Latest / ntv Wirtschaft / Wegen Epstein-Affäre - Chef von Weltwirtschaftsforum tritt zurück
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- In der Diskussion um die Epstein-Affäre, Chef des Weltwirtschaftsforums tritt zurück. An der Börse suchen Anleger parallel nach Halt und bekommen ihn, zumindest kurzfristig, von Nvidia, wieder mit Rekordzahlen. Nestle wiederum dreht intern an der Leistungsschraube und ändert sein Boni-System. Und die Deutsche Telekom legt, gestützt vom Auslandsgeschäft, einen überraschend optimistischen Ausblick hin. Und damit hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und Stimme der Sprecherin wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Beim Weltwirtschaftsforum in Davos geht es ja oft um Vertrauen, Reputation und die ganz großen Netzwerke. Und genau da bekommt das WEF jetzt ein Problem. Präsident Börge Brände tritt zurück, im Zusammenhang mit dem Skandal um den verstorbenen Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Brände, ehemaliger norwegischer Außenminister, sagt, er habe nach sorgfältiger Abwägung entschieden zu gehen. Für das Weltwirtschaftsforum sei das der richtige Zeitpunkt, seine wichtige Arbeit ohne Ablenkung fortzusetzen. Das WEF hatte Anfang Februar eine Untersuchung zu Brändes Verbindungen zu Epstein angekündigt, nachdem das US-Justizministerium weitere Unterlagen veröffentlicht hatte. Epstein, so heißt es in dem Text, war weltweit in höchsten Kreisen vernetzt. In den veröffentlichten Dokumenten tauchen Namen einflussreicher Persönlichkeiten auf. Brände stand seit 2017 an der Spitze des WEF, bei dem sich in Davos jedes Jahr im Januar die Spitzen aus Politik und Wirtschaft treffen. Und wo wir bei Spitze sind. An der Spitze der Chip-Industrie kommt niemand an Nvidia vorbei. Die glänzen wieder mit Top-Zahlen. Nvidia liefert wieder Futter für die Märkte. Und das in einer Phase, in der Anleger immer wieder über eine mögliche KI-Blase diskutieren. Im vierten Quartal präsentiert Nvidia 68 Milliarden Dollar Umsatz und 43 Milliarden Dollar Nettogewinn. Gleichzeitig wächst der Druck mit jedem Bericht. Nvidia muss laut Analysten nicht nur starke Ergebnisse liefern, sondern perfekte. Dazu Letizia Zara-Gerbes, Vormanagerin bei Akatis an der Börse Frankfurt. Wie klingt Ihre Einordnung der Zahlen, die Nvidia geliefert hat? Meiner Meinung nach wurden die Erwartungen wieder übertroffen. Analysten hatten ja bereits schon hohe Wachstumserwartungen in den Kursen mit eingepreist. Aber die wurden jetzt doch noch einmal übertroffen mit einem Umsatzwachstum von rund 73 Prozent in der Topline und auch beim Gewinn um 94 Prozent insgesamt. Die Aktie reagierte zunächst im Nachbörsenhandel auch sehr stark, ist über die 200-Dollar-Marke in Richtung Allzeithoch bei 212, marschiert dann aber wieder zurückgekommen auf im Grunde das Niveau des Handelstages. Das liegt so bei 192 Dollar. War das überraschend und warum ist das passiert? Das liegt natürlich an den hohen Bewertungen. Die ganzen hohen Wachstumserwartungen werden natürlich auch schon eingepreist über die letzten Monate, Über die letzten Quartale, hier sehen wir ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von weit über 40 bei der Nvidia. Da ist die Frage mittlerweile immer mehr im Markt, wie weit kann das noch gehen? Wie weit können pro Quartal die Umsatzzahlen doch immer weiter überstiegen werden oder beziehungsweise das Wachstum immer noch mal weiter übertreffen? Und wenn man sich diese Frage stellt, dann geht man ja auch davon aus, dass irgendwo Gegenwind herkommt. Woher könnte der denn kommen? Zum einen liegt das an den Kreisfinanzierungen. Deswegen haben wir uns bei Arcathis schon etwas konservativer bei Titeln wie Nvidia positioniert. Hier hat Nvidia zuletzt einmal versprochen gehabt, dass es bis zu 100 Milliarden US-Dollar in OpenAI investieren möchte. Nun sind es nur noch 30 Milliarden. Wir sehen natürlich auch, dass die Riesenkapitalinvestitionen, die anstehen bei den Hyperscalern, auch irgendwann mal Gewinne bringen müssen. Wenn das nicht der Fall ist, ist natürlich die Fallhöhe groß, wenn einmal eine Alphabet oder wenn mal eine Microsoft weniger Bestellungen aufgibt in den Markt. Und auch auf Seiten des Wettbewerbs sehen wir natürlich, dass da immer mehr Konkurrenz aufkommt, beispielsweise auch von AMD, der lange Zeit einen Wert, der lange Zeit unterschätzt zwar mit seinen Grafikkarten, aber auch hier immer mehr Anklang bekommt. Und dieser Druck, immer noch eine Schippe draufzulegen, ist nicht nur ein Börsenthema. Nestle übersetzt genau dieses Prinzip jetzt in den Arbeitsalltag. Mit einem Bonussystem, das Leistung deutlich härter auseinanderzieht. Nestle baut sein Bonussystem um und will Beschäftigte stärker über Leistung steuern. Die Botschaft, wer besonders viel leistet, soll deutlich mehr bekommen. Und wer Schwäche abschneidet, kann am Ende auch leer ausgehen. In der Top-Einstufung kann man bald bis zu 150 Prozent der Boni bekommen. Gekoppelt ist das Ganze am organischen Mengenwachstum. Der Konzern steht unter Wettbewerbsdruck und hat zuletzt angekündigt, rund 16.000 Stellen abzubauen. Doch ob dieses neue Anreizsystem zeitgemäß ist, dazu Arbeitsmarktexperte Alexander Speermann bei NTV. Wie bewerten Sie diese Aktion von Nestle? Boni sind ja ein bewährtes Instrument. Bei Unternehmen denken wir ans Urlaubsgeld, denken wir ans Weihnachtsgeld. Das sind die einfachsten Formen von Boni. Die bekommen ja auch nicht alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Und Boni, die an die Leistung anknüpfen, haben sich auch bewährt. Um zum Beispiel Umsätze zu erhöhen, Gewinne zu erhöhen. Aber das Problem ist, woran macht man die Boni fest? Dazu muss man ganz klar Leistungsindikatoren definieren, sogenannte Key Performance Indicators. Die sind nicht immer einfach zu konzipieren. Das ist eine kleine Kunst im Unternehmen, die Leistung, die ein einzelner Mitarbeiter hier bringt, auch wirklich umzusetzen in quantifizierbare Ziele. Und genau da ist das Problem. Es kann eben auch sein, dass Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer im Unternehmen wertvolle Arbeit leisten, aber nur weil ihre Ziele nicht genau quantifizierbar sind, gehen sie leer aus. Das heißt, da ist im Grunde die große Gefahr für eine Riesenmenge an Frust auch vorhanden, oder? Es hat das Potenzial, Frust auszulösen. Das ist völlig richtig. Es hat das Potenzial, diejenigen zu bevorteilen, deren Ziele leicht messbar sind. Zum Beispiel im Vertrieb ist das überhaupt kein Problem, hier entsprechende Leistungsindikatoren an der Menge abzubilden oder auch am Gewinn. Aber dann gibt es zum Beispiel eben auch wichtige vertriebsunterstützende Maßnahmen, die nicht so leicht zu quantifizieren sind. Also von daher ist es ein Bonussystem, das ist zu kurz gesprungen. Das passt im Übrigen auch nicht mehr in die heutige Zeit, wo ja die Einzelnen nicht mehr so die große Bedeutung haben, sondern man arbeitet ja in Teams, in Abteilungen, abteilungsübergreifend, in Projekten, wo mehrere Mitarbeiter, manchmal Hunderte zusammenarbeiten. Von daher ist zu überlegen, ob nicht das die richtige Richtung ist, Teamleistungen entsprechend zu belohnen. Und während Nestlé Leistung intern in Stufen sortiert, sehen wir Leistung nach außen oft am nüchternsten. An den Konzernzahlen. Und an dem Mut, den ein Unternehmen im Ausblick zeigt. Bei der Deutschen Telekom kommt Rückenwind aus dem Auslandsgeschäft. 44 Milliarden Euro operativer Gewinn im vergangenen Jahr und auch beim Ausblick legt der Konzern überraschend optimistisch nach. Telekom-Chef Tim Höttges dazu im Interview mit Chefkorrespondent Ulrich Reitz. Herr Höttges, Ihr US-Geschäft ist besonders stark. Wird die Telekom mal amerikanisch, mal so komplett amerikanisch? Na, ist ein bisschen unfairer Reiz. Also wir sind überall brockenstark gewesen. Wir haben überall starkes Wachstum gehabt. T-Systems mit zweistelligem Wachstum, Europa mit fast 5 Prozent Wachstum, die USA natürlich auch mit 8, 9 Prozent Wachstum. Und Europa ist unser stärkstes Geschäft momentan. Aber nichtsdestotrotz, ja, weltweit sind wir gut unterwegs und Amerika ist natürlich von der Größe besonders relevant für die Deutsche Telekom. Und wächst besonders stark. Wächst besonders stark. Wir sind mit unserer Netzführerschaft natürlich jetzt bei den Kunden auch angekommen. Wir sind überall präsent. Wir wachsen in neuen Segmenten im Geschäftskundenbereich, aber auch in der Homevernetzung in Amerika sehr schön. Und von daher, ja, der amerikanische Markt ist riesengroß und die Deutsche Telekom ist ein internationaler Konzern mit einem hohen Schwerpunkt in den USA. Deshalb frage ich, droht Deutschland zur Nebenrolle zu werden? Nein, hier ist unser Kern, hier kommen wir her, hier haben wir unsere Werte. Made in Germany ist auch das, was uns treibt weltweit. Unser deutsches Geschäft ist immer auch ein Vorzeigeexample. Wer in Deutschland nicht erfolgreich ist, hat kein Recht international zu investieren. Und von dem Hintergrund, nein, die Deutsche Telekom ist hier zu Hause und sie wird sich auch immer hier im Markt beweisen. Wie wollen Sie auf Ihrem Heimatmarkt weiter wachsen? Also erstmal unser Schwerpunkt liegt ja im Glasfaserausbau. Wir haben im letzten Jahr übrigens in Deutschland alleine 5,7 Milliarden Euro investiert, eine Rekordsumme. Übrigens im Glasfaserbereich haben wir mehr investiert als alle Wettbewerber zusammen. Für manche noch nicht genug. Ja, für manche nicht genug, aber wir gehen weiter voran. Übrigens, sehr schöne Absatzzahlen haben wir heute gezeigt. Das Wachstum, die Kunden fragen nach Glasfaser. Wir sind auf einem guten Wert. Das vierte Quartal war das stärkste Quartal für Glasfaser, was wir je gehabt haben. Wir wollen weiter ausbauen. 2027 eine Million Glasfaser-Kunden dann aktiv haben, die Auslastung der Infrastruktur verbessern, 2,5 Millionen neue Anschlüsse gelegt und jedes Jahr in diesem Takt weiterzumachen. Das ist unser Ziel. Wir werden Deutschland mit Glasfaser versorgen. Ziel haben Sie auch in München. Da haben Sie ein Rechenzentrum groß mit einer NVIDIA-Kooperation in Betrieb genommen. Machen Sie sich abhängig von ausländischen Chips? Sie sind mir heute zu negativ. Sind wir mal ehrlich. Es geht doch darum, dass wir nicht immer uns beschweren über alles, was nicht funktioniert hier am Standort, sondern dass wir einfach machen. Und alle beklagen sich darüber, dass der Glasfaserausbau zu wenig Absatz hat und dass es irgendwo ökonomisch zu schwierig ist. Wir bauen jedes Jahr weiter konsequent hier die Infrastruktur aus. Das Gleiche machen wir jetzt mit der Gigafactory. Wir haben jetzt in München sehr erfolgreich nach sechs Monaten eine Fabrik in Betrieb genommen, die die Hochleistungs-GPUs von Nvidia benutzt. Alles andere, außer diesem Chipset, ist souverän, kommt aus Deutschland oder aus Europa, Partner wie SAP, wie Siemens, Partner wie die Deutsche Telekom im Cloud-Bereich. Wir können jetzt Daten in Deutschland autonom prozessieren auf GPUs und dass die Chipsets momentan aus Amerika kommen, liegt daran, dass wir keine eigenen haben. Ändert sich das mal wieder oder ändert sich das überhaupt mal? Man redet ja der Chip-Krise das Wort. Was machen Sie, wenn es da einen Engpass gibt? Sorgen Sie vor? Also erstmal, die GPUs gibt es momentan nicht in Deutschland. Ich hoffe, dass es irgendwann auch alternative Anbieter gibt. Da gibt es ja etliche. Leider kommen die meisten aus den USA. Vor dem Hintergrund hoffe ich, dass wir da auch in Deutschland oder in Europa Alternativen finden werden. Die Chipsets-Krise, die Sie ansprechen, sind vor allem Memory-Chips. Das sind eigentlich die billigsten, weil natürlich alles in diesen Shop-Fabriken momentan auf die GPUs, also auf diese Hochleistungs-Chips geht, die die künstliche Intelligenz unterstützen. Ich glaube, dass die Memory-Chip-Krise momentan öffentlich noch nicht so angekommen ist. Das wird ein Thema, was uns in allen Industrien weltweit in den nächsten Quartalen begleiten wird. Wie sorgen Sie vor? Also erstmal, wir haben natürlich sehr hohe Absatzkanäle und dadurch auch ein hohes Einkaufsvolumen. Dadurch haben wir uns natürlich mit unseren Partnern schon eingedeckt, was das Thema betrifft. Wir haben natürlich Warenbestände, aber die werden irgendwann auch aufgebraucht sein. Wir machen uns unabhängig von einzelnen Herstellern in diesem Bereich, also Multivendoren-Strategien. Aber ganz ehrlich, wir recyceln zurückkommende Router und nehmen die Chipsets raus und recyceln die. Das hat es in der Vergangenheit in der Form noch nicht gegeben. Es gibt ein ganzes Maßnahmenbündel, wie wir uns unabhängiger davon machen. Aber ich sage Ihnen auch, wir haben diese Frage langfristig noch nicht gelöst. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.