Latest / Rheinpegel - der Düsseldorf-Podcast / Rheinpegel Live: Wie viel KI vertragen Kunst und Musik? Mit Julian Prießen
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- Wie ich hier ja in der letzten Folge schon erzählt habe, wir waren mit dem Rheinpegel mal wieder unterwegs. Also sind wir ja öfter, aber diesmal konntet ihr mit dabei sein. Beim New Fall Festival Meets Republica durften wir in einem Doppeldecker Bus im Ehrenhof Village unsere Mikros für eine Live-Folge aufbauen. Und da habe ich dann mit meinem wunderbaren Gast Julian Priesen über ein Thema gesprochen und ja eigentlich auch philosophiert, das sich ja fast alle von uns in irgendeiner Art und Weise beschäftigt, KI. Julian ist Komponist und Musiker, beides ja Felder, in denen ich auch zu Hause bin. Und deswegen war die Headline unseres Talks, wie viel KI vertragen Kunst und Musik. Ob wir auf eine Antwort gekommen sind und wie die dann aussieht, das hört ihr jetzt. Und damit herzlich willkommen zum Rheinpegel. Ihr hört Folge 394 und der Rhein steht bei 3,61 Meter. Hallo zum Rheinpegel, dem Podcast, in dem wir jede Woche und in diesem Fall sogar live vor Publikum darüber sprechen, was Düsseldorf bewegt, was die Bewohnerinnen und Bewohner umtreibt, kurz und gut, was geht. Mein Name ist Torcia Korman und diese wirklich schöne Aufgabe darf ich übernehmen. Wenn ihr uns etwas mitteilen wollt, wenn ihr Themen habt, die euch unter den Nägeln auf den Herzen brennen, wenn ihr Veranstaltungen wisst, auf die wir hinweisen dürfen oder wenn ihr eine Idee habt, wo wir mal live eine Folge aufzeichnen könnten, dann könnt ihr uns erreichen unter rheinpegel.podcast.reinische-post.de oder 0160 80 80 844. Ihr wisst Bescheid, wir freuen uns immer von euch zu hören. Und jetzt have fun. Der Rheinpegel ist mal wieder unterwegs. Am liebsten natürlich bei strahlendem Sonnenschein, heute ehrlich gesagt bei, naja, nassem und grauem Novemberwetter. Es ist der erste November und der Herbst macht seinem Namen heute alle Ehre. Wir sind im Ehrenhof Village beim New Fall Festival. Das New Fall Festival ist seit 2011 hier in Düsseldorf und ist dieses Jahr zusammen oder hat sich zusammengetan mit der Republika. Das ist eine Konferenz für digitale Gesellschaft, die wiederum seit 2007 eines der größten Festivals in Europa in diesem Segment ist. Und da geht es viel um KI, also künstliche Intelligenz. Und dass diese beiden Formate, Festivals sich zusammengetan haben, ergibt ja irgendwie Sinn, weil auch in der Kunst, in der Musik nimmt die KI Einzug. Ich spreche da heute drüber mit meinem Gast, über den ich mich sehr freue, Julian Priesen. Hallo, herzlich willkommen. Und auch du vereinst quasi diese beiden Seiten in dir, in deinem beruflichen Leben. Vielleicht erzählst du mal ganz kurz ein wenig dazu, wer du bist und was du machst. Und dann starten wir in unser Gespräch über wie viel KI verträgt Kunst und Kultur. Ja, gerne. Vielen Dank für die Einladung. Schön, dass du da bist. Cooler Ort, Doppeldecker-Bus, sehr niedrig, aber cozy, wenn der Regen so regnet. Ja, was Regen so macht. Ich drehe mich dann für die Begrüßung einmal nicht zu dir, weil du kennst mich ja schon, sondern nach da. Hallo, auch an alle, die hier sind. Ich bin Julian, ich bin Komponist, ich bin schon länger in Düsseldorf. Ich habe hier an der Robert-Schumann-Hochschule einen Bachelor gemacht, am Institut für Musik und Medien mit Schwerpunkt Medienkomposition. Und danach habe ich im Team von Volker Bertelmann gearbeitet und dann hat es mich in die Werbung gezogen, und das ist so mein Beruf, ich mache Musik für Werbespots, für Dokumentationen, für Filme, solche Sachen, und ich mache auch als Künstler einfach so Musik für mich. Und ja, ich bin gespannt, was ich zu diesem Thema beitragen kann. Ich bin mir sicher, du kannst natürlich beitragen. Ich möchte einmal der Transparenz halber hier offenlegen. Wir kennen uns schon relativ lange. Wir haben auch schon zusammen gearbeitet, vielleicht auch mit KI. Das werden wir jetzt im Laufe dieses Gesprächs herausfinden. Und ich weiß, dass wir uns auch tatsächlich schon ja quasi im Vorbeigehen oder wenn wir zusammen im Studio waren, immer mal darüber unterhalten haben, wie das ist, wo diese Technik irgendwie Einzug hält, vielleicht auch ohne, dass wir es merken. Also vielleicht benutzen wir schon KI als KünstlerInnen, aber auch als RezipientInnen, ohne das irgendwie... So richtig mitzubekommen. Mich würde zuallererst interessieren, weil du ja tatsächlich ja diese beiden Hintergründe hast, also einmal als Musiker, als Kunstschaffender und aber auch als Dienstleister. Ja, wie sehr hat sich verändert, dass selbstverständlich künstliche Intelligenz benutzt wird in der Werbung zum Beispiel? Also weil das wäre jetzt eine Branche, wo ich mir das vorstellen kann, dass das da auch gar nicht so, ich weiß nicht, ob es überhaupt verpönt ist, aber dass es so irgendwie nahe liegt, weil es geht ja um Effizienz auch. Ja, absolut. Also in der Werbung ist künstliche Intelligenz schon länger einfach ein großes Thema. Wir haben, also das Studio, wo ich arbeite, Kids in the Candy Store, heißt das, das ist Teil von Studio Funk. Wir haben vor zwei Jahren, glaube ich, hier im K20 war es, glaube ich, beim ADC-Festival so einen Vortrag gehalten über künstliche Intelligenz in der Musik und auch was so SprecherInnen in der Werbung angeht. Das war vor zwei Jahren und da hatten wir schon ein Jahr lang irgendwie Erfahrungen damit. Das heißt, die Werbung war schon irgendwie ein Early Adopter, weil es halt auch eine sehr opportunistische Branche ist. Das ist im Produktionsalltag, spielt KI oder Programme, die KI nutzen, da eine sehr große Rolle. Inwiefern? Also was wirklich jetzt mal für Menschen, so wie auch mich, die so gar nicht im Thema drin sind, was das... Was bedeutet im Arbeitsprozess? Ja, da muss ich so ein bisschen unterscheiden. Ich bin ja Komponist, ich mache Musik. Da kann ich gleich noch was zu sagen, wo das so etwas greifbarer vielleicht ist, ist halt in der Postproduktion. Das heißt, wenn man einen Werbespot aufnimmt, muss ja irgendwie da eine Stimme drauf, da muss Musik drunter gelegt werden, das muss gemischt werden, damit es auf einem Fernseher gut klingt, damit es im Autoradio gut klingt, diese ganzen Sachen. Und es gibt sehr viele Tools, die KI benutzen, die in dieser Postproduktion helfen. Also zum Beispiel, wir sitzen jetzt hier in dem verregneten Bus, vielleicht hört man auf der Aufnahme den Regen. Mithilfe von Machine Learning Sachen kann man den Regen da rausrechnen, ohne dass die Stimmqualität darunter leidet, wenn man die Tools bedienen kann. Das ist eine Sache, die vor fünf Jahren oder so, oder zehn, keine Ahnung, undenkbar war. Wenn jetzt an einem Filmset, da sind natürlich große Lampen, da ist immer irgendein Brummen, irgendein Summen, es ist laut. Restauration von solchen Sachen, da wird das viel für benutzt. Ein riesiges Thema ist Stimmsynthese. Dass nicht mehr eine Sprecherin ins Studio kommen muss, sondern man das auch zum Beispiel prompten könnte. Das bedeutet, man schreibt zum Beispiel irgendwo einen Text rein und dann kommt der Text, gesprochen von einer Stimme, auf die man das Modell vorher trainiert hat, kommt da raus. Das ist natürlich ein extrem problematisches Thema, muss man auch sagen, weil das viel mit Persönlichkeitsrechten zu tun hat. Auf so einer Ebene von prominenten Stimmen zum Beispiel oder politisch wichtigen Stimmen hat extrem großes Potenzial für Fake News. ist sehr mit Vorsicht zu genießen, finde ich. Das ist meine private Meinung. Und da, wo ich arbeite, wird das auch so gesehen. Deswegen haben die sehr früh eine eigene KI entwickelt, die auf deutschen, also auf unseren eigenen Servern läuft, wo SprecherInnen vergütet werden können, wenn ihre Stimme für irgendwas benutzt wird. Verstehe. Also ich gebe dann im Prozess irgendwie ein Sample ab von meiner Stimme. Also du hast dann meine Stimmfarbe, irgendwie die Frequenzen, die dazugehören und so. Und daraus lässt du mich dann Sachen sagen, die eine künstliche Intelligenz schreibt. Genau. Und da gibt es natürlich jetzt viele Levels, weil Werbung ist ja oft, viele Sachen sind auch in großer Frequenz, werden in schneller Frequenz produziert. Da kann das natürlich für Effizienz und so einen totalen Unterschied machen. Dann, es kann auch eine Erleichterung sein für die sprechenden Menschen, dass sie nicht immer ins Studio kommen müssen, wenn irgendwas falsch war, wenn sich ein Text geändert hat. Aber wie gesagt, das ist auch ein sehr problematisches Thema, finde ich. Wo es viel Fingerspitzengefühl und so Weitsicht vor allen Dingen bedarf, dass man nicht so sagt, ah, das ist cool, wir können hier effizienter sein und noch kapitalistischer sein, sondern dass man auch im Weitblick hat, ah, das macht was mit diesem Berufsstand von SprecherInnen, es macht mit unserem eigenen Berufsstand etwas. Um... Ja, es ist ein sehr ambivalentes Thema tatsächlich. Ja, ich finde das sehr spannend, wie immer, wenn wir über Dinge sprechen, wo ich immer nur so von außen reingucke, weil es ja tatsächlich so grundlegend ist. Also woran denke ich bei KI? Ich denke sofort an Fotos, die irgendwie bis zur Unkenntlichkeit oder irgendwie ein bisschen weird generiert sind. Ich denke daran, dass ich vielleicht Leute vorgesetzt bekomme, die was sagen, die es nicht gesagt haben, aber dass es in so klein ist, also dass man meine Stimme quasi herstellen kann und mich Sachen sagen lassen kann. Das finde ich sehr spannend. Jetzt hast du schon gesagt, es geht um Effizienz und so. Also das heißt, in dieser Branche, in der du dich bewegst, ist das eine... Eine offene Sache. Also es wird nicht einfach so gemacht, sondern es ist klar, wir nutzen das. Also wird damit auch geborben, so wir machen, wir benutzen dann die beste KI oder? Es ist sehr unterschiedlich. Man muss auch wirklich sagen, das ist eine sehr diverse Branche. Ich habe da jetzt nur einen Blick in den kleinen Sektor, den ich sozusagen miterlebe. Es wird damit sehr unterschiedlich umgegangen, ehrlich gesagt. Also wir haben irgendwie so das Privileg und den Luxus, dass wir in so einem Segment von Werbung unterwegs sind, wo auch große Budgets vorhanden sind, wo es nicht nur um Effizienz geht, sondern schon auch um ein gutes Produkt, um eine gute Werbung, um irgendwie eine schlaue Kampagne oder so. Es gibt natürlich auch ganz andere Bereiche wo es viel mehr so Fließband mäßig ist und so und es wird sehr unterschiedlich damit umgegangen, also als das so losging haben wir auch also keine Ahnung, bist du bei LinkedIn? Naja, zum Glück, das ist die Hölle wirklich, aber wenn man sich das da durchliest, wurde von Anfang an gab es sehr viele Early Adopters, die auch mit wenig Weitblick, wie ich finde, damit agiert haben, Stimmen auf amerikanische Server hochgeladen haben, nur mal zum Testen wir hatten auch Fälle wo Videoproduktionen das sozusagen gemacht haben und dann in das Tonstudio, wo ich arbeite, schon sozusagen fertige Spots in Anführungszeichen angeliefert wurden und dann die Sprecherin im Studio stand und so war, Moment mal, wo kommt denn meine Stimme her? Das war, glaube ich, nie, also nicht in allen Fällen immer böse gemeint, sondern auch ein bisschen, es war neu und es ist ja auch eine spannende Technologie und so, aber es ist sehr unterschiedlich, mit wie viel Weitblick da an das Thema rangegangen wurde und so. Ja, jetzt reden wir ja auch gleich und heute darüber, wie viel KI quasi Kunst verträgt. Also jetzt sind wir auf der einen Seite ja in diesem Dienstleister-Innen-Sektor, trotzdem ist es ja irgendwie Kunst. Also du machst ja auch als Komponist für Werbung schaffst du etwas, aber es ist vielleicht was anderes, als wenn du selber als Künstler agierst oder auch KünstlerInnen begleitest. Also du nimmst ja auch auf, du mischst und produzierst so. Wie siehst du da die Entwicklung für dich selber? Also bist du manchmal so ein bisschen tempted, was auszuprobieren? Hat sich das viel verändert? Kommen schon KünstlerInnen mit der Idee an, ach guck mal, da brauchen wir noch gar nicht mehr, der Keyboard spielt, das können wir uns doch irgendwie holen. Also, ja, also ich meine, ich glaube, das Thema so Tools ist ein guter Übergang von dem, was ich gerade erzählt habe, zum Thema Musik, weil Tools benutzen, benutzen wir auch in unserem Alltag sehr viel einfach. Da hat es auch auf jeden Fall eine Veränderung gegeben, wie selbstverständlich das benutzt wird oder nicht. Ich kann jetzt mal so ein bisschen wegschiften von so meinem Beruf kurz und hin zu dem, was ich so als Kunst mache. Da hat mich KI tatsächlich am Anfang deutlich mehr interessiert als jetzt, weil am Anfang waren die Modelle irgendwie noch ziemlich rough und da hat es mich zumindest manchmal inspiriert, KIs falsch zu benutzen. Also, keine Ahnung, unlösbare Prompts reinzugeben, Sachen, die, es gab viel so am Anfang so KIs, du spielst Klavier rein und es kommt eine Flöte dabei raus, mäßige Sachen. Und dann fand ich es irgendwie interessant, was ist denn, wenn man nicht Klavier rein spielt, sondern Schlagzeug, was passiert dann, was kommt dann für eine Flöte raus und so. Also schafft die KI das oder das Tool, das sozusagen zu checken. Genau. Und mich haben auf jeden Fall immer die Fehler davon mehr interessiert für meine eigene Kunst. Das hat aber ehrlich gesagt auch dann abgenommen mit der Zeit, was mich gar nicht interessiert, ist so Generative AI, also Sachen, wo man einfach reinschreibt, ich möchte einen Song, der klingt wie Dua Lipa, dann drückt man auf Generate, dann kommen da fünf Sachen raus. Das interessiert mich wirklich gar nicht. Das gibt es auch. Das gibt es auch, ja. Also ich weiß gar nicht, ob das immer allen so klar ist, wie weit das geht. Also vielleicht hören wir einmal die Woche irgendwie Musik oder sehen was, was gar nicht mehr von irgendeinem Menschen gemacht ist im Sinne von mit den Händen, sondern also dann doch mit den Händen, weil es irgendwie eingetippt ist. Aber also das gibt es einfach, du kannst ja auch, also ich weiß noch, das ist bestimmt auch schon eine Weile her, als es so anfing, dass man einfach Sachen ins Mikro sprechen konnte und dann konnte man plötzlich singen so, ne, also und jetzt muss man quasi noch nicht mal mehr selber reinsprechen, sondern man kann einfach sagen, komponier mir einen Song, der so und so klingt, da würde ich auch gleich gerne drauf hinaus, weil ich ja auch glaube. Ich habe ja auch meine Meinung darüber, ne, und ich finde irgendwie das, genau, wenn man es richtig nutzt und vielleicht, ähm, Ich habe nämlich dann angefangen darüber nachzudenken, ob ich vielleicht auch KI benutze, ohne das zu merken, auch in meiner Kunst, Stichwort Melodyne oder Autotune oder so. Aber ich glaube trotzdem, wenn man jetzt an die Substanz geht, dass wir das irgendwie doch immer spüren. Also ich sehe das auch ein bisschen kritisch, ich bin nicht so dumi unterwegs, dass das irgendwie was ersetzt, weil ich glaube, dass wir immer spüren, wenn was berechnet ist, im Gegensatz zu dem Unberechenbaren, was wir ja als Menschen irgendwie sind. Deswegen, da würde ich gleich gerne nochmal drauf hinaus, aber jetzt bleiben wir ein bisschen bei diesen grundsätzlichen Sachen. Also es gibt offenbar die Möglichkeit, ich kann sagen, schreib mir einen Song, der klingt wie Dua Lipa und dann kommen fünf Songs raus und das kann langweilig sein. Voll, also aus künstlerischer Sicht finde ich das langweilig, weil da irgendwie kein Konzept drin ist. Ich bin irgendwie, die Art von Kunst, die ich mache, hat auch viel mit sozusagen der Praxis, mit dem Machen zu tun. Also viel von dem, was mich interessiert, ist das eigentliche Machen, das Sammeln von Sounds, das Kultagieren von Sounds und so. Vielleicht kannst du nochmal ein bisschen beschreiben, was deine Musik ist, also was du machst als Künstler, als Musiker, als Gitarrist. Also ich würde es beschreiben, ich mache elektronische Musik, immer mit dem Fokus, was mich gerade interessiert. Also es gab Phasen, da hat mich sehr interessiert, wie so Collagen oder Puzzle zu erstellen aus so Alltagssounds und dass daraus eine Art Beat entsteht, dass daraus irgendwie ein Groove entsteht oder so. Was ja quasi das Gegenteil von künstlicher Intelligenz, also du hast ja dann quasi die ganz analoge Welt benutzt, also gar nicht künstlich generiert. Naja, ja. Und es hat aber auch irgendwie eine Parallele, weil ich sehr viel so einen kurativen Blick auf Sound immer hatte. Und ich glaube, bei KI switcht es auch sozusagen, das führt ein bisschen von der Frage weg, aber ich komme dann wieder zurück. Bei KI ist es auch so, dass ich glaube ich... Generell so das Mindset ändert von Skills zu Kuration, also dass man eher einen Blick entwickeln muss, von allem, was hier rauskommt an Ergebnissen, von allem, was ich konsumiere jeden Tag, muss ich jetzt mehr drüber nachdenken, was gefällt mir davon denn jetzt, was ist denn jetzt echt, was macht das mit mir, während vorher der Fokus eher drauf war, ist das gut gemacht oder nicht, macht das Sinn? Also da gibt es schon irgendwie eine Parallele zu dem, was ich mache, weil ich auch, ich nehme ganz viele Sachen auf, spiele irgendwie vier Stunden Schlagzeug, dann höre ich mir das an und denke, der Part, wo mir der Klöppel hingefallen ist, den finde ich interessant, da mache ich jetzt was raus. Aber es ist eine sehr oberflächliche Connection und der andere Teil von der Musik, die ich mache, ist so das, was mich interessiert. Es gibt auch, also dieses Collagenhaft hat mich eine Zeit interessiert, dann hat mich kurz mal interessiert, einfach Sachen zu machen, die ich selber einfach live spielen kann, wo ich den Computer so wenig benutze, wie es nur geht. Also im Endeffekt einmal auf Aufnahme drücke, dann kommt da was raus wie eine Improvisation und dann ist es das. Deswegen ist es schwer zu beschreiben, was es jetzt genau ist, aber ich glaube, da steckt schon so ein bisschen drin, warum mich jetzt KI in dem Zusammenhang nicht interessiert, weil mir geht es schon auch um das Machen. Und mir macht es einfach nicht so viel Freude und hilft meinem, dem Ausdruck von dem, was ich irgendwie da machen will, nicht weiter, wenn ich auf den Knopf drücke und da kommt was Fertiges raus. Und ich habe so die Erfahrung gemacht, am Anfang, wie gesagt, kamen, wenn da so falsche, in Anführungszeichen, Ergebnisse aus so KIs rauskamen oder dieses Beispiel, was ich am Anfang gesagt habe mit dem Regen, dass man den Regen aus dieser Aufnahme rausrechnen konnte, fand ich es irgendwie interessant, als die Modelle noch nicht so gut waren und dann auch mal Quatsch gemacht haben und auf einmal war nur noch der Regen da, aber nur noch jeder vierte Tropfen oder so. Das fand ich dann interessant, aber jetzt, wo sich so eine Art Perfektionismus da eingefunden hat, inspiriert mich das irgendwie nicht. Es macht mich auf jeden Fall nicht happy beim Machen und ich glaube, wenn ich selber Kunst mache, dann will ich, dass mich das auch selber berührt, irgendwie beim Machen, nicht nur beim Endprodukt und das macht mir einfach keinen Spaß. Ja, das kann ich verstehen. Und während du sprichst, da habe ich dann auch mich gerade gefragt, es geht ja auch darum, wie das Gefühl ist beim Hören oder beim Erleben. Also, weil das denke ich jetzt auch, wenn ich irgendwie Musik produziere oder Kunst produziere, es geht ja auch in anderen Kunstformen, es geht ja auch in der bildenden Kunst, in der Fotokunst, Videokunst und so, dann genau ist es das eine Jahr. Und da kann ich mir sogar vorstellen, dass wenn man, also es gibt bestimmt auch die Seite, die sagt, ja, aber man kann auch diese KI irgendwie so nutzen, dass es ganz interessant wird, halt wie du auch gesagt hast, am Anfang, wenn es irgendwie so ein bisschen weird wird oder wenn es nicht so ganz klappt oder so. Also, dass man das ganz bewusst mit einbezieht und einfach sagt, okay, dann nutze ich das auch so offensichtlich und beziehe das mit ein und kreiere da was draus, dass ich beim Machen selber auch was spüre. Ich bin da eher ein bisschen bei dir so. Das ist auch extrem einfach so Personal Preference, weil ich kenne viele coole Projekte, die KI nutzen, aber nicht auf so eine, also auf eine interessante Art. Arka hat zum Beispiel irgendwie so ein Ambient-Album gemacht, wo sie von einem Song 100 Versionen mit KI gemacht hat. Und dann war es aber irgendwie, es waren so Remixe, ich bin mir nicht sicher, ob es Teil von der Installation war, aber es war einfach ein Konzept dahinter. Es gab wie so ein Seed, also wie so ein Startpunkt und von da aus sind dann neue Sachen entstanden und das war aber Teil des Konzepts. Oder es gibt Holly Herndon, ist eine Sängerin aus Berlin, die hat sehr früh angefangen, ihre eigene Stimme zu digitalisieren und das sozusagen freizugeben. Das hat Grimes dann auch gemacht. Aber mit so einem Hintergedanken von Community, dass es so war, ihr könnt alle mit meiner Stimme Musik machen, aber ich kriege davon erstens Profit ab. Und zweitens ist das so eine Art von Community. Wir machen das jetzt zusammen. Wir können uns da austauschen. Was habt ihr damit gemacht? Da liegt aber dann immer irgendwie... Ein Konzept zugrunde, wo das einfach Sinn macht, diese Techniken zu benutzen. Ich finde, das ist so voll der entscheidende Punkt, was ich auch mit Weitsicht meine, anfangs. Wenn man ein Tool benutzt und dahinter ist ein Konzept und man hat sich irgendwie eine coole Idee ausgedacht und das Tool, womit man das halt umsetzen muss, ist KI. Fein, super. Wenn es aber einfach nur so reaktionär um Geld sparen und um Masse und so ein kapitalistisches Ziel hat, dann gefällt mir persönlich das gar nicht gut. Ja, das verstehe ich. Ich hatte auch sofort das Wort Konzept im Kopf, als du angefangen hast, das zu sagen. Also das denke ich auch, wenn es um eine Art Konzeptkunst geht und so. Und das war nämlich was, worauf ich so ein bisschen hinaus wollte, dass es ja das eine ist genau, ob ich das beim Erschaffen, beim Kreieren irgendwie fühle und spüre und aber ja auch beim Erleben, beim Hören, beim Sehen, beim Lesen. Also es gibt ja mannigfaltige Varianten, wie man das benutzen kann. Wie gesagt, ich bleibe dabei, dass ich glaube, dass wir das irgendwie immer spüren, ob ganz bewusst oder auch unbewusst, also dass es uns vielleicht mehr catcht oder nicht und auch für die KünstlerInnen dann selber. Also wenn ich jetzt zum Beispiel sage, ich möchte jetzt irgendwie mein nächstes Album aufnehmen und weiß jetzt, ach der und der Style ist gerade gefragt und lasse mir halt Sachen, Songs generieren, auf den Live-KI-sieren. Sing das vielleicht dann, weil ich doch noch ein bisschen Anspruch an meine eigene Kunst habe oder sing das dann selber. Aber die Frage ist ja dann, kann ich das dann live zum Beispiel überhaupt performen? Und was biete ich dann auch meinem potenziellen Publikum, wenn ich quasi was mache, was nicht aus mir rauskommt? Also ich ganz, ganz, ganz persönlich hätte da auch einfach zu viel, ja Angst ist ein sehr großes Wort, aber mir wäre das unangenehm, wenn ich irgendwie das dann nicht auch providen kann, was ich behaupte. Ja klar, aber da muss man glaube ich dann auch noch so gerade bei Musik ein bisschen unterscheiden. Also alle Musik ist Kunst, aber es gibt natürlich auch einen großen Teil, wo es eher um Entertainment geht als um, keine Ahnung jetzt. Das ist auch sehr individuell. Also das klingt ja auch so, bei dir macht auch in deiner Musik Spaß das Machen. Und wenn man dann mit KI dann einen Weg findet, wie das Machen Spaß macht, fein. Wenn nicht, dann nicht. Aber unabhängig davon ist es natürlich schon irgendwie... Naja, KI oder die Geschwindigkeit, mit der da Kreation und so möglich ist, macht so wie so eine Lupe auf eh schon prekäre Stellen in dem System und vergrößert die so und beschleunigt auch diese Prozesse in diesem System, auch sehr, da muss man dann auch unabhängig von der eigenen Kunst und was man selber darüber denkt und so auch immer nochmal, finde ich, so einen Schritt weiter gucken, was macht es denn mit dem System an sich? Weil wenn du jetzt sagst dir macht das keinen Spaß, ich sag mir macht es keinen Spaß, aber es ist fein das zu benutzen okay, aber wenn jetzt, keine Ahnung, alle anderen Leute die ganze Zeit Songs generieren und auf Spotify laden dann hat das natürlich auch eine Auswirkung wieder auf die Kunst, die wir beide machen, weil dann kriegen wir noch weniger als ein hundertstel Cent irgendwann, also, das ist ein super komplexes Thema, deswegen hatte ich auch kurz Angst und kann ich an dieser Stelle sagen, als ich den Titel gelesen hab von diesem Podcast Man kann das gar nicht so geradlinig, glaube ich, beschreiben. Es gibt immer total viel Ifs und Wens. Ja. Deswegen, ich habe mir hier in meine Notizen auch geschrieben, ist die Kunst, ist die Musik in Gefahr durch KI? Das ist natürlich auch wirklich sehr, sehr, sehr groß. Aber ich finde, was wir ja auch gerade schon machen, wenn man da so ein bisschen kleinteilig reingeht, Kann man das ja genau für sich selber vielleicht beantworten und davon dann agieren als Kunstschaffende, als Musikschaffende. Und ich will noch einmal ganz, ganz kurz ein bisschen zurückrudern in dem, was du gerade gesagt hast, weil genau dieses, wenn es Tools gibt, die ein bisschen erleichtern, wie gesagt, da bin ich auch dabei und da habe ich wirklich ganz konkret drüber nachgedacht und diese Frage stelle ich dir jetzt, weil wir das ja auch, kann man ja jetzt ja auch mal offenlegen, in stundenlanger Kleinstarbeit gemacht haben. Ich habe Musik aufgenommen und ich bemühe mich zwar immer, mein Bestes zu geben, aber ich bin auch nicht scheu zuzugeben, dass ich nicht abgeneigt bin, den ein oder anderen Ton, der vielleicht einfach auch beim vierten Mal nicht gesessen hat, so ein bisschen, wie nennt man das denn, im Nachhinein zu modifizieren. Benutze ich dann jetzt auch schon KI oder ist das was, wo man sagt, okay, das gehört irgendwie so zum Handwerk und ich kann es ja, ich behaupte jetzt mal, ich kann es ja auch in echt providen. Ja, also wir haben keine KI benutzt für keine deiner Alben, weil Pitch Correction ist ein Algorithmus, also das Algorithmus basiert meistens. Ja, was du sagst mit dem Performance, ich finde es ist schon okay, dass eine CD anders klingt als eine Live-Performance und ich finde es okay, dass je nach Genre und je nach Kunstform man darauf achtet, dass alle Töne gerade sind. Und ich kann auf jeden Fall sagen, wir haben das bei deinen Sachen sehr, sehr wenig benutzt, weil deine Musik auch einfach sehr menschlich und organisch sein soll und bleiben soll und wir wollen das nicht auf CD so glatt bügeln, dass da keine Imperfection mehr drin ist. Wäre aber jetzt aus meiner Sicht, wäre es auch okay gewesen, hätten wir irgendein KI-Tool benutzt, um zu dem gleichen Effekt zu kommen. Man muss dann einfach drüber nach, also man sollte das einfach nicht so reaktionär einfach benutzen. Man muss kurz drüber nachdenken, macht das jetzt Sinn? Ist das gut für die Kunst? Ist das gut für die Musik? Falls ja, kann man es benutzen, weil es bleibt ein Tool. Falls nicht, dann halt nicht. Jetzt kommen wir ja musikalisch irgendwie aus einer ähnlichen Welt. Also es soll jetzt auch gar nicht um mich als Musikerin gehen, nur das ist ja, was uns verbindet. Und klar, elektronische Musik, Beats und so, schlägt ja schon im Namen, dass es irgendwie auch was mit Elektro zu tun hat. Ich habe mich gerade gefragt, wie das ist so, also im Jazz weiß ich, dass da glaube ich wenig KI genutzt wird, weil da natürlich auch viel auf diesem improvisatorischen Moment einfach basiert. Also Jazz ist improvisierte Musik auch. Wie ist das in der Klassik? Und da möchte ich wieder so ein bisschen zurück auf deinen Job als Komponist für Werbung, weil ihr ja auch manchmal mit, also es geht ja da auch darum, Sachen zu kreieren und da stelle ich mir zum Beispiel vor, dass da KI sehr hilfreich ist, wenn man halt ein ganzes Orchester behaupten kann oder nur, dass die Scores dafür schreibt. Also wie ist das da? Das Orchester behaupten konnte man schon vorher. Es nennt sich Sampling. Also ich konnte schon lange vorher mit einem normalen Keyboard sozusagen die Töne von einem Orchester nachspielen. Und je nach Budget geht man dann hin, schreibt davon Noten, nimmst du mit einem richtigen Orchester nochmal auf und der Unterschied ist dann halt groß in der Qualität. Aber das ging schon vorher. Wo mir KI bei meinem Job jetzt nochmal als Medienkomponist begegnet, ist bei sowas wie Moods. Also da kann ich vielleicht auch kurz so ein bisschen Kontext geben, damit man versteht, wie dieser Prozess funktioniert. Also es ist so, man kriegt irgendwie einen Werbefilm. Es gibt einen Kunden. Es gibt eine Werbeagentur, die für diesen Kunden ein Konzept entstellt, eine Kampagne erstellt, einen Film sich überlegt. Die engagieren eine Filmproduktion und dann entweder Agentur oder Filmproduktion, engagieren einen Komponisten, der dann umsetzt, was sich aber schon vorher Leute überlegt haben. Und da wird natürlich mit Muts gearbeitet, weil man kann viel über Sachen reden, aber es ist besser, die einfach mal zu hören. Und da ist es schon so, dass zwischendurch wir Sachen kriegen, wo schon mal eben jemand was gemacht hat. Manchmal ist das hilfreich, aber manchmal führt es auch tatsächlich sehr in die Irre, weil man hätte auch genauso gut mit schon menschlich gemachter, bestehender Musik das Gleiche machen können und wäre vielleicht näher an irgendwas rangekommen, während bei dem KI-Ding manchmal auch so ein bisschen, Das fühlt sich so an, alle finden das so cool, dass sie was mit KI gemacht haben, dann nehmen die das einfach. Aber es wäre eigentlich besser gewesen, nochmal zwei Stunden weiter zu suchen und was anderes zu prompten. Es ist jetzt nicht so, als wäre das so eine absolute Geheimwaffe. Und die Sachen klingen cool, aber sind für das, was ich beruflich mache, wo es sehr auf Feinheiten ankommt, bei Sekunde drei wird das Produkt gezeigt, dann soll die Musik irgendwie ein Highlight haben. Dafür ist KI aktuell noch nicht geeignet. So sehr kann man damit nicht arbeiten. Deswegen bleibt es dann oft eigentlich in dem Stadium, dass es wie so Vorlagen sind, Inspirationen sein können. Man vielleicht mal abgleicht, das habe ich gerade gemacht. Wenn ich jetzt das, was ich mir vorgestellt habe, mal in so eine Musik-KI eingebe, was kommt denn dabei raus? Ist da noch irgendwas drin, was ich nicht bedacht habe oder nicht? Ja, so. Und ansonsten benutzen wir jetzt tatsächlich nur Tools, die einem helfen, dass Sachen gut abgemischt sind, weil die enge Deadlines, wenig Zeit für Sachen, dann kann man solche produktionstechnischen Schritte mit KI abkürzen, aber das Musikmachen an sich machen wir eigentlich komplett ohne. Ja, und ihr seid ja eine relativ große Agentur, seid ihr da auch sozusagen... Also im Trend mit oder seid ihr eine Agentur, die sagt, okay, das ist auch einer von unseren Alleinstellungsmerkmalen, dass wir halt wirklich noch das nicht so doll benutzen? Nee, kann man, glaube ich, nicht so verallgemeinern. Ich kenne manche MitbewerberInnen, Studios, die mehr mit KI machen, die das sich auch auf die Fahne schreiben. Es gibt andere, die auch eher so wie so boutique-mäßig das machen. Bei uns kriegt ihr noch handgemachte Musik. Kommt immer aufs Budget an, kommt immer auf den Umfang an, aufs Konzept. Dafür ist die Branche dann zu divers und der Blick, den ich darauf habe, ist dann zu nischig. Du hast gerade einen Satz gesagt, den ich eigentlich ganz schön krass finde. Bei uns kriegt ihr noch handgemachte Musik. Also, dass das überhaupt dazu gesagt wird oder werden muss, das ist ja schon auch bezeichnend für die Entwicklung irgendwie, ne? Voll. Denke ich gerade. Also die Qualität, die bei so Generative AIs rauskommt, ist teilweise schon krass, wobei man sagen muss, jetzt gerade vor zwei Tagen, also diese, es gibt so zwei große Anbieter, die dieses Prinzip, man tippt einen Text ein, Schlagersong im Stil von XY mit Text XY, wo dann was rauskommt, da gibt es zwei große Anbieter, die sind beide von allen großen Plattenfirmen der Welt verklagt worden, natürlich, weil das komplett auf Material trainiert wurde, wo niemand für Geld gekriegt hat. Hochgradig moralisch verwerflich, potenziell illegal auch, aber niemand hat sich halt darum gekümmert oder konnte dagegenhalten. Jetzt gab es gerade eine Einigung, dass eins der großen Labels Universal Music hat mit einem dieser Anbieter einen Deal gemacht und wird nächstes Jahr eine eigene KI rausbringen. Die dann angeblich, so hieß jetzt dieses Statement, dann wo die KünstlerInnen auf deren Basis, die KI trainiert wurde, auch vergütet werden. Ich persönlich glaube, das ist noch so ein bisschen, also der Teufel wird im Detail stecken. Das denke ich auch. Weil die auch einfach sehr kommerzielle und kapitalistische Absichten alle haben. Aber ja, bisher war dieses ganze Ding einfach rechtlich auch. Allein deswegen haben wir es nicht gemacht, weil das Segment, in dem wir Werbung machen, da sind so große Budgets, das sollte es zu einer Klage kommen oder irgendwas in der Grauzone sein, das kann sich keine dieser Firmen leisten oder will sich keine dieser Firmen leisten und wir würden auch niemals jemandem dazu raten, das zu machen. Weil es ist auch unser Job, die KundInnen zu beraten, nicht nur musikalisch, inhaltlich, kreativ, sondern natürlich auch rechtlich. Und allein deswegen, weil die AGBs von diesen ganzen Sachen so schwammig sind und es so offensichtlich nicht cool für andere MusikerInnen ist, dass es diese Entwicklung gibt, dass wir das immer davon abraten würden. Und der Großteil unserer KundInnen folgt diesem Rat, zum Glück noch. Wenn wir jetzt nochmal ein bisschen auf die Headline dieses Gesprächs gehen, also wie viel KI vertragen Kunst und Musik, habe ich jetzt gerade gedacht, man kann ja auch sich fragen, wie viel KI vertragen wir als Kunstschaffende oder alle Kunstschaffenden auch natürlich wirtschaftlich. Weil auch das ist prekär, wenn man sich nicht in einem bestimmten Segment irgendwie bewegt, finanziell oder budgetmäßig, wie du eben schon, wir sagen das ja immer fast mit so einem ergebenen, so ist es halt, aber so viel kommt ja tatsächlich nicht bei rum und wenn dann auch noch nicht klar ist, also…, bin ich an was urheberrechtlich beteiligt und das kann mich ja manchmal, also Tantem und wir können ja über Jahre einen finanzieren und so weiter und so fort. Ja, also ich, meine persönliche Meinung ist, dass KI auf jeden Fall an diesem ganzen System, was eh schon extrem prekär ist, deswegen habe ich auch ganz einfach anfangs gesagt, dass das Studio, wo ich arbeite, da in einer privilegierten Position ist, weil ganz vielen anderen geht es anders und KI sägt an diesem eh schon instabilen und prekären System. Schon an den Pfeilern sehr stark. Und das ist ja sozusagen noch ein dienstleisterischer Bereich, wo es auch große Budgets gibt, wenn man jetzt über Kunst, Kunst redet. Finde ich, kann man natürlich immer so romantisch irgendwie sagen, ja, aber die echte Kunst kann sich da jetzt gegenstellen und das ist auch voll die Chance für Authentizität wieder so an Bedeutung zu gewinnen, weil niemand hat Bock auf KI und so. Aber man muss schon auch die wirtschaftliche Realität irgendwie ein bisschen da mit einbeziehen und ich glaube, das ist für voll viele kunstschaffende, Menschen extrem krass, weil das nicht nur, viele Leute machen das ja so wie ich, ich mache in meiner Freizeit meine eigene Kunst und habe aber einen Job, der in dem Sektor trotzdem noch ist, der meine Miete bezahlt und wenn jetzt dieser Job plötzlich bedroht ist von KI, dann bringt es auch nichts, dass man rein theoretisch vielleicht mit seiner authentischen Eigenkunst, mehr Gehör finden würde, wenn man damit kein Geld verdient, bringt das halt einfach nichts und KI oder diese ganze Entwicklung, dieser ganze turbo-kapitalistische Gang 6, in dem wir uns befinden. Beschleunigt diesen Prozess einfach sehr. Und da muss man auch irgendwie auf jeden Fall drüber nachdenken. So als Beispiel, vielleicht ist es interessant auch für die HörerInnen, dass zum Beispiel so Streaming funktioniert ja so, Spotify zum Beispiel, alle Mitgliedsbeiträge kommen in den Topf, Von dem Topf geht dann schon mal irgendwie ein großer Anteil an die sogenannten Major-Labels. Das sind die vertrieblichen Strukturen, die so Superstars repräsentieren. Die haben eigene Deals, die kriegen safe ihre Kohle, egal was passiert, so mäßig. Dann bleibt was aus dem Topf über und das wird aufgeteilt unter, sag ich mal, allen, das ist jetzt sehr vereinfacht dargestellt, aber der Rest vom Topf wird aufgeteilt an alle Independent-Künstler. Jetzt kann man sich ja vorstellen, dass die Mitgliedsbeiträge nicht im gleichen Maße ansteigen, wie Songs auf Spotify sind. Das heißt, wenn jetzt Spotify, so wie es jetzt die letzten zwei Jahre schon ist, mit KI-Musik geflutet wird, auch von Spotify selber natürlich, weil die wollen ja auch Geld machen, wird der Anteil, also die Hälfte vom Top, die eh schon gering war für die ganzen Indie-Leute, muss auf immer mehr Songs aufgeteilt werden. Und das wird immer weniger, was dabei rauskommt. Es verdient eh niemand mit Streaming-Geld als Indie-Artist. Aber für so ein Indie-Label, was vielleicht 40 Acts hat, war es vielleicht bisher doch noch so, dass die von den gesammelten Streaming-Einnahmen vielleicht irgendwelche Werbemittel finanzieren konnten oder Leute bezahlen konnten. Und wenn jetzt aber diese Beträge immer, immer kleiner werden und die Plattformen auch wirklich gar keine Anstrengung, Unternehmen da irgendwie gegen vorzugehen, gegen diesen ganzen AI-Slop oder vielleicht sogar complicit sind, indem sie es selber machen, um selber noch was daran zu verdienen. Das ist genau das. Dann hintenrum sägt das natürlich voll an auch allen Leuten, den Existenzen von allen KünstlerInnen, die gar nichts mit KI am Hut haben. Ja, und es sägt ja nicht nur tatsächlich an der finanziellen Existenz dann, sondern auch an der, also es sägt auch emotional, dass man irgendwie denkt, okay, ich beschäftige mich jetzt schon wirklich sehr, sehr lange mit einem Thema und gebe da ja auch irgendwie alles rein, also meine Person und dann kommt was daher, was einfach nur gemacht ist und nimmt das, also nimmt auch noch ein Teil, also es ist ja sowieso schon schwer, sich manchmal zu motivieren oder dabei zu bleiben oder daran zu glauben so. Und wenn dann auch noch, ich weiß, ich habe eh keine Chance, also das habe ich mich nämlich auch gerade, während du das gesagt hast, gefahrt, ist es irgendwann auch ein Statement zu sagen, so ich benutze keine KI, aber damit geht man dann halt unter oder muss man sich halt irgendwann ergeben und sich da irgendwie reinbegeben und sagen, okay, dann mache ich halt mit. Ja, kann man glaube ich nicht so pauschal irgendwie beantworten. Es ist halt nur so, ja, keine Ahnung, es kann für Leute, die Kunstschaffende sind, einfach, es ist eine extrem frustrierende Zeit, kann es sein, egal wie man es jetzt nimmt, ob man es nutzt oder nicht, ob man einen positiven Blick darauf hat oder nicht. Ja, wird sich jetzt tatsächlich, ich finde diese Sache mit Judeo und Universal, was ich eben erzählt habe, dass da zumindest in der Pressemitteilung von einer fairen Vergütung gesprochen wird, muss man gucken, wie sich das entwickelt, ob da doch irgendwie was passiert, aber man muss, glaube ich, braucht man sich auch keine Illusionen machen, da wollen alle Leute Geld verdienen und keine Ahnung, ich glaube, dass so unterm Strich das, ja, bei Kunstschaffenden hoffentlich auch gar nicht so viel an deren Haltung irgendwie ändert, sondern man macht einfach weiter, worauf man Bock hat, muss irgendwie drauf hoffen, dass die großen Player und die großen Gewerkschaften oder die großen Verbände, die sich politisch dafür einsetzen, in irgendeiner Form Erfolg haben, weil, wenn ich jetzt meine Musik von Spotify runternehme als Protest, ist, hat vorher schon keinen gejuckt, dass das da drauf war, und dann juckt es irgendwie niemanden, dass es nicht mehr drauf ist, das macht irgendwie nicht so einen Unterschied, also das ist so, das muss an höherer Stelle irgendwie reguliert werden, weil das Kind ist eh schon in den Brunnen gefallen, es gibt diese ganzen Modelle, diese ganze Musik ist auf Spotify, diese ganzen Sachen sind im Internet, jetzt gerade ist ja auch dieses ganze, das Internet will die, ist ja gerade so viral gegangen, das trifft für Streaming genauso zu, auf der anderen Seite kann man sich dann immer. Ausmalen oder darauf hoffen, dass dann die kreativen Szenen sich irgendwie davon emanzipieren können und vielleicht hoffentlich was Neues daraus entsteht und diese Systeme früher als ohne KI zugrunde gehen, weil Spotify war schon immer ein absolutes Quatschsystem. Aber das weiß ich nicht. Ich bin eher, muss ich gestehen, persönlich bin ich eher kritisch und pessimistisch eingestellt. Aber ich möchte den positiven Blick darauf trotzdem hier erwähnen, weil das ist nur meine persönliche Meinung an diesem speziellen Tag heute. Wer weiß, wie es in zwei Wochen aussieht. Und eine Sache, wo ich jetzt gerade auf dieses Positiv versus Negativ komme. Was KI schon ein Potenzial hätte, weil es gibt ja sehr viele Bereiche, in denen es total toll ist, dass es KI gibt, Medizin oder so und so in Terms of Kunst, Habe ich jetzt schon öfter drüber nachgedacht. Kunst ist ja auch auf eine Art eine sehr privilegierte Bubble und nicht jeder Mensch hat gleichermaßen die Chancen, da überhaupt reinzukommen und in irgendeiner Form so mit seiner Selbstausdrucksweise, keine Ahnung, das zu machen. Und was KI ja schon voll gut könnte, zum Beispiel wäre sowas wie Unterricht geben, Chancengleichheit herstellen auf so einem Basic Level, aber Chancengleichheit heißt halt in meinem Verständnis nicht, dass jeder in der Lage sein muss, per Knopfdruck einen Hit zu generieren, sondern Chancengleichheit würde für mich bedeuten, dass alle Leute die Möglichkeit haben, das Handwerkszeug zu lernen, sich mit der Theorie auseinanderzusetzen, um dann irgendwas zu finden, was einem selber beim Leben hilft und beim Fertigwerden mit seinen Göttern. oder was auch immer. Und rein theoretisch steckt ja in dieser Sache schon das Potenzial für so eine Demokratisierung und Chancengleichheit drin. Es wird halt einfach in der Realität kaum genutzt, sondern dieser kapitalistische Dings, der das überwiegt dem Ganzen und überholt das dann halt auch. Und da muss man halt aufpassen, dass am Ende noch irgendwas da ist, wo man Chancengleichheit für herstellen kann. Aber das wollte ich noch sagen an diesem positiven Ding, weil KI hat positive Seiten und Potenziale, die müssen halt nur genutzt werden. Das finde ich einen sehr schönen Abschluss. Jetzt hat es auch aufgehört zu regnen mit deinem positiven Ausblick auf die KI. Ich danke dir sehr für deine Offenheit und für all die Informationen. Ich liebe das ja auch. Ich lerne ja immer wieder was dazu. Ja, ich hoffe, ich konnte irgendwas beisteuern. Aber hallo. Und ich würde sagen, wir ziehen uns jetzt zurück und schreiben den KI-Hit. Und dann gucken wir mal, wie wir nämlich in zwei Wochen darüber reden, wenn wir ganz oben in allen Spotify-Playlisten uns aufhalten. Vielen, vielen Dank. Einen wunderschönen Nachmittag noch irgendwo im Trockenen und bis zum nächsten Mai. Vielen Dank für die Einladung. Jetzt kommt das Wochenendwetter für Düsseldorf vom Wetterstruxie. Auf einmal macht sich ein kleines Fenster auf und schon setzt sich die Sonne wieder durch. Ich grüße euch damit ganz herzlich zum Wochenendwetter. In der Vergangenheit waren die Prognosen nie so wahnsinnig gut, dass man mal gesagt hätte, so ein, zwei sonnige Tage, das wird schon schwer. Jetzt sind es schon drei geworden und das Wochenende bringt noch ein paar mehr. Ja, der Freitag, der wird uns nochmal viel Sonne bringen. Der Wind kommt Gott sei Dank aber nach wie vor aus südlichen bis südöstlichen Richtungen und damit ist diese Luft auch in Anführungsstrichen relativ trocken. Das werden wir so ein paar hohe Wolkenfelder durchziehen, aber ansonsten bleibt es freundlich. Die Temperaturen liegen bei 8 bis maximal 14 Grad. Der Samstag, der lässt den Wind schon so ein bisschen auf eher westliche Richtungen drehen und ersetzt sich. Und das bedeutet gerade in den Wintermonaten, dass dann mehr oder weniger die Luft am Erdboden auskühlt und in der Höhe milder bleibt, wo sich eine Inversionswetterlage bildet und somit bekommen wir eine Luftschicht über unseren Köpfen, die mit viel Feuchtigkeit kräft. Angereichert ist und das bedeutet dann automatisch, dass sich Nebel und Hochnebel bildet. Der Samstag selbst wird wohl in den frühen Morgenstunden ein bisschen Nebel bringen und dann sollte sich die Wolkendecke schon wieder auflösen und die Temperaturen steigen dann auf 7 bis maximal 12, vielleicht sogar 13 Grad. Der Sonntag, der bringt jetzt wirklich volle Lotte Westwind. Der Wind bleibt zwar schwach, aber er dreht halt eben auf eine Richtung, wo eher feuchtere Luft herkommt, sodass wir vor allem bis zum Mittag eher mit viel Grau zu rechnen haben. Am Nachmittag lockert es dann wieder ein bisschen auf. Hier unterscheiden sich die Modelle aber ein bisschen. Das amerikanische Wettermodell, das macht eher dann freundlicheres Wetter. Das europäische Modell sagt sich, nee, ich mache mal eher ein bisschen Nieselregen. Also da müssen wir noch ein bisschen abwarten. Temperaturen liegen dann im Groben bei 10 bis maximal 14 Grad. Und die neue Woche, die wird nicht viel Änderung bringen. Wir werden es weiterhin mit einer Mischung aus eher Nebel und Hochnebel zu tun bekommen. Am Nachmittag gibt es dann häufiger mal sonnigere Phasen und ab dem Dienstag soll dann auch wieder eher wechselhafteres Wetter mit ein bisschen Regen aufziehen. Das soll sich dann wohl auch bis in die Mitte des Monats ziehen, aber ob das dann auch wirklich so kommt, das gucken wir uns dann auch nächste Woche nochmal ganz in Ruhe an. In diesem Sinne wünsche ich euch jetzt ein schönes Wochenende und wir hören uns dann nächste Woche wieder zum Wochenendwetter. Bis dann. Ciao, ciao. Mehr Düsseldorf-Wetter gibt es im Wetterstruksi-Blog. Jens-Strucks.blog Das war der Rheinpegel für diese Woche. Wenn ihr uns, wenn ihr mir eine wirklich große Freude machen wollt, dann abonniert doch erstmal diesen Podcast überall, wo es ihn zu abonnieren gibt und bewertet ihn, wenn ihr schon dabei seid. Mit Punkten, mit Sternen, mit Daumen, mit allem, was euch zur Verfügung steht. Und lasst uns Kommentare da. Wenn ihr Lob habt oder Kritik oder wenn ihr einfach mal irgendwas loswerden wollt. Und teilt diesen Podcast. Erzählt jemandem davon, der Düsseldorf liebt oder... Viel besser. Der oder die, das gefälligst bald lernen soll. Mein Name ist Horstel Kormann. Ich danke euch fürs Zuhören. Bis zum nächsten Mal. Tschüss! Ihr wollt diesem Podcast etwas richtig Gutes tun? Dann schreibt eine kurze Bewertung bei Apple Podcasts. Danke!