und lass die Menschen einfach... Unser Leben.
- 44:09Speaker 0: Also finde ich, dass wir auch totales Glück haben.
- 44:11Speaker 0: Dass wir in so einer Zone geboren wurden und nicht irgendwo... Es gibt viele Gegenden auf der Welt die wirklich ganz schlimm sind.
- 44:21Speaker 0: Das ist doch eigentlich ein Sechser im Lotto für die meisten Leute.
- 44:25Speaker 0: Es gibt genug Leute, die Probleme haben aber ganz oft sind es gar nicht die, die sich so beschweren.
- 44:30Speaker 1: Ist das vielleicht aber auch so ein Symptom unserer modernen Gesellschaft?
- 44:35Speaker 1: Dass wir so schnell vergessen Also dass wir auch genau dieses Leid aus der Zeit nach dem Krieg, auch innerhalb der deutschen Gesellschaft und alles was uns da beschäftigt hat.
- 44:45Speaker 1: Und wie viel Kraft es gekostet hat all das wieder aufzubauen.
- 44:49Speaker 1: Wie viel Kraft ist auch gekostete eine funktionierende Demokratie aufzubau'n?
- 44:53Speaker 1: Dass wir das ganz schnell vergessen in dem Moment wo ja alles wunderbar ist und wir uns vermeintlich zurücklehnen können und sagen können der Wohlstand ist da die Demokratie funktioniert.
- 45:02Speaker 1: Ist ja alles prima.
- 45:03Speaker 1: jetzt muss ich als Gesellschaftskollektiv sozusagen nichts mehr dazu beitragen.
- 45:10Speaker 0: Ja, ich glaube die Leute haben ganz oft die Idee das ist ja da und... Das bleibt jetzt auch da!
- 45:17Speaker 0: Es bleibt aber nicht da.
- 45:18Speaker 0: Es geht einfach weg wenn man nicht drauf aufpasst.
- 45:21Speaker 0: Und es ist einfach immer Arbeit.
- 45:24Speaker 0: Man kann nicht so, man kann nicht sagen, du sagst jetzt irgendwie anstrengend und dass nicht und das nicht.
- 45:29Speaker 0: Also es gibt sich ja Leute, die so drauf sind, aber eigentlich sollte man versuchen Dass man sich irgendwie einbringt und dass man mit anderen darüber redet.
- 45:42Speaker 0: Das macht mir auch Sorgen, dass man sich denkt ja das bleibt immer so.
- 45:46Speaker 0: aber allein wie ich es sage jetzt, der Diskurs verschoben hat ist er schon erschütternd.
- 45:53Speaker 0: Ich merke das dann manchmal selber, dass mich diese Worte mir die jetzt normaler vorkommen wenn ich das lese, da denke ich im Moment mal Stopp!
- 46:01Speaker 1: Ja insofern danke ich dir, dass du diese Geschichte aufgeschrieben hast damit man auch mal fern ab von all den Sachbüchern die es gibt.
- 46:10Speaker 1: Da auch nochmal mit einer fiktionalen Geschichte oder Teilfiktionale Geschichte in dieser Welt eintauchen kann und vielleicht der ein oder andere Leser, die eine oder andere Laserin dabei ins Grübel kommt und feststellt oh ist ja alles noch gar nicht so lange her Und das, was wir heute hier haben ist alles andere als selbstverständlich.
- 46:32Speaker 0: Ja...
- 46:33Speaker 1: Das stüngt!
- 46:33Speaker 1: Danke dir für deine Zeit!
- 46:35Speaker 0: Ja sehr gerne!
- 47:00Speaker 1: Gin & Talk ist ein Podcast von Forty-Eight Forward, produziert in den Forty Eight Forward Studios in München.