Latest / Anonym Suchthilfe – KI-gestützte Selbsthilfe / Opiat-Entzug: Dein Weg aus der Hölle 😩
Transcript
- 0:00Hallo und herzlich Willkommen zu unserer heutigen Besprechung.
- 0:03Wir nehmen uns heute ein ja wirklich heftiges Thema vor
- 0:06opiat Entzug absolut ein Thema, das tief geht, genau und unsere
- 0:12Grundlage ist ein sehr sehr persönlicher Artikel von
- 0:15Gabriel, er schreibt auf seiner Webseite nilix Berlin ganz offen
- 0:19über seine eigenen Erfahrungen mit, Sucht aber auch mit
- 0:22psychischen Themen, Mhm, das macht seine Perspektive eben
- 0:26auch so. Ja, so wertvoll und authentisch
- 0:28finde ich total. Und das wollen wir heute für
- 0:31dich aufdröseln. Genau, unser Ziel ist es, so die
- 0:35Kernpunkte aus Gabriels Schilderungen rauszuziehen, also
- 0:38was passiert da biologisch, welche Symptome gibt's, warum
- 0:43ist nicht jeder Entzug gleich. Und vor.
- 0:45Allem warum ist professionelle Hilfe so verdammt wichtig?
- 0:49Ja. Ja genau, wir wollen so n
- 0:51bisschen verstehen, was hinter diesem Begriff, dieser Hölle des
- 0:54Entzugs, was da wirklich steckt. OK, dann lass uns direkt mal
- 0:58reinspringen. Gabriel beschreibt ja, wie
- 1:01Opiate das Gehirn, na ja, quasi kapern, wie muss man sich das
- 1:06vorstellen, also stell dir das körpereigene Belohnungssystem
- 1:10vor, das Wohlfühlsystem, das arbeitet normalerweise mit
- 1:14Endorphinen. OK.
- 1:15Opiate, die docken genau da an, an den gleichen Rezeptoren und.
- 1:20Aber sie fluten das System halt viel, viel stärker, als es
- 1:24natürlich jeder Fall wäre. Das ist so n künstliches
- 1:27Dauerhoch sozusagen, und das Gehirn merkt das natürlich,
- 1:31klar, es reagiert, es denkt sich quasi OK, hier kommt ja genug
- 1:35von außen, also fahre ich meine eigene Endorphinproduktion
- 1:38runter, die wird gedrosselt und gleichzeitig werden die
- 1:41Rezeptoren unempfindlicher, man braucht immer mehr für den
- 1:45gleichen Effekt, ah. Daher die Toleranzentwicklung
- 1:48genau. Und wenn dann plötzlich die
- 1:50Droge Wegbleibt beim Entzug Mhm, dann ist das Chaos perfekt.
- 1:54Ja dann bricht das System komplett zusammen.
- 1:58Du hast kaum noch Zufuhr von außen, die Eigenproduktion ist
- 2:01im Keller und die Rezeptoren sind immer noch unsensibel und
- 2:06dazu kommt dann noch was anderes oder richtig, gleichzeitig wird
- 2:09nämlich das Stresssystem, das vorher durch die Opiate
- 2:12unterdrückt war, Überaktiv. Vor allem das Noradrenalin
- 2:16System fährt hoch okay und das alles zusammen ist dann dieser
- 2:20körperliche und psychische Ausnahmezustand die Hölle, von
- 2:24der Gabriel spricht. Er beschreibt die Symptome ja
- 2:26wirklich extrem eindringlich, man liest davon, schlimmste
- 2:30Grippe, mal 100 was gehört da denn alles dazu, die Liste ist
- 2:35lang und echt heftig. Also körperlich sind das erst
- 2:38mal massive Muskel und Knochenschmerzen überall.
- 2:41Autsch. Dann zittern, Schüttelfrost,
- 2:44Gänsehaut. Daher kommt ja auch dieser
- 2:46Begriff. Cold Turkey, also kalter
- 2:49Truthahn, die Haut sieht dann so aus, Ah, okay dazu extremes
- 2:53Schwitzen, also wirklich, als ob man unter der Dusche steht,
- 2:56Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, der Körper spielt total verrückt
- 3:01und diese Unruhe, von der er schreibt, ja eine furchtbare
- 3:05innere und äußere Unruhe. Das sind oft diese Restless
- 3:08Lags, also die Beine zucken und kribbeln.
- 3:11Man kann nicht still sitzen, nicht still liegen und dazu
- 3:14kommen dann noch massive Schlafstörungen.
- 3:17Also an Schlaf ist oft tagelang gar nicht zu denken.
- 3:20Puh, und das ist ja nur die körperliche Seite, oder?
- 3:23Genau das ist das schlimme psychisch kommt dann noch dieses
- 3:26überwältigende Verlangen nach der Substanz dazu, das Craving,
- 3:29das ist kaum auszuhalten, kann ich mir vorstellen, extreme
- 3:33Angstzustände, Panikattacken können auftreten.
- 3:36Tiefe. Tiefe.
- 3:37Depressionen, Hoffnungslosigkeit, starke
- 3:40Reizbarkeit, Aggressivität und was man nicht verschweigen darf,
- 3:44bis hinzu Suizidgedanken. Wow.
- 3:46Das macht wirklich deutlich, warum das so gefährlich ist und
- 3:50nicht auf die leichte Schulter genommen werden darf.
- 3:52Absolut. Jetzt schreibt Gabriel aber
- 3:53auch, und das fand ich interessant, dass diese Hölle
- 3:57nicht für jeden gleich lang dauert oder gleich intensiv ist.
- 4:00Woran liegt das denn? Das ist n ganz wichtiger Punkt.
- 4:03Ein entscheidender Faktor ist die Art des Opiats, also die
- 4:06Halbwertszeit der Substanz. Okay bei Kurzwirksamen Opiaten
- 4:11der Klassiker ist Heroin, da geht der Entzug relativ schnell
- 4:14los, oft schon nach 6 bis 12 Stunden nach der letzten Dosis,
- 4:17das ist schnell ja der Höhepunkt, also die schlimmste
- 4:21Phase ist dann meist so nach 2 bis 3 Tagen erreicht und das
- 4:25rein körperlich schlimmste ist oft nach 5 bis 7 Tagen
- 4:27überstanden. Versteh mich nicht falsch, das
- 4:30ist die Hölle, aber zeitlich eben begrenzt heftig, aber
- 4:33kürzer sozusagen genau und dann gibt s die langwirksamen Opiate,
- 4:38wie zum Beispiel Methabon, das ja auch in der
- 4:41Substitutionstherapie eingesetzt wird, da ist es anders, da ist
- 4:46es ja, ich sag mal, Tückischer, der Entzug beginnt viel später,
- 4:50oft erst nach 24 bis 48 Stunden, er baut sich langsamer auf, die
- 4:55Symptome sind vielleicht nicht ganz so explosiv wie bei Heroin.
- 4:58Aber aber er zieht sich quälend in die Länge.
- 5:02Wir reden hier von Wochen, manchmal sogar Monaten, bis die
- 5:05akuten körperlichen Symptome abklingen.
- 5:08Gabriel beschreibt das ja als eine echte Zerreißprobe, ein
- 5:11Marathon, wow, Wochen oder Monate, das ist ja kaum
- 5:15vorstellbar. Das heißt also, selbst wenn die
- 5:17ganz akuten körperlichen Qualen dieses Grippe mal 100 Gefühl
- 5:21nachlassen, ist es noch lange nicht vorbei.
- 5:24Absolut nicht. Und das ist n Punkt den Gabriel
- 5:26auch anspricht und der. Super wichtig ist das.
- 5:29Postakute Entzugssyndrom, kurz päs Päs hab ich schon mal
- 5:34gehört. Genau das muss man verstehen,
- 5:36auch wenn der Körper den akuten Entzug überstanden hat, ist das
- 5:40Gehirn noch lange nicht wieder im Gleichgewicht.
- 5:42Was bedeutet das konkret? Das bedeutet, dass Symptome wie
- 5:46Depressionen, Ängste, krasse Stimmungsschwankungen,
- 5:50Antriebslosigkeit, Schlafprobleme.
- 5:53Konzentrationsstörungen noch Monate, manchmal sogar
- 5:57jahrelang, immer wieder in Wellen auftreten können, echt
- 6:01jahrelang, ja, das ist möglich, mal besser, mal schlechter, das
- 6:06Gehirn braucht einfach extrem lange, um sich von den
- 6:09chronischen Veränderungen durch die Opiate zu erholen und wieder
- 6:12normal zu funktionieren, das ist ja wahrscheinlich psychologisch
- 6:15unglaublich wichtig zu wissen, oder damit man nicht denkt, man
- 6:18sei irgendwie kaputt oder würde es nie schaffen.
- 6:22Nur weil es einem auch nach Monaten clean sein immer noch
- 6:24schlecht geht? Ganz genau, das ist entscheidend
- 6:27zu wissen, OK, das ist Porse, das ist sozusagen normal nach
- 6:31einem opiat Entzug, das ist Teil dieses langen Heilungsprozesses,
- 6:35das kann Betroffenen enorm helfen, die Hoffnung nicht zu
- 6:38verlieren und dranzubleiben, ja, das glaube ich sofort, es ist
- 6:41keine persönliche Schwäche, nein überhaupt nicht, es ist eine
- 6:44biologische Realität nach der Sucht das Gehirn heilt, aber das
- 6:48braucht Zeit. Viel Zeit und Geduld was ist
- 6:51denn so die ja die zentrale Botschaft, die Gabriel in seinem
- 6:56Text immer wieder betont, wenn es um den Weg aus der Sucht
- 6:58geht? Was ist das Wichtigste?
- 7:01Die allerwichtigste Botschaft ist eigentlich.
- 7:03Mache es. Niemals allein ein Opiat.
- 7:06Entzug egal. Ob kurz oder Langwirksam braucht
- 7:08unbedingt. Ärztliche Aufsicht.
- 7:10Und professionelle Begleitung. Warum ist das so wichtig, also
- 7:14abgesehen von den Symptomen? Es gibt Risiken zwar ist ein
- 7:17reiner opiat Entzug selten direkt tödlich, wie zum Beispiel
- 7:21ein Alkohol oder benzo Entzug, aber durch den massiven
- 7:24Flüssigkeitsverlust, durch Schwitzen, Erbrechen, Durchfall
- 7:28kann es zu Kreislaufproblemen bis hin zum Kollaps kommen.
- 7:31OK. Und eben die psychische
- 7:32Belastung. Die ist so immens, dass das
- 7:35Risiko für Selbstverletzungen oder eben auch Suizid stark.
- 7:38Erhört ist. Das darf man nicht
- 7:39unterschätzen. Deshalb immer unter ärztlicher.
- 7:43Kontrolle. Welche Optionen gibt es denn da?
- 7:45Gabriel erwähnt ja auch verschiedene Wege genau, der
- 7:49Standard ist der qualifizierte Entzug, meist in einer Klinik,
- 7:54da werden die Symptome medikamentös gelindert, zum
- 7:56Beispiel mit Clonidin gegen die. Vegetativen Symptome.
- 8:00Oder anderen Medikamenten gegen Übelkeit, Schmerzen, Unruhe.
- 8:04Das klingt humaner. Es ist humaner und sicherer.
- 8:07Eine andere Option, gerade bei langjähriger Abhängigkeit oder
- 8:11bei lang wirksamen Opiaten, ist die Substitutionstherapie, also
- 8:15zum Beispiel mit Methadon oder Byprenorphin.
- 8:18Da wird das. Opiat.
- 8:19Langsam ausgeschlichen, was den Entzug oft erträglicher macht.
- 8:23Und was kommt nach dem rein körperlichen Entzug, der ist ja
- 8:26nur der erste Schritt, haben wir gelernt.
- 8:28Ganz entscheidend ist dann die psychotherapeutische Behandlung,
- 8:32die Sucht hat ja meist tiefere Ursachen, psychische Probleme,
- 8:35Traumata, soziale Faktoren. Die müssen angegangen werden.
- 8:39Sonst ist die Rückfallbefahr wahrscheinlich riesig.
- 8:41Genau ohne diesen Baustein, ohne Therapie und oft auch eine
- 8:46längerfristige Anbindung an Suchtberatung oder
- 8:48Selbsthilfegruppen ist die Gefahr eines Rückfalls leider
- 8:52sehr, sehr hoch. Gabriel geht in seinem Artikel
- 8:55ja auch auf so ein paar häufige Fragen ein, in einer Art FAQ
- 8:59stimmt das fand ich auch sehr hilfreich.
- 9:02Zum Beispiel diese Frage, die du schon angeschnitten hast, ist
- 9:04ein kalter Entzug zu Hause, also ohne Arzt gefährlich und die
- 9:09Antwort ist, wie gesagt ein klares Ja, auch wenn die direkte
- 9:13Lebensgefahr vielleicht geringer ist als bei anderen Substanzen.
- 9:16Die körperlichen Risiken wie Kreislaufkollaps und vor allem
- 9:19die psychischen Gefahren sind einfach zu hoch.
- 9:23Finger weg vom kalten Entzug allein zu Haus absolut immer
- 9:27professionelle Hilfe suchen, dann die zweite Frage, die er
- 9:30aufgreift. Der Unterschied zwischen Heroin
- 9:34und Methadonentzug haben wir ja auch schon besprochen.
- 9:37Der Hauptunterschied ist die Dauer Heroin kurz, aber extrem
- 9:41heftig Methadon beginnt später, ist vielleicht nicht ganz so
- 9:46akut brutal, dafür aber quellendlang und zermürbend,
- 9:50beides ist furchtbar, nur anders, und die dritte Frage war
- 9:54ja die nach Paus quasi, man ist Monate clean, fühlt sich aber
- 9:58immer noch depressiv, unruhig, antriebslos.
- 10:01Ist das normal? Und die Antwort ist eben ja,
- 10:04leider ist das für viele normal. Das ist dieses.
- 10:07Postakute entzugssyndrom. Es ist Teil der Heilung auch.
- 10:11Wenn es. Sich nicht so anfühlt.
- 10:12Wichtig ist hier Geduld haben, sich weiter Unterstützung
- 10:16suchen, nicht aufgeben. Es wird besser, aber es braucht
- 10:20Zeit. Puh, das ist wirklich ja
- 10:23intensiver Stoff. Aber Gabriels sehr persönliche
- 10:27Perspektive macht es irgendwie greifbar, finde ich.
- 10:31Ja. Das stimmt.
- 10:32Es zeigt. Der Entzug.
- 10:34Ist brutal, keine Frage. Aber er ist eben auch der Weg
- 10:37zurück zurück ins Leben, zurück zu echten Gefühlen, raus aus der
- 10:41Abhängigkeit und was mich wirklich besonders beeindruckt,
- 10:44und das möchte ich noch mal betonen, Gabriel teilt diese
- 10:47ganzen krassen Erfahrungen auf seiner Seite nielix Berlin ja
- 10:50nicht nur, sondern er finanziert und er stellt dieses ganze
- 10:53Projekt komplett allein. Er versucht wirklich, aus seinen
- 10:57eigenen schweren, ja beschissenen Erfahrungen etwas
- 11:00Gutes zu machen. Für sich selbst als Teil seiner
- 11:02eigenen Recovery aber eben auch. Für andere.
- 11:05Betroffene oder Angehörige? Das das echt bemerkenswert und
- 11:08gibt dem Ganzen noch mal ne ganz andere Ebene finde ich.
- 11:11Sein Motto, dass er auch nennt aus allem schlechten etwas Gutes
- 11:14machen, das lebt er damit ja wirklich genau.
- 11:17Und deshalb? Auch der Hinweis an dich.
- 11:19Wenn dir. Dieser Einblick hier geholfen
- 11:21hat. Wenn du Gabriels wichtige Arbeit
- 11:22wertvoll findest, dann unterstützt ihn noch gerne.
- 11:25Ja, das wäre super. Teile den originalen Beitrag von
- 11:28Nilix Berlin oder auch gerne diese Besprechung hier über
- 11:31Social Media, über deine Podcast Plattform.
- 11:34Gib ihm einen Like jede Form der Unterstützung hilft ihm wirklich
- 11:37dabei, dieses Projekt, das er ja komplett alleine stemmt,
- 11:40weiterzuführen. Ein Wichtiges.
- 11:42Projekt. Absolut so.
- 11:44Das war unsere heutige, ja doch sehr intensive Analyse,
- 11:48basierend auf Gabriels persönlichen Einblicken auf
- 11:51nilix Berlin. Danke dir.
- 11:52Fürs Zuhören und. Mitdenken.
- 11:54Ja, danke auch von mir. Vielleicht bleibt ja als Gedanke
- 11:58hängen, wie können wir als Gesellschaft Menschen auf.
- 12:02Diesem. Unfassbar schweren.
- 12:03Weg. Nicht nur während des akuten
- 12:05Entzugs, sondern gerade auch in dieser.
- 12:08Langen, zähen. Phase danach.
- 12:10Mit Poorce und allem. Wie können wir sie besser
- 12:12auffangen? Nicht nur medizinisch, sondern
- 12:15auch menschlich? Denk mal drüber nach, bis zum
- 12:19nächsten Mal.