Latest / ntv Wirtschaft / Schock bei Volkswagen - "Das ist für Porsche eine Katastrophe"
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- Ein Gewinneinbruch umfasst 50 Prozent. Und trotzdem spricht Volkswagen-Konzernchef Blume im NTV-Interview von Stabilität. Der Bauernpräsident fordert wegen des Irankrieges höhere Lebensmittelpreise. Und der Schokoladenhersteller Lindt treibt mit kräftigen Aufschlägen seinen Gewinn nach oben. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und Stimme der Sprecherin wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Wir beginnen mit Volkswagen. Der Konzerngewinn bricht im vergangenen Jahr um fast die Hälfte ein. Unter dem Strich bleiben 6,9 Milliarden Euro. Das niedrigste Ergebnis seit 2016. Als Hauptgründe nennt der Konzern die US-Zölle und die Probleme bei Porsche. Beim Sportwagenbauer zeigt sich die Schieflage besonders deutlich. Das operative Ergebnis sackt von mehreren Milliarden Euro auf gerade einmal 90 Millionen Euro ab. Das ist ein dramatischer Einbruch. Porsche kämpft mit einem Absatzeinbruch in China, mit höheren US-Zöllen und mit einer Fehleinschätzung beim Tempo der Elektromobilität. Viele Kunden halten am Verbrenner fest. Porsche korrigiert deshalb seine Strategie wieder in Richtung klassischer Antriebe. Der Mutterkonzern Volkswagen spürt diese Belastung deutlich. Der Umsatz stagniert, die operative Rendite bleibt niedrig. Für dieses Jahr stellt der Konzern ein leichtes Umsatzplus und eine Verbesserung der Marge in Aussicht. Wird der Konzern jetzt weitersparen? Wann wird VW im China-Geschäft die Kurve kriegen? Ulrich Reitz hat in Wolfsburg mit Konzernchef Oliver Blume gesprochen. Herr Blume, der Konzerngewinn bei Volkswagen bricht um rund 50 Prozent weg. Was sind die Gründe? 2025 ist ein gemischtes Bild. Unser Ergebnis ist deutlich eingebrochen. Das kommt aber nicht aus dem operativen Geschäft, sondern im Wesentlichen durch Sondereffekte und die Zölle. Auf der anderen Seite können wir sagen, dass unser Umsatz und unser Absatz etwa auf Vorjahresniveau liegt und das trotz sehr herausfordernder Marktbedingungen. Unsere Produkte kommen sehr gut an. Wir bekommen Auszeichnungen. Wir sind in Europa mit Abstand Marktführer und das wird auch vom Kapitalmarkt honoriert. Wenn wir gerade im Wettbewerbsvergleich dort schauen, hat sich die Volkswagen-Konzernaktie im letzten Jahr um 16 Prozent positiv entwickelt. Wenn wir die Dividende mit einrechnen, 24 Prozent, während im gleichen Zeitraum der Branchenindex, Automobil und Zulieferer, um 4 Prozent zurückgegangen ist. Insofern sehen wir positive Tendenzen, müssen aber weiterhin hart an unseren Kosten arbeiten, um die vielen Gegenwinde zu kompensieren. Sie wollen im VW-Konzern bis 2030 rund 50.000 Stellen abbauen. Reicht das? Ja, wir haben uns dort jetzt auf den Weg gemacht und sind auch gut im Fortschritt. Wir werden immer wieder prüfen, ob das reicht. Wir haben in den letzten drei Jahren das Unternehmen umfassend saniert und neu ausgerichtet und sind jetzt in einer Phase, wo wir feststellen, dass das traditionelle Geschäftsmodell, was den Volkswagen-Konzern, die deutsche Automobilindustrie und Deutschland über Jahrzehnte getragen hat, so in dieser Form nicht mehr trägt. Wir haben handelspolitische Hürden, wir haben Marktveränderungen, wir haben Regulationen in den Weltregionen und wir haben selbst die hohe Kostenposition in Europa. Und deswegen werden wir jetzt in eine Phase der weiteren Transformation einsteigen und werden da, Und ich glaube, das ist die erste Bürgerpflicht, natürlich auch jeden Stein umdrehen, wo wir unser Unternehmen noch optimieren können. Wie ist die Lage in China aus Ihrer Sicht? Ihre Autos bei Porsche, Lamborghinis beispielsweise, Audis verkaufen sich nicht wirklich so wie erwartet. Das Exportgeschäft in Richtung China wird zunehmend schwerer. Dazu kommt, dass es mittlerweile über 150 Wettbewerber im chinesischen Markt gibt und dadurch ein sehr großer Preisdruck entsteht. Die Margen sind bei weitem nicht mehr so hoch, wie sie in der Vergangenheit waren. Wir im Volkswagen-Konzern haben uns darauf eingestellt, dass wir unsere Strategie in den letzten drei Jahren komplett verändert haben. Wir machen jetzt deutlich mehr in China für China und kommen in diesem Jahr mit den ersten Produkten, die wir in China entwickelt haben, die wir in China gebaut haben, zu chinesischen Kosten mit einem chinesischen Angebotsprofil in den Markt. Und sind da sehr zuversichtlich. Das sind sehr viele gute, starke Autos, über 30 bis Ende 2027. Das ist aber heute noch keine Garantie, weil wir einfach so großen Wettbewerb haben. Aber so wollen wir jetzt in diesem Markt, dem neuen elektrischen Markt, angreifen. Während wir auf der anderen Seite bei den Verbrennern nach wie vor Marktführer sind mit 22 Prozent. Ist das nicht verrückt, dass Sie gerade mit Verbrennern dort punkten, dort Geld verdienen, wo doch letztendlich immer ausgerufen wurde, Elektromobilität ist das neue Thema? Ja, die Elektromobilität steigt stark in China, weil alle Rahmenbedingungen dort gegeben sind, von der Ladeinfrastruktur über günstige Energiepreise und dann natürlich auch ein großes Angebot, gerade von chinesischen Herstellern. Aber es gibt nach wie vor natürlich auch einen sehr traditionellen Markt, wo wir stark vertreten sind mit unseren Marken. Und jetzt haben wir uns auf den Weg gemacht, eben auch das stark steigende Segment zu bearbeiten und sind da sehr zuversichtlich, dass das funktionieren wird mit all dem, was uns dort in den letzten drei Jahren gelungen ist. Dankeschön, Oliver Blume. Vielen Dank. Wie stabil ist der Konzern wirklich, wenn selbst die einstigen Renditebringer wie Porsche und Audi ins Straucheln geraten? Für Anleger eine entscheidende Frage. Ist der Konzern noch steuerbar? Sabrina Margraf im Gespräch mit Autoexperte Jürgen Pieper. Herr Pieper, schön, dass Sie hier sind. Der Umsatz stagniert in 2025 bei Volkswagen. Das Ergebnis geht deutlich zurück, teilweise um mehr als die Hälfte. Was sagt das über den Konzern aus? Ja, es sagt aus, einmal war das Umfeld, muss man zugeben, war schwierig. Die meisten Hersteller haben jetzt nicht viel mehr als Umsatzstagnation liefern können. Es war also ein schlechtes Auto insgesamt. Was das schwache Ergebnis anbetrifft, da sind einfach die Kosten, jetzt mal generell gesprochen, in diesem Konzern nach wie vor zu hoch. Das Besondere im letzten Jahr war, dass nicht die Massenmarken, VW, Seat, durchgehangen haben, sondern dass es wirklich ein Problem der Luxusmarken war. Also Audi und Porsche sind im Moment die größten Problemfelder bei Volkswagen und das ist eine neue Qualität. Wie stark muss man mit den Preisen im Moment runtergehen, um auch zum Beispiel die Käufe auf dem chinesischen Markt zu überzeugen? Ja, in China ist das wahrscheinlich der Trend noch, dass man die Preise runtergehen muss. Dort ist VW zurzeit sehr schwach unterwegs, wie andere Nicht-Chinesen auch, sehr unter Druck. Und das versucht man zum Teil mit niedrigen Preisen aufzufangen. Ist China aber dennoch ein wichtiger Markt und wie will man mit den Wettbewerbern dort konkurrieren? Zurzeit gibt es anscheinend Anzeichen dafür, dass es so ein bisschen zurück zu Qualitätsanbietern, zurück zu guten Marken geben könnte. Ganz bestimmte kleine Hoffnungszeichen, dass die Deutschen so ein kleines Comeback feiern. Und da wäre VW sicherlicher als der ehemalige Platzhirsch in China vorne dran. Zurzeit ist das nicht viel mehr als Hoffnung. Aber ich glaube andererseits nicht, dass dieser negative Trend in China jetzt für alle Zeiten fortbestehen wird. Also spätestens 2027, glaube ich, kann man eine gewisse Belebung in China sehen. Sind die Probleme bei Porsche und Audi Ihrer Meinung nach viel relevanter als das Thema auf dem chinesischen Markt? Zurzeit ist China das größte Problem. Aber dann kommt direkt Porsche mit einem Ergebnis, was um die Null herum liegt. Das ist für Porsche eine Katastrophe. Wir haben, glaube ich, jetzt um die 30 Jahre lang Erfolgsgeschichte bei Porsche gesehen und dann ist es relativ steil bergab gegangen. Und bei Audi sehen wir auch eine unruhige Situation, ein Durchwurschteln eigentlich seit ein paar Jahren mit ganz vielen Vorstandswechseln, mit ganz wenig Klarheit. Und auch da, glaube ich, kommt man nicht so schnell aus dieser Problematik heraus. Vor ziemlich genau fünf Jahren war die Aktie auf Allzeithoch bei rund 250 Euro. Jetzt liegt sie deutlich darunter. Was muss passieren, damit die Börse Volkswagen wieder höher bewertet? Ja, verschiedenes würde ich sagen. Ein guter Ausblick für dieses Jahr würde helfen. Was man jetzt gesehen hat an Ausblick, das war, naja, das war okay, würde ich sagen. Das war jetzt nichts Besonderes. Man geht also im Prinzip von einer Stagnation oder andersrum kann man auch sagen Stabilisierung aus. Also keine große Hoffnung auf eine echte Verbesserung. Ja, es wird sehr viel an den Kostenschrauben gedreht werden weiterhin. Es wird sicherlich bei Audi sehr viel passieren müssen. Dort wartet man endlich mal auf Zeichen eines Aufbruchs. Und es wird auch bei Porsche sehr viel passieren müssen. Dann hätte man zumindest mal mit Audi und Porsche zwei Problemfelder angegriffen, im Sinne von Probleme angefangen zu lösen. Und dann kann man sich vorstellen, dass es halt auch nächstes Jahr 2027 besser wird. Hat Volkswagen zu viele Marken unter einem Dach? Ja, absolut. Volkswagen ist meines Erachtens auch viel zu groß. Mittlerweile mit weit über 300 Milliarden Umsatz fast nicht mehr managbar. Man kann sicherlich Herrn Blum eine Menge vorwerfen, aber man muss auch sagen, Volkswagen ist ein fast nicht mehr regierbarer Tanker und es gibt einfach auch viel zu viele Marken. Und dieser Gegenwind aus China und Europa zeigt sich nicht nur bei Autoherstellern wie Volkswagen, sondern in den Exportzahlen für ganz Deutschland. Die deutschen Exporteure starten mit einem Dämpfer ins Jahr 2026. Im Januar verkaufen sie Waren im Wert von 130,5 Milliarden Euro ins Ausland. 2,3 Prozent weniger als im starken Dezember. Vor allem das Europageschäft schwächelt. Minus 4,8 Prozent in die EU. Nach China brechen die Ausfuhren um gut 13 Prozent ein. Zulegen können deutsche Unternehmen dagegen in den USA. Dort steigen die Exporte um 11,7 Prozent. Mit der Eskalation im Nahen Osten wachsen nun neue Risiken. Steigende Ölpreise verteuern Transporte. Und das trifft die Exportnation Deutschland besonders. Das ist das passende Stichwort für das nächste Thema. Denn die teuren Ölpreise sind aktuell für die Bauern besonders schmerzhaft. Die Bauern sind jetzt wieder mit ihren Traktoren unterwegs. Die Böden müssen vorbereitet werden und die erste Saat wird ausgebracht. Für viele landwirtschaftliche Betriebe sind Kraftstoffpreise ein entscheidender Kostenfaktor. Etwa für Traktoren, Erntemaschinen oder Transporte. Auch die Kosten für Dünger sind sprunghaft angestiegen. Darüber hat Nadine Janz mit Joachim Rukwit gesprochen. Er ist Präsident des Deutschen Bauernverbandes. Der Irankrieg treibt die Diesel- und Energiepreise nach oben. Das betrifft auch die deutschen Bauern. Herr Ruckwied, worauf müssen sich denn jetzt Verbraucherinnen und Verbraucher im Punkto Lebensmittelpreise einstellen? Also wir haben gerade mit der Frühjahrsaussage begonnen. Die Pflegemaßnahmen stehen an. Und uns trifft die Preiserhöhung insbesondere beim Diesel stark und bei Stickstoffdüngern. Bei Stickstoffdüngern sind die Preise in den letzten 10 Tagen um rund 30% gestiegen. Und das ist eine große Belastung für uns. Aber gehen Sie davon aus, dass diese 30 Prozent jetzt auch umgelegt werden auf die Lebensmittelpreise? Das ist leider nicht der Fall. Unsere Preise beispielsweise für Weizen, auch für Schweinefleisch, für Milch, die sind unter Druck. Also wir können das wirtschaftlich gar nicht mehr darstellen. Das ist für unsere Bauern eine riesige Herausforderung. Unsere Erzeugerpreise gehen nicht nach oben. Aber die Kosten für Energie, für andere Betriebsmittel wie Düngemittel, die explodieren geradezu. Das heißt, Ihrer Meinung nach, um wie viel müssten denn die Lebensmittelpreise steigen? Das hängt vom Produkt ab. Wir haben ja einen Anteil im Schnitt von knapp 20 Prozent beim Endpreis. Bei Brötchen, da ist ein, zwei Prozent. Wir brauchen für uns einen Anstieg der Preise um 25, 30 Prozent für unsere Produkte. Damit wir wieder kostendeckend wirtschaften können, damit bei einem Bauern was hängen bleibt. Und das wird dann anteilig eben durch fünf, durch sieben, durch acht dann dividiert werden müssen. Und das müssten dann die Lebensmittelpreise steigen. Unser Anteil ist immer kleiner, bei manchen Produkten marginal. An Appell an die Politik, was müsste denn da jetzt passieren? Sollte da die Politik eingreifen? Ja, die Politik sollte meines Erachtens die CO2-Besteuerung beim Diesel grundsätzlich aussetzen. Das sind irgendwo 17, 18 Cent pro Liter. Das würde nicht nur der Landwirtschaft helfen, das würde dem Transportgewerbe helfen. Die Politik muss hier reagieren. Sie muss die Wirtschaft in Deutschland entlasten. Denn im Vergleich zu vielen europäischen Nachbarländern zahlen wir beispielsweise beim Diesel Also zwischen 15, in der Spitze bis zu 20 Cent pro Liter mehr. Und profitieren hier trotzdem die deutschen Landwirte von der Agrar-Diese-Subventionen? Jetzt sagen vielleicht andere wirtschaftliche Bereiche in Deutschland, naja, das ist ein bisschen ungerecht, wenn jetzt die Landwirtschaft da jetzt wieder unter die Arme geholfen wird. Wie sehen Sie das? Ich habe die Aussetzung der CO2-Bepreisung für alle Wirtschaftsbereiche gefordert. Und das möchte ich nochmal unterstreichen. Es ist richtig, dass wir die Gasölbeihilfen Rückerstattung wieder haben. Da wollte uns die Ampel eine halbe Milliarde pro Jahr an zusätzlicher Steuerbelastung auflassen. Das war nicht hinnehmbar. Teuersten Diesel in Europa gefahren. Ich bin überzeugter Europäer, aber zu einer Überzeugung, was Europa anbelangt, gehören auch gleiche faire Wettbewerbsbedingungen. Und da sind wir mit der Agrardiesel Besteuerung und der Rückerstattung wieder ein Stück näher gekommen. Glauben Sie denn, dass es sonst zu Höfesterben jetzt kommen könnte? Die wirtschaftliche Belastung in der Landwirtschaft ist enorm. Sollte sich diese Situation lang fortsetzen, also auch in ein, zwei Jahren noch so Bestand haben, dann ist das Risiko, dass mehr Höfe aufgeben müssen, sehr groß. Höhere Preise fordern, das ist die eine Seite. Diese jedoch durchsetzen und damit Gewinne steigern, das ist die andere Seite. Der Schokoladenhersteller Lind zeigt, wie das geht. Der Schweizer Schokoladenhersteller Lind und Sprüngli erhöht seine Preise im vergangenen Jahr um rund 19 Prozent und steigert damit seinen Gewinn um 9,8 Prozent auf 971 Millionen Franken. Lind begründet die Aufschläge unter anderem mit gestiegenen Kakaopreisen und verweist auf seine Premium-Strategie. Die Konsumenten legten weltweit weiterhin Wert auf Qualität. Einen kleinen Dämpfer gibt es doch. Die hohen Preise scheinen Kunden aber auch abgeschreckt zu haben, denn das Verkaufsvolumen ging zurück. Das Unternehmen führte dies allerdings auf geopolitische und wirtschaftliche Unsicherheiten zurück. Teure Schokolade lässt also den Gewinn sprudeln, trotz spürbarer Zurückhaltung bei den Kunden. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.