Latest / ntv Wirtschaft / Erstickungsgefahr bei Babyspielzeug: Millionen-Strafe für Online-Anbieter Temu
Transcript
- Zu teuer? In den kommenden Wochen dürften die Preise für Erdbeeren ordentlich purzeln. Der deutschen Wirtschaft macht die Hitze zu schaffen. Und die chinesische Online-Plattform Temu muss eine Millionenstrafe zahlen. Hallo und herzlich willkommen. In diesem Podcast verwandeln moderne KI-Systeme journalistische Inhalte, die auf unseren NTV-Plattformen publiziert wurden, in ein neues Hörformat. Text und meine Stimme wurden mithilfe künstlicher Intelligenz erzeugt. Vor der Veröffentlichung werden alle Folgen nach strengen journalistischen Standards geprüft. Viel Spaß beim Zuhören. Billig shoppen bei Temu könnte für Verbraucherinnen und Verbraucher riskanter sein als gedacht. Die EU-Kommission verhängt gegen den Online-Marktplatz eine Strafe von 200 Millionen Euro. Der Vorwurf, Temu unterschätzt die Risiken illegaler und unsicherer Produkte. Bei Testkäufen fielen unter anderem Ladegeräte und Babyspielzeug durch Sicherheitsprüfungen. Bei den Babyspielzeugen habe ein hoher Prozentsatz die Chemikaliengrenzwerte überschritten oder es habe Erstickungsgefahr wegen abnehmbarer Teile bestanden. Temu ist seit 2023 in Deutschland aktiv und lockt mit Minipreisen und Rabatten. Brüssel sagt jetzt aber, wer in Europa verkauft, muss auch europäische Regeln einhalten. Wenn Temu die Probleme nicht behebt, drohen weitere Strafen. Und wir gehen rüber, aufs Erdbeerfeld. Die Saison in Deutschland läuft jetzt richtig an. Die Freilandernte kommt in Schwung und damit dürften demnächst auch die Preise sinken. Noch ist die rote Frucht vergleichsweise teuer. Wie schwierig der Spagat zwischen bezahlbaren Lebensmitteln und fairen Bedingungen für die Höfe inzwischen ist, darüber hat unsere Moderatorin Gesa Eberl mit Annika Berner gesprochen, der Landesvorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Bäuerliche Landwirtschaft in Niedersachsen und Bremen. Sie selbst hat den Erdbeeranbau aufgegeben. Kaum etwas schmeckt ja nach Frühsommer wie Erdbeeren. Warum wird denn ausgerechnet dieses Lieblingsobst für viele gerade so spürbar teurer? Wenn man überlegt, wie viel Prozent der Anteil der Lohnkosten bei der Endsumme ausmacht, dann ist einfach 50 Prozent der Kosten bei der Erdbeere Lohn. Und die Lohnkosten sind in den letzten zehn Jahren über 60 Prozent gestiegen. Also das ist das Problem für uns Erdbeerbauern. Regionalität wünschen sich ja viele, aber wenn das Kilo sechs oder sieben Euro kostet, kommt der Preisdruck ja dann inzwischen auch bei den Höfen an. Und wenn viele Höfe wirtschaftlich kämpfen, reicht denn die Bereitschaft der Kunden für regional überhaupt noch aus? Also ich muss ganz klar sagen, es ist sehr schwierig. In den letzten zehn Jahren haben 30 Prozent der Betriebe aufgehört mit dem Erdbeeranbau. Es gibt immer weniger größere, spezialisiertere Betriebe, die dann auch viel nicht nur im Freiland, sondern eben unter Folie in Tunneln anbauen. Und der klassische Betrieb, den man so kennt, vor Ort, Freiland, man kann jederzeit kommen und pflücken, der wird weniger. Und das ist sehr schade. Und auch mein persönliches Schicksal ist es eben auch. Also wir haben den Erdbeianbau auch aufgegeben aus diesen Gründen. Diese Schwierigkeiten, diese Unklarheiten, die Wetterkapriolen, die Marktsituationen. Haben uns dazu gezwungen. Das sind bedauerliche Fakten. Mit Blick auf die Saison, Frau Berner, können Verbraucher denn eher auf sinkende Preise hoffen oder bleibt es bei teuren Erdbeeren vom Feld? Nee, momentan ist eine große Schwemme. Es kommen viele Erdbeeren in den Markt und auch von guter Qualität. Die Tunnel-Ernte ist vorbei. Jetzt ist es wirklich im Freiland. Und es wird wahrscheinlich einen Preiseinbruch geben. Also für die Verbraucher schön, für die Erdbeeranbauer natürlich nicht so schön. Aber man muss auch sagen, die Produktion im Freiland ist günstiger. Natürlich die Pflückkosten bleiben, wobei sie sind im Tunnel geringer, weil man muss wissen, in einem Tunnel sind die Erdbeeren häufig hoch. Also man muss sich nicht so tief runter bücken. Und es ist dann natürlich einfacher zu pflücken. Wir bleiben beim Wetter, aber wechseln die Perspektive. Denn was Erdbeeren gerade hilft, kann für die Wirtschaft insgesamt ziemlich teuer werden. Hitze. Eine Untersuchung des Kreditversicherers Allianz Trade warnt, extreme Hitze ist ein echtes Wirtschaftsrisiko. Wenn die Temperaturen über 30 Grad steigen, sinkt die Produktivität. Menschen arbeiten langsamer, Maschinen und Gebäude müssen gekühlt werden. Unternehmen brauchen mehr Energie. Allianz Trade rechnet damit, dass Hitzewellen Deutschland bis 2030 rund 113 Milliarden Euro kosten könnten. Pro zusätzlichem Grad über 30 sinke die Produktivität um etwa 3 Prozent. Und Deutschland ist darauf nicht so gut vorbereitet wie andere Regionen. Laut Allianz Research sind in den USA rund 90 Prozent der Haushalte klimatisiert, während die Quote in Europa nur bei etwa 19 Prozent liegt. Büros ohne Klimaanlage, Fabrikhallen, Pflegeeinrichtungen, überall wird Hitze zum Kostenfaktor. Unsere Moderatorin hat darüber mit Katharina Uttermühl, Volkswirtin bei der Allianz, gesprochen. Was wir aktuell sehen, ist relativ bemerkenswert. Wir sehen Spitzentemperaturen in allerlei europäischen Ländern für den Monat Mai. Und zum anderen, wenn wir uns mal in den Monatsanfang zurück besinnen, war es ja noch relativ kühl mit Regen und einfach Schauerwetter eigentlich. Und diese Klimavolatilität, die wir sehen, darauf ist Deutschland einfach nicht eingestellt. 30 Grad ist für uns eine wichtige Grenze. Ab jedem Grad mehr sinkt die Produktivität um 3 Prozent. Energiekosten hingegen für die Kühlung steigen um 1,2 Prozent. Und das schlägt sich eben nieder für Unternehmen in höheren Kosten und niedrigeren Erträgen. Und wichtig hierbei ist, das belastet eben nicht nur die Wirtschaft von heute, sondern auch die Wirtschaft von morgen, weil sich Unternehmen dann mit Investitionen auch zurückhalten. Ja, und jetzt geht es ja der deutschen Wirtschaft ohnehin schon nicht sehr gut. Erst gestern hat ja die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose stark nach unten korrigiert. Wie dramatisch wird es denn, wenn künftig dann noch mehr Hitze dazu käme? Ja, es ist auf jeden Fall ganz entscheidend, dass Deutschland auch die Vorbereitung auf diese Hitzewellen wirklich als Wirtschaftsfaktor ansieht. Also umso besser man darauf vorbereitet ist, umso besser steht man wirtschaftlich eben da. Und wir sehen auch, dass der Staat eben diese Hitzewellenrechnung auch präsentiert bekommt. Insgesamt belaufen sich da die Effekte auf 0,9 Prozent gemessen am BIP, die sich das Defizit da verschlechtern würde. Und wir sehen ja auch heute schon, die Wirtschaft lahmt eher. Es gibt allerlei Wünsche oder Investitionsbedarfe auch. Das heißt, es kommt zu einem Zeitpunkt, der sehr ungünstig ist. Aber diese Anpassungen müssen gemacht werden, sonst leiden wir da eben auch mittel- und langfristig drunter. Also was wäre denn wirtschaftlich jetzt zudem am klügsten? Also mehr Klimaanpassung, mehr Umbau bei Gebäuden oder muss sich unser Arbeiten im Sommer grundsätzlich verändern? Ja, das ist auf allen Ebenen eigentlich. Auf der einen Seite müssen sicherlich Gebäude angepasst werden, also insbesondere in Deutschland etwa, sind diese darauf ausgelegt, Hitze eben zu speichern. Das ist natürlich relativ ungünstig bei einer Hitzewelle. Zum anderen müssen aber auch die Arbeitnehmer natürlich geschützt werden mit flexibleren Arbeitszeiten. Also insgesamt muss man hier in die Planung gehen und Anpassungen machen und es ist höchste Zeit, damit anzufangen. Also diese Hitzewelle ist nochmal eine gute Erinnerung. Von der Hitze kommen wir zu einem anderen Risiko, das die Märkte eigentlich nervös machen müsste. Die Lage rund um den Iran. Obwohl eigentlich eine Waffenruhe gilt, hat es neue Gefechte zwischen Washington und Teheran gegeben. Und dennoch ist es in den vergangenen Tagen unterm Strich an der Börse gut gelaufen. Das zeigt, die Märkte blenden geopolitische Risiken nicht komplett aus, aber sie gewichten offenbar andere Dinge gerade stärker. Etwa Unternehmensgewinne, Zinserwartungen oder einzelne Wirtschaftszweige. Welche Branchen das sind und warum Anlegerinnen und Anleger trotz der Unsicherheit nicht in Panik verfallen, darüber hat unser Börsenreporter Friedhelm Tilgen mit Robert Halver gesprochen, dem Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Der Aktienmarkt ist groß, sowohl geografisch als auch was die Unternehmen und Branchen angeht. Wo würden Sie die besten Chancen sehen? Es gibt ja Megathemen. Nachfolge Hightech hat eine Sonderkonjunktur, das geht ja erst los. Wir haben die Raumfahrt, hat mit Captain Kirk und Raumschirm Enterprise nichts mehr zu tun. Da geht es ja um kommersionelle Nutzung. Wir haben einen Rohstoffzyklus besonderer Art im Bereich der Industriemetalle, aber auch bei Energie. Wir sehen ja, dass die Welt massiv investiert in KI, in Rechenzentren, Photovoltaik, Solarzellen, all das, das braucht Unmengen an Komponenten. An Rohstoffen, an Industriemetallen. Also von daher sollte man dort auch auf jeden Fall die Finger aufhalten. Und wir haben ja gesehen, wann immer denn die Stimmung schlecht war, es hat nicht länger angehalten. Was soll denn noch passieren als jetzt dieser formaldeite Iran-Krieg? Also dabei bleiben auf jeden Fall, es lohnt sich. Die Investitionssummen, die da aufgerufen werden im Bereich KI und Rechnenzentren, sprengen alle Vorstellungskraft und alles das, was wir in der Vergangenheit hatten. Das ist auch bei der Raumfahrttechnologie so ein bisschen zu Rechenzentren im Orbit. Das ist auch die Fantasie, die hinter dem anstehenden Börsengang von SpaceX steht. Alleine, woher kann ich als Anleger das Vertrauen nehmen, dass dieses Geld auch wieder verdient wird? Das wird sicherlich etwas dauern, aber klar ist, die Raumfahrt betritt eben jetzt eben diese wirtschaftliche Zone. Nicht nur diese schönen Bilder, wir sind außerhalb der Erde tätig, sondern da wird ja auch dann investiert. Da gibt es ja auch Möglichkeiten, eben auch im Bereich der virtuellen Realität mehr zu schaffen. Also von daher sollte man das Thema Raumfahrt auf jeden Fall auf seiner Seite haben. Und ein bisschen Zeit kann man ja durchaus auch für sich nutzen. Es gibt ja noch andere Themen, aber Raumfahrt ist sicherlich ein Top-Pick für die nächsten Jahre. Zum Schluss noch ein Thema, das sehr viele direkt auf dem Handy treffen könnte. Es geht um kostenpflichtige Bezahlangebote für Instagram, WhatsApp und Facebook. Für alle drei Dienste sollen weltweit sogenannte Plus-Varianten kommen. Das heißt, Nutzerinnen und Nutzer bekommen dafür zusätzliche Funktionen. Bei Facebook und Instagram geht es zum Beispiel um bessere Analysen, mehr Statistiken zu Stories und neue Optionen fürs Profil. WhatsApp Plus soll eher auf Personalisierung setzen, etwa mit Premium-Stickern oder individuellen Klingeltönen. Ein offizielles Preismodell nennt der Mutterkonzern Meta zwar noch nicht. Medienberichten zufolge aber könnten Instagram Plus und Facebook Plus jeweils 3 US-Dollar 99 im Monat kosten. WhatsApp Plus 2 US-Dollar 99. Für Meta geht es dabei um mehr als ein paar Extras. Der Konzern verdient bisher vor allem mit Werbung. Mit den Plus-Angeboten baut sich das Unternehmen eine zusätzliche Einnahmequelle auf, also ein zweites Standbein neben dem Werbegeschäft. Für User heißt das, die Grundversion bleibt zwar wichtig, aber digitale Alltagsdienste könnten Schritt für Schritt stärker in Richtung Abo-Modell wandern. Das war unser Blick auf die aktuellen Nachrichten aus der Wirtschaft für den Moment. Wir hören und lesen uns wieder bei NTV. In der App, im TV oder hier im Podcast.