Latest / Rambo Zambo – Der Merz-Podcast / Grönland, Trump und die AfD
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- Bisher ist Friedrich Merz auf dem Standpunkt, ich komme mit dem einigermaßen gut klar, das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass ich auch politisch etwas in Washington erreichen kann, diese persönliche Ebene. Und diese Situation, dass ich da bei Trump noch ein Ohr finde, die möchte ich erstmal nicht aufs Spiel setzen. Aber es kommt natürlich irgendwann der Punkt, den man jetzt noch nicht voraussagen kann, wo sich für die gesamte Bundesregierung die Frage stellt, okay, müssen wir, Von diesem Standpunkt, wir kritisieren ihn möglichst wenig, um gewogen zu sein bei ihm, abweichen. Wir haben diese Bundestagswahl 2025 gewonnen. Jetzt darf auch mal Rambo Zambo im Adler. Das ist Rambo Zambo, der März-Podcast. Das Format, das ihr vielleicht nie wolltet, aber jetzt braucht. Mit euren Hosts Carlotta Richter und Julia Emmerich. Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von Rambo Zambo, dem Podcast, in dem wir immer einmal in der Woche über unseren Bundeskanzler Friedrich Merz und über die Bundesregierung sprechen. Heute sitzen Julia und ich hier nicht zu zweit, sondern wir sitzen hier zu dritt mit Jan, den diejenigen, die diesen Podcast schon häufiger gehört haben, auch kennen. Jan war ja schon öfter hier im Podcast, hat Julia vertreten und heute haben wir die große Ehre, eine Folge zu dritt aufzunehmen. Herzlich willkommen, Jan. Schön, dass du da bist. Dankeschön, ich freue mich. Und es ist wirklich super, dass du da bist, weil es ist extrem viel passiert, schon in diesen ersten zwei Wochen des neuen Jahres. Wir haben gestern so unter uns gesagt, wenn 2026 eine neue Staffel einer Serie wäre, dann wäre es absolut unrealistisch. Niemand würde glauben, dass so viel innerhalb von den ersten zwei Wochen passiert. Die Nachrichten überschlagen sich. Eigentlich wollten wir heute mit dir ausführlicher über Merzbesuche in Indien sprechen. Denn du hast Merz begleitet dahin. Seitdem ist aber noch einiges anderes passiert. Deswegen ist es sehr gut, dass du da bist, weil du hast nicht nur Merz begleitet, du kennst dich auch gut aus mit der Bundeswehr und begleitest auch die SPD-Fraktion. Ganz viele Themen, über die wir heute sprechen. Und wir müssen, auch wenn es uns ganz oft so geht, auch in dieser Folge wieder mit der Außenpolitik anfangen. Fangen wir mal mit dem Thema an, das für dich vielleicht noch am nächsten ist, nämlich die Reise nach Indien. Ich hoffe, du hast deinen Jetlag überwunden. Nein. Ich hoffe, du überwindest ihn bald. Merz hat ja seine erste große Asienreise gemacht und er ist dabei, anders als Merkel oder Scholz, als erstes dann nach Indien gereist. Du hast ihn begleitet. War das denn jetzt ein Zeichen, dass Merz Indien als erstes von den großen asiatischen Ländern gewählt hat, anders als seine Vorgänger? Ja, absolut. Also Merz hat das ganz bewusst gemacht. Er hat... Damit in Indien und an die indische Regierung die Botschaft gesendet, ihr seid ein Wunschpartner von uns. Das hat alles damit zu tun, wie sich gerade die globale Weltordnung verändert, welche Rolle die USA spielen, die sich von uns abwenden, wie aggressiv China auch auftritt. Und da ist Deutschland auf der Suche nach neuen Partnern, nach Partnern, mit denen man zuverlässig zusammenarbeiten kann. und dann fiel der Blick auf Indien und in der Tat ist das so eine wichtige Frage. Fährt ein Bundeskanzler nach Indien oder nach China zuerst? Er hat sich für Indien entschieden und das war ein ganz klares Zeichen, das Friedrich Merz setzen wollte. Merz und der indische Premier Modi, das matcht. Irgendwie stimmt da die Chemie, oder? Ich habe das so bei der ersten Begegnung erlebt. Wie hast du das erlebt? Funktionieren die beiden gut miteinander? Und wenn ja, warum eigentlich? Denn die Unterschiede sind ja nicht nur optisch gigantisch. Das ist ganz witzig, wenn man die beiden nebeneinander sieht. Merz, der wirkt dann aufgrund von seiner Größe neben Modi dann auch so ein bisschen schlagsig. Das hat nicht nur damit zu tun, dass Modi einfach ein Kopf kleiner ist als Friedrich Merz. Ein nur? Mindestens ein nur. Und der Modi, der wirkt sehr kontrolliert, ein bisschen steif, wenn er sich bewegt. Auch der Gesichtsausdruck lässt sich so wenig ablesen. Und dann wirkt Merz daneben fast so ein bisschen, ich weiß nicht, ob man es so sagt, so ein bisschen schlackerig. Aber die beiden scheinen sich sehr gut zu verstehen. Es gab eine ganz spannende Szene, also die haben gemeinsam ein Ashram besucht, in dem Mahatma Gandhi über zehn Jahre gelebt hat und von wo er seine friedliche Revolution, seinen friedlichen Kampf für die Unabhängigkeit Indiens gestartet haben. Und die interessante Szene war nicht, dass Friedrich Merz da auf Socken rumlaufen muss, wie man das so aus Respektgründen tut, sondern die beiden stiegen dann da vor Ort gemeinsam in eine schwarze Mercedes-Limousine, um zum nächsten Termin zu fahren. Das ist ungewöhnlich. Das ist ungewöhnlich. Normalerweise fährt dann Geder mit seinem eigenen Auto, das hat auch Sicherheitsgründe. Und Friedrich Merz, der wollte Zeit mit Modi haben, um sich mit ihm direkt zu besprechen. Der wollte wissen... Können wir zusammenarbeiten? Was erwartest du von mir? Hatte ich mir gesagt, was er von ihm erwartet. Und das Gespräch war oftmals sehr gut. Also Friedrich Merz war nachher wirklich sehr gut gelaunt, war nahezu euphorisch. Wie gut er mit Modi sich unterhalten konnte und offenbar auch die Signale von Modi bekommen hat. Wir wollen mit euch zusammenarbeiten. Wir wollen euch als Partner, strategisch, wirtschaftlich, bei Rüstungsfragen sollen die enger zusammenarbeiten. Und dass die indische Regierung so offen auf die Deutschen reagiert, wie Merz das nachher geschildert hat, wie er es empfunden hat, das hat er im Vorfeld nicht erwartet. Und das hat auch damit zu tun, dass, wie du es gesagt hast, Carlotta, in diesem Jahr ist schon wahnsinnig viel passiert. Also es kommt einem ja vor schon, als ob man eigentlich Mitte des Jahres wäre, wenn man darauf guckt, was eigentlich schon alles passiert ist. Der Ansicht von Friedrich Merz nach ist auch Indien geschockt und vielleicht verunsichert aufgrund der Ereignisse der vergangenen Wochen und wie sich die USA positionieren. Wenn es so richtig super für März läuft und er eine richtig gute Laune hat, kriegen wir, die wir ihn begleiten und länger jetzt schon beobachten, manchmal so ein bisschen diese kleine Sorge, ob das gut geht. Weil wenn es ihm richtig gut geht, wenn er dicke Hose hat, dann kann man immer so das Gefühl haben, jetzt könnte er auch mal wieder einen raushauen. Jetzt fühlt er sich gerade prima und hat nicht mehr diese maximale Kontrolle, die man vielleicht ihm manchmal wünschen würde. Hat er einen rausgehauen? Ist es mit ihm wieder durchgegangen? Was hast du erlebt? Also von außen gehört hat man nicht viel, aber manchmal kriegt man ja, wenn man unmittelbar dabei ist, noch anderes. Hat er was zum Brot gesagt? Zum Brot? Nee, nichts zum Brot gesagt. Hat sich nicht über das indische Frühstück beschwert. Aber das Stadtbild, das hat ihm gefallen. Und zwar, das war wirklich ganz lustig. Modi hat ihn eingeladen in seine Heimatregion. Nicht nach Neu-Delhi, wie er das mit sozusagen allen landläufigen Staats- und Regierungschefs macht. Und er lädt sozusagen ausgewählte Gäste, lädt er in seine Heimatregion ein. Und zwar in die Stadt. Ich spreche sie jetzt mal so aus, wie ich sie ausspreche. Das ist sicherlich nicht die richtige Aussprache. Achmedabat. Das ist eine Acht-Millionen-Stadt. Der Inder spricht es gar nicht noch anders aus. Das ist eine Acht-Millionen-Stadt und an jeder Ecke, an jeder Brücke, an jedem Bauzaun, an jedem Bushäuschen waren Poster mit dem Friedrich Merz, wo er freundlich lächelte, super gut gebräunt war. Es war noch ein bisschen brauner als Merz, vielleicht Photoshop oder sehr wahrscheinlich sogar. Und es war ein super freundlicher Empfang. Insofern keine Brotdebatten, keine Stadtbilddebatten. Ein rausgehauen hat er dann eigentlich erst am zweiten Tag seines Besuches, als er in Bangalore war, einer Wirtschaftsmetropole, hat er deutsche Unternehmen dort besucht. Dort wurde er zum Iran gefragt. Also eigentlich einem Thema, das jetzt mit dem Besuch an sich nichts zu tun hatte. Aber klar, ein deutscher Bundeskanzler muss immer damit rechnen, zu aktuellen politischen Themen zu kommen. Und die Proteste wurden größer über diese Tage. Während er in Indien war, sahen wir, was im Iran langsam sich zusammenbraute. Die Informationen über Todesopfer stiegen und da ließ sich Friedrich Merz zu der Aussage verleiten, dass das Regime dort wohl seine letzten Tage und Wochen erlebe. Und da fragt man sich so ein bisschen, hoppla, was weißt du, was man noch nicht weiß? Weil... In der Vergangenheit ist es immer so gewesen, dass trotz vieler Proteste im Iran das Regime sich doch sehr fest immer gehalten hat. Und weiß er mehr als wir alle? In Klammern wohl nicht, aber warum macht er das? Ich glaube, natürlich weiß Friedrich Merz in gewisser Art und Weise mehr als wir, weil er liest Geheimdienstberichte. Der kriegt dann gegebenenfalls Informationen von den Playern, die es dort gibt. Das sind Israel und die USA. Aber wie fest das Regime im Sattel sitzt, ob da es wirklich Anzeichen gibt für einen erfolgreichen Umsturz. Ich glaube, da ist der Iran auch für ihn eine Blackbox. Das weiß er eigentlich auch nicht so genau. Warum er sich so konkret über zukünftige, angenommene, kommende Ereignisse geäußert hat, da lässt sich nur mutmaßen. Also ich vermute, dass seine Analyse ist, dass die Israel und die USA da nochmal eingreifen werden, militärisch natürlich irgendwann und somit dort auch dann zu einer Veränderung der Lage im Iran nochmal beitragen wollen. Und ob das wirklich passiert, wissen wir. Stand heute, Donnerstag nicht. Aber ich vermute, das ist die Annahme, die Friedrich Merz dazu verleitet hat, sich so klar festzulegen, was das Schicksal der Regierung im Iran angeht. Wäre das auch deine Analyse des Satzes, Julia? Ja, ich teile das natürlich, was Jan sagt. Und ich glaube, das ist in so einer Linie bei Friedrich Merz zu sehen, der ja... Sich anders jetzt vielleicht als sein Vorgänger Olaf Scholz auch sprachlich oft einfach ein bisschen weiter vorwagt und einfach auch mal ein bisschen robuster Dinge formuliert. Sicherlich auch, weil es sein Naturell ist, sicherlich aber auch, weil er sich als jemand versteht, der vielleicht, das ist beim Iran sehr fraglich, aber als Player international mehr denkt und vielleicht manchmal auch glaubt, mit solchen Äußerungen Tempo in irgendetwas bringen zu können, dass die Deutschen im Iran relativ wenig zu melden haben und relativ wenig Einfluss. Du hast die großen Player genannt, Israel, USA. Das weiß Merz alles auch. Aber ich glaube, an so einem Satz sieht man wieder auch so sein Naturell. Also er ist einfach derjenige, der ein bisschen mehr sichtbar sein will, der ein bisschen sich auch weiter vorwagt. Ob das gut ist oder nicht, haben wir ja auch schon häufig drüber gesprochen. Denn das heißt im Umkehrschluss eben auch, dass die Realität über solche Sätze manchmal hinweggeht und man nachher denkt so, also ist ganz anders gelaufen. Und dann hat er immer diese Differenz zwischen dem, was er sagt und was in der Wirklichkeit passiert. Das ist natürlich durch ein vorsichtigeres Formulieren, es wäre er auf der sicheren Seite. Aber so ist er und so kennen wir ihn. Und deshalb passt es für mich eigentlich in die Kontinuität zu unserer Beobachtung mit Friedrich Merz. Also das sehe ich ganz genauso wie du. Ich glaube, Olaf Scholz, der hat beim Formulieren immer schon im Kopf gehabt, wie wirkt dieser Satz, wie wirkt der in einer Woche, wie wirkt der in zwei Wochen. Wie ältert der? Wie ältert der in einem halben Jahr? Kann man mir den vorhalten, ja oder nein? Und hat dann im Zweifel immer einen unzitierbaren Satz gesagt, der dann nicht zur Berichterstattung geführt hat. Und da muss man sagen, dass Friedrich Merz mit diesem Satz, der bleibt hängen. Die Agenturkollegen haben eine Eilmeldung verschickt. Können wir alle machen, oder? Können wir alle machen. Und das ist dann natürlich, das hat er ausgelöst. Er ist ja damit dann präsent. Und ich glaube auch nicht, dass es Friedrich Merz Unrecht ist, dass er dann damit auch Schlagzeilen macht. Es gibt ja nicht nur eine außenpolitische Lage. Es gibt die Situation im Iran. Gleichzeitig, man kann eigentlich schon sagen, brennt es an wirklich diversen Orten in der Welt. Ein Thema, das sicherlich auch März beschäftigt hat, schon in den ersten Wochen dieses Jahres, das ist Grönland. Jetzt, während wir hier aufnehmen, wir nehmen am Donnerstag auf, sind 13 Bundeswehrsoldaten auf dem Weg nach Grönland. Die sind Teil eines Erkundungsteams, das am Mittwoch angekündigt wurde. Am Mittwoch gab es ja auch ein Gespräch nochmal in Washington zwischen den USA, Dänemark und Grönland, bei dem es aber keine Einigung, keine Lösung in irgendeiner Weise gab. Jetzt werden 13 deutsche Soldaten nach Grönland geschickt. Die Zahl klingt jetzt erstmal nicht besonders groß. Was will man denn damit erreichen? Ja, auf keinen Fall will man erreichen, dass man eine irgendwie befürchtete US-Militäraktion abwehren will oder könnte. Das ist auch illusorisch, das würde man auch mit einer Vielzahl dieser Soldaten nicht schaffen. Man will ein Zeichen setzen. Du hast es angesprochen, also die Gespräche in Washington, auch Wadephul, der deutsche Außenminister ist ja am Anfang der Woche da gewesen und hat mit dem amerikanischen Außenminister Rubio gesprochen. Jetzt waren die Dänen und die Grönländer da und die mussten dann nachher sagen, we agree to disagree. Also wir konnten uns nur darauf verständigen, dass wir uns nicht verständigen können, dass wir nicht auf einer Linie sind. Das heißt, es stellt sich immer noch die Frage. Unternehmt die Regierung von Präsident Trump irgendwelche militärischen Schritte, um sich Grönland einzuverleiben? Das wäre wirklich aus Sicht der Europäer und aus Sicht der NATO das Worst-Case-Szenario, wenn es zu einer Konfrontation käme. Die man aber militärisch kaum verhindern könnte. Nicht mit den 13, aber auch nicht mit mehr. Also die USA sind militärisch vor Ort, sie können da schnell Kräfte hinverlegen. Der Sinn hinter dieser Erkundungsmission ist, den USA zu signalisieren, wir nehmen eure Bedenken ernst, dass ihr euch um die Sicherheit in der Arktis sorgt. Das ist vor eurer Haustür und wir nehmen eure Bedenken ernst. Dass Russland und China dort militärisch ebenfalls Präsenz zeigen. Das Signal ist jetzt, lasst uns zusammen, gemeinsam als NATO eine Lösung finden. Wir sind schon da und schauen uns das hier an und schauen, was wir tun können. Jetzt ist die Frage, ist es für die Regierung von Donald Trump ein Argument, dass die europäischen NATO-Partner dort so schnell Bereitschaft zeigen, die Sicherheit der NATO in der Region zu erhöhen? Oder ist das eigentlich nur vorgeschoben, weil am Ende geht es dann doch einfach um Besitzen, um die seltenen Erden. Also Trump hat in einem Interview sinngemäß gesagt, ich besitze gerne Sachen. Und damit kannst du dann natürlich, das ist ja ein Totschlagargument aus seiner Logik und dann kannst du auch mit einer wirklich jetzt schnell gezeigten Bereitschaft, die Sicherheit der NATO dort zu erhöhen, eigentlich nichts erreichen. Und das ist jetzt die große Frage, also vor der nicht nur die Grönländer und die Dänen, sondern die Europäer stehen, ob sie da das schaffen, noch einen gemeinsamen Weg mit den USA zu finden. Und was das alles natürlich auch für das Verhältnis von Merz und Trump bedeutet. Denn wir hatten ja so in den letzten Wochen und Monaten schon das Gefühl, dass die ein Draht zueinander zumindest gefunden haben, wie gut er ist. Aber er ist so, Trump ruft ihn zurück, wenn er anruft. Das haben wir an verschiedenen Stellen auch schon so erlebt. Dennoch ist ja die Frage, wenn Trump da jetzt mit großer Macht sich so ein Land über Druck macht. Ob das wirklich militärisch am Ende ist oder nicht, aber der Druck wird so hoch sein, dass es möglicherweise zu irgendeiner Form der Annexion vielleicht kommen könnte. Was macht man dann im Verhältnis März und Trump? Kann man einfach das ausblenden? Kann man sagen, da mache ich jetzt mal so eine Klammer drum. Du machst da Dinge, die in gar keiner Weise mit dem zusammengehen, was wir hier im Westen so für Werte haben, auch für Verabredungen haben. Ob das nun der Westen an sich ist oder die NATO und so weiter. Also muss man das immer akzeptieren? Muss ein Friedrich Merz einfach sagen, ich drücke beide Augen zu, weil, in Klammern, wir brauchen die USA in der NATO, wir brauchen die gegen Putin. Also dieses Ganze haben wir tausendmal darüber gesprochen. Oder gibt es irgendwann den Punkt, wo auch ein Merz sagen muss, das geht nicht mehr, sonst kann ich nicht mehr in den Spiegel gucken. Wie siehst du das? Also hat der da noch Spielraum oder ist es dieses klassische Dilemma, wo er jetzt einfach Augen zu und weiter durchziehen muss? Also das ist eine der entscheidenden Fragen, die sich für die Bundesregierung, für die Koalition in diesen Wochen und Monaten stellen. Wie verhalten wir uns, wenn Trump den Präsidenten von Venezuela mit einer Militäraktion festnehmen, festnehmen klingt so offiziell, entführen lässt in sein eigenes Land, wie verhalten wir uns. Uns mit einer Annexion Grönlands droht. Bisher ist Friedrich Merz auf dem Standpunkt, ich komme mit dem einigermaßen gut klar, das ist die Grundvoraussetzung dafür, dass ich auch politisch etwas in Washington erreichen kann, diese persönliche Ebene. Und diese Situation, dass ich da bei Trump noch ein Ohr finde, die möchte ich erstmal nicht aufs Spiel setzen. Aber es kommt natürlich irgendwann der Punkt, den man jetzt noch nicht voraussagen kann, wo sich für die gesamte Bundesregierung die Frage stellt, okay, müssen wir von diesem Standpunkt, wir kritisieren ihn möglichst wenig, um gewogen zu sein bei ihm, abweichen, weil wir einfach nicht mehr anders können. Und wenn man jetzt schon auf Äußerungen in der Koalition guckt, da gibt es ja gerade SPD-seitig schon immer eine andere Nuance. Lars Klingbeil zum Beispiel bei Maduro. Du hast den Venezuela-Fall. Da hat der schon ein bisschen stärker formuliert. Und Lars Klingbeil hat auch gesagt, das transatlantische Verhältnis befindet sich in Auflösung. Das ist schon eine sehr weitgehende Formulierung, weil dann muss man sich ja fragen, ja was heißt das denn? Was heißt das für eine Bundesregierung, die ja außenpolitisch in Europa eine Führungsrolle übernehmen möchte? Das ist ja das erklärte Ziel von Friedrich Merz. Wenn sich dieses Verhältnis in Auflösung befindet, dann muss man ja dann in Worten und in Taten Konsequenzen ziehen. Noch ist Friedrich Merz, auch in der öffentlichen Rhetorik sagt er, naja, wir setzen weiter auf die Partnerschaft und auf die verbindenden Elemente mit den USA. Und es wird sich irgendwann in den nächsten Tagen und Wochen möglicherweise die Situation ergeben, wo dann auch Merz sagen muss, okay, so geht es nicht. Das kann der Fall Grönland sein, aber möglicherweise auch ein komplett anderer Anlass. Also eine Geschichte, die man vielleicht auch nicht zu hoch hängen sollte. Aber was auch kurz vor der Märzreise aufkam, war, dass der US-Gesundheitsminister Kennedy, das er in einem Video, das er extra öffentlich gemacht hat, sich an die deutsche Gesundheitsministerin Nina Warken wendet wendet und der Bundesregierung vorwirft, gegen Ärzte vorzugehen, die während der Pandemie, während der Corona-Zeit Regeln gebrochen haben, dann fragt man sich doch, habt ihr nichts anderes zu tun in den USA, als euch mit solchen Sachen zu beschäftigen? Aber dahinter steckt ja die Frage, inwiefern ist diese Regierung in Washington bereit, sich in innere Angelegenheiten einzumischen, die hier bei uns konkret in Deutschland auf das Konto der AfD gehen. Präsident Vance hat ja ganz klare Ansagen gemacht, was die AfD etwa angeht. Der hat ganz klare Ansagen gemacht. Wenn man in die nationale Sicherheitsstrategie der USA guckt. Und da steht es auch drin. Und irgendwann ist natürlich auch für die Bundesregierung der Punkt gekommen, Wann müssen wir mal was sagen zur Einmischung in unsere Angelegenheiten? Also man müsste sich das mal vorstellen, wie Trump reagieren würde, wenn jemand von Gewicht... Er würde hier sofort wahrscheinlich eine Annexion, sagen wir, was nimmt der? Bayern? Irgendwas Attraktives oder eine schöne Insel, die groß aussieht, Sylt zum Beispiel oder so. Irgendwas, aber insofern, es geht nicht nur um das Außenpolitische, wo die Bundesregierung vielleicht irgendwann mal sagen muss, okay, hier ist eine rote Linie überschritten, die wir nicht mehr ignorieren können, sondern vielleicht auch um das Innenpolitische. Aber wie weit ist praktisch dieser Spielraum, den sich Merz da selber gibt? Denn am Ende einer solchen Aussage, eines solchen Satzes, einer solchen, jetzt platzt mir der Kragen, jetzt sage ich mal was, steht natürlich auch dann, dass er alleine dasteht danach. Danach sind die USA möglicherweise weg, weg aus der NATO, weg aus dem atomaren Sicherheitsdenken. Dann steht Deutschland und die Europäer stehen ohne die USA da und Putin reibt sich die Hände. Also was ist der Preis für so einen Klartext-Moment? Nein, der ist natürlich potenziell hoch. Aber ich glaube, das lässt sich zum heutigen Zeitpunkt schwer sagen, wann wird er erreicht, wodurch wird er erreicht und... Wie leidensfähig, sage ich jetzt mal, ist Friedrich Merz? Also diese Abwägung, Trump einigermaßen auf seiner Seite zu haben, gegenüber hier muss man eigentlich mal was sagen. Wie schwer belastet das dann zum Beispiel die Koalition? Das sind Sachen, die sich die Bundesregierung noch überlegen muss. Und ich glaube, da laufen jetzt schon auch Gespräche und Überlegungen, wann machen wir was, wann müssen wir was sagen. Insofern werden es ganz spannende, aber auch wirklich nervenaufreibende kommende Tage und Wochen. Und vielleicht denken wir irgendwann so, ach, da ging mal der Jahresanfang ja noch einfach. Wir wissen es nicht. Ich glaube, diese ganzen Fragen zeigen auch einfach nochmal diese Absurdität der Ereignisse, die wir jetzt teilweise sehen. Also es passieren Sachen, die ganz lange wirklich abseits des Vorstellbaren oder zumindest des Realistischen waren. Einfach Szenarien, über die man nie wirklich realistisch nachgedacht hat. Zum Beispiel die Frage, was passiert, wenn ein NATO-Land ein anderes NATO-Land angreift. Also dafür gibt es ja keine Regelung, weil man es eben einfach ausgeschlossen hat. Und man hat eben die USA einfach als Partner an der Seite der Europäer gewähnt, obwohl es jetzt plötzlich komplett über den Haufen geworfen wurde, dieses transatlantische Bündnis. Also ich glaube, das sind einfach Fragen, mit denen sich viel bisher noch nicht so realistisch auseinandergesetzt wurde, wie man es jetzt tatsächlich muss. Das stimmt. Und du hast am Anfang diesen Serienvergleich genannt. Also man müsste jetzt sagen, unser Jahr... Das letzte Jahr endete und das Neue begann mit der Frage, kommen wir bei Sicherheitsgarantien der Europäer und der USA für die Ukraine weiter? Steht da möglicherweise in den kommenden Monaten, in diesem Jahr ein Friedensschluss in der Ukraine im Raum? Dann gab es die schon erwähnte Entführung von Maduro in Venezuela. Dann übten die USA massiv Druck auf Europa. Europa aus in der Grönland-Frage und jetzt steht gerade im Raum, ob die USA noch mal militärisch im Iran eingreifen. Also es ist sozusagen, wenn in einer Staffel in jeder Folge die nächste total verrückte Sache passiert, da würde doch ein Drehbuchautor irgendwann gesagt kriegen, das ist alles ein bisschen dick aufgetragen, das ist überzeugend. Aber es ist nun mal unsere Realität, mit der wir gerade leben. Und als Kameramann dieser Serie würde ich jetzt gerne mal ganz kurz mit der Kamera auf das Gesicht von Putin schwenken, der nämlich am Rand steht, sich die Hände reibt, feistgrinst und denkt, macht ihr mal, macht ihr mal Iran, macht ihr mal Grönland, macht ihr mal Venezuela. Ich habe ein paar andere Sachen ganz kurz mal eben noch in der Ukraine zu tun und beschäftigt euch gerne mit den anderen Sachen. Ich schaffe hier Fakten. Das ist ja sozusagen der Subtext der ganzen Geschichte. In der Ukraine, also damit, wo wir einfach mal losgelaufen sind, ist Putin im Moment der große Gewinner dieser Situation. Ja, wobei es gibt ja zwei Lesarten. Das eine ist, es läuft genau in Putins Playbook. Er kann vielleicht auch irgendwann eine carte blanche kriegen in der Weltpolitik, alles zu machen, was er möchte. Andererseits muss man sagen, mit Venezuela und potenziell Iran, das träfe zwei seiner Verbündeten und damit signalisiert Trump auch, ich mache das, was ich möchte. Und die Frage ist, und er geht schon in den Einflussbereich Putins rein. Und die Frage ist halt, stoppt er bei Putins Interessen, weil er sagt, es ist okay, du machst dein Ding, ich mache mein Ding. Oder kommt es irgendwann dazu, dass Trump in seinem Handeln dann doch auch zu einer Schwächung der Putin-Herrschaft beiträgt? Aber du hast total recht, Julia, dass du die Ukraine angesprochen hast. Weil ... Darüber haben wir Ende des Jahres extrem viel geredet, aber mit den ganzen Ereignissen, die wir jetzt hatten in der Welt, guckt man schon gar nicht mehr so auf die Ukraine, weil so viel anderes gleichzeitig passiert. Deswegen würde ich sagen, wir switchen mal von der Außenpolitik zur Innenpolitik, weil auch da passieren natürlich Sachen, auch da geht es weiter. Man vergisst es manchmal, es geht manchmal unter, wahrscheinlich auch bei Friedrich Merz, angesichts der Ereignisse, die ansonsten gerade so passieren. Aber es gibt in diesem Jahr einige und besonders zwei sehr entscheidende Termine für die deutsche Innenpolitik. Und das sind die Landtagswahlen. Denn in fünf Bundesländern wird in diesem Jahr gewählt. Bei zweien richtet sich der Blick ganz besonders auf die Wahlen. Das sind die Wahlen im September in Sachsen-Anhalt und in Mecklenburg-Vorpommern. Das sind die Wahlen, die die größte innenpolitische, auch bundespolitische Sprengkraft haben, weil in beiden Bundesländern die AfD in den Umfragen aktuell bei um die 40 Prozent liegt. Ich glaube in Sachsen-Anhalt noch einen Tick mehr als in Mecklenburg-Vorpommern. Aber das ist nicht weit auseinander. Und das heißt, das Ja findet für die Regierungsparteien auch im Wahlkampfmodus statt. Ich meine, es ist aktuell nicht ausgeschlossen, insbesondere in Sachsen-Anhalt, dass die AfD das bekommen könnte, wovon sie ja immer redet, Nämlich eine absolute Mehrheit und damit auch dann einen Ministerpräsidenten der AfD. Die Regierungsparteien, vor allem auch die Union, versucht jetzt in Sachsen-Anhalt genau das zu verhindern. Und zwar mit einem Wechselmanöver, das jetzt kurzfristig beschlossen wurde. Julia, da wird jetzt der Ministerpräsident Rainer Haseloff am 27. Januar von seinem Amt zurücktreten und einen Tag später soll sein Nachfolger gewählt werden. Sven Schulze, ein Politiker, der vielleicht gar nicht unbedingt allen was sagt, zumindest wenn man nicht aus Sachsen-Anhalt kommt, aber du hast ihn getroffen. Wie ist denn da jetzt so die Stimmung in Sachsen-Anhalt? Wie ist die Stimmung bei Sven Schulze? Wie schaut man auf dieses Jahr innenpolitisch? Also ich glaube, dass Sven Schulze sehr froh ist, dass das kommt, was jetzt diese Woche passiert ist, dass klar wird, er kann mit einem Amtsbonus in die Wahl gehen. Das heißt, er wird jetzt, wenn alles so geht, wie die sich das da vorstellen, wird er jetzt zum Ministerpräsidenten und hat dann einfach noch acht Monate plus minus, um als Ministerpräsident Wahlkampf zu machen. Das ermöglicht dir natürlich viel mehr. Du gehst durchs Land, du kannst immer auch als Amtsinhaber Gespräche führen. Du kannst Dinge noch in Bewegung setzen, retten, tun, machen. Natürlich für dich selbst, für das Land, aber eben in einer ganz anderen Sichtbarkeit. Das kommt spät. Man hätte sich das natürlich jetzt rein strategisch viel früher auch vorstellen können. Da gibt es viele Gründe und Motive, warum sie das nicht gemacht haben. Aber jetzt brennt der Busch. Also du hast es gesagt, 40 Prozent für die AfD. Wenn man es jetzt nicht macht, dann ja, es ist die letzte Patrone. Ich glaube, er ist froh, dass dieser Wechsel jetzt kommt. Aber du sagst auch vollkommen zu Recht, wenn wir jetzt mal schnell eine Umfrage hier machen. Wer kennt Sven Schulze auf der Straße? Er ist einfach nicht bekannt. Selbst im Land gibt es viele, die ihn noch nicht kennen. So, das heißt, er muss jetzt unbedingt sichtbarer werden und natürlich ist er der Mann, der Sachsen-Anhalt vor der AfD retten muss, aber er ist auch am Ende der, der die Ehre des CDU-Vorsitzenden Friedrich Merz retten muss. Nämlich wenn dieses Land verloren geht für die CDU, um dann es der AfD zu erinnern, das wäre natürlich der denkbar, also das wäre ein GAU so für Merz, aber für uns alle eben auch. Also im Grunde müssen wir, ob wir das wollen oder nicht, ob wir Unionsanhänger sind oder nicht, wir müssen diesem Sven Schulz die Daumen drücken, dass das gut geht da in Sachsen-Anhalt. Und ich glaube, ihm ist schon klar, was da auf seinen Schultern lastet. So vom Naturell her ein eher niedrigpulsiger, das ist ein Ingenieur, also das ist jetzt kein Hitzkopf oder so. Das kann Vorteile haben, das kann aber eben auch am Ende ein bisschen wenig Charisma, ein bisschen wenig Bambule sein, die man natürlich für so einen Wahlkampf braucht. Vor allem, wenn man sieht, dass der Gegenkandidat, nämlich der Spitzenkandidat der AfD, das ist ein Social-Media-Star, der hat unendliche Mengen an Followern aufgebaut, der ist sehr eloquent, der ist sehr präsent in den sozialen Netzwerken. Jetzt kannst du sagen, so ein Ministerpräsident, nehmen wir mal an, Sven Schulze schafft das und wird jetzt Ministerpräsident, hat natürlich ein ganz anderes Telefonbuch, hat ganz andere Kontakte, hat ganz andere Möglichkeiten zu wirken und kann natürlich live auf Menschen anders wirken als nur in dieser Social Blase. Aber das wird ein harter Kampf und das wird ein enges Rennen. Und wir haben natürlich auch gefragt, wie er noch schläft. Und er sagt, naja, ich schlafe schon noch. Wäre auch doof, wenn er jetzt sagen würde, ich liege die ganze Nacht wach. Aber er sagt, es ist schon anders als sonst. Ihm ist schon klar, dass das ganze Land auf ihn schaut. Das weiß er. Und du hast einen interessanten Satz gesagt. Man sich wünschen muss als Demokrat, dass er das schafft. Das ist aber auch für ihn natürlich eine Gefahr. Weil wenn jetzt zum Beispiel viele SPD-Wähler, wenn sich das zuspitzt am Ende in Sachsen-Anhalt auf die Frage CDU oder AfD und viele SPD-Wähler zu ihm hingehen und die SPD vielleicht mit 4, noch was Prozent an der 5-Prozent-Hürde scheitert, erhöht das ja das Gewicht der abgegebenen Stimme im Parlament. Das heißt, er verliert vielleicht trotzdem, obwohl er noch SPD wieder da hinzukommt. Die AfD ist einer absoluten Mehrheit, aber vielleicht viel näher, weil er die Unterstützung von anderen Demokraten bekommen hat. Ich spoiler jetzt ein bisschen. In diesen Stunden haben wir ein Interview mit ihm geführt. Und das fand ich überraschend. Sagt er ganz klar, dass er natürlich für eine starke CDU kämpft. Aber er kämpft für die Fortsetzung dieser Regierungskoalition. Also er benennt in einem CDU-Interview, dass er für die FDP und für die SPD, also seinen jetzigen Koalitionspartner ist. Ihm ist klar, er braucht die. Die müssen stark sein, die müssen reinkommen und die müssen verhindern, dass am Ende, denn das ist der Worst Case. Nur noch drei Parteien im Landtag sind. CDU, AfD und Linke. Es gibt die aktuell aufgrund der Umfragen nicht auszuschließende Möglichkeit, dass die AfD eine absolute Mehrheit bekommt. Aber es gibt ja auch die Möglichkeit, dass es vielleicht nicht für eine absolute Mehrheit reicht, aber es auch trotzdem abseits von AfD und Linke keine Regierungsoptionen mehr gibt, keine Koalitionsmöglichkeit. Was sagt denn Schulze, was dann die Union in dem Fall machen würde? Ins Mikro sagt er dazu ganz wenig, weil er natürlich über Fälle, die nicht passieren sollen, besser nicht redet. Das würde ihm jeder Stratege auch genauso raten. Rede nicht über die Worst Cases, rede einfach nur darüber, dass du gewinnen wirst und dass du sicher bist, dass du gewinnen wirst. Das ist auf der Ebene, glaube ich, ist es klar, wie er sich verhält und dass er darüber kaum reden mag. Aber natürlich haben wir ihn gefragt. Natürlich muss er sich dazu auch positionieren. Und es gibt ja auch Rahmendaten oder Rahmenregelungen, die ihn da einhegen, nämlich klare Unvereinbarkeitsbeschlüsse seiner Partei, keine Zusammenarbeit mit der AfD und, was die Sache schwierig macht, keine Zusammenarbeit mit der Linken. Das heißt, die hat er im Hinterkopf, das kennt er. Und ja, er sagt natürlich, klar, keine AfD-Mitglieder im Kabinett, keine linken Mitglieder im Kabinett. Aber du sagst ja zu Recht, was denn dann? Und das ist natürlich genau der Elefant im Raum, über den er nicht wirklich präzise on the record sprechen kann. Off the record kann man mit ihm natürlich darüber reden und off the record ist dieses Bewusstsein bei allen in der Union natürlich da. Und natürlich wären sie keine Demokraten, wenn sie sich darüber nicht auch Gedanken machen würden. Nur richtig ausmalen will sich das keiner. Und zu denen gehöre ich auch. Also das ist dann wirklich eine Situation, die ist dann sehr, sehr schwierig. Vor einer ähnlichen Situation stehen schon zwei andere Ministerpräsidenten, nämlich in Thüringen und in Sachsen, Michael Kretschmer und Mario Vogt, die dann tatsächlich Konstellation finden mussten mit wirklich waghalsigen, auch sprachlich waghalsigen Konstruktionen, nämlich Konsultationsverfahren, wo man dann am Ende doch mit Linken ein wenig nicht zusammenarbeitet, aber am Ende doch dann zu Mehrheiten findet. Also das ist sehr krückenhaft und für die Demokratie ist es Mist. Es ist Mist, wenn es nur noch über solche Krückensituationen irgendwie demokratisch dann regiert werden kann. Besser sind klare Mehrheiten und da bin ich total bei Jan. Im Grunde müsste ein CDU-Ministerpräsident jetzt Wahlkampf für die SPD machen, damit es eine stabile Mehrheit in der Mitte gibt. Parteien der Koalition, also die SPD und die Union, auch bundespolitisch, schauen natürlich auf diese Wahl. Könntet ihr euch vorstellen, dass es jetzt im Worst Case, also in Sachsen-Anhalt wird vor Mecklenburg-Vorpommern gewählt, gibt es entweder eine absolute Mehrheit für die AfD oder keine mögliche Regierungskonstellation zumindest mit der Union, dass das am Ende so einen Impact haben könnte, dass auch die Bundesregierung, die Koalition zerbrechen könnte? Also aus Sicht der SPD gibt es ja zwei gefährliche Entwicklungen. Das eine ist, sie verlieren, oder fangen wir mal an mit der Wahl in Baden-Württemberg. Da rechnen sie sich nicht viel aus. Da sind sie wahrscheinlich froh, wenn sie zweistellig werden. Die ist schon im März, da müssen wir noch mal dazu sagen. Genau, im März, die erste Wahl in Büttenberg ist im März, dann folgt im März die Wahl in Rheinland-Pfalz. Da wäre es für die SPD schon ganz schlimm, wenn sie nach, ich glaube, 35 Jahren ungefähr die Staatskanzlei abgeben müssen, weil Alexander Schweitzer, der Ministerpräsident, dort nicht gewinnt. Das würde die SPD schon durchschütteln. Sachsen-Anhalt, da bangen sie darum, ob sie reinkommen. Wenn dann in Mecklenburg-Vorpommern Manuela Schwesig nicht gewinnen sollte, ist in der SPD sowieso schon mal die Frage, was brechen da für Konflikte aus, wer überlebt das, wer muss eventuell auch auf der Bundesebene dafür seinen Hut nehmen. Das ist das eine. Das andere wäre natürlich, wenn die Union sich dann doch dazu hinreißen lässt, zum Beispiel in Sachsen-Anhalt eine irgendwie geartete Zusammenarbeit, Regierungszusammenarbeit mit der AfD einzugehen, das ist für die SPD ein No-Go. Also auch hier im Bund. Auch das könnte dazu führen, dass es so ernste Verstimmungen in der Koalition gibt, dass fraglich ist, ob die Koalition das überlebt. Andererseits würde das auch heißen, und das weiß Rüch-Merz ganz genau, Dann ist auch seine Kanzlerschaft beendet und zwar noch schneller als die von Olaf Scholz. Und deswegen würde ich jetzt erstmal davon ausgehen, dass er alles daran setzt, dass es nicht zu einer Zusammenarbeit mit der AfD kommt. Merkt euch den Namen Sven Schulze, Leute. Also an dem hängt tatsächlich am Ende sehr viel. Ich teile das von der Analyse genauso. Was hörst du denn aus der Union jetzt auf bundespolitischer Ebene mit Blick auf diese Wahl in Sachsen-Anhalt? Wie angespannt ist man da und wie viel Sorge hat man eben auch, dass es am Ende für die gesamte Bundesrepublik Auswirkungen haben könnte? Die Sorge ist groß, aber es ist eben auch noch lange bis dahin und man darf ja nicht vergessen, dass die Zahlen auf Bundesebene für die Union auch nicht rosig sind. Auch in bundesweiten Umfragen liegt die AfD im Moment auf Platz 1 vor der Union, also vor CDU und CSU. Das heißt, diese Sorge... Ihr habt es ja gerade gesagt, die Wahl ist erst im Herbst. Die ist jetzt schon akut. Denn wenn jetzt sich ein Trend verstärken würde, wäre das ja auch eine maximale Misstrauenserklärung gegenüber dem aktuellen Kanzler. Insofern, die müssen gar nicht warten bis dahin. Die haben jetzt gerade schon richtig, richtig Sorge, dass das schwierig wird. Denn auch, ihr habt es eben angesprochen, Baden-Württemberg wählt ein bisschen eher. Natürlich liegt dort im Moment die CDU vorne. Aber wenn die AfD da maximal gut abschneiden würde und die CDU krass verlieren würde, würde glaube ich schon manches in Unruhe kommen. Und ob es dann noch helfen würde, dass man sagt... Bund ist nicht Land. Also diese üblichen Beschwichtigungsversuche. Ich bin mir nicht sicher. Ich bin mir nicht sicher, ob dann nicht auch in der Union eine große, massive Debatte darüber losgeht. Ist das der richtige Kurs? Sind wir die Union, die Wahlen gewinnen kann auf Dauer? Und wenn nein, wenn die Analyse nein wäre, was müssen wir dann machen? Also ich weiß nicht, wie es euch geht, aber irgendwie weiß ich nicht, ob ich die Staffel 2026 wirklich zu Ende gucken will. Vielleicht mit so einem Auge zugehalten. Also ich muss ja sagen, bei so Polizierien, ich fange die immer gerne an und dann wird das von Staffel zu Staffel immer verworrener und immer krasser und dann gucke ich es irgendwann nicht mehr weiter, weil ich denke. Ich bin ausgestiegen, ich verstehe nicht mehr, warum der jetzt eine Intrige gegen den spinnt. Das wird mir dann irgendwann immer zu kompliziert und steigt dann auch aus. Ja, ist im wahren Leben leider keine Option. Wir können auch nicht aussteigen. Wir müssen es weiter erklären. Und Jan, bitte komm auch weiterhin zu uns, um immer wieder mit uns die Sache zu analysieren. Ich glaube, das wird in den nächsten Wochen und Monaten sehr, sehr wichtig sein. Und hilft ja auch oft, also ich weiß nicht, wie es euch geht, aber auch mir, es hilft irgendwie darüber zu reden und das zu analysieren und irgendwie zu verstehen, um so ein bisschen das Gefühl zu haben, okay, man hat noch eine gewisse Kontrolle zumindest. Hier am Rambo-Zambo-Herdfeuer versammeln wir uns dann und wärmen uns daran, dass wir drei... Und ihr alle da draußen. Und jetzt die Zahl der Woche. Habt ihr denn zum Ende dieser Folge, die hoffentlich jetzt nicht zu pessimistisch geendet hat, für alle, die uns zugehört haben und uns zuhören, noch eine Zahl der Woche für uns? Ich wollte eigentlich sagen 2,1 Millionen, weil das die Quadratkilometer von Grönland sind. Aber mir ist jetzt gerade noch was Besseres eingefallen. Sag. 2029. Oh nein, das ist nichts Besseres. Das ist 2029. Pass auf, pass auf. Das fand ich nämlich auch sehr interessant. Wenn die Koalition nicht vorzeitig zerbricht, ist das das Jahr, in dem wir das nächste Mal den Bundestag wählen. Und interessanterweise hat Bärbel Baas, die SPD-Vorsitzende, vor wenigen Tagen, also in dieser Woche, in einem Interview schon gesagt, also ich werde nicht die SPD-Kanzlerkandidatin. Fand ich interessant. Okay, das will keiner mehr. Jetzt kriege ich wirklich Angst. Vor allem 2020 ist ja auch das Jahr, um jetzt nochmal kurz auf die Außenpolitik zurückzukommen, von dem Analysten sagen, dass es das Jahr sein könnte, in dem Russland möglicherweise in der Lage wäre, NATO-Gebiete anzugreifen. Können wir bitte jetzt aufhören? Ich möchte jetzt noch eine lustige, schöne, nette Zahl zum Ende. Schluss. Ich habe eine nette Zahl für dich, Julia. Ja, meine Zahl ist 16 für die Zahl der Bundesländer in Deutschland oder möglicherweise sind es in Zukunft auch weniger. Also zumindest, wenn es nach Markus Söder gehen würde, dem bayerischen Ministerpräsidenten, der hat jetzt nämlich gefordert, dass doch eigentlich Bundesländer fusioniert werden sollten. Wir brauchen weniger Bundesländer in Deutschland. Er sieht es nicht ein, dass Bayern, so hat er es gesagt, die anderen Bundesländer mitfinanziert. Größere Bundesländer wären doch besser. Irgendwie, es passt zu Söder. Man kann es irgendwie auch nicht wirklich ernst nehmen. Aber ich finde, das Netz, die sozialen Medien haben mit sehr viel Humor auf diese Äußerungen reagiert. Aber territoriale Einigung und Veränderung sind gerade ein Ding. Ist gerade Mode. Ist gerade Mode. Und ich habe zwei Kommentare mitgebracht, die ich besonders schön fand. Und eins passt sehr gut. Der eine war, wir bieten Trump einfach Bayern statt Grönland. Wäre vielleicht eine Möglichkeit. Oder einfach all die Nord- und all die Südproblem genößt. Wir teilen Deutschland einfach nach den Supermarktketten aus. Fand ich auch ganz nett. Sehr schön. Du hast uns die Laune gerettet. Wir gucken die Serie weiter. Zumindest ein bisschen hoffe ich bis nächste Woche. Dann treffen wir uns hier wieder und sprechen über alles, was bis dahin noch so passiert. Bestimmt gar nichts. Ja, wahrscheinlich wird es wieder einiges sein. Erstmal schön, dass ihr zugehört habt. Ich hoffe, ihr seid nicht zu pessimistisch jetzt aus dieser Folge rausgegangen. Wenn ihr Fragen habt, Anmerkungen, Themen, dann schreibt uns doch eine Mail an rambuzambo.funkmedien.de oder steilt in unsere DMs auf Instagram, auf unserem Kanal Funke News oder auf TikTok bei Funke. Und dann würde ich sagen, hören wir uns nächste Woche wieder. Vielen Dank, Jan. Tschüss. Danke, Jan. Danke für die Einladung. Ciao. Tschüss.