Latest / BZ am Ohr / Brandkatastrophe in Freiburg-Hochdorf: Großfeuer zerstört Firmen
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- Es ist der größte Brand, den die Region seit dem Zweiten Weltkrieg erlebt hat. In der Nacht vom 1. auf den 2. Oktober ist im Industriegebiet in Freiburg-Hochdorf ein Feuer ausgebrochen. Das Feuer hat mehrere Unternehmen zerstört. Bis spät in die Nacht sind die Einsatzkräfte vor Ort und melden schließlich, sie haben die Lage unter Kontrolle. Der Schaden liegt wohl bei mindestens 50 Millionen Euro. Noch ist die Ursache des Unglücks nicht bekannt. Aber hier kommen schon mal alle wichtigen Infos in dieser Sonderfolge von BZ am Ohr. Die Badische Zeitung berichtet natürlich weiterhin aktuell auf www.badische-zeitung.de. Gegen 21 Uhr am Mittwochabend bricht im Freiburger Industriegebiet Hochdorf ein Großbrand aus. Die Flammen und die riesige Rauchsäule sind kilometerweit sichtbar. Nach BZ-Informationen ist eine Fläche der Größe von mehreren Fußballfeldern betroffen, etwa 6,5 Hektar. Auf dieser Fläche finden sich fünf bis sechs Firmen, darunter unter anderem die Fachspedition Karl Dischinger. Anfangs hieß es, von dort gehe der Brand aus, das hat sich allerdings nicht bewahrheitet. Laut Polizei brach das Feuer in einer Lagerhalle neben dem Gelände von Karl Dischinger aus. Die genaue Brandursache ist zu diesem Zeitpunkt aber noch unbekannt. Zum Glück wurde nach aktuellem Stand nur ein Arbeiter leicht verletzt. Er wurde vom Rettungsdienst zunächst in die Klinik gebracht, konnte aber in der Nacht bereits wieder entlassen werden. Polizeisprecherin Laura Riske sagt noch in der Nacht. Ich kann natürlich noch nichts zur Brandursache sagen, können aber tatsächlich bestätigen, dass unser jetziger Sachstand bislang glücklicherweise nur ein Leichtverletzter ist, der zu Schaden gekommen ist. Weit über 200 Einsatzkräfte aus sämtlichen Organisationen, Deutsches Rotes Kreuz, sonstige Hilfsorganisationen, Feuerwehr in dieser Schnelligkeit zusammengezogen. Es wurde weiträumig abgesperrt, sodass wir auch wirklich im Weiteren ein... Auch ein Übergreifen auf weitere Objekte konnte durch die Feuerwehr verhindert werden, aber auch natürlich weiträumige Auswirkungen auf die Bevölkerung. Es ging dann gemeinschaftliche Meldungen raus, dass wir natürlich davon ausgehen, im unmittelbaren Umkreis Fenster und Türen beschlossen zu halten. Wir gehen aber nicht von der konkreten Gefährdung aus und sind auch sehr, sehr dankbar, in welcher Schnelligkeit die Feuerwehr diesen Großbrand unter Kontrolle gebracht hat. und schauen, was die weitere Nacht jetzt noch ergibt. Aber tatsächlich sind auch sehr, sehr dankbar, dass wir wirklich nur von einem Gleichverletzten sprechen können. Weiteres zur Brandursache werden wir sicherlich die nächsten Tage bringen. Etwa 220 Feuerwehrleute und 80 Kräfte vom Roten Kreuz und den Maltesern waren vor Ort, vom Rettungssanitäter bis zum Notarzt. Ehrenamtliche haben zum Beispiel auch die Einsatzkräfte mit Essen versorgt. Laut Polizei liegt der Schaden bei etwa 50 Millionen Euro. Andere Quellen gehen von 75 Millionen Euro aus. Auch über die Warn-App des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe wird in der Nacht eine Warnung für den Großraum Freiburg verschickt. Darin werden die Menschen dazu aufgerufen, wegen der starken Rauchentwicklung Fenster und Türen geschlossen zu halten. Das betroffene Gebiet soll gemieden werden. Die Polizei betont aber, es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung. Besonders ist dieser Einsatz für die Feuerwehr auch deshalb, weil es der erste Arbeitstag des neuen Chefs ist. Christian Emrich ist der neue Leiter des Amtes für Brand- und Katastrophenschutz. Seinen ersten Arbeitstag hatte sich der 40-Jährige sicherlich anders vorgestellt. Sein Vorgänger, Ralf-Jörg Hohloch, ist zur Unterstützung auch noch mit dabei. Den BZ-Kollegen erzählt er in der Nacht vom Einsatz. Vielleicht zur Alarmierung, kurz vor 10, dann ist das Ära am des Hofdorf, wie die Berufsfeuerwehr hierher gefahren hat. Am Anfang haben sie gesagt, es war nur Rauch und Kleinigkeit. Und dann hat das aber schlagartig das Feuer zugenommen. Und deswegen wurde dann die Alarmstufe-Erhöhung durchgeführt, von Brand 3 bis Brand 6. Und deswegen sind auch der Herr Imrich und ich dann hierher gekommen, mit zu unterstützen. Dann haben wir von hier geführt, wir haben da Abschnitte gebildet, den Abschnitt West, den Abschnitt Ost. Wenn Sie das Gebäude von oben in Google Maps dann anschauen, kompakt sehen, sind hinteren Teil der Halle, konnte die Kameraden und die Mitarbeiter halten. Das ist eine starke Leistung für das, was da war. Im Gegenzug haben wir fortgesetzt, dass wir das Verwaltungsgebäude halten können. Das ist jetzt nicht total beschädigt. Und was uns entgegenkam, war wirklich das Kooperative der Firmen. Da sind ja mehrere Firmen drin, den Namen will ich jetzt nicht nennen. Die hier uns offene Informationen gegeben haben, wo welche Gefahrstoffe gelagert sind und wo welche Maßnahmen zu tun sind. Und ja, wir können schon stolz darauf sein. Wir haben jetzt mehr als 150 Kräfte hier, jetzt in der Spitzezeit geht. Wie gesagt, wir in Landkreis übergreifend zusammenarbeiten, also sagen wir interkommunal oder interlandkreismäßig, aber was wir ja durch die eine Verbindung mit dem Landkreis immer schon gewohnt sind. Und möchte aber auch erwähnen, dass wir diese Rauchwolke, auch wenn es jetzt Nacht war, sehr ernst genommen haben. Und wir haben eine Koordination der Messgruppe eingerichtet auf der integrierten Leitstelle, die auch jetzt noch das Gebiet abfährt, weil wir hatten Beschwerden von der Bevölkerung, von Unggürich und der Marche, die wir sehr ernst genommen haben. Und andererseits zur rettendienstlichen Seite, hatten wir auch die enge Verzahnung. Und wir hatten nur einen Verletzter. Und so wie ich es mitbekommen kann, war es der, der es gemeldet hat. Aber der ist wieder wohl auf und ist aus der Uni raus. Das wäre auch zu betonen. Also in dem Sinne haben wir halt eine entsprechende Sachschade, aber dem wir natürlich jetzt nicht beziffern können. Die Brandursachermittlung im Blick der Polizei, der Kriminalpolizei. Und die Ermittlungen werden ja dann andauern. Wohler, Sie sind 18 Jahre jetzt im Amt. Haben Sie schon mal in der Zeit einen Brand in dem Ausmaß? Ja, erinnern Sie sich an Gruninger. Gruninger haben wir auch schöne Rauchwolke gehabt. Und manchmal sind es nicht die große, manchmal sind es auch die kleine Brände. Durch die neue Bauweise, Wärmedämmung, Holzbau und so weiter, haben wir da auch schon gute gehabt, weil das alles dann im enger Raum ist, gut isoliert. Und dann gibt es so Phänomene wie Flash-Over- oder Rauchdurchzündungen und so. Aber das hier jetzt an der Stelle war was anderes. Klar, das ist ein großes Firmengebiet, ein großer Komplex für Freiburg. Und das war schon eine Herausforderung für alle. Und ich bin wirklich alle sehr dankbar, dass das alles so Hand in Hand geklappt hat. Unterstützt wurde die Feuerwehr auch von Drohnen. So konnten sich die Einsatzkräfte einen besseren Überblick über das Gelände verschaffen. Die Drohnengruppe kommt von den Feuerwehren Kirchzarten und Sulzburg. Auch der Freiburger Oberbürgermeister Martin Horn ist in der Nacht vor Ort und ordnet den Brand aktuell ein. Gegen 21 Uhr gab es eine Brandmeldung hier in Hochdorf. Mittlerweile ist es hochklassifiziert auf B6. Das ist die höchste Stufe, die wir so in der Klassifizierung in Freiburg noch gar nicht hatten. Gleichzeitig ist es hier ein Großaufgebot von Rettungskräften, insbesondere der Feuerwehr im Einsatz. Wir reden über 220 Feuerwehrleute und knapp 40 Sanitätsmithelfenden. Dazu noch Polizeikräfte, 60 Feuerwehrfahrzeuge, dazu die Rettungsfahrzeuge und noch Polizei. Der Brand hat sich sehr schnell ausgebreitet. Es gibt einen mehrstubigen Brand. Herr Kiss als Einsatzleiter kann das deutlich besser darlegen als ich. Ich bin sehr beeindruckt, Herr Hohloch als Leiter von unserem ABK über den gut koordinierten Einsatz. Es wurde verhindert, dass das Feuer übergeht auf das Nachbargebäude, auf die Nachbarhalle. Das ist ein nährstuhliges Gebäude. Greifseitig wurden aus der gesamten Region Feuerwehrkräfte zusammengezogen. Insbesondere natürlich aus der Stadt Freiburg, aber aus dem Landkreis bei Stoßschwarzwald. Wir freuen uns über die Unterstützung des Drehleitern, dem Drohnen-Team. Und es läuft aktuell sehr gut. Und der Brand ist soweit unter Kontrolle. Greifseitig wird es noch einige Stunden weiter an Arbeit dauern. Die Auswirkungen des Großbrands zeigen sich am Morgen nach und nach. Zum Beispiel wurde auch das Freiburger Vertriebszentrum der Firma Phoenix Pharma zerstört. Medikamente werden aber unter Umständen schnell gebraucht. Die Firma hat deshalb einen Notfallplan für ein solches Szenario. Dann kann die Firma auf ihre deutschlandweite Vertriebsstruktur zurückgreifen, erklärt ein Sprecher, damit die Apotheken beliefert werden können. Und auch die Firmen in der näheren Umgebung sind indirekt betroffen. Etwa die Firma Meierfleisch- und Wurstgroßhandel. Die hat am heutigen Donnerstag vorsorglich ihre Produktion eingestellt, weil es in der Nacht zwischen 2 und 3 Uhr heftig gequalmt hat und Staub runterkam, erzählt der Geschäftsführer der Firma. Auch am Morgen sind immer noch Brandherde und Flammen zu sehen. Die Löscharbeiten dauern wohl noch den ganzen Donnerstag an. Genauso wie auch die Suche nach der Ursache für die Katastrophe. Die BZ bleibt natürlich weiterhin am Ball und hält euch auf dem Laufenden unter www.badische-zeitung.de.