Latest / UnternehmerTUM Backstage - Geschichten aus dem Innovationsökosystem / Der Macher hinter dem stärksten Innovations-Ökosystem Europas - Helmut Schönenberger
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- speaker-0: Willkommen bei Unternehmertum. Hier sprechen wir mit Menschen hinter den Innovationen. speaker-1: Stage. Gründerinnen und Gründern, vor... speaker-0: MacherInnen und Entscheidern aus dem Unternehmertum Ökosystem. Wir teilen Einblicke, Erfahrungen und Geschichten aus Start-ups. Und natürlich dem Unternehmertum. Schön, dass ihr dabei seid. speaker-1: Technologien. Los geht's! speaker-0: Hallo bei uns heute in dieser Folge der Staffel von Unternehmen Backstage ist der Hausherr, der Gründer und der CEO von Unternehmertum, dem Zentrum für Innovation und für Gründung. Herzlich willkommen Helmut. speaker-1: Hallo liebe Jayjay. speaker-0: Ja, Helmut, erst mal zu deiner Person. Du hast ja Luft- und Raumfahrtechnik in Stuttgart studiert. Das hat ja jetzt noch nichts mit Unternehmertum direkt zu tun. Wir wissen auch, dass du in deiner Jugend gerne Flugzeugmodelle gebaut hast. Wie kam es denn dann jetzt zum Unternehmertum überhaupt? speaker-1: Also ich habe einfach Flugzeuge schon immer geliebt und Raumfahrzeuge und deswegen habe ich in Stuttgart eben Luft- Raumfahrt studiert und dann bin ich auch mit so einem komischen Thema wie Management in Kontakt gekommen, weil da kamen dann alle möglichen Manager auch, wie der Herr Schrempf und da habe ich gedacht, hey, es gibt ja auch noch Wirtschaft und so bin ich auf diesen Pfad gekommen, dass es nicht nur Technik gibt, sondern eben auch die Wirtschaft. speaker-0: Also Schrempp hatte dich so begeistert, dass du auch in diese Richtung gehen wolltest. speaker-1: Na, nicht wirklich, aber es war schon interessant zu sehen, dass es da diese Führungsleute gibt, die dann halt Großes bewirken oder auch gute oder schlechte Entscheidungen treffen. Und das hat mich halt dann auch interessiert. speaker-0: Zukunft wäre ja eigentlich ESA vielleicht gewesen oder NASA oder so etwas in der Richtung, aber dann hast du gewechselt. speaker-1: Genau, da kam dann so Mitte, Ende der 90er die Dotcom-Blase oder erstmal quasi die Blase kam erst dann, aber die platzte dann. Aber die ganzen Internetunternehmen kamen hoch und wir als Studenten, ich habe dann zu der Zeit schon Management-Aufbau-Stuhl an der TU München gemacht, da wir gesagt, da tut sich jetzt so viel. Und können wir da eigentlich auch mitspielen. Und so bin ich dann von der Raumfahrt über das Management-Thema in das Unternehmertum-Thema reingekommen. speaker-0: Wurdest du dann selbst Gründer? Wie ist das nochmal passiert? Was war da entscheidend? speaker-1: Ja, wir haben einfach auch als Studenten gesehen, dass jetzt plötzlich die ganzen Firmen links und rechts entstehen. Wir haben dann auch teilweise an der Börse spekuliert und waren zumindest auf dem Papier gut vermögend. Dann haben wir gedacht, okay, da kann mehr passieren. Und dann war eben die Idee, was können wir aus der TU München machen, welche Firmen können wir gründen? Und so entstand dann... ein erstes kleines Beratungsunternehmen, das wir als Studenten gegründet haben. hieß damals Tomorrow GmbH. speaker-0: Und das große Vergleichsobjekt, Vorbild war Stanford University in Kalifornien. Die Frage doch auch, wie kann man so etwas vielleicht in München sogar machen? speaker-1: Genau, das war dann die Frage meiner Diplomarbeit. Dann bin ich ein halbes Jahr nach Stanford gegangen, hab geschaut, wie die Amerikaner das machen. Und das Interessante war eigentlich auch, dass die auch nur mit Wasser kochen, okay? Und die hatten damals, das ist jetzt 25 Jahre her, ein Entrepreneurship-Center von fünf Leuten, okay? Und die Idee war letztendlich, du brauchst halt einen Kümmerer. Und der Vorschlag war dann, als ich zurück war in München ... Lass uns halt auch so ein Entrepreneurship Center mit fünf Personen starten. speaker-0: So ging es los. Und was war dann wichtig, dass das Ganze auch sehr erfolgreich wurde, nicht so klein blieb, war es dann die finanzielle Unterstützung von Susanne Klatten, der BMW-Aktionärin, war das der entscheidende Push. speaker-1: Genau, diese Kräftebündelung. Schritt eins war, damaligen Präsidenten Wolfgang Herrmann zu gehen und dem das Konzept näherzubringen. Und der fand das gut und hat gesagt, lasst uns zu Susanne Klatten gehen und mit Frau Klatten in Dialog kommen. Das war dann ein sehr spannender Austausch, weil wir nicht nur gefragt haben, ob Frau Klatten das anfinanziert. sondern halt auch was sie mit ihrer Industrieerfahrung dort für eine Perspektive einbringen. Genau und das ganz simple, aber richtig auf den Punkt gebrachte, was dann von Frau Glatten kam, war, hey, wenn ihr Unternehmertum predigen wollt, dann seid doch bitte selbst auch unternehmerisch, also nicht bayerische Staatsbeamte, die den anderen erklären, wie man Firmen gründet, sondern lasst uns doch, wenn wir so einen Center wie Unternehmertum aufbauen, das dann als eigene Firma als GmbH machen, die gemeinnützig ist, aber den unternehmerischen Drive hat. speaker-0: Welches Erfolgskriterium ist denn für dich wichtig? Also Unternehmertum ist dann immer größer geworden, über all die Jahre, nächstes Jahr ist ja 25 Jahre dann. Was ist da für dich wichtig? Worauf schaust du zuerst, um zu sagen, okay, wir sind auf dem richtigen Weg? speaker-1: Also wir sind ja unter praktisch einer Schwallbrause von Opportunitäten. Und die Opportunitäten sind einerseits Menschen, die bei uns im Ecosystem sind und ein unglaubliches Talent haben oder halt Ideen, Geschäftsmodelle, Technologien. Und auf was wir schauen ist, dass wir diese Chancen schnell verstehen, schnell verknüpfen und helfen zum Erfolg zu führen. Und das bedeutet aber auch, Ständig natürlich mit Neuem konfrontiert sein und auch ständig zu wachsen, weil du hast ständig neue Themen, neue Erfolge und mit jedem Erfolg wird die Sache größer. Genau. Und das ist halt diesen Weg, den wir 25 Jahre jetzt mit einem tollen Team gemeinsam gehen können. Und inzwischen sind wir 500 Leute und das ist eine wirklich tolle, leistungsfähige Maschine, die wir halt Start-up Fabrik nennen. Also vorne gehen 17.000 Menschen rein, die sich auf diesen unternehmerischen Weg machen und aus der Maschine rauskommen halt jede Woche drei neue Firmen, die halt Tausende von Arbeitsplätzen schafft und Milliardenwerte schafft. Also allein pro Jahr ziehen diese Firmen zwei Milliarden an Risikokapital an. speaker-2: Ungewohnte Rolle, Helmut, dass Sie im Interview sitzen. Normalerweise sitzen wir in dem Gebäude, paar Zimmer weiter und diskutieren inhaltliche Themen hier im Haus. Was waren aus deiner Sicht denn über die letzten jetzt 24 Jahre die Erfolgsfaktoren? Ich erinnere mich daran, ich bin da vor sieben Jahren eingestiegen. Es gab so Elemente wie ein neues Gebäude oder ähnliches. Wo sagst du, aus deiner Sicht waren so die Meilensteine auf dieser Reise bisher? Und dann reden wir nach über Zukunft. über die ersten 24 Jahre. speaker-1: Das sind natürlich dann auch neue Einheiten, die wir bauen, aber dahinter stehen ja auch immer Menschen, die es vorantreiben und freue mich. dass wir so eng zusammenarbeiten und was du, Christian, eingebracht hast, war diese Perspektive der Familienunternehmen, die für Unternehmertum wahnsinnig wichtig ist. Also geht ja bei uns nicht nur ⁓ Start-ups, sondern wie verbinden wir die mit den bestehenden Wertschöpfungsketten und das sind de facto unsere Mittelstände, unsere großen Unternehmen. Diese Perspektive beispielsweise, die treibst du voran mit Familienunternehmertum. Und wenn man auf die Unternehmertum insgesamt schaut, dann haben wir halt viele starke Kollegen wie Andreas Liebel, der Plight.ai aufgebaut hat und jetzt halt für uns perfekt die KI-Welle mitreitet. Und das gehört halt wiederum bei dieser Schwalbrause von Ideen und Möglichkeiten und Talenten. Und das gilt ja nicht nur für unsere Start-ups, sondern für die Unternehmertum selber auch. Also wir sind in einem konstanten Fluss an coolen Leuten. Unsere Aufgabe als Geschäftsführer ist es halt, die zu erkennen und dann auch maximal zu unterstützen und zu fördern. speaker-2: Wie schaust du mit Blick auf die erst mal auf die ... Historie, auf den Standort? Also als du ja vor oder mit dem Team ja vor 24 Jahren ... angefangen hast, war der Standort ein anderer ... logischerweise auch im Kontext von Startups und ... Gründung und Unternehmertum per se. Wie würdest du sagen, hat sich das verändert in den ... letzten 24 Jahren? Also spürbar verändert, wenn ja wie? speaker-1: Genau, ist wie wenn du vor allem Menschen stehst, der geboren wird und jetzt 25 Jahre alt ist. Und so ist auch dieses Ecosystem gewachsen. Ich meine, am Anfang mussten wir erst mal das Laufen lernen. heute sind wir ein weltweit spielender Sprinter sozusagen, der dieses Rennen richtig versteht. Und das ist halt so eine Entwicklung auch von ... einer Organisation, auch den Menschen in der Organisation, auch das Individuum, läuft ja auch eine Lernkurve hoch. Du läufst als Team die Lernkurve hoch, die Organisation macht das und das Spannende ist, dass es dann nicht an den Organisationsgrenzen wie der Unternehmertum oder TU München endet, sondern halt durchdiffundiert in so ein Cluster rein. Und heute ist unsere Stärke ja, dass wir über tausend tolle Unternehmen... aus unserem Umfeld haben. haben über 100.000 Alumni, die durch unsere Programme gelaufen sind das letzte Vierteljahrhundert und die gibt es alle und die sind alle voller Energie und wollen was bewegen und das macht uns so stark. speaker-0: Lass uns mal von oben drauf schauen auf den gesamten Standort Deutschland. 2002 war ja auch, wir erinnern uns, eher ein Krisenjahr. Du hast es schon erwähnt, die Dotcom-Blase, das ist geplatzt. Dann der Neue Markt war auch Geschichte. Dann wurde Deutschland als der kranke Mann Europas geschildert von Economist. Man suchte nach ... Wenn du das mit heute vergleichst, wie ist da die heutige Situation? speaker-1: Genau. Jetzt aus dem Münchner Umfeld spielt es natürlich auf einem ganz anderen Niveau. Wir gehören zu den Top 10 Deep Tech Start-Up Hubs dieser Welt. Und diese Maschine, die dahinter steht, die ist viel eingespielter. Gleichzeitig sind die Wellen und die Disruptionen, die über uns drüber schwappen, noch größer. Okay? Wir sind zwar alle viel leistungsfähiger, aber die Herausforderungen sind auch wesentlich größer. Es ist mindestens eine spannende Zeit wie am Anfang. Natürlich auf einem 100-mal größeren Niveau als damals, als wir begonnen haben. Auch wenn es an der Größe der Mannschaft anschaust. Am Anfang hatten wir vier, fünf Leute, heute haben über 500. Und diese 500 sind massiv leistungsfähiger als damals unsere erste Mannschaft. speaker-0: Es gilt ja generell, dass 50 Prozent der Wirtschaftspsychologie sei, sagt man ja. Wenn du unter diesen Blickwinkel auf Deutschland schaust, wie präsentiert sich das Land jetzt? speaker-1: Genau, Psychologie ist einfach, jetzt nochmal konkretisiert, das Energielevel. Also wenn du Innovationen vorantreiben möchtest, Firmen aufbauen möchtest, ist es einfach eine Frage, wie aktiv bist du, welches Energielevel hast du, wie hart arbeitest du, also auch ganz nüchtern, wie viele Stunden schrubbst du runter und hast du drei Meetings oder hast du 15 Meetings am Tag und machst da Geschäfte und Deals, genau. Ja, also wir sind in einer Phase, in der viel mehr möglich ist, aber die auch viel anspruchsvoller ist. Und es gibt Ecken in Deutschland, die sind aus meiner Sicht voll aufgewacht und geben voll Gas. Und es gibt noch Regionen in Deutschland, die noch nicht den Schuss gehört haben. speaker-0: auch negatives Energielevel. Dazu gehört ein gewisser Standort Pessimismus. In diesen Tagen haben wir laufend Vokabeln wie Niedergang, Deindustrialisierung und so weiter. Deutschland wird abgehängt, schafft es nicht. Müssten wir da nicht ein anderes Narrativ gebrauchen und in diesem Zusammenhang, wie kann der Unternehmer tun, wie können das Start-ups helfen? speaker-1: Genau, das ist halt diese eine Bubble und die eine Seite. Und dann gibt es halt diese andere Seite in so einem Ecosystem wie unserem, in dem du halt hauptsächlich dich darauf konzentrierst, die Chancen wahrzunehmen. Also wir haben einfach gar nicht die Zeit, rumzujammern, sondern wir müssen halt Gas geben. also ein Tag bei uns besteht damit, halt einen Haufen Investments hinzubekommen, unsere Start-ups nach vorne zu bringen, unsere Mittelständler. mit unseren Firmen, unseren Start-ups zu vernetzen, Werte zu schaffen. Wir haben de facto gar keine Zeit, mit Jammern zu beschäftigen. Es gibt andere Ecken, die sind nicht in dem Modus, wirklich in die Produktivität reinzukommen. Da habe ich oft das Gefühl, dass eher diese Beschäftigung mit sich selbst in diesem Pessimismus zu schwelgen, anstatt es mal anzupacken. und die Dinge voranzubringen. Vielleicht das, die wieder zurück zur Kultur der Unternehmertum. Unsere ersten Arbeitstage als Unternehmertum waren vor der Mensa der TU München, wo wir Flyer ausgeteilt haben und die ersten 30 Studierenden akquiriert haben, die dann unseren Businessplanseminaren waren. Und aus dieser Gruppe allein kamen tolle Unternehmer raus, wie Felix Haas, Seriengründer, Host von Bits and Pretzels, genau und so. fängst du halt klein an, konzentrierst dich und brauchst halt kleine Erfolge und auf den kleinen Erfolgen kommen dann die größeren Erfolge und irgendwann spielst du halt vorne mit. Und in diesen Flow müssen wir wieder auch als Land kommen und auch die Regionen müssen in diesen Flow kommen und auch unsere deutschen Universitäten. Also wenn du die TU München anschaust, das hat wirklich eine Maschine geworden, die Innovation und neue Unternehmen rauspumpt. Und wir konzentrieren uns einfach auf das und jeden Tag arbeiten wir hart und kämpfen dafür, dass dann diese Firmen entstehen. Und wenn ich dann manchmal bei anderen deutschen Unis zu Gast bin, da höre ich dann im Präsidium eher die Grundsatzfrage, macht das überhaupt Sinn, sollen wir uns überhaupt auf Innovation und Ausgründung konzentrieren? Forschung und Lehre reicht da schon. Da siehst du, wo unser Land teilweise ist. Da stellen sich ein paar Leute noch die Grundsatzfragen, wenn wir halt in einem ganz schnellen globalen Rennen schon unterwegs sind. speaker-0: Das Münchner Modell soll ja Vorbild sein, das soll auch in andere Regionen transportiert werden. Start-up factories ist das Stichwort. Zehn Modelle dieser Art gibt es, von der Bundespolitik gefördert. Kann man das denn so einfach schaffen? Das ist ja jetzt hier bei viele Jahre gewachsen, viele Komponenten spielen da zusammen. Ist das einfach eine Blaupause, die man irgendwo in der Bundesrepublik, Aachen, in Hamburg, was weiß ich, auch so realisieren kann? speaker-1: Ja, weil die Grundmechanismen die gleichen sind. geht darum, die nächste Generation von Unternehmern Unternehmern zu enablen. Und die sitzt an allen möglichen Universitäten. Also das ist nicht nur in München, sondern es gibt an vielen Stellen wahnsinnig gute Leute. Und die Frage ist halt, baust du ein Umfeld aus, kleines Paradies für diese Leute, dass die richtig groß werden, richtig erfolgreich werden und dann wird die nächste Generation hochziehen. Und das funktioniert auch in anderen Städten wie in Stuttgart oder in Hamburg oder in Aachen oder in Dresden. Genau, und die Frage ist nur, wie stark, wie fokussiert, wie professionell spiele ich dieses Spiel? Und das ist wieder ein anderes Thema, Geschwindigkeit. Und das ist einfach ein Rennen. Und ich kann nur alle ermuntern, geht dieses Rennen mit? Wir als Unternehmertum, wir konkurrieren nicht gegen unsere Freunde in Hamburg, sondern wir konkurrieren gemeinsam auf den Weltmärkten und ich freue mich, die Kräfte da eben mit den Partnern zu bündeln. speaker-0: Wusstest denn auch persönlich, danach kümmerst du dich, wie weit das Modell dort auch realisiert? speaker-1: Wir haben sogar ein eigenes Center dafür, nennt sich Learning Exchange Center, mit Kolleginnen und wir helfen eben sehr strukturiert zusammen, das ist unterstützt von der Joachim-Herz-Stiftung, dass dann halt die Lernkurven gemeinsam hochgelaufen werden. Und für Unternehmer tun wir das auch so, wir müssen ja auch die Lernkurve hochlaufen, wir können auch viel lernen und wir freuen uns über jedes gute Tool. jeden guten Kurs den anderen machen und den wir auch bei uns einsetzen können. Und so bauen wir halt immer mehr eine perfekte Maschine zusammen, richtige Top-Startup-Factory. speaker-0: Und spezialisiert man sich in den einzelnen Clustern dann auf bestimmte Themen oder gibt es da keine Vorstellungen? speaker-1: Doch das ist jetzt genau der Weg, wo das Rennen weitergeht. die Entwicklung, früher war es okay, dass du irgendeine Firma gegründet hast und dann wurde es immer mehr professionalisiert und es ging darum, E-Commerce oder Internetfirmen hochzuziehen und heute sind das sehr spezielle Industrien. Also wenn du jetzt einen New-Space-Startup aufbaust, ist es komplett anders wie ein... Ein Lebensmittel-Startup ist total anders als ein MedTech-Startup. Und da bauen wir eben diese Kompetenzfelder auch mit den TUM Venture Labs auf, gemeinsam mit den TUM Schools. Und wir brauchen aber auch die Partner, beispielsweise im Semikontaktbereich, das sind unsere großen Partner, unsere Freunde in Dresden und auf europäischer Ebene in Eindhoven, an der TU Eindhoven mit dem ganzen ASML-Umfeld. Und das ist die Zukunft auch für Europa. Also gemeinsam starke Cluster, ⁓ dann weltweit auch mithalten zu können. speaker-2: Stichwort Themen und Cluster, hast du gerade angedeutet. Du warst auch kürzlich mit einer der Co-Autor einer Studie, die ja veröffentlicht wurde von BCG und Unternehmertum, wo es verkürzt, jetzt mal für die Zuhörer darum ging, die Hightech-Agenda auf Deutschland-Ebene eben mal zu konkretisieren und in die Umsetzung zu geben. Vielleicht kannst da bisschen mitnehmen, was aus deiner Sicht die wesentlichen Themen sind, aber auch die Erkenntnisse daraus. Also wie kommt man überhaupt dann von dieser Hightech-Agenda, die ja in Bayern schon lang etabliert ist, wo ja auch ganz gut funktioniert, können wir glaube ich behaupten auch. Wie kommt man auf der Bundesebene auch da in die Umsetzung bei den Themen? speaker-1: Genau, indem er gemeinsames Zielbild entwickelt. Und es ist klasse, dass unsere Bundesforschungsministerin die Doru Bär das Thema vorantreibt. wurden sechs erste Schlüsseltechnologien genommen und dahinter liegen ja riesige Forschungslandschaften und Projekte, aber gleichzeitig auch auf der Wirtschaftsseite große Industrien, mit einer Vielzahl von mittelständischen Unternehmen. Und die Kunst muss es jetzt sein in Deutschland, dass wir verstehen, wie diese Wertschöpfungskette heute ausschauen, aber auch was Zielbilder für die Zukunft sind. Und das kann keine einzelne Firma alleine machen, kein Start-up, kein mittelständisches Unternehmen, kein Großunternehmen, auch keine Universität, sondern da müssen wir halt als Verbund, als Netzwerk, als Wertschöpfungskette... und diese Studie, diese Wachstumspfadestudie, die beschreibt genau wie dieser Brückenschlag funktionieren kann. speaker-2: Die wurde ja vorgestellt auf der Münchner Sicherheitskonferenz, die ja kürzlich stattgefunden hat, eben gemeinsam mit der Bundesforschungsministerin und auch BCG und uns. Welche Bedeutung hat wirklich die MSC? Wir hatten ja dieses Jahr zum allerersten Mal den MSC Startup Hub. Ist es ein Teil, wo wir uns auch Richtung international weiter bewegen müssen? Und wenn ja, welchen Kontext hat wirklich da die MSC gehabt? speaker-1: Wie du es beschreibst, Christian, also die MSC ist einfach eine geniale globale Plattform, in denen Entscheider aus der Diplomatie und der Wirtschaft zusammenkommen. alle verbindet ja, dass die gemeinsam die Zukunft gestalten wollen. Und das können wir halt mützen. Also wir haben Tausende von internationalen Gästen da. Und eins der wichtigen Themen aus unserer Sicht sind halt diese Tech-Startups. Und das haben wir zusammen mit Benedikt Frank gemacht, einen Tag lang auf vier Bühnen parallel die Welt einzuladen, die führenden Leute aus der Forschung, aus den großen Unternehmen, aus den neuen Unternehmen, ⁓ eben die richtig heißen Topics, also wie beispielsweise das Thema Halbleiter oder die nächste Generation von Biotech-Unternehmen oder resiliente Energiesysteme. hochzuziehen. speaker-2: Wir haben am Anfang über Stanford gesprochen, was ja eins der oder das Vorbild war ja auch für dich, damals auch das halbe Jahr wo du drüben warst. Was sind für dich, weil wir auch vorhin über Benchmarks gesprochen haben, eben auch im Internatsland vielleicht, was sind für dich die Top Benchmarks weltweit, die du siehst neben Stanford, die natürlich für uns als mittlerweile sehr eng verbündeter Partner wichtig sind. speaker-1: Also in USA ist sicher MIT noch exzellent und in Asien ist sehr, sehr clever und professionell die National University of Singapore. Und das ist auch eine Innovationsmaschine und auch ein Ecosystem, das eben Wirtschaft, Wissenschaft, aber auch den Staat miteinander verbindet. Und die Dimensionen sind gigantisch. Die NOS hatten einen Daumenfonds von über 10 Milliarden Dollar. Und da seht ihr auch die wirtschaftliche Bedeutung von diesen Einheiten. speaker-2: Was interessiert eine NUS aus Singapur, mittlerweile auch Stanford, glaube ich, auch mit einer Partnerschaft, wir im Energiebereich haben? Was interessiert die besonders an München? Du hast vorhin ganz am Anfang gesagt, sind Top 10 Deep Tech Standort. Was sind aus deiner Sicht die zwei, Kriterien, dass mittlerweile sich das Blatt ein bisschen dreht und man auch auf München schaut und weniger eben man von München aus woanders hin schaut? speaker-1: Was uns alle vereint ist, diese gleiche Mission, dass wir die großen Probleme angehen wollen, große neue Clean Energy Firmen aufbauen wollen und andere große Technologienfirmen. Und das ist ein globales Spiel. Das kann eine Stanford nicht alleine machen, eine NUS nicht alleine machen und wir am München auch nicht alleine. Und deswegen suchen wir und auch unsere Freunde, unsere transatlantischen Freunde aus Singapur globale Partner, die die gleichen Werte haben, aber auch in der Lage sind, dieses Spiel gemeinsam zu spielen auf einer globalen Ebene. Und so bauen wir jetzt im Grunde diese Startup Factory als ein verteiltes Produktionssystem global, indem wir gemeinsam Erfolgsgeschichten hochziehen. speaker-0: Israel muss man wahrscheinlich auch noch erwähnen, Die Innovationsfähigkeit dort ist ja auch sehr hoch. speaker-1: Genau, Israel können wir enorm viel auch lernen und auch in Europa. gibt sehr, sehr gute andere Partner. Also die Skandinavier sind super fortschrittlich. Die ETH Zürich ist sehr gut. In Großbritannien mit Institutionen wie Imperial College läuft viel. Also auch da gibt es diese europäische Komponente. speaker-0: auch Rise Europe, die Initiative zwischen einzelnen Gründer- und Innovationszentren, wie Unternehmertum in München, also mit Paris oder mit Skandinavien zusammenzuarbeiten. Wie läuft diese Initiative und wird das stark helfen, die europäische Souveränität in bestimmten Schlüsselmärkten, die ja wichtig ist, ⁓ das zu beflügeln? speaker-1: Genau das ist die Vision, JJ. Ein Beispiel ist ESA Aerospace. Also wenn du ESA Aerospace als praktisch europäisches SpaceX ansiehst, die sind aus München heraus aus der TU gegründet worden. Viele der Engineering-Kapazität und der Produktion ist natürlich auch hier vor Ort. Aber die Firma ist genauso eine skandinavische Firma. Also die Test-Sites sind beispielsweise in Schweden mit großen Mannschaften und dann die Startrampe ist in Norwegen. Das zeigt, selbst so eine junge Firma, die 400 Mitarbeitende hat, schon jetzt komplett europäisch. Und das siehst du dann auch in anderen Fällen, egal ob du einen Quantencomputer oder Fusionskraftwerke bauen wirst. Das wird nicht nur in einer kleinen Region gemacht, sondern du baust da halt genau diese Wertschöpfungsketten über die Industrien dann auf. speaker-0: Hilft da die Politik noch dabei? Muss die Stärke helfen oder entwickelt sich das von alleine? speaker-1: Das ist genau auch die führenden Institutionen, wie eine Unternehmertum, da eine große Verantwortung, weil bei uns schlagen ja all diese Probleme unserer Start-ups auch auf. Also wir haben eine Transparenz, was uns momentan bremst in Deutschland, in Europa. Und diese Kompetenz und diese Erkenntnisse, die müssen wir auch wieder zurückspielen zu unseren Regierungen. und dann halt neue Programme aufsetzen oder helfen, neue Programme aufzusetzen oder Initiativen auch zu geben, wie die WIN-Initiative beispielsweise, in dem halt mehr Wachstumskapital aus Deutschland kommt. speaker-0: Was bremst uns denn vor allen Dingen? speaker-1: Aktuell? ein Riesenthema ist eben dieses Thema Wachstumsfinanzierung. Wir haben jetzt in Deutschland eine tolle Pipeline an jungen Unternehmen. Die sind aber alle auf einem Wachstumskurs und die brauchen eine viel, viel größere Finanzierung, weil die haben praktisch jetzt ihre Demoplanz gebaut, aber jetzt müssen die das ausrollen und das kostet dann mal schnell nochmal ein Faktor 3 mehr als die Phase davor. Und übersetzt auf Deutschland heißt das, dass wir in den nächsten Jahren von diesen aktuell 8 Milliarden Venture-Kapital, die investiert werden, auf über 20 Milliarden kommen müssen, wenn wir die Geschwindigkeit des Wachstums mitgehen wollen. Und diese Frage können wir nur gemeinsam lösen, indem beispielsweise Kapitalsammelstellen, unsere Versicherer, unsere Pensionsforst, auch dieses Geld zur Verfügung... stellen und sagen wir glauben an die nächste Generation deutsche Unternehmen und beteiligen uns auch da und bauen halt die nächsten großen Erfolgsgeschichten. Und dieses System müssen wir jetzt ganz klar zusammenbauen. speaker-0: Das ist aber ein guter Weg. Family Offices sollte man vielleicht auch noch erwähnen. Da müssen ja auch Gelder in diesem Bereich vielleicht noch vermehrt fließen. Das ist aber ein guter Weg. Was brauchen wir dazu noch? Muss man da Regularien ändern? speaker-1: Genau, also zu dem Punkt Family Offices, ist enorm viel passiert die letzten zehn Jahre. Also allein unser Fonds UVC Partners hat über 100 deutsche Family Offices als Investoren. Das ist ein eingespieltes, extrem starkes Netzwerk, wo wir dann auch wieder nicht nur Geld bekommen, sondern auch zurückgreifen können auf diese bestehenden Wertschöpfungsketten. Was halt fehlt ist, und das ist Vergleich insbesondere zu unseren transatlantischen Freunden, dass die großen Kapitalpools, also das sind die Versicherer und die Pensionsvorworter, liegen hunderte von Milliarden. Die investieren momentan nicht in die nächste Generation unserer deutschen Unternehmen. Die investieren eher in die amerikanische Generation der neuen Unternehmen. Da haben wir ein riesiges strukturelles Problem und das können wir nur gemeinsam nutzen, indem eben Politik, Wirtschaft, Und Wissenschaft hilft, dieses System zu optimieren. Und ganz konkret geht es darum, diese WIN-Initiative jetzt zum Fliegen zu bringen. speaker-2: Podcast heißt Unternehmern und Backstage. Helmut, du hast so viele Gründerinnen und Gründer in letzten 24 Jahren gesehen, wahrscheinlich Tausende. Was macht für dich einen erfolgreichen Unternehmer, Unternehmerin aus? Also woran erkennt Helmut Schönberger, wenn er hier rumläuft? Der oder die, ich glaube, da könnte was entstehen. speaker-1: Also es ist eigentlich ganz einfach und zwar das Energielevel an der TU. Wir haben unglaublich viele großartige, clevere Studierende, die analytisch super drauf sind, sonst wären sie nicht an der TU München. Also es ist eine notwendige Bedingung, aber nicht hinreichend. Den Unterschied macht es sind die Leute halt bereit, gemeinsam diese extra Meile zu gehen. Also haben die dieses Energielevel wirklich täglich. diese Herausforderungen anzugehen, große Ambitionen zu verfolgen und das im Team zu machen. Wir wissen es ja auch von Unternehmen, es eine anstrengende Reise und so geht es unseren Gründern auch. Da geht es darum, die Menschen zu finden, die bereit sind, diesen Weg zu gehen. speaker-2: Welchen Ratschlag hättest du dem Anfang 30-jährigen Helmut Schönberger heute gegeben? speaker-1: Ja. noch schneller, noch konsequenter zu handeln und zu entscheiden. Wenn du die Entwicklungsgeschichte Unternehmertum anschaust, dann waren die ersten zehn Jahre gut, aber ich glaube, die hätten wir auch locker in drei bis fünf Jahren hinbekommen können. Genau und jetzt, ich glaube so die letzten Jahre sind wir richtig gut aufvollziehen. speaker-0: das am Energielevel dann in den ersten Jahren? War das zu niedrig oder? speaker-1: Nein, die Zeit war einfach eine andere. Heute ist dieses Spielfeld und die Industrie einfach viel weiter. Damals wussten wir noch gar nicht, welches Spiel wir spielen, okay? Und das hat sich einfach alles entwickelt. Heute gibt es Tausende von Kursen, von Websites, von Büchern, von klugen Leuten. Das gab es damals noch nicht. ein umgestelltes Feld. Genau. Und heute ist es viel klarer. speaker-0: Das war das erste Start-up, das du richtig stolz warst, dass dem Ökosystem Unternehmertum entwachsen war. Wo du gemerkt hast, jetzt haben wir Erfolg. Gab es sowas? speaker-1: Genau, diese Generation, Zelonis, Personio, Flixbus, das war dann der große Durchbruch. Genau, da werden Milliarden Werte geschaffen und damit fliegt das Modell. Also es ist die Frage, welchen ökonomischen Wert du schaffst, welche Ressourcen das Ecosystem anzieht. speaker-0: Ich merke, das Modell fliegt. speaker-1: und dann aber vermehrt und mit dieser Generation der Firmen kam der Durchbruch im Münchenekosystem. speaker-2: Wenn du jetzt den Blick vom Rückspiegel mal nach vorne richtest, ... machen wir das Fernlicht mal an, ... was würdest du dir wünschen? Ob Standort, Unternehmertum, ... wo soll das Ganze hingehen? speaker-1: dass wir weiter in der Lage sind, diese enormen Entwicklungsprozesse und diese Geschwindigkeit zu gehen. Ich glaube, wir befinden uns einfach unter dieser Dusche der Opportunitäten, die aber nicht nur wir haben, sondern viele. Und die Frage ist, sind wir in der Lage, das aufzusaugen und daraus Werte zu schaffen? Und diese Geschwindigkeit, die gilt es jetzt weiterzugehen. Und das hat dann entscheidend, ob wir die Produktivität im Land haben, das Wachstum im Land haben, die Arbeitsplätze da haben. Und wir, Christian, wir kämpfen alle dafür, dass wir in dieser Positivspirale bleiben. Wir haben super Chancen dafür. Aber es reicht nicht, dass wir das vom Sofa aus... speaker-2: Vielleicht noch eine letzte Frage von mir. Kommunikation spielt eine große Rolle und J.J. hat es auch angedeutet. Reden wir manchmal ein bisschen zu schlecht auch über alles, was wir können und was wir tun? speaker-1: Ich glaube, Analyse Deutschland absolut. Ich bin ja auch vielen Veranstaltungen und in Deutschland wird 80 Prozent der Zeit auf Panels damit verbracht, über die negativen, schlechten Dinge zu reden. Wenn ich international unterwegs bin, dann reden wir 80 Prozent über die Opportunitäten und Chancen und was wir jetzt als nächsten Schritt machen. Ich glaube, da müssen wir jetzt einfach umschalten. Lasst uns gerne auch selbstkritisch sein, aber lasst uns 20 Prozent darüber reden und 80 Prozent bitte über die Zukunft. speaker-0: Promotionsthema war ja Kommunikation von Unternehmertum. Was können wir da noch zulegen? Müssen wir da auch anders kommunizieren? speaker-1: Genau, es geht ja darum, Menschen mit auf diesen Lernpfad zu nehmen. Und wir versuchen das als TU München wirklich skaliert zu machen und erreichen damit Zehntausende von Menschen pro Jahr. Wenn das aber aufs Land spiegelt, sind wir eine totale Nischenveranstaltung noch. die deutsche Allgemeinheit hat das, glaube ich, noch nicht. auf dem Rad und verstanden. Von daher wäre schön, wir gemeinsam alle die Lernkurve hochlaufen. speaker-0: Und wie gelingt das am besten? speaker-1: in dem Leute wie du, JJ, gute Artikel drüber schreiben, in dem tolle neue Firmen entstehen und bei Familienfesten die Gründerinnen und Gründer gefeiert werden und wird das einfach als eine ganz tolle, lebenswerte, positive Sache für unsere Gesellschaft sehen. das macht auch riesig Spaß, diese neuen Dinge aufzubauen. die Entwicklung dieser Menschen zu sehen, Werte zu schaffen. ist was Kern Schönes und Positives. Und lasst uns da zurück auf diesen Weg finden. speaker-0: deine eigene Rolle. Das ist die des Antreibers. speaker-1: genau Brückenbauers, Menschen vernetzen, Menschen ermöglichen, was zu machen, sie wertzuschätzen, dass sie die extra meile gehen. speaker-0: Kannst du dein Energielevel noch steigern oder ist das dein Maximum? speaker-1: Ich steige die nicht, sondern die Leute in meinem Umfeld. was mich begeistert ist, wenn Leute kommen, die auch viel Energie haben, die einen Beitrag leisten. Und das gibt mir dann auch wieder Energie, gibt Christian Energie und unserem ganzen Team. Wir sind auch nur Menschen und wir geben nicht nur Energie, sondern wir bekommen also auch. speaker-0: Da ist ein sehr gutes Schlusswort. Vielen Dank für das Gespräch, für das offene Gespräch über Unternehmertum als Ökosystem, aber auch natürlich als generelles Prinzip für das Vorankommen in der Wirtschaft und in der Gesellschaft. Vielen Dank. speaker-1: Danke, Jay Jay und danke, Christian. Danke dir. speaker-0: Dieser Podcast ist eine Produktion der Unternehmertum. Lasst uns gerne ein Like da und abonniert den Kanal, ⁓ keine weitere Folge zu verpassen. speaker-2: Super!