Latest / ntv Wirtschaft / Fronleichnam spaltet das Land - Sollten Feiertage aus wirtschaftlichen Gründen abgeschafft werden?
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- Fronleichnam spaltet in wahrstem Sinne des Wortes das Land. Während die eine Hälfte frei hat, arbeitet die andere Hälfte. Stellt sich die Frage, ob einige Feiertage auch aus wirtschaftlicher Sicht abgeschafft werden sollten. Auf dem Wirtschaftsforum in St. Petersburg inszeniert Präsident Putin Russland als wirtschaftliche Großmacht, während auch deutsche Unternehmen vor Ort sind. Und an der Börse rückt hochtief zum ersten Mal in den DAX auf, getragen vom Boom rund um künstliche Intelligenz. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Es ist Feiertag heute für viele, aber nicht für alle. Genau genommen für fast die Hälfte der Deutschen. Fronleichnam ist ein gesetzlicher Feiertag, z.B. in Bayern oder auch in Nordrhein-Westfalen. Und an solchen Tagen kann man noch mal fragen, wie fair ist das eigentlich verteilt? Denn wie viele freie Tage man im Jahr hat, hängt in Deutschland stark von der Region ab, in der man wohnt. Spitzenreiter ist in diesem Jahr Bayern mit 13 Feiertagen. Danach folgen Baden-Württemberg, das Saarland, Thüringen und Sachsen mit jeweils zwölf Feiertagen. In Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt sind es elf. Am wenigsten frei haben die Menschen in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Dort gibt es nur zehn gesetzliche Feiertage. Da kann man schon mal fragen, wie gerecht das ist. Und man kann auch fragen, würde es uns wirtschaftlich vielleicht etwas bringen, ein paar Feiertage einfach abzusagen? Dazu ein Kommentar von NTV-Wirtschaftschefin Frauke Holzmeier. Man schaffe einen Feiertag ab und schon läuft es mit der Wirtschaft. Das klingt zu schön, um wahr zu sein, ist es auch. Vor allem, weil es eine zu einfache Antwort auf ein größeres Problem ist. Die Fakten. Ein zusätzlicher Werktag würde laut Schätzungen des Instituts der deutschen Wirtschaft 5 bis 8,6 Milliarden Euro einbringen. Das sind etwa 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung. Schon mal nicht schlecht. Dazu, das sagen einige Ökonomen, wäre es auch ein Zeichen, dass wir in Deutschland wieder mehr arbeiten müssen. Aber unser eigentliches Problem löst das nicht. Wir brauchen ein neues Geschäftsmodell für Deutschland, wenn es zum Beispiel die Autoindustrie nicht mehr ist. Wir haben kein Feiertagsproblem, sondern ein Innovationsproblem. Wie entsteht die Wertschöpfung der Zukunft? Mit dieser Frage sollten sich Politiker, Ökonomen und natürlich vor allem auch Unternehmer beschäftigen. Einen Feiertag abschaffen, um ein paar Milliarden mehr einzunehmen, kann man machen und würde mich persönlich auch nicht stören. Aber Deutschland wird nicht stärker, weil es einen Tag weniger frei hat, sondern weil es wieder mehr aus seinen Ideen macht. Für unser nächstes Thema schauen wir ins Ausland. Auf dem Wirtschaftsforum im russischen Sankt Petersburg will sich Präsident Putin als wirtschaftliche Großmacht inszenieren. Trotz Kritik sind auch einige deutsche Unternehmen vor Ort. Sie begründen das unter anderem damit, den russischen Markt nicht auf Dauer Asien überlassen zu wollen. Ebenfalls vor Ort sind einige Politiker der AfD. Die Hintergründe dazu hat NTV-Korrespondent Rainer Munz. Die Teilnehmer des Wirtschaftsforums, die kommen in diesem Jahr aus mehr als 130 Ländern, darunter eben auch aus Deutschland und den USA. Wie wichtig ist all das für Putin? Es ist die wichtigste Bühne für den russischen Präsidenten, um seine wirtschaftlichen, aber eben auch politischen Botschaften loszuwerden. Das wird er heute Nachmittag tun mit den Vertretern der Internationalen Nachrichtenagentur und morgen mit einer großen Rede. Und in den russischen Medien wird es eben so beschrieben, dass so viele aus dem Ausland kommen, zeigt Russland sei nicht isoliert und es sind auch Deutsche vor Ort. Und es wird auch dieses Mal zum ersten Mal wieder seit dem Beginn des Ukraine-Krieges einen deutsch-russischen Wirtschaftsdialog im Rahmen des Wirtschaftsforums in St. Petersburg geben. Das wird geleitet vom Chef der deutsch-russischen Außenhandelskammer, Matthias Schöpp. Und der hat gesagt, wir sind dort, weil wir uns darauf vorbereiten, was nach einem möglichen Waffenstillstand irgendwann kommt. Wir wollen diese Brücken weiter aufrechterhalten, so sinngemäß. Und Rainer, ich würde mir das Wort Dialog gerne nochmal rauspicken. Deutschland, Frankreich und Großbritannien arbeiten. Ein Medienbericht zufolge gemeinsam mit Kiew in Plänen, wie man Russland eben in Friedensgespräche einbinden kann. Wie könnten deiner Meinung nach solche Gespräche aussehen? Ja, ich denke, das wissen die EU-Vertreter und die Ukraine selber auch noch nicht. Wo werden solche Gespräche stattfinden? In der Schweiz vielleicht oder in Istanbul oder auf der arabischen Halbinsel? Eher unwahrscheinlich wegen des Irankrieges jetzt im Moment. In welchem Format? Klar, Russland, Ukraine müssen dabei sein, aber dann die USA, China. Russland wird ja nicht alleine mit unfreundlichen Staaten aus russischer Sicht am Tisch sitzen wollen. Die EU natürlich auch. Und da ist ja natürlich die entscheidende Frage. Gibt es denn Kompromissbereitschaften, Zugeständnisse? Solche Signale können wir bislang nicht sehen. Und klar ist, bevor es überhaupt zu solchen Gesprächen kommt, muss das alles erst mal im Hintergrund vorbereitet werden. Das sehen wir noch nicht. Und deswegen ist die Prognose, dieser Krieg wird dieses Jahr noch nicht zu Ende gehen. Ganz herzlichen Dank für die Einordnung aus Moskau von Rainer Munz. Und zum Schluss noch ein Blick nach Frankfurt. Es gibt ein großes Stühlerücken an der Börse. Der Baukonzern Hochtief schafft es zum ersten Mal in den deutschen Leitindex DAX. Zum 22. Juni verdrängt Hochtief dort den Volkswagen-Großaktionär Porsche SE, der in den MDAX absteigt. Das hat die deutsche Börsetochter ISS Stocks mitgeteilt. Der Aufstieg war erwartet worden. Als möglicher Abstiegskandidat galt längere Zeit auch Zalando. Der Online-Modehändler bleibt nun aber im DAX. Der entscheidende Punkt bei Hochtief ist der Boom rund um künstliche Intelligenz. Hochtief profitiert vor allem vom Bau von Rechenzentren. Denn künstliche Intelligenz braucht enorme digitale Infrastruktur. Und genau daraus entsteht für den Baukonzern gerade viel Fantasie am Markt. Was das konkret bedeutet und welche Veränderungen es noch gab, Dazu jetzt eine Einschätzung von Nancy Lanzendorfer an der Börse Frankfurt. Was hat ein Baukonzern wie Hoch-Tief mit dem KI-Hype zu tun? Nun, er nutzt künstliche Intelligenz, um Bauprozesse zu automatisieren. Ja, aber er baut eben auch Rechenzentren für künstliche Intelligenz, über die gerade so viele sprechen. Vor allem durch seine US-Tochter Turner. Und jetzt mit diesem KI-Hype im Rücken hat es die Aktie geschafft, sich innerhalb eines Jahres fast zu verdreifachen. Nun kann sie aufsteigen, die Aktie in den DAX zum ersten Mal. Hochtief überholt damit VW-Großaktionär Porsche SE. Die kommt in den MDAX. Wichtig deshalb, denn viele Fonds, ETFs, die den DAX abbilden, müssen umschichten und dann eben, wenn sie das nicht schon längst getan haben, hochtief kaufen. Ja, nochmal Stichwort MDAX. Da wird dann auch zukünftig ein weiterer Trend, der zuletzt an der Börse gespielt worden ist, zu sehen sein. Neben KI, was war wichtig, Halbleiter. Und in diesem Zusammenhang jetzt auch hier mehr vertreten mit Süß-Microtech, Elmus-Semikontakte und Siltronic. Borussia Dortmund steigt ab, nicht aus der Bundesliga. Wir sind schließlich ja an der Börse, sondern aus dem SDAX. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV, in der App, im TV oder hier im Podcast.